CH659660A5 - Verfahren zur reinigung der innenflaeche von in ringform vorliegenden metallrohren. - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reinigung der Innenfläche von in Ringform vorliegenden Metallrohren mit einem flüssigen Reinigungsmittel, vorzugsweise einem organischen Lösungsmittel, bei dem das Reinigungsmittel durch die Rohrlänge hindurchgeführt wird und danach das an der Rohrwandung haftende Reinigungsmittel verdampft wird.
Es ist bekannt, dass die Korrosion von Kupferrohren, die im sanitären Bereich verwendet werden, in den meisten Fällen durch Kohlenstoff auf der Innenfläche des Rohres herbeigeführt wird. Dieser Kohlenstoffilm entsteht beispielsweise durch thermische Zersetzung des beim Rohrziehen zugesetzten Ziehmittels. Bei weichen Rohren, die nach dem letzten Ziehvorgang weichgeglüht werden, entstehen die Zersetzungsprodukte bereits beim Weichglühen. Aber auch bei harten Rohren, die keinem Glühvorgang unterzogen werden, kann ein solcher schädlicher Kohlenstoffilm entstehen, wenn z.B. die Rohre durch Hartlöten miteinander verbunden werden, bzw. zur Erleichterung des Biegens erwärmt werden.
Es hat sich gezeigt, dass der beim Erwärmen entstehende Kohlenstoffilm nahezu unschädlich ist, wenn weniger als 0,1 mg/dm2 Fett auf der Innenoberfläche des Rohres vorhanden sind.
Zur Entfernung des Fettstòffilmes im Innern des Rohres ist es bereits bekannt, ein Entfettungsmittel, wie z.B. Per-chloräthylen oder Trichloräthylen in dem Rohrring oder Rohrbund umzuwälzen und dann das Rohr durch Umwälzung von Warmluft zur Verdampfung des restlichen Entfettungsmittels zu trocknen. Dieses Verfahren gewährleistet eine sehr gute Entfettung, ist jedoch sehr kostspielig, da es langsam ist und den normalen Fertigungsablauf unterbricht.
Ein anderer Vorschlag sieht vor, in das Rohr Wasserdampf einzuführen, dem einmalig oder mehrmals eine bestimmte Menge eines Entfettungsmittels zugesetzt wird. Es hat sich jedoch gezeigt, dass bei dieser Behandlungsmethode der Fettfilm nur auf das gewünschte Mass reduziert werden kann, wenn dieser Vorgang mehrfach wiederholt wird. Es versteht sich von selbst, dass dieses Verfahren unwirtschaftlich ist.
Der Erfindung hegt von daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzugeben, mit dem es in wirtschaftlicher Weise möglich ist, den Fettstoffilm so weit abzusenken, dass er weniger als 0,1 mg Fett pro dm2 ausmacht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass zunächst eine vorbestimmte Menge des Reinigungsmittels in das Rohr eingefüllt, danach ein den Rohrquerschnitt ausfüllender Stopfen eingebracht, der Stopfen mittels Druck durch die gesamte Rohrlänge transportiert wird, wobei er die Reinigungsmittelmenge vor sich hertreibt, und abschliessend der Druck im Rohr abgebaut wird.
5 Bei dem Verfahren gemäss der Lehre der Erfindung wird nur eine geringe Menge des Lösungsmittels, beispielsweise 3 bis 5 Liter benötigt, um das Rohr zu reinigen. Dabei ist es wesentlich, dass die Geschwindigkeit, mit der der Stopfen durch das Rohr transportiert wird, so hoch ist, dass die Rei-io nigungsmittelmenge allseitig mit dem Rohr in Berührung steht. Nach dem Austritt des Stopfens aus dem Rohr wird der Anschluss des Druckerzeugers von dem Rohr entfernt und der aufgebaute Überdruck wird langsam abgebaut. Zur Vermeidung von Gesundheitsschädigungen, wenn beispiels-15 weise Lösungsmittel, wie Perchlor- oder Trichloräthylen verwendet werden, ist es vorteilhaft, das aus den Rohrenden austretende Lösungsmitteldämpfe enthaltende Druckmedium, vorteilhafterweise ist dies Stickstoff, abzusaugen.
Die gute Entfettungswirkung lässt sich dadurch erklären, 20 dass das Reinigungsmittel mit einer grossen Geschwindigkeit an der Rohrwandung entlang transportiert wird, so dass Verwirbelungen entstehen, welche das Fett auch aus den kleinsten Poren in der Oberfläche des Rohres herausspülen. Darüber hinaus wird dafür Sorge getragen, dass der in 25 Durchlauf gesehen hinter dem Stopfen verbleibende Reinigungsmittelfilm sehr dünn ist, so dass nach dem Verdampfen des Reinigungsmittels der verbleibende Fettstoffilm so dünn ist, dass er weniger als 0,1 mg Fett pro dm2 ausmacht.
Zur Erreichung dieses extrem dünnen Films ist es in 30 Durchführung der Erfindung vorteilhaft, einen Stopfen aus kapillarem Material, vorzugsweise einen Filzstopfen zu verwenden, dessen Durchmesser gegenüber dem Rohrinnendurchmesser ein geringes Übermass aufweist. Sowie der Stopfen mit dem Reinigungsmittel in Kontakt kommt, wird 35 er mit diesem getränkt und sorgt aufgrund des Übermasses für eine intensive Reinigung der Rohrinnenfläche und eine Entstehung des gewünschten extrem dünnen Reinigungsmittelfilms. Das Verhältnis von Länge zu Durchmesser des Filzstopfens sollte zwischen 1,1 und 2,0 liegen. 40 Die eingangs gestellten Forderungen können durch einmalige Anwendung des erfindungsgemässen Verfahrens erreicht werden. Besteht eine Forderung nach wesentlich niedrigeren Fettwerten, so kann das Verfahren gegebenenfalls noch wiederholt werden. Schickt man unmittelbar nach dem 45 Austritt des Reinigungsmittels und des Stopfens aus dem Rohr einen trockenen Filzstopfen hinterher, erzielt man Werte, die wesentlich unter 0,1 mg Fett pro dm2 liegen. Durch den trockenen Filzstopfen wird der an der Rohrwandung haftende Reinigungsmittelfilm entfernt.
so Ein weiterer wesentlicher Vorteil des erfindungsgemässen Verfahrens ist noch darin zu sehen, dass die durch den Zieh-prozess entstandenen Kupferflitter ebenfalls aus dem Roh-rinnern entfernt werden.
Die Erfindung ist anhand eines Ausführungsbeispiels nä-55 her beschrieben.
In ein Kupferrohr mit einem Aussendurchmesser von 15 mm und einer Wanddicke von 1 mm und einer Gesamtlänge von in etwa 1000 m Länge, welches in Form eines Ringbundes gewickelt ist, werden zunächst 5 Liter reines Tri-60 chloräthylen eingefüllt. Vom Einfüllende her wird ein Filzstopfen mit einem Aussendurchmesser von 14 mm in das Rohr eingedrückt und das Rohrende mit einem Druckerzeuger, vorzugsweise einer unter Druck stehenden Stickstofffla-sche verbunden. Der in der Stickstoffflasche anstehende « Druck beträgt in etwa 20 bar. Sowie das Ventil der Stick-stoffflasche geöffnet wird, bewegt sich der Filzstopfen durch die Rohrwindungen hindurch, und zwar mit einer Geschwindigkeit von in etwa 6 bis 7 m pro Sekunde. Dabei treibt er
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die Lösungsmittelmenge vor sich her, so dass diese die gesamte innere Oberfläche des Rohres umspült. Nach dem Austritt des Lösungsmittels und des Stopfens aus dem Ringbund wird der Anschluss der Stickstoffflasche von dem Rohr entfernt. Der Lösungsmittel enthaltende Stickstoff tritt nun aus beiden Rohrenden aus. Nachdem der Druckausgleich hergestellt ist - dieser Vorgang dauert in etwa 2 Minuten -liegt ein vollkommen getrocknetes Rohr vor. Dieses Rohr wird danach einem Richtvorgang und einem Ablängvorgang unterworfen.
Das Rohr hatte vor der Behandlung einen Fettgehalt an der inneren Oberfläche von 5 mg/dm2. Nach der beschriebenen Behandlung wurde ein Fettgehalt von 0,06 mg/dm2 ermittelt. Dieser extrem niedrige Fettgehalt war über die ge-5 samte Rohrlänge, von geringen Schwankungen abgesehen, gleich.
Bei dem beschriebenen Beispiel wurde als Druckmedium Stickstoff angegeben. Es lässt sich jedoch jedes andere unter Druck stehende Medium verwenden, so auch Pressluft, wo-io bei dafür zu sorgen ist, dass diese ölfrei ist.
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Claims (3)
1. Verfahren zur Reinigung der Innenfläche von in Ring-form vorliegenden Metallrohren mit einem flüssigen Reinigungsmittel, vorzugsweise einem organischen Lösungsmittel, bei dem das Reinigungsmittel durch die Rohrlänge hindurchgeführt wird und danach das an der Rohrwandung haftende Reinigungsmittel verdampft wird, dadurch gekennzeichnet, dass zunächst eine vorbestimmte Menge des Reinigungsmittels in das Rohr eingefüllt, danach ein den Rohrquerschnitt ausfüllender Stopfen eingebracht, der Stopfen mittels Druck durch die gesamte Rohrlänge transportiert wird, wobei er die Reinigungsmittelmenge vor sich hertreibt, und abschliessend der Druck in dem Rohr abgebaut wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Stopfen aus kapillarem Material, vorzugsweise ein Filzstopfen verwendet wird, dessen Durchmesser gegenüber dem Rohrinnendurchmesser ein geringes Übermass aufweist.
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PATENTANSPRÜCHE
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Filzstopfen mit einem Verhältnis von Länge zu Durchmesser von 1,1 bis 2,0 verwendet wird.
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