CH657634A5 - Luftstrahl-spinnvorrichtung. - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Luftstrahl-Spinnvorrichtung nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Beim sogenannten Luftstrahl-Spinnverfahren zur Erzeugung von gesponnenem Garn durchläuft ein Faserband eine Luftstrahl-Düse, in welcher dem Faserband durch einen drehenden Luftstrahl eine Drehung erteilt wird. Das Verfahren ist in den US-Patenten 3 079 746,3 978 648 und 4 107 911 beschrieben.
Beim Luftstrahl-Spinnverfahren werden grosse Mengen Staub und Flugfasern durch die Luftstrahl-Düse in Bewegung gesetzt. Wenn sich Flugfasern in der Nachbarschaft des Spinndüsenbereichs absetzen, wird die Leistung der Spinndüse reduziert und die Garnqualität wird schlechter. Darüber hinaus verschmutzen aus dem Faserband herausgelöste Flugfasern den Arbeitsbereich.
Bisher wurden Flugfasern und Staub mittels einer an eine Saugleitung angeschlossene Staubkammer aus dem Spinndü-5senbereich entfernt. Indessen ist die durch die Saugleitung verursachte Luftströmung geeignet, zusätzliche Turbulenz zu erzeugen, durch welche erneut Staub im Spinndüsenbereich abgelagert wird.
Das Problem von Turbulenz und Staubablagerung ist besonders in Luftstrahl-Spinnvorrichtungen mit mehreren Düsen kritisch, bei denen Ausrichtung und Strahlbündelung zur Vermeidung von Garnbruch sichergestellt werden muss.
Die vorliegende Erfindung bezweckt die Vermeidung solcher Strahlstörungen durch eine Strahlführungseinrichtung 15 rund um die vorderste Düseneinheit, um Turbulenzen sowohl vor als auch hinter der Düseneinheit zu reduzieren und Lufl-strömungspfade gegen die Staubkammer auszubilden.
Die Lösung dieser Aufgabe ist durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs 1 definiert. Ausführungsfor-2omen davon gehen aus den abhängigen Ansprüchen hervor.
Zur Erläuterung der Erfindung wird auf die Zeichnung verwiesen. In dieser wird die Erfindung anhand der Fig. 2 bis 4 beispielsweise beschrieben. In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 einen Schnitt durch eine Düseneinheit einer Spinn-25 Vorrichtung, welche nicht mit einer Luftströmungsführungsplatte versehen ist und vor allem zur Darstellung des zu lösenden Luftführungsproblems dient,
Fig. 2 ein gleicher Schnitt durch eine Düseneinheit wie Fig. 1, jedoch mit einer Luftströmungsführungsplatte 30 versehen,
Fig. 3 ein Schnitt nach der Linie III-III in Fig. 2, und
Fig. 4 ein Schnitt ähnlich demjenigen nach Fig. 2, jedoch einer anders gestalteten Luftströmungsführungsplatte.
Die nachfolgende Detailbeschreibung zeigt die zur Zeit 35 beste Lösung für die vorliegende Erfindung. Das gezeigte Beispiel ist nicht im einschränkenden Sinne zu verstehen, sondern soll nur das Prinzip erläutern.
In einer Luftstrahl-Spinnvorrichtung nach Fig. 1 befindet sich nächst dem Kopf la einer Düse 1 eine an eine Sauglei-40 tung 2 angeschlossene Staubkammer 3 zum Absaugen von Abfallpartikeln wie Flugfasern, die nicht in den Düsenstrahl hineingesogen wurden, sowie andere frei fliegende Fasern und Staub, die über eine in die Düsenbohrung 5 hineinreichende Ausnehmung 11 aus der Bohrung 5 herausgeblasen wurden. 45 In einer Vorrichtung nach Fig. 1 lagern sich Flugfasern und Staub auch dann am vordem Düsenkopfabschnitt A ab, wenn die Saugkraft in der Leitung 2 verstärkt wird. Von diesem Abfalldepot werden dann immer wieder Teile in die Bohrung 5 hineingesogen, so dass Garnbrüche und andere De-50 fekte im Garn resultieren. Solche Störungen treten in zunehmender Zahl auf, wenn der Förderdruck des Luftstrahls durch die Bohrung 5 gesteigert wird. Es wurde festgestellt, dass die genannte Abfallablagerung deshalb entsteht, weil die über die Ausnehmung 11 aus der Bohrung 5 austretende Luft 55 nicht regelmässig in die Staubkammer 3 abgesaugt wird. Ein Teil der Luft fliesst dabei rückwärts (gemäss Pfeil X) gegen die Düsenspitze und stört dadurch den Luftabfluss in die Staubkammer 3.
In Fig. 2 bezeichnet 1 wiederum eine Düse, die in einem so Bereich angeordnet ist, der an einen Streckwerkabschnitt 4 (Fig. 1) anschliesst, in welchem sich Vorderwaizen 6 und Riemchen 7 befinden. Die Düse 1 enthält einen vordem (ersten) Bohrungsabschnitt 5 und einen hintern (zweiten) Bohrungsabschnitt 8, wobei letzterer innerhalb eines Düsenhal-65 ters 10 angeordnet ist. Eine Ausnehmung 11, angebracht an einer ausgewählten Stelle des Düsenkopfes Ia ist in Luftströmungsrichtung abwärts gerichtet, um Luft aus der Bohrung 5 austreten zu lassen.
3
657 634
Eine Staubkammer 3 ist so angeordnet, dass sie von der Unterseite des Düsenkopfes la her, diesen und die Vorderwalzen 6 umgibt. Eine Luftströmungs- oder Strahlführungsplatte 13 ist auf den Düsenkopf la aufgesetzt und von der Staubkammer 3 umfasst.
Die Luftströmungsführungsplatte 13 ist eine drehbar auf den Düsenkopf la aufgesetzte Scheibe mit einer koaxialen Bohrung. Die Wahl des Durchmessers der Platte 13 ist so,
dass sie mit der Innenkontur der Staubkammer 3 übereinstimmt und in dieser leicht drehbar ist, ohne jedoch einen Luftspalt zwischen der Staubkammer 3 und der Platte 13 festzulegen (Fig. 3).
Die obere Hälfte 13a (bezogen auf die Darstellungen in Fig. 2 und 3) der Luftströmungsführungsplatte 13 erstreckt sich bis zu einer Stelle, welche wenig höher als das obere Ende der obern Vorderwalze 6 (Fig. 2) und nächst der Streckwerk-Gehäusewand 16 liegt. Die untere Hälfte 13b ist mit einem weiten Luftströmungspfad 17 versehen, dessen Lage auf die Ausnehmung 11 abgestimmt ist und eine Verbindung mit dieser herstellt. Eine durch die Platte 13 gebildete Wand 18 stellt eine Unterteilung zwischen dem Pfad 17 für die aus der Bohrung 5 abströmende Luft und einem weitern Strömungspfad 20 für Luft her, die aus dem Vorderwalzenbereich an der Düsenspitze vorbei in die Staubkammer 3 strömt.
Die Streckwerk-Gehäusewand 16 ist aufklappbar. Die im Ausführungsbeispiel gezeigte Strömungsführungsplatte 13 ist wie erwähnt um den Düsenkopf la herum drehbar und weiter so gestaltet, dass die Unterkante der Streck werk-Gehäuse-wand 16 mit einem hülsenförmigen Absatz 14 der Platte 13 in Kontakt bringbar ist, wenn das Gehäuse geschlossen ist. Die Platte 13 wird dabei in eine Stellung gedreht, in welcher die Ausnehmung 11 für den Luftaustritt aus der Bohrung 5 mit dem Luftströmungspfad 17 in Verbindung steht.
Weil die Strömungsführungsplatte 13 in ihrer obern Hälfte 13a mit einem hülsenförmigen Absatz 14 versehen ist und als bezüglich der Staubkammer 3 freidrehbare Scheibe gestaltet ist, kann sie beim Schliessen der abklappbaren Gehäusewand 16 stets in ihre richtige Lage gebracht werden. Daraus resultiert ein grosser Vorteil beim Reinigen des Innern der Staubkammer 3. Die rückseitige Aussenfläche 21 der untern Hälfte 13b der Platte 13 steht in Kontakt mit der Stirnseite des Düsenhalters 10, welche somit als Anschlagfläche wirksam ist.
Weil die Luftströmung in der Staubkammer 3 durch die Strömungsführungsplatte 13 in eine einzige Richtung gelenkt ist, kann die Öffnung 22 am Boden der Staubkammer 3 grösser gemacht und als einzige Öffnung gestaltet werden, im Gegensatz zur Ausführungsform der Staubkammer 3 nach Fig. 1 mit zwei Öffnungen 23 und 24.
Bei der vorliegenden Erfindung ist die Luftströmung in die Staubkammer 3 in den Pfad 20 für die von der Düsen-5 spitze her angesaugte Luft und den Pfad 17 für die aus der Bohrung 5 abgegebene Luft unterteilt. Aus diesem Grund gelangen von den Streckwerkteilen 6 und 7 stammende und nicht in die Düse eingesaugte Flugfasern und Staub auf dem Pfad 20 in einer weichen Strömung direkt in die Staubkam-io mer 3, ohne dass diese Abfälle auf der Düsenspitze oder in deren Umgebung abgelagert werden. Die aus der Düsenbohrung 5 abgegebenen Flugfasern und Staubpartikel gelangen auf dem Strömungspfad 17 ebenfalls in die Staubkammer 3, ohne noch einmal zu den Streckwerkteilen 6 und 7 zurückge-ij führt zu werden.
Weil das obere Ende der Luftströmungsführungsplatte 13 des beschriebenen Ausführungsbeispiels etwas höher als die Vorderwalzen und nahe an der Streckwerkgehäusewand 16 20 angeordnet werden kann, erfolgt auch für die an der Düsenspitze la vorbeiströmende Luft eine Lenkung. Weil weiterhin die der Staubkammer 3 zugewandte Frontwand 18 nach der Auslaufseite hin verdickt gestaltbar ist, kann die Strömung auf dem Pfad 20 «weich» in die Saugleitung 2 gelangen, ohne 25 dass Turbulenzen in der Staubkammer 3 auftreten.
Im oben beschriebenen Ausführungsbeispiel ist in der Platte 13 ein grosser Strömungspfad 17 durch direkten Übergang dieses Pfades in die Ausnehmung 11 im Düsenkopf la gegeben. Anstelle dieser Ausführungsform kann der Strö-mungspfad 17 gemäss Fig. 4 auch etwas anders gestaltet werden. Die Platte 13 ist in Fig. 4 flansch-ähnlich gestaltet, wobei ein Flanschabschnitt 13c zwischen dem Düsenkopf la und der in die Düsenbohrung 5 reichenden Ausnehmung 11 greift. Die Rückseite des Flanschabschnittes begrenzt direkt den 35 Strömungspfad 17. Die Ausführungsform nach Fig. 4 begünstigt die Zutrittsmöglichkeit zur Ausnehmung 11 für Reini-gungs- und Unterhaltzwecke, wenn die Platte 13 gedreht wird.
Wie aus der vorstehenden Beschreibung herauslesbar ist, 40 wird in der erfindungsgemässen mit einer Luftströmungsführungsplatte versehenen Luftstrahl-Spinnvorrichtung die Luftströmung im Bereich der Düsenspitze so gelenkt, dass Flugfasern und Staub nicht mehr im Bereich der Düsenspitze abgelagert werden. Damit kann das Auftreten von Luftwirbeln 45 vor der Staubkammer und das Auftreten von Strömungen beim Spinnen wie Garnbrüche und dergleichen Defekte wirksam verhindert werden.
C
2 Blatt Zeichnungen
Claims (8)
1. Luftstrahl-Spinnvorrichtung zur Herstellung von gesponnenem Garn mit einem Streckwerk (6,7), einer Düsenanordnung (1, 5,11) und einer Absaugeinrichtung (2,3) zum Wegschaffen von Flugfasern und Staub vom Streckwerk und von der Düsenanordnung sowie deren Umgebung, gekennzeichnet durch eine im Bereich der Düsenanordnung (1,5,11) vorhandene Luftströmungsführungseinrichtung (13) in der Form eines radial ausserhalb der Düsenanordnung befindlichen und diese umgebenden scheibenförmigen Elements, welche die Ausschaffung der genannten Spinnabfalle mittels einer nichtturbulenten Luftströmung bewirkt.
2. Spinnvorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Strömungstrenneinrichtung (13a, 13b, 13c, 18) zur Verhinderung des Eintritts von Spinnabfallen aus der Düsenanordnung ( 1, 5,11 ) in den Bereich des Streckwerkes (6,7) oder in den in Faserdurchlaufrichtung vor der Düsenanordnung liegenden Vorrichtungsbereich.
3. Spinnvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das scheibenförmige Element (13) um die Düsenanordnung (1, 5,11) drehbar ist.
4. Spinnvorrichtung nach Anspruch 3 mit einer aus einer Saugleitung (2) und einer dieser strömungsmässig vorgeschalteten Staubkammer (3) gebildeten Absaugeinrichtung für die Spinnabfälle, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung der Staubkammer dem Streckwerk (6,7) und der Düsenanordnung (1, 5,11) zugewandt ist.
5. Spinnvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das scheibenförmige Element eine Luftströ-mungsführungsplatte (13) ist, welche auf dem über einen Düsenhalter (10) herausragenden und eine Luftauslass-Ausnehmung (1 1) enthaltenden Kopfabschnitt (la) einer Düse (1) angeordnet ist, wobei die Luftströmungsführungsplatte (13) zwischen der Düsenkopfspitze und der Luftauslass- Ausnehmung sitzt und ein Abschnitt (13b, 18) davon zwei Luftströmungspfade (17, 20) separiert, von welchen der eine an der Düsenkopfspitze vorbeiführt und der andere die aus einer Luftauslass-Ausnehmung (11) abströmende Luft aufnimmt.
6. Spinnvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftströmungsführungsplatte (13) auf dem Düsenkopf (la) dreh- und längsverschiebbar angeordnet ist.
7. Spinnvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftströmungsführungsplatte in ihrem obera Teil einen hülsenförmigen Absatz (14) trägt, der zum zentrierenden Eingreifen mit einer abklappbaren Streckwerk-Gehäusewand (16) bestimmt ist.
8. Spinnvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der oberste Teil ( 13a) der obern Hälfte der Luftströmungsführungsplatte ( 13) über die Höhe der obern Vorderwalze (6) hinausragt.
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