CH631868A5 - Storage-stable mixture which, upon dissolution in water, gives a solution with antimicrobial activity - Google Patents

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CH631868A5
CH631868A5 CH1388177A CH1388177A CH631868A5 CH 631868 A5 CH631868 A5 CH 631868A5 CH 1388177 A CH1388177 A CH 1388177A CH 1388177 A CH1388177 A CH 1388177A CH 631868 A5 CH631868 A5 CH 631868A5
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CH
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anhydride
acid
water
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peracid
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CH1388177A
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Heinz Dr Eggensperger
Wolfgang Dr Beilfuss
Helmut Nolte
Original Assignee
Schuelke & Mayr Gmbh
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    • A01AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01NPRESERVATION OF BODIES OF HUMANS OR ANIMALS OR PLANTS OR PARTS THEREOF; BIOCIDES, e.g. AS DISINFECTANTS, AS PESTICIDES OR AS HERBICIDES; PEST REPELLANTS OR ATTRACTANTS; PLANT GROWTH REGULATORS
    • A01N37/00Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing organic compounds containing a carbon atom having three bonds to hetero atoms with at the most two bonds to halogen, e.g. carboxylic acids
    • A01N37/16Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing organic compounds containing a carbon atom having three bonds to hetero atoms with at the most two bonds to halogen, e.g. carboxylic acids containing the group; Thio analogues thereof

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Description

631868
PATENTANSPRÜCHE
1. Lagerfähige, beim Lösen in Wasser eine Lösung mit antimikrobieller Wirkung ergebende Mischung, charakterisiert durch Gehalte an einem H202-Abspalter und an einem oder mehreren nicht unter 40 °C schmelzenden geruchlosen oder geruchsarmen Carbonsäureanhydriden, die beim Lösen in Wasser in Gegenwart von H202 in geruchsarme wasserlösliche Percarbonsäuren mit hoher antimikrobieller Wirkung umgewandelt werden.
2. Mischung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie zusätzlich inerte Füllstoffe enthält.
3. Mischung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Carbonsäureanhydride und/oder H202-Abspalter von inerten wasserlöslichen Schutzschichten umhüllt sind.
4. Mischung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschichten für die Carbonsäureanhydride aus Fettsäuren, anionischen oder nichtionischen Detergentien und die Schutzschichten für die H202-Abspalter aus nichtionischen oder anionischen Detergentien bestehen.
5. Mischung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie wasserbindende Mittel enthält.
6. Mischung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Molverhältnis Säureanhydrid zu H202-Abspalter 1:1 beträgt.
7. Mischung nach Ansprüchen 2 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass sie ausserdem einen Stabilisator für H202 und/oder für Persäuren enthält.
8. Mischung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass sie zusätzlich Verbindungen zur Einstellung und/oder Stabilisierung des pH-Wertes enthält.
9. Mischung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass sie zusätzlich Korrosionsinhibitoren enthält.
10. Mischung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass sie ausserdem Stoffe mit Reinigungswirkung und Geruchsstoffe enthält.
Es ist bekannt, dass niedere aliphatische Monopercar-bonsäuren, wie Peressigsäure, beständige Lösungen mit hohem Persäuregehalt zu bilden vermögen. Verdünnte, gebrauchsfertige Lösungen, z.B. für Desinfektionszwecke, sind nicht über längere Zeiträume stabil und lassen sich daher nicht in den Handel bringen. Ein Nachteil der konzentrierten Persäurelösungen ist ihr äusserst stechender Geruch, der ihre Handhabung und Anwendung schwierig und sogar bedenklich macht.
Da Percarbonsäuren ausgezeichnete Desinfektionsmittel darstellen, wäre es wünschenswert, wenn man wässrige Per-carbonsäure-Lösungen mit hohem Percarbonsäuregehalt herstellen könnte, die sich durch einen geringen oder nur schwachen Geruch auszeichnen.
Percarbonsäuren, die nur wenig riechen und wasserlöslich sind, finden sich in der Gruppe der niederen Dicarbon-säuren. Zum Beispiel bilden Maleinsäure, Bernsteinsäure und Glutarsäure fast geruchlose, wasserlösliche Persäuren. Verdünnte, gebrauchsfertige Lösungen dieser Persäuren sind ähnlich wie Peressigsäure-Lösungen nicht über einen längeren Zeitraum beständig. Konzentrierte beständige Lösungen lassen sich nur von Perglutarsäure herstellen.
Setzt man z.B. Bernsteinsäureanhydrid mit H202 um, so fällt der zunächst hohe Gehalt an Perbernsteinsäure bei längerer Lagerung ab. Dabei führt die Zersetzung der Perbernsteinsäure zur Auskristallisation von Bernsteinsäure. Auch bei Verwendung von Maleinsäureanhydrid erhält man keine beständigen Percarbonsäure-Lösungen, d.h. Lösungen, die
über einen längeren Zeitraum einen hohen Gehalt an Persäure aufweisen. Perglutarsäure-Lösungen mit hohem Persäuregehalt sind nur in Gegenwart eines H202-Überschusses beständig. Diese Lösungen haben jedoch ebenso wie konzentrierte Peressigsäure-Lösungen den Nachteil, dass sie mit Vorsicht und Fachkenntnis gehandhabt werden müssen. Bei unsachgemässem Umgang mit konzentrierten Percarbonsäure-Lösungen können heftige Zersetzungsreaktionen, Verätzungen, Materialbeschädigungen usw. auftreten. Eingeschleppte Verunreinigungen können zu katalytischer Zersetzung, Lagerung bei höherer Temperatur kann zu thermischer Zersetzung führen.
Vorteilhaft wäre daher, wenn man eine lagerfähige, leicht zu handhabende und nicht korrodierende feste Formulierung herstellen könnte, die vor unmittelbarem Gebrauch in Wasser gelöst, eine Percarbonsäurelösung mit guter desinfizierender und konservierender Wirkung ergibt.
Umfangreiche Untersuchungen ergaben, dass sich eine solche Formulierung aus Carbonsäureanhydriden und H202-Abspaltern herstellen lässt.
Die erfindungsgemässen, lagerfähigen, beim Lösen in Wasser eine Lösung mit antimikrobieller Wirkung ergebenden Mischungen sind im vorangehenden Patentanspruch 1 charakterisiert.
Die Carbonsäureanhydride können sowohl in Form der reinen Verbindungen als auch in Form von Gemischen eingesetzt werden.
Bei den reinen Verbindungen kann es sich um einfache Carbonsäureanhydride und um gemischte Carbonsäureanhydride handeln. Die Anhydrid-Struktur
-C-O-C-
II II o o kann in einem Molekül einmal, zweimal oder n-mal auftreten, wobei n die Bedeutung 3-100 hat. Verbindungen mit sehr vielen Anhydridgruppen erhält man z.B. durch Copoly-merisation äthylenisch ungesättigter Verbindungen mit Maleinsäureanhydrid.
Beispiele für erfindungsgemäss einsetzbare Carbonsäureanhydride sind:
Bernsteinsäureanhydrid
Maleinsäureanhydrid
Glutarsäureanhydrid
Phthalsäureanhydrid
Itaconsäureanhydrid
Benzoesäureanhydrid
Diglykolsäureanhydrid
Acetylzitronensäureanhydrid
Dichlormaleinsäureanhydrid
3,3-Dimethylglutarsäureanhydrid
2,3-Dimethylmaleinsäureanhydrid
2-Dodecen-l-yl-bernsteinsäureanhydrid Homophthalsäureanhydrid
3-Methylglutarsäureanhydrid
2-Phenylglutarsäureanhydrid Tetramethylenglutarsäureanhydrid Trimethylessigsäureanhydrid 1,2,4,5-Benzoltetracarbonsäureanhydrid 1,2,4-Benzoltricarbonsäureanhydrid
1,2,3-Benzoltricarbonsäureanhydrid 3,3',4,4'-Benzophenontetracarbonsäuredianhydrid Naphthalin-l,4,5,8-tetracarbonsäuredianhydrid 1,8-Naphthalinsäureanhydrid
3-Nitro-phthalsäureanhydrid
3,4,9,10-Perylentetracarbonsäuredianhydrid
2
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
55
60
65
Tetrabrom-phthalsäuredianhydrid Tetrachlor-phthalsäuredianhydrid Tetraphenyl-phthalsäuredianhydrid Bicyclo-[2,2,2]-oct-7-en-2,3,5,6-tetracarbonsäuredianhy-drid
DL-Camphersäureanhydrid eis, eis, eis, cis-Cyclopentan-l,2,3,4-tetracarbonsäure-dianhydrid cis-4-Cyclohexen-1,2-dicarbonsäureanhydrid Tetrahydrofuran-2,3,4,5-tetracarbonsäuredianhydrid Bevorzugt werden:
Bernsteinsäureanhydrid Maleinsäureanhydrid Glutarsäureanhydrid Phthalsäureanhydrid Itaconsäureanhydrid Homophthalsäureanhydrid 1,2,4,5-Benzoltetracarbonsäureanhydrid sowie 1,2,4- und 1,2,3-Benzoltricarbonsäureanhydrid Geeignete H202-Abspalter sind Perborate, Percarbona-te, Monopersulfate, Dipersulfate, Perphosphate, Percarb-amide und Alkaliperoxide.
Die genannten Säureanhydride reagieren mit Natriumperborat und anderen H202-Donatoren in wässriger Lösung praktisch unmittelbar zu Percarbonsäuren. Das Molverhältnis Säureanhydrid zu Natriumperborat ist in weiten Bereichen variierbar. Am günstigsten verläuft die Umsetzung, wenn pro Mol Carbonsäureanhydrid mit n-Anhydrid-Funk-tionen im Molekül n Mole Natriumperborat eingesetzt werden; dabei stellt sich ein End-pH-Wert von 5 bis 7 ein. Im alkalischen Bereich sind die Percarbonsäuren deutlich instabiler als im neutralen oder sauren Bereich.
Während Bernsteinsäureanhydrid und Natriumperborat in pulverförmiger Formulierung nebeneinander beständig, und Mischungen aus diesen beiden Komponenten auch nach 6 Wochen noch rieselfähig sind, ist es für andere Carbonsäureanhydride und/oder H202-Abspalter vorteilhaft, wenn sie von inerten Schutzschichten umhüllt sind, die sich in Wasser rasch unter Freisetzung der aktiven Komponenten lösen. Die Umhüllung verhindert ein Verklumpen und führt zu einer besseren Lagerbeständigkeit der Produkte. Obwohl nicht notwendig, können auch in einem Gemisch aus Bernsteinsäureanhydrid und Natriumperborat die aktiven Stoffe von einer Schutzschicht umhüllt sein.
Beispiele für schützende wasserlösliche Substanzen sind Fettsäuren, anionische und nichtionische Detergentien für die Carbonsäureanhydride sowie nichtionische und/oder anionische Detergentien für die H202-Abspalter. Geeignete anionische Detergentien sind Alkylbenzolsulfonate und Laurylsulfate, geeignete nichtionische Detergentien Alkyl-phenolpolyglykoläther, Polyoxypropylenglykole (Pluronics), Aminoxide, wie Dimethyldodecylaminoxid und Betaine.
Die Umhüllung der Carbonsäureanhydride und/oder H202-Abspalter mit diesen Materialien kann unter Anwendung bekannter Methoden vor oder nach der Vereinigung der Wirkstoffkomponenten in den erfindungsgemässen Gemischen durchgeführt werden, z.B. durch einfaches Vermischen oder durch Sprühtrocknung mit den inerten Materialien. Diese können dabei in fester Form oder in Form einer Schmelze bzw. als Lösung in einem inerten Lösungsmittel eingesetzt werden.
Vorteilhaft ist ferner die gleichzeitige Verwendung wasserbindender Mittel. Sie verhindern ebenfalls ein Verklumpen der Gemische, wenn Feuchtigkeitsspuren vorhanden sind, wodurch die Lagerfähigkeit und damit die antimi-krobielle Wirksamkeit der aus den festen Gemischen hergestellten Desinfektionsmittellösungen verbessert wird. Beispiele für geeignete wasserbindende Mittel sind Calcium-
3 631868
chlorid, Calciumoxid, Kaliumcarbonat, Magnesium-perchlorat, Magnesiumsulfat und Natriumsulfat.
Das Molverhältnis Säureanhydrid zu H202-Abspalter lässt sich in den erfindungsgemässen Mischungen im Bereich s von 1:10 bis 10:1 variieren und liegt vorzugsweise im Bereich 1:4 bis 4:1. Die Mischungen können als Pulver, aber auch als geformte Festkörper vorliegen, z.B. in Form von Granulaten, Tabletten usw.
Sie besitzen gute Lagerfähigkeit, lösen sich ohne starke io Wärmetönung sofort in Wasser und ergeben Persäuren in hohem Umwandlungsgrad bei ausgezeichneter antimikrobieller Wirkung der Persäuren.
Die gebildeten Lösungen sind geruchlos. Die für die Mischungen verwendeten Säureanhydride sind leicht zugäng-15 lieh. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die beim Zerfall der Persäuren entstehenden Säuren weitgehend natürlich vorkommende Verbindungen darstellen, so dass sich keine Rückstandsprobleme ergeben.
Die erfindungsgemässen Formulierungen können ausser 2o dem Säureanhydrid, dem H202-Abspalter, den sie umhüllenden Schutzstoffen und den wasserbindenden Mitteln inerte Füllstoffe, Stabilisierungsmittel für die Persäure und/oder das H202, den pH-Wert einstellende oder stabilisierende Mittel, Korrosionsinhibitoren, Parfüms, weitere antimi-25 krobielle Substanzen, Stoffe mit Reinigungswirkung, anorganische und organische Salze, u.ä. enthalten. Geeignete Stabilisierungsmittel für das H202 und/oder die Persäuren sind Harnstoff, Alkalisalze von Metaphosphaten, Alkalisalze von Polyphosphaten, Pyridin-2,3-dicarbonsäure, Pyridin-30 2,6-dicarbonsäure, Zitronensäure und ihre Alkalisalze, Äthylendiamintetraessigsäure und ihre Alkalisalze und Nitriloessigsäure sowie ihre Alkalisalze. Diese Stabilisatoren können in einer Menge von 0,01 bis 5% und vorzugsweise in einer Menge von 0,1 bis 5% eingesetzt werden. 35 Als Korrosionsinhibitoren können Benzotriazol, Alkaliphosphate, Alkylphosphate und Aminoxide verwendet werden. Ihre Menge beträgt zweckmässig 0,01 bis 10% und vorzugsweise 0,5 bis 5%.
Beispiele für antimikrobielle Zusätze sind Sorbinsäure, 40 Benzoesäure und Salicylsäure.
Für die Einstellung und Stabilisierung des pH-Wertes können Zitronensäure und ihre Alkalisalze, Alkaliphosphate, Alkaliacetate, Milchsäure und ihre Alkalisalze, Alkalibisulfate, Alkalicarbonate und Alkalibicarbonate ein-45 gesetzt werden.
Beispiele für Stoffe mit Reinigungswirkung sind ausser den oben aufgeführten Detergentien Metaphosphate und Polyphosphate.
Die Herstellung einer Persäure enthaltenden Desinfek-50 tionslösung durch Zugabe einer Mischung aus Säureanhydrid und H202-Abspalter und gegebenenfalls den oben angeführten Zusätzen zu Wasser ist wesentlich vorteilhafter als die getrennte Zugabe der Einzelkomponenten. Bei Zugabe in einer innigen Mischung gehen die Komponenten besser in 55 Lösung und es wird eine höhere Ausbeute an wirksamer Persäure erhalten. Die gebildete Desinfektionslösung ist beständiger, und ihre Materialverträglichkeit grösser.
Gibt man die Einzelkomponenten getrennt, und zwar zuerst das Säureanhydrid in das Wasser, so wandelt sich die-60 ses in Säure um. Bei der anschliessenden Zugabe des H202-Abspalters kann bereits soviel Säureanhydrid in Säure umgewandelt sein, dass die Reaktion des verbleibenden Anhydrids mit H202 zu einem wesentlich geringeren Persäuregehalt der Lösung führt. Der zu geringe Persäuregehalt be-65 dingt eine ungenügende desinfizierende Wirkung der gebildeten Lösung.
Gibt man umgekehrt zunächst den H202-Abspalter in das Wasser, so wird zumindest für kurze Zeit ein pH-Wert
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erzeugt, der stark vom End-pH-Wert der Lösung abweichen kann. So können bei Verwendung von Kaliummonoperoxy-disulfat (KHSO5) zu saure und bei Verwendung von Perborat und Percarbonat zu alkalische Lösungen entstehen. Der unerwünschte pH-Wert kann zu Materialunverträglichkeit und Korrosion und daraus resultierend zu einer Beeinträchtigung der Desinfektionslösung führen, vor allem dann, wenn Metallionen in Lösung gehen, die die Persäure kataly-tisch zersetzen.
Die oben genannten Nachteile können auch auftreten, wenn die Einzelkomponenten nicht nacheinander, aber dennoch getrennt zugefügt werden, nämlich dann, wenn sich z.B. infolge Verklumpens die eine oder andere Komponente zu langsam löst.
Die Säureanhydride reagieren in Lösung sofort mit H202 bzw. einem H202-Abspalter unter Bildung von Persäure in hoher Ausbeute. Die erhaltene Lösung, in der bei Verwendung von mono- oder höherfunktionellen Carbonsäureanhydriden je nach dem angewandten Mengenverhältnis Säureanhydrid : H202-Abspalter sowohl Monopersäure, Dipersäure als auch höherfunktionelle Persäure sowie Gemische dieser Persäuren vorliegen können, ist ausreichend beständig, um ausgezeichnete antimikrobielle Wirksamkeit zu erzeugen.
Das nach den Richtlinien für die Prüfung chemischer Desinfektionsmittel - Gustav Fischer Verlag, Stuttgart-festgestellte Wirkungsspektrum von Desinfektionslösungen, die mit erfindungsgemässen Mischungen erhalten wurden, 30 Minuten nach dem Lösen bzw. nach 16 Stunden ist aus den beigefügten Tabellen ersichtlich.
Die unter Verwendung der erfindungsgemässen Mischungen erhältlichen Desinfektionslösungen können in der Lebensmittelindustrie, zur Desinfektion medizinischer und zahnmedizinischer Instrumente sowie zur Desinfektion von Gebrauchsgegenständen, z.B. in Krankenhäusern, angewandt werden.
Die folgenden Beispiele erläutern erfindungsgemässe Zusammensetzungen.
Beispiel 1
1,53 g Natriumperborat und 1,0 g Bernsteinsäureanhydrid wurden miteinander vermischt. Aus dieser Mischung und H20 perm. wurden 100 g einer wässrigen Lösung hergestellt. Sie war klar und farblos und hatte einen pH-Wert von 5,3. Sie enthielt:
nach 20 Minuten 13,6 mg H202 863 mg Persäure nach 40 Minuten 10,9 mg H202 863 mg Persäure
5 nach 60 Minuten 10,9 mg H202 852 mg Persäure nach 24 Stunden 63,9 mg H202 346 mg Persäure
Beim Zusatz von Na3P04 zur Einstellung des pH-Wertes auf 7 enthielt die Lösung:
nach 24 Stunden 46,2 mg H202
158 mg Persäure
Beispiel 2
Aus 10 g Bernsteinsäureanhydrid, 15 g Natriumperborat, 25 g Natriumpolyphosphat mittlerer Kettenlänge (Cal-gon N) und wasserfreiem Na2S04 ad 100 g wurde ein farbloses geruchloses rieselfähiges Pulver hergestellt. Nach 22tägiger Lagerung wurde das Gemisch in Wasser gelöst. Diese Lösung enthielt:
nach 20 Minuten 748 mg H202 nach 40 Minuten 680 mg H202 nach 80 Minuten 476 mg H202
7742 mg Persäure 7742 mg Persäure 5896 mg Persäure
Beispiel 3
25 10g feingemahlenes Bernsteinsäureanhydrid wurden mit 5 g eines Fettalkoholäthoxylats (C12-C14-Fettalkohole mit 25 Äthylenoxideinheiten) überzogen. Anschliessend wurden 15 g Natriumperborat, 25 g Natriumpolyphosphat (Cal-gon N) und bis zu einer Gesamtmenge von 100 g wasserfrei-30 es Natriumsulfat zugemischt.
Zum Vergleich wurden ferner a) eine Mischung ohne Fettalkoholäthoxylatbeschich-tung und b) eine Mischung ohne Fettalkoholäthoxylatbeschich-35 tung und ohne Natriumsulfat hergestellt.
Nach 60tägiger Lagerung bei Raumtemperatur wies die Mischung b) ohne Beschichtung und ohne Natriumsulfat Klumpenbildung auf. Nach weiteren 60 Tagen wurde auch 40 bei der Mischung a) ohne Beschichtung Klumpenbildung beobachtet, während die umhülltes Bernsteinsäureanhydrid und Natriumsulfat enthaltende Mischung noch nach 120 Tagen einwandfrei war.
Tabelle 1
Zusammensetzung: 1,0 g Bernsteinsäureanhydrid 1,5 g Natriumperborat ad 100 g H20 perm.
Bakteriologische Ergebnisse (DGHM) 30 Minuten nach dem Lösen des Gemisches
Suspension, Bakterien
Suspension, Pilze
Konzen- Staphyl. Klebsi- Pyo- Proteus Tricho- Candida Asper-
tration areus ella genes vulgaris phyton albicans gillus pneu- menta- niger mon. grophytes
Keimträger Granaten Batist Bacillus Myco-subtilis bacte-rium smegmatis
Staphylococcus aureus
PVC Holzlack
Fläche
PVC
Escherichia coli Holz-Lack
2
>30'
>30'
>30'
>30'
5
15'
15'
15'
>30'
10
5'
5'
5'
15'
25
5'
2W
2W
2'/a'
3h
>120'
lh lh lh lh
50
2'/z'
2 Vi'
2lA'
2W
lh
>120'
lh lh lh lh
100
>30'
>30' >30' lh
>120'
lh lh lh lh
+20% Serum
>30' >30' >30' >30'
5 >30' >30' >30' 30'
10 30' 15' 15' 15'
25 2/2' 2lA' 2V2' l'A' MHK
5 631868
Tabelle 2
Zusammensetzung: 1,0 g Bernsteinsäureanhydrid Bakteriologische Ergebnisse (DGHM)
1,5 g Natriumperborat 16 Stunden nach dem Lösen des Gemisches ad 100 g H20 perm.
Suspension, Bakterien Konzen- Staphyl. Klebsi- Pyo- Proteus tration aureus ella pneu.
mon.
genes vulgaris
10
15'
5'
15'
21/2'
25
2 Vi'
2V2'
2 Vi'
2 Vi'
50
2V2'
2W
2 Vi'
2%'
Tabelle 3
Zusammensetzung: A. 0,94 g Maleinsäureanhydrid
1,5 g Natriumpercarbonat ad 100 g H20 perm.
B. 1,14g Glutarsäureanhydrid 1,5 g Natriumpercarbonat ad 100 g H20 perm.
Bakteriologische Ergebnisse (DGHM) 30 Minuten nach dem Lösen der Gemische:
Suspension, Bakterien
Konzentration Staphyl. aureus Klebsielle pneum. Pyogenes Proteus vulgaris
A. 5 >30' 30' 15' 15' 10 15' 30' 5' 15' 25 5' 2lA' 2Vz' 2lA'
B. 5 15' 15' 5' 15' 10 5' 5' 2W 2W 25 2 Vi' 2Vz' 2Vi' 21/*'
Beispiel 4 (Ausführungen A bis I)
A. 2,3 g Benzoesäureanhydrid 4,8 g Na-percarbonat
1,4 g anionaktiver Emulgator ad 100 g H20
B. 2,8 g Benzoyloxy-citronensäureanhydrid
6.4 g Na-percarbonat ad 100gH20
C. 2,2 g Acetylcitronensäureanhydrid 3,2 g Na-percarbonat ad 100 g H20
D. 1,5 g Phthalsäureanhydrid 1,6 g Na-percarbonat ad 100 g H20
E. 1,5 g Tetrahydrophthalsäureanhydrid
1.5 g Na-percarbonat ad 100 g H20
F. 1,8 g o-Sulfobenzoesäureanhydrid 1,6 g Na-percarbonat
40 adlOOgHzO
G. 1,16 g Diglykolsäureanhydrid 1,5 g Na-perborat
7.3 g Natriumsulfat ad 100 g H20
45 H. 2,8 g Anissäureanhydrid 4,8 g Na-percarbonat
1.4 g anionaktiver Emulgator ad 100 g H20
I. 2,0 g Allylacetat-Maleinsäureanhydrid Copolymer so 4,6 g Na-perborat
2,0 g anionaktiver Emulgator ad 200 g H20
Die mit den Ausführungen A bis I des Beispiels 4 erhaltenen Resultate sind in der folgenden Tabelle 4 zusammengestellt.
Tabelle 4
Formulierung Konzentrat Staphylo- Klebsiella Pyogenes Proteus Trichophyton Candida Aspergillus
coccus aureus pneumoniae
vulgaris mentagrophytes albicans niger
2,5
>30'
>30'
>30'
>30'
>30'
>30'
>30'
5
30'
30'
30'
30'
15'
30'
>30'
10
30'
15'
15'
30'
5'
30'
>30'
25
15'
2V2'
5'
5'
2 Vi'
15'
>30'
631868
6
Tabelle 4 (Fortsetzung)
Formulierung Konzentrat Staphylo- Klebsiella Pyogenes Proteus Trichophyton Candida Aspergillus coccus pneumoniae vulgaris menta- albicans niger aureus grophytes
B
10
>30'
>30'
>30'
>30'
>30'
>30'
>30'
25
15'
15'
30'
15'
30'
30'
>30'
C
5
>30'
5'
>30'
15'
>30'
>30'
>30'
10
30'
2Vz'
>30'
15'
15'
15'
>30'
25
15'
2Yz'
>30'
2Vz
5'
5'
>30'
D
10
>30'
>30'
>30'
>30'
>30'
>30'
>30'
25
>30'
15'
30'
>30'
>30'
>30'
>30'
50
30'
15'
15'
2Vz'
>30'
>30'
>30'
E
10
30'
>30'
30'
15'
>30'
>30'
>30'
25
30'
5'
5'
15'
>30'
>30'
>30'
50
30'
2lA'
2Vz'
2lA'
>30'
>30'
>30'
100
5'
l'A'
2 V2'
2Vz'
>30'
>30'
>30'
F
10
>30'
30'
>30'
30'
>30'
>30'
>30'
25
30'
30'
15'
5'
>30'
>30'
>30'
50
15'
5'
5'
2Vz'
>30'
>30'
>30'
G
25
>30'
>30'
>30'
>30'
>30'
>30'
>30'
50
>30'
30'
15'
>30'
>30'
>30'
>30'
100
30'
15'
5'
30'
30'
>30'
>30'
H
1
>30'
>30'
>30'
>30'
>30'
>30'
>30'
2,5
30'
>30'
>30'
>30'
>30'
>30'
>30'
5
30'
30'
30'
30'
>30'
>30'
>30'
10
15'
15'
15'
15'
5'
30'
>30'
25
5'
5'
5'
5'
2Vz'
30'
>30'
I
50
>30'
30'
15'
15'
100
30'
15'
15'
15'
s
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