CH642863A5 - Filtereinheit zum entgasen einer fluessigkeit und ablassen des gases sowie verfahren zur herstellung der einheit. - Google Patents

Filtereinheit zum entgasen einer fluessigkeit und ablassen des gases sowie verfahren zur herstellung der einheit. Download PDF

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CH642863A5
CH642863A5 CH1208378A CH1208378A CH642863A5 CH 642863 A5 CH642863 A5 CH 642863A5 CH 1208378 A CH1208378 A CH 1208378A CH 1208378 A CH1208378 A CH 1208378A CH 642863 A5 CH642863 A5 CH 642863A5
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Ricky R Ruschke
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Baxter Travenol Lab
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Description

Die Erfindung betrifft eine Filtereinheit zum Entgasen einer Flüssigkeit in einem Flüssigkeitsstrom und zum Ablassen des Gases. Insbesondere kann die Filtereinheit gemäss Erfindung im Gebiet der Flüssigkeiten, die einem lebenden Körper verabreicht werden, eingesetzt werden.
Flüssigkeitsfilter unter Verwendung einer porösen Membran oder dergleichen Filtermedium, die bzw. das nach Benetzung durch eine Flüssigkeit gasundurchlässig wird, werden für verschiedene Zwecke eingesetzt. Ein zunehmende Bedeutung erlangender Verwendungszweck für solche Filter besteht in der Filterung von Blut, Plasma, parenteraler Lösung und anderen Strömungsmitteln, die einem lebenden, üblicherweise menschlichen Körper verabreicht werden sollen. Bei der Verabreichung solcher Strömungsmittel oder Medien müssen nicht nur Teilchenstoffe und möglicherweise gefährliche Mikroorganismen ausgefiltert werden, vielmehr wird vorzugsweise auch etwa im Medium enthaltendes Gas beseitigt, um die Gefahr für Embolien infolge des in den Patienten gelangenden Gases auszuschalten.
Die derzeit für die Abtrennung von Gasen aus intravenös zu verabreichenden Medien verwendeten Filter enthalten häufig eine durch Flüssigkeit benetzte Membran, die im benetzten Zustand einem Durchtritt von Gas mit einem Druck unter dem sog. Blasen- oder Schaumbildungspunkt (bubble point) einen Widerstand entgegensetzt, in Kombination mit einer flüssigkeitsabweisenden bzw. nichtbenetzbaren Membran, durch welche das abgetrennte Gas hindurchtreten muss, bevor es über Öffnungen im Filtergehäuse abgelassen wird. Bei der Filterung von wässrigen Lösungen werden solche Filter üblicherweise als hydrophile (mit Wasser benetzbare) und hydrophobe (wasserabweisende) Filter bezeichnet. Ein hydrophiles Filter lässt Wasser hindurchtreten, während es nach Benetzung mit Wasser gasundurchlässig ist. Ein hydrophobes Filter lässt Gas durch, ist dabei aber (praktisch) wasserundurchlässig. Das wasserabweisende Filter, durch welches das austretende Gas hindurchdringen muss, verhindert nicht nur einen Austritt der Flüssigkeit über die Entlüftungsöffnungen, sondern schützt auch aufgrund seiner mikroporösen Konstruktion die zu filternde Flüssigkeit vor Verunreinigungen durch die Umgebungsatmosphäre. Ein Beispiel für ein Filter mit benetzbarer und nichtbenetzbarer Membran findet sich in der US-PS 3 523 408. Dabei wird das Strömungsmittel bzw. Medium zwischen zwei gleich grossen, einander zugewandten Filtermembranen eingeführt, von denen die eine durch Flüssigkeit benetzbar und die andere flüssigkeitsabweisend ist. Das Gas, das von dem durch das benetzbare Filter hindurchtretenden Medium abgetrennt wird, tritt durch das flüssigkeitsabweisende Filter hindurch und über Öffnungen im Filtergehäuse nach aussen. Andere Filter mit etwas anderem Aufbau, aber ähnlicher Arbeitsweise finden sich in den US-PS 3 854 907, 3 803 810 und 3 631 654.
Filter mit dem beschriebenen Aufbau sind jedoch mit verschiedenen Mängeln behaftet. Wenn nämlich das benetzbare Filter bricht oder anderweitig versagt und dann Gas mit der Flüssigkeit hindurchtreten lässt, kann Umgebungsluft unmittelbar über die Entlüftungsöffnungen und das flüssigkeitsabweisende Filter in die verabreichte Flüssigkeit angesaugt werden, was zu einer möglichen Embolie des Patienten führen kann. Dies kann beispielsweise der Fall sein,
wenn das Filter so angeschlossen ist, dass unter dem Filter eine Flüssigkeitsäule entsteht, durch die im Filter ein Sog bzw. Unterdruck erzeugt wird. Ausserdem können in einer Infusionsanlage vorgesehene Pumpen in bestimmten Fällen im Filtergehäuse einen Unterdruck erzeugen.
Eine andere, bei diesen bisherigen Filtern gegebene Gefahr besteht darin, dass bei einem Ausfall des flüssigkeitsabweisenden Filters die Lösung oder dergleichen Medium einer Verunreinigung durch die Umgebungsatmosphäre ausgesetzt ist.
Im Hinblick auf diese Gefahrenzustände werden manche Filter so ausgebildet, dass sie beabsichtigt in der Lösung eingeschlossenes Gas oder Luft durchlassen, so dass die Notwendigkeit für Entlüftungsöffnungen oder eine nach aussen freiliegende Filtermembran entfallt. Ein solches Filter ist in der US-PS 4 004 587 beschrieben. Von den Filtern, die eine Entlüftungsöffnung mit einer Filtermembran im Strömungsweg des entlüfteten Gases aufweisen, verwenden einige eine Dichtung über der Entlüftungsöffnung, um einen Eintritt von Aussenluft in das Filter auszuschliessen. Die derzeit verwendeten Dichtungen (Verschlüsse) müssen jedoch von Zeit zu Zeit von Hand abgenommen oder anderweitig bedient werden, um das abgetrennte Gas aus dem Filter austreten zu lassen, da sich anderenfalls dieses Gas ansammelt und schliesslich zu einer Blockierung des Flüssigkeitsstroms durch das Filter führt. Ein solches manuelles Entlüften ist aber nicht vorteilhaft, weil es eine ständige Überwachung durch eine Bedienungsperson oder den Patienten erfordert, was nicht immer möglich oder zweckmässig ist. Ausserdem
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können viele derartige Dichtungen bzw. Verschlüsse durch die Bedienungsperson oder den Patienten unwirksam gemacht oder übersteuert werden, so dass die Entlüftung ständig gegenüber der Aussenluft offen ist und dabei die vorstehend geschilderten Gefahren eintreten können.
In der US-PS 3 954 623 ist ein Filtergerät beschrieben, das ein handbetätigbares Ventil zum Vorfüllen oder zum Ablassen eingeschlossener Luft aufweist. Dabei durchsetzt ein drucktastenartiges, elastisches Ventil eine einzige Entlüftungsöffnung im Gehäuse, wobei dieses Ventil innerhalb des Gehäuses eine erweiterte Blase aufweist, die sich dichtend gegen den Rand der Entlüftungsöffnung anlegt. Durch Eindrücken des Ventils wird die Blase von der Entlüftungsöffnung weggedrängt, so dass die eingeschlossene Luft ausströmen kann. Das Filtergerät gemäss dieser US-PS weist jedoch kein flüssigkeitsabweisendes Filter zur Verhinderung eines Flüssigkeitsaustritts über die Entlüftungsöffnung auf, vielmehr ist es mit einer zwischen dem Ventil und dem Filtergehäuse angeordneten Kunstfasermatte bzw. -vlies versehen. Wenn dieses Vlies beim Vorfüllen oder routinemässigen Entlüften durch das entweichende Medium benetzt wird, fallt es in sich zusammen, so dass Flüssigkeit aus dem Filtergehäuse austreten kann, weil das Vlies zwischen dem Gehäuse und dem Ventil keine Kraft mehr ausübt.
Bei den bisherigen Filtern dieser Art sind ausserdem vergleichsweise unbequeme oder komplizierte Verfahren zum Einbau der Filtermembranen in das Filtergehäuse erforderlich. Dies trifft insbesondere auf die nichtbenetzbare Filtermembran zu, die häufig aus Polytetrafluoräthylen («Teflon») besteht. Aufgrund ihres hohen Schmelzpunkts ist diese Substanz, z.B. für das Verschweissen, nicht mit Filtergehäusematerialien mit niedrigerem Schmelzpunkt vereinbar. Für die einwandfreie Abdichtung der bisherigen Filter war es daher in vielen Fällen nötig, Klebemittelverbindungen anzuwenden, die sehr sorgfältige Montagearbeiten erfordern, oder aber Silikonringdichtungen einzusetzen, die fest um den Umfang der Filtermembran herum verspannt werden müssen. Ein Filter mit einer Silikondichtung ist in der US-PS 3 523 408 beschrieben. Durch diese Konstruktion erhöht sich selbstverständlich der Werkstoff- und Arbeitskostenaufwand bei der Herstellung des Filters.
Aufgabe der Erfindung ist damit die Schaffung einer Gastrenn- und -entgasungsfiltereinheit, der die vorstehend geschilderten Mängel nicht mehr anhaften und die insbesondere das abgetrennte Gas über eine nichtbenetzbare Membran aus dem Filter austreten lässt und dabei keiner ständigen Überwachung bedarf. Im Zuge dieser Aufgabe bezweckt die Erfindung auch die Schaffung eines Verfahrens für den einfachen Einbau der nichtbenetzbaren Filtermembran in das Filtergehäuse.
Diese Aufgabe wird durch die in den beigefügten Patentansprüchen gekennzeichneten Merkmale gelöst.
Mit der Erfindung wird eine Filtereinheit geschaffen, die ein durch Flüssigkeit benetzbares Filter zur Trennung von eingeschlossenem bzw. mitgeführtem Gas von einer Flüssigkeit und ein über Entgasungsöffnungen angeordnetes, flüssigkeitsabweisendes Filter aufweist, welches das abgetrennte Gas ausströmen lässt, den Austritt von Flüssigkeit über die Entgasungsöffnungen jedoch verhindert. An den Entgasungsöffnungen kann eine automatische Entgasungssteuereinrichtung vorgesesehen sein, die auf den Druckunterschied zwischen dem eingeschlossenen Gas und dem Atmosphärendruck anspricht und welche das eingeschlossene Gas automatisch aus dem Filter ablässt und die Entgasungs-öffnung(en) zu allen anderen Zeiten zur Verhinderung eines Eintritts von Aussenluft in den Strömungsmittelstrom ver-schliesst.
Als automatische Entgasungssteuereinrichtung wird bevorzugt ein flexibles, federndes Schirmventil mit einer Schirm-Glocke verwendet, welche die eine oder mehrere Entgasungsöffnungen überspannt. Diese Glocke kann sich aufgrund ihrer Flexibilität von den Entgasungsöffnungen wegbiegen, wenn durch das abgetrennte Gas innerhalb des Filtergehäuses ein den Umgebungsatmosphärendruck übersteigender Druck auf die Glocke ausgeübt wird. Nach dem Ablassen des Gases verschliesst die elastische Glocke die Entgasungsöffnungen wieder. Wenn im Filtergehäuse ein Unteratmosphärendruck herrscht, d.h. ein negativer Druckunterschied vorhanden ist, wird die Glocke zur besseren Abdichtung der Entgasungsöffnungen nur noch fester an diese herangezogen. Eine manuelle Entgasung ist aufgrund einer neben den Entgasungsöffnungen und unter der Glocke vorgesehenen Ausnehmung bzw. Vertiefung möglich. Wenn nämlich die Schirm-Glocke in diese Vertiefung hineingedrückt wird, klappt ihr über den Entgasungsöffnungen befindlicher Teil von diesen Öffnungen hinweg nach aussen, so dass abgetrenntes Gas abgelassen werden kann, das nicht genügend Druck besitzt, um die Schirmventil-Glocke selbsttätig abzuheben.
Erfindungsgemäss ist weiterhin eine bevorzugt und vergleichsweise kleine, mit einer Faserstützschicht versehene, flüssigkeitsabweisende Filtermembran, bevorzugt mit höherem Schmelzpunkt als dem des Filtergehäuses, gegen die Innenseite des Gehäuses über der mindestens einen Entgasungsöffnung montiert, indem die Faserschicht mit dem Gehäuse verbunden, z. B. verklebt oder verschweisst ist.
Für diesen Einbau wird das Gehäuse unterhalb des Um-fangsrandes des flüssigkeitsabweisenden Filters erwärmt, bis es so stark anschmilzt, dass es die Zwischenräume in der Faserstützschicht ausfüllt. Nach dem Abkühlen werden das Filter und die Faserstützschicht durch den in die Zwischenräume eingedrungenen Kunststoff sicher am Filtergehäuse festgehalten.
Im folgenden sind bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der beigefügten Zeichen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen lotrechten Querschnitt durch ein Filter mit Merkmalen nach der Erfindung,
Fig. 2 einen Schnitt längs der Linie 2-2 in Fig. 1, Fig. 3 eine Aufsicht auf das Filter nach Fig. 1, jedoch ohne das Schirmventil nach Fig. 4,
Fig. 4 einen in vergrössertem Massstab gehaltenen Schnitt durch ein beim Filter gemäss Fig. 1 vorgesehenes Schirmventil,
Fig. 5 eine Teilschnittansicht eines erfindungsgemässen Filters zur Veränschaulichung eines Verfahrens für die Anbringung des flüssigkeitsabweisenden Filterelements,
Fig. 6 eine in verkleinertem Massstab gehaltene, der Fig. 1 ähnelnde Darstellung zur Verdeutlichung des selbsttätigen Ablassens von Gas aus dem Filter,
Fig. 7 eine Fig. 6 ähnelnde Darstellung, welche das manuelle Ablassen von Gas aus dem Filter verdeutlicht,
Fig. 8 eine Aufsicht auf die Unterseite des Filters gemäss Fig. 1.
Gemäss den Figuren weist die Filtervorrichtung oder -einheit ein im wesentlichen scheibenförmiges Filter-Gehäuse 10 auf, das einen flachen Basisteil 12 und eine diesen unter Festlegung einer Innenkammer verschliessende Ver-schluss-Kappe 14 umfasst. Das Gehäuse kann aus einem beliebigen, mit dem zu filternden Strömungsmittel verträglichen Werkstoff bestehen, vorzugsweise aus einem klaren bzw. durchsichtigen Werkstoff, damit der Filtervorgang beobachtet werden kann. Für die Filtrierung von parenteralen Lösungen besteht das Gehäuse vorzugsweise aus einem klaren, steifen Methylacryl-Kunststoff, beispielsweise dem
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unter der Handelsbezeichnung Plexiglas Typ DR von der Firma Rohm and Haas Co., Philadelphia, Pa., USA, erhältlichen Material, das vergleichsweise billig und leicht zu formen ist.
Der flache Basisteil 12 des Gehäuses 10 ist ein einstük-kiger Formteil mit einem flachen, kreisförmigen Boden 16 und einer senkrecht von deren Umfang abstehenden kurzen Seitenwand 18.
Zur Ermöglichung einer Strömung in das Gehäuse und aus diesem sind in der Seitenwand 18 des Basisteils 12 Öffnungen in Form eines Einlasses 20 und eines Auslasses 22 vorgesehen. Diese Zulässe sind um 180c voneinander entfernt auf gegenüberliegenden Seiten des Basisteils angeordnet, so dass die Filtereinheit lotrecht angeordnet oder aufgehängt werden kann, wie dies bei mit Fallströmung arbeitenden Infusionsanlagen für parenterale Flüssigkeit üblich ist. Jeder Zulass weist einen leicht konischen Stutzen auf, der von der Seitenwand nach aussen abgeht und sich zum Ende hin leicht verjüngt, so dass ein Anschlussschlauch oder dergleichen auf ihn aufschiebbar ist. Auf der Mittellinie jeden Stutzens erstreckt sich eine in entgegengesetzter Richtung konische Strömungsmittelbohrung durch die Seitenwand hindurch.
Für den Einbau einer mit Flüssigkeit benetzbaren Filter-membram 24 in den Basisteil ist eine längs der Innenseite der Seitenwand 18 umlaufende, im wesentlichen parallel zum Boden 16 liegende flache Schulter 26 vorgesehen. Die benetzbare Filtermembran ist flach, scheibenförmig und von solcher Grösse, dass ihr Umfangsrand die Schulter 26 überlappt. Der Rand der Filtermembran kann mit Hilfe eines Klebmittels, durch thermisches Schweissen, Hochfrequenz-schweissen oder mit beliebigen anderen Befestigungsmitteln unter Abdichtung mit der Schulter verbunden, beispielsweise mit der Randkante der Verschluss-Kappe 14 in Einbaulage festgespannt werden.
In bevorzugter Ausführungsform zur Filtrierung von wässrigen parenteralen Lösungen besteht die benetzbare, hydrophile Filtermembran aus Mischestern von Cellulose, die mit dem Gehäusematerial und den wässrigen parenteralen Lösungen verträglich ist. Die Membran besitzt eine mittlere Porengrösse von etwa 0,1 bis 0,45 |im und vorzugsweise von etwa 0,22 |xm, so dass Bakterien aus der zu behandelnden Flüssigkeit ausgefiltert werden können. Ein derartiges Filtermaterial ist durch Wasser benetzbar und praktisch gasundurchlässig, solange der Gasdruck unter dem Blasen- bzw. Schaumpunkt des Materials liegt. Der Ausdruck «Blasenbzw. Schaumpunkt» (bubble point) bezieht sich allgemein auf einen Druckunterschied über die Filtermembran, bei dem das Gas durch die benetzte Filtermembran hindurchgedrückt wird; bei dem beschriebenen, bevorzugten Material liegt dieser Punkt bei einem Druckunterschied von etwa 3,87 bis 4,22 bar. Ein entsprechendes Material ist im Handel unter der Bezeichnung Typ GA Hydrophilic von der Firma Millipore Corporation, Bedford, Mass., USA, erhältlich.
In bevorzugter Ausführungsform wird die hydrophile Filtermembran 24 durch unmittelbares thermisches An-schweissen am Basisteil 12 befestigt, bevor die Kappe 14 angebracht wird. Die flache, scheibenförmige Filtermembran wird zu diesem Zweck so in den Basisteil eingelegt, dass ihr Umfangsrand über der Schulter 26 liegt. Sodann wird eine ringförmige Schweissfläche bzw. ein Schweissstempel, der auf eine wesentlich über dem Schmelzpunkt der Filtermembran und des Gehäuses liegende Temperatur erwärmt worden ist, längs der Schulter gegen die Filtermembran angedrückt, bis Filtermembran und Schulter so stark angeschmolzen sind, dass sie sich miteinander verbinden bzw. verschmelzen und um den Umfang der Filtermembran herum eine gleichmässige, ununterbrochene Schweissstelle bilden.
Damit die das Gehäuse durchströmende Flüssigkeit durch die benetzbare Filtermembran 24 hindurchtreten kann, sind Einlass 20 und Auslass 22 auf gegenüberliegenden Seiten der Schulter 26 und somit auch auf gegenüberliegenden Seiten der Filtermembran 24 angeordnet. Insbesondere befindet sich der Einlass 20 in dem über der Schulter liegenden Teil der Seitenwand 18, d.h. zwischen Schulter und Verschluss-Kappe 14. Der Auslass 22 befindet sich dagegen in dem unter der Schulter gelegenen Teil der Seitenwand zwischen der Schulter und dem Boden 16.
Wie insbesondere aus Fig. 2 ersichtlich ist, weist der Basisteil 12 des Gehäuses 10 ausserdem eine Reihe von auf Abstand stehenden, parallelen Rippen 28 auf, welche unter der vergleichsweise zerbrechlichen benetzbaren Filtermembran 24 liegen und diese unterstützen. Die senkrecht vom Boden 16 abstehenden Rippen besitzen jeweils einen im wesentlichen rechteckigen Querschnitt mit zwei parallelen Seitenflächen 30 und einer flachen Oberseite 32. Die Oberseite befindet sich dabei unmittelbar unter der Schulter 26, so dass sie mit engem Abstand unter der Filtermembran liegt und diese gegen den sie beaufschlagenden Druck der zu filtrierenden Flüssigkeit abstützt. Ohne eine solche Abstützung könnte die zerbrechliche Filtermembran überdehnt werden und unter dem Druck der zu filtrierenden Flüssigkeit platzen oder brechen.
Die zwischen den benachbarten Rippen 28 festgelegten Nuten bzw. Rillen leiten die gefilterte Flüssigkeit zum Auslass 22. Wie erwähnt, besitzt der Basisteil eine im wesentlichen kreisförmige Gestalt, wobei die Rippen, wie am besten aus Fig. 8 ersichtlich ist, parallel zu einer gedachten Durchmesserlinie zwischen Einlass und Auslass verlaufen. Die Rippen erstrecken sich dabei nicht vollständig über den Basisteil hinweg, sondern enden an der Auslassseite des Gehäuses in einem bestimmten Abstand von der Seitenwand. Bei dieser Konstruktion wird die durch die Filtermembran 24 hindurchtretende Flüssigkeit zum Auslass über Rillen geleitet, die an der Einlassseite des Gehäuses durch die Seitenwand 18 geschlossen sind und am anderen Ende auf die durch die Pfeile in Fig. 8 angedeutete Weise in einen halbkreisförmigen Durchgang an der Auslassseite des Basisteils übergehen, durch den die Flüssigkeit zum Auslass geleitet wird.
Die den Basisteil 12 des Gehäuses 10 abdeckende Verschluss-Kappe 14 besitzt eine im wesentlichen flache, kreisförmige Oberseite 34 und einen senkrecht davon abstehenden, umlaufenden Randflansch 36 mit solchen Abmessungen, dass er mit Passsitz an der Innenfläche der Seitenwand 18 anzuliegen vermag. Die Kappe 14 wird vorzugsweise nach dem üblichen Ultraschallschweissen mit dem Basisteil ver-schweisst; wahlweise kann jedoch auch eine andere Verbindung, etwa mit Hilfe von Klebmitteln oder durch unmittelbares thermisches Schweissen, angewandt werden.
Nach dem Anbringen der Verschluss-Kappe 14 ist das Gehäuse ersichtlicherweise durch die benetzbare Filtermembran 24 in zwei Unterkammern unterteilt, nämlich eine erste Unterkammer 37 zwischen der Filtermembran 24 und der Kappe 14 sowie eine zweite Unterkammer 39 zwischen der Filtermembran 24 und dem Boden 16 des Basisteils 12. Der Einlass 20 steht dabei mit der ersten Unterkammer in Verbindung, so dass er in diese ein Strömungsmittel einleitet, das sowohl gasförmige als auch flüssige Komponenten enthalten kann. Die benetzbare Filtermembran verhindert einen Durchtritt des Gases, so dass nur die Flüssigkeit in die zweite Unterkammer übertritt und aus dieser über den Auslass 22 austritt.
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bzw. Luft aus der ersten Unterkammer ist in der stromauf der benetzbaren Filtermembran befindlichen Oberseite der Kappe 14 eine Entgasungsöffnungsanordnung in Form von vier Entgasungsöffnungen 38 vorgesehen. Diese Entgasungsöffnungen befinden sich dicht nebeneinander zwischen dem Mittelpunkt der Verschluss-Kappe und dem Einlass 20 und vorzugsweise möglichst dicht am Einlass, so dass das abgetrennte Gas bzw. die Luft, das bzw. die natürlich vom benetzbaren Filter hochsteigt, bei in der Stellung gemäss Fig. 1 aufgehängter Filtereiriheit aus dem Filtergehäuse auszutreten vermag. Diese Anordnung der Entgasungsöffnungen bestimmt die Stellung der Filtereinheit, da die Entgasungsöffnungen vorzugsweise höher liegen sollen als der grösste Teil des Gehäuses.
Zur Verhinderung eines Flüssigkeitsaustritts über die Entgasungsöffnungen 38 ist an der Innenseite der Kappe 14 über den Entgasungsöffnungen ein flüssigkeitsabweisendes Filterelement, beispielsweise eine flüssigkeitsabweisende Filtermembran 40 befestigt. Für dieses Filterelement kann eine Vielfalt bekannter flüssigkeitsabweisender Filtermembranmaterialien verwendet werden, doch wird für das Filtrieren von wässrigen parenteralen Lösungen bevorzugt eine hydrophobe Membran aus Polytetrafluoräthylen, das von sich aus wasserabweisend ist, verwendet. Die Porengrösse dieser Filtermembran muss ausreichend klein sein und bei etwa 8 (im oder darunter liegen, um einen Durchtritt von Flüssigkeit durch die Filtermembran sicher zu verhindern. Ausserdem muss die Porengrösse dieser Filtermembran so klein sein, dass der grösste Teil der gegebenenfalls vorhandenen Bakterien ausgefiltert wird; eine zweckmässige mittlere Porengrösse liegt bei etwa 0,1 bis 3,0 |im und vorzugsweise bei etwa 0,22 um.
Da Polytetrafluoräthylen einen Schmelzpunkt von etwa 204 °C besitzt, der erheblich über dem Schmelzpunkt von etwa 177°C des bevorzugten Gehäusematerials liegt, so dass das einfache thermische Verschweissen schwierig wird, sieht die Erfindung eine neuartige und spezielle Möglichkeit für die Anbringung der Filtermembran an der Verschluss-Kappe 14 vor. Das bevorzugte Befestigungsverfahren geht am besten aus Fig. 5 hervor. Bei der dargestellten Ausführungsform ist die hydrophobe Filtermembran mit einer dünnen Stützmaterialschicht 42 faserigen Aufbaus beschichtet. Die Filtermembran und die Stützschicht müssen dabei so gross sein, dass sie sich vollständig über die Entgasungsöffnungen 38 erstrecken und die um diese Öffnungen herum befindliche Fläche überlappen, doch muss die Filtermembran 40 wegen der positionsabhängigen Lage der Entgasungsöffnungen und aufgrund des verwendeten Werkstoffs wesentlich kleiner sein als die benetzbare Filtermembran 24, welche die gesamte Filtereinheit überspannt. Tatsächlich kann die flüssigkeitsabweisende Filtermembran weniger als die Hälfte der Oberfläche der benetzbaren Membran besitzen; eine zufriedenstellende Entgasung wird mit einer flüssigkeitsabweisenden Membran erreicht, die eine Grösse, d.h. Oberfläche, von weniger als einem Fünftel der Oberfläche der benetzbaren Filtermembran besitzt.
Die flüssigkeitsabweisende Membran wird so angeordnet, dass die Stützschicht zwischen ihr und der Kappe 14 liegt. Sodann wird ein nicht dargestellter Schweisskopf bzw. -Stempel gegen diese Filtermembran gedrückt. Der Schweiss-kopf besitzt dabei eine erhitzte, ringförmige Berührungsfläche solcher Grösse, dass sie mindestens mit einem umlaufenden, die Verschluss-Kappe überlappenden Randabschnitt der Filtermembran in Berührung bringbar ist. Der Schweiss-kopf wird dabei mit der Filtermembran in Berührung gehalten, bis der unter ihm befindliche Teil der Verschluss-Kappe durch die Erwärmung angeschmolzen worden ist und ausreichend flüssig wird, um in die Zwischenräume zwischen den
Fasern der faserigen Stützschicht hineinzufliessen. Hierauf wird der Schweisskopf zurückgezogen, worauf der Kunststoff abkühlt und die in die Zwischenräume der faserigen Stützschicht eingedrungenen Teile des Kunststoffs eine si-5 chere, wasserdichte Schweissverbindung mit der Filtermembran und der Stützschicht herstellen.
In bevorzugter Ausführungsform ist das Stützschichtmaterial ein Polyesterfaservlies, das bereits auf die Polytetrafluoräthylen-Filtermembran auflaminiert ist. Ein io solches Material wird unter der Handelsbezeichnung Ree-may backing, Typ LI0931, von der Firma Gore-Tex Company, Elkton, Md., USA, geliefert. Es hat sich herausgestellt, dass mit diesen bevorzugten Werkstoffen eine zufriedenstellende Schweissverbindung zwischen der Filter-i5 membran und einer aus Methylacrylat bestehenden Ver-schluss-Kappe hergestellt werden kann, wenn der Schweisskopf auf etwa 177 °C erwärmt und ungefähr 3 Sekunden lang mit einem Druck von etwa 5,6 bar gegen die Filtermembran angedrückt wird. Obgleich auch andere Kombina-20 tionen von Temperatur-, Zeit- und Druckverhältnissen angewandt werden können, werden die vorstehend angegebenen Parameter bevorzugt. Wahlweise kann durch Ultraschall-schweissung die Kunststoff-Kappe angeschmolzen werden, bis der Kunststoff einen durchgehenden Teil der Zwischen-25 räume in der faserigen Stützschicht ausfüllt.
Obgleich die flüssigkeitsabweisende Filtermembran 40 einen Flüssigkeitsaustritt über die Entgasungsöffnungen verhindert, ist dann, wenn im Filtergehäuse ein Unteratmosphärendruck, d.h. ein negativer Druckunterschied herrscht, 30 die Aussenluft bestrebt, durch die flüssigkeitsabweisende Filtermembran durchzudringen und in die zu filtrierende Lösung einzutreten. Wenn dabei die hydrophile Filtermembran 24 aus irgendeinem Grund nicht intakt ist, könnte die in die Lösung eingetretene Aussenluft unmittelbar in den Patienten 35 gelangen und möglicherweise zu Embolie führen. Zur Ermöglichung eines Austritts des eingeschlossenen Gases aus dem Gehäuse bei gleichzeitiger Verhinderung eines Eindringens von Aussenluft bei einem im Gehäuse herrschenden Unterdruck ist eine automatische bzw. selbsttätige Ent-40 gasungssteuereinrichtung vorgesehen, die auf den Differenzdruck bzw. Druckunterschied zwischen dem Inneren des Filtergehäuses und der Umgebungsatmosphäre anspricht. Bei der dargestellten Ausführungsform der Erfindung besitzt diese automatische, druckabhängige Entlüftungssteuerein-45 richtung die Form eines Schirmventils 46, das an der Aus-senseite der Verschluss-Kappe 14 über den Entgasungsöffnungen angeordnet werden kann. Gemäss Fig. 4 weist dieses Schirmventil eine im wesentlichen kreisförmige Glocke bzw. Kuppel 48 auf, die im unbelasteten Zustand unter einem 50 spitzen Winkel zu einem zentralen Schaft 50 verläuft. Der Schaft 50 weist in seinem Mittelteil einen ausgebauchten Abschnitt 52 auf, hinter dem er sich in einem konischen bzw. sich verjüngenden Schaftabschnitt 54 fortsetzt. Das gesamte Schirmventil ist ein einstückiges, einheitliches Gebilde, das 55 aus Gummi bzw. Kautschuk, vorzugsweise Naturkautschuk geformt sein kann, obgleich auch andere flexible und elastische, mit dem zu filtrierenden Strömungsmittel verträgliche Werkstoffe verwendet werden können.
Die Entgasungsöffnungen 38 sind in einem vorstehen-60 den, zylindrischen Abschnitt bzw. Stutzen 56 der Verschluss-Kappe 14 angeordnet, wobei dieser Stutzen um den Aussen-rand einer durch eine Wandfläche 60 umrissenen, zentralen, zylindrischen Vertiefung herum eine flache innere Schulter 58 aufweist. Gemäss Fig. 3 sind die vier Entlüftungsöffnun-65 gen auf gleiche Abstände von jeweils 90° um den Umfang 60 der zentralen Vertiefung herum angeordnet.
Die Glocke 48 des Schirmventils besitzt einen solchen Durchmesser, dass ihr Rand über der inneren Schulter 58
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liegt und sie somit die Entgasungsöffnungen 38 umgibt und vollständig abdeckt.
Das Schirmventil 46 wird in der Weise über den Entgasungsöffnungen 38 angebracht, dass sein Schaft in eine Zentralbohrung 62 im Boden der zylindrischen Vertiefung eingesetzt wird. Die Bohrung 62 besitzt einen wesentlich kleineren Durchmesser als der ausgebauchte Abschnitt des Schafts, der seinerseits als Ankerpunkt zur Halterung des Schirmventils in seiner Einbaulage dient. Der konische Schaftteil 54 wird dabei in die Bohrung 62 eingeführt und von der Innenseite der Verschluss-Kappe her herausgezogen, bis der elastische Ausbauchungsteil durch die Bohrung hindurchgetreten ist und an der Innenseite der Verschluss-Kap-pe wieder seine normale Form annimmt. Der Abstand zwischen der Innenkante der Zentralbohrung 62 und der Schulter 58 ist kleiner als die Länge des Schafts zwischen der Glocke 48 und dem Ausbauchungsteil 52. Wenn somit letzterer durch die Bohrung 62 hindurchgezogen ist, steht der elastische Schaft unter einer Spannung, wodurch eine axial gerichtete Zugkraft auf die Glocke ausgeübt und diese in eine normalerweise dicht an der Schulter 58 anliegende Stellung gezogen wird. Der konische Schaftteil kann sodann am unteren Ende des Ausbauchungsteils abgeschnitten werden, damit er die flüssigkeitsabweisende Filtermembran 40 nicht stört. Eine an der Unterseite des Umfangrandabschnitts der Glocke vorgesehene flache Berührungsfläche 64 begünstigt die Abdichtberührung mit der Schulter.
Bei dieser Konstruktion dichtet das elastische Schirmventil bei einem Ausfall der benetzbaren Filtermembran die Entgasungsöffnungen 38 gegen einen Eintritt von Aussenluft in das Filtergehäuse ab, wobei ein im Gehäuse herrschender Unterdruck bzw. ein negativer Druckunterschied zwischen dem Gehäuse und der Umgebungsatmosphäre nur bewirkt, dass die Glocke in noch innigere Abdichtberührung über den Entgasungsöffnungen gedrückt wird. Obgleich die flexible Schirmventil-Glocke einen Eintritt von Aussenluft verhindert, spricht sie dennoch auf den Druck des sich im Gehäuseinneren ansammelnden Gases an, um dieses Gas nach aussen abzulassen, wenn sein Druck ausreichend grösser ist als der Atmosphärendruck, d.h., wenn ein positiver Druckunterschied besteht. Das durch die benetzbare Filtermembran von der Flüssigkeit abgetrennte, mitgeführte Gas steigt zu den Entgasungsöffnungen hoch, die sich im oberen Teil des Gehäuses befinden. Wenn der Druck des die Entgasungsöffnungen erreichenden Gases einen ausreichend grossen Wert erreicht, wird die flexible Glocke gemäss Fig. 6 umgestülpt bzw. nach oben von der inneren Schulter 58 und den Entgasungsöffnungen hinweg ausgelenkt, so dass das abgetrennte Gas zur Aussenluft entweichen kann. Nach dem Ablassen des Gasdrucks nimmt die elastische Glocke wieder ihre Abdichtstellung über den Entgasungsöffnungen ein, so dass die Aussenluft an einem Eintritt in das Gehäuse gehindert wird.
Wie erwähnt, ist die Filtereinheit in erster Linie zur Verwendung in einer aufgehängten Lage in einer Infusionsanlage für parenterale Lösung vorgesehen. In diesem Fall wird die Filtereinheit normalerweise etwa 380 bis 460 mm unter einem Behälter für parenterale Lösung aufgehängt. Bei einer Flüssigkeitssäule von 380 bis 460 mm beträgt der Druck des von der Flüssigkeit abgetrennten Gases möglicherweise etwas mehr als 0,035 bar (Messdruck), wodurch ein positiver Druckunterschied zwischen dem mitgeführten bzw. eingeschlossenen Gas und der Umgebungsatmosphäre entsteht. Für diesen Anwendungsfall ist das Schirmventil vorzugsweise so ausgelegt, dass es das abgetrennte Gas bei einem Mess- bzw. Uberdruck von etwa 0,035 bar selektiv ablässt. Der Ablassdruck des Schirmventils ist eine Funktion verschiedener Veränderlicher, etwa des Ventilmaterials, der
Dicke der Glocke, der Zugspannung im Ventilschaft und dem Winkel zwischen Glocke und Schaft, deren Festlegung Sache des Fachmanns ist. Als Beispiel sei eine bereits verwendete Filtereinheit genannt, die das eingeschlossene Gas bei einem Überdruck von etwa 0,035 bar ablässt und welche sich durch folgende Merkmale auszeichnet: Abstand zwischen der Innenkante der Bohrung 62 der Verschluss-Kappe und der Schulter 58 = etwa 3,3 mm, Schirmventil aus Naturkautschuk mit einem Glockendurchmesser von etwa 7,6 mm und einer Dicke von etwa 0,76 mm bei einem Winkel der Glockenoberfläche von 61° gegenüber dem Schaft, Abstand zwischen dem oberen Ende der Glocke und dem Mittelpunkt des Ausbauchteils des Schafts = etwa 4,9 mm, Schaftdicke zwischen Glocke und Ausbauchteil = gleich-mässig 1,8 mm.
Anderseits ist die erfindungsgemässe Filtereinheit keineswegs auf den beschriebenen, speziellen Anwendungsfall beschränkt, vielmehr kann sie auch in einer tieferen Stellung in der Infusionsanlage oder einer «Verlängerungs»- oder «Er-weiterungs»-Anlage verwendet werden, die ungefähr auf der Höhe des Veneneinstichs oder nur geringfügig darüber angeordnet ist. Unter diesen Bedingungen entsteht über der Filtereinheit eine wesentlich grössere Flüssigkeitssäule, die zu einem positiven Druckunterschied bzw. Überdruck von bis zu etwa 0,21 bar (Messdruck) führt. Das Schirmventil kann daher je nach dem vorgesehenen Verwendungszweck so bemessen und angeordnet sein, dass es bei einem beliebigen Druck zwischen etwa 0,035 und 0,21 bar (Messdruck) ablässt. Ein Schirmventil mit höherem Ablassdruck gewährleistet normalerweise auch eine bessere Abdichtung zwischen Glocke und Schulter 58.
Wenn die Filtereinheit in Anlagen verwendet wird, in denen möglicherweise kein ausreichend grosser Gasdruck für die automatische Entgasung entsteht, stellt die durch die Wandfläche 60 unterhalb der Schirmventil-Glocke festgelegte zylindrische Vertiefung ein Mittel für das manuelle Entgasen des Filtergehäuses dar. Wie erwähnt, sind die Entgasungsöffnungen um diese Vertiefung herum angeordnet. Gemäss Fig. 3 wird insbesondere jede Entgasungsöffnung im wesentlichen durch die Wand dieser Vertiefung halbiert. Wenn nun gemäss Fig. 7 der Mittelteil der Schirmventil-Glocke 48 in die Vertiefung hineingedrückt wird, biegt sich die Glocke aufgrund einer drehpunktartigen Berührung zwischen ihr und der Kante der Vertiefung nach oben und aussen durch, so dass zumindest ein Teil der Entgasungsöffnungen zur Aussenluft hin geöffnet wird und das abgetrennte Gas austreten kann. Nach dem Loslassen nimmt die Schirm-ventil-Glocke wieder ihre normale Dichtposition ein. Da das Schirmventil mittels des Ausbauchteils sicher an der Ver-schluss-Kappe 14 verankert ist, und die Glocke selbst von der Wand des abstehenden Stutzens der Verschluss-Kappe umschlossen ist, lässt sich das Schirmventil nicht ohne weiteres herausnehmen oder unwirksam machen, so dass die flüssigkeitsabweisende Filtermembran ständig der Umgebungsatmosphäre ausgesetzt wäre.
Diese manuelle Entgasungsmöglichkeit ist auch bei einem Filter vorteilhaft, bei dem es aus irgendeinem Grund unerwünscht ist, dass das Schirmventil automatisch ablässt bzw. entlüftet. Beispielsweise kann das Schirmventil so ausgebildet und bemessen sein, dass eine besonders sichere Abdichtung zwischen seiner Glocke und der inneren Schulter gewährleistet wird. Ein derartiges Schirmventil vermag unter den in einer Infusionsanlage herrschenden, vergleichsweise niedrigen Staudrücken nicht automatisch abzulassen. Erfin-dungsgemäss wird jedoch eine einfache und wirksame manuelle Entlüftung einer solchen Filtereinheit beispielsweise zum Vorfüllen der Infusionsanlage ermöglicht.
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Aus der vorstehenden Beschreibung geht somit hervor, dass mit der Erfindung eine verbesserte und zweckmässige Filtereinheit zur Abtrennung von Gas von einer Flüssigkeit und zum Ablassen des Gases zur Aussenatmosphäre geschaffen wird. Die Filtereinheit ist dabei vergleichsweise einfach und kostensparend zu fertigen und zu montieren. Die flüssigkeitsabweisende Filtermembran mit faseriger Stützschicht zur Herstellung einer mechanischen Verbindung der Kunststoff-Verschluss-Kappe stellt ebenso wie die Ausführungsform mit dem ringförmigen Klebstreifen eine einfache und wirksame Möglichkeit zur Anbringung bzw. für den Einbau der Filtermembran dar. Eine druckempfindliche Entlüftungssteuerung, beispielsweise in Form eines flexiblen Schirmventils, ermöglicht die Verwendung der Filtereinheit in verschiedenen Anlagen, indem sie eine wirksame Möglichkeit für ein automatisches Entgasen der Filtereinheit bei gleichzeitiger Verhinderung eines Eintritts von Aussenluft in das Gehäuse darstellt. Wenn der Gasdruck zu niedrig ist, um
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eine selbständige Entgasung über das Schirmventil zu gestatten, ermöglicht die unter der Schirmventil-Glocke vorgesehene Vertiefung eine manuelle Auslenkung der Schirmven-til-Glocke zum Ablassen des abgetrennten Gases aus der Fil-5 tereinheit.
Obgleich vorstehend nur eine derzeit bevorzugte Ausführungsform der Erfindung dargestellt und beschrieben ist, die sich insbesondere für die Durchlauffiltrierung von parenteralen Lösungen eignet, sind dem Fachmann selbstver-io ständlich verschiedene Änderungen und Abwandlungen möglich, ohne dass vom Rahmen der Erfindung abgewichen wird. Beispielsweise kann anstelle des Schirmventils eine andere Entlüftungssteuereinrichtung verwendet werden, beispielsweise in Form von Lamellen oder anderen Steuerele-is menten, die auf einen Druckunterschied zwischen dem Inneren des Filtergehäuses und der Umgebungsatmosphäre ansprechen.
3 Blatt Zeichnungen

Claims (20)

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1. Filtereinheit zum Entgasen einer Flüssigkeit und Ablassen des Gases, gekennzeichnet durch folgende Teile: ein Gehäuse (10) mit Wänden (14,16, 18), die eine innere Kammer (37, 39) abgrenzen, eine Einlassöffnung (20) im Gehäuse, um die Flüssigkeit in die Kammer zu leiten, wobei eine der Gehäusewände ein benetzbares Filterelement (24) enthält, um nur Flüssigkeit durchzulassen, eine Auslassöffnung (22) stromab des'benetzbaren Filterelementes (24), um die Flüssigkeit davon abzuführen, mindestens eine Entgasungsöffnung (38) im Gehäuse (10), welche das Äussere des Gehäuses mit der inneren Kammer (37, 39) verbindet, um Gas aus der Kammer abzulassen, und ein vom Gehäuse getragenes flüssigkeitsabweisendes Filterelement (40,42), welches in der Strömungsbahn des abgelassenen Gases angeordnet ist, um Gas durchzulassen, aber den Austritt von Flüssigkeit durch die mindestens eine Entgasungsöffnung (38) verhindert, wobei das flüssigkeitsabweisende Filterelement eine flüssigkeitsabweisende Filtermembran (40) um-fasst, welche eine faserförmige Stützschicht (42) zwischen ihr und dem Gehäuse trägt, wobei eine ununterbrochene mechanische Verbindung zwischen der faserigen Stützschicht (42) und dem Gehäuse hergestellt ist, bei welcher Teile des Gehäuses die Zwischenräume der faserigen Stützschicht ausfüllen.
2. Filtereinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Filtermembran (40) aus einem Werkstoff mit wesentlich höherem Schmelzpunkt als demjenigen des Gehäusematerials (10) ist.
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PATENTANSPRÜCHE
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sigkeitsabweisenden Filtermembran (40) wesentlich kleiner ist als die Oberfläche des benetzbaren Filterelementes (24).
3. Filtereinheit nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Filtermembran (40) aus Polytetrafluoräthylen hergestellt ist und dass das Gehäuse (10) aus einem unter Wärmeeinfluss verformbaren Kunststoff besteht.
4. Filtereinheit nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (10) aus einem Acrylharz hergestellt ist, während die Filtermembran (40) aus Polytetrafluoräthylen und die Stützschicht (42) aus Polyesterfasern besteht.
5. Filtereinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass am Gehäuse (10) eine selbsttätig wirkende Entgasungssteuereinrichtung (46) vorgesehen ist, die auf den Druckunterschied zwischen dem Gehäuseinneren und der Umgebungsatmosphäre anspricht und bei einem positiven Druckunterschied wirksam wird, um ein Ablassen des aus der Flüssigkeit abgetrennten Gases über die Entgasungsöffnungen (38) zur Aussenluft zu gestatten, und die weiterhin einen Gas- bzw. Lufteintritt von der Umgebungsatmosphäre über die Entgasungsöffnungen (38) verhindert.
6. Filtereinheit nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die automatische Entgasungssteuereinrichtung (46) eine vom Gehäuse (10) getragene, flexible, elastische Abdeckung (48) mit einem Abschnitt (64) aufweist, welcher normalerweise die Entgasungsöffnungen (38) unter Abdichtung überdeckt, und dass dieser Abdeckungsabschnitt unter dem Einfluss eines positiven Druckunterschieds zum Ablassen des abgetrennten Gases von den Entgasungsöffnungen hinweg auslenkbar ist.
7. Filtereinheit nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die automatische Entgasungssteuereinrichtung (46) ein flexibles, federndes Schirmventil mit einem vom Gehäuse getragenen Schaft (50) und einer senkrecht vom Schaft abstehenden Glocke (48) aufweist, welche die Entgasungsöffnungen (38) überdeckt und abdichtet, und dass die Glocke (48) unter der Einwirkung eines positiven Druckunterschieds zum Ablassen des abgetrennten Gases von den Entgasungsöffnungen hinweg auslenkbar ist.
8. Filtereinheit nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schirmventil-Glocke (48) einen umlaufenden
Randabschnitt (64) aufweist, welcher die Entgasungsöffnungen (38) umschliesst und mit einer Fläche (58) des Gehäuses (10) in Dichtungsberührung steht.
9. Filtereinheit nach Anspruch 6, dadurch gekennzeich-5 net, dass das Gehäuse (10) in der Nähe der Entgasungsöffnungen (38) und unter der Abdeckung mindestens eine Wand (58) aufweist, die eine Vertiefung festlegt, und dass die Abdeckung (48) in die Vertiefung (60) hineindrückbar ist, so dass ihr über den Entgasungsöffnungen (38) liegender Ab-
lo schnitt (64) von diesen Öffnungen (38) hinweg nach aussen ausgelenkt und damit die Abdichtung zur Ermöglichung eines Ablassens von Gas aus der Filtereinheit aufgehoben wird.
10. Filtereinheit nach Ansprüchen 7 und 9, dadurch ge-15 kennzeichnet, dass mindestens eine am Umfang der Vertiefung (60) liegende und die Gehäusewand durchsetzende Entgasungsöffnung (38) vorgesehen ist, dass in der Vertiefung ein Befestigungsmittel (62) zur Festlegung des Schafts (50) des Schirmventils angeordnet ist und dass die
20 Schirmventil-Glocke (48) über der Vertiefung und der Entgasungsöffnung (38) liegt und sich vom Schaft (50) nach aussen erstreckt und dabei über der benachbarten Entgasungsöffnung (38) eine Abdichtung herstellt.
11. Filtereinheit nach Anspruch 10, dadurch gekenn-25 zeichnet, dass das Befestigungsmittel eine den Boden der
Vertiefung durchsetzende zentrale Bohrung (62) ist und dass der Schirmventil-Schaft (50) einen wulstförmigen Teil (52) aufweist, der sich auf der von der Glocke (48) abgewandten Seite der zentralen Bohrung befindet.
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12. Filtereinheit nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Schirmventil-Glocke (48) zur Ermöglichung eines Ablassens des abgetrennten Gases aus dem Gehäuseinneren über die Entgasungsöffnung bei einem Druckunterschied in der Grössenordnung von 0,035 bis 0,21 bar 35 auslenkbar ist.
13. Filtereinheit nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Schirmventil (48, 50) eine einstückige Konstruktion aus Gummi ist.
14. Filtereinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich-40 net, dass die im Gehäuse (10) vorgesehene Entgasungsöffnung (38) näher an der Einlassöffnung (20) als an der Auslassöffnung (22) angeordnet ist.
15. Filtereinheit nach Anspruch 1 aus vier Teilen, dadurch gekennzeichnet, dass sie ein zweiteiliges, starres Ge-
45 häuse (10) umfasst, wobei der eine Gehäuseteil ein flacher Basisteil (12) und der andere eine den Basisteil abdeckende Verschluss-Kappe (14) ist, dass das benetzbare Filterelement (24) längs seines Umfangrands an einer Innenschulter (26) des Basisteils (12) befestigt, beispielsweise angeschweisst ist, 50 dass die einstückig mit dem Gehäuse (10) ausgebildeten auf Abstand voneinander stehenden Einlass- und Auslassöffnungen (20,22) mit gegenüberliegenden Seiten des benetzbaren Filterelementes (24) kommunizieren, so dass ein sowohl Flüssigkeit als auch von dieser mitgeführtes Gas ent-55 haltendes Strömungsmittel zu dem Filterelement (24) leitbar ist, dass das benetzbare Filterelement (24) das mitgeführte Gas abtrennt und nur Flüssigkeit zum Auslass (22) strömen lässt, dass in der Verschluss-Kappe (14) stromauf vor dem benetzbaren Filterelement (24) die Entgasungsöffnungen 60 (38) zum Ablassen des durch dieses Filterelement von der Flüssigkeit abgetrennten Gases vorgesehen ist, dass die Entgasungsöffnungen (38) näher an der Einlassöffnung (20) als an der Auslassöffnung (22) angeordnet sind, so dass die Filtereinheit lagenabhängig ist, dass die Filtermembran (40) 65 von der Verschluss-Kappe (14) getragen wird und die Entgasungsöffnungen (38) abdeckt, um einen Austritt von Flüssigkeit aus dem Filtergehäuse (10) über die Entgasungsöffnungen (38) zu verhindern und dass die Oberfläche der flüs
16. Filtereinheit nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (10) im wesentlichen scheibenförmig ist.
17. Filtereinheit nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche der flüssigkeitsabweisenden Filtermembran (40) weniger als die Hälfte der Oberfläche des benetzbaren Filterelementes (24) beträgt.
18. Filtereinheit nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass am Gehäuse (10) ein flexibles Verschlussmittel (46) vorgesehen ist, das einen die Entgasungsöffnungen (38) abdeckenden und abdichtenden Abschnitt aufweist, dass das Gehäuse (10) neben den Entgasungsöffnungen und unter dem Verschlussmittel (46) mindestens eine Vertiefung (60) aufweist, und dass das Verschlussmittel (46) in die Vertiefung hineindrückbar ist, so dass sein über mindestens eine der Entgasungsöffnungen (38) liegender Abschnitt (64) von dieser mindestens einen Entgasungsöffnung wegschwenkt, dabei die Abdichtung aufhebt und das Ablassen von Gas aus der Filtereinheit zulässt.
19. Filtereinheit nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass das elastische Verschlussmittel (46) ein flexibles Schirmventil mit einem vom Gehäuse getragenen Schaft (50) und einer Schirm-Glocke (48) umfasst, die vom Schaft ausgeht und die Entgasungsöffnungen (38) unter Abdichtung überdeckt und dass die Glocke ausserdem die Gehäuse-Vertiefung (60) verdeckt.
20. Verfahren zur Herstellung der Filtereinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Filtermembran (40) und die Stützschicht (42) so am Gehäuse (10) angeordnet werden, dass die Stützschicht (42) am Gehäuse anliegt, dass ein durchgehender Abschnitt des Gehäuses an der Stützschicht lokal erwärmt wird, bis das Gehäuse ausreichend angeschmolzen ist und sein Material in die Zwischenräume zwischen den Fasern der faserförmigen Stützschicht fliesst, und dass das Gehäuse an der Stützschicht abgekühlt wird, so dass die in die Zwischenräume der Stützschicht eingedrungenen Gehäuseteile erstarren und eine ununterbrochene mechanische Verbindung mit der faserförmigen Stützschicht herstellen.
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