CH617155A5 - - Google Patents

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CH617155A5
CH617155A5 CH1560175A CH1560175A CH617155A5 CH 617155 A5 CH617155 A5 CH 617155A5 CH 1560175 A CH1560175 A CH 1560175A CH 1560175 A CH1560175 A CH 1560175A CH 617155 A5 CH617155 A5 CH 617155A5
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Henkel Kgaa
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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Stabilisieren von Calcium-hydrogenphosphat-dihydrat gegen Hydrolyse mittels 3-Amino-l-hydroxypropan-l,l-diphosphonsäure oder einem wasserlöslichen Salz davon, das erfindungsgemäss stabilisierte Calcium-hydrogenphosphat-dihydrat sowie dessen Verwendung als Putzkörper in Zahnputzmitteln.
Calcium-hydrogenphosphat-dihydrat stellt ein häufig in Zahnputzmitteln, wie zum Beispiel Zahnpasten und Zahnpulvern, eingesetztes Poliermittel dar. Neben manchen für diesen Verwendungszweck vorteilhaften Eigenschaften besitzt aber das Calcium-hydrogenphosphat-dihydrat den Nachteil, dass es nicht hydrolysebeständig ist. Diese mangelnde Hydrolysebeständigkeit wirkt sich besonders gravierend in Wasser enthaltenden Zubereitungen, wie zum Beispiel Zahnpasten, aus,
aber auch in Produkten wie Zahnpulvern kann sie zu unerwünschten Folgeerscheinungen führen. In Gegenwart von Feuchtigkeit hydrolysiert Calcium-hydrogenphosphat-dihydrat leicht unter Freisetzung von Säure, wobei basische Phosphate gebildet werden, die meist Apatitstruktur besitzen. Die sich dabei abspielenden Vorgänge können formal durch die nachstehende Bruttoreaktion wiedergegeben werden:
5 Ca HP04 + H20—>Ca5(0H)(P04)3 + 2 H3P04
Die Geschwindigkeit sowie der Endpunkt dieser Reaktion wird durch mehrere Umstände beeinflusst, wie Temperatur, pH-Wert der Stoffmischung und deren Zusammensetzung. Von besonders grossem Einfluss ist hierbei die Temperatur, da das Calcium-hydrogenphosphat-dihydrat bereits ab 36° C unter Bildung von Calcium-hydrogenphosphat-anhydrid, Hy-droxylapatit und Wasser, beziehungsweise Calcium-phosphat-lösung zerfällt. Es ergibt sich somit die Möglichkeit, dass auch ohne Zusatz von Wasser hergestellte Zubereitungen hydroly-sieren können. Temperaturen von 36° C und darüber können aber leicht bei der Herstellung Calcium-hydrogenphosphat-dihydrat enthaltender Zubereitungen oder zum Beispiel bei der Lagerung von Fertigprodukten, insbesondere in tropischen Klimazonen, auftreten.
Durch die bei der Hydrolyse freigesetzte Säure ändert sich unter Umständen nicht nur der pH-Wert der Mischung, sondern es kann sich die gesamte Struktur des Produktes verändern, zum Beispiel kann es zur Verfestigung einer Paste kommen, Pulver können zusammenbacken, Tabletten können zerfallen. Sind neben dem Calcium-hydrogenphosphat-dihydrat Karbonate in der Mischung, wie dies bei Zahnputzmitteln der s Fall sein kann, so kommt es bei der Hydrolyse als sehr unangenehmer Nebenerscheinung zu einer Kohlendioxidentwicklung, die unter Umständen zu einem Platzen der Behälter, wie zum Beispiel Tuben, oder zumindest zu einem Aufblähen führen kann.
10 Für die Verwendung eines Poliermittels als Putzkörper in Zahnputzmitteln ist dessen Abriebverhalten von ausschlaggebender Bedeutung, denn für diesen Zweck brauchbare Produkte dürfen nur einen Abrieb besitzen, durch den die Zähne nicht beschädigt werden.
15 Gerade wegen seines günstigen Abriebverhaltens erfreut sich aber Calcium-hydrogenphosphat-dihydrat grosser Beliebtheit als Putzkörper in Zahnputzmitteln. Wenn aber durch die Hydrolyse eine Umwandlung in den wesentlich härteren Apatit erfolgt, können unter Umständen zu abrasive Mittel 20 beziehungsweise Mittel unkontrollierter Abrasivität entstehen.
Man hat sich daher bereits früher bemüht, Calcium-hydro-genphosphat-dihydrat gegen Hydrolyse zu stabilisieren, um dessen problemlosen Einsatz in Zahnputzmitteln zu ermöglichen. Zu diesem Zweck wurden einer Aufschlämmung von 25 Calcium-hydrogenphosphat-dihydrat in Wasser verschiedene Verbindungen, wie Pyrophosphorsäure, Natrium-Calcium-pyrophosphat oder Natriumpyrophosphat, zugegeben, die Aufschlämmung wurde sodann filtriert und das erhaltene Produkt in die Zahnputzmittel eingearbeitet. Alle diese Verfahren 30 konnten jedoch nicht befriedigen, da in manchen Fällen zur Erreichung einer ausreichenden Stabilität umständliche Nachbehandlungen der Produkte erforderlich waren, in anderen Fällen das Verfahren selbst beträchtliche technische Schwierigkeiten bereitete.
35 Es ist ferner vorgeschlagen worden, bestimmte Phosphon-säuren, wie l-Hydroxyäthan-l,l-diphosphonsäure oder Amino-tris-(methylenphosphonsäure), als Stabilisierungsmittel für Calcium-hydrogenphosphat-dihydrat gegen Hydrolyse zu verwenden. Diese Phosphonsäuren sowie andere in dem 40 Zusammenhang genannte Phosphonsäuren besitzen aber im Hinblick auf die Stabilisierung von Calcium-hydrogenphos-phat-dihydrat zwei wesentliche Nachteile. Ihre stabilisierende Wirkung lässt noch manche Wünsche offen und die Stabilisierung wirft technische Probleme auf. Für die Verwendung 45 als Stabilisator von Calcium-hydrogenphosphat-dihydrat für Zahnputzmittel kommen nur Produkte mit möglichst grosser, lang anhaltender inhibierender Wirkung in Frage, da die inhibierende Wirkung der Phosphonsäuren nur eine bestimmte Zeit vorhält, um dann meist plötzlich abzubrechen. Bei den 50 bereits vorgeschlagenen Phosphonsäuren ist die inhibierende Wirkung nicht besonders gross und nicht von ausreichend langer Dauer. Weiterhin wirkt sich nachteilig aus, dass die inhibierende Wirkung der genannten Phosphonsäuren nicht in jedem Fall mit der Erhöhung der Zusatzmenge anwächst, son-55 dern im Gegenteil wieder abfällt, wodurch die gewünschte Dosierung technisch schwer durchführbar wird.
Es wurde nun gefunden, dass eine befriedigende und leicht durchführbare Stabilisierung von Calcium-hydrogenphosphat-60 dihydrat gegen Hydrolyse dadurch möglich ist, dass man dieses in wässriger Dispersion mit 0,01—5 Gew.%, vorzugsweise 0,3-2 Gew. %, bezogen auf das Gewicht des Calcium-hydro-genphosphat-dihydrats, 3-Amino-l-hydroxypropan-l,l-di-phosphonsäure oder einem wasserlöslichen Salz davon in Form 65 einer wässrigen Lösung mit einem pH-Wert von 5—10, vorzugsweise von 6—8, behandelt.
Die Herstellung der einzusetzenden 3-Amino-l-hydroxy-propan-l,l-diphosphonsäure der Formel
3
617 155
po(oh)2
I
H2N-CH2-CH2tC-OH
I
PO(OH)2
kann auf einfache Weise erfolgen, indem man /3-Alanin oder Poly-ß-alanin mit einem Gemisch aus Phosphortrichlorid und phosphoriger Säure in Gegenwart oder in Abwesenheit eines organischen Verdünnungsmittels umsetzt, wie dies in der DE-AS 2 130 794 beschrieben wird.
Mit Vorteil kann die 3-Amino-l-hydroxypropan-l,l-di-phosphonsäure auch in Form ihrer wasserlöslichen Salze, wie insbesondere Lithium-, Natrium-, Kalium- und Ammoniumsalze, Anwendung finden. Die Säure kann leicht in die wasserlöslichen Salze, beispielsweise durch partielle oder vollständige Neutralisation mit entsprechenden Basen, überführt werden.
Die erfindungsgemässe Stabilisierung kann entweder bei der Herstellung des Calcium-hydrogenphosphat-dihydrats oder in einem späteren gesonderten Behandlungsverfahren vorgenommen werden, wobei die Herstellung des Calcium-hydro-genphosphat-dihydrats nach einem literaturbekannten Verfahren, zum Beispiel aus Calcium-hydroxid und Phosphorsäure, erfolgen kann.
Soll die erfindungsgemässe Stabilisierung bereits bei der Herstellung des Calcium-hydrogenphosphat-dihydrats erfolgen, so erweist es sich als zweckmässig, die wässrige Lösung der 3-Amino-l-hydroxypropan-l,l-diphosphonsäure bzw. des wasserlöslichen Salzes davon erst am Ende des Prozesses dem in wässriger Dispersion vorliegenden Reaktionsgemisch zuzusetzen. Soll die Stabilisierung am vorher isolierten Calcium-hydrogenphosphat-dihydrat durchgeführt werden, welches die bevorzugte Ausführungsform ist, so wird dieses in wässriger Dispersion mit einer wässrigen Lösung des Stabilisierungsmittels behandelt, wobei ein pH-Wert der Lösung von 5—10, vorzugsweise von 6—8, eingestellt wird. Die notwendige Menge an Stabilisator kann leicht durch Ausprobieren festgestellt werden. Es wurde gefunden, dass vorzugsweise 0,03—2 Gew.%, bezogen auf die Menge des zu stabilisierenden Calcium-hy-drogenphosphat-dihydrats, ausreichens sind, falls keine anderen Stabilisatoren zugegen sind. Dabei ist die Menge innerhalb der angegebenen Grenzen vom Ausmass der gewünschten Stabilisation, von der Korngrösse, Oberfläche und Oberflächenstruktur des hergestellten Calcium-hydrogenphosphat-di-hydrats sowie von der Kontaktzeit zwischen Stabilisator und zu stabilisierendem Produkt abhängig. Es hat sich ferner als zweckmässig erwiesen, wasserlösliche Salze der 3-Amino-l-hydroxypropan-l,l-diphosphonsäure, wie zum Beispiel Alkalisalze, insbesondere Natriumsalze, einzusetzen. Soll die freie Säure verwendet werden, so ist es leicht möglich, pH-Wert-Ab weichungen, zum Beispiel durch Zugabe von Calcium-hydroxid oder Calciumoxid, zu korrigieren. Oftmals ist dies aber wegen der geringen Mengen an zugesetzter 3-Amino-l-hydroxy-propan-l,l-diphosphonsäure gar nicht erforderlich. Das erfindungsgemäss einzusetzende Stabilisierungsmittel kann auch in Kombination mit anderen Stoffen, wie anderen Stabilisatoren, Fällungshilfsstoffen oder Schutzkolloiden eingesetzt werden, wie zum Beispiel mit Pyrophosphat, Tripolyphosphat und anderen Polymerphosphaten, Polysilikaten, Polycarboxy-laten, Ligninderivaten, Gummen und Polysacchariden.
Die vorliegende Erfindung betrifft in erster Linie die Herstellung eines gegen Hydrolyse stabiliserten Calcium-hydro-genphosphat-dihydrats für die Verwendung in Zahnputzmitteln. Derartig stabilisierte Produkte können aber auch auf anderen Anwendungsgebieten von Vorteil sein. Die herzustellenden Zahnputzmittel können ausser dem als Putzkörper dienenden stabilisierten Calcium-hydrogenphosphat-dihydrat die üblichen Bestandteile, wie zum Beispiel Verdickungsmittel, 5 Tenside, Emulgatoren, Bakterizide, Geschmacksstoffe enthalten. Die bevorzugte Form des Zahnputzmittels mit einem Gehalt an erfindungsgemäss stabilisiertem Calcium-hydrogen-phosphat-dihydrat stellt die Zahnpasta dar.
Unter Zahnpasten werden im allgemeinen pastose Zube-lo reitungen aus Wasser, Verdickungsmitteln, Netz- und Schaummitteln, Feuchthaltemitteln, Schleif-, Scheuer- oder Putzkörpern, Aromastoffen, Geschmackskorrigentien, antiseptischen und anderen mundkosmetisch wertvollen Stoffen verstanden. Der Gehalt der Zahnpasten an Putzkörpern, das heisst, an dem 15 erfindungsgemäss gegen Hydrolyse stabilisierten Calcium-hy-drogenphosphat-dihydrat, wird sich im allgemeinen in den Grenzen von 25—60 Gew. %, bezogen auf die Gesamtmasse der Zahnpasta, bewegen. Als Netz- und Schaummittel finden vor allem seifenfreie anionische Tenside Verwendung, wie 2o Fettalkoholsulfate, zum Beispiel Natriumlaurylsulfat, Mono-glyceridsulfate, Natriumlaurylsulfoacetat, Sarcoside, Tauride und andere den Geschmack nicht beeinflussende anionische Tenside in Mengen von beispielsweise 0,5-5 Gew. %. Zur Herstellung des Bindemittels für Zahnpasta können alle für diesen 25 Zweck üblichen Verdickungsmittel, wie Hydroxyäthylcellu-lose, Natriumcarboxymethylcellulose, Traganth, Carragheen-moos, Agar-Agar, Gummiarabikum sowie zusätzlich feintei-lige Kieselsäuren, herangezogen werden. Als Feuchthaltemittel dienen in erster Linie Glycerin und Sorbit in Mengen, die 30 etwa bis zu V3 der gesamten Zahnpasta betragen können. Die erwünschte Aroma- und Geschmacksnote lässt sich durch einen Zusatz ätherischer Öle, wie Pfefferminz-, Nelken-, Wintergrün-, Sassafrasöl sowie von Mitteln zum Süssen, wie Saccharin, Dulcin, Dextrose, Lävulose, erzielen. Daneben können 35 noch kariesverhütende Zusätze, wie zum Beispiel Fluoride oder Fluorphosphate, erfolgen.
Da die Herstellung des gegen Hydrolyse stabiliserten Produktes bevorzugt durch Behandeln eines vorher isolierten Calcium-hydrogenphosphat-dihydrats in wässriger Dispersion 40 mit einer wässrigen Lösung des Stabilisierùngsmittels erfolgt, ist es natürlich möglich, ein in einer bereits fertigen Zahnpasta befindliches, nur mangelhaft durch andere Zusätze stabilisiertes Calcium-hydrogenphosphat-dihydrat nachträglich durch einen Zusatz von Salzen der 3-Amino-l-hydroxypropan-l,l-di-45 phosphonsäure gegen Hydrolyse zu stabilisieren. Derartige Massnahmen können in besonders gelagerten Fällen angebracht sein, sollten jedoch auf Ausnahmen beschränkt bleiben, da der Erfolg einer derartigen schwer kontrollierbaren Behandlung in einem so heterogenen System wie dies eine Zahn-50 pasta darstellt, nicht immer voll gewährleistet ist.
Die nachfolgenden Beispiele sollen den Gegenstand der Erfindung näher erläutern.
Zunächst soll die Herstellung der erfindungsgemäss als Stabilisierungsmittel zu verwendenden 3-Amino-l-hydroxy-55 propan-l,l-diphosphonsäure beschrieben werden.
Herstellungsvorschrift der 3-Amino-l-hydroxypropan-1,1 -diphosphonsäure
Zu einer im siedenden Wasserbad erhitzten Mischung von 60 89,1 g (1 Mol) /3-Alanin, 123 g phosphoriger Säure (1,5 Mol) und 500 ml Chlorbenzol werden unter Rühren langsam 206 g (1,5 Mol) Phosphortrichlorid getropft, und es wird noch 3 Stunden lang im siedenden Wasserbad weitererhitzt. Während dieser Zeit wird der Kolbeninhalt fest. Nach beendeter 65 Reaktion werden 600 ml Wasser zugegeben, kurz weitererhitzt, mit Tierkohle behandelt und heiss filtriert. Aus der wässrigen Phase kristalliert im Kühlschrank allmählich die 3-Amino-l-hydroxypropan-l,l-diphosphonsäure aus. Die
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4
Mutterlauge wird eingeengt und mit Methanol versetzt, wobei noch weitere Phosphonsäure ausfällt. Die Phosphonsäure wird anschliessend aus Wasser umkristallisiert.
Die nachfolgenden Beispiele dienen dem Nachweis der überlegenen Wirksamkeit der erfindungsgemäss behandelten, als Stabilisierungsmittel einzusetzenden 3-Amino-l-hydroxy-propan-l,l-diphosphonsäure. Hierbei wurden die erfindungsgemäss stabilisierten Produkte nicht nur mit unbehandeltem Calcium-hydrogenphosphat-dihydrat, sondern auch mit Produkten verglichen, die durch Behandlung mit anderen strukturell verschiedenen Phosphonsäuren erhalten wurden. Als Mass für die Stabilisatorwirkung wurde die Hydrolyse des Calcium-hydrogenphosphat-dihydrats in wässriger Suspension bei 60° C dadurch verfolgt, dass die bei der Hydrolyse entstehende Säure laufend durch Lauge zurücktitriert wurde, wodurch während der gesamten Hydrolyse ein konstanter pH-Wert der Hydrolyselösung gewährleistet war. Der Laugenverbrauch wurde über die Zeit verfolgt und gab somit zu jedem Zeitpunkt ein Mass für den Fortgang der Hydrolyse. Der Laugenverbrauch kann auch in Prozenten vom Endverbrauch angegeben werden, was dann dem Prozentsatz an Phosphat entspricht, der zum jeweiligen Zeitpunkt hydrolysiert ist. Die Titration über die Zeit kann mit Vorteil mittels eines registrierenden Autotitrators durchgeführt werden, der für pH-stat-Messungen eingerichtet ist.
Um die Einzelversuche echt vergleichen zu können, ist es bei den Messungen nicht nur notwendig, zum Beispiel die Parameter-Temperatur, pH-Wert, Menge des zu hydrolysieren-den Calcium-hydrogenphosphat-dihydrats und der Hydrolyselösung konstant zu halten, sondern es muss auch immer das gleiche Phosphat eingesetzt werden. Diese Forderung wurde im vorliegenden Fall dadurch erfüllt, dass nach der Vorschrift von A. T. Jensen und J. Rathiev (in J. C. Bailor, Inorganic Syntheses, Bd. 4, New York-Toronto-London 19553, S. 1/218, 20) eine grosse Menge gut kristallinen Calcium-hydrogenphosphat-dihydrats hergestellt und die Korngrössen-fraktion zwischen 0,5 und 1 mm ausgesiebt wurde.
Tabelle 1
Inhibitor Zeitdauer für x % Hydrolyse (Minuten)
10% 20% 40% 60% 80% 100%
0,136 Gew.%
3 - Amino-1 -hy droxypropan-1,1 -di-
phosphonsäure
105
122
137
139
143
155
0,37 Gew.%
1 -Hydroxyäthan-1,1 -diphosphon-
säure
30
32
35
39
42
52
0,37 Gew.%
N-Methylaminomethan-
diphosphonsäure
65
68
71
73
74
80
0,37 Gew.%
N,N-Dimethylaminomethan-
diphosphonsäure
19
21
23
26
31
43
0,37 Gew.%
2-Phosphonopropan-l,2-di-
carbonsäure
7
8
11
16
24
35
0,37 Gew.%
Amino-tris-(methylen-
phosphonsäure)
15
17
20
24
28
35
ohne Zusatz
7,5
7,8
8,0
8,2
8,3
9,
Diese Messwerte zeigen deutlich, dass die beanspruchte Phosphonsäure wesentlich wirksamer ist als die Vergleichssubstanzen, obwohl sie nur in der halben Menge eingesetzt wurde.
Beispiel 2
Wie in Beispiel 1 wurden Calcium-hydrogenphosphat-di- Die erhaltenen Ergebnisse sind nachstehender Tabelle 2 zu hydrate hergestellt und gemessen, die mit den in der Tabelle 2 entnehmen.
angegebenen Menge des jeweiligen Inhibitors behandelt waren.
Beispiel 1
In 10 ml Wasser wurden 13,6 mg 3-Amino-l-hydroxypro-pan-l,l-diphosphonsäure (0,136 Gew.%, bezogen auf CaHP03 • 2 H20) gelöst. Die Lösung wurde mit Natronlauge s auf pH-Wert 7,5 gestellt und auf 25 ml mit Wasser aufgefüllt. Dazu wurden 15 ml Barbitalpuffer von pH-Wert 7,5 gegeben. In dieser Lösung wurden dann 10 g Ca-Hydrogenphosphat-Dihydrat suspendiert, 24 Stunden lang in der Lösung belassen, anschliessend abgesaugt, mit etwas Wasser und Alkohol ge-10 waschen und getrocknet.
In gleicher Weise wurden Calcium-hydrogenphosphat-di-hydrate hergestellt, die jeweils mit 37 mg (0,37 Gew. %, bezogen auf CaHP04 • 2 H20) der folgenden Phosphonsäuren behandelt worden waren:
15 l-Hydroxyäthan-l,l-diphosphonsäure
N-Methylaminomethandiphosphonsäure
N,N-Dimethylaminomethandiphosphonsäure
2-Phosphonopropan-l,2-dicarbonsäure M Amino-tris-(methylenphosphonsäure)
Ebenfalls wurde eine gleichartige Probe ohne Phosphon-säurezusatz hergestellt.
Von diesen behandelten Calcium-hydrogenphosphat-di-hydraten wurden jeweils 2,58 g in einem temperierbaren Ge-25 fäss mit 3 ml einer Barbitalpufferlösung von pH-Wert 7,6 und 7 ml Wasser versetzt. Dazu wurde eine auf etwa 80° C erwärmte Mischung aus 7 ml Barbitalpuffer pH-Wert 8 und 33 ml Wasser gegeben. Man erhält dadurch eine CaHP04 • 2H20-Suspension von 60° C und einen pH-Wert von 7,5. Mittels ei-30 nes automatischen Titrators wurde durch Zusatz von NaOH der pH-Wert der Suspension konstant gehalten und der durch die Hydrolyse verursachte Laugeverbrauch über die Zeit registriert.
Für die einzelnen Proben ergeben sich folgende Hydrolyse-35 Zeiten; die in der nachstehenden Tabelle 1 wiedergegeben sind.
617 155
Tabelle 2
Inhibitor
Zeitdauer für x % Hydrolyse (Minuten) 10% 20% 40% 60%
80%
100%
0,75 Gew.%
3 - Amino-1 -hy droxypropan-
1,1 -diphosphonsäure
500
640
1010
1035
1038
1045
0,75 Gew.%
N-Methylpyrrolidon-5,5-di-
phosphonsäure
11
12
14
18
24
40
0,75 Gew.%
2-Phosphonobutan-l,2,4-tri-
carbonsäure
13
14
17
23
30
38
0,75 Gew..%
Äthylendiamintetra-(methylen-
phosphonsäure)
56
60
65
68
72
80
0,75 Gew.%
Amino-tris-(methylen-
phosphorsäure)
15
17
20
24
28
35
Bei gleicher Einsatzkonzentration zeigt in dieser Versuchsreihe die erfindungsgemässe Phosphonsäure ihre überlegene Wirkung.
Beispiel 3
Ein bereits mit bekannten Mitteln stabilisierter, handelsüblicher CaHPCU • 2 H20-Putzkörper wurde nach dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren mit 0,75 Gew. % der beschriebenen Phosphonsäure zusätzlich behandelt und gemessen. Die sich daraus ergebende zusätzliche Hydrolysestabilisierung wird mit einer nicht zusätzlich behandelten Probe und mit einer Probe, die mit einer für diesen Zweck bereits bekanntgewordenen Phosphonsäure behandelt war, verglichen. Es zeigt sich, dass die erfindungsgemäss verwendete Verbindung eine deutliche zusätzliche Inhibierung ergibt, die derjenigen bereits bekannter Verbindungen weit überlegen ist. Die bei den Messungen erhaltenen Werte finden sich in nachstehend aufgeführter Tabelle 3.
Tabelle 3
Zusätzlicher Inhibitor tes Calcium-hydrogenphosphat-dihydrat als Putzkörper enthalten.
20 Beispiel 4
Zusammensetzung einer Zahnpasta.
Gewichtsteile 30,0 18,0
Glycerin Wasser 25 Natriumcarboxymethyl-cellulose
Calcium-hydrogenphosphat-di-hydrat behandelt mit 1 Gew. % 3-Amino-l-hydroxypropan-l,l-di-30 phosphonsäure unlösliches Natriummetaphosphat N atriumlaurylsulfat pyrogene Kieselsäure 35 Natriummonofluorphosphat ätherische Öle Süssstoff Saccharin
Zeitdauer für 100% Hydrolyse (Minuten)
40
Beispiel 5 Zusammensetzung eines Zahnpulvers.
ohne 140
0,75 Gew. % Amino-tris-(methylen-
phosphonsäure) 185
0,75 Gew.% 3-Amino-l-hydroxy-
propan-1,1 -diphosphon-
säure) 1590
In den nachfolgenden Beispielen werden Rezepturen von Zahnputzmitteln angegeben, die erfindungsgemäss stabilisier-
Calcium-hydrogenphosphat-dihydrat behandelt mit 1 Gew. % 3 - Amino-1 -hydroxypropan-45 1,1-diphosphonsäure gefällte Kreide feinteilige Kieselsäure Milchzucker gefälltes Magnesiumcarbonat so Titandioxid Tannin
1,0
36,0
10,0 1,0 1,5 0,5 1,5 0,5
Gewichtsteile
50,0 30,0 10,0 4,0 4,0 1,0 1,0
s

Claims (5)

617 155
1. Verfahren zum Stabilisieren von Calcium-hydrogen-phosphat-dihydrat gegen Hydrolyse, dadurch gekennzeichnet, dass man dieses in wässriger Dispersion mit 0,01—5 Gew. %, bezogen auf das Gewicht des Calcium-hydrogenphosphat-di-hydrats, 3-Amino-l-hydroxypropan-l,l-diphosphonsäure oder einem wasserlöslichen Salz davon in Form einer wässri-gen Lösung mit einem pH-Wert von 5-10 behandelt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als wasserlösliches Salz ein Alkalisalz, insbesondere das Natriumsalz, einsetzt.
2
PATENTANSPRÜCHE
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Behandlung mit einer wässrigen Lösung mit einem pH-Wert von 6—8 ausführt, und dass der Mengenanteil der Diphosphonsäure bzw. des wasserlöslichen Salzes davon vorzugsweise 0,03—2 Gew. % beträgt.
4. Nach dem Verfahren nach Anspruch 1 gegen Hydrolyse stabilisiertes Calcium-hydrogenphosphat-dihydrat.
5. Verwendung von gegen Hydrolyse stabilisiertem Cal-cium-hydrogenphosphat-dihydrat nach Anspruch 4 als Putzkörper in Zahnputzmitteln.
CH1560175A 1974-11-30 1975-12-01 CH617155A5 (de)

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