CH707228A1 - Rettungsmittel zur Anordnung in Bekleidung, Schwimmhilfen oder Rettungswesten für Personen. - Google Patents
Rettungsmittel zur Anordnung in Bekleidung, Schwimmhilfen oder Rettungswesten für Personen. Download PDFInfo
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf ein Rettungsmittel (1) zur Anordnung in Bekleidungen, Schwimmhilfen oder Rettungswesten für Personen, wobei das Rettungsmittel (1) aus mindestens zwei aufblasbaren Körperelementen (4, 5, 6, 7, 8) besteht und eine Steuereinheit (9) vorgesehen ist sowie eine Vorrichtung zur Aufbewahrung und Ausgabe eines gasförmigen Mittels in die aufblasbaren Körperelemente. Erfindungsgemäss ist vorgesehen, dass die aufgeblasenen Körperelemente (4, 5, 6, 7, 8) derart weit voneinander beabstandet sind, dass diese kontralateral zumindest zum grossen Teil an der Seite der Person zur Anlage kommen.
Description
Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Rettungsmittel zur Anordnung in Bekleidungen, Schwimmhilfen oder Rettungswesten insbesondere für Personen, wobei das Rettungsmittel besteht aus mindestens zwei aufblasbaren Körperelementen, sowie aus einer Steuereinheit und aus einer Vorrichtung zur Aufbewahrung und Ausgabe eines gasförmigen Mittels, das in die aufblasbaren Körperelemente abgebbar ist.
Definitionen
[0002] Eine Rettungsweste ist ein Rettungsmittel, das insbesondere einer Person, die sich im Wasser befindet, einen zusätzlichen Auftrieb verleiht. Vorzugsweise handelt es sich um ein Kleidungsstück in der Ausbildung einer Weste. Dieses Kleidungsstück weist in der Regel Armlöcher auf, durch die die Arme hindurchgeführt werden können, wobei die übrigen Körperteile, nämlich Rücken, Brust und Bauch von der Weste bedeckt werden. Verschlusselemente, wie Reissverschluss, Schnallen oder dergleichen halten die Rettungsweste in der notwendigen Position an dem Körper.
[0003] Umgangssprachlich ist der Begriff Schwimmweste bekannt. Hierunter soll aber vielmehr auch die Rettungsweste verstanden werden. Schwimmhilfen können hinsichtlich ihres Aussehens auch mit Rettungswesten verwechselt werden, Schwimmhilfen weisen im Vergleich zu Rettungswesten einen geringeren Auftrieb auf.
[0004] Rettungswesten sind in unterschiedlichen Ausbildungen und mit unterschiedlichen Auftriebseigenschaften bekannt.
[0005] Im Rahmen einer besonderen Spezifikation ist die Rettungsweste in der Lage, auch eine ohnmächtige Person in eine sichere Schwimmlage zu drehen und/oder zu halten.
[0006] Die passende Grösse ist dabei von dem benötigten Auftriebsvolumen der Rettungsweste abhängig. Dies wird durch das Gesamtgewicht des Trägers inklusive dessen Bekleidung und Ausrüstung sowie den dazu befahrenen Seegebiet berechnet. Dabei sind folgende Klassifizierungen vorgesehen:
– 50 N Auftriebskraft: Schwimmhilfe – nur für geübte Schwimmer in Ufernähe oder in Begleitung eines Sicherungsfahrzeuges; nicht ohnmachtsicher;
– 100 N Auftriebskraft: Rettungsweste für Binnengewässer und geschützte Reviere, nur eingeschränkt ohnmachtsicher;
– 150 N: Rettungsweste für alle Gewässer, ohnmachtsicher, allerdings eingeschränkt für Träger von schwerere wetterfester Kleidung;
– 275 N: Rettungsweste auf hoher See und extremen Bedingungen in fast allen Fällen ohnmachtsicher, trotzt schwerer Bekleidung.
Stand der Technik
[0007] Rettungsmittel zur Rettung von Personen und Tieren, die beispielweise unfreiwillig mit tiefem Wasser in Kontakt gelangen, sind in unterschiedlichen Ausführungsformen bekannt.
[0008] Die Rettungswesten lassen sich anhand ihrer Auftriebssysteme in Feststoffwesten und aufblasbare Rettungswesten unterteilen. Feststoffwesten haben fest eingearbeitete Auftriebsmittel, wodurch die Westen relativ grossvolumig sind.
[0009] Diese Rettungsweste soll die Person oder das Tier vor dem Ertrinken bewahren und zumindest an der Wasseroberfläche halten. Solche Rettungswesten sind jackenartig (ohne Ärmel) gestaltet und mit einem oder mehreren Verschlusselementen am Körper des Tragenden fixierbar. Um zu gewährleisten, dass die Rettungsweste sachgerecht am Körper anliegt, sind zusätzlich Bein- oder Schrittgurtelemente vorgesehen, die die Rettungsweste auch bei Kontakt mit Wasser in Position halten. Vorzugsweise weisen diese Rettungswesten eine entsprechende Signalfarbe auf. Um auch bei Ohnmacht des Tragenden eine sichere Lage auf dem Wasser bereitzustellen, ist vorgesehen, ein Kragenelement an der Rettungsweste anzuordnen, sodass die Person an der Wasseroberfläche so auf dem Rücken liegend in eine stabile Lage kommt, dass der Kopfbereich unterstützt wird und so die Atemwege freigehalten werden.
[0010] Aufblasbare Rettungswesten werden in der Regel klein zusammengefaltet getragen. Im Einsatzfall wird per Hand oder durch eine Automatik das Aufblasen ausgelöst. Diese Ausbildungsform sieht vor, eine Rettungsweste derart bereitzustellen, dass diese ausserhalb des Wassers keine statischen Auftriebskörper bereithält. Vielmehr werden die Auftriebskörper erst dann erzeugt, wenn ein entsprechender Kontakt mit dem Wasser erfolgt. Das Auslösen erfolgt in der Regel durch eine Art Sensorelement, welches beispielsweise durch eine Salztablette (oder einem anderen Material, welches seine Eigenschaften in Verbindung mit Wasser verändert) bereitgestellt wird. Diese Salztablette gibt einen Mechanismus frei, der ein schlagartiges Ausströmen von CO2, welches in einem Behälter bevorratet ist, in ein Körperelement ermöglicht. Das Körperelement ist schlauchartig um den Hals herum angeordnet. Eine hosenträgerartige Konstruktion (Life-Belt) sichert die schlauchartige Konstruktion am Körper des Tragenden, insbesondere dann, wenn das gasförmige Mittel in das Körperelement eingeströmt ist.
[0011] Schwimm- oder Auftriebshilfen (sogenannte Regatta-, Kajak-, Rudererwesten etc.) sind ähnlich aufgebaut. Um jedoch eine grössere Bewegungsfreiheit für den Tragenden zu gewährleisten, weisen diese kleinere Auftriebskörper aus Feststoffen auf (ungefähre Auftriebskraft 50 N). Zudem fehlt es in der Regel an der entsprechenden ohnmachtsicheren Kopfunterstützung, nämlich einem Kragenelement.
[0012] Zur persönlichen Sicherheitsausrüstung, insbesondere von Wassersportlern, wie beispielsweise Seglern oder Kajakfahrern, sind der Person angepasste Rettungswesten oder Schwimmhilfen (auch häufig als Regatta- oder Kajakwesten bekannt) gesetzlich vorgeschrieben.
[0013] Dabei unterscheidet man grundsätzlich solche Sicherheitsausrüstungen, die auf der einen Seite ohnmachtsicher und auf der anderen Seite nicht ohnmachtsicher sind; das heisst, dass Letztere nicht in der Lage sind, den Kopf der Person sicher über Wasser und die Atemwege frei zu halten, wenn sie ohnmächtig ist. Daher werden solche Schwimmhilfen, wie beispielsweise Regattawesten, vorwiegend im Sportbereich eingesetzt, bei dem Hilfe in der Regel schnell gewährleistet ist.
[0014] Ferner ist aus dem Stand der Technik eine aufblasbare Einrichtung bekannt, die von Personen direkt an dem Körper getragen wird. Dabei kann die Rettungseinrichtung gürtelartig sowohl um den Hüft- als auch um den Bauchbereich umgebunden werden, wobei sich diese bei Kontakt mit dem Wasser entsprechend mit einem Gas füllt. Hierfür sind Körperelemente bereitgestellt, die gürtelartig an dem System angeordnet sind, die mit dem gasartigen Element gefüllt werden.
[0015] Weiterbildungen sehen vor, dass die Rettungsmittel elektronische Unterstützungselemente aufweisen.
[0016] Die Unterstützungselemente sind derart ausgebildet, dass beispielsweise der Wasserdruck gemessen wird. Erst bei einem bestimmten Wasserdruck findet dann eine Auslösung beziehungsweise ein Aufblasen der Körperelemente statt. Diese Vorrichtung ist beispielsweise aus der US 6 246 329 B1 bekannt.
[0017] Um jedoch eine solche Vorrichtung betreiben zu können, ist es notwendig, dass eine elektrische Einheit angeordnet ist. Diese elektrischen Einheiten, die unter anderem auch eine Stromversorgung und einen Timer (Zeitmessinstrument) beinhalten, sind separat zu dem Rettungsmittel angeordnet. Die Verbindungen müssen derart ausgestaltet sein, dass sie wasserfest und über einen langen Zeitraum funktionsfähig sind, da generell Rettungsmittel der vorstehenden Art über längere Zeiträume entweder in Räumen oder in Kisten gelagert werden oder aber sich täglich im Einsatz befinden und im Notfall dann ihre Funktion bereitstellen müssen.
Nachteile des Standes der Technik
[0018] Die mechanischen Belastungen für solche Rettungsmittel sind erheblich. Daher sind diese aus dem Stand der Technik bekannten Rettungsmittel sehr kompakt aufgebaut und im Allgemeinen für die Personen, die ein solches Rettungsmittel tragen, unangenehm. Unangenehm sind sie deswegen, da bei Feststoff-Rettungsmitteln (Schwimmkörperelemente mit definiertem Auftrieb) ein grosses Volumen direkt am Körper des Tragenden, insbesondere auch am Brustbereich, angeordnet ist. Dieses führt zu Beklemmungsgefühlen, aber auch zu Bewegungseinschränkungen, sodass häufig diese Rettungsmittel trotz entsprechender Vorschrift nicht getragen werden. Im Notfall ist es in der Regel zu spät, das Rettungsmittel anzuziehen. Zudem ist das Rettungsmittel optisch sehr auffallend und diese Auffälligkeit ist von den meisten Personen nicht erwünscht.
[0019] Insbesondere die Feststoff-Rettungsmittel sind derart ausgelegt, dass sie zwar einen definierten Auftrieb bereitstellen, jedoch bedarf es eines externen Impulses, um beispielsweise eine Person, die mit dem Gesicht im Wasser liegt, innerhalb einer kurzen Zeit zu drehen (sofern es sich um ein ohnmachtsicheres Rettungsmittel handelt). Der externe Impuls ist durch eine Wellenbewegung des Wassers gegeben, der dem Körper die Energie verleiht, sich zu drehen, so dass dieser von einer unstabilen in eine stabile Lage überführt wird.
[0020] Auch die automatischen Rettungswesten, die bei Kontakt mit dem Wasser Gas in Körperelementen für den Auftrieb bereitstellen, sind derart ausgebildet, dass eine gewünschte Drehung des Körpers nicht erfolgt. Vielmehr hat sich gezeigt, dass durch die seitliche Anordnung der Gaspatrone ein gering zeitlich ungewolltes, versetztes Aufblasen zusätzlich eine Gegenbewegung entstehen kann, welche die gewünschte Rückenlage des Körpers verhindert. Auch hier bedarf es somit einer externen Drehbewegung (beispielsweise der Wellenbewegung), um den Körper zumindest ohnmachtsicher auf dem Wasser zu halten.
[0021] Die vorstehenden Rettungsmittel zeigen dem Benutzer nicht, ob dieses tatsächlich funktioniert. Löst sich bei den automatischen Rettungswesten beispielsweise eine Salztablette, die für das Auslösen der Abgabe des in einem Behälter bevorrateten Gases in die Körperelemente verantwortlich ist, nicht vollständig auf, so strömt kein Gas in das Körperelement hinein und das Aufblasen findet nicht statt. Es tritt auch der Umstand ein, dass sich solche unvollständig aufgelöste und daher wieder ausgetrocknete Salztablette beim nächsten Wasserkontakt resistenter gegen den Wassereinfluss verhalten und somit die gewollte Funktion beeinträchtigen, verzögern, oder sogar verhindern können. Das Rettungsmittel hat somit keine Funktion. Trotzdem ist für den Betrachter sehr eindeutig, dass durch die Angabe der grünen Indikatoren, welche nur eine Teilfunktion bestätigen (z.B. gespannte Feder), die Funktion gegeben ist. Ein Verlass beziehungsweise eine klare Anzeige der Funktionsbereitschaft des entsprechenden Elementes ist somit nicht möglich. Bei Feststoff-Rettungswesten finden ausschliesslich taktile und visuelle Überprüfungen statt.
[0022] Bei allen Rettungsmitteln ist es notwendig, dass Befestigungen im Schritt- oder Beinbereich zu erfolgen haben, da sich ansonsten dieses Rettungsmittel über dem Körper Richtung Kopf bewegt, sobald die Person sich im Wasser befindet. Sind die Fixierungselemente im Beinbereich nicht sachgerecht angebracht, so kann das Rettungsmittel die Funktion verlieren. Da eine Vielzahl von Möglichkeiten gegeben ist, solche Rettungsmittel anzuziehen, besteht eine Gefahr der Fehlbedienung derart, dass das Rettungsmittel nicht im Notfall die gewünschte Unterstützung bereithält.
Aufgabe der Erfindung
[0023] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Rettungsmittel derart weiterzubilden, dass für den Anwender angenehm ist dieses zu tragen und dennoch die gewünschte Sicherheit im Notfall bereitstellt.
[0024] Im Notfall funktionsbereit bedeutet, dass bei Ertrinkungsgefahr (nicht nur bei Wasserkontakt), das Rettungsmittel aktiv wird und den Körper der Person in eine Lage bringt, die derart sicher ist, dass zumindest die Atemwege frei sind.
Lösung der Aufgabe
[0025] Die Lösung der Aufgabe wird durch die Merkmale von Anspruch 1 bereitgestellt.
Vorteile der Erfindung
[0026] Der Grundgedanke der Erfindung besteht darin, dass das bereitgestellte Rettungsmittel als eine Baueinheit in eine Bekleidung, in Schwimmhilfen oder Rettungswesten, insbesondere für Personen, aber auch für Tiere einbaubar ist. Das Rettungsmittel besteht im Wesentlichen aus zwei aufblasbaren Körperelementen, einer Steuereinheit sowie eine Vorrichtung zur Aufbewahrung oder (chemische) Erzeugung sowie Ausgabe von gasförmigen Mitteln in die aufblasbaren Körperelemente. Dabei ist es nicht zwingend, dass eine ohnmachtsichere Ausführung (d.h. eine Kopfstütze) vorliegt.
[0027] Dies bedeutet, dass das Rettungsmittel vorkonfektioniert ist, sodass beispielsweise von Herstellern im Bereich der Bekleidung oder aber auch von den Herstellern der Rettungswesten, das Rettungsmittel als fertige Baueinheit in das jeweilige Bekleidungsstück eingearbeitet werden kann (OEM= Original Equipment Manufacturer), ohne das Rettungsmittel selbst zu verändern. Dies bringt den Vorteil mit sich, dass der Hersteller des Rettungsmittels die vorgeschriebenen Sicherheitsbedingungen vollständig erfüllen kann und auch für die Weiterbearbeitung die Gewährleistung übernehmen kann, da das Rettungsmittel von dem Unternehmen, das das Rettungsmittel weiter verarbeitet, nicht verändert wird.
[0028] Das Rettungsmittel selbst weist keine beweglichen Teile und/oder von aussen sichtbare Kabel auf. Es zeichnet sich dadurch aus, dass jegliche Elemente, wie die Vorrichtung zur Aufbewahrung und Ausgabe des gasförmigen Mittels, aber auch die Steuereinheit, integrativer Bestandteil des Rettungsmittels sind.
[0029] Das so konfektionierte Rettungsmittel weist somit zwei Körperelemente auf, die entweder fluidmässig verbunden sind, oder separat unabhängig voneinander ausgebildet sind. Das Aufblasen der Körperelemente kann auf unterschiedliche Weisen ausgebildet sein. Eine Steuereinheit dient dazu, den derzeit vorliegenden Zustand über Sensoren zu erfassen und dann bei Überschreiten definierter Grenzwerte das Aufblasen der Körperelemente auszulösen.
[0030] Ein besonderer Zuschnitt des Rettungsmittels sieht vor, dass auch das Unwohlsein bei dem Benutzer, wenn das Rettungsmittel aktiv ist, das heisst aufgeblasen ist, im Brustbereich vollständig vermieden wird. Dies wird dadurch erreicht, dass das Rettungsmittel aus zwei Schenkelelementen und vorteilhafterweise auch einem Schenkelgrund ausgebildet ist, wobei in der Anordnung der Schenkelgrund um den hinteren Bereich des Halses und die beiden Schenkelelemente kollateral an den Seiten eines Körpers unterhalb der Arme, insbesondere unterhalb des Achselbereiches angeordnet sind. Dabei ist es derart vorgesehen, dass sowohl medial, ventral als auch dorsal ein Teil der Körperelemente angeordnet sind. Die an den Seiten angeordneten Körperelemente sind mit dem Schenkelgrund vorzugsweise verbunden. Der Schenkelgrund ist um den Nackenbereich dorsal am Körper angeordnet und gibt dem Nacken beziehungsweise dem Kopf im aufgeblasenen Zustand eine entsprechende Stützfunktion.
[0031] Einer der Vorteile der Ausführung hinsichtlich der seitlichen Anordnung der Körperelemente ist auch darin zu sehen, dass mit einem geringeren Körpervolumen ein gleich grosser Auftrieb erzeugt werden kann, da die Körperelemente eine erheblich grössere Verdrängung, im Vergleich zum bekannten Stand der Technik, leisten können. Grund hierfür ist, dass diese -unabhängig von der Lage des Körpers in Bezug auf die Wasseroberfläche – im Vergleich zu der aus dem Stand der Technik bekannten Anordnung – immer in Wasserkontakt stehen. Um hier eine optimale Auftriebseigenschaft zu gewährleisten, sind die Körperelemente an den Seiten des Körpers derart angeordnet, dass – unabhängig von der Lage des Körpers (Bauch- oder Rückenlage) – immer ein Teil – vorzugsweise ein grosser Teil – der Körperelemente unterhalb der Wasseroberfläche ist.
[0032] Eine bevorzugte Ausführungsform sieht vor, dass zumindest die Schenkelelemente zwei voneinander unabhängige Vorrichtungen zur Aufbewahrung und Ausgabe von einem gasförmigen Mittel aufweisen. Dies bringt den Vorteil mit sich, dass die Ausgabe zeitlich versetzt erfolgen kann, was wiederum zum Vorteil führt, dass der Körper, der das Rettungsmittel trägt, dadurch in die richtige ohnmachtsichere Stellung gedreht werden kann. Die zeitliche Versetzung der Auslösung wird von dem Steuermittel übernommen. Das Mehrkammer-Prinzip bringt noch den weiteren Vorteil der Redundanz mit sich. Sollte ein Körperelement defekt sein, so ist immer noch ausreichend Auftrieb durch das vom ersten unabhängigen agierenden weiteren Körperelement gegeben.
[0033] Vorteilhafterweise wird die zeitlich versetzte Auslösung nicht nur über ein Zeitfenster gesteuert, sondern auch derart, dass festgestellt wird, dass tatsächlich nach dem Aufblasen des ersten Körperelements eine Drehung stattfindet. Durch das weitere Aufblasen entsteht ein Impuls, der die Drehbewegung in die richtige Richtung unterstützt. Nur dann ist gewährleistet, dass auch das zweite Aufblasen des weiteren Körperelement zu einer Stabilisierung der Lage führt. Ansonsten würde die Drehbewegung gehemmt und die nicht ohnmachtsichere Stellung würde beibehalten werden. Dies führt dann zu einer erheblichen Schädigung des Körpers oder zum Tod, da das Gesicht weiterhin unterhalb der Wasserlinie verbleibt.
[0034] Das Auslösen des Körperelementes im Schenkelgrund erfolgt ebenfalls zeitlich versetzt. Das Auslösen wird dann erst stattfinden, wenn eine stabile Lage erreicht ist. Die Lage selbst kann durch entsprechende Sensoren festgestellt werden. Das Auslösen kann entweder mit dem Auslösen des zweiten Körperelementes oder durch einen weiteren selbsttätigen Auslösemechanismus erfolgen. Im Schenkelgrund ist vorzugsweise das Körperelement derart angeordnet, dass es sich im aufgeblasenen Zustand aus dem Nackenbereich heraus unterhalb des Kopfes schiebt, sodass eine kissenartige Auflage entsteht. Vorzugsweise sind Vertiefungen vorgesehen, in der der Kopf lagegerecht gehalten werden kann, sodass ein Verdrehen des Kopfes in Richtung der Wasseroberfläche auch im ohnmächtigen Zustand vermieden wird.
[0035] Das Rettungsmittel selbst ist derart ausgebildet, dass sich auch im aufgeblasenen Zustand des Rettungsmittels die Person im Wasser fortbewegen kann, ohne dass sie das Rettungsmittel als grosses Hindernis oder Blockade verspürt. Dies wird dadurch erreicht, dass die Körperelemente kollateral angeordnet sind und im Achselbereich nicht mehr die Ausmasse haben, die sie beispielsweise im Hüftbereich aufweisen. Somit kann sich die Person, bei der das Rettungsmittel aufgeblasen ist, sowohl in Brust- als auch in Rückenstellung fortbewegen.
[0036] Da die Körperelemente im seitlichen Bereich kollateral angeordnet sind, wird erreicht, dass diese durch Auftrieb sich versuchen nur geringfügig in Richtung Kopf zu bewegen, um sich vom Körper abzustreifen. Um jedoch diese Bewegung weiter zu blockieren, ist unterhalb der Körperelemente ein Zugelement angeordnet, das sich bei dem Aufblasen der Körperelemente zusammenzieht, sodass im unteren Bereich, der bei der Person im Hüftbereich angeordnet ist, ein fester Bund bildet, sodass ein Nach-oben-Rutschen des Rettungsmittels in Richtung des Kopfes vermieden wird.
[0037] Das Rettungsmittel besteht, wie zuvor beschrieben, aus den Schenkelelementen und dem Schenkelgrund. Der überwiegende Teil des Rettungsmittels sind Körperelemente, die durch ein gasförmiges Mittel aufblasbar sind. Wie im Stand der Technik bereits bekannt, können diese durch beispielsweise in CO2-Patronen bevorratete Gaselemente aufgeblasen werden. Hierfür sind die Körperelemente derart ausgebildet, dass sie luftundurchlässige sackartige Elemente sind, in die das Gas eingegeben wird. Entweder sind diese unelastisch, so dass die Grösse fest vorgegeben ist, oder sie sind elastisch, wobei die äussere Hülle, d.h. die Bekleidung bzw. deren Elastizität die Begrenzung vorgibt.
[0038] Es sind jedoch auch Mittel bekannt, die durch Zusammenführen von zwei chemischen Stoffen entsprechende Gase bilden. Insbesondere ist für die Ausbildung des Rettungsmittels zur Anordnung in Bekleidung, Schwimmhilfen oder Rettungswesten bevorzugt angedacht, dieses chemische Mittel vorzusehen, welches durch einen elektrischen Impuls «gezündet» wird. Durch die Zündung wird dem einen chemischen Mittel ein weiteres chemisches Mittel zugeführt, sodass ein gasförmiges Mittel entsteht, welches zum Aufblasen der Körperelemente geeignet ist.
[0039] Die Mittel selbst sind innerhalb der Körperelemente angeordnet, sodass eine platzsparende Anordnung möglich ist. Die beiden chemischen Mittel sind derart geeignet, dass sie zur längeren Aufbewahrung vorgesehen sind. Eine Halterung ist nahezu nicht vorhanden. Die eigentliche gasförmige Substanz entsteht erst durch das Zusammenführen der beiden Mittel.
[0040] Die Zündung selbst, welche beispielsweise durch einen elektrischen Impuls erfolgt, wird indirekt durch die Steuereinheit vorgenommen. Die Steuereinheit ist ebenfalls Bestandteil des Rettungsmittels und wird als integrativer Bestandteil des Rettungsmittels verstanden. Integrativer Bestandteil deswegen, weil die Steuereinheit in das Rettungsmittel eingelassen ist, sodass keine wasserdurchlässigen Nähte entstehen. Verbindungen, wie beispielsweise mit elektrischen Kabeln, sind innerhalb des Rettungsmittels angeordnet, sodass ein ungewolltes Zerstören der elektrischen Leitung von aussen ausgeschlossen ist. Eine kompakte Baueinheit als Rettungsmittel ist damit gegeben. Die Steuereinheit weist vorzugsweise Mittel auf, die geeignet sind, wahlweise eine oder mehreren Werte von vorgesehenen Sensoren zu verarbeiten:
– Lagesensor
– Bewegungssensor
– Drucksensor
– Temperatursensor
– Pulssensor.
[0041] Der Lagesensor dient dazu, um die tatsächlich Lage der Person, die sich in Not befindet, zu detektieren. Ist beispielsweise die ohnmachtsichere Lage erreicht, so wird dies zum Anlass genommen, das zweite Körperelement aufzublasen. Zuvor ist es jedoch notwendig, die Notsituation überhaupt zu detektieren. Denn in der Regel, wenn eine Person beispielsweise mit einem solchen in einer Weste eingebauten Rettungsmittel in das Wasser fällt, ist noch keine Notsituation gegeben, solange die Person schwimmen kann und sich somit über der Wasseroberfläche halten kann.
[0042] Ist jedoch eine Notsituation erreicht, so wird dies von mindestens einem der Sensoren oder durch eine entsprechende zeitliche Signalkombination detektiert. Dabei sind Puls der Person, Körper- und Wassertemperatur, aktive Bewegungen, aber auch die Verweildauer beispielsweise unterhalb der Wasseroberfläche bei einem bestimmten Wasserdruck mit ausschlaggebend.
[0043] Die Sensoren selbst weisen eine zuvor bestimmte Grundeinstellung auf. Dies bedeutet, dass wenn der Benutzer das Rettungsmittel, welches in einem Bekleidungsstück eingebaut ist, nutzt, dieses auf jeden Fall funktionieren wird.
[0044] Ein weiteres Ausführungsbeispiel sieht vor, dass der Benutzer auch zumindest manche Parameter der Sensoren selbst einstellen kann. Da die Steuereinrichtung eine Sende- und Empfangsvorrichtung aufweist, können beispielsweise die Daten mittels eines entsprechend ausgerüsteten Mobilfunkgerätes oder eines Computers ausgelesen beziehungsweise programmiert werden. Dies bringt den Vorteil mit sich, dass wenn ein Sportsegler durch ein entsprechendes Manöver kentert, aber die Situation selbst so im Griff hat, dass er sehr schnell wieder das Segelboot besteigen kann, keine Notsituation gegeben ist, sodass es nicht notwendig ist, dass das Rettungsmittel seine entsprechende Funktion auslöst. Diese gemessenen Parameter sind jedoch von Person zu Person unterschiedlich. Genau diese Einstellungen sollen personenbezogen dann die entsprechende Sicherheit geben. Zudem kann die Person jederzeit feststellen, ob das Rettungsmittel aktiv ist oder nicht. Eine entsprechende Applikation auf der Steuereinheit selbst oder aber auch auf dem Mobilfunkgerät bzw. Computer zeigt dem Benutzer, ob das Rettungsmittel funktionsfähig ist oder ob es entsprechende Defekte aufweist. Wie erwähnt wird die Funktionsfähigkeit auch direkt auf der Steuereinheit angezeigt.
[0045] Somit besteht der wesentliche Vorteil des Rettungsmittels auch darin, dass insbesondere für die unterschiedlichen Anwendungsgebiete unterschiedliche Parameter eingesetzt werden. So kann das Rettungsmittel zum einen für Sportsegler verwendet werden, aber auch zum anderen für kleine Kinder, die noch nicht im schwimmfähigen Alter sind. Es genügt somit, einem Kind, welches beispielsweise 3 oder 4 Jahre alt ist, das Rettungssystem anzuziehen und die Parameter derart zu fixieren, dass bereits bei Wasserberührung sofort das Rettungsmittel ausgelöst wird.
[0046] Damit liegt ein Rettungsmittel vor, bei welchem die Parameter für die Auslösung (beispielsweise Wassertiefe, Wassertemperatur, Körpertemperatur, Körperlage, Zeit, etc.) von dem Nutzer eingestellt werden können, um unterschiedlichen Rettungsbedürfnissen gerecht zu werden. Damit kann das eine Rettungsmittel für unterschiedliche Anwendungsgebiete, wie beispielsweise Regatta segeln, Rudern, Schwimmen, Schnorcheln, Wasserskifahren etc. eingesetzt werden.
[0047] Eine bevorzugte Ausführungsform weist eine Steuereinheit auf, die in einer geschlossenen Baueinheit Sensor(en), Prozessoreinheit zur Auswertung der Sensoren sowie eine Energieversorgungseinheit umfasst. Sofern ein Gassystem zum Aufblasen der Körperelemente verwendet wird, das in Behältnissen aufzubewahren ist, wird auch dieses Behältnis Bestandteil der Baueinheit. Der Vorteil, der sich daraus ergibt ist, dass sowohl aus Wartungszwecken als auch nach einem Auslösevorgang die Baueinheit als Ganzes ausgetauscht werden kann. So können Installationsfehler und Anwendungsfehler vermieden werden. Auch das Auslösen mit chemischen Mitteln sieht ein vollständiges Austauschen vor. In der Regel werden die sachartigen Körperelemente mit ausgetauscht.
[0048] Die Steuereinheit ist derart ausgebildet, dass sie dem Nutzer unmissverständlich die Bereitschaft des Rettungsmittels anzeigt. Liegt eine Fehlfunktion vor, derart, dass beispielsweise die Energieversorgung nicht mehr ausreicht, so wird die entsprechende Bereitschaftssignalisation unterlassen (akustisch, visuell oder über ein Smartphone oder Tablet). Ein Abfragen der Bereitschaft (sowie auch Einstellen der Parameter) kann somit auch durch in Kontaktbringen von Steuereinheit und Smartphone geschehen (Datenübertragung via Bluetooth oder sonstigen drahtlosen Protokollen).
[0049] Somit ist eine sehr vielseitige Verwendung eines einzigen Baukastenmittels für die Anwendung in unterschiedlichen Bereichen, sei es durch Einsetzen in Bekleidungsstücken, aber auch durch Einsetzen in Schwimmhilfen, die ausschliesslich zur Auftriebsunterstützung, dienen, oder aber auch in Rettungswesten denkbar. Das Einsetzen erfolgt aus Baueinheit (OEM), so dass diese von fachfremden Herstellern ebenfalls eingesetzt werden können. Dadurch kann unter anderem auch der Nutzen von Bekleidung, aber auch der von Rettungswesten erhöht werden.
[0050] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen gehen aus der nachfolgenden Beschreibung, den Zeichnungen sowie den Ansprüchen hervor.
Zeichnungen
[0051] Es zeigen:
<tb>Fig. 1<SEP>eine schematische Ansicht des Rettungsmittels in Draufsicht;
<tb>Fig. 2<SEP>einen Ausschnitt aus dem Rettungsmittel, insbesondere dem Zündmechanismus zur Auslösung des gasförmigen Mittels;
<tb>Fig. 3<SEP>eine Vorderansicht auf ein Bekleidungsstück mit dem Rettungsmittel;
<tb>Fig. 4<SEP>eine rückwärtige Ansicht auf das Bekleidungsstück gem. Fig. 3 ;
<tb>Fig. 5<SEP>eine perspektivische Darstellung der Verwendung des Rettungsmittels, welches in einem Bekleidungsstück angeordnet ist;
<tb>Fig. 6<SEP>eine schematische Darstellung der Zusammenwirkung einer Ausführungsform einer Steuereinheit mit einem Mobilfunkgerät;
<tb>Fig. 7<SEP>eine schematische Darstellung der Anzeige auf dem Mobilfunkgerät gem. Fig. 6 zur Einstellung der Konfigurationsdaten;
<tb>Fig. 8<SEP>eine schematische Ansicht auf eine weitere Ausbildung einer Steuereinheit, im Gegensatz zu Fig. 6 mit mindestens einer Gasaufbewahrungseinheit;
<tb>Fig. 9<SEP>eine Seitenansicht auf die Steuereinheit gemäss Fig. 8 ;
<tb>Fig. 10<SEP>eine schematische Darstellung zur Erläuterung der Funktion der Steuereinheit gemäss den vorstehenden Figuren.
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels
[0052] In Fig. 1 ist schematisch das Rettungsmittel 1 dargestellt, welches beispielsweise in ein Bekleidungsstück 20, wie es in Fig. 3 und 4 gezeigt ist, einsetzbar ist.
[0053] Das Rettungsmittel 1 gemäss Fig. 1 , welches ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel darstellt, ist im Wesentlichen in Draufsicht u-förmig ausgebildet und besteht somit aus zwei Schenkelementen 2a, 2b und ein die an der Seite der Schenkelemente 2a, 2b verbindenden Schenkelgrund 3.
[0054] Zumindest in den Schenkelementen 2a, 2b, aber auch bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel im Schenkelgrund 3, sind aufblasbare Körperelemente 4, 5, 6, 7, 8 vorgesehen. In dem ersten Schenkelement 2a ist ein erstes aufblasbares Körperelement 4 und ein zweites aufblasbares Körperelement 5 vorgesehen. In dem zweiten Schenkelelement 2b ist ein drittes Körperelement 6 und ein viertes Körperelement 7 vorgesehen, wobei an dem Schenkelgrund 3 ein fünftes Körperelement 8 vorgesehen ist.
[0055] Bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel ist im ersten Schenkelelement 2a ein Auslösemechanismus 10 vorgesehen, der von einer Steuereinheit 9, die vorzugsweise am Schenkelgrund 3 angeordnet ist, gesteuert wird. Eine elektrische Verbindung besteht zwischen der Steuereinheit 9 und der Auslöseeinheit 10 über ein Kabel 14 (Fig. 2 ). Das Kabel 14 endet an einem Zündmechanismus 13, der derart aufgebaut ist, dass an einer flachen vorzugsweise biegsamen Röhre 11 ein erstes Medium angeordnet ist. Diese Röhre 11, die Teil des Auslösemechanismus ist, ist verbunden mit den jeweiligen aufblasbaren Körperelementen 4, 5, 6, 7, 8. In den aufblasbaren Körperelementen 4, 5, 6, 7, 8 ist ein chemisches Mittel vorhanden, welches durch die Zündung mit der ersten Flüssigkeit in Kontakt gerät. Dadurch entstehen Gase, die das jeweilige Körperelement 4, 5, 6, 7, 8 aufblasen.
[0056] Entweder ist in dem Körperelement 8, welches am Schenkelgrund 3 angeordnet ist, ein weiterer Zündmechanismus vorgesehen oder eine der beiden Zündmechanismen 13 ist derart gestaltet, dass eine fluide Verbindung zwischen einem der Körperelementen in den Schenkelelementen 2a, 2b fluidmässig mit dem Körperelement 8 dem Schenkelgrund 3 in Verbindung steht.
[0057] Der Zuschnitt des Rettungsmittels 1 ist somit derart, dass das erste Körperelement 4 an dem Körper der Person vorne rechts, das weitere Körperelement 5 an der Person hinten rechts, das dritte Körperelement 6 an der Person hinten links und das vierte Körperelement 7 an der Person vorne links zur Anordnung gelangt. Die Höhe der jeweiligen Körperelemente ist derart bemessen, dass, so, wie es in den Fig. 3 und 4 dargestellt ist, die Anordnung der Körperelemente 4, 5, 6 und 7 ausschliesslich unterhalb der Achseln vorgesehen ist.
[0058] Die gesamte Rettungseinheit ist somit eine vollständig in sich geschlossene Baugruppe, die in Bekleidungsstücke, wie es beispielsweise in den Fig. 3 und Fig. 4 dargestellt ist, eingenäht werden kann.
[0059] Dabei kann das Bekleidungsstück als normale Jacke ausgebildet sein, sodass ausschliesslich in seitlichen kollateralen Bereichen Räume vorgesehen sind, in denen die Schenkelelemente 2a, 2b angeordnet sind. Im Rückenteil ist eine Verbindung zum Kragenelement vorgesehen, in der beispielsweise aufgerollt oder gefaltet der Schenkelgrund 3 angeordnet ist. Je nach Länge des Körperelementes 8, welches am Schenkelgrund 3 angeordnet ist, kann dieses Körperelement 8 den vollständigen Kragenumfang einnehmen oder ist aufgefaltet in einem Bereich, wie es beispielsweise in Fig. 4 dargestellt ist. Im Kragenbereich des Bekleidungsstücks ist die Steuereinheit 9 angeordnet. Diese ist aber auch bei diesem Ausführungsbeispiel integrativer Bestandteil des Rettungsmittels 1, wie es in Fig. 1 dargestellt ist.
[0060] Das Konfektionsunternehmen, welches das Bekleidungsstück 20 herstellt, muss nicht in das System des Rettungsmittels eingreifen, sondern kann dieses so entsprechend einsetzen. Vorzugsweise sind an dem Rettungsmittel – in den Zeichnungen nicht näher dargestellt – Fixierhilfen vorgesehen. Diese sind zusätzlich von dem Rettungsmittel beanstandete flache Kunststoffelemente, die zum fixieren des Rettungsmittels in dem Bekleidungsstück 20 dienen.
[0061] Damit verhindert wird, dass das aufgeblasene Rettungsmittel sich im Notfall vom Körper streift (in Richtung des Kopfes), ist ein Bund 21 am unteren Ende des Bekleidungsstückes 20, wie in Fig. 5 gezeigt, vorgesehen. Dieser Bund ist eng anliegend an dem Körper und bildet sich insbesondere dann stark aus, wenn das Rettungsmittel aufgeblasen ist. So ist eine Fixierung des Bekleidungsstückes an dem Körper auch im Wasser schwimmenden Zustand gegeben.
[0062] In Fig. 6 ist eine Steuerungseinheit 9 dargestellt. Es besteht aus einem Gehäuse 30, in dem die entsprechenden Steuerungsmittel und vorzugsweise die Stromversorgung angeordnet sind. Die Stromversorgung ist vorzugsweise eine Lithium Ionen-Batterie, deren Lebensdauer sehr gross ist, sodass ein Auswechseln innerhalb der sicherheitsrelevanten Überprüfung nicht notwendig ist. Das Gehäuse 30 der Steuerungseinheit 9 ist vollkommen geschlossen und wird auf das Rettungsmittel 1 vorzugsweise geklebt oder verschweisst, sodass im Stossbereich keine offenen Nähte entstehen. Die Übertragung von Daten aus der Steuerungseinheit 9 auf ein Mobilfunkgerät oder eine ähnlich geartete Einrichtung kann beispielsweise über Transpondereinrichtungen aber auch über Datenübertragungsprotokolle, wie beispielsweise Bluetooth, oder andere elektromagnetische oder optische Impulse erfolgen. Letzteres hat den Vorteil, dass für die Übertragung wenig Energie benötigt wird und diese derart einstellbar ist, dass nur in unmittelbarer Nähe oder sogar nur bei Berühren der Steuerungseinheit 9 die entsprechende Datenübertragung auf das Mobilfunkgerät 31 erfolgt.
[0063] Das Mobilfunkgerät 31 dient dazu, entsprechende Konfigurationsdatei, wie sie beispielsweise in Fig. 7 dargestellt sind, vom Benutzer einzustellen.
[0064] Aber für den Benutzer ist es zunächst wichtig, überhaupt die Funktionsfähigkeit des Rettungsmittels 1 zu erkennen. Hierzu stellt er durch beispielweises Berühren einen entsprechenden Kontakt mit seinem Mobilfunkgerät 31 her und sieht auf dem Display des Mobilfunkgerätes 31, ob das Rettungsmittel 1 in Funktion ist oder nicht. Beispielsweise kann dies durch eine grüne Fläche, durch ein «OK» oder durch sonstige Signale erfolgen. Selbstverständlich kann die Funktionsfähigkeit auch direkt auf der Steuereinheit 9 ohne Mobilfunkgerät abgelesen werden. Hierfür sind signaloptische Elemente angebracht, die sehr auffällig den Benutzer informiert.
[0065] Weitere Einstellmöglichkeiten stehen dem Benutzer offen. So ist beispielsweise in Fig. 7 dargestellt, dass in Abhängigkeit von der Tiefe und der Verweildauer in der entsprechenden Tiefe die Auslösung erfolgt. Die Steuerung erfolgt ebenfalls bevorzugt über ein Mobilfunkgerät 31. Sinn dabei ist es, dass beispielsweise ein Sportsegler durchaus mit seinem Segelboot kentert, in das Wasser fällt, durch das Anspringen von dem Boot in eine gewisse Tiefe gelangt, aber dennoch bestrebt ist, das Boot wieder aufzurichten. Seine Kräfte reichen in der Regel aus, um dieses wieder aufzurichten und den Sportwettkampf fortzusetzen. Dabei wäre es hinderlich, wenn in diesem Bereich das entsprechende Aufblasen der Körperelemente erfolgt.
[0066] In den Fig. 8 und Fig. 9 ist ein Ausführungsbeispiel einer kompakten Steuereinheit 9 dargestellt. Diese Steuereinheit 9 unterscheidet sich zu der vorgenannten Steuereinheit dadurch, dass an Stelle einer chemischen Zusammenführung von Materialien für das Aufblasen der dargestellten Körperelemente 4, 5, 6, 7, Gaspatronen 41, 42 vorgesehen sind. Bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel werden die einen Körperelemente 4, 5 des einen Schenkelelementes 2a mit einer ersten Gaspatrone 41 versorgt, wohingegen die zwei weiteren Körperelemente 6, 7 des weiteren Schenkelelementes 2b über eine weitere Gaspatrone 42 versorgt werden.
[0067] Die hier dargestellte Steuereinheit 9 ist als kompaktes Bauelement ausgebildet. Diese kann auch als eigenständige Einheit aus dem Rettungsmittel einfach herausgelöst werden und durch eine neue kompakte Baueinheit ersetzt werden. Dies bringt den Vorteil mit sich, dass aufgrund einer Wartung und Ersetzen von nicht mehr funktionierenden Teilen, keine Fehlbedienung entstehen kann. Die Einheit ist für sich gesehen autark und muss nur noch in das entsprechende Bauelement eingesetzt werden.
[0068] Ferner sind bei der Steuereinheit 9 Sensoren S vorgesehen sowie ein Mikroprozessor R, der von einer Stromversorgung 40 gespeist wird. Die Sensoren S übermitteln vorzugsweise nach dem in Fig. 10 vorgegebenem Schema die physikalischen Daten, die dann vom Mikroprozessor M entsprechend ausgewertet werden. Werden Grenzwerte überschritten, so wird über ein Signal an dem Auslösemechanismus T, der über beispielsweise ein Verbindungselement V mit den Körperelementen 4, 5, 6, 7 verbunden ist, ein Signal übermittelt, das dazu führt, dass das in den Gaspatronen 41, 42 bevorratete Gas in die Körperelemente 4, 5, 6 und 7 ausströmen kann.
[0069] Zusätzlich ist ein handbedienbares Element 43 vorgesehen, dass dazu führt, dass die Freigabe des in den Gaspatronen 41, 42 bevorrateten Gases in die Körperelemente 4, 5, 6, 7 händisch ausgelöst werden kann.
[0070] Erst wenn die körperliche Konstitution nicht mehr ausreicht, sollte das entsprechende Rettungsmittel aktiv werden. Hierzu sind beispielsweise, wie in Fig. 10 dargestellt, unterschiedliche Sensoren an dem Rettungsmittel vorgesehen. Die Aufnahme und die Verwertung der entsprechenden Daten der Sensoren ist in den jeweiligen Schritten Step 1 bis Step 4 gezeigt.
[0071] So kann beispielsweise der Wasserdruck W, die Zeit Z, Wasser- und Körpertemperatur K, aber auch die Bewegung m der entsprechenden Person detektiert werden. Alle Werte der Sensoren werden über einen Signalprozessor S ausgewertet und nach festgelegten Regeln r erfolgt entweder ein akustisches Warnsignal oder bereits der Impuls I für das Auflösen A des Rettungsmittels. Die festgelegten Regeln sind entweder unveränderbar vorgegeben, teilweise veränderbar oder entsprechend parametrisierbar. Wie in Fig. 7 gezeigt, können diese Grenzwerte durch grafische Elemente einfach bestimmt werden. Wahlweise kann jedem Sensor ein unterschiedlicher Parameter zugewiesen werden, der dann die Grenzwerte entsprechend festsetzt.
[0072] Die Steuerungseinheit 9 ist auch derart ausgebildet, dass sie «lernfähig» ist. Dies bedeutet, dass diese die jeweiligen Situationen und Werte in Datentabellen speichert und diese für die entsprechenden Aktionen zum Vergleich heranzieht. Der Benutzer kann diese ebenfalls über die Übertragungseinheit der Steuereinheit auf seinem Display analysieren. Selbstverständlich ist auch vorgesehen, dass ein von Hand auslösbarer Notfall aktivierbar ist.
[0073] Dieser ist entweder direkt am Rettungsmittel 1 oder über eine externe Steuereinheit entweder gezielt für ein Rettungsmittel oder für eine Gruppe von Rettungsmitteln auslösbar.
[0074] Somit wird ein Rettungsmittel bereitgestellt, das in vielfältigen Ausführungen für unterschiedliche Personenkreise verwendbar ist. So können beispielsweise Kinder diese Rettungswesten bzw. normalen Jacken, wie sie beispielsweise im Autobereich bekannt sind, tragen. Fallen diese in das Wasser, so kann sofort das Rettungsmittel aktiv werden und die jeweilige Person vor dem Ertrinken bewahren. Es ist daher nicht mehr notwendig, unangenehme und sperrige Feststoffwesten zu tragen. Es ist auch nicht mehr notwendig, automatisch auslösbare Rettungsmittel zu verwenden, die in der Regel immer bei Kontakt mit dem Wasser auslösen, obwohl es im häufigsten Fall nämlich bei Verwendung bei Sportveranstaltungen im Segelbereich nicht notwendig ist.
Claims (8)
1. Rettungsmittel (1) zur Anordnung in Bekleidungen, Schwimmhilfen oder Rettungswesten für Personen, wobei das Rettungsmittel (1) aus mindestens zwei aufblasbaren Körperelementen (4, 5, 6, 7, 8) besteht und eine Steuereinheit (9) vorgesehen ist sowie eine Vorrichtung zur Aufbewahrung oder Erzeugung sowie Ausgabe eines gasförmigen Mittels in die aufblasbaren Körperelemente, dadurch gekennzeichnet, dass die aufgeblasenen Körperelemente (4, 5, 6, 7, 8) derart weit voneinander beabstandet sind, dass diese kontralateral zumindest zum grossen Teil an der Seite der Person zur Anlage kommen.
2. Rettungsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Rettungsmittel im Wesentlichen u-förmig ist, wobei die u-förmige Gestaltung aus zwei Schenkelelementen (2a, 2b) besteht und einen auf der einen Seite der Schenkelelemente ansetzenden Schenkelgrund umfasst, und zumindest in einem der Schenkelelemente und/oder im Schenkelgrund mindestens ein Körperelement (4, 5, 6, 7, 8) angeordnet ist.
3. Rettungsmittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Körperelement (4, 5, 6, 7, 8) eine nur dem jeweiligen Körperelement (4, 5, 6, 7, 8) zugeordnete Vorrichtung zum Abgeben von Material zur Befüllung der Körperelemente (4, 5, 6, 7, 8) aufweist.
4. Rettungsmittel nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel zur Ausgabe von gasförmigen Material durch Zusammenmischen von zwei chemischen Mitteln erzeugbar ist.
5. Rettungsmittel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das eine chemische Mittel in einer Kammer bevorratet wird, die derart gestaltet ist, dass durch einen elektrischen Impuls die Ausgabe des chemischen Materials auf das andere chemische Material erfolgt.
6. Rettungsmittel nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wahlweise eine oder mehrere der nachstehenden Sensoren vorgesehen ist:
–mindestens einen Sensor zur Messung der Wassertiefe;
– mindestens einen Sensor zur Messung der Wassertemperatur;
– mindestens einen Sensor zur Messung der Körpertemperatur;
– mindestens einen Sensor zur Messung der Körperlage;
– mindestens einen Sensor zur Messung der Bewegungsfähigkeit;
– mindestens ein Zeitelement,
wobei die entsprechenden abgegebenen Signale der Sensoren S durch ein Mikroprozessor M auswertbar sind und dieser Bestandteil einer Steuereinheit (9) ist, die an dem Rettungsmittel (1) angeordnet ist.
7. Rettungsmittel nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoren S drahtlos über die Steuereinheit (9) parametrisierbar sind.
8. Rettungsmittel nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rettungsmittel (1) einschliesslich der Steuereinheit (9) und der Vorrichtung zur Ausgabe von gasförmigen Materialien sowie den Sensoren S, als kompakte Baueinheit zum Anordnen und Befestigen in Bekleidung oder, Schwimmhilfen geeignet ist.
Priority Applications (6)
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| CH02427/12A CH707228A1 (de) | 2012-11-19 | 2012-11-19 | Rettungsmittel zur Anordnung in Bekleidung, Schwimmhilfen oder Rettungswesten für Personen. |
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| [Online] Epoque, EPODOC / EPO, CN-97248989-U, CN2310730 Y (LI MINGLIAN [CN]) 17.03.1999 * |
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