CH691963A5 - Verfahren zum Vermeiden von Fahrstrassen- Auflösestörungen in Stellwerken und Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens. - Google Patents

Verfahren zum Vermeiden von Fahrstrassen- Auflösestörungen in Stellwerken und Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens. Download PDF

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CH691963A5
CH691963A5 CH01340/96A CH134096A CH691963A5 CH 691963 A5 CH691963 A5 CH 691963A5 CH 01340/96 A CH01340/96 A CH 01340/96A CH 134096 A CH134096 A CH 134096A CH 691963 A5 CH691963 A5 CH 691963A5
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Description


  



  Für die zentrale Steuerung und Überwachung des Bahnbetriebes ist es unerlässlich, in einer Leitstelle oder einem Stellwerk Bescheid zu wissen über den augenblicklichen Fahrort der die Bahnanlage befahrenden Züge und Einzelfahrzeuge. Zu diesem Zweck sind die Gleise der Bahnanlage in einzelne Gleisabschnitte unterteilt, deren Frei- und Besetztzustand durch Gleisfreimeldeeinrichtungen überwacht wird. Jeder Abschnitt wird durch ein Lichtsignal gedeckt und in jedem Abschnitt darf sich allenfalls ein einziger Zug aufhalten; die Abstandshaltung der Züge geschieht durch das Anschalten bestimmter Signalbegriffe an den einzelnen Signalen. Für die Gleisfreimeldung werden üblicherweise Gleisstromkreise oder Achszähleinrichtungen verwendet. Letztere weisen Einzählpunkte am Beginn und Auszählpunkte am Ende der einzelnen Gleisabschnitte auf.

   Ein Gleisabschnitt wird frei gemeldet, wenn die Anzahl der in ihn eingefahrenen Fahrzeugsachsen gleich der Anzahl der aus ihm ausgefahrenen Fahrzeugachsen ist. 



  Durch unerwünschte Einflüsse kann es vorkommen, dass die Anzahl der an einem Zählpunkt vorbeifahrenden Fahrzeugachsen nicht ordnungsgerecht ermittelt wird; beispielsweise können die an den Zählpunkten angeordneten Sensoren fälschlicherweise auch auf von den Fahrzeugen herabhängende Teile oder auf fahrzeugseitige Bremseinrichtungen ähnlich oder gleich reagieren wie auf ein Fahrzeugrad. Andererseits können Radimpulse, insbesondere bei hoher Fahrgeschwindigkeit, durch ungünstige relative Lage eines Rades zu einem Sensor verloren gehen, weil sie nicht mehr von Störsignalen unterscheidbar sind. Dies kann, muss aber nicht zu Fehlzählungen führen, weil jeder Zählvorgang eine ganz bestimmte zeitliche Folge zweier Sensormeldungen bedingt (Siemens Druckschrift 2-2530-103, Sonderdruck aus Elners Taschenbuch, 17. Band, 1967, Bild 67b).

   Solche Fehlzählungen führen zunächst zu einer bleibenden Besetztmeldung der von der Fehlzählung betroffenen Gleisabschnitte. 



  Um solche unerwünschten Besetztmeldungen automatisch aufzuheben, gibt es eine Reihe von Vorschlägen zur Korrektur eines fehlerhaften Zählergebnisses. Alle bekannten Verfahren zur automatischen Zählfehlerkorrektur basieren darauf, dass mindestens bei negativen Zählfehlern, wenn also zu wenige Achsen gezählt wurden, das fehlerhafte Zählergebnis nach einer gewissen Zeit durch das korrekte Zählergebnis ersetzt wird, und zwar dann, wenn der Zug, für den die Besetztmeldungen stehengeblieben sind, einen vorausliegenden Zählpunkt passiert hat und dort die gleiche Achszahl festgestellt wurde wie an einem vor den besetzt gemeldeten Abschnitten liegenden Zählpunkt (DE 3 236 367 C2 und EP 0 623 499 A1). 



  Frühestens mit dem Zeitpunkt der Zählfehlerkorrektur mit anschliessender Freimeldung der zählfehlerbedingt noch besetzt gemeldeten Abschnitte können diese Abschnitte aufgelöst werden. Für das Auflösen von Weichen und Kreuzungen gelten besondere Bedingungen. Eine in eine Zugfahrstrasse eingebundene Weiche oder Kreuzung kann nur aufgelöst werden, wenn der in Fahrrichtung zurückliegende, der eigene und der in Fahrrichtung vorausliegende Gleisabschnitt jeweils überlappend besetzt gemeldet und der zurückliegende und der eigene Abschnitt anschliessend frei gemeldet wurden (Signal + Draht 55 (1963) 6, Seiten 89-99). Hat eine Weiche oder eine Kreuzung aufgelöst, so veranlasst sie die Auflösung der in Fahrrichtung zurückliegenden, nicht selbstauflösenden Abschnitte. Für diese Abschnitte werden die Auflösebedingungen nicht gesondert geprüft. 



  Ausserhalb des Bahnhofsbereiches auf längeren Strecken ist diese Art der Auflösung im Wesentlichen von den Weichen aus unzweckmässig, wenn es darum geht, Züge in möglichst dichtem Abstand aufeinander folgen zu lassen. Hier besteht die Forderung, dass auch die Gleisabschnitte selbsttätig auflösen, indem dort die gleichen Auflösebedingungen aufgeprüft werden wie bei Weichen und Kreuzungen. Für den Fall von Zählfehlerkorrekturen besteht hier allerdings das Problem, dass es bei der nachträglichen Freimeldung zählfehlerbedingt besetzt gemeldeter Gleisabschnitte bisher zu Auflösestörungen kommt. Der Grund ist darin zu sehen, dass die irrtümlich noch besetzt gemeldeten Gleisabschnitte gleichzeitig frei gemeldet werden.

   Dabei fehlt für den in Fahrrichtung jeweils zurückliegenden nunmehr frei gemeldeten Gleisabschnitt die Bedingung, dass zum Zeitpunkt der Auflösung der vorausliegende Gleisabschnitt besetzt gemeldet sein muss. Als Folge davon kann der betreffende Gleisabschnitt nicht auflösen und eine neue Fahrstrasse über diesen Abschnitt hinweg ist erst stellbar nach einer Hilfsauflösung. 



  Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 anzugeben, durch das derartige Auflösestörungen vermieden werden. Die Erfindung löst diese Aufgabe durch die Anwendung der kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruches 1. Eine vorteilhafte Weiterbildung des erfindungsgemässen Verfahrens ist im Anspruch 2 angegeben; sie bezieht sich auf Korrekturgleisabschnitte, die mehr als zwei Gleisabschnitte umfassen. 



  Einrichtungen zur Durchführung der Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2 sind in den Ansprüchen 3 und 4 angegeben. Vorteilhafte Ausgestaltungen dieser Einrichtungen finden sich in den Ansprüchen 5 bis 9. 



  Die Erfindung ist nachstehend anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Die Zeichnung zeigt in 
 
   Fig. 1 eine Ausführungsform der Erfindung mit einem zwei Gleisabschnitte umfassenden Korrekturgleisabschnitt und in 
   Fig. 2 eine Ausführungsform der Erfindung mit einem Korrekturgleisabschnitt, der vier Gleisabschnitte umfasst. Für einander entsprechende Elemente wurden in den Figuren der Zeichnung die gleichen Bezugszeichen verwendet. 
 



  Fig. 1 zeigt eine durchgehende Strecke, die durch Zählpunkte ZPA bis ZPE in aneinander grenzende Gleisabschnitte AB bis DE unterteilt ist. Die Strecke wird von einem Zug Z befahren, der zu unterschiedlichen Zeitpunkten t1 bis t4 die in der Zeichnung dargestellten Positionen einnimmt. Es ist angenommen, dass am Zählpunkt ZPC während des Vorüberlaufens des Zuges Z eine Fehlzählung auftritt, die durch einen an sich bekannten Korrekturalgorithmus behoben wird, wenn der Zug den Zählpunkt ZPD vollständig passiert hat und dort die gleiche Achszahl erkannt worden ist wie am zurückliegenden Zählpunkt PB.

   Unterhalb der Streckendarstellung sind die Frei- und Besetztmeldezustände der einzelnen Gleisabschnitte zu den Zeitpunkten t1 bis t4 aufgetragen, wobei der Buchstabe F für einen frei gemeldeten und der Buchstabe B für einen besetzt gemeldeten Gleisabschnitt stehen; der Buchstabe A zeigt an, dass der betreffende Gleisabschnitt auflöst. 



  Zum Zeitpunkt t1 hat der Zug Z den Zählpunkt ZPB vollständig passiert. Alle Gleisabschnitte mit Ausnahme des Gleisabschnittes BC sind frei gemeldet und der zurückliegende Gleisabschnitt AB löst annahmegemäss auf, weil u.a. vorübergehend die Gleisabschnitte AB und BC gleichzeitig besetzt waren und nun für den Gleisabschnitt AB bei noch besetztem Gleisabschnitt BC die Freimeldung vorliegt. Zum Zeitpunkt t2 pas siert der Zug den Zählpunkt ZPC. Dabei werden die beiden Gleisabschnitte BC und CD besetzt. Die Besetztmeldung dieser Gleisabschnitte bleibt bestehen, wenn der Zug zum Zeitpunkt t3 den Zählpunkt ZPD passiert, weil annahmegemäss am Zählpunkt ZPC eine Zählstörung aufgetreten ist. Zum Zeitpunkt t4 hat der Zug den Zählpunkt ZPD vollständig passiert.

   Es ist angenommen, dass das dort festgestellte Zählergebnis mit dem Zählergebnis des vor dem gestörten Zählpunkt ZPC liegenden Zählpunktes ZPB übereinstimmt. Diese beiden Zählpunkte bilden für den Zählpunkt ZPC einen Korrekturgleisabschnitt KA1, in dem der Zählpunkt ZPB den Einzählpunkt und der Zählpunkt ZPD den Auszählpunkt darstellt; bei umgekehrter Fahrrichtung wechselt die Zuordnung der Ein- und Auszählpunkte zum Korrekturgleisabschnitt. Für die anderen Zählpunkte gibt es entsprechende Korrekturgleisabschnitte. Sobald der Zug den Zählpunkt ZPD vollständig passiert hat und übereinstimmende Zählergebnisse vorliegen, wird durch einen an sich bekannten Korrekturalgorithmus die Korrektur des vom Zählpunkt ZPC gelieferten Zählergebnisses herbeigeführt; dieser Vorgang wird in der Zeichnung durch Pfeile symbolisiert.

   Abweichend vom Stand der Technik veranlasst die Korrektur des Zählergebnisses für den Zählpunkt ZPC aber nicht die sofortige und gleichzeitige Freimeldung der von der Zählstörung betroffenen Gleisabschnitte BC und CD, sondern diese Gleisabschnitte werden zeitlich versetzt frei gemeldet, wobei zum Zeitpunkt t4.1 zunächst der in Fahrrichtung am weitesten zurückliegende Gleisabschnitt BC und zum Zeitpunkt t4.2 der andere Gleisabschnitt CD frei gemeldet werden.

   Mit der zeitlich versetzten Freimeldung der beiden Gleisabschnitte geht entsprechend ihrer vorherigen Belegung durch den Zug Z auch die Auflösung dieser Gleisabschnitte einher, weil zum Zeitpunkt t4.1 der Gleisabschnitt BC bei noch besetzt gemeldetem Gleisabschnitt CD frei gemeldet und zum Zeitpunkt t4.2 der Gleisabschnitt CD bei noch besetzt gemeldetem Gleisabschnitt DE frei gemeldet wird; zuvor waren die Gleisabschnitte BC und CD bzw. CD und DE gleichzeitig besetzt gemeldet, sodass die vorgegebenen Auf lösebedingungen für diese Gleisabschnitte mit dem aufeinander folgenden Freimelden der Abschnitte erfüllt sind. 



  Für die vorübergehende Speicherung der von den einzelnen Zählpunkten gelieferten Zählergebnisse ist eine Verarbeitungseinrichtung vorgesehen, die entweder dezentral bei den einzelnen Zählpunkten oder zentral für mehrere Zählpunkte gemeinsam z.B. in einem Betonhäuschen oder in einem Stellwerk angeordnet ist. Wichtig ist, dass für jeden Zählpunkt der in Frage kommende Korrekturgleisabschnitt von Anfang an feststeht, sodass zu seiner Implementierung keine Daten von einem Stellwerk benötigt werden. Beinhaltet einer der beiden Gleisabschnitte des Korrekturgleisabschnittes eine oder mehrere Gleisverzweigungen, so gibt es entsprechend viele Ein- und Auszählpunkte, deren Zählergebnisse am Korrekturvorgang mitwirken. Für die Auflösung der vorübergehend infolge einer Fehlzählung besetzt gemeldeten Gleisabschnitte ist dies jedoch ohne Bedeutung. 



  Fig. 2 zeigt eine Ausgestaltung der Erfindung, bei der der Korrekturgleisabschnitt KA2 jeweils zwei Gleisabschnitte zu beiden Seiten des Zählpunktes ZPC umfasst, an dem annahmegemäss eine Zählstörung aufgetreten sein soll. Hinsichtlich der Auflösung der zählfehlerbedingt besetzt gemeldeten Gleisabschnitte unterscheidet sich das Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 von dem nach Fig. 1 darin, dass auch für den Gleisabschnitt DE, für den die Freimeldebedingung annahmegemäss erfüllt sein soll, die gleichen Überlegungen zur Anwendung kommen wie für die Gleisabschnitte BC und CD. Der Grund liegt darin, dass zum Zeitpunkt der angenommenen Zählfehlerkorrektur der Gleisabschnitt DE bereits frei gefahren ist und somit eine reguläre Auflösung des Gleisabschnittes CD nicht mehr ohne weiteres möglich ist.

   Aus diesem Grunde muss die Freimeldung des Gleisabschnittes DE bis zur Auflösung der Gleisabschnitte BC und CD verhindert werden. Dies geschieht dadurch, dass durch einen noch zu erläuternden Vorgang bereits beim Entstehen der Fehl zählung am Zählpunkt ZPC die Freimeldung der von der Fehlzählung direkt betroffenen Abschnitte BC und CD und die Freimeldung der zum Auszählpunkt des Korrekturgleisabschnittes folgenden Gleisabschnitte gesperrt wird. In der Zeichnung wird diese Sperrung der Freimeldung durch einen den Buchstaben B umschliessenden Kreis symbolisiert. 



  Untersuchungen der von den Zählpunktsensoren abgegebenen Radsignale haben gezeigt, dass sich allein aufgrund der Bewertung dieser Impulse mindestens hinsichtlich ihres Zeitverhaltens von vornherein sagen lässt, ob die Sensorsignale zu Zählimpulsen führen werden oder nicht. Jeder Zählpunkt weist in bekannter Weise zwei voneinander beabstandete Sensoren auf, von denen jeder unabhängig vom anderen auf das Vorbeilaufen eines Eisenbahnrades anspricht. Üblicherweise spricht zunächst nur einer der beiden Sensoren, dann beide Sensoren und anschliessend nur der andere Sensor auf das vorüberlaufende Eisenbahnrad an. Die fahrrichtungsabhängige Bewertung der Sensorsignale baut auf diesen unterschiedlichen Beanspruchungszeiten der Sensoren auf und kontrolliert sie.

   Stimmt ihre zeitliche Zuordnung zueinander nicht mit dem vorgegebenen Muster überein oder sind die Sensorsignale zu schwach oder zu sehr mit Störungen behaftet, so kann es zu Fehlzählungen kommen, die das Zählergebnis des Zählpunktes sowohl vermindern als auch erhöhen können. Von solchen Zählstörungen wird in Verbindung mit Achszählanlagen u.a. in der bereits zitierten Firmendruckschrift 2-2530-103 der Siemens AG berichtet, siehe dort insbesondere Bild 67c. Derartige nicht belegungsfähige Impulskombinationen lassen sich also bereits zum Zeitpunkt des Entstehens erkennen. Damit ist es möglich, allein durch die Bewertung der Sensorsignale eine Zählstörung schon zum Zeitpunkt ihres Entstehens zu erkennen und nicht erst wie beim Stand der Technik, wenn der Zug einen vorausliegenden Zählpunkt passiert hat.

   Dieses Erkennen einer Zählstörung schon zum Zeitpunkt ihrer Entstehung macht es möglich, die Freimeldung der von der Zählstörung direkt betroffenen Gleis abschnitte sowie die Freimeldung aller zum Auszählpunkt des Korrekturgleisabschnittes folgenden Gleisabschnitte zu sperren und die spätere Freimeldung dieser Abschnitte zeitlich so zu steuern, dass die vorgegebenen Auflösebedingungen für die einzelnen Gleisabschnitte gegeben sind. 



  In Fig. 2 hat der Zug zum Zeitpunkt t1 den Zählpunkt ZPB vollständig passiert und dabei den zurückliegenden Gleisabschnitt AB frei gemeldet. Für diesen Gleisabschnitt sind die Auflösebedingungen erfüllt, weil er und der folgende Gleisabschnitt BC vorübergehend gleichzeitig besetzt waren, weil er jetzt bei noch besetztem Gleisabschnitt BC frei gemeldet wurde und weil die in Fahrrichtung zurückliegenden Gleisabschnitte ebenfalls besetzt waren. Zum Zeitpunkt t2 passiert der Zug den folgenden Zählpunkt ZPC und besetzt auch den Gleisabschnitt CD.

   An diesem Zählpunkt wird annahmegemäss eine Zählstörung registriert, die dazu führt, dass die beiden vom Zählpunkt ZPC bedienten Gleisabschnitte BC und CD, die bereits besetzt gemeldet sind, und der zum Auszählpunkt ZPE des Korrekturgleisabschnittes KA2 folgende noch nicht besetzte Gleisabschnitt DE mit seiner Befahrung gegen eine etwaige spätere reguläre Freimeldung gesperrt werden. Zum Zeitpunkt t3 passiert der Zug Z den Auszählpunkt ZPE und meldet dabei den angrenzenden Gleisabschnitt EF besetzt. Zum Zeitpunkt t4 hat der Zug den Auszählpunkt ZPE vollständig passiert. Wenn das am Zählpunkt ZPE detektierte Zählergebnis mit dem Zählergebnis des vor dem Zählpunkt ZPC gelegenen Einzählpunktes übereinstimmt, wird in bekannter Weise die Korrektur des am Zählpunkt ZPC aufgetretenen Zählfehlers veranlasst.

   Die Freimeldung der von der Zählstörung direkt und indirekt betroffenen Gleisabschnitte erfolgt jedoch nicht gleichzeitig, sondern sukzessive in der Folge, in der der die Zählung bewirkende Zug die Gleisabschnitte befahren hat. Zum Zeitpunkt t4.1 wird zunächst der Gleisabschnitt BC frei gemeldet. Für diesen Gleisabschnitt sind dann die Auflösebedingungen erfüllt und der Abschnitt löst auf. Kurz darauf zum Zeitpunkt t4.2 wird auch der Gleisabschnitt CD frei gemeldet; für ihn sind nun auch die Auflösebedingungen erfüllt, sodass er auflösen kann. Zum Zeitpunkt t4.3 wird auch der Gleisabschnitt DE frei gemeldet. Weil auch für ihn jetzt die Auflösebedingungen erfüllt sind, löst auch er auf.

   Durch das Sperren der regulären Freimeldung des Gleisabschnittes DE und das sukzessive Freimelden der Gleisabschnitte BC, CD und DE entsprechend der tatsächlichen Zugfahrt wird erreicht, dass die in eine Fahrstrasse eingebundenen Gleisabschnitte auch im Falle einer Zählstörung nacheinander auflösen können, sodass die Strecke anschliessend für andere Fahrstrassen zur Verfügung steht. Das Stellwerk hat dabei keine Kenntnis von der aufgetretenen Zählstörung, d.h. für die Auflöseprozedur ist es nicht erforderlich, Daten zwischen den Zählpunkten und dem Stellwerk auszutauschen. Das Stellwerk wertet lediglich die Frei- und Besetztmeldungen der einzelnen Gleisabschnitte aus, indem es die für die einzelnen Gleisabschnitte festgelegten Auflösebedingungen aufprüft. 



  In dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel wird für die Zählfehlerkorrektur das Zählergebnis des Auszählpunktes ZPE des Korrekturgleisabschnittes KA2 mit dem Zählergebnis des Einzählpunktes ZPA verglichen. Denkbar wäre auch ein Vergleich der Zählergebnisse der Zählpunkte ZPE und ZPB. Die Einbeziehung von jeweils gleich vielen Gleisabschnitten bzw. Zählpunkten zu beiden Seiten eines Zählpunktes in einen Korrekturgleisabschnitt hat den Vorteil, dass dieser Korrekturgleisabschnitt auch für die jeweilige Gegenfahrrichtung gilt. Im Prinzip ist es gleichgültig, wie viele solcher Zählpunkte bzw. Gleisabschnitte von einem Korrekturgleisabschnitt umfasst werden. 



  Es ist auch möglich, einen anderen als den zuvor geschilderten Korrekturalgorithmus anzuwenden. Beispielsweise lässt sich ein Zählfehler auch korrigieren, wenn bei negativem Zählfehler mehrere auf einen betrachteten Zählpunkt folgende Zählpunkte oder bei positivem Zählfehler mehrere zurückliegende Zählpunkte übereinstimmende Zählergebnisse feststellen. Immer dort, wo ein Korrekturgleisabschnitt mehr als einen in Fahrrichtung auf einen Zählpunkt mit Zählstörung folgenden Gleisabschnitt umfasst, ist auch die reguläre Freimeldung dieses Gleisabschnittes zu sperren. Die Kenntnis darüber, welche Gleisabschnitte nach erfolgter Zählfehlerkorrektur in welche Reihenfolge freizumelden sind, leitet die Verarbeitungseinrichtung z.B. aus der Kenntnis des Zählpunktes ab, über den zuletzt ausgezählt wurde.

   Aus der Kenntnis dieses Zählpunktes und der Kenntnis des Korrekturgleisabschnittes, in den er eingebunden ist, lässt sich der Einzählpunkt in den Korrekturgleisabschnitt und damit der zuerst aufzulösende Gleisabschnitt bestimmen. 



  Eine andere Möglichkeit, die Reihenfolge der freizumeldenden Gleisabschnitte zu bestimmen, besteht darin, dass die Verarbeitungseinrichtung aus den aktuellen Zählpunktbelegung aller Gleisabschnitte eines Korrekturgleisabschnittes als Ein- oder Auszählpunkt die Verkettung der aufeinander folgenden Zählpunkte in der Spur bestimmt. Damit weiss sie um die Folge, in der die zugehörigen Gleisabschnitte frei gemeldet werden müssen, damit es nicht zu Auflösestörungen kommt. 



  Das aufeinander folgende Freimelden der bis zu einer Zählfehlerkorrektur besetzt gemeldeten Gleisabschnitte geschieht vorzugsweise durch unterschiedliche Verzögerung der Freimeldung für die einzelnen Gleisabschnitte durch die Verarbeitungseinrichtung oder die Zählpunkte.

Claims (9)

1. Verfahren zum Vermeiden von Störungen bei der Auflösung von Fahrstrassen in Stellwerken als Folge von Zählfehlerkorrekturen der Achszählung, bei denen die Zählergebnisse eines aus einem Einzähl- und einem Auszählpunkt gebildeten Korrekturgleisabschnittes dazu verwendet werden, ein fehlerhaftes Zählergebnis eines Zählpunktes zu korrigieren, dadurch gekennzeichnet, dass mit der Zählfehlerkorrektur eine folgeabhängige Freimeldung der im Korrekturgleisabschnitt (KA1) gelegenen noch besetzt gemeldeten Gleisabschnitte (BC, CD), beginnend bei dem in Fahrrichtung am weitestens zurückliegenden Gleisabschnitt (BC) vorgenommen wird.
2.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Erkennen nicht belegungsfähiger Impulse an einem Zählpunkt (ZPC) die reguläre Freimeldung der im Korrekturgleisabschnitt (KA2) folgenden Gleisabschnitte (CD, DE) gesperrt wird.
3. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine die Zählergebnisse der Zählpunkte (ZPA bis ZPE) aufeinander folgender Gleisabschnitte (AB bis DE) mindestens vorübergehend speichernde und diese bewertende Verarbeitungseinrichtung vorgesehen ist, die mindestens vorübergehend einen Korrekturgleisabschnitt bildet, der durch Zählpunkte (ZPB, ZPD) zu beiden oder zu gleichen Seiten des betrachteten Zählpunktes (ZPC) begrenzt ist und dass die Verarbeitungseinrichtung beim Feststellen übereinstimmender Zählergebnisse an den Ein- und Auszählpunkten (ZPB, ZPD)
des Korrekturgleisabschnittes (KA1) die Freimeldung der noch besetzt gemeldeten Gleisabschnittes (BC, CD) in der Reihenfolge veranlasst, in der sie befahren wurden.
4. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine die Zählergebnisse der Zählpunkte (ZPA bis ZPE) aufeinander folgender Zählpunkte (ZPA bis ZPE) mindestens vorübergehend speichernde und diese bewertende Verarbeitungseinrichtung vorgesehen ist, welche die von den zugehörigen Gleisschaltmitteln detektierten Ereignisse mindestens hinsichtlich ihres Zeitverhaltens bewertet und beim Erkennen nicht belegungsfähiger Impulse die Einbeziehung des Zählergebnisses des Zählpunktes (ZPC), an dem die Zählstörung aufgetreten ist, in die Freimeldung der beiden angrenzenden Gleisabschnitte verhindert,
dass diese Verarbeitungseinrichtung mindestens vorübergehend einen Korrekturgleisabschnitt (KA2) bildet, der durch Zählpunkte (ZPA, ZPE) zu beiden oder zu gleichen Seiten des betrachteten Zählpunktes (ZPC) begrenzt ist und dass die Verarbeitungseinrichtung für den Fall, dass dieser Korrekturgleisabschnitt (KA2) mehr als einen in Fahrrichtung vorausliegenden Gleisabschnitt (DE) beinhaltet, auch die reguläre Freimeldung dieses oder dieser Gleisabschnitte sperrt und beim Feststellen übereinstimmender Zählergebnisse an den Ein- und Auszählpunkten (ZPA, ZPE) des Korrekturgleisabschnittes die Freimeldung der noch besetzt gemeldeten Gleisabschnitte (BC, CD, DE) in der Reihenfolge veranlasst, in der sie befahren wurden.
5.
Einrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Verarbeitungseinrichtung aus der Kenntnis des Zählpunktes (ZPE), über den zuletzt ausgezählt wurde, den Einzählpunkt (ZPA) in den Korrekturgleisabschnitt (KA2) und damit den im Korrekturgleisabschnitt zuerst belegten Gleisabschnitt bestimmt, dass sie diesen Gleisabschnitt (AB) bei Vorliegen der Freimeldebedingungen freimeldet und dass sie im Anschluss daran die zum Auszählpunkt des Korrekturgleisabschnit tes folgenden Gleisabschnitte (CD, DE) nacheinander freimeldet.
6.
Einrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Verarbeitungseinrichtung aus der Kenntnis der letzten Zählpunktbelegungen aller Gleisabschnitte (AB bis AE) eines Korrekturgleisabschnittes als Ein- oder Auszählpunkt durch Verkettung dieser Zählpunkte die freizumeldenden Gleisabschnitte (BC, CD, DE) und die Reihenfolge, in der sie nacheinander freizumelden sind, bestimmt.
7. Einrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Folgefreimeldung der Gleisabschnitte durch verschieden lange Verzögerung der Freimeldung erfolgt.
8.
Einrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Verarbeitungseinrichtung für jeden Zählpunkt (ZPC) spätestens beim Erkennen von dort entstandenen nicht belegungsfähigen Impulsen einen Korrekturgleisabschnitt (KA2) bildet, der jeweils gleich viele Gleisabschnitte (AB, BC; CD, DE) zu beiden Seiten dieses Zählpunktes (ZPC) beinhaltet.
9. Einrichtung nach Anspruch 3 oder 4 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Verarbeitungseinrichtung für einen Zählpunkt, von dem aus oder zu dem über mindestens eine Gleisverzweigung vorzurücken ist, einen Korrekturgleisabschnitt bildet, der die Gleisabschnitte aller Gleise beinhaltet, in die von diesem Zählpunkt aus oder von denen aus zu diesem Zählpunkt vorzurücken ist.
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