CH634883A5 - Offen-end-friktionsspinnvorrichtung fuer eine spinneinheit. - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Offen-End-Frik-tionsspinnvorrichtung für eine Spinneinheit bei einer Spinnmaschine mit einem einen Faserzuführkanal aufweisenden Speisemechanismus zur Zuführung von Einzelfasern zu einer von zwei auf je einem Glied eines Trägerpaares vorgesehenen und zueinander so angeordneten Friktionsflächen, dass sie einen keilförmigen Spalt bilden, in dessen Mündung die Einzelfasern durch Friktion mit den beiden, sich in diesem Spalt in Gegenrichtung bewegenden Friktionsflächen verdreht werden, und mit einem Abzugmechanismus zum Abziehen des entstehenden Garnes in Spaltlängsrichtung unter Drehhinderung, wobei der eine Träger in dem zweiten angeordnet ist.
Versuchsweise wurde ermittelt, dass die Struktur des auszuspinnenden Garnes gewissermassen von der Beziehung zwischen der Bewegungsrichtung der der Garnbildungsstelle zugeführten Fasern, wo sie sich auf das sogenannte Garnoffenende aufballen, und der Richtung des Garnabzugs aus dem keilförmigen Spalt abhängt.
Bei der genannten Vorrichtung werden die Fasern so einer Faseransaugzone der Friktionsfläche zugeführt, dass die Richtung der Zufuhr der Fasern dieser Friktionsfläche und die Richtung des Garnabzuges aus dem keilförmigen Spalt entgegengesetzt sind.
Die vorgenannten Faktoren beeinflussen die Struktur des auszuspinnenden Garnes bezüglich der Faserverteilung im Garn soweit, dass sich das fertige Garn durch ausgeprägte, den betreffenden Garntyp charakterisierenden Merkmale auswirkt.
Bezüglich der erforderten Eigenschaften, insbesondere Garnfestigkeit und -gleichmässigkeit ist jedoch die Struktur eines solchen Garnes nicht optimal.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Offen-End-Friktionsspinnvorrichtung der vorgenannten Art zu schaffen, welche die Struktur des auszuspinnenden Garnes, insbesondere bezüglich seiner Festigkeit und Gleichmässigkeit verbessert und welche gleichzeitig bezüglich der Raumordnung von Spinneinheiten in der OE-Spinnmaschine, insbesondere bezüglich einer zweckmässigen Lagerung des Wik-kelmechanismus und des Faserbandvorratsbehälters vorteilhaft ist.
Dies wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass der Faserzuführkanal in den äusseren Träger durch dessen Stirnöffnung eintritt, während das in Spaltlängsrichtung abgezogene Garn aus der der Stirnöffnung gegenüberliegende Stirnöffnung des äusseren Trägers austritt, wobei die Drehachse des äusseren Trägers zur Längsachse der mit mehreren nebeneinander angeordneten OE-Friktions-Spinneinheiten besetzte Spinnmaschine senkrecht läuft, welche Längsachse eine Schnittlinie der sich schneidenden und die Spinnmaschine in vier Quadranten teilenden Horizontalebene und Vertikalebene bildet, wobei in dem Quadranten vor der Vertikalebene und unter der Horizontalebene ein Faserbandvor-ratsbehälter und mindestens in einem der Quadranten hinter der Vertikalebene ein Wickelmechanismus angeordnet ist. Ein Hauptvorteil einer solchen Anordnung besteht in der Erreichung einer optimalen Lage der Fasern in der Garnbildungsstelle. Die Fasern sind hierbei schräg zur Achse des sich bildenden Garnes gerichtet, wobei diese Richtung im wesentlichen der Richtung der Bewegung des abzuziehenden Garnes entspricht. Vorteilhaft ist ferner die Raumordnung von Spinneinheiten in der OE-Friktionsspinnmaschine, insbesondere wegen zweckmässiger räumlicher Verteilung des Wickelmechanismus und des Faserbandvorratsbehälters. Wegen ihrer spezifischen Lage beim Aufballen auf das um die Garnachse rotierende Garnoffenende bilden die kontinuierlich zugeführten Fasern ein schraubenförmiges Gebilde mit hoher Steigung, in dem die Fasern bereits zweckmässig gleichgerichtet sind, so dass sie eine bezüglich der erwünschten Garnnutzwerte, insbesondere Festigkeit und Gleichmässigkeit, geeignete Garnstruktur ausbilden.
Bezüglich Konstruktion und Funktion der erfindungsge-mässen Spinnvorrichtung ist es vorteilhaft, dass der äussere Träger auf Stützrollen drehbar gelagert ist.
Die spezifische Konzeption der Raumordnung der Spinneinheiten der erfindungsgemässen Offen-End-Friktions-spinnmaschine ermöglicht es, in der Spinneinheit auch Kerngarn herzustellen. Zu diesem Zweck kann in dem Quadranten oberhalb des Faserbandvorratsbehälters eine Vorlagespule mit einem Tragfaden angebracht werden.
Weitere Vorteile der Erfindung gehen aus der nachfolgenden Beschreibung hervor.
Einige bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand der schematischen Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Spinneinheit in der Arbeitslage in einer Seiten-und teilweise Schnittansicht;
Fig. 2 die Spinneinheit gemäss Fig. 1 in einer teilweisen Ansicht von hinten;
Fig. 3 eine Schnittansicht nach der Linie III-III in Fig. 1;
Fig. 4 die Spinneinheit gemäss Fig. 1 in der Ruhelage;
Fig. 5 eine perspektivische Ansicht des inneren und des äusseren Trägers;
Fig. 6 eine Draufsicht des inneren und des äusseren Trägers;
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Fig. 7 eine Vorderansicht der OE-Friktionsspinnmaschine mit den Spinneinheiten;
Fig. 8 eine Schnittansicht nach der Linie Vili—VIII in Fig. 7;
Fig. 9 eine Vorderansicht der OE-Friktionsspinnmaschine mit einer alternativen Anordnung der Spinneinheiten;
Fig. 10 eine Schnittansicht nach der Linie X-X in Fig. 9; und
Fig. 11 bis 14 Querschnitte von Spinnmaschinen mit verschiedenen Anordnungen des Faserbandvorratsbehälters und des Wickelmechanismus.
Die Spinneinheit (Fig. 1,2,3) besteht aus einer in einem Gehäuse 2 gelagerten Faserauflöseeinrichtung 1, einer zusammen mit dem Gehäuse 2 auf einem Maschinenrahmen 4 angeordneten Spinneinrichtung 3, einem Garnabzugsmechanismus 5 und einem nicht dargestellten Wickelmechanismus, in dem Garn kreuzgewickelt wird.
Die Arbeitsglieder der Faserauflöseeinrichtung 1, die im wesentlichen der Faserauflöseeinrichtung von OE-Rotor-spinneinheit entspricht, sind: ein in einer zylindrischen Ausnehmung 7 des Gehäuses 2 drehbar angeordneten Kämmzylinder 6 und ein Speisemechanismus 8, der vor dem Kämm-zylinder 6 angeordnet und in einer mit der Ausnehmung 7 mittels Kanals 10 in Verbindung stehenden Ausnehmung 9 gelagert ist (Fig. 1).
Der Speisemechanismus 8 besteht aus einer angetriebenen Speisewalze 11 und einem gegen diese nachgiebig gedrückten und mit Schraube 13 zur Wand des Gehäuses 2 festgehaltenen Druckschuh 12. Die Speisewalze 11 und der Druckschuh 12 bilden zusammen eine Klemmstelle für ein einem nicht dargestellten Faserbandvorratsbehälterzu entnehmendes und dem Kämmzylinder 6 zuzuführendes Faserband A aus.
Der mit Kämmitteln 14 versehene Kämmzylinder 6 ist auf einer in einer den Bestandteil des Gehäuses 2 bildenden Nabe 16 drehbar gelagerten Welle 15 angeordnet. Die Welle 15 ist mittels Reibradgetriebes 17,18 von einer durchlaufenden Antriebswelle 19 (Fig. 2) angetrieben. Ähnlicherweise ist von einem anderen nicht dargestellten Antriebsmechanismus über eine durchlaufende Welle 20 und eine elektromagnetische Kupplung 21 und mittels Zahnradgetriebes 22,23 über die Welle 24 der Speisewalze 11 angetrieben; die Welle 24 ist in einem nicht dargestellten, im Gehäuse 2 vorgesehenen Lager gelagert. Die Drehrichtung des Kämmzylinders 6 und die der Speisewalze 11 sind mit Pfeilen Si bzw. S2 bezeichnet. Die Stirnwand des Gehäuses 2, in der die Ausnehmungen 7 und 9 vorgesehen sind, ist mit einer zum Gehäuse 2 mit Schrauben 28 (Fig. 1) befestigten Deckplatte 27 abgedeckt.
Die zylindrische Ausnehmung 7 des Gehäuses 2 geht in einen Faserzuführkanal 29 über, der in eine mit seinem Körper fest verbundene Buchse 30 ausmündet (Fig. 1,3,4). In dem zylindrischen Hohlraum 31 der Buchse 30 ist ein innerer, als ein im Mantel mit Löchern 34 versehener Hohlzylinder ausgebildeter Träger 32 mit einem geringen Spiel, jedoch drehbar gelagert. Einfachheitshalber sind die Löcher 34 in der Zeichnung mindestens in der der Breite der Mündung 33 des Faserzuführkanals 29 entsprechenden Länge gezeigt. Der innere Träger 32 steht mit einer in einem Lager 36 drehbar gelagerten Hohlwelle 35 in Verbindung. Das Lager 36 ist in einer aus dem Gehäuse 2 herausgehenden Tragwand 37 vorgesehen. Die Hohlwelle 35 trägt eine Riemenscheibe 38, die mittels Treibriemens 39 mit einer auf eine Welle 41 befestigten Riemenscheibe 40 in Drehkopplung steht. Die Welle 41 ist in einem in der Tragwand 37 vorgesehenen Lagerkörper 42 drehbar gelagert. An das Ende der Hohlwelle 35 schliesst ein Luftkanal 43 an, der mit einer entlang der Maschine laufenden und an eine nicht dargestellte
Quelle des Unterdrucks von Arbeitsluft angeschlossenen Sammelrohrleitung 44 in Verbindung steht.
Ferner läuft aus dem Gehäuse 2 ein Support 45 aus, das mittels Schwalbenschwanzverbindung 46 auf dem Maschinenrahmen 4 verschiebbar gelagert ist.
Der innere Träger 32 ist knapp, jedoch berührungslos der Innenwand eines äusseren Trägers 47 zugeordnet; dieser ist als ein auf zwei Paaren von Stützrollen 48 drehbar gelagerter Hohlzylinder ausgebildet; die Stützrollen 48 sind im betreffenden am Maschinenrahmen 4 angeordneten Konsolen 49 drehbar gelagert (Fig. 1,3,4).
In der in Fig. 1 veranschaulichten Lage steht der äussere Träger 47 mit einem durchlaufenden von einem nicht dargestellten Antriebselektromotor über Getriebe angetriebenen Treibriemen 50 im Reibeingriff (Fig. 2). Der alle äussere Träger 47 der Spinneinheiten antreibende Treibriemen 50 wird von einer auf der Welle 41 befestigten Druckrolle 51 in Reibeingriff gedrückt; diese ist auf einem, schwenkbar um Zapfen 25 angeordneten Arm 52 drehbar gelagert (Fig. 2). Der Arm 52 ist mittels Feder 53 mit der Tragwand 37 verbunden. So besteht die Drehlagerung des äusseren Trägers 47 aus dem System von Stützrollen 48 und durchlaufendem Treibriemen 50.
Der zylindrische Hohlraum 31 der Buchse 30 geht in einen seitlichen Längsschlitz 54 (Fig. 3,4) über, aus dem ein Teil des inneren Trägers 32 ausragt. Wände 30a, 30b der Buchse 30, die sich von beiden Seiten des Längsschlitzes 54 befinden, liegen berührungslos an die Innenwand des äusseren Trägers 47 an.
Die Innenwand des äusseren Trägers 47 bildet ein erste Friktionsfläche 55, die beispielsweise mit einem Belag von vulkanisiertem technischem Kautschuk versehen ist. Eine zweite Friktionsfläche 56, die am Mantel des inneren Trägers ausgebildet ist, besteht z.B. aus einem rostfreien Metallbelag.
Diese zwei in entgegengesetzten mit Pfeilen S3 bzw,. S4 (Fig. 3) bezeichneten Richtungen drehbaren Friktionsflächen 55, 56 bilden von beiden Seiten der Stelle deren maximaler Annäherung keilförmige Spalte 57,57', von denen der keilförmige Spalt 57 zum Zweck der Bildung von Garn P bestimmt ist.
In diesem keilförmigen Spalt 57 bewegt sich die Friktionsfläche 56 zum Eckpunkt dieses Spaltes 57 und die Friktionsfläche 55 weg von diesem Eckpunkt; diese Bewegungen sind in bezug auf die Bildung des Garnes P massgebend.
Der Stirnöffnung 58 des äusseren Trägers 47 ist die Tragwand 37 und der Stirnöffnung 59 eine Wand zugeordnet; die letztgenannte ist Bestandteil des Maschinenrahmens 4.
In der Verlängerung einer nicht dargestellten Achse des sich in der Mündung des keilförmigen Spaltes 57 bildenden Garnes P ist in der Wand 60 ein Abzugsrohr 61 zum Abziehen des Garnes P aus dem keilförmigen Spalt 57 angeordnet. In der Tragwand 37 - entlang der Achse des Abzugsrohrs 61 - ist ein weiteres Rohr 62 vorgesehen; dieses ist zum Anspinnen von Garn sowie zum Herstellen von Kerngarn bestimmt. Die zweite Alternative soll weiterhin noch näher erläutert werden.
Im Eintrittsbereich des Rohrs 62 ist am Gehäuse 2 ein Greifer 63 angeordnet, der als eine mit Schraube 64 zur Oberwand des Gehäuses 2 befestigte Feder ausgebildet ist. Der Greifer 63 ermöglicht es, den Anspinnprozess vorzunehmen.
Garn P wird aus der Mündung des keilförmigen Spaltes 57 duch das Abzugsrohr 61 vom Garnabzugsmechanismus 5 abgezogen; dieser besteht aus einer durchlaufenden Abzugswalze 65, gegen welche eine Druckwalze 66 von einer nicht dargestellten Feder gedrückt wird. Die Druckwalze 66 ist auf einem um einen am nicht dargestellten Maschinenrahmen vorgesehenen Zapfen 68 angeordneten Arm 67 drehbar gelagert.
Der Antrieb der Abzugswalze 65, deren Drehrichtung mit s
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Pfeil Ss bezeichnet ist, ist von einem nicht dargestellten Antriebselektromotor des Garnabzugsmechanismus 5 abgeleitet.
Ferner ist am Maschinenrahmen 4 - zwischen dem Abzugsrohr 61 und dem Garnabzugsmechanismus 5 - ein bekannter Fadenbruchwächter 69 vorgesehen, der durch bekannte, nicht dargestellte Mittel die Fadenbruchsignalisie-rung und durch Betätigung der Speisewalze 11 mittels Kupplung 21 die Faserzufuhr der Faserauflöseeinrichtung 1 der Spinneinheit steuert.
Das Gehäuse 2, dessen Tragwand 37 die Buchse 30, den inneren Träger 32, die Welle 41 und den Luftkanal 43 trägt, ist mittels Supports 45 und Schwalbenschwanzverbindung 46 am Maschinenrahmen 4 zwischen einer Arbeitslage I (Fig. 1) und einer Ruhelage II (Fig. 4) in Doppelpfeilrichtung So verschiebbar gelagert; in der letztgenannten Ruhelage II ist die Buchse 30 bar, der Antrieb des Kämmzylinders 6 und der Speisewalze 11 abgekoppelt und der Luftkanal 43 aus der durchlaufenden Sammelrohrleitung 44 herausgeschoben.
In den beiden Lagen I bzw. II ist der Support 45 durch eine federbelastete auf dem unteren horizontalen Teil des Maschinenrahmens 4 festgehaltene und in die in der Unterwand des Supports 45 in seinen Randlagen vorsehenen Arretiergrübchen 45', 45" einragende Sicherung 70 arretierbar (Fig. 4).
Die Spinneinheit arbeitet folgendermassen:
Während des Spinnvorgangs der Spinneinheit befindet sich das Gehäuse 2 in der Arbeitslage I (Fig. 1), wobei sich ein Arbeitsunterdruck durch Absaugen von Luft aus dem Hohlraum des inneren Trägers 32 durch Löcher 34 des inneren Trägers 32 als eine Saugwirkung im Faserzuführkanal 29 auswirkt.
Das einem nicht dargestellten Faserbandvorratsbehälter entnommene Faserband A wird der Klemmstelle zwischen der Speisewalze 11 und dem Druckschuh 12 zugeführt.
Davon läuft das Faserband A durch den Kanal 10 zum Kämmzylinder 6, dessen Kämmittel 14 Einzelfasern V aus Faserbart auskämmen; diese werden von der Oberfläche des Kämmzylinders 6 zum Eintritt des Faserzuführkanals 29 mitgenommen. An dieser Stelle werden die Einzelfasern durch Zentrifugalkraft vom Kämmzylinder 6 abgeschleudert und infolge ihrer Tätigkeit und Wirkung des Arbeitsunterdrucks im geradlinigen Zustand durch den Faserzuführkanal 29 der perforierten Friktionsfläche 56 des inneren Trägers 32 zugeführt. Die durch Löcher 34 im Mantel des inneren Trägers 32 eingesaugte Arbeitsluft hält die Fasern gegen die Friktionsfläche 56, die sie in den keilförmigen Spalt 57 mitnimmt.
Dort häufen sich die Fasern zu parallelem Gebilde an und ballen sich kontinuierlich auf das offene Ende des sich durch Abrollen über die Friktionsflächen 55,56 verdrehenden Garnes P auf. Das fertige Garn P wird zuletzt vom Garnabzugsmechanismus 5 abgezogen und in einem nicht dargestellten Wickelmechanismus auf eine Spule aufgewickelt.
Ein wesentliches Merkmal der erfindungsgemässen Spinneinheit besteht darin, dass der Faserzuführkanal 29 in den äusseren Träger 47 durch seine Stirnöffnung 58 eintritt, während das Garn P in Spaltlängsrichtung durch Stirnöffnung 59 dieses Trägers 47 abgezogen wird, was in Fig. 5 schematisch veranschaulicht ist.
Die geometrische Projektion 72 der Trajektorie der Bewegung jeder Faser in Richtung zur Friktionsfläche 56 des inneren Trägers 32 in eine Radialebene 73, die durch die Achse 74 des inneren Trägers 32 und die Achse P' des sich bildenden Garnes P durchgeht, bildet mit der Trajektorie dieses Garnes P einen scharfen bzw. Null-Winkel alpha, wobei die Richtungen dieser Trajektorien gleich orientiert und vom Rand der Stirnöffnung 58 des äusseren Trägers 47 zum Rand dessen Stirnöffnung 59 zielen (Fig. 5).
Die Fasern ballen sich auf das Offenende des Garnes P an der Stelle des inneren Trägers 32 im Bereich des keilförmigen Spaltes 57 auf; diese Stelle ist mit 75 bezeichnet (Fig. 6).
Beim simultanen Anspinnprozess sind alle Rotationselemente vor dem Ingangsetzen der Spinnmaschine in Ruhe, was heisst, dass die Faserauflöseeinrichtung 1, die Träger 32, 47, der Garnabzugsmechanismus 5 und der Wickelmechanismus mittels eines nicht dargestellten Steuermechanismus, z.B. mit Hilfe betreffender Verbindungsmechanismen, von ihren Antriebsmiteln abgekoppelt sind. Demgegenüber bleibt die Absaugung der Arbeitsluft aus den Spinneinheiten in Tätigkeit.
Die Bedienung schiebt das Gehäuse 2 aus der Arbeitslage I in die Ruhelage II, in der die Buchse 30 bar ist. Zugleich wird das Ende des Luftkanals 43 aus der durchlaufenden Sammelrohrleitung 44 herausgeschoben, so dass die Saugwirkung in der Buchse 30 Null wird. Ferner reinigt die Bedienung die beiden Friktionsflächen 55, 56 von Faserresten und schiebt wiederum das Gehäuse 2 in die Arbeitslage I zurück. Dann zieht sie einen Einführungshaken durch das Rohr 62, durch den keilförmigen Spalt 57 und durch das Abzugsrohr 61 und hängt in diesen Haken ein vor der Spule abgewickeltes Garnende, das sie nach dem Rückziehen des Einführungshaken im Greifer 63 festhält. Gleichzeitig führt sie das Garn zwischen die Abzugswalze 65 und die Druckwalze 66 ein.
Durch Umstellen des Gehäuses 2 in die Arbeitslage I wird die Luft wieder durch Löcher 34 des inneren Trägers 32 aus der Faserauflöseeinrichtung l über den Faserzuführkanal 29 eingesaugt. Nach dem Ingangsetzen des Kämmzylinders 7 werden entweder gleichzeitig oder nach einer programmge-mässen Verzögerung die Träger 32,47, der Garnabzugsmechanismus 5 und der Wickelmechanismus angelassen. Durch Wirkung des Garnabzugsmechanismus 5 steigt die Spannung des im Greifer 63 festgehaltenen Garnes und der Fadenbruchwächter 69 setzt die Speisewalze 11 in Gang, so dass die Einzelfasern wieder auf vorerwähnte Weise der Mündung des keilförmigen Spaltes 57 zugeführt werden. Inzwischen befreit sich das Garn infolge seiner Spannung vom Greifer 63 und läuft zwischen den Friktionsflächen 55, 56 bei gleichzeitigem Abrollen über diese Flächen zum Abzugsrohr 61,
wobei sich auf das Garnende neue Fasern aufballen, die sich durch Drehung des Offenendes zu einem vom Garnabzugsmechanismus 5 abzuziehenden Garn umformen.
Im Falle eines einzelnen Fadenbruchs entspricht der Anspinnprozess anfangs dem vorangehenden mit dem Unterschied, dass die Spule von der Treibwalze des Wickelmechanismus abgekippt ist und dass das Garn nicht zwischen die Walzen 65,66 eingeführt wird. Nach dem Wiederingangsetzen des Kämmzylinders 6 kippt die Bedienung die Spule wieder gegen die erwähnte Treibwalze und führt das Garn zwischen die Walzen 65,66 ein, wodurch sich aus Anlass des Fadenbruchwächters 69 die Zufuhr von Fasern der Spinneinheit erneuert.
Spinneinheiten 76, die in Fig. 7 in vereinfachter Darstellung als nebeneinander zwischen zwei Seitenwänden 77,78 angeordnete Blöcke veranschaulicht sind, bilden die OE-Friktionsspinnmaschine B. Im Innern der Seitenwänden 77, 78 sind Antriebselemente und Getriebemechanismen zum Antrieb von Funktionsgliedern der Spinneinheiten angebracht.
Wie oben erwähnt, tritt der Faserzuführkanal 29 zum Zuführen von Fasern der perforierten Fläche des inneren Trägers 32 in den äusseren Träger 47 durch seine der Stirnöffnung 59 gegenüberliegende Stirnöffnung 58 ein, wobei das ausgesponnene Garn P aus der Stirnöffnung 59 austritt. Dieses Merkmal ist vom Gesichtspunkt einer zweckmässigen räumlichen Verteilung der Wickelmechanismen und der Faserbandvorratsbehälter der Spinneinheiten 76 optimal.
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Auf der OE-Friktionsspinnmaschine B (Fig. 7) kann man eine Längsachse 79 bestimmen, die durch die Mündungen der keilförmigen Spalte 57 der Spinneinheiten 76 in den Stellen 75 (Fig. 6) durchgeht und welche zur Drehachsen 81 der äusseren Träger 47 senkrecht ist. Diese Längsachse 79 ist Schnittlinie zweier sich schneidenden Ebenen usw. einer Horizontalebene 82 und einer Vertikalebene 83; diese teilen die Maschine in vier Quadrante 84 bis 87, die in Fig. 8, die eine Schnittansicht nach der Linie VIII—VIII in Fig. 7 veranschaulicht, dargestellt sind.
Ist der Faserbandvorratsbehälter 88 in dem unteren Quadrant 84 angebracht, kann man den Wickelmechanismus 89 entweder in dem oberen Quadrant 86 oder in dem unteren Quadrant 87, evtl. zwischen diesen Quadranten 86, 87 lokalisieren. Wenn der Faserbandvorratsbehälter 88 in dem unteren Quadranten 87 angebracht ist, kann man den Wik-kelmechanismus 89 entweder in dem oberen Quadrant 85 oder in dem unteren Quadrant 84, evtl. zwischen diesen Quadranten 84, 85 lokalisieren.
Fig. 9 zeigt eine Spinnmaschine B mit alternativer Anord-nungder Spinneinheiten; die Drehachsen 81 der beiden äusseren Träger 47 sind horizontal.
Fig. 10 stellt eine Schnittansicht nach der Linie X-X in Fig. 9 dar.
In Fig. 11 ist die Lagerung der Faserbandvorratsbehälter 8 im Quadrant 84 und eines durch eine Spule 90, eine Treibwalze 91 und einen schwingenden Fadenführer 92 dargestellten Wickelmechanismus 89 im Quadrant 86 in Querschnittansicht veranschaulicht.
Ähnlicherweise ist in Fig. 12 eine alternative Maschinenan-5 Ordnung dargestellt; der Faserbandvorratsbehälter 88 ist im Quadrant 84 und der Wickelmechanismus 89 im Quadrant 87 angebracht.
Gemäss Fig. 13 befindet sich der Faserbandvorratsbehälter 88 im Quadrant 84 vor der Maschine B und der Wickelme-lo chanismus 89 zwischen den Quadranten 86, 87.
In der Spinneinheit 76 kann man auch Kerngarn herstellen. Zu diesem Zweck ist auf einer auf der durchlaufenden Sammelrohrleitung 44 (Fig. 1) befestigten Konsole 93 ein Halter 94 für eine Vorlagespule 95 mit Tragfaden 96 vorge-15 sehen. Der Halter 94 ist mit Fadenführern 97,98 versehen. Als Tragfaden kann man Spinngarn, Monofil- oder Fila-mentgarn anwenden.
Die zugeführten Fasern ballen sich auf eine bekannte, 20 näher nicht beschriebene Weise auf den durch das Rohr 62 in die Mündung des keilförmigen Spaltes 57 eintretenden Tragfaden 96 auf bzw. umspinnen ihn, wobei das fertige Kerngarn durch das Abzugsrohr 61 abgezogen und auf die Spule (Fig. 1) aufgewickelt wird.
25 Fig. 14 zeigt die Anordnung gemäss Fig. 12, wobei die Vorlagespule 95 im Quadrant 85 angebracht ist.
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4 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Offen-End-Friktionsspinnvorrichtung für eine Spinneinheit (76) bei einer Spinnmaschine (B) mit einem einen Faserzuführkanal (29) aufweisenden Speisemechanismus (8) zur Zuführung von Einzelfasern zu einer von zwei auf je einem Glied eines Trägerpaares (32,47) vorgesehenen und zueinander so angeordneten Friktionsflächen (55, 56), dass sie einen keilförmigen Spalt (57,57') bilden, in dessen Mündung die Einzelfasern durch Friktion mit den beiden, sich in diesem Spalt in Gegenrichtung bewegenden Friktionsflächen verdreht werden, und mit einem Abzugsmechanismus (5) zum Abziehen des entstehenden Garnes (P) in Spaltlängsrichtung unter Drehhinderung, wobei der eine Träger (32) in dem zweiten angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Faserzuführkanal (29) in den äusseren Träger (47) durch dessen Stirnöffnung (58) eintritt, während das in Spaltlängsrichtung abgezogene Garn (P) aus der der Stirnöffnung (58) gegenüberliegenden Stirnöffnung (59) des äusseren Trägers (47) austritt, wobei die Drehachse (81) des äusseren Trägers (47) zur Längsachse (79) der mit mehreren nebeneinander angeordneten OE-Friktions-Spinneinheiten (76) besetzten Spinnmaschine (B) senkrecht läuft, welche Längsachse (79) eine Schnittlinie der sich schneidenden und die Spinnmaschine in vier Quadranten (84 bis 87) teilenden Horizontalebene (82) und Vertikalebene (83) bildet, wobei in dem Quadranten vor der Vertikalebene (83) und unter der Horizontalebene (82) ein Faserbandvorratsbehälter (88) und mindestens in einem der Quadranten hinter der Vertikalebene (83) ein Wickelmechanismus (89) angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Quadranten (85) oberhalb des Faserbandvorratsbe-hälters (88) eine Vorlagespule (95) mit Tragfaden (96) angeordnet ist, zwecks Herstellung von Kerngarn.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der äussere Träger (47) auf Stützrollen (48) drehbar gelagert ist.
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