CH647286A5 - Phosphatfreie oder phosphatarme wasch- und reinigungsmittel. - Google Patents

Phosphatfreie oder phosphatarme wasch- und reinigungsmittel. Download PDF

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Description

Die Erfindung betrifft im wesentlichen phosphatfreie Waschhilfsmittel mit einem Gehalt an Polycarbonsäure in Salzform, Alkali-heptonat oder -gluconat, Alkali-metasilikat und Alkali-hydroxid.
Die konventionellen Hochleistungswaschmittel, vor allem solche für die Industrie- und Krankenhauswäsche, enthalten relativ grosse Mengen an Phosphat. So enthalten beispielsweise solche Produkte bis zu mehr als 30% Pentanatrium-tripolyphosphat, z.B. in Kombination mit Alkylbenzolsulfo-naten, Seifen, nichtionogenen Tensiden, Carboxymethylcel-lulose und Natriummetasilikat.
In Anbetracht der heutigen Erkenntnisse, dass die Verwendung von Phosphaten den Sauerstoffhaushalt der Gewässer belastet und deshalb aus ökologischen Gründen möglichst vermieden werden sollte, wurden bereits Waschmittel eingeführt, welche weitgehend frei von Phosphaten sind. Diese Waschmittel besitzen jedoch meistens eine verminderte Reinigungskraft im Vergleich zu den phosphathaltigen Produkten. Darüber hinaus führen sie oft zu Schädigungen der Waschautomaten und bedingen einen unerwünschten Griff der gewaschenen Textilien.
Waschmittel mit einem hohen Natriumsilikatgehalt werden beispielsweise in Ind. and Eng. Chem. 42, Seiten 856 und folgende sowie in der US-Patentschrift Nr. 3 272 753 beschrieben.
Silikate müssen bei relativ hohen pH-Werten und in weichem Wasser verwendet werden, um zu verhindern, dass sich mit dem Calcium und Magnesium eines harten Wassers Rückstände oder Schlämme bilden, die sich auf dem zu waschenden Material abscheiden. Nur beim Waschen mit Fettsäureseifen und in weichem Wasser sowie bei hohen Temperaturen und hohen pH-Werten können Alkalisilikate mit Erfolg verwendet werden. Die Hilfsmittel der vorliegenden Erfindung, die im wesentlichen oder vollständig phosphatfrei sind, verleihen den Waschmitteln nun eine Reinigungskraft, die genausogross oder noch grösser ist als die der bisher verwendeten phosphathaltigen Hochleistungswaschmittel. Vor allem bei hartnäckigen Schmutztypen, die in der Industrie-und Krankenhauswäsche beobachtet werden, wie z.B. Kohleschmutz, Hautschmutz, natürlicher und künstlicher Sebum-schmutz, Partikelschmutz und dergleichen sowie bei mit getrocknetem Blut beschmutzten Textilien bei den verschiedensten Gewebearten haben sie sich als äusserst wirksam erwiesen.
Die erfindungsgemässen Hilfsmittel in Kombination mit den üblichen Tensiden sind auch in hartem Wasser wirksam, ohne wesentliche Mengen Rückstand oder Schlamm zu bilden.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind nun flüssige phosphatfrede oder phosphatarme Reinigungs- oder Waschhilfsmittel der in den vorangehenden Ansprüchen genannten Art.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist weiter die Verwendung dieser Hilfsmittel als Phosphat-Ersatz allein oder zusammen mit Waschmitteln, besonders in der Industriewäsche.
Als Alkali-Komponente in den vorgenannten Mitteln kommen vor allem die Natriumsalze (bzw. NaOH) in Betracht. Als Poly-carbonsäuren kommen vor allem die poly-meren Carbonsäuren in Betracht, z.B. die Polymerisate der Acrylsäure, Hydroxyacrylsäure, Maleinsäure, Itaconsäure, Mesaconsäure, Aconitsäure, Methylenmalonsäure, Citraconsäure u.ä. Auch die Copolymerisate der vorgenannten Carbonsäuren untereinander oder mit äthylenisch ungesättigten Verbindungen wie Äthylen, Propylen, Vinylalkohol, Vinyl-äther, Vinylacetat, Furan, Acrolein, Acrylamid, Acrylnitril, Methacrylsäure, Crotonsäure u.a. sind geeignete polyanio-nische polymere Carbonsäuren. Vor allem geeignet sind die Polyacryl- bzw. Polyhydroxyacrylsäuren, die unter verschiedenen Bezeichnungen im Handel sind. Ihr mittleres MG liegt zwischen 160 und 1 000 000, bevorzugt 500-500 000, speziell etwa 1000-80 000. Die bevorzugten Mengenverhältnisse der Verbindungen a) bis d) liegen a) bei 30-75% bevorzugt 35-60%
b) bei 2.5-25% bevorzugt 5-15%
c) bei 20-45% bevorzugt 25-40%
d) bei 5-30% bevorzugt 5-25%
Die erfindungsgemässen Hilfsmittel können unter Umständen auch zusammen mit Phosphaten verwendet werden, wenn dies die besonderen Umstände erforderlich machen sollten. Jedoch kann in diesem Fall die sonst erforderliche Phosphatmenge um ein Bedeutendes, d.h. um mehr als die Hälfte, in den Waschmitteln reduziert werden.
Den erfindungsgemässen Mitteln können weiter optische Aufheller, Bleichmittel (wie Perborate) Farbstoffe sowie geruchsverbessernde Stoffe (Parfums) zugesetzt werden. Sie können mit den verschiedenen üblichen Waschmitteln vermischt werden und als solche Gemische direkt verwendet werden. Sie können weiter in der Wäsche direkt zugegeben werden,.
In einer bevorzugten Ausführungsform werden die neuen phosphatfreien Hilfsmittel mit den aus der UK-PA 2 068 405 bekannten Zusammensetzungen verwendet. Diese Mittel bestehen aus den nachfolgend genannten Komponenten:
A) 2 bis 35 Teile eines (C8-C24)-Höheralkylphenylpoly-
glykoläthers mit 5 bis 25 Glykolresten oder Mischungen derselben,
B) 5 bis 35 Teile eines Alkanolamins,
C) 0.5 bis 6 Teile eines kationischen Sequestriermittels.
Die erfindungsgemässen Zusammensetzungen sind Deter-gentien und besitzen auch als solche eine Reinigungswirkung, die sie vor allem als Vorwaschmittel geeignet machen. Sie können auch zur Entfernung nicht reaktiv-gebundener Farbstoffe in der Färberei mit solchen Farbstoffen eingesetzt werden. Sie verbessern auch die Echtheitseigenschaften solcher Färbungen, vor allem die Nass- und Reibechtheiten.
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Die zu verwendenden Mengen richten sich weitgehend nach dem Grad der Verschmutzung, üblicherweise sind 0.1 bis 60 g/kg, bevorzugt 1-40 g/kg (Trockenwäsche-Gewicht) ausreichend. Bei Kombination mit anderen Waschmitteln oder Detergentien ist das Gewichtsverhältnis 0.5 -5:1, bevorzugt 0.5 -1.5 : 1.
Die neuen. Mittel besitzen allein oder in Kombination eine besonders ausgeprägte Reinigungswirkung gegen hartnäckige Verschmutzungen wie z.B. mit Blut, Albumin, Graphit, Russ, Fettstoffe, Öle, Fette u.ä., vor allem bei der Wäsche von Cellulose- oder cellulosehaltigen (gefärbten oder ungefärbten) Textilien, oder solchen aus Polyamid oder Polyester oder Mischtextilien der vorgenannten Art. Sie sind in der Haushalt- und Industriewäsche geeignet und können in kontinuierlichen wie diskontinuierlichen Anlagen eingesetzt werden.
Die neuen Mittel sind biologisch abbaubar und schaumarm. Sie sind hartwasserverträglich und können auch mit Wasch- und Reinigungspulvern eingesetzt werden.
Die erfindungsgemässen Zusammensetzungen können ebenfalls in Kombination mit Seifen (vor allem Schmierseife) zusammen verwendet werden, wobei, wenn ihre Anwesenheit erwünscht ist, deren Zusatz bis zu 20% betragen kann.
Die Herstellung der vorgenannten Waschmittel erfolgt so, dass man die Komponenten in der in den Beispielen genannten Reihenfolge in entmineralisiertes Wasser einrührt, bis Homogenität erreicht ist.
In den Beispielen sind Teile Gewichtsteile oder Volumenteile, Prozente Gewichtsprozente. Die Temperaturangaben erfolgen in Celsiusgraden.
Beispiel 1
200 Teile entmineralisiertes Wasser werden vorgelegt und darin
400 Teile einer handelsüblichen Polyacrylsäure (Na-Salz,
MG ~ 3000, 40% wässrige Zubereitung) 100 Teile Na-Glukoheptonat 100 Teile Na(OH) (30%) und 120 Teile Na-metasilikat (wasserfrei)
nacheinander in der angegebenen Reihenfolge eingerührt bis Homogenität erzielt ist. (Dauer ca. 10 Min. bis 1 Std. je nach Ansatz.) Das entstehende Mittel kann als solches verwendet werden.
Beispiel 2
Ein gleich gutes Mittel erhält man, wenn man 150 Teile Wasser (entmineralisiert) und
100 Teile Na-Metasilikat (wasserfrei), bei sonst gleichen
Mengen der übrigen Bestandteile wie in Beispiel 1, einsetzt.
5 Beispiel 3
Ein ebenfalls gutes Mittel erhält man ausgehend von 500 Teilen Wasser (entmineralisiert) und 120 Teilen Poly-hydroxy-acrylsäure (Handelsware) (Na-Salz, MG — 3000) bei sonst gleichen. Mengen der io übrigen Bestandteile wie in Beispiel 1.
Beispiel 4
Nach den Angaben des Beispiels 1 wird eine wässrige Zubereitung aus 15 1400 Teilen Poly-a-hydroxyacrylsäure (K-Salz,
MG ~ 5000, ca. 40%ig)
30 Teilen K-Gluconat 110 Teilen K-Metasilikat und 150 Teilen K-Hydroxyd 20 hergestellt. Bei Verwendung gleicher Mengen K-Polyacrylat (MG — 5000) und K-Gluko-heptonat werden ebenfalls gute Mischungen erhalten.
Beispiel 5
25 Weisse Hotel- oder Krankenhauswäsche mässigen Verschmutzungsgrades werden in einer kontinuierlichen Waschröhre unter Verwendung von 3-6 g/kg Wäsche eines handelsüblichen Waschmittels (z.B. gemäss UK-PA 2 068 405) gewaschen. Das Flotten/Waren-Verhältnis beträgt 4:1. Der 30 Waschflotte werden 5-10 g/kg eines der Mittel der Beispiele 1-4 zugesetzt. Es wird eine rein-weisse Wäsche erhalten.
Beispiel 6
Stark verschmutzte Polyester-Baumwoll-Kleidung (In-35 dustrie-Kleidung) wird in einer Waschzentrifuge gewaschen.
Die Vorwäsche erfolgt 5 Minute lang bei 30-40°C mit 4-6 g/kg eines handelsüblichen Waschmittels (Basis Alkyl-benzolsulfonat) und 5-7 g/kg eines der Mittel gemäss Beispiel 1-4.
40 Die erste Hauptwäsche erfolgt bei 80° während 8 Min. mit 4-8 g/kg des gleichen Waschmittels und 8-13 g/kg eines der erfindungsgemässen Mittel.
Die zweite Hauptwäsche erfolgt bei 85-90°, 7-10 Min.
lang mit 2.5-3.5 g/kg Waschmittel und 8-13 g/kg eines der 45 erfindungsgemässen Mittel. In allen Stufen beträgt das Flotten/Waren-Verhältnis 5:1. Nach dem Klarspülen ist die Wäsche sauber.
v

Claims (5)

647286
1. Flüssige Zubereitungen, geeignet als Reinigungs- oder Waschhilfsmittel, und bestehend aus oder enthaltend a) 100 Gewichtsteile einer Polycarbonsäure in Salzform b) 2-400 Gewichtsteile eines Alkali-heptonates oder -gluco-nates c) 20-700 Gewichtsteile eines Alkali-metasilikates d) 10-150 Gewichtsteile eines Alkali-hydroxides.
2. Zubereitungen nach Anspruch 1, enthaltend b) 30-300 Gewichtsteile eines Alkali-heptonates oder -gluco-nates c) 20-600 Gewichtsteile eines Alkali-metasilikates d) 10-100 Gewichtsteile eines Alkali-hydroxides.
2
PATENTANSPRÜCHE
3. Zubereitungen nach Ansprüchen 1 und 2, enthaltend die dort genannten Bestandteile in Form einer 30-80, bevorzugt 50-80 gew. %igen wässrigen Zubereitung.
4. Zubereitungen nach Ansprüchen 1 bis 3, enthaltend als Salze von Polycarbonsäuren solche der Citronensäure, Homo- oder Copolymere der (Meth)Acryl- oder a-Hydroxy-acrylsäure, Maleinsäure, Crotonsäure, Isocrotonsäure, Itacon-säure, Mesaconsäure, Aconitsäure, Methylen-Malonsäure, Citraconsäure, gegebenenfalls mit weiteren äthylenisch-ungesättigten Verbindungen, wobei das MG dieser Säuren zwischen 160 und 1000 000, bevorzugt 1000 bis 80 000 liegt.
5. Verwendung der Zubereitungen nach Ansprüchen 1 bis 4 in der Industriewäsche.
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