CH674150A5 - - Google Patents

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CH674150A5
CH674150A5 CH3610/87A CH361087A CH674150A5 CH 674150 A5 CH674150 A5 CH 674150A5 CH 3610/87 A CH3610/87 A CH 3610/87A CH 361087 A CH361087 A CH 361087A CH 674150 A5 CH674150 A5 CH 674150A5
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CH
Switzerland
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zmpm
lactobacillus acidophilus
vaginal
strains
medicament according
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CH3610/87A
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English (en)
Inventor
Valery Mikhailovich Korshunov
Nikolai Nikolaevich Volodin
Ljudmila Ivanovna Kafarskaya
Natalya Petrovna Ivanova
Boris Vladimirovich Pinegin
Original Assignee
2 Oi Mo G Med I Im N I Pirogov
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    • A61K35/744—Lactic acid bacteria, e.g. enterococci, pediococci, lactococci, streptococci or leuconostocs
    • A61K35/747—Lactobacilli, e.g. L. acidophilus or L. brevis
    • A—HUMAN NECESSITIES
    • A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
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    • A61K9/0012—Galenical forms characterised by the site of application
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    • Y02A—TECHNOLOGIES FOR ADAPTATION TO CLIMATE CHANGE
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Description

BESCHREIBUNG
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Gebiet der Medizin, insbesondere auf ein Arzneimittel zur Prophylaxe und Behandlung der Vaginaldysbakteriosen. Das vorgeschlagene Arzneimittel findet Verwendung in der Geburtshilfe zur Normalisierung der Vaginalmikrobiozenose zwecks Prophylaxe der postnatalen Infektionskomplikationen sowie zur Vorbeugimg der ante- und intranatalen Infizierung der Frucht durch bedingt pathogene Mikroorganismen, die sich im Genitaltrakt der Mutter befinden, und in der Gynäkologie zur Behandlung der unspezifischen Vaginitis, Vulvovaginitis, die durch die Störung der Mikroflora des Genitaltraktes begleitet werden.
Dem Zustand der Mikroflora des Genitaltraktes einer Frau wird eine ausserordentlich wichtige Rolle beigemessen, weil die Bildung der Mikroflora des Neugeborenen in den ersten Tagen nach der Geburt in vielem von der Mikrobioze-nose des Zervikalkanals, der Vagina abhängt, und erst im weiteren auch von der Umgebung bedingt wird. Durch eine Reihe von Untersuchungen wurde die Abhängigkeit zwischen der Häufigkeit der eitrig-entzündlichen Erkrankungen bei Wöchnerinnen in postnataler Periode und dem Zustand der Mikroflora der Geburtswege festgestellt.
Noch mehr, in der Entwicklung einer Reihe von unspezifischen Erkrankungen der Geschlechtssphäre spielt die führende Rolle die endogene Flora des Genitaltraktes.
Zur Zeit ist ein Arzneimittel zur Prophylaxe und Behandlung der Vaginaldysbakteriosen bekannt, das aus der Bakterienkultur Lactobacillus acidophilus Doederleini, Östriol und einem Füllstoff besteht. Das Arzneimittel wird in Form von Vaginalsuppositorien angewendet (US, A 3 639 566). Da im Arzneimittel der Stamm verwendet wird, der aus der Vagina einer gesunden Frau isoliert wurde und nach dem Merkmal der Adhäsion gegen menschliche Vaginalepitheliozyten und -erythrozyten nicht selektioniert wurde, ist das genannte Präparat nicht imstande, ein anhaltendes beständiges Einleben der Laktobakterien in der Vagina zu sichern, indem dieser zur Herabsetzung des therapeutischen Effekts und zu wiederholten Störungen der Vaginalmikrobiozenose führt.
Ausserdem begrenzt die Einführung von Östriol ins Arzneimittel dessen Anwendung bei Schwangeren.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, durch Ausnutzung von neuen Stämmen ein Arzneimittel zur Prophylaxe und Behandlung der Vaginaldysbakteriosen zu entwickeln, das einen deutlichen und anhaltenden therapeuti-s sehen Effekt bewirkt, ein breites Wirkungsspektrum besitzt und eine multiple Resistenz gegen Antibiotika aufweist.
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass das erfindungsge-mässe Arzneimittel zur Prophylaxe und Behandlung der Va-ginaldysbakteriose, das eine Bakterienkultur vorsieht, erfin-io dungsgemäss als Bakterienkultur ein Gemisch aus dem Stamm Lactobacillus acidophilus ZMPM B-3324 und dem Stagim Lactobacillus acidophilus ZMPM B-3325 in einem Verhältnis von 1 : 1 enthält. Die Stämme wurden durch die natürliche Auswahl nach dem Merkmal der Adhäsion gegen 15 menschliche Vaginalepitheliozyten und -erythrozyten aus dem aus der Vagina einer gesunden erwachsenen Frau isolierten Ausgangsstamm Lactobacillus acidophilus selektioniert und sind im Zentralmuseum für Industriemikroorganismen des Allunions-Forschungsinstituts für Genetik und 20 Selektion der Industriemikroorganismen am 29.03.85 VSESOJUZNYNAUCHNO-ISSLEDOVATELSKY INSTITUT GENETIK ISELEKTSIIPROMYSHLEN-NYKH MICROORGANIZMOV (VNIIGENETIKA) USSR, Moscow, Dorozhny proezd, I hinterlegt. 25 Der therapeutische Effekt des erfindungsgemässen Arzneimittels ist durch den Gehalt im Arzneimittel von hochad-häsiven und antagonistisch aktiven Laktobakterienstämmen bedingt, die bei der Einführung in die natürlich existierende Biozenose eine bedeutende Aktivität im Kampf für die eko-30 logische Nische gegen andere Mikroorganismen an den Tag legen. Die multiple Resistenz gegen Antibiotika gestattet, das erfindungsgemässe Arzneimittel neben Antibiotikatherapie anzuwenden. Es ist möglich, das erfindungsgemässe Arzneimittel auch bei spezifischen Entzündungsprozessen in 35 Kombination mit spezifischer Arzneimitteltherapie anzuwenden.
Das erfindungsgemässe Arzneimittel kann zur Korrektion der dysbiotischen Störungen der Vaginalmikroflora, zur Prophylaxe und Behandlung der eitrig-entzündlichen Er-40 krankungen der Geschlechtssphäre bei Schwangeren mit der möglichen Entwicklung der Infektionspathologie sowie zwecks Prophylaxe der eitrig-entzündlichen Erkrankungen bei Neugeborenen beim genannten Krankengut der Schwangeren angewendet werden.
45 Das erfindungsgemässe Arzneimittel wird auch zur Behandlung der gynäkologischen Erkrankungen der Infek-tionsätiologie empfohlen. Das erfindungsgemässe Arzneimittel wird intravaginal in einer beliebigen geeigneten galeni-schen Form, beispielsweise in Form von Pulver, Kapseln, 50 Suppositorien eingeführt.
Das erfindungsgemässe Arzneimittel enthält vorzugsweise das Gemisch der genannten Stämme in einer Menge von 0,5—1 • 109 Mikrobenzellen.
Das erfindungsgemässe Arzneimittel stellt eine fein-55 poröse Masse von weisslich-grauer Farbe dar. Beim Auflösen im destillierten Wasser wird eine homogene Suspension von gelblich-brauner Schattierung gebildet.
Den Wirkstoff des erfindungsgemässen Arzneimittels 6o stellen lebendige Bakterienzellen der hochadhäsiven antagonistisch aktiven Stämme Lactobacillus acidophilus ZMPM B-3324 und Lactobacillus acidophilus ZMPM B-3325 dar, die eine hohe adhäsive Wirksamkeit gegen die Vaginalepitheliozyten besitzen.
65 Die genannten Stämme sind im Zentralmuseum für Industriemikroorganismen des Allunions-Forschungsinstituts für Genetik und Selektion der Industriemikroorganismen hinterlegt worden.
Die genannten Stämme wurden aus der Vagina der gesunden Frauen isoliert und im weiteren nach dem Merkmal der hohen Adhäsien gegen menschliche Vaginalepitheliozyten und -erythrozyten selektioniert.
Die genannten Stämme stellen unbewegliche grampositive Bakterien dar. Im Abstrich sind sie ordnungslos angelegt, junge Kulturen können mit Methylenblau unregelmässig gefärbt werden, bilden keine Sporen, sind anaerob.
Im flüssigen Medium MRS-1 wächst der Stamm Lactobacillus acidophilus ZMPM B-3325 aktiv in der ganzen Mediumdicke unter Bildung eines geringen Niederschlags. Der Stamm Lactobacillus acidophilus ZMPM B-3324 wächst im flüssigen Medium MRS-1 am Boden, indem das Medium klar bleibt.
Am dichten Medium MRS-4 bilden die genannten Stämme Kolonien mit glatten Rändern, unklare, ohne Pigment von 1 bis 2 mm Durchmesser. Sie wachsen auf der Oberfläche des dichten Nährmediums in der C02-Atmosphäre oder bei einem Unterdruck der Atmosphäre von 1 kp/cm2. Die optimale Wachstumstemperatur beträgt 73 + 0,5 °C.
Die Stämme vergären Saccharose, Maltose, Galaktose, Fruktose, Arabinose, Laktose, Raffinose; vergären Lyxose, Xylose, Mannit, Rhamnose, Dulzit, Citrullin, Rubose, Sorbit nicht.
Benennung des Minimale Hemmkonzentrationen in
Arzneimittels Hg/ml
Lactobacillus Lactobacillus acidophilus acidophilus
ZMPM B-3325 ZMPM B-3324
Nistatin absol. beständ.
absol.
beständ.
Nevigramon (Nalidixin-
säure)
50000
50000
Polymyxin
10000
10000
Gentamyzin
40
40
Kanamyzin
1000
1000
Linkomyzin
25
25
Levomyzetin
5
5
5-Methyl-3-phenyl-4-
-isoxyasolylpenizillin
und 6-/D-(—)-a-amino-
phenylazetamideo/-
penizillansäuretrihydrat
in einem Verhältnis von
1: 1
0,5
0,5
6-/D-(—)-a-Aminophe-
nyl-
azetamido/-penizillan-
säuretrihydrat
0,5
0,5
Die genannten Stämme weisen eine antagonistische Wirksamkeit gegen Shigellen, Salmonellen, Klebsiellen, Staphylokokken und Bakterien der Proteus-Reihe auf.
Adhäsive Eigenschaften der genannten Stämme
Benennung des Stammes Indexe der Adhäsion
Adhäsionsindex Adhäsionsindex gegen Erythro- gegen Vaginal-zyten epitheliozyten
Lactobacillus acido- 8,8 19,7 philus ZMPM B-3325
Lactobacillus acido- 6,0 21,8 philus ZMPM B-3324
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Unter dem Fachbegriff Adhäsionsindex versteht man die Durchschnittszahl der Bakterien, die an Erythrozyten anhaften (hochadhäsive >4,0).
Die genannten Stämme sind für Versuchstiere und Men-5 sehen unpathogen.
Das erfindungsgemässe Arzneimittel wurde im Tierversuch und in der Klinik an Volontären und am begrenzten Krankengut der Schwangeren untersucht.
Die Untersuchung der Unpathogenität der Laktobakte-w rien Lactobacillus acidophilus ZMPM B-3324 und ZMPM B-3325 wurde an 50 rasselosen Mäusen von 18 bis 20 g Körpermasse und an 50 Mäusen der Linie CBA von 18 bis 20 g Körpermasse geprüft, denen die genannten Stämme in einer Menge von 0,5 — 1 • 109 Mikrobenzellen pro eine Maus in 15 den Magen durch die Sonde eingeführt wurden.
Die Tiere erhielten Laktobakterien einmal pro Tag innerhalb von 30 Tagen. Während der ganzen Medikationsperiode und während der nachfolgenden 30 Beobachtungstage wurden bei den Tieren keine Nebenreaktionen festgestellt. 20 Die Tiere waren aktiv, nahmen gut zu. 1, 5,10, 30 und 40 Tage nach dem Beginn der Einführung von Laktobakterien brachte man je 3 rasselose Mäuse und je 3 Mäuse der Linie CBA um, sezierte die Bauch- und Brusthöhlen und untersuchte den Zustand der Organe sofort nach dem Sezieren. In 25 keinem Fall wurden deutliche pathologische Veränderungen seitens der inneren Organe der Tiere nachgewiesen.
Bei der histologischen Untersuchung der frisch eingefrorenen und Paraffinabschnitte von Leber, Milz, Dünn- und Dickdarm, Magen, Lungen, mesenteriellen Lymphknoten 30 wurden keine pathologischen Veränderungen nachgewiesen.
Die Kontrollgruppe der Tiere (50 rasselose Mäuse, 50 Mäuse der Linie CBA von 18 bis 20 g Körpermasse) erhielten zu derselben Zeit statt Laktobakterien physiologische Natriumchloridlösung. Das Umbringen und das Sezieren 35 der Kontrolltiere wurden zu derselben Zeit wie bei den Versuchstieren unternommen. Nachher wurde die Schlussfolgerung gezogen, dass das erfindungsgemässe Arzneimittel für Labortiere unpathogen ist.
Bei der Untersuchung der Untoxizität, Apyrogenität, 40 Unschädlichkeit der Laktobakterien für Menschen wurde festgestellt, dass die Einführung des Bakterienpräparats innerhalb von 7 Tagen (einmal pro Tag, die Einzeldosis betrug 0,5 — 1 ■ 109 Mikrobenzellen) keine Nebenerscheinungen im Laufe von 30 Tagen vom Beginn der Medikation mit dem 45 Laktobakterienpräparat hervorruft. Der Zustand der Volontäre war befriedigend, das Selbstbefinden, der Appetit waren gut. Die Körpertemperatur während der ganzen Beobachtungsperiode war normal und überstieg 36,8 °C nicht.
Bei der klinischen Prüfung des Arzneimittels befanden so sich unter Beobachtung 2 Gruppen der Schwangeren mit der erschwerten geburtshilflichen und gynäkologischen Anamnese (drohender Abortus, chirurgische Korrektion der isthmisch-zervikalen Insuffizienz, chronische entzündliche Erkrankungen der Geschlechtssphäre).
55 Die Frauen der 1. Gruppe (30 Patientinnen), die bei einer Schwangerschaftsfrist von 24 bis 32 Wochen in die Klinik gelangten, bekamen ausser der gewöhnlichen Behandlung täglich das erfindungsgemässe Arzneimittel am Tampon in einer Dosis von 0,5 —1 • 109 Mikrobenzellen.
60 Die Frauen der 2. Gruppe (20 Patientinnen) erhielten die ihrem Zustand entsprechende Behandlung. Lokal wurde das bekannte Arzneimittel verwendet, das die lyophil getrocknete Kultur Lactobacillus fermentum darstellt, die aus dem Darm der gesunden Menschen erhalten wurde. Die Präpara-65 te wurden einmal pro Tag zu je 5 Dosen innerhalb von 7 Tagen unter bakteriologischer Kontrolle der Mikrobiozenose der Vagina eingeführt. Die bakteriologische Untersuchung hat ergeben, dass 1 bis 2 Tage nach dem Absetzen des erfin-
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dungsgemässen Arzneimittels in der 1. Gruppe der Schwangeren eine bedeutende Vermehrung der Laktobakterien in der Vaginalabsonderung beobachtet wurde: die Menge der Laktobakterien erhöhte sich auf IO8 bis 109 Mikroben-zellen/g. Im weiteren wurde die Normalisierung der ganzen Vaginalmikroflora festgestellt.
So betrug 10 Tage nach dem Absetzen des erfindungsgemässen Arzneimittels die Staphylokokkenmenge IO3 bis 104 Mikrobenzellen pro 1 g Absonderung, die Menge der Ente-rokokken verminderte sich auf 102 Mikrobenzellen/g. Die Laktobakterien nahmen die führende Stellung unter allen Vertretern der Vaginalflora ein, indem sie 108 Mikrobenzellen/g betrugen. Der günstige eubiotische Zustand blieb den ganzen ersten Monat nach dem Absetzen des erfindungsgemässen Arzneimittels aufrechterhalten.
Beim weiteren Schwangerschaftsverlauf bei den Frauen, die zur 1, Gruppe gehörten, wurden keine Komplikationen festgestellt, die Geburt ging zur rechten Zeit vor sich; die Neugeborenen wurden im befriedigenden Zustand aus der Klinik entlassen, die neonatale Periode verlief ohne Infektionskomplikationen.
s Bei den Frauen der 2. Gruppe wurde zu der gleichen Beobachtungszeit die Erhöhung der Zahl der endogenen Laktobakterien nachgewiesen, deren Gesamtniveau überstieg jedoch 107 Mikrobenzellen/g 1 bis 2 Tage nach dem Absetzen des bekannten Präparats nicht und verminderte io sich zum 10. Tag bis 106 Mikrobenzellen/g Absonderung.
Am Ende des Monats wurde wiederum der Mangel an milchsaurer Flora von 104 Mikrobenzellen/g festgestellt. Die postnatale Periode wurde bei 2 Frauen (10%) durch Endometritis verschlechtert, bei ihren Neugeborenen wurde Nais belentzündung beobachtet, es wurden Antibiotika verordnet. Die Ergebnisse der Untersuchungen sind in der Tabelle angeführt.
Tabelle
Zusammensetzung der Mikroflora der Geburtswege bei den Schwangeren vor und nach der Behandlung mit dem erfindungsgemässen und bekannten Präparat (lg M±m)
Vor der Behandlung
lfd
Präparate
Entero-
Staphylo-
Candida
Entero-
Lacto
Bifido-
Nr.
bacteria coccus
coccus bacillus bacteria
1
2
3
4
5
6
7
8
1.
Das erfindungs
gemässe Präparat
3,7 ±0,4
5,8 ±0,2
6,1 ±0,4
2,3 ±0,2
5,6 ±0,2
5,0 ±1,2
2.
das bekannte
Präparat
4,5 ±0,4
4,3 ±0,2
6,7 ±0,4
2,6 ±0,2
5,2 ±0,5
4,7 ±0,2
Fortsetzung der Tabelle
2 Tage nach dem Absetzen des Arzneimittels
Entero-
Staphylo-
Candida
Entero-
Lacto
Bifido-
bacteria coccus
coccus bacillus bacteria
1
9
10
11
12
13
14
1
2,3 + 0,5
4,4+0,3
4,8
±1,2
2,2 + 0,2
8,9+0,3
5,7+1,2
2
4,8+0,5
4,1 ±0,3
6,8 ±0,4
2,1 ±0,2
7,1 ±0,8
4,1 ±0,2
Fortsetzung der Tabelle
10 Tage nach dem Absetzen des Arzneimittels
Entero-
Staphylo-
Candida
Entero-
Lacto
Bifido-
bacteria coccus
coccus bacillus bacteria
1
15
16
17
18
19
20
1
2,8 + 0,5
4,8+0,3
5,0+1,0
2,1+0,2
8,0 + 0,5
5,1 + 1,2
2
4,1 ±0,5
4,9 ±0,3
6,1 ±0,4
2,3 ±0,2
6,3 ±0,5
4,0 ±0,2
Forsetzung der Tabelle
1 Monat nach dem Absetzen des Arzneimittels
Entero-
Staphylo-
Candida
Entero-
Lacto
Bifido-
bacteria coccus
coccus bacillus bacteria
1
21
22
23
24 '
25
26
1
2,1+0,5
4,4+0,3
4,8 + 1,2
2,3 + 0,2
8,1+0,5
5,2 + 0,5
2
4,1 ±0,2
5,9 ±0,3
6,1 ±0,4
2,3 ±0,2
5,9 ±0,5
4,2 ±0,2
Das erfindungsgemässe Arzneimittel wurde auch in der späteren Schwangerschaftsfrist in Form von Tampons den Frauen, die in die Abteilung für Schwangerschaftspathologie wegen der pränatalen Ergiessung des Fruchtwassers oder beim Verdacht an eine hohe Zerreissung der Fruchtblase gelangten, bei einer Schwangerschaftsfrist von 28 bis 35 Wochen verordnet.
Die Schwangerschaft bei den untersuchten Frauen verlief an einem äusserst ungünstigen Hintergrund (Toxikosen in der 2. Schwangerschaftshälfte, chronische entzündliche Erkrankungen der urogenitalen Sphäre, isthmisch-zervikale Insuffizienz).
Die Frauen wurden in 2 Gruppen eingeteilt: 1) diejenigen, die das erfindungsgemässe Arzneimittel innerhalb von 3 Tagen erhielten (14 Patientinnen); 2) diejenigen, die das erfindungsgemässe Arzneimittel innerhalb von 5 bis 7 Tagen erhielten (30 Patientinnen).
Allen Frauen wurde vor dem Beginn der Medikation mit dem erfindungsgemässen Arzneimittel bakteriologische Untersuchung durchgeführt, bei welcher in allen Fällen in diesem oder jenem Masse ausgeprägte dysbiotische Störungen der Vaginalmikroflora nachgewiesen wurden: eine signifikante Senkung der Laktobakterienanzahl auf IO3 bis 104 Mikrobenzellen/g und in einigen Fällen auf 102 Mikrobenzellen/g, die Erhöhung der Staphylokkkenanzahl auf 106 bis 107 Mikrobenzellen/g, der Enterobakterienanzahl auf 104 bis 105 Mikrobenzellen/g. Bei der 3-tägigen Anwendung des erfindungsgemässen Arzneimittels bei den Frauen mit der pränatalen Ergiessung des Fruchtwassers wurde die Entwicklung des Infektionsprozesses bei Neugeborenen in 68% der Fälle nachgewiesen (Pneumonie, Enterokolitis, Nabelentzündung).
In den Fällen, wo das erfindungsgemässe Arzneimittel innerhalb von 5 bis 7 Tagen verwendet wurde, verlief die Periode der Neugeburt günstiger und die Entwicklung des Infektionsprozesses wurde in 24% der Fälle nachgewiesen.
Die postnatale Periode in den Fällen, wo das Arzneimittel innerhalb von 5 bis 7 Tagen angewendet wurde, verlief günstiger es wurden keine Infektionskomplikationen beobachtet. Allen Neugeborenen wurde dreimal in der Dynamik die bakteriologische Untersuchung des Darminhalts durchgeführt. Allen Frühgeborenen der gegebenen Gruppe wurden nach Indikationen Antibiotika vom breiten Wirkungsspektrum verordnet, im Zusammenhang damit entstanden bei der Formung der Darmmikroflora Störungen,
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die durch eine spätere Entwicklung der Normoflora begleitet wurden.
Ein günstigerer Verlauf der Periode der Neugeburt bei den Frühgeborenen ist offensichtlich auf die Verminderung 5 der Möglichkeit der Bildung im Darm des Kindes der Kolonien von bedingt pathogener Flora zurückzuführen, als Ergebnis der Normalisierung der Vaginalmikroflora der Mütter beim Vorwiegen der Laktobakterien darin.
Dadurch besitzt das erfindungsgemässe Arzneimittel eine io höhere Adhäsionsaktivität gegen Vaginalepitheliozyten als bekannte Arzneimittel; ist für den Makroorganismus bei der peroralen und lokalen Anwendung unschädlich; besitzt eine antagonistische Wirksamkeit gegen Staphylokokkus, Proteus, Shigellen, Salmonellen, enteropathogene Escherichia; i5 besitzt eine multiple Resistenz gegen Antibiotika. Die oben angeführten Eigenschaften des erfindungsgemässen Arzneimittels sichern einen ausgeprägten und anhaltenden therapeutischen Effekt, und das Ausbleiben der Kontraindikationen und der Nebenerscheinungen gestattet, dieses in der ge-20 burtshilflichen Praxis zur Korrektion der dysbiotischen Störungen in der Vaginalmikrobiozenose, indem dadurch die Menge der Infektionskomplikationen in der postnatalen Periode herabgesetzt wird, sowie zwecks Prophylaxe der Infektionskomplikationen bei Neugeborenen breit anzuwenden. 25 Das Arzneimittel ist auch in der gynäkologischen Praxis zur Behandlung akuter und chronischer Erkrankungen der Geschlechtssphäre indiziert.
Das erfindungsgemässe Arzneimittel wird durch Vermischen von lyophil getrockneten Bakterienkulturen der ge-30 nannten Stämme in einem Verhältnis von 1:1 hergestellt. Das erfindungsgemässe Arzneimittel wird in Flaschen hergestellt, die zu je 5 und 10 Dosen enthalten (der Gehalt einer Dose beträgt 0,5—1 • 109 Mikrobenzellen).
Das erfindungsgemässe Arzneimittel wird vorzugsweise 35 in Form von Pulver, Kapseln und Suppositorien verwendet. Das erfindungsgemässe Arzneimittel wird intravaginal lmal pro Tag in einer Menge von mindestens 5 Dosen innerhalb von 5 bis 7 Tagen unter bakteriologischer Kontrolle der Vaginalmikrobiozenose eingeführt. Bei Notwendigkeit kann 40 die Behandlungskur wiederholt werden. Dank einer hohen Antibiotikaresistenz der Laktobakterien stört die Anwendung des erfindungsgemässen Arzneimittels in genannten Dosen die Antibiotikatherapie nicht.
Das Arzneimittel ruft keine Nebenreaktionen hervor, es 45 gibt keine Kontraindikationen. Die Aufbewahrungsfrist beträgt 12 Monate.
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Claims (3)

674150 PATENTANSPRÜCHE
1. Arzneimittel zur Prophylaxe und Behandlung der Vaginaldysbakteriosen, das eine Bakterienkultur vorsieht, dadurch gekennzeichnet, dass es als Bakterienkultur ein Gemisch aus dem Stamm Lactobacillus acidophilus ZMPM B-3324 und dem Stamm Lactobacillus acidophilus ZMPM B-3325 in einem Verhältnis von 1: 1 enthält, welche Stämme im Zentralmuseum für Industriemikroorganismen des Allu-nions-Forschungsinstituts für Genetik und Selektion der Industriemikroorganismen am 29.03.1985 hinterlegt worden sind.
2. Arzneimittel nach Anspruch 1 in Form von Pulver, Kapseln, Suppositorien, dadurch gekennzeichnet, dass es das Gemisch der genannten Stämme in einer Menge von 0,5 — 1 • 109 Mikrobenzellen enthält.
3. Verfahren zur Selektionierung der Stämme Lactobacillus acidophilus ZMPM B-3324 und Lactobacillus acidophilus ZMPM B-3325 für das Arzneimittel nach Anspruch 1 oder 2 durch die natürliche Auswahl nach dem Merkmal der Adhäsion gegen menschliche Vaginalepitheliozyten und -erythrozyten aus dem aus der Vagina einer gesunden erwachsenen Frau isolierten Ausgangsstamm Lactobacillus acidophilus.
CH3610/87A 1987-10-30 1987-09-18 CH674150A5 (de)

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