CH688891A5 - Einteiliger Verschluss aus thermoplastischem Kunststoff. - Google Patents

Einteiliger Verschluss aus thermoplastischem Kunststoff. Download PDF

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CH688891A5
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Elmar Mock
Christoph Dworsak
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Tetra Brik Packaging Systems S
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Description


  
 



  Die Erfindung betrifft einen einteiligen Verschluss gemäss dem Oberbegriff des ersten Patentanspruchs, das heisst sie betrifft einen als Verschluss für eine Gebindeöffnung dienenden Kunststoffteil, der in mindestens zwei Konfigurationen gebracht werden kann: in eine offene Konfiguration und in eine geschlossene Konfiguration, und der derart geformt ist, dass er durch Spritzgiessen hergestellt werden kann. Der erfindungsgemässe Verschluss kann beispielsweise mit Mitteln ausgerüstet sein, mit denen er in der \ffnung eines Gebindes befestigbar ist, oder er kann selbst Teil eines Gebindes sein und daran eine schliessbare \ffnung bilden. 



  Es sind verschiedenste Verschlusseinheiten bekannt, die aus einem oder mehreren thermoplastischen Materialien in Spritzgussverfahren hergestellt werden. Eine Art derartiger Verschlüsse weist einen Ausgussteil und einen Verschlussteil auf, wobei der Ausgussteil in einer Gebindeöffnung befestigbar ist und eine Ausgussöffnung aufweist. Der Verschlussteil ist derart am Ausgussteil befestigt, dass er in eine offene und in eine geschlossene Position schwenkbar ist, wobei er in der geschlossenen Position die Ausgussöffnung des Ausgussteiles verschliesst. Derartige Verschlusseinheiten werden üblicherweise in offe ner Konfiguration gegossen, das heisst mit nebeneinander angeordnetem Verschluss- und Ausgussteil, wodurch sie auf einem vorgegebenen Giesswerkzeug einer vorgegebenen Giessmaschine relativ viel Platz einnehmen.

  Dies bedeutet, dass in einem Giesszyklus eine nur relativ kleine Zahl von Verschlüssen gegossen werden kann, wodurch die Produktionskosten relativ hoch sind. Zusätzlich müssen die Verschlüsse in einem weiteren Arbeitsschritt geschlossen werden, beispielsweise vor der Befestigung des Verschlusses an einem Gebinde oder nach dieser Befestigung und nach dem Füllen des Gebindes durch die Ausgussöffnung des Verschlusses. Derartige Verschlüsse sind beispielsweise beschrieben in der Veröffentlichung mit dem internationalen Aktenzeichen PCT/EP94/02 072. 



  Es ist auch bekannt, Verschlüsse mit Ausgussteil und Verschlussteil in geschlossenem Zustand durch Spritzgiessen herzustellen. In der geschlossenen Konfiguration nehmen derartige Verschlüsse auf einem Giesswerkzeug viel weniger Platz ein als in offener Konfiguration. Dadurch wird es möglich, in einem Giesszyklus mehr Verschlüsse herzustellen. Andererseits müssen die geschlossenen Verschlüsse in zwei Schritten aus zwei Materialien gegossen werden, wodurch die Zykluszeit länger und/oder die Giessmaschine komplizierter wird, was wiederum zu Kostenerhöhungen führt. In geschlossenem Zustand hergestellte Verschlüsse sind beispielsweise beschrieben in der Veröffentlichung mit dem internationalen Aktenzeichen PCT/CH92/00 188. 



  Ferner sind zweiteilige Verschlüsse bekannt (z.B von US-4 440 327), welche anstelle eines Verschlussteiles einen weiteren Ausgussteil aufweisen. Dieser weitere Ausgussteil ist schwenkbar am ersten Ausgussteil befestigt, derart, dass in einer offenen Konfiguration die Ausgussöffnungen der beiden Ausgussteile fluchten und dass in einer geschlossenen Konfiguration die beiden Ausgussöffnungen gegeneinander abgewinkelt sind. Derartige Verschlüsse  können in ihrer offenen Konfiguration durch Spritzgiessen hergestellt werden, wobei die beiden Ausgussteile in Richtung der Giesswerkzeug-Bewegung aufeinander angeordnet sind und wobei sie eine Fläche brauchen, die nicht grösser ist als die Fläche, die der geschlossene Verschluss brauchen würde. Nach dem Giessen müssen derartige Verschlüsse geschlossen werden.

  Die Konstruktion derartiger Verschlüsse und entsprechender Giesswerkzeuge ist aufwendig und die Verschlüsse brauchen relativ viel Material. 



  Es ist nun die Aufgabe der Erfindung, einen Verschluss zu schaffen, in dem die Vorteile der genannten Verschlüsse kombiniert sind, wobei deren Nachteile möglichst ausgeschlossen werden sollen. Das heisst mit anderen Worten, es ist die Aufgabe der Erfindung, einen Verschluss zu schaffen, der formmässig möglichst einfach ist, der durch Spritzgiessen einfach hergestellt werden kann, der auf dem Giesswerkzeug möglichst wenig Platz einnehmen soll, der mit möglichst wenig Material herstellbar ist, der aus einem oder mehreren Materialien herstellbar ist und der für möglichst viele Anwendungen tauglich ist, ohne dass seine Form wesentlich geändert werden muss. 



  Diese Aufgabe wird gelöst durch den Verschluss, wie er im Patentanspruch 1 definiert ist. 



  Der erfindungsgemässe Verschluss besteht nur aus einem Ausgussteil. Im wesentlichen hat dieser die Form eines Rohres mit einer Wand, die einen im wesentlichen ringförmigen Querschnitt aufweist und die einen Ausgusskanal umschliesst, wobei der Ausgusskanal von einer inneren Stirnseite (dem Gebindeinneren zugewendet) des Verschlusses zu einer äusseren Stirnseite (vom Gebinde abgewendet) reicht, wo er die eigentliche Ausgussöffnung darstellt. Die Wand weist eine im wesentlichen U-förmige Scharnierline auf, deren  beide Enden voneinander beabstandet an der äusseren Stirnseite des Verschlusses liegen.

  Diese U-förmige Scharnierlinie umschliesst zusammen mit der äusseren Stirnseite einen Wandteil, der um die Scharnierlinie kippbar ist und zwar in eine konvexe Position, in der der kippbare Wandteil einen Teil der Wand um den Ausgusskanal darstellt und in eine konkave Position, in der der kippbare Wandteil am gegenüberliegenden Wandteil anliegt (mindestens im Bereiche der äusseren Stirnseite des Verschlusses) und dadurch den Ausgusskanal im Bereiche der äusseren Stirnseite des Verschlusses abschliesst. 



  Der erfindungsgemässe Verschluss wird in seinem offenen Zustand (kippbarer Wandteil in konvexer Position) gegossen und nachträglich geschlossen, dadurch, dass der durch die Scharnierlinie eingeschlossene Wandteil um die Scharnierlinie in die konkave Position gekippt wird. Beispielsweise kann der Verschluss geschlossen werden unmittelbar nach dem Giessvorgang und vor dem Ausstossen des Verschlusses aus der Giessform. 



  Der erfindungsgemässe Verschluss wird geschlossen, indem der kippbare Wandteil gegen den gegenüberliegenden Wandteil gedrückt wird. Die Dichtigkeit des geschlossenen Verschlusses ist abhängig von der Formgebung des Verschlusses und von der Elastizität des verwendeten Materials, die die elastischen Kräfte bestimmen, mit denen der kippbare Wandteil in seiner konkaven Position gegen den gegenüberliegenden Wandteil gepresst wird. Zusätzlich ist die Dichtigkeit abhängig vom Druck auf der Seite der inneren Stirnfläche des Verschlusses, also beispielsweise innerhalb eines Gebindes, an dem der Verschluss montiert ist. Ein Innendruck wirkt gegen die elastischen Kräfte, durch die der kippbare Wandteil an die gegenüberliegende Wand gedrückt wird. Mit steigendem Innendruck wird der Verschluss graduell geöffnet.

   Ist der Verschluss so an seine Anwendung angepasst, dass der Innendruck nie gross genug wird, um den kippbaren Wandteil in seine konvexe Position (offen) zu  kippen, kann der Verschluss auch als Ventil verwendet werden und ein Gebinde oder irgendeinen Innenraum vom Innendruck abhängig mehr oder weniger dicht abschliessen bzw. weniger oder mehr öffnen. 



  Im folgenden sollen anhand von Figuren mehrere beispielhafte Ausführungsformen des erfindungsgemässen Verschlusses detailliert beschrieben werden. Dabei zeigen: 
 
   Fig. 1 und 2 eine beispielhafte, sehr schematische Ausführungsform des erfindungsgemässen Verschlusses in geschlossener Konfiguration    (Fig. 1) und in offener Konfiguration (Fig. 2); 
   Fig. 3 ein Spannungs-Weg-Diagramm für den \ffnungs- und Schliessvorgang eines erfindungsgemässen Verschlusses; 
   Fig. 4 und 5 eine weitere beispielhafte Ausführungsform des erfindungsgemässen Verschlusses als Abwicklung der Wand (Fig. 4) und als Draufsicht auf die äussere Stirnseite; 
   Fig. 6 eine weitere beispielhafte Ausführungsform des erfindungsgemässen Verschlusses als Draufsicht auf die äussere Stirnseite;

   
   Fig. 7 und 8 eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemässen Verschlusses als Seitenansicht (Fig. 7) und als Querschnitt durch die Wand (Fig. 8) 
   Fig. 9 und 10 zwei weitere Ausführungsformen des erfindungsgemässen Verschlusses im wesentlichen senkrecht zu den Stirnseiten geschnitten. 
 



  Fig. 1 und 2 zeigen eine beispielhafte Ausführungsform des erfindungsgemässen Verschlusses in geschlossener (Fig. 1) und in offener (Fig. 2) Konfiguration. Der Verschluss 1, der im wesentlichen einen rohrförmigen Ausgussteil mit einer Wand 12 darstellt, ist beispielsweise ausgebildet als Einsteckverschluss zum Einstecken in eine \ffnung 3 einer Brickpackung 2, welche \ffnung 3 vor dem Einstekken durch eine Schwachstelle in der Packungswand definiert ist. Damit der Verschluss nicht zu tief eingesteckt wird, weist er aussen einen Haltekragen 11 auf. Zum Verschliessen weist die Wand 12 des Verschlusses 1 eine U-förmige Scharnierlinie 13 auf, die beispielsweise als linienförmige, dünne Materialstelle ausgebildet ist und die einen kippbaren Wandteil 14 einschliesst.

  Dieser kippbare Wandteil 14 ist unter elastischer Deformation um die U-förmige Scharnierlinie kippbar in eine konkave Position (Fig. 1), sodass der kippbare Wandteil 14 am gegenüberliegenden Wandteil anliegt und den Ausgusskanal abschliesst und in eine konvexe Position (Fig. 2), sodass der kippbare Wandteil den Ausgusskanal seitlich begrenzt und dessen Ausgussöffnung auf der äusseren Stirnseite 15 freigibt. 



  Damit der kippbare Wandteil 14 in seiner konkaven Position (Fig. 1) am gegenüberliegenden Wandteil anliegen kann, müssen die Enden der U-förmigen Scharnierlinie 13 die Wand von der äusseren Stirnseite des Verschlusses gesehen in zwei Teile teilen derart, dass der kippbare Teil 14 mindestens so lang ist wie der nicht kippbare Teil der Wand 12. Der nicht kippbare Teil der Wand 12 ist vorteilhafterweise steifer bzw. weniger elastisch als der kippbare Wandteil 14. Wenn die beiden Wandteile aus demselben Material bestehen, ist der kippbare Wandteil 14 vorteilhafterweise dünner als der nicht kippbare Teil. Die beiden Teile können auch aus verschiedenen Materialien bestehen, beispielsweise der kippbare Wandteil 14 aus amorphem Polypropylen bzw. aus Polyethylen mit tiefer Dichte, der nicht kippbare Teil aus kristallinem Polypropylen bzw. aus Polyethylen mit höherer Dichte.

  Die beiden  Materialien werden beim Giessen des Teils durch zwei Einspritzdüsen gleichzeitig in die Giessform zugeführt und verschweissen sich an der Stelle, wo sie in der Giessform aufeinander treffen. 



  Fig. 3 illustriert den \ffnungs- bzw. Schliessvorgang für den erfindungsgemässen Verschluss. Das Diagramm zeigt die elastische Spannung S des kippbaren Wandteiles in Abhängigkeit vom Weg d, den der kippbare Wandteil zurücklegt, wenn er von der konvexen in die konkave Position (Schliessen, Pfeil A) gekippt wird oder umgekehrt (\ffnen, Pfeil B). Der kippbare Wandteil ist vorteilhafterweise in seiner konvexen Position I im wesentlichen spannungsfrei. Wird er aus dieser Position gedrückt nimmt die Spannung bis zu einem Maximum zu (Position III zwischen konvexer und konkaver Position). In dieser Position III ist der kippbare Wandteil in einem unstabilen Gleichgewicht. Mit einer nur kleinen Kraft angestossen, entspannt er sich je nach Anstossrichtung gegen die konkave oder die konvexe Position.

  Je nach Ausbildung der gegenüberliegenden Wand entspannt sich der kippbare Wandteil vollständig in eine konkave Position II oder nicht vollständig in eine konkave Position ll min , in der er durch die restliche Spannung gegen die gegenüberliegende Wand gedrückt wird, was zur Dichtigkeit des Verschlusses beiträgt. 



  Fig. 4 und 5 zeigen eine beispielhafte, bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemässen Verschlusses als Abwicklung der Wand (Fig. 4) und als Draufsicht auf die äussere Stirnseite (Fig. 5). 



  Fig. 4 zeigt die Abwicklung der Wand 12 mit Blick auf deren Innenseite, auf der die U-förmige Scharnierlinie 13 und der kippbare Wandteil 14 sichtbar sind. Die Wand 12 ist an der äusseren Stirnseite 15 nicht überall gleich hoch. Der kippbare Wandteil 14 zeigt gegenüber dem nicht kippbaren Teil der  Wand 12 eine Erhöhung 16, die derart dimensioniert ist, dass sie auch bei konkaver Position des kippbaren Wandteils 14 den nicht kippbaren Teil der Wand überragt. Eine derartige Überhöhung 16 des kippbaren Wandteils 14 dient als Angriffsfläche beim \ffnen des Verschlusses, zu dem der kippbare Wandteil 14 vom nicht kippbaren Teil der Wand 12 getrennt werden muss. 



  Im Bereiche der äusseren Stirnseite ist der nicht kippbare Teil der Wand 12 vorteilhafterweise schräg gegen innen abfallend ausgestaltet. Eine derart geneigte Stirnfläche bildet eine Dichtfläche 15 min , an die der kippbare Wandteil in seiner konkaven Position angepresst wird, wenn ihr Neigungswinkel der Neigung des kippbaren Wandteils in der konkaven Position angeglichen ist. 



  Fig. 5 zeigt den Verschluss gemäss Fig. 4 als Draufsicht auf die äussere Stirnseite (15 in Fig. 4). Der Ausgusskanal 17 ist in dieser Ausführungsform nicht im wesentlichen rund wie für die Ausführungsform gemäss Fig. 1 und 2, sondern bildet eher ein Oval, das in seiner längeren Ausdehnung spitz zuläuft. Die Enden der Scharnierlinie 13 (als Materialverdünnung ausgebildet) münden an diesen Spitzen in die Stirnfläche. Der kippbare Wandteil ist in seiner konvexen Position mit 14, seine Überhöhung gegenüber dem nicht kippbaren Teil der Wand 12 mit 16 bezeichnet, in seiner konkaven Position mit 14 min  bzw. 16 min . 



   Aus der Figur ist ersichtlich, dass der kippbare Wandteil leicht dünner ausgebildet ist als der Rest der Wand 12, was wie bereits erwähnt den Kippvorgang erleichtert. Durch die Form des Ausgusskanal-Querschnittes als spitz zulaufendes Oval wird die Kraft, die für das Kippen des kippbaren Wandteils 14 notwendig ist, herabgesetzt. Die nicht vollständig konvexe Form des nicht kippbaren Teils der Wand im Bereiche der Spitzen des Ovals gewährleistet  eine gleichmässige Anpresskraft in der konkaven Position des kippbaren Wandteils. 



  Fig. 6 zeigt wiederum als Draufsicht auf die äussere Stirnseite eine weitere beispielhafte Ausführungsform des erfindungsgemässen Verschlusses. Dieser unterscheidet sich in bezug auf die Wand 12 bzw. die Scharnierlinie 13 und den kippbaren Wandteil 14 nicht wesentlich von der Ausführungsform der Fig. 5, weshalb auch für die gleichen Teile dieselben Bezugsziffern verwendet sind. Zusätzlich weist aber diese Ausführungsform zwei Flügel 18 auf, die sich im wesentlichen in der Richtung des kippbaren Wandteiles 14 in seiner konvexen Position beidseitig über den Verschluss selbst hinaus erstrecken und die mittels Versteifungsrippen 19 am nicht kippbaren Teil der Wand befestigt sind.

  Zum Schliessen dieses Verschlusses werden die durch die Scharnierlinie 13 voneinander getrennten Wandteile gegeneinander gedrückt (Pfeile C), zum \ffnen werden die beiden Flügel 18 in Richtung der beiden Pfeile O gegeneinander gedrückt, wodurch der nicht kippbare Teil der Wand derart deformiert wird, dass der kippbare Wandteil 14 min  aus seiner konkaven Position in seine konvexe Position (14) kippt. 



  Fig. 7 und 8 zeigen, wie der erfindungsgemässe Verschluss vorteilhafterweise modifiziert wird, wenn er als Ventil in der oben bereits erwähnten Art verwendet werden soll. Der Verschluss ist in Fig. 7 als Seitenansicht auf die Wand 12 im Bereiche der Scharnierlinie 13/13 min  und in Fig. 8 als Querschnitt durch die Wand 12 (Schnittlinie VII-VIII, Fig. 7) dargestellt. Die Scharnierlinie weist einen als übliche Scharnierlinie 13 (linienförmige, dünne Materialstelle) ausgebildeten Bereich auf, der der äusseren Stirnfläche 15 zugewendet ist und einen modifizierten Teil 13 min , der sich im unteren Teil der Wand 12 befindet. Die Schnittlinie VIII-VIII ist durch den Bereich der modifizierten Scharnierlinie 13 min gelegt, sodass diese im Querschnitt der Fig. 8 sichtbar ist. 



  Die modifizierte Scharnierlinie 13 min  stellt eine "eingefrorene" Scharnierlinie dar. Sie ist derart ausgebildet, dass sie unmittelbar nach dem Giessen, in noch teilweise warmem Zustand des Materials als Scharnierlinie funktioniert, in total ausgekühltem Zustand aber nicht mehr. Dies bedeutet mit anderen Worten, dass ein Verschluss mit mindestens teilweise modifizierter Scharnierlinie 13 min  unmittelbar nach dem Giessen noch geschlossen werden kann, dass er aber nachträglich nicht mehr geöffnet werden kann. 



  Eine modifizierte Scharnierlinie 13 min  ist beispielsweise herstellbar wie in der Fig. 8 dargestellt als Materialverdickung. Eine derartige Materialverdikkung hat unmittelbar nach dem Giessen noch einen warmen Kern und ist deshalb im Gegensatz zu den dünneren Wandteilen mit weniger Kraft deformierbar, das heisst sie kann als Scharnierstelle dienen. 



  Ein Verschluss mit einer teilweise modifizierten Scharnierlinie 13 min , wobei der modifizierte Teil von der äusseren Stirnfläche 15 mehr entfernt ist als der nicht modifizierte Teil 13, ist immer in seiner geschlossenen Konfiguration, d.h. der kippbare Wandteil ist immer in seiner konkaven Position 14 min . Durch einen Innendruck wird aber der kippbare Wandteil von der gegenüberliegen den Wand weggedrückt, das heisst, der Verschluss graduell geöffnet. Der kippbare Wandteil kann aber wegen des modifizierten Teils der Scharnierlinie, der nicht mehr als Scharnier funktionieren kann, die Kippstellung nicht erreichen und nicht in die konvexe Position kippen. Sobald also der Innendruck wieder sinkt, geht der kippbare Wandteil zurück in seine an der gegenüberliegenden Wand anliegende Position. Der Verschluss stellt ein Ventil dar, dessen \ffnung mit dem Innendruck ansteigt.

  Eine beispielhafte Anwendung für ein derartiges Ventil soll noch im Zusammenhang mit der Fig. 10 beschrieben werden. 



  Fig. 9 stellt eine weitere, beispielhafte Ausführungsform des erfindungsgemässen Verschlusses im Schnitt senkrecht zur äusseren Stirnseite 15 dar. Es handelt sich dabei um eine Ausführungsform für eine Anwendung gleich wie für die Ausführungsform gemäss Fig. 1 und 2, also zum Einstecken in eine potentielle \ffnung einer Brickpackung. Der Verschluss zeigt einen äusseren Teil mit einer Scharnierlinie 13 und einem kippbaren Wandteil 14 und einen inneren Teil mit einem verengten Ausgusskanal 17 min  und einer Wand, die ein Gewinde 20 trägt. Gegen die innere Stirnfläche 21 ist der Verschluss für ein problemloses Einstecken zugespitzt. Die durch die Verengung des Ausgusskanals (17/17 min ) entstehende Schulter in der Verschlusswand dient als Arretierung beim Einstecken bzw. Einschrauben.

  Durch das Gewinde 20 und durch die Einschraubbewegung werden Teile der Packungswand, die beim ersten Durchbrechen der potentiellen \ffnung gegen das Gebindeinnere gedrückt wurden, wieder gegen die Packungswand bewegt und zwischen Packungswand und Gewinde geklemmt. Sie tragen so zur Abdichtung zwischen Packungswand und Gewinde 20 bei. 



  Fig. 10 zeigt noch einen Mehrfachverschluss mit einem erfindungsgemässen Verschluss als Ventil. Der erfindungsgemässe Verschluss zeigt eine Wand 12, die einen Ausgusskanal 17 umgibt, eine Scharnierlinie mit einem modifizierten Scharnierlinienteil 13 min  und einen durch den modifizierten Scharnierlinienteil in seiner konkaven Position fixierten, kippbaren Wandteil 14 min . Als zweiter Verschluss ist über dem Ventil ein Schnappdeckel 22 angebracht, der beispielsweise mit dem Verschluss durch einen flexiblen Steg 23 verbunden ist. Der Mehrfachverschluss zeigt an seiner inneren Stirnseite beispielsweise eine Schulter 24, mittels derer er im Bereiche einer Gebindeöffnung fixierbar ist. Der Mehrfachverschluss kann mit offenem Schnappdeckel und offenem Ventil als ein Stück durch Spritzguss hergestellt werden.

    Unmittelbar nach dem Giessen, bei noch warmer Scharnierlinie, wird das Ventil geschlossen, später der Schnappdeckel. 



  Der Mehrfachverschluss gemäss Fig. 10 ist beispielsweise an Gebinden für Duschemittel anwendbar, die vorteilhafterweise mit nach unten gerichtetem Verschluss aufbewahrt werden und für deren \ffnung vorteilhafterweise nur möglichst einfache Handgriffe notwendig sein sollten. Das Gebinde kommt also mit geschlossenem Schnappdeckel 22 in den Handel und wird mit geschlossenem Schnappdeckel transportiert. Für den stationären Gebrauch in der Dusche bleibt der Schnappdeckel offen und wird das Ventil durch Druck auf das Gebinde geöffnet und das Duschemittel ausgepresst. Ohne Druck auf das Gebinde ist das Ventil, auch wenn es gegen unten gerichtet ist, dicht. 



  Anstelle eines Schnappdeckels ist auch ein Schraubdeckel denkbar. 

Claims (13)

1. Verschluss aus einem thermoplastischen Kunststoff mit einem Ausgusskanal (17), der von einer im montierten Zustand inneren Stirnseite (21) zu einer im montierten Zustand äusseren Stirnseite (15) durch den Verschluss führt, und mit einer den Ausgusskanal bildenden Wand (12), dadurch gekennzeichnet, dass die Wand (12) eine U-förmige Scharnierlinie (13) aufweist, deren Enden voneinander beabstandet an der äusseren Stirnseite (15) liegen und die zusammen mit der Kante der Wand einenkippbaren Wandteil (14) einschliesst,
wobei der kippbare Wandteil (14) um die Scharnierlinie (13) in eine konkave Position und in eine konvexe Position kippbar ist und wobei der kippbare Wandteil in seiner konkaven Position am gegenüberliegenden Teil der Wand (12) anliegt und den Verschluss schliesst und in seiner konvexen Position vom gegenüberliegenden Teil der Wand (12) beabstandet ist und dadurch der Ausgusskanal offen ist.
2. Verschluss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausgusskanal (17) an der äusseren Stirnseite (15) eine Ausgussöffnung bildet, die die Form eines auf seiner längeren Ausdehnung spitz zulaufenden Ovals besitzt, wobei die Enden der Scharnierlinie (13) an den Spitzen des Ovals angeordnet sind.
3.
Verschluss nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Scharnierlinie (13) als linienförmige Materialstelle ausgebildet ist, deren Dicke geringer ist als die Dicke der restlichen Wand (12).
4. Verschluss nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Scharnierlinie (13) in ihrem von der äusseren Stirnseite abgewendeten Bereiche einen modifizierten Teil (13 min ) aufweist, der derart ausgestaltet ist, dass er nur in einem erwärmten Zustand des Materials eine Scharnierbewegung erlaubt.
5. Verschluss nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der modifizierte Teil (13 min ) der Scharnierlinie eine Materialverdickung aufweist.
6.
Verschluss nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der kippbare Wandteil (14) eine geringere Wandstärke aufweist und/oder dass er aus einem weniger steifen Material besteht als der Rest der Wand (12).
7. Verschluss nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der kippbare Wandteil (14) aus einem ersten Material, der Rest der Wand (12) aus einem zweiten Material besteht, wobei das erste Material amorphes und das zweite Material kristallines Polypropylen ist, oder wobei das erste Material Polyethylen niedriger Dichte und das zweite Material Polyethylen hoher Dichte ist.
8. Verschluss nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der kippbare Wandteil (14) in seiner konkaven Position den gegenüberliegenden Teil der Wand (12) überragt.
9.
Verschluss nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine Stirnfläche des Teiles der Wand (12), an den der kipp bare Wandteil (14) in seiner konkaven Position anschliesst, zur Bildung einer Dichtfläche (15 min ) gegen innen abfallend ausgestaltet ist.
10. Verschluss nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass er zum \ffnen gegeneinander bewegbare Flügel (18) aufweist.
11. Verschluss nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass er zum Einstekken in eine potentielle \ffnung (3) einer Brickpakkung (2) einen gegen die innere Stirnseite (21) im wesentlichen spitz zulaufenden, inneren Teil mit einem verengten Ausgusskanal (17 min ) aufweist.
12. Verschluss nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass er an seinem inneren Teil auf der Aussenseite der Wand ein Gewinde (20) aufweist.
13.
Verschluss nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass er einen Schnappdeckel (22) oder einen Schraubdeckel aufweist.
CH352094A 1994-11-23 1994-11-23 Einteiliger Verschluss aus thermoplastischem Kunststoff. CH688891A5 (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP3141491A4 (de) * 2014-05-09 2017-12-27 Rafael Barrera Navarro Schliessvorrichtung für behälter

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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EP3141491A4 (de) * 2014-05-09 2017-12-27 Rafael Barrera Navarro Schliessvorrichtung für behälter

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