CH684074A5 - Sekundärfederung eines Drehgestells eines Schienenfahrzeuges. - Google Patents
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Description
1
CH 684 074 A5
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Beschreibung
Die Erfindung betrifft eine Sekundärfederung eines Drehgesteiis eines Schienenfahrzeuges nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Die vertikale Verbindung zwischen einem Drehgestell und einem Lok- bzw. Wagenkasten wurde oftmals zur Ermöglichung von Ausgleichsbewegungen zwischen Drehgestell und Kasten als Pendelaufhängung ausgeführt. Derartige Konstruktionen sind beispielsweise in der DE-OS 1 530 126 und der FR-PS 1 185 514 beschrieben. Dabei sind die Pendel auf Zug belastet und der Lok- bzw. Wagenkasten übt auf das Drehgestell Zugkräfte aus.
Eine Sekundärfederung der eingangs erwähnten Art ist durch die CH-PS 497 308 bekannt geworden. Bei dieser Konstruktion sind zwischen den Rädern je zwei Pendel vorgesehen, bei welchen die Federn in einem Gehäuse untergebracht sind und sich mit ihrem oberen Ende gegen einen Federteil abstützen, welcher über eine den Boden des Gehäuses durchsetzende Zugstange am Fahrzeugrahmen angelenkt ist, während das Gehäuse, an dessen Boden sich die Feder abstützt, an seiner Dek-kenwand mit dem Drehgestellrahmen gelenkig verbunden ist.
Weiters sind Konstruktionen bekannt, bei welchen auf Druck beanspruchte Sekundärfedern das notwendige vertikale Verbindungselement zwischen Drehgestell und Lok- bzw. Wagenkasten bilden. Üblicherweise wurden diese als Schraubenfedern ausgeführt und senkrecht angeordnet, wie dies beispielsweise in der EP-A 271 690 beschrieben ist.
Durch die US-PS 4 368 672 ist bekanntgeworden, zwischen den Radlagern pneumatische Federn vorzusehen, welche an sich eine geringere Steifigkeit als Schraubenfedern der erfindungsgemässen Konstruktion aufzuweisen haben, wobei eine höhere Quersteifigkeit durch Schrägstellen der pneumatischen Federn erzielt werden soll.
Aus der AT-PS 275 592 ist schliesslich eine Sekundärfederung bekannt, bei welcher die Sekundärfedern geneigt angeordnet sind. An einem Ende des Drehgestells laufen die Federn nach oben aufeinander zu, während sie am anderen Ende auseinanderlaufend angeordnet sind. Aus diesem Grund kann eine Wankunterstützung lediglich durch Ausdrehung des Drehgestells bezüglich des Kastens des Schienenfahrzeuges erfolgen, währenddessen eine reine Qerverschiebung des Lok- bzw. Wagenkastens keine Wankunterstützung hervorruft.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung von Massnahmen, durch welche bei einer Auslenkung des Lok- bzw. Wagenkastens gegenüber dem Drehgestell in Y-Richtung (quer zur Fahrtrichtung) eine Drehung des Kastens um seine Längsachse in gewünschter Weise und damit eine Wankunterstützung bewirkt wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch das kennzeichnende Merkmal des Patentanspruches 1 gelöst.
Durch die erfindungsgemässe Konstruktion ist eine Wankunterstützung auch dann möglich, wenn eine Querverschiebung des Lok- bzw. Wagenkastens bezüglich des Drehgestelles aufgrund von beispielsweise Fliehkräften ohne Ausdrehung des Drehgestelles zustande kommt.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden anhand der Zeichnung näher erläutert, in welcher in
Fig. 1 ein Fahrwerk mit einem Wagenkasten und der Federung in Stirnansicht und in
Fig. 2 in Seitenansicht schematisch dargestellt ist.
Es bezeichnet 1 ein Drehgestell, in welchem zwei Radsätze 2 gelagert sind, welche gegenüber dem Drehgestell über Primärfedern 3 abgefedert sind. Dieses Drehgestell 1 kann antriebslos sein, es kann sich aber auch um ein Triebdrehgestell handeln. Mit 4 ist der Kasten des Schienenfahrzeuges, insbesondere ein Lok- oder Wagenkasten, bezeichnet, welcher sich am Drehgestell über Sekundärfedern 5 abstützt, von welchen, wie Fig. 2 zeigt, mindestens zwei auf jeder Längsseite des Drehgestelles angeordnet sind. Zweckmässig sind die Sekundärfedern in der Querrichtung des Fahrzeuges paarweise angeordnet. Als Sekundärfedern sind im vorliegenden Fall Schraubenfedern vorgesehen, welche einen besonders einfachen und kostengünstigen Aufbau ermöglichen. Selbstverständlich sind aber auch andere Federeinrichtungen, beispielsweise hydraulischer oder pneumatischer Art verwendbar.
Die vorzugsweise verwendeten Schraubenfedern sitzen an ihren beiden Enden in je einem Federtopf und sind auf beiden Seiten des Drehgestelles 1, wie dargestellt, nach oben in Richtung Mitte des Kastens 4 des Schienenfahrzeuges leicht geneigt um den Winkel psi eingebaut. Das hat zur Folge, dass, wenn sich der Wagenkasten aufgrund der Fliehbeschleunigung in Querrichtung bewegt, wenn er also auslenkt, die Sekundärfedern 5 wie ein Viergelenk wirken, d.h., wenn der Wagenkasten 4 in der Richtung Y auslenkt, zwingt der Wagenkasten die Sekundärfedern 5 an der Einspannstelle im Wagenkasten sich in der Richtung des Pfeiles B zu bewegen, wodurch ein gegensätzliches Moment M um die Längsachse des Wagenkastens 4 entsteht, welcher den Kasten 4 um seine Längsachse zu drehen trachtet. Man bekommt dadurch eine Verbesserung des sogenannten Wankverhaltens. In Fig. 1 ist mit rrik • g die Gravitationskraft und mit mk • b die Zentrifugalkraft sowie die Resultierende eingezeichnet.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung sind beide Federn eines Sekundärfederpaares um den gleichen Winkel (psi) nach oben in Richtung der Mitte des Kastens des Schienenfahrzeuges leicht geneigt und quer zur Fahrtrichtung eingebaut. Dadurch entsteht eine Art von Viergelenk, das die oben erwähnte Drehung des Kastens in optimaler Weise ausführt.
In der Quermitte befindet sich zwischen Kasten 4 und Drehgestell 1 ein Queranschlag 6, welcher vorzugsweise als Gummipuffer ausgebildet ist. Auch diese Ausführung trägt zur Einfachheit der erfindungsgemässen Sekundärfederung und zu deren sicherem Funktionieren bei. Überdies ist es auch
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eine sehr kostengünstige Variante. Der besagte Queranschlag 6 ist zwischen einem Vorsprung 7 des Drehgestelles 1 und einem Vorsprung 8 des Kastens 4 des Schienenfahrzeuges angeordnet und hat den Zweck, die Querkräfte, die mitunter aufgrund von Fliehbeschleunigungen im Bogenlauf entstehen, abzufangen. Hiebei hat der Wagenkasten 4 einen gewissen Freiweg, bis der Queranschlag 6 zu wirken beginnt. Innerhalb dieses Freiweges werden Auslenkungen zwischen Drehgestell 1 und Lokbzw. Wagenkasten 4 in Querrichtung hauptsächlich von der in Querrichtung wirksamen Komponente der Sekundärfederung gedämpft und so zum grossen Teil vom Kasten 4 ferngehalten. Erst bei zu grossen Kräften erfolgt eine derart grosse Auslenkung, dass der Queranschlag 6 erreicht wird.
Claims (8)
1. Sekundärfederung eines Drehgestells eines Schienenfahrzeuges, bei welcher auf beiden Längsseiten des Drehgestelles zwischen diesem und dem Kasten des Schienenfahrzeuges von diesem auf Druck beanspruchte Federn als Sekundärfedern angeordnet sind, die auf beiden Seiten des Drehgestells zwischen den Rädern quer zur Fahrtrichtung in Richtung zur Kastenmitte gegenüber der Vertikalen (z) geneigt eingebaut sind, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Sekundärfedern (5) an ihrem oberen Ende am Kasten (4) und an ihrem unteren Ende am Drehgestell (1) abstützen.
2. Sekundärfederung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Drehgestell (1) und Kasten (4) des Schienenfahrzeuges ein Queranschlag (6) vorgesehen ist, welcher zwischen einem Vorsprung (7) des Drehgestells (1) und einem Vorsprung (8) des Kastens (4) des Schienenfahrzeuges angeordnet ist.
3. Sekundärfederung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Queranschlag (6) in der Quermitte zwischen Drehgestell (1) und Kasten (4) des Schienenfahrzeuges angeordnet ist.
4. Sekundärfederung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Queranschlag (6) als Gummipuffer ausgebildet ist.
5. Sekundärfederung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sekundärfedern (5) um den gleichen Winkel (psi) gegenüber der Vertikalen (z) in Richtung der Mitte des Kastens (4) des Schienenfahrzeuges quer zur Fahrtrichtung geneigt eingebaut sind.
6. Sekundärfederung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Kasten (4) des Schienenfahrzeuges einen Freiweg besitzt, bevor der Queranschlag (6) einsetzt.
7. Sekundärfederung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Drehgestell (1) ein Triebdrehgestell ist.
8. Sekundärfederung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sekundärfedern (5) als Schraubenfedern ausgeführt sind.
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