CH625830A5 - - Google Patents

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CH625830A5
CH625830A5 CH693975A CH693975A CH625830A5 CH 625830 A5 CH625830 A5 CH 625830A5 CH 693975 A CH693975 A CH 693975A CH 693975 A CH693975 A CH 693975A CH 625830 A5 CH625830 A5 CH 625830A5
Authority
CH
Switzerland
Prior art keywords
lincomycin
microorganism
brown
medium
vellosus
Prior art date
Application number
CH693975A
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English (en)
Inventor
Malcolm Edward Bergy
John Henry Coats
Vedpal Singh Malik
Original Assignee
Upjohn Co
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Publication date
Application filed by Upjohn Co filed Critical Upjohn Co
Publication of CH625830A5 publication Critical patent/CH625830A5/de

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    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C07—ORGANIC CHEMISTRY
    • C07H—SUGARS; DERIVATIVES THEREOF; NUCLEOSIDES; NUCLEOTIDES; NUCLEIC ACIDS
    • C07H15/00—Compounds containing hydrocarbon or substituted hydrocarbon radicals directly attached to hetero atoms of saccharide radicals
    • C07H15/02—Acyclic radicals, not substituted by cyclic structures
    • C07H15/14—Acyclic radicals, not substituted by cyclic structures attached to a sulfur, selenium or tellurium atom of a saccharide radical
    • C07H15/16—Lincomycin; Derivatives thereof
    • Y—GENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y10—TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC
    • Y10S—TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y10S435/00—Chemistry: molecular biology and microbiology
    • Y10S435/8215—Microorganisms
    • Y10S435/822—Microorganisms using bacteria or actinomycetales
    • Y10S435/886—Streptomyces

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  • Medicines Containing Material From Animals Or Micro-Organisms (AREA)

Description

Die vorliegende Erfindung betrifft ein mikrobiologisches Verfahren zur Herstellung des Antibiotikums Lincomycin.
Dieses mikrobiologische Herstellungsverfahren wird bei Temperaturen, die im Bereich von 18° bis 45 °C liegen, unter Verwendung des in neuester Zeit entdeckten Mikroorganismus Streptomyces vellosus durchgefĂŒhrt.
Das erfindungsgemĂ€sse Verfahren zur Herstellung des Antibiotikums Lincomycin ist dadurch gekennzeichnet, dass man Streptomyces vellosus mit der Hinterlegungsnummer NRRL 8037 in einem wĂ€ssrigen Medium unter aeroben Bedingungen bei einer Temperatur im Bereich von 18 °C bis 45 °C zĂŒchtet, bis in dem Medium eine wesentliche Antibiotikum-AktivitĂ€t durch die Bildung von Lincomycin erreicht ist.
Das erfindungsgemĂ€sse Verfahren fĂŒhrt in vorteilhafter 35 Weise zur Herstellung von Lincomycin, ohne dass gleichzeitig eine Bildung von Lincomycin B (4'-Depropyl-4'-Ă€thyllincomy-cin) auftritt. Dadurch, dass beim erfindungsgemĂ€ssen Verfahren nicht gleichzeitig Lincomycin B gebildet wird, kann man das Lincomycin in erhöhter Ausbeute leichter gewinnen. 40
Das Antibiotikum Lincomycin wurde frĂŒher als Lincolnen-sin bezeichnet, und es kann von den Mikroorganismen S. lincol-nensis var. lincolnensis, NRRL 2936 gebildet werden, wie dies in der US-Patentschrift Nr. 3 086 912 beschrieben wird. Der Temperaturbereich, bei dem die ZĂŒchtung bzw. BebrĂŒtung zur 45 Herstellung von Lincomycin vorgenommen wird und der in dem oben erwĂ€hnten Patent angegeben ist, liegt im Bereich von 18 °C bis 40 °C und vorzugsweise im Bereich von 26 °C bis 30 °C. Bei dem GĂ€rverfahren oder der Fermentation zur Herstellung von Lincomycin wird auch eine weitere Verbindung 50 gebildet, die als Lincomycin B bezeichnet wird. Obwohl das Lincomycin und das Lincomycin B eine AktivitĂ€t im wesentlichen gegen das gleiche Spektrum an Mikroorganismen aufweist, ist dennoch bekannt, dass das Lincomycin B bedeutend weniger aktiv gegen diese Mikroorganismen ist als Lineo- 55 myein. Aus diesem Grund stellt das Lincomycin das bevorzugte Antibiotikum der beiden genannten dar.
Bei der DurchfĂŒhrung des oben beschriebenen Fermentationsverfahrens ist es notwendig, in den meisten der Vorrichtungen eine grosse Menge an KĂŒhlwasser einzusetzen, um die erwĂŒnschte Fermentationstemperatur aufrecht zu erhalten. Ausserdem fĂŒhrt die Aufrechterhaltung einer Temperatur im Bereich von 18 °C bis 45 °C, die fĂŒr die Herstellung des Antibiotikums, wie oben erwĂ€hnt wurde, notwendig ist, zu eine BegĂŒnstigung der Entwicklung Vermehrung und Sprossung von verunreinigenden Mikroorganismen in dem GĂ€rbehĂ€lter.
Ziel der vorliegenden Erfindung war es, eine fermentative Herstellung von Lincomycin zu erreichen, wobei gefunden
60
Mikroorganismus
28 °C
45 3C
Bacillus subtilis
21
18
Staphylococcus aureus
22
24
Sarcina lutea
31
29
Klebsiella pneumoniae
0
0
Escherichia coli
0
0
Salmonella schottmuelleri
0
0
Mycobacterium avium
22
25
Pénicillium oxalicum
0
0
Die Ergebnisse, die in der oben angefĂŒhrten Tabelle zusam-mengefasst sind, sind völlig unerwartet, denn Tests haben gezeigt, dass S. lincolnensis var. lincolnensis, NRRL 2936 dann kein Lincomycin bildet, wenn er bei einer Temperatur von etwa 45 °C bebrĂŒtet wird.
Ein wesentlicher Vorteil der beim erfindungsgemĂ€ssen Verfahren durch die Verwendung des erwĂ€hnten Mikroorganismus zur Herstellung von Lincomycin erreicht wird, ist derjenige, dass die KĂŒhlung des GĂ€rbehĂ€lters weniger kritisch ist, d. h. dass der GĂ€rbehĂ€lter eine geringere KĂŒhlkapazitĂ€t benötigt. Dieser Vorteil fĂ€llt vor allem dort ins Gewicht, wo in Gebieten gearbeitet wird, die ein warmes Klima aufweisen und auch in Gebieten, in denen die Wasserversorgung beschrĂ€nkt ist, denn Wasser ist das ĂŒbliche KĂŒhlmittel, um die Fermentationstemperaturen aufrechtzuerhalten. Ein weiterer bedeutender Vorteil des erfindungsgemĂ€ssen Verfahrens besteht darin, dass Lincomycin gebildet wird, ohne dass gleichzeitig eine Erzeugung von Lincomycin B erfolgt.
Beschreibung der Mikroorganismen
Die neuen Actinomyceten, die zur DurchfĂŒhrung des erfindungsgemĂ€ssen Verfahrens zur Herstellung von Lincomycin angewandt werden, sind Streptomyces vellosus. Eine der charakteristischen Eigenschaften dieses Stammes besteht darin, dass er Lincomycin bildet, ohne dass gleichzeitig eine Herstellung von Lincomycin B erfolgt. Eine andere Eigenschaft des Stammes ist diejenige, dass er vergleichbare Titer an Lincomycin bei der Temperatur von 28 °C und ebenso bei der Temperatur von 45 °C liefert. Eine Unterkultur dieses lebenden Organismus kann auf Anfrage von der stĂ€ndigen Sammlung der Northern Regional Research Laboratories, Agricultural Research Services, U.S. Department of Agriculture, Peoria, Illinois, USA erhalten werden. An dieser Hinterlegungsstelle ist die Hinterlegungsnummer des fraglichen Mikroorganismus NRRL 8037.
Der zur DurchfĂŒhrung des erfindungsgemĂ€ssen Verfahrens herangezogene Mikroorganismus wurde von Alma Dietz im
3
625 830
Forschungslabor der Firma Upjohn studiert und in seinen Eigenschaften beschrieben.
Eine wĂ€rmebestĂ€ndige Streptomyces Spezies, die aus Bodenproben aus Arizona isoliert wurde, bildet das Antibiotikum Lincomycin. Die Kulturen dieses Mikroorganismus können leicht von anderen Lincomycin bildenden Mikroorganismen unterschieden werden, wie dies aus den Einzelheiten zu ersehen ist, die in der Tabelle IV zusammengestellt sind. Die Eigenschaft der WĂ€rmebestĂ€ndigkeit, die unter dem Mikroskop zu beobachtenden langen geraden Sporenketten, die am Ende eingerollt sind, die Sporen mit langen Dornen und Haaren und die deutliche Antibiotikum bildende FĂ€higkeit des Mikroorganismus Streptomyces vellosus, wurden bisher fĂŒr keine andere Streptomyces Spezies beschrieben, welche die blau-graue gefĂ€rbte Sporenmasse besitzen, wie sie in den signifikanten und klassifizierenden Streptomyces betreffenden Publikationen von Autoren beschrieben sind. Es sei in diesem Zusammenhang auf die folgenden Literaturzitate hingewiesen: HĂŒtter [HĂŒtter, R. 1967, «Systematik der Streptomyceten unter besonderer BerĂŒcksichtigung der von ihnen gebildeten Antibiotica», S. Karger, Basel],
Krassilnikov [Krassilnikov, N.A. et al. 1966, «Biology of Antibiotic-Producing Actinomycetes», Akademiya Nauk SSSR. herausgegeben von Ya. I. Rautenstein, veröffentlicht fĂŒr das U.S. Department of Agriculture and the National Science Foundation, Washington, D.C. von dem Israel Program for Scientific Translations],
Kutzner [Kutzner, H.J. 1956, «Beitrag zur Systematik und Ökologie der Gattung Streptomyces Waksm. et Henrici», Diss. Landw. Hochs. Hohenheim]
Pridham, et al. [Pridham, T.G., C.W. Hesseltine und R.G. Benedict. 1958, «A guide for the classification of streptomyce-tes according to selected groups. Placement of strains in mor-phological sections», Applied Microbiol. 6:52-79],
Shirling und Gottlieb [Shirling, E.B., und D. Gottlieb, 1968, «Cooperative description of type cultures of Streptomyces, II. Species descriptions from first study», Int. J. of Syst. Bacteriol. 18:69-189,
Shirling, E.B. und D. Gottlieb, 1968, «Cooperative description of type cultures of Streptomyces, III. Additional species descriptions from first and second studies», Int. J. of Syst. Bacteriol. 18:279-392,
Shirling, E.B. und D. Gottlieb, 1969, «Cooperative description of type cultures of Streptomyces, IV. Species description from the second, third and fourth studies», Int. J. of Syst. Bacteriol. 19:391-512,
Shirling, E.B. und D. Gottlieb, 1972, «Cooperature description of type strains of Streptomyces V. Additional descriptions», Int. J. of Syst. Bacteriol. 22:265-394]
Trejo [Trejo, W.H. und R.E. Bennett. 1963, «Streptomyces species comprising the blue-spore sériés», ]. Bacteriol. 85:676-690] oder
Waksman [Waksman, S.A. 1961, «The actinomycetes, vol. 2, Classification, identification, and descriptions of genera and species», The Williams & Wilkins Co., Baltimore],
Aus den obigen GrĂŒnden wird vorgeschlagen, dass das isolierte Material als «Streptomyces vellosus Dietz, sp.n.» bezeichnet wird und dass diese Typen Spezies durch die Typen-Variante Streptomyces vellosus var. vellosus bezeichnet wird. Die Bezeichnung der Spezien und die Bezeichnung der Varianten werden nach denjenigen Regeln durchgefĂŒhrt, die im Internationalen Codex der Nomenklatur von Bakterien (International Code of Nomenclature of Bacteria, 1966) herausgegeben vom Editorial Board of the Judicial Commission of the International Committee on Nomenclature of Bacteria. Int. J. Syst. Bacteriol. 16:459-490] festgelegt sind.
Streptomyces vellosus Dietz, sp.n.
Farbeigenschaften des Mikroorganismus
Beim Wachstum an der Luft ist er blau-grau bis grau. Melanin-positiv. Die FĂ€rbung auf Ektachrom (siehe die Veröffentlichung Dietz, A. 1954, «Ektachrome transparencies as aids in actinomycete classification», Ann. N.Y. Acad. Sei. 60:152-154, wird in der Tabelle I angefĂŒhrt. Farbeigenschaften zu Vergleichszwecken sind in der Tabelle II zusammengefasst.
Der Streptomyces vellosus kann in die blaue (B) Farbserie und die weisse (W) Farbserie von Tresner und Backus eingeordnet werden (siehe Tresner, H.D. und E.J. Backus, 1962, «System of color wheels for Streptomycete taxonomy», applied Microbiol. 11:335-338).
Unter dem Mikroskop beobachtbare Eigenschaften des Mikroorganismus
Die Sporenketten sind lang und gerade mit einer festen bis offenen Spirale an ihrem Ende. Sporenketten-Spirale (S), wie sie von Pridham et al. beschrieben wurde (siehe Pridham, T.G., C.W. Hesseltine und R.G. Benedict 1958, «A guide for the classification of streptomycetes according to selected groups, Placement of strains in morphological sections», Applied Microbiol. 6:62-79).
Die Sporen sind gross und in den meisten FÀllen oval. Die SporenoberflÀche weist lange Dornen und Haare auf. Die SporenoberflÀche ist also in der Weise haarig, wie dies von Dietz und Mathews definiert wurde (siehe Dietz, A. und J. Mathews, 1971, «Classification of Streptomyces spore surfaces into five groups», Appi. Microbiol. 21:527-533).
Eigenschaften des Mikroorganismus in der Kultur und biochemische Eigenschaften
Diese Eigenschaften sind in der Tabelle III zusammengestellt.
Vom Mikroorganismus aufgenommene kohlenstoffenthaltende Materialien
Das Wachstum des Mikroorganismus S. vellosus auf verschiedenen kohlenstoffenthaltenden Materialien wurde beobachtet, indem man die synthetischen NÀhrmedien von Pridham und Gottlieb bzw. von Shirling und Gottlieb verwendete. Es sei in diesem Zusammenhang auf die Veröffentlichungen von Pridham, T.G. und D. Gottlieb, 1948, «The utilization of carbon Compounds by some Actinomycetales as an aid for species détermination», J. Bacteriol. 56:107-114 sowie von Shirling, E.B. und D. Gottlieb, 1966, «Methods for characterization of Streptomyces species», Int. j. of Syst. Bacteriol. 16:313-340, verwiesen.
In dem synthetischen Medium von Pridham und Gottlieb zeigte die Mikroorganismenkultur nur eine Spur eines Wachstums auf dem Vergleichsmedium (Grundmedium ohne Zugabe irgendeiner Kohlenstoff enthaltenden Verbindung) sowie auf einem Medium, das als Kohlenstoffquelle die folgenden Verbindungen enthielt: Dulcit, D-Sorbit, Natriumoxalat und Natrium- ‱ tartrat. Ferner zeigte die Kultur ein mĂ€ssiges Wachstum, wenn das Grundmedium als Kohlenstoffquelle Natriumacetat, Natri-umzitrat oder Natriumsuccinat enthielt. Ein gutes Wachstum zeigte der Mikroorganismus, wenn das Kulturmedium als Kohlenstoffquelle die folgenden Verbindungen enthielt: D-Xylose, L-Arabinose, Rhamnose, D-Fructose, D-Galactose, D-Glucose, D-Mannose, Maltose, Saccharose, Lactose, Cellobiose, Raffino-se, Dextrin, Inulin, lösliche StĂ€rke, Glycerin, D-Mannit und In-osit.
Die Kultur wuchs ĂŒberhaupt nicht, wenn das Medium die folgenden kohlenstoffenthaltenden Verbindungen enthielt: Salicin, Phenol, Cresol, Natriumformiat und Natriumsalicylat.
In dem Medium von Shirling und Gottlieb wuchs die Kultur leicht auf dem negativen Medium zu Vergleichszwecken (negatives Kontrollmedium), nÀmlich dem Grundmedium ohne
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10
15
20
25
30
35
40
45
50
55
60
65
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4
Zugabe irgendeines kohlenstoffenthaltenden Materials und ebenso auf dem positiven Medium zu Vergleichszwecken (positives Kontrollmedium), nÀmlich dem Grundmedium unter Zugabe von D-Glucose.
Das Wachstum war gleich wie oder besser als auf dem Grundmedium plus Glucose, wenn man dem Grundmedium als kohlenstofflieferndes Material die folgenden Verbindungen zusetzte: D-Xylose, Inosit, D-Mannit, Rhamnose oder Raffino-se.
Das Wachstum war wesentlich besser als auf dem negativen Medium zu Vergleichszwecken, jedoch schlechter als auf dem D-Glucose enthaltenden positiven Vergleichsmedium, wenn man in dem Medium als Kohlenstoff lieferndes Material L-Arabinose, Saccharose oder D-Fructose verwendete.
Es ist zweifelhaft, ob ein Wachstum auf Cellulose auftritt.
Temperaturbedingungen bei der ZĂŒchtung
Der Mikroorganismus S. Vellosus gehört zur Gruppe der
10
15
wÀrmebestÀndigen Actinomyceten. Er wÀchst gut bei Temperaturen, die im Bereich von 18 bis 55 °C liegen. Das optimale Wachstum erfolgt bei Temperaturen, die im Bereich von 28 °C bis 37 °C liegen, und zwar in 10 bis 14 Tagen und bei 45 °C in 48 Stunden.
Eigenschaften des Mikroorganismus bezĂŒglich der Bildung von Antibiotika
Der Mikroorganismus S. vellosus bildet das Antibiotikum Lincomycin.
Der Mikroorganismus stammt aus einer Bodenprobe aus Arizona.
Zur ZĂŒchtung wurde der als «Kulturtype» bezeichnete Mikroorganismus Streptomyces vellosus Dietz, sp.n. NRRL 8037, verwendet sowie der als «TypenvarietĂ€t» bezeichnete Mikroorganismus Streptomyces vellosus var. vellosus NRRL 8037.
Tabelle I
Aussehen des Streptomyces vellosus auf Ektachrome*
Agar-Agar-Medium
Bennett
Czapek-Saccharose Maltose Typton Pepton-Eisen 0,l%Tyrosin Kasein-StÀrke
OberflÀche grau eine Spur grau eine Spur grau-blau blau-grau
RĂŒckseite gelblichbraun bis braun gelb bis gelblich braun braun braun braun gelblich braun bis braun
* Siehe die Veröffentlichung Dietz, A., 1954, «Ektachrome transparencies as aids in actinomycete classification», Ann. N.Y.Acad. Sei. 60:152-154.
Tabelle II
FĂ€rbeeigenschaften zu Vergleichszwecken des Streptomyces vellosus
Agar-Agar-Medium bestimmtes
Color Harmony Manual
NBS Zirkular 553
Material
3. Ausgabe 1948*
1955**
(g)
Bennett's
O
15ba bis 5ba BlaufÀrbung bis
184 m, sehr blass-blau
muschelrosa
189 gm, blÀulich-weiss
9 m, weiss mit Stich ins rosa
R
3gc leicht-gelbbraun
76 gm, leicht gelblich-braun
P
3ie karamel, Ahornzucker,
76 m, leicht gelblich-braun
gelbbraun
77 g, mÀssig gelblich-braun
Czapek Saccharose
O
3cb sandfarben
-
R
3ec gelb, hell-beige
79 gm, leicht grÀulich-gelblich braun
p
90 grÀulich-gelb
Maltose-Trypton r
o
56a muschelrosa
9 weiss mit Rosastich
R
31g ziegelbraun, zimtbraun,
77 gm, mÀssig gelblich-braun
hellbraun
P
3ie karamel, Ahornzucker,
76 m, leicht gelblich-braun
Hickey-Tresner
gelbbraun
77 g, mÀssig gelblich-braun
O
15ba bis 3cb blaufarben bis
184 m, sehr blass-blau
sandfarben
189 gm, blÀulic-weiss
R
31g ziegelbraun, zimtbraun,
77 m, mÀssig gelblich-braun
leicht-braun
P
31 e zimtfarben, gelblich-
74 g, stark gelblich-braun
ahornzuckerfarben
76 m, leicht gelblich-braun
5
625830
Agar-Agar-Medium bestimmtes
Color Harmony Manual
NBS Zirkular 553
Material
3. Ausgabe 1948*
1955**
Hefeextrakt-
O
15ba bis 2ba BlaufÀrbung bis
184 m, sehr blass-blau
Malzextrakt
perl, muschelfarben
189 gm, blÀulich-weiss
(ISP-2)
92 gm, gelblich-weiss
R
3b
74 g, stark gelblich-braun
76 m, leicht gelblich-braun
P
31e
74 g, stark gelblich-braun
76 m, leicht gelblich-braun
Hafermehl (ISP-3)
0
15cb trĂŒbblau
184 m, sehr blass-blau
190 g, leicht blÀulich-grau
R
p
2gc bambusfarben, chamois
90 gm, grÀulich-gelb anorganische Salze,
r
0
19dc wÀssrig-grau
149g,blass-grĂŒn
StÀrke
190 m, leicht blÀulich-grau
(ISP4)
R
2fb bambusfarben, ledergelb,
87 g, mÀssig gelb
P
strohgelb, kornfarben
89 m, blass gelb
Glycerin-
I
O
15ba BlaufÀrbung
184 m, sehr blass-blau
Asparagin
189 gm, blÀulich-weiss
(ISP-5)
R
2fb bambusfarben, lederfarben,
87 g, mÀssig-gelb
strohfarben, kornfarben
89 m, blass-gelb
P
-
Die in der Spalte «bestimmtes Material» aufscheinenden AbkĂŒrzungen bedeuten das Folgende:
O OberflĂ€che R RĂŒckseite P Pigment
Die AbkĂŒrzungen in der vorletzten und letzten Spalte bedeuten das Folgende:
(g) alle von der glÀnzenden OberflÀche des Farbgranulates g glÀnzende OberflÀche des Farbgranulates m matte OberflÀche des Farbgranulates gm glÀnzende oder matte OberflÀche des Farbgranulates
* Jacobson, E., W.C. Granville, und C.E. Fors. 1948. Color harmony manual, 3. Ausgabe, Container Corporation of Amercia, Chicago, Illinois.
** Kelly, K.L., und D.B. Judd. 1955. «The ISCC-NBS method of designating colors and a dictionary of color names». U.S. Dept. Comm. Circ. 553.
Tabelle III
Eigenschaften der Kultur und biochemische Eigenschaften von Streptomyces vellosus
Medium OberflĂ€che (Wachstum an der Luft) RĂŒckseite andere Eigenschaften
Agar-Agar-Medien Pepton-Eisen
Calcium-malat
Glucose-Asparagin entrahmte Milch
Casein nicht löslich gemacht kein Wachstum bei 28 °C grau bei 45 °C Spur, weiss blass, weiss bis rosa
Spur, grau bei 28 °C kein Wachstum bei 45 °C
braun farblos creme-farben bei 28 °C olive bei 45 °C gelb-braun bis braun braunes Pigment Melanin-positiv kein Pigment Malat nicht löslich gemacht gelbes Pigment bei 28 °C
kein Pigment bei 45 °C gelb-braun bis braunes Pigment
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6
Medium OberflÀche (Wachstum an der Luft)
Tyrosin Spur, grau bei 28 °C
gut, grau bei 45 °C
Xanthin kein Wachstum bei 28 °C
rosa bis weiss bei 45 °C
NÀhrstÀrke kein Wachstum bei 28 °C
rosa bis weiss bei 45 °C
Hefeextrakt- rosa bis weiss (am besten
Malzextrakt bei 45 °C)
Bennett blass baumwoll-farben blÀulich-weiss Czapek-Saccharose blass creme-farben rosa
Maltose-trypton blass baumwollfarben,
blÀulich-weiss Hichey-Tresner blass baumwollfarben,
blÀulich-weiss Pepton-Hefeextrakt- keines Eisen (ISP-6)
Tyrosin(ISP-7) rosa bis weiss
Gelatin-Medien ohne weitere ZusÀtze
NĂ€hrmedium
BrĂŒhen-Medien synthetisches Nitrat
NĂ€hrmedium Nitrat
Lackmusmilch weiss-graues Luftwachstum am OberflÀchenring
RĂŒckseite andere Eigenschaften braun bei 28 °C
braunes Pigment bei gelb-braun bei 45 °C
28 °C
gelb-braunes Pigment
bei 45 °C
Tyrosin bei 28 °C nicht
löslich gemacht
Tyrosin unter Wachstum
bei 45 °C löslich gemacht gelb gelbes Pigment
Xanthin nicht löslich
gemacht gelb bis gelb-braun gelbes bis gelb-braunes bei 28 °C
Pigment bei 28 °C
gelb bei 45 °C
gelbes Pigment bei 45 °C
StÀrke wird nicht hydrolysiert rot bis gelb-braun rot bis gelb-braunes bei 28 °C
Pigment bei 28 °C
gelb-braun bei 45 °C
gelb-braunes Pigment
bei 45 °C
gelb-braun gelb-braunes Pigment gelb gelbes Pigment braun braunes Pigment orange bis gelb-braun blass gelb-braunes Pigment braun braunes Pigment
Melanin-positiv braun braunes Pigment
Melanin-positiv braunes Pigment an der OberflĂ€che olives Pigment in der oberen HĂ€lfte keine VerflĂŒssigung braunes Pigment an der OberflĂ€che gelb-braunes Pigment in der gesamten Kultur keine VerflĂŒssigung -2 Röhrchen eine Spur VerflĂŒssigung -2 Röhrchen farbloses vegetatives Wachstum durch die gesamte BrĂŒhe und am Grund;
kein Pigment Nitrat wird nicht zu Nitrat reduziert farbloses kompaktes Wachstum am Boden gelbes Pigment Nitrat wird nicht zu Nitrit reduziert braunes Pigment Lackmus wird bei pH 6,8 reduziert
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Tabelle IV
Vergleich von Streptomyces vellosus mit anderen Lincomycin produzierenden Mikroorganismen
S. vellosus S. lincolnensis S. espinosus
NRRL 8037 NRRL 2936 NRRL 3890
Luftmyzel
Melanin Sporenketten
Sporen
SporenoberflÀche
Calciummalat-
Agar-Agar entrahmte Milch-
Agar-Agar
Tyrosin
Xanthin
NÀhrstÀrke blau-grau bis grau positiv
Spirale (S)- sehr lang und an den Spitzen eingerollt kugelförmig lange Dornen und Haare
Malat wird nicht löslich gemacht
Kasein wird nicht löslich gemacht wird nicht löslich gemacht wird nicht löslich gemacht
StÀrke wird nicht hydrolysiert creme-farben bis rosa bis grau positiv lang, beweglich (RF)
rechteckig glatt mit OberflÀchendetail
Malat wird nicht löslich gemacht
Kasein wird nicht löslich gemacht wird löslich gemacht wird um das Wachstumszentrum löslich gemacht StĂ€rke wird hydrolysiert grau-grun negativ kurz, gerade bis beweglich bis zu offenen Spiralen (RF, RA)-kurz kugelförmig zackig bis dornig Übergang zur haarig auf manchen Dornen Malat wird nicht löslich gemacht Kasein wird löslich gemacht wird löslich gemacht wird nicht löslich gemacht
StÀrke wird hydrolysiert
S. pseudogriseolus chemover linmyceticus NRRL 3985
S. variabilis chemover liniabilis NRRL 5618
grau bis weiss bis rot grau bis weiss negativ negativ kurz bis mittellang, gerade (RF) bis kurz bis mittellang offene Spirale (RA) bis Spirale (S)
beweglich (RF) bis offene Spirale (RA)
oval bis lÀnglich oval bis lÀnglich leicht dornig bis glatt glatt bis schwach warzig bis dornig
Malat wird nicht löslich gemacht
Malat wird löslich
gemacht
Kasein wird unter Wachstum löslich gemacht
Kasein wird löslich gemacht löslich gemacht löslich gemacht löslich gemacht löslich gemacht
StÀrke wird hydrolysiert
StÀrke wird um die
Wachstumszentren
hydrolysiert
Luftmyzel
Melanin
Sporenketten
Sporen
SporenoberflÀche
Calciummalat-
Agar-Agar entrahmte Milch-
Agar-Agar
Tyrosin
Xanthin
NÀhrstÀrke
Lincomycin wird durch den neuen Mikroorganismus, der beim erfindungsgemĂ€ssen Verfahren eingesetzt wird, produziert, wenn dieser Mikroorganismus in einem wĂ€ssrigen NĂ€hrmedium unter submersen aeroben Bedingungen gezĂŒchtet 55 wird. Es sei darauf hingewiesen, dass fĂŒr die Herstellung von beschrĂ€nkten Mengen des Antibiotikums OberflĂ€chenkulturen und ZĂŒchtungen in Kolben oder Flaschen angewandt werden können. Der Mikroorganismus wird am besten in einem NĂ€hrmedium gezĂŒchtet, das ein kohlenstofflieferndes Material ent- 60 hĂ€lt, wie zum Beispiel ein abbaubares Kohlehydrat und ferner ein stickstofflieferndes Material, wie zum Beispiel eine abbaubare Stickstoff enthaltende Verbindung oder ein Protein oder proteinartiges Material. Bevorzugte, kohlenstoffliefernde Materialien sind beispielsweise Glucose, brauner Zucker, Sac- 65 charose, Glycerin, StĂ€rke, MaisstĂ€rke, GetreidestĂ€rke, Lactose, Dextrin, Melassen und Ă€hnliches.
Bevorzugte Stickstoff liefernde Materialien sind Maisquellwasser, Hefe, autolysierte Brauereihefe mit Milchfeststoffen, Sojabohnenmehl, Baumwollsamenmehl, vermahlenes Getreide, vermahlener Mais, Milchfeststoffe, durch Pankreas abgebautes Kasein, bei der Branntwein-Destillation verbleibende RĂŒckstĂ€nde, tierische Pepton enthaltende Materialien, Fischmehl, FleischabfĂ€lle und Knochensplitter und Ă€hnliches. Es kann vorteilhaft sein, Kombinationen aus derartigen kohlenstoffliefernden Materialien und stickstoffliefernden Materialien einzusetzen.
Spurenmetalle, wie zum Beispiel Zink, Magnesium, Mangan, Kobalt, Eisen und Ă€hnliche Metalle mĂŒssen ĂŒblicherweise den Fermentationsmedien nicht zugesetzt werden, denn Leitungswasser und ungereinigte Bestandteile werden ĂŒblicherweise als Komponenten der Zuchtmedien verwendet und in diesen sind im allgemeinen bereits die erforderlichen Mengen der Spurenelemente enthalten.
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Die Herstellung von Lincomycin nach dem erfindungsgemĂ€ssen Verfahren wird bei einer Temperatur durchgefĂŒhrt, die im Bereich von 18 °C bis 45 °C liegt und vorzugsweise erfolgt sie bei einer Temperatur im Bereich von 20 °C bis 45 °C. Üblicherweise wird eine optimale Bildung von Lincomycin wĂ€hrend eines Zeitraumes von etwa 2 bis 10 Tagen erreicht. Der schliesslich aufscheinende pH-Wert ist zum Teil von Puffern, die gegebenenfalls anwesend sind, abhĂ€ngig und zum Teil von dem anfĂ€nglichen pH-Wert, der in dem Zuchtmedium angewandt wurde.
Wenn die ZĂŒchtung in grossen GefĂ€ssen und Tanks durchgefĂŒhrt wird, dann ist es vorzuziehen, fĂŒr die Impfung dieser GefĂ€sse mit dem Mikroorganismus die vegetative Form des Mikroorganismus einzusetzen und nicht die Sporenform, und zwar deshalb, weil durch die Verwendung der vegetativen Form eine zu lange Verweilzeit bei der Bildung von Lincomycin und damit eine zu wenig intensive NĂŒtzung der Fermentationsvorrichtung verhindert wird. Aus diesem Grund ist es wĂŒnschenswert, ein vegetatives Impfmedium in einer NĂ€hrbrĂŒhenkultur herzustellen, und zwar indem man diese BrĂŒhenkultur mit einem Anteil einer Bodenprobe oder mit einer SchrĂ€gkultur beimpft. Wenn man so ein junges aktiv-vegetatives Impfmedium hergestellt hat, dann wird dieses unter aseptischen Bedingungen in die grossen GĂ€rbehĂ€lter oder Tanks ĂŒbergefĂŒhrt. Das Medium, in dem das vegetative Impfmedium hergestellt wird, kann das gleiche sein, wie dasjenige, das zur Erzeugung des Lincomycins auf dem mikrobiologischen Weg herangezogen wird, oder es kann sich von diesem unterscheiden. Wesentlich ist, dass in dem Impfmedium ein gutes Wachstum des Mikroorganismus erzielt wird.
Das nach dem erfindungsgemÀssen Verfahren hergestellte Lincomycin kann beispielsweise nach denjenigen Arbeitsverfahren isoliert werden, die in der US-Patentschrift Nr. 3 086 912 beschrieben sind.
Bei bevorzugten Isolierverfahren wird das Lincomycin aus dem Zuchtmedium gewonnen, indem man die Myzele und die nicht gelösten Feststoffe nach ĂŒblichen Arbeitsverfahren abtrennt, beispielsweise durch Filtration doer durch Zentrifu-gieren. Das Lincomycin wird dann aus der durchfiltrierten oder zentrifugierten BrĂŒhe gewonnen, indem man diese BrĂŒhe ĂŒber ein harzartiges Material leitet, das ein nicht-ionisches macropo-röses Copolymeres des Styrols, welches mit Divinylbenzol vernetzt ist, enthĂ€lt. Harzartige Materialien dieser Art, die verwendet werden können, sind in der US-Patentschrift Nr. 3 515 717 beschrieben. Ein typisches Beispiel fĂŒr ein derartiges Austauscherharz ist Amberlite XAD-2. Das Lincomycin wird von dem Harz unter Verwendung eines Lösungsmittelsystems eluiert, das aus Methanol und Wasser in einem MischungsverhĂ€ltnis von 95 Vol. zu 5 Vol. besteht.
Bioaktive Eluatfraktionen werden bei der Elution durch eine standardisierte mikrobiologische Plattentestmethode bestimmt, wobei man als Test-Mikroorganismus Sarcina lutea verwendet. Die biologisch aktiven Fraktionen werden dann vereinigt und zu einer wĂ€ssrigen Lösung konzentriert, die dann einem Gefriertrocknungsverfahren unterworfen wird. Das gefriergetrocknete Material wird dann mit Methylenchlorid angerieben. Der so gewonnene Methylenchloridextrakt wird zur Trockene eingeengt und der RĂŒckstand mit Aceton angerieben. Das Filtrat wird dann mit Äther vermischt, wobei man einen Niederschlag erhĂ€lt, der abgetrennt wird. Das zurĂŒckbleibende Filtrat wird dann mit einer In methanolischen ChlorwasserstoffsĂ€ure vermischt, um das farblose Lincomycin-Hydro-chlorid auszufĂ€llen. Dieser Niederschlag wird dann durch Filtrieren isoliert und aus Wasser plus Aceton umkristallisiert, wobei man das kristalline Lincomycin-Hydrochlorid erhĂ€lt.
Das erfindungsgemÀsse Verfahren ist nicht auf die Verwendung des speziellen Mikroorganismus beschrÀnkt, der durch die hier beschriebenen Eigenschaften und seine Charakteri-
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stika in der Kultur genau definiert wird. Es sei darauf hingewiesen, dass das erfindungsgemĂ€sse Verfahren auch unter Verwendung von Lincomycin produzierenden Mutanten des Mikroorganismus durchgefĂŒhrt werden kann, wobei die Mutanten durch fĂŒr den Fachmann bekannte Arbeitsverfahren hergestellt werden, beispielsweise indem man den neuen Mikroorganismus einer Bestrahlung mit Röntgenstrahlen oder UV-Licht unterwirft, einer Behandlung mit Stickstofflost, eine Behandlung mit Phagen oder ein Ă€hnliches Behandlungsverfahren durchfĂŒhrt.
Die Erfindung sei nun anhand von Beispielen nĂ€her erlĂ€utert, wobei in diesen alle ProzentsĂ€tze sich auf das Gewicht beziehen und alle Anteile in Lösungsmitteln sich auf das Volumen beziehen, ausser es werden ausdrĂŒcklich andere Angaben gemacht.
Beispiel 1
Arbeitsverfahren A - GÀrverfahren bei 28 °C
Eine BodenschrÀgkultur von Streptomyces vellosus, NRRL 8037 wird verwendet, um eine Reihe von 500-ml-Erlenmeyer-Kolben zu beimpfen, die 100 ml eines sterilen Mediums enthalten, das die folgende Zusammensetzung aufweist.
Beimpfungsmedium
25 Bestandteil
Menge
Glucose-monohydrat Pharmamedia* Leitungswasser pH-Wert des Mediums vor der Sterilisation
25 g/1 25 g/1 auf 100 ml
7,2
* Pharmamedia ist eine industriell erhÀltliche QualitÀt von Baumwollsamenmehl, das von Traders Oil Mill Company, Fort Worth, Texas, hergestellt wird.
Die Erlenmeyerkolben werden 3 Tage bei 28 °C auf einer RotationsschĂŒttelmaschine behandelt.
Das so erhaltene BesÀmungsimpfmedium wird verwendet, um eine Reihe von 500-ml-Erlenmeyer-KoIben zu Fermentationszwecken zu beimpfen, wobei diese Erlenmeyerkolben 100 ml eines sterilen Mediums enthielten, das aus den folgenden Bestandteilen aufgebaut war:
45
Bestandteil
Menge
Glucose-monohydrat
Wilson's Peptone Liquor No. 159*
Difco-Hefextrakt**
Leitungswasser pH-Wert vor der Sterilisation
15 g/1 15 g/1 2,5 g/1 auf 100 ml 6,0
55 * Wilsons Peptone Liquor No. 159 ist ein PrÀparat von hydroly-sierten Proteinen tierischen Ursprungs.
* zur VerfĂŒgung gestellt von Difco-Laboratorien, Detroit, Michigan.
60 Die Kolben werden mit 5 ml des Impfmediums pro 100 ml des Fermentationsmediums beimpft. Dann werden die Kolben bei 28 °C auf einer RotationsschĂŒttelmaschine bebrĂŒtet, die mit 250 Umdrehungen pro Minute und einem Anschlag von 6 cm arbeitete. Der Kolbeninhalt wird nach 96 Stunden GĂ€rzeit dem 65 Aufarbeitungsverfahren unterworfen.
Arbeitsverfahren B - GÀrverfahren bei 45 °C
Das zur BesÀmung verwendete Impfmedium, das oben
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unter Verfahren A beschrieben wurde, wird verwendet, um eine Reihe von 500-ml-Erlenmeyer-Fermentationskolben zu beimpfen, die 100 ml eines sterilen Mediums enthalten, das aus den folgenden Bestandteilen aufgebaut ist:
Zuchtmedium
Bestandteil Menge
Glycerin 30 g/1
NZ-Amin B* 20 g/I
Difco-Hefeextrakt 2 g/1
Natriumchlorid 3 g/1
Leitungswasser auf 100 ml pH-Wert vor der Sterilisation 7,2
* Eine Peptonmasse in Pulverform, die durch einen enzyma-tischen Abbau von Kasein mit Hilfe von Pankreas erreicht wurde.
20
Die Kolben werden mit 5 ml des Impfmediums pro 100 ml des Fermentationsmediums beimpft. Die Kolben werden dann bei 45 °C auf einer RotationsschĂŒttelmaschine bebrĂŒtet, die mit einer Umdrehungszahl von 250 Umdrehungen pro Minute und einem Anschlag von 6 cm arbeitete. Der Kolbeninhalt wird 2s nach 96 Stunden Fermentationszeit der Aufarbeitung unterworfen.
Arbeitsverfahren C - Aufarbeitung der Fermentationsmedien
Das Lincomycin, das in den ZĂŒchtungsmedien nach den 30 Arbeitsverfahren A und B durch die Fermentation erzeugt wurde, wird in reiner Form gewonnen, indem man zunĂ€chst die Fermentationsmedien oder GĂ€rbiere filtriert, und zwar unter Verwendung von Diatomeenerde als Filterhilfsmittel. Der Filterkuchen wird mit Wasser gewaschen und die WaschwĂ€sser 35 werden mit dem klaren Filtrat vereinigt. Das klare Material, das durch die Vereinigung des FiltrĂątes mit dem Waschwasser gewonnen wurde, wird dann ĂŒber eine SĂ€ule geleitet, die mit Amberlite XAD-2 beschickt ist, wobei die FĂŒllung der SĂ€ule unter Verwendung von Wasser erfolgte. Das Lincomycin wird aus dem Harz unter Verwendung von Methanol plus Wasser in einem Vol.-VerhĂ€ltnis von 95:5 eluiert. Die austretenden Fraktionen werden aufgefangen und durch DĂŒnnschichtchromatographie auf Silikagel G analysiert, wobei man zur Entwicklung der DĂŒnnschichtplatten ein Lösungsmittelsystem aus Methyl-Ă€thylketon plus Aceton plus Wasser im Vol.-VerhĂ€ltnis 186:52:20 verwendet. Aktive Fraktionen werden vereinigt, und konzentriert, bis sie wĂ€ssrige Fraktionen darstellen und dann einer Gefriertrocknung unterworfen. Das trockene Material wird anschliessend mit Methylenchlorid angerieben. Der so gewonnene Methylenchloridextrakt wird dann bis zurTrok-kene eingeengt. Der dabei erhaltene AbdampfungsrĂŒckstand wird mit Aceton angerieben. Das im Aceton unlösliche Material wird durch Filtration entfernt und das so gewonnene Filtrat mit Äther vermischt. Zu diesem Zeitpunkt fĂ€llt wieder unlösliches Material aus, das durch Filtrieren entfernt wird, und das dabei erhaltene Filtrat wird mit einer In methanolischen ChlorwasserstoffsĂ€ure vermischt. Dabei fĂ€llt Lincomycin-Hydro-chlorid in farbloser Form aus und es wird durch Filtrieren isoliert. Dieses Material wird dann in die kristalline Form umgewandelt, indem man es aus Wasser plus Aceton umkristallisiert.
Die Menge an Lincomycin B, die bei einer ĂŒblichen Fermentation unter Verwendung von Streptomyces lincolnensis var. lincolnensis gebildet wird, hĂ€ngt von der Zusammensetzung des ZĂŒchtungsmediums, von der BebrĂŒtungszeit, von der Temperatur, der BelĂŒftung und Ă€hnlichen Bedingungen ab. Unter ĂŒblichen Arbeitsbedingungen liegen die Mengen an Lincomycin B, die bei einer derartigen GĂ€rung gebildet werden, im Bereich von 5 bis 10%, bezogen auf die gesamte Menge an Lincomycin, das anwesend ist. Das Lincomycin B wird durch wiederholte Umkristallisierung des Lincomycin-Produktes unter Verwendung von geeigneten Lösungsmitteln entfernt, beispielsweise unter Verwendung von Mischungen aus Wasser plus Aceton oder Wasser plus einem niederen Alkohol.
Beim erfindungsgemÀssen Verfahren,wird jedoch kein Lincomycin B gebildet und deshalb sind derartige Umkristallisati-onsverfahren nicht nötig.
g

Claims (3)

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    2
    PATENTANSPRÜCHE
    1. Verfahren zur Herstellung des Antibiotikums Lincomy-cin, dadurch gekennzeichnet, dass man Streptomyces vellosus mit der Hinterlegungsnummer NRRL 8037 in einem wĂ€ssrigen Medium unter aeroben Bedingungen bei einer Temperatur im Bereich von 18 °C bis 45 °C zĂŒchtet, bis in dem Medium eine wesentliche Antibiotikum-AktivitĂ€t durch die Bildung von Lin-comycin erreicht ist.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das zur ZĂŒchtung verwendete wĂ€ssrige NĂ€hrmedium ein vom Mikroorganismus abbaubares Kohlehydrat und ein vom Mikroorganismus abbaubares Stickstoff enthaltendes Material enthĂ€lt.
  3. 3. Verfahren nach AnsprĂŒchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das gebildete Lincomycin aus der GĂ€rbrĂŒhe isoliert wird.
    wurde, dass dieses Ziel durch die Verwendung von neuen Mikroorganismen, nÀmlich des Mikroorganismus Streptomyces vellosus var. vellosus, NRRL 8037 und Lincomycin bildender Mutanten dieses Mikroorganismus in einem GÀrverfahren 5 bei einer Temperatur im Bereich von 18 °C bis 45 °C erzielt werden kann. Es wurde ferner in völlig unerwarteter Weise gefunden, dass das Ausmass an Lincomycin, das bei 45 °C gebildet wird, also der Lincomycintiter bei 45 °C vergleichbar dem Ausmass an Lincomycin ist, das bei 28 °C erreicht wird.
    Die Herstellung von Lincomycin bei 28 °C und bei 45 °C, die mit Hilfe des beim erfindungsgemĂ€ssen Verfahren einzusetzenden Mikroorganismus erreicht wird, wird in der folgenden Tabelle angefĂŒhrt. Die Zonengrössen der Hemmung sind dabei in dieser Tabelle fĂŒr die einzelnen Testorganismen in Millimetern angegeben. Dieser Test ist ein standardisierter mikrobiologischer ScheibenprĂŒftest, der unter Verwendung von Papierscheiben von 13 mm durchgefĂŒhrt wurde:
    10
    IS
    Tabelle
    25
    30
    20
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