CH681947A5 - - Google Patents
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- CH681947A5 CH681947A5 CH3319/90A CH331990A CH681947A5 CH 681947 A5 CH681947 A5 CH 681947A5 CH 3319/90 A CH3319/90 A CH 3319/90A CH 331990 A CH331990 A CH 331990A CH 681947 A5 CH681947 A5 CH 681947A5
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Description
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Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Schuhwerk, sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung.
Beim Gehen und erst recht beim Laufen und Rennen geradeaus sind zwischen dem auftretenden Fuss und dem Boden Kräfte wirksam, die sogenannte Bodenreaktion, messbar nach Grösse und Richtung mit Hilfe einer piezoelektrischen Bodenplatte. Die Vertikalkräfte werden beim modernen Sportschuh mit dem Einbau von Gummi- und anderen Stossdämpfern wirkungsvoll abgefangen. Wenn auch bisher weniger beachtet, jedoch aus der Sicht der Unfallverhütung besonders interessant sind die Kräfte in der Horizontalen: Solange die Haftreibung grösser ist, als die momentanen Horizontal-Schub-Scherkräfte, ist ein ungestörter Abrollvorgang des Fusses gewährleistet. Sobald der Sportler jedoch seine Laufrichtung plötzlich hierhin oder dorthin ändert, wie es bei vielen Sportarten der Fall ist, sind zwei Störungen des Abrollvorganges typisch:
a) Das Ausrutschen, nämlich dann, wenn die Haftreibung zwischen Schuhsohle und Boden nicht mehr genügt - der Sportler stürzt.
b) Das Umkippen des Fusses mit Verletzung der Fussbänder, nämlich dann, wenn die Haftreibung aufrechterhalten bleibt, die dynamische Fliehkraft des belasteten Fusses aber unverändert weiterwirkt und den Fuss zum Umkippen zwingt. Schützende Hilfsmassnahmen (Bandagen, orthopädische Schienungen, hohe Schuhe) vermögen dieses Geschehen nur teilweise und unvollkommen zu mildern; weil der Grund zum Umkippen nicht in einer Schwäche der Bänder, sondern in einer zu grossen Haftreibung des Schuhes zu suchen ist.
Die Analyse von heftigen Fussverstauchungen (Dissertation Weidmann) zeigt deutlich die unterschiedliche Bandschaden-Gefahr bei verschiedenen Sportarten einerseits und bei unterschiedlicher Bodenbeschaffenheit bzw. unterschiedlicher Haftreibung zwischen Schuh und Boden andererseits. Typisch ist Tennis; gespielt auf Haftbelag oder auf Ziegelmehlbelag:
a) Auf Hartbelag «klebt» der Schuh mit Gummisohle am Boden, so dass im kritischen Moment der Fuss umkippt und die Bänder dabei oft Schaden nehmen.
b) Umgekehrt rutscht auf dem Ziegelmehlbelag der Schuh im kritischen Moment in Richtung der Schub-Scherkraft weg, d.h. die Haftreibung ist zu klein für ein «Kleben», und der Fuss bleibt deshalb unverletzt.
Mit besonderen konstruktiv - baulichen Massnahmen an Sportschuhen soll im Sinne der vorliegenden Aufgabe die häufige Verletzung der seitlichen Knöchel-Bänder am Fuss verhindert werden, die Verletzung, die durch das Umkippen des Fusses bei der Fussverstauchung zustande kommt. Gegen diese Gefahr gibt es heutzutage nur das sogenannte Taping und das Splinting oder das Tragen von hohen und seitlich verstärkten Schuhen, Massnahmen, die entweder aufwendig und/oder für den betreffenden Sport nachteilig sind; weil sie die Bewegungsfreiheit des Fusses unerwünscht eingrenzen.
Das erfindungsgemässe Schuhwerk zeichnet sich aus durch den Anspruch 1.
Die Erfindung wird anschliessend beispielsweise anhand von Figuren erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Sportschuh mit eingekleidetem Fuss und unterem Teil des Beines in perspektivischer Darstellung mit Angabe der Rutschphasen,
Fig. 2 eine Ansicht auf den Sportschuh gemäss Fig. 1 von unten mit angedeutetem Fuss;
Fig. 3 einen Schnitt gemäss Schnittlinie III-III der Fig. 2,
Fig. 4 einen Schnitt gemäss Schnittlinie IV—IV der Fig. 2,
Fig. 5 die Schnitte gemäss den Fig. 3 und 4 in der Lage eines beginnenden, seitlichen Umkippvorganges,
Fig. 5a eine Ansicht des Sportschuhs von hinten, Fig. 6 eine Darstellung analog Fig. 6 in fortgeschrittener Kippphase,
Fig. 7 eine Ansicht analog Fig. 2 mit kippverhütenden Sohlenmassnahmen,
Fig. 8 eine Aussicht auf eine Sohle eines normalen Sportschuhs mit Darstellung des Kippvorganges,
Fig. 9 eine Ansicht analog Fig. 8 mit einer Sohlenverbreiterung in der vorderen Sohlenhälfte mit Darstellung der Kippphase,
Fig. 10 eine Darstellung analog Fig. 9 mit verbreiteter Sohle, welcher Teil als profilloser Ausleger ausgebildet ist,
Fig. 11 eine Verstärkungseinlagesohle in Untersicht,
Fig. 12 einen Querschnitt durch den Unterteil eines Sportschuhs,
Fig. 13 eine Untersicht auf eine Laufsohle, Fig. 14 eine Variante des Sportschuhs gemäss Fig. 12,
Fig. 15 den Vorderteil eines Sportschuhs in perspektivischer Darstellung,
Fig. 16 einen Ausschnitt aus einem Ausleger in Normal- und in Rutschlage,
Fig. 17 einen Ausschnitt aus einem Ausleger in perspektivischer Darstellung mit einschiebbarem Formteil, und
Fig. 18-23 Variationen von Formteilen analog Fig. 17.
Die beim Sportschuh 1 zu treffenden Einzelmassnahmen sind die folgenden:
a) Für die Phase des Fersenkontaktes (heel-stroke) wird die Sohlenkontaktfläche 2 dadurch vergrössert, dass hinten - seitlich die Sohle 3 eine Anschrägung 4 aufweist. Das Profil 6 ist senkrecht zur Ausrutschtendenzrichtung 7 der Ferse 8 nach vorne - innen hin angeordnet.
b) Während der Phase des Fersenkontaktes erfährt die Ferse 8 im Innern des Schuhs 1 eine analoge Tendenz nach vorne - innen zu drängen. Aufga-
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be des seitlichen Schuhaufbaus 10 ist es, sich dieser Bewegungstendenz entgegenzustellen. Dazu dient die kräftige hochgezogene und weit bis zur Fussmitte reichende Stützkappe 11, die sich aber auch hinten - seitlich, aber weniger stark, hochzieht 12. So ist der Rückfuss eingebettet und daran gehindert, den Rückschuh zu deformieren, weder nach innen, noch nach aussen, wie es bei Vernachlässigung der hier herrschenden Kräftedynamik bei vielen Schuhen zu beobachten ist.
c) Während der Stützphase wird die Sohle 3 neutral belastet, es herrscht allein vertikale Druckkraft, keine Scher- oder Schubkraft. In dieser Stützphase des Abrollens kommt der Dämpfung der Bodenreaktion die grösste Bedeutung zu. Der menschliche Fuss ist von Natur aus für diese Dämpfung bestens ausgestattet.
Es spielen dabei zusammen:
Die Blattfeder-Konstruktion des Fuss-Längsgewölbes, die luftkammerartige Natur der Fusssohlenhaut von der Ferse über den seitlichen Fussrand bis zum quergerichteten Bereich des Fussballens, die reflexgesteuerte sinnvolle Anspannung der Gewölbe stützenden Bein-Fussmuskeln. Die naturgegebene Stossdämpfung des Fusses geht mit einer Veränderung der Fussform während der Stützphase einher, deutlich zu erkennen an einer Verlängerung des Fusses, einer Abfiachung des Längs- und Quergewölbes und einer gewissen Knickung des Fusses (im Sinne des sogenannten Valgus). Für diese Formänderung braucht der Fuss im Innern des Schuhs Platz, d.h. der Schuh darf den Fuss nicht beengen. So ist eine schalenförmige und elastische Innensohle geradezu unphysiologisch. Die Innensohle 15 muss flach und seitlich gegenüber dem Oberschuh 10 mit genügend «Totraum» 16 ausgestattet sein, in welchen hinein sich der belastete Fuss ausdehnen kann. Das Sohlenprofil 17 im mittleren Sohlendrittel 19 ist neutral zu gestalten um die Gleitfestigkeit in allen Richtungen zu gewährleisten.
d) Am Ende der Stützphase (stance phase) beginnt die Abstossphase (push off). Die Sohle des Fusses und des Schuhs 1 werden fliessend, vorerst über dem seitlichen Sohlenrand 20, dann immer deutlicher über den Fussballen 22 und zum endgültigen kräftigen Abstossen nur mehr über den Grosszehenballen 23 belastet. Die Fusslängsachse, zur Zeit des Fersenkontaktes und während der Stützphase im Prinzip parallel zur Fortbewegungsrichtung 21, wendet sich während des Abstossens divergierend nach aussen 24 im Sinne einer sogenannten Eversion-Pronation mit gleichzeitiger Verminderung der Abduktion-Valgus-Deformierung der Stützphase.
Dieser physiologische Vorgang kann am Schuh 1 dadurch erleichtert und unterstützt werden, dass die Achse 25 der Biegsamkeit im Bereich des Fussballens 22 nicht quer, sondern bewusst schräg-pronierend eingestellt wird. Dies geschieht dadurch, dass eine steife Sohlenplatte im Schuh bzw. in der Sohlenkonstruktion eingebaut ist, deren vorderes Ende nicht quer abgeschnitten, sondern schrägpronierend orientiert ist: Die «harte» Sohle unterstützt allein das Köpfchen 28 des Mittelfussknochens im Bereich der zwei seitlichen kleinen Zehen 29, stützt aber nicht den Grosszehenballen 23. Die «harte» und verwindungssteife Sohle ist so gestaltet, dass ihre Steifigkeit gegen vorne hin allmählich abnimmt, so dass hier ein fliessender Übergang «hartweich» zustandekommt.
e) Wie im Bereich der Ferse 8, so ist auch im Vor-fussbereich 31 dafür zu sorgen, dass sich der Fuss nicht sozusagen über die Sohle 3 hinweg seitlich verschieben kann, wie es bei Sport- und anderen Schuhen oft geschieht. Denn mit dieser Möglichkeit beginnt schon die Gefahr des Umkippens und des typischen Bandschadens. Besonders entgegen des seitlichen Schuhrandes 32 ist eine schützende Kappe 33 anzubauen, von der Kleinzehe 29 bis zum Mittelfuss 35. Aber auch der Grosszehenballen 23 ist seitlich, wie Fig. 5 zeigt, wenn auch weniger ausgesprochen, abzustützen.
Bei Laufschuhen: Jogging, Marathon etc. ist die Zehenpartie von einer solchen «Schalung» freizuhalten, damit der sich ändernden Fusslänge während des Gehens - Laufens kein Widerstand geboten wird. Eine Rundum-Einschalung des Fusses hätte eine Stauchwirkung des Fusses von der Ferse zu den Zehen hin zur Folge, was den Tragkomfort unzulässig beeinträchtigen würde.
Umgekehrt benötigen gewisse Sportschuhe, z.B. Tennisschuhe einen Schalenschutz der Zehen - solche Schuhe müssen deshalb um eine Nummer zu gross getragen werden.
f) Damit nun die Gefahr des Umknickens des Fusses ganz entscheidend und zusätzlich vermindert wird, ist die Sohle 3 im Sinne des Indianapolis-Renn-wagens bzw. der Piroge mit einem «Ausleger» 36 zu gestalten:
Die Schuhsohle 3 wird um 1,5 bis 2 cm nach seitlich hin verbreitert. Diese Verbreiterung 38 ist gegenüber der Gesamtsohlenfläche 37 um 5 Grad geknickt, so dass bei ungestörtem Sohlen- Bodenkontakt der «Ausleger» 36 mit dem Boden 40 gar nicht in Berührung kommt. Erst dann, wenn Schuh 1 und Fuss kritisch in die gefährliche Knickstellung zu kommen drohen (Fig. 5-10), wenn also eine forcierte sogenannte Supination - Inversion - Adduktion entsteht, kommt der «Ausleger» 36 zur korrigierenden Wirkung. Die Haftreibung zwischen Sohle 3 und Boden 40 und die dynamische Kippkraft, die frei wird bei einer plötzlichen Richtungsänderung oder einer plötzlichen Bremsung bei quergestelltem Fuss, sind schuld daran, dass im nächsten Moment der Fuss vollends umkippt und zu Schaden kommt. Unmittelbar vor diesem Moment kommt der «Ausleger» 36 zur Wirkung. Der «Ausleger» 36 muss so gestaltet sein, das er nur geringe Haftreibung gegen den Boden hin erzeugen kann, d.h. er trägt kein Profil ist nicht gummi-elastisch, sondern im Gegenteil gleitfähig. Diese Eigenschaften des «Auslegers» 36 verhindern das Umkippen des Komplexes Schuh-Fuss durch momentane Aufhebung der Haftreibung - der blockierte Schuh 1 gleitet nach seitlich weg und findet erst danach wieder Halt am Boden 40, sobald das Sohlenprofil 17 wieder greifen kann.
Man könnte von ABS-Antiblockiersystem sprechen, wie es vergleichsweise bei modernen Au-tobremsen besteht.
Die kritische Strecke von 8-12 cm Länge des
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Auslegers 36 (Fig. 15, 16) ist hier als flexible Lippe (62) gestaltet. Bei Beginn des supinatorischen Kippens der Schuhsohle 3 kippt auch die Lippe 62 gegen die Sohlenfläche hin, so dass die Aussenfläche 63 der Lippe Bodenkontakt 40 bekommt. Die Aussenfläche 63 der Lippe 62 besteht aus einem gleitfähigen, härteren Material, als der Rest der Profilsohle 3 und des Auslegers 36, so dass dadurch das seitliche Weggleiten der Schuhaussenkante eingeleitet wird, was dann den Schuh wieder flachstellt und eine Fussverletzung vermeidet.
Als Verfeinerung dieser Idee ist die äusserste Abrundung 65 des Auslegers 36 vom gegossenen und in der Sohle 3 integrierten Ausleger 36 getrennt (Fig. 17). Diese je nach Schuhgrösse ca. 8-12 cm lange gehärtete, rutschfähige und dennoch längselastische Abrundung 65, vornehmlich aus Kunststoff, findet im Ausleger 36 Aufnahme in einer kongruenten Ausnehmung 66, wobei ein Einschnappmechanismus dafür sorgt, dass eine stabile Verbindung zustande kommt.
Diese Gleitkante kann durch Klebung fix eingebaut sein. Denkbar ist aber auch, dass wahlweise Gleitkanten mit unterschiedlicher Gleitfähigkeit für die eine oder andere Sportart, für den einen oder anderen Boden, im Ausleger eingelegt bzw. befestigt werden.
Die Gleitkante ist entweder aus einem Stück, oder besteht aus einzelnen Gliedern.
Die Gleitkante ist bei der Ausführung gemäss den Fig. 18-23 im Ausleger 36 nicht stabil fixiert, sondern erlaubt bzw. beabsichtigt die Möglichkeit einer Rotation um deren Längsachse.
Der relativ harte, gleit- und drehfähige Rotationsstab 68 ist im Ausleger 36 selbsthemmend einge-presst, besitzt aber dennoch den nötigen Spielraum um sich um die Längsachse drehen zu können.
Als Variante ist ein gegliederter Rotationsstab 70 vorgesehen, wobei dessen Glieder auf einer etwas flexiblen Metallwelle 73 rotieren. Die Welle 73 wird im Ausleger 36 durch Halteelemente 74 im Sinne einer Scharnieranordnung gesichert.
Denkbar ist schliesslich ein austauschbarer Rotationsstab 76 einstückig oder gegliedert, der mit einer Rotationsschale 77 gesamthaft im Ausleger fixiert wird, entweder stabil geklebt, oder austauschbar.
Die Gleitleichtigkeit ist mit Hilfe einer regelmässigen Schmierung, etwa mit Silicongleiter, aufrechtzuerhalten.
Die Gleitkante, welche rotieren kann erfüllt ihre Aufgabe dann am sichersten, wenn sie nur in der einen Richtung die zu gross gewordene Haftreibung aufhebt, in der anderen Richtung dagegen nicht rotiert und dadurch ihre eigene mögliche Haftreibung aufrechterhält.
Dieses Ziel der einseitigen Rotation ist zu erreichen mit dem Einbau eines Rätschen-Systems, sei es als einzelne zahnradähnliche Elemente mit Hemmzahn, oder als durchgehender gezahnter Rotationsstab, der zur gerichteten Drehhemmung entsprechende Widerlagerleisten im Innern des Auslegers vorfindet (Fig. 21,22).
Die Gleitleichtigkeit der Gleitkante ist hier dadurch erreicht, dass in der Kante leicht gleitende
Kugeln, in einem Käfig gefasst, aufgereiht sind (Fig. 23).
g) In Berücksichtigung der Richtung der Scher-Schubkräfte während des Abstossens mit dem Vorfuss-Grosszehenballen 22, hat das Sohlenprofil 17 im Vorfussbereich 31 eine definierte Hauptrichtung, nämlich senkrecht zu den genannten Kräften. Hier, wie im Bereiche der Ferse 8 soll das Profil 17 jedoch auch anders orientierte Elemente besitzen, um ein Rutschen abwegig zur Hauptrichtung 21 zu verhindern.
h) Je nach der Sportart, d.h. je nach der dabei auftretenden Beanspruchung und der zu erfüllenden Aufgabe, sind die beschriebenen Elemente am Schuh 1 in angepasster Deutlichkeit zu gestalten. Beim Laufschuh auf Bahn oder Strasse besteht geringe Gefahr des Umkippens des Fusses. Hier steht die Schockabsorption, die Stossdämpfung im Vordergrund. Aber auch die Schiefheit der Fersenpartie der Sohle 3 und die seitliche Fersenführung müssen die dämpfende Sohle ergänzen. Der Einbau des stossdämpfenden Sohlenmaterials (Gummi ge-kammert oder sonstwie weich-deformierbar, wenn möglich mit Rückstosseffekt bzw. Rückgewinnung von Energie) ergibt zwangsläufig eine dicke hohe Schuhsohle.
Beim Tennis- und Basketballschuh, d.h. beim Schuh, mit welchem schnelle - brüske Richtungsänderungen und Bremsmanöver ausgeführt werden, besteht eine viel grössere Umkippgefahr. Diese Schuhe sind deshalb mit einer möglichst breiten und dünnen Sohle auszustatten. Die versteifte Sohle 15 ist verwindungsarm, die seitliche Schalung 32 und besonders der seitliche «Ausleger» 36 müssen ganz deutlich ausgebildet sein um das Umkippen des Fusses möglichst zu vermeiden. Die Stossdämpfung steht im Hintergrund des Vorranges der Kippstabilität.
Beim modernen Bau von Sportschuhen 1 hat es sich bewährt, dass Oberschuh 10 und Schuhsohle 3 getrennt hergestellt und erst danach miteinander durch Klebung, Verschweissung, Vulkanisierung zusammengeführt werden. Die Sohle 3 des Laufschuhs 1 wird vorzugsweise in den Schichten Profil und Stossdämpfung gefügt. Die Sohle 3 des Tennisschuhs und anderer Anwendungsbereiche, wo Stossdämpfung weniger (aber dennoch) gefordert ist, wird die Sohle 3 aus Kunstgummi vorzugsweise in einer Form gepresst - gegossen, wobei die seitliche Führung der Ferse- und Vorfusspartie nahtlos mitgeformt wird.
Beim erfindungsgemässen «denkenden» Schuh ist das zweitgenannte Verfahren zielsicherer und einfacher zur Erreichung der gesteckten Ziele:
In einem Guss entsteht die Sohle 3 mit den seitlichen stabilen Aufbauten 32, 36 im Bereich von Ferse 8 und Vorfuss 31, während der Oberschuh 10 mit konventioneller Technik hergestellt und mit der «denkenden» Sohle 3 verbunden wird. Es verbleibt allerdings die Sohle 3 im beschriebenen Bereich von Ferse-Mittelfuss-Vorfuss 8, 31, 35 zu versteifen, um die gewünschte Verwindungsarmut zu gewährleisten. Das Versteifungselement in der Form einer vorne schräg - pronierend abgeschnittenen Schuhsohle 15 aus einem entsprechend widerstandsfähi5
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gen Material von 1-4 mm Dicke (Kunststoff, Federstahl) kann an zwei Orten eingebaut sein:
a) Als Teil des Oberschuhs 10. Die Versteifungssohle 15 (Fig. 7) kann dabei entweder nur bis zum Schrägschnitt 42 vorne hin reichen, oder kann bis zur Zehenspitze fortgeführt sein, vom Schrägschnitt 42 weg allerdings in Form von gelenkig wirkenden Querstreifen 43 (siehe auch Fig. 11)
b) Als Teil der gegossenen «denkenden» Sohle 3. Das analoge verwindungsstabile Material wird entweder in die gegossene Sohle integriert oder in einem getrennten Schritt durch Klebung angefügt, auch hier entweder bis zum Fussballen 22, oder gegliedert 43 weiter bis zu den Zehen.
Im Guss- Pressverfahren wird in einem Zuge mit dem seitlichen Aufbau 20 der Fersen- und Vorfuss-partie 8, 31 auch der «Ausleger» 36 integriert. Denkbar ist es aber auch, dass ein bisheriger konventioneller Schuh, typischerweise ein Tennisschuh zum «denkenden» Schuh ergänzt wird:
Die Sohle 3 im Fersenbereich 8 wäre abzuschrägen 14 und mit dem gerichteten Profil 17 auszustatten (Fig. 5 und 5a). Der «Ausleger» 36, getrennt aus geeignetem Material hergestellt, wäre im Vor-fussbereich 31 seitlich anzubauen mit der Technik der Klebung, Schweissung, allenfalls mit einer Naht.
In Fig. 11 ist die Sohle 50 eines Sportschuhs dargestellt. Sie wird im hinteren und im mittleren Drittel ihrer Länge mit einem verwindungsstabilen Element 52, z.B. ein Kunststoffblatt oder ein dünnes Metallblatt, versteift. Dieses Element 52 ist entweder in der gegossenen Sohle 50 aus Polymer eingegossen und weist deshalb Lochung 53 auf, oder es ist dieses Versteifungselement 52 als Sohle 57 im Oberschuh 58 eingebaut, sozusagen als Brandsohle.
Das Versteifungselement 52 besitzt einen sogenannten pronierenden Schrägschnitt 54 und wirkt beim Laufen einem kritischen supinatorischen Umkippen des Fusses entgegen. Dieses Element 52, wie auch in Fig. 4 ersichtlich, ist als gelenkig abgesetzter Streifen 55 auch im Bereich des Vorfus-ses - Zehen weitergeführt.
Das Sohlenprofil 60 ist «funktionell» orientiert, d.h. seine Richtung trägt der bevorzugten Rutschtendenz Rechnung und ist deshalb im Bereich der Ferse und des Vorfusses senkrecht zu dieser Rutschtendenz ausgerichtet. In der Schuhsohlenmitte dagegen besteht keine definierte Rutschtendenz, weshalb hier das Sohlenprofil 61 «neutral» gestaltet ist.
Die genannten Prinzipien sind grundsätzlich bei jeder Art Schuhe anwendbar, am sinnvollsten jedoch immer dort, wo besondere Kippstabilität, d.h. die Vermeidung des supinatorischen Umkippens gefordert ist, so also besonders bei vielen Sportschuhen.
Der «denkende», kippstabile Schuh kommt auch dann zum sinnvollen Einsatz, wenn ein kippgefährdeter Fuss vorsorglich - prophylaktisch zu schützen ist, sei es bei sportlicher Tätigkeit oder auch im nicht sportlichen Alltag: Füsse, die schon mehrmals ein heftiges Umkippen hinter sich haben und die geschädigten Bänder unvollkommen geheilt sind, neigen zum wiederholten Umkippen, zur gewohnheits-mässigen Fussverstauchung. Bisher wird hier therapeutisch der Fuss geschient mit orthopädischen Stützen oder mit hohen, schienenden Schuhen oder mit Taping, d.h. durch eine angeklebte Bandagierung. Besser, wenn erfolgreich, und für den betreffenden Menschen angenehmer ist die orthopädischchirurgische Operation, d.h. eine operative Ersatz-Rekonstruktion der ungenügenden - insuffizienten Bänder. Als Alternative zu allen genannten Massnahmen kann der «denkende» Schuh eingesetzt werden, nicht zuletzt als Schutzmassnahme nach einer Bandreparatur - Operation für die Zeit der Ausheilung, zuallerletzt bei gewissen Muskellähmungen im Fussbereich, bei welchen ebenfalls wiederholte Fussverstauchungen typisch sein können.
Gegenüber dem Schuh gemäss dem Stande der Technik unterscheidet sich der «denkende» Schuh äusserlich wenig von diesem, weil ein Teil der besonderen Massnahmen quasi im Inneren des Schuhs eingebaut sind.
Der beschriebene Sportschuh besitzt einerseits hohe Haftreibung, damit der Sportler während des Laufens nicht ausrutscht und zu Fall kommt, verliert aber andererseits in jener kritischen Schrittphase, in der sich die gefürchtete Bandverletzung durch «Übertreten» des Fusses ereignet, plötzlich an Haftreibung, so dass der Schuh wegrutscht anstatt «kleben» bleibt.
Dieser Sportschuh berücksichtigt bezüglich seinen Hafteigenschaften die biodynamische Bodenreaktion. Seine Konstruktion ist so gestaltet, dass der Umkipptendenz des Schuhs entgegengewirkt wird. Es sind dies Eigenschaften wie sie z.B. ein Rennauto aufweisen muss: Tiefer Schwerpunkt, breite Spur, hohe Verwindungssteifigkeit, ideale Haftwirkung der Reifen. Das Rennauto für den Rundkurs von Indianapolis USA ist zudem asymmetrisch gebaut, d.h. das Aufhängungsgestänge auf der Kur-venaussenseite ist länger als jenes auf der Kurveninnenseite, um der Umkipptendenz zur Kurvenaus-senseite hin entgegenzuwirken. Das gleiche Prinzip ist beim Auslegerboot, der Piroge, angewendet, so dass das Boot auch ohne Schwert oder Kiel selbst im Flachwasser und bei Seitenwind ohne umzukippen gefahren werden kann.
Claims (1)
- Patentansprüche1. Schuhwerk, dadurch gekennzeichnet, dass die Schuhsohle (3) auf ihrer Aussenseite einen oder mehrere verbreiterte über das normale Schuhprofil (6) vorstehende, von der Sohle (3) zum Oberschuh (10) hin geneigte (4) Ausleger (36) aufweist.2. Schuhwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schuhsohle (3) einteilig ausgebildet ist oder Verbreiterungen an der Normal-Schuh-sohle befestigt sind, z.B. durch Klebung, Schweissung oder eine Naht.3. Schuhwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Sohle (3) im Bereich Ferse-Mittelfuss-Vorfuss (3, 35, 31) verwindungsver-steift ist.4. Schuhwerk nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass ein verwindungsver-510152025303540455055606559CH 681 947 A510steifendes Teil an der Schuhsohle (3) selbst oder als Einlage vorgesehen ist, welche in ihrem vorderen Teil schräg-pronierend abgeschnitten ist, um die Achse (25) grösster Biegsamkeit im Ballenbereich schräg-pronierend zu gestalten (Fig. 11).5. Schuhwerk nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorfuss-Sohlen-bereich (31) einen, z.B. angebauten, insbesondere profillosen, gleitfähigen Ausleger (36) aufweist (Fig. 15,16).6. Schuhwerk nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, dass der verwindungsver-steifende Teil (27, 52) aus einem gummi- oder stahlelastischen Material, z.B. aus Kunststoff und/oder Federstahl besteht (Fig. 7,12).7. Schuhwerk nach einem der Ansprüche 3-6, dadurch gekennzeichnet, dass der verwindungssteife Teil (27) bis zum Bereich der Fussballen (22) reicht und vorzugsweise zwischen diesem Bereich und dem Zehenbereich eine Gliederung, z.B. in Form gelenkig wirkender Querstreifen (43, 55), vorgesehen ist (Fig. 2,11).8. Schuhwerk nach einem der Ansprüche 3-7, dadurch gekennzeichnet, dass der verwindungssteife Teil (27, 57) als Teil des Oberschuhs (10, 58) ausgebildet ist (Fig. 7,14).9. Schuhwerk nach einem der Ansprüche 1-8, dadurch gekennzeichnet, dass im Fersenbereich (8) die Sohle (3) seitlich angeschrägt (14) und vorzugsweise das Sohlenprofil senkrecht zur Ausrutschtendenz der Ferse (8) nach vorne-innen hin verläuft (Fig. 5,5a).10. Schuhwerk nach einem der Ansprüche 1-9, dadurch gekennzeichnet, dass eine hochgezogene bis in den Bereich der Fussmitte reichende Schutzkappe vorgesehen ist, die sich vorzugsweise auch, aber in geringerem Masse, hinten seitlich hochzieht.11. Schuhwerk nach einem der Ansprüche 1-10, dadurch gekennzeichnet, dass das Innenprofil der Sohle (3) flach ist und sie im Bereich des Schuhoberteils mit diesem bezüglich des Fusses einen Totraum (16) bildet (Fig. 4).12. Schuhwerk nach einem der Ansprüche 1-11, dadurch gekennzeichnet, dass das Sohlenprofil (17) im mittleren Sohlendrittel (19,61) gleichmässigneutral geformt ist, um das Haftvermögen nach allen Bodenrichtungen gleichmässig zu gestalten (Fig. 5,13).13. Schuhwerk nach einem der Ansprüche 1-12, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausleger (36) profillos und gleitfähig ausgebildet ist (Fig. 16, 18, 20).14. Schuhwerk nach einem der Ansprüche 1-13, dadurch gekennzeichnet, dass zum Stützen des Köpfchens (28) des Mittelfussknochens im Bereich der zwei kleinen Zehen (29) jedoch ohne Stützung des Grosszehenballens (23), die Sohle (3) härter ausgebildet ist, als im Bereich des Grosszehenballens (23).15. Schuhwerk nach einem der Ansprüche 3-14, dadurch gekennzeichnet, dass die Verwindungs-steifigkeit und Härte der Sohle (3) im vorderen Sohlenbereich (31 ) abnimmt, um nach vorne einen fliessenden Übergang hart/weich zu schaffen.16. Schuhwerk nach einem der Ansprüche 1-15, dadurch gekennzeichnet, dass der seitlicheSchuhrand (32) mit einer von der Kleinzehe (29) zum Mittelfuss (35) reichenden Schutzkappe (33) versehen ist, wobei vorzugsweise auch der Bereich der Grosszehenballe (23) seitlich mit einer Schutzkappe ausgerüstet ist.17. Schuhwerk nach einem der Ansprüche 1-16, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausleger (36) eine zur Sohle (3) um ungefähr 5° (4) nach oben geknickt und um 1-3, vorzugsweise um 1,5-2 cm, seitlich verbreitert ist.18. Schuhwerk nach einem der Ansprüche 1-17, daadurch gekennzeichnet, dass das Sohlenprofil (6) im Vorfussbereich (31) eine von der Schuhlängsachse abweichende Hauptrichtung aufweist (Fig. 2, 13).19. Schuhwerk nach einem der Ansprüche 1-18, dadurch gekennzeichnet, dass die Sohle (3) stoss-dämpfend, z.B. mittels gekammertem Gummi, ausgebildet ist.20. Schuhwerk nach einem der Ansprüche 1-19, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausleger (36) mindestens auf einem Teil seiner Länge mit einer gleitfähigen Lippe (62) versehen ist, deren Aussen-fläche (63) vorzugsweise aus härterem Material als der Ausleger (36) besteht (Fig. 16).21. Schuhwerk nach einem der Anspüche 1-19, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussenfläche des Auslegers (36) abgerundet (65) ist und dieser Teil des Auslegers (36) als Steckteil ausgebildet ist (Fig. 17).22. Schuhwerk nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass der Steckteil eine Schale (77) aufweist, in welcher ein Rotationsstab (76) drehbar angeordnet ist.23. Schuhwerk nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotationsstab (68) in einer Ausnehmung des Auslegers (36) drehbar gelagert ist, wobei der Rotationsstab (68) eine glatte oder eine mit Sperrzähnen versehene Oberfläche aufweist (Fig. 18,21,22).24. Schuhwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 23 mit einem Sohlenteil, welcher auf der Gehfläche aufliegt, und einem Schuhoberteil, dadurch gekennzeichnet, dass dieser Schuhsohlenteil (3) auf seiner Aussenseite einen Ausleger (36) aufweist, welcher über ein normales Schuhprofil (6) vorsteht und bezüglich der Fläche des Schuhsohlenteils (3) gegen den Oberschuh (10) geneigt ist, um bei gekipptem Schuh eine seitliche Bewegung des Schuhs bei einer Berührung des Auslegers (36) mit der Gehfläche zu erleichtem, wobei mindestens ein Teil der Sohlenfläche von der Gehfläche abhebt, wenn der Ausleger (36) mit der Gehfläche in Berührung kommt.25. Verfahren zum Herstellen eines unfallsicheren Schuhwerkes, insbesondere eines Sportschuhes nach einem der Ansprüche 1-24, dadurch gekennzeichnet, dass man die Sohle (3) mit mindestens einem nach aussen oben geneigten Ausleger (36) giesst und diese mit einem Oberschuh (10) verbindet.5101520253035404550556065
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