CH679650A5 - - Google Patents
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Description
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CH 679 650 A5
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Beschreibung
Die Erfindung betrifft eine Bogenstranggiessan-lage für einen oder mehrere Stahlstränge gemäss den Merkmalen des Oberbegriffes von Anspruch 1.
Bogenstranggiessanlagen mit Durchlaufkokillen werden durch vertikale oder leicht schräg zur Vertikalen angeordnete Stahlzuführungen gespiesen. Der entstehende Strang wird auf einer bogenförmigen Strangbahn mit einer Bogenlänge von etwa 90 Grad geführt und anschliessend gerade gerichtet. Dem Richtaggregat ist in der Regel eine horizontale Strangausförderung nachgeordnet.
Stranggiessanlagen für Stahlknüppelstränge weisen Bogenradien von 4 m und mehr auf. Für Vor-biockformate und Brammen werden Bogenradien von 8-12 m verwendet. Stranggiessmaschinen werden als Ein- oder Mehrstranggiessanlagen bis zu 8 Strängen gebaut.
Solche Stranggiessanlagen sind mit zwei und mehr begehbaren Bühnen oder Zwischenböden für die Maschinenbedienung und Wartung versehen und werden zusammen mit einer Stahlstruktur im Stahlwerk aufgebaut. Die Stahlstruktur stellt dabei einen integrierten Bestandteil der Stranggiessma-schine dar, der beispielsweise zur Aufhängung der Kokille, Abstützung der Strangführung, des Treibrichtaggregates und der Kaltstrang-Lagereinrich-tung benötigt wird.
Aus US-PS 3 344 844, die den Oberbegriff bildet, ist eine Stahlstranggiessanlage mit einem starren, kreisbogenförmigen Anfahrstrang bekannt. Diese Anlage besteht aus einer Durchlaufkokille, einer Sekundärkühieinrichtung, einem Treibrichtaggregat und einer Kaltstrangführungs- und Bewegungseinrichtung. Die Kaltstrangführungseinrich-tung ist gleichzeitig als Parkeinrichtung für den Kaltstrang verwendbar. Die Kokille ist an der Stahlstruktur für die Giessbühne abgestützt, das Treibrichtaggregat auf einem Fundament abgestellt, und die Führungs-, Lager- und Bewegungseinrichtung des Anfahrstranges ist an weiteren Säulen der Giessbühnenstruktur befestigt. Die gebogene Strangführung zwischen Kokille und Treiber ist auf einem horizontal verfahrbaren Wagen auf dem Fundament bewegbar angeordnet. Solche Anlagen können wegen ihrer Sperrigkeit nicht in montiertem Zustand transportiert werden. Sie werden in der Regel erstmals am Giessstandort aufgebaut und ausgerichtet. Die für mehrere Stränge gemeinsame Stahlstruktur wird in ihrer Breite auf eine vorgesehene Strangzahl ausgelegt. Solche Anlagen benötigen lange und teure Montage- und Ausrichtarbeiten. Eine Veränderung der Strangzahl ist nur mit einer Änderung der Giessbühnenstruktur möglich.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Stranggiessanlage für Knüppel- und Platinenstränge zu schaffen, die in werkstattmontiertem Zustand leicht transportiert und in Giessposition auf ein Fundament abgestellt werden kann. Diese Stranggiessanlage soll im weiteren durch Aneinanderreihen von Moduleinheiten zum Giessen je eines Stranges zu Mehrstranganlagen mit beliebiger Strangzahl zusammenstellbar sein. Neben wirtschaftlichen Her-steil- und Montagemethoden soll auch die Ausrichtarbeit am Giessstandort zwischen Kokille, Strangführung, Treibrichtaggregat und Kaltstrangführung sowie Parkeinrichtung vermindert werden bzw. ganz wegfallen. Im weiteren soll jede einzelne Maschineneinheit durch vereinfachte Revisionsmöglichkeit eine hohe Verfügbarkeit sicherstellen.
Die erfindungsgemässe Aufgabe wird durch die Summe der Merkmale gemäss Anspruch 1 gelöst.
Die erfindungsgemässe Bogenstranggiessanla-ge, die für Knüppel- und Platinenstränge geeignet ist, kann aufgrund des neuen Aufbaukonzeptes in werkstattmontiertem Zustand transportiert werden. Der starre Anfahrstrang mit seiner Führungs- und Bewegungseinrichtung kann zwischen Kokille und Treibrollen eingefahren werden und benötigt somit beim Transport keinen zusätzlichen Platz. Für eine Mehrstranganlage kann eine entsprechende Anzahl Moduleinheiten nebeneinander auf ein vorbereitetes Fundament abgestellt und festgeschraubt werden. Ausrichtarbeiten zwischen Kokille, Strangführung, Treibrichtaggregat und Anfahrstrangfüh-rungseinrichtung sind bei der Montage nicht mehr nötig. Der Modulaufbau kann mit hoher Wirtschaftlichkeit durchgeführt werden, und Revisions- sowie Ersatzteilkosten werden ebenfalls vermindert.
Gemäss einer weiteren Ausführungsform kann die Moduleinheit aus einer am Fundament befestigbaren Stützeinrichtung bestehen, an welcher die Durchlaufkokille mit ihrer Führung für die Oszillationsbewegung, das Treibrichtaggregat, der starre Anfahrstrang mit seiner Führungs- und Bewegungseinrichtung angelenkt werden. Die Stützeinrichtung selbst kann nach vielfältigen Gestaltungsgrundsätzen aufgebaut werden. Eine besonders vorteilhafte Konstruktion zeichnet sich dadurch aus, dass die Stütze als Tragbock mit je zwei Beinen, die beidseits des Treibrichtaggregates mit einem Fundamentrahmen verbunden sind, ausgebildet ist.
Nach einem weiteren vorteilhaften Ausführungsbeispiel können die Führung für die Kokillenoszillationsbewegung und die Führungseinrichtung für den starren Anfahrstrang durch eine gemeinsame Achse gebildet sein.
Die Bogenkokille kann an verschiedenen Stellen entlang eines Kreisbogens angeordnet sein, wobei der Eingiessteil des Formhohlraumes der Kokille im wesentlichen vertikal oder schräg liegen kann. Die Eingiessverhältnisse sind bei senkrechtem Eingiessteil besonders vorteilhaft. Dies bedingt, dass der starre, gebogene Anfahrstrang eine Bogenlänge von 110-130 Grad aufweist.
Der starre Anfahrstrang kann entlang eines Rollenkäfigs geführt und geparkt sowie mit einem Treibrollenpaar bewegt werden. Im Sinne eines weiteren vorteilhaften Ausführungsbeispieles wird vorgeschlagen, die Führungs- und Bewegungseinrichtung für den starren Anfahrstrang mit einem angetriebenen Schwenkhebel zu gestalten, der in Giess-und Parkposition mit dem Anfahrstrang in angelenktem Zustand verbleibt.
Zur Vergrösserung der Giessbühne kann der Schwenkhebel für den Anfahrstrang als Winkelhebel mit einem Winkel zwischen 90 Grad und 150 Grad und einem Schenkelverhältnis von etwa 1:2 ausge5
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bildet werden, wobei an der Schwenkachse der kurze Hebelteil und am Anfahrstrang der lange Hebelteil angelenkt sind.
Wenn der Giessradius in der Kokille 3,5 m oder kleiner gewählt wird, so wird die Biegebeanspruchung der Strangkruste beim Richten entsprechend gross, was zu Rissen, insbesondere an den Kanten, führen kann. Um solche Strangfehler zu vermeiden, wird vorgeschlagen, das Treibrichtaggregat als Mehrpunktrichtaggregat auszubilden. Eine zusätzliche Verbesserung und Vereinfachung der Anlage kann erreicht werden, wenn der Treibrichter eine Richtstrecke für eine kontinuierliche Aufbiegung zwischen dem Bogenradius der Kokille und einem geradlinigen Strang aufweist. Mit einer solchen Richtmaschine können Stränge mit Krümmungsradien zwischen 1,5 und 3,5 m, vorzugsweise 2,5 m, bei guter Strangqualität gerichtet werden.
Die Montagezeit für die einzelnen Moduleinheiten kann weiter gekürzt werden, insbesondere wenn Reparaturen nicht in Giessposition ausgeführt werden sollen, wenn der Tragbock mit Kupplungsstücken für Medien wie Kokillenkühlwasser, Sekundärkühlwasser, Kokillenschmierung, Schutzgas etc. versehen ist, die mit Kupplungsstücken der Medienzuleitungen beim Aufsetzen der Maschine in Giessposition zusammenführbar sind.
Bei Anpassungen der Stranggiessanlage an unterschiedliche Produktionsbedürfnisse können einzelne Moduleinheiten rasch hinzugefügt oder weggenommen werden. Es ist auch möglich, durch Umstellung z.B. eine 6-Stranganlage in zwei 3-Stranganlagen aufzuteilen und somit neuen Betriebsbedürfnissen anzupassen.
Im nachfolgenden wird anhand einer Figur ein Beispiel der Erfindung erläutert.
Die Figur zeigt eine Seitenansicht, teilweise im Schnitt, einer Bogenstranggiessanlage.
Aus einem Zwischengefäss 1 fliesst flüssiger Stahl in eine oszillierbare Durchlaufkokille 2. Ein Exzenter 3 ist als Osziliationsantrieb schematisch dargestellt. Anschliessend an die Kokille 2 sind eine Sekundärkühleinrichtung 4, ein Treibrichtaggregat 5, ein starrer Anfahrstrang 6 und eine Anfahrstrang-führungs- und Bewegungseinrichtung 7, 7' angeordnet.
Die Stranggiessanlage kann aus einer selbsttragenden Moduleinheit aufgebaut sein. An einer Stützeinrichtung 9, die am Fundament 8 über eine Grundplatte oder einen Fundamentrahmen 10 verbunden ist, sind die Kokille 2 mit ihrer Führung 11 für die Oszillationsbewegung, das Treibrichtaggregat 5 und der starre Anfahrstrang 6 mit seiner Führungsund Bewegungseinrichtung 7, 7' verbunden bzw. angelenkt. Die nur aus Kühlmittelzuleitungen und Sprühdüsen bestehende Sekundärkühleinrichtung 4 und eine zusätzliche Kaltstrangführung 14 sind am Fundamentrahmen 10 angeordnet. Diese Moduleinheit kann in fertig montiertem Zustand am Giess-platz, beispielsweise mittels eines Krans, auf ein vorbereitetes Fundament abgestellt bzw. davon entfernt werden.
Die Stützeinrichtung 9 kann durch eine zweite, vor dem Schnitt liegende gleiche Stützeinrichtung und durch weitere Stützbeine 12 sowie Querbalken
13 zu einem vierbeinigen Tragbock, der am Fundamentrahmen 10 befestigt ist, weitergebildet werden.
Die Führung 11 für die Oszillationsbewegung in der Form eines Bolzens ist gleichzeitig auch die Führung für die Führungseinrichtung 7 des Anfahrstranges 6. Der Anfahrstrang 6, der in diesem Beispiel eine Bogenlänge von etwa 130 Grad aufweist, hat als Führungseinrichtung 7 einen Schwenkhebel, der in Giess- und Parkposition mit dem Anfahrstrang 6 angelenkt bleibt. Für die Bewegung des Anfahrstranges 6 ist eine Kolbenzylindereinheit 7' vorgesehen.
Der Schwenkhebel 7 ist als Winkelhebel mit einem Schenkelverhältnis von etwa 1:2 ausgebildet, wobei der kurze Hebelteil an der Schwenkachse 11 und der lange Hebelteil am Anfahrstrang 6 angelenkt sind.
Oberhalb der Schwenkachse 11 ist die Giessbühne 15 für Bedienungspersonal vorgesehen. Es ist leicht erkennbar, wie durch die Gestaltung des Winkelhebels die Grösse der Giessbühne 15 beeinfiusst werden kann.
Zwischen den angetriebenen Rollen 16 und der Rolle 17 wird der gegossene Strang entlang einer Übergangskurve 20 vom Giessbogenradius 18 gerade gerichtet und auf einer geraden Strangbahn 19 geführt. Die Übergangskurve 20 kann durch nicht dargestellte Zwischenrollen zwischen den Rollen 16 und 17 als Mehrpunktrichtkurve oder, wie dargestellt, ohne Zwischenrollen als eine Richtstrecke mit kontinuierlicher Aufbiegung gestaltet werden. Je kleiner der Giessradius gewählt wird, der zwischen 1,5 und 3,5 m liegen kann, um so wichtiger ist eine langsame, kontinuierliche Aufbiege-Strecke entsprechender Länge. Der Wert der Dehnungsänderung in Prozent Dehnung pro Längeneinheit der Richtstrecke soll einen bestimmten Wert nicht überschreiten.
Die Säulen 9 etc. des Tragbockes können mit Kupplungsstücken 22, 22' für Medien, wie Kokillenwasser, Sekundärkühlwasser, Kokillenschmierung, Schutzgas etc. versehen sein, die mit Kupplungsstücken 23 der Medienzuleitungen beim Aufsetzen der Maschine in Giessposition zusammenführbar sind.
In der Figur wird strichpunktiert der Richttreiber in der Position zum Entkuppeln des Anfahrstranges 6 vom Anfahrkopf des gegossenen Stranges dargestellt, bevor der Kaltstrang die Parkposition, wie in der Figur dargestellt, erreicht hat. Nach der Ent-kupplung ist die Richtrolle 24 in der ausgezogen dargestellten Position.
Für den Transport der Stranggiessanlage kann der starre Anfahrstrang 6 in die Kokille eingefahren und festgeklemmt werden, wodurch sich das Transportvolumen wesentlich verkleinert.
Claims (12)
1. Bogenstranggiessanlage für einen oder mehrere Stahlstränge mit mindestens einer oszillierbaren Durchlaufkokille (2), einer Sekundärkühleinrichtung (4), einem Treibrichtaggregat (5), einem starren Anfahrstrang (6), einer Anfahrstrangführungs-und Bewegungseinrichtung (7; 7'), dadurch gekennzeichnet, dass die Durchlaufkokille (2) mit einer
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Führung (11) für die Osziiiationsbewegung, das Treibrichtaggregat (5) und der starre Anfahrstrang (6) mit seiner Führungs- und Bewegungseinrichtung (7; 7') für jeweils einen Strang zusammen als eine sich selbsttragende Moduleinheit aufgebaut sind, damit sie zusammengesetzt sowie ausgerichtet am Giessplatz aufstellbar ist.
2. Bogenstranggiessanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Moduleinheit eine am Fundament (8) befestigbare Stützeinrichtung (9) aufweist, an welcher die Durchlaufkokille (2) mit ihrer Führung (11) für die Oszillationsbewegung, das Treibrichtaggregat (5), der starre Anfahrstrang (6) mit seiner Führungs- und Bewegungseinrichtung (7, bzw. 7') angelenkt sind.
3. Bogenstranggiessanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Stützeinrichtung (9) als Tragbock (9, 12, 13) mit je zwei Beinen (9, 12) beidseits des Treibrichtaggregates (5), die mit einem Fundamentrahmen (10) verbunden sind, ausgebildet ist.
4. Bogenstranggiessanlage nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass die Führung für die Kokillenoszillationsbewegung als Bolzen (11) ausgebildet ist und die Führungseinrichtung (7) für den starren Anfahrstrang um diesen Bolzen (11) verschwenkbar ist.
5. Bogenstranggiessanlage nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass der starre, gebogene Anfahrstrang (6) eine Bogenlänge von 110-130 Grad aufweist.
6. Bogenstranggiessanlage nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungseinrichtung für den starren Anfahrstrang (6) aus einem durch die Bewegungseinrichtung (7') angetriebenen Schwenkhebel (7) besteht, der in Giess- und Parkposition mit dem Anfahrstrang (6) angelenkt ist.
7. Bogenstranggiessanlage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwenkhebel (7) für den Anfahrstrang (6) als Winkelhebel mit einem Schenkelverhältnis von etwa 1:2 ausgebildet ist, wobei der kürzere Hebelteil am Bolzen (11) und der längere Hebelteil am Anfahrstrang (6) angelenkt sind.
8. Bogenstranggiessanlage nach einem der Ansprüche 1-7, dadurch gekennzeichnet, dass das Treibrichtaggregat (5) als Mehrpunktrichtaggregat ausgebildet ist.
9. Bogenstranggiessanlage nach einem der Ansprüche 1-7, dadurch gekennzeichnet, dass das Treibrichtaggregat (5) eine Richtstrecke für eine kontinuierliche Aufbiegung aufweist.
10. Bogenstranggiessanlage nach einem der Ansprüche 1-9, dadurch gekennzeichnet, dass der Bo-genradius (18) zwischen 1,5 und 3,5 m, vorzugsweise 2,5 m, beträgt.
11. Bogenstranggiessanlage nach einem der Ansprüche 3-10, dadurch gekennzeichnet, dass der Tragbock (9, 12, 13) mit Kupplungsstücken (22) für Medien, wie Kokillenkühlwasser, Sekundärkühlwasser, Kokillenschmierung, Schutzgas versehen ist, die mit Kupplungsstücken (23) der Medienzuleitungen beim Aufsetzen der jeweiligen Moduleinheit in Giessposition zusammenführbar sind.
12. Bogenstranggiessanlage für mehrere Stränge nach einem der Ansprüche 1-11, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere, insbesondere 2-8, Moduleinheiten zusammengestellt sind.
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