CH716746A2 - Vorrichtung und Verfahren für den seitlich präzis definierten Einsatz von Schleifbändern bei Bandschleifmaschinen im Durchlauf. - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung beschreibt eine Vorrichtung mit seitlich mobilen Druckvorrichtungen (16) auf Bandschleifmaschinen im Durchlauf. Diese werden so in Position gebracht, dass durch Detektoren (14) erfasste Werkstücke (11) in einem seitlich begrenzten Bereich in Längsrichtung geschliffen werden. Eine Anordnung solcher Druckanordnungen stellt zum Beispiel ein Segmentschleifkissen dar. Die Erfindung beschreibt das Verfahren der seitlichen Bewegung seiner Segmente und die hierfür geschaffenen Vorrichtungen. Diese Verfahren und Vorrichtungen ermöglichen unter anderem das Schleifen von Rahmen in der Holzfaserrichtung ihrer Friese und/oder ihrer innenliegender Füllungen oder auch die Anbringung von Schleifbildern auf Werkstückflächen.
Description
Gebiet der Technik
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Bandschleiftechnik.
Stand der Technik
[0002] Stand der Technik sind Schleifaggregate mit über die ganze oder einen Teil der Arbeitsbreite wirkenden Druckelementen, sogenannte Segmentschleifkissen (DE1502449A1, Heesemann Karl, 03.07.1969). Solche bieten gegenüber konventionellen Schleifkissen mit durchgehender Druckplatte den Vorteil eines auf die annähernde Breite des zu schleifenden Werkstückes abgestimmten und in der Regel adäquat dosierten Einsatzes. Die Breite der Segmente beschränkt allerdings die Präzision ihres Einsatzes in quer zum Vorschub liegender Richtung. Eine präzisere Positionierung von Drucksegmenten beschreibt die Gebrauchsmusterschrift DE 200 03 656 U 1 (Weber Georg, 06.07.2000) mit quer zur Durchlaufrichtung verschiebbaren Bandaggregaten. Diese Lösung erweist sich allerdings als nicht praxistauglich, da die Trägheit der seitlichen Verschiebung der Bandaggregate nur eine sukzessive Beschickung mit Werkstücken bei zudem nur geringen Vorschubgeschwindigkeiten gestattet und so einem wirtschaftlich vertretbaren Durchsatz entgegensteht. Als ebenso unpraktikabel und unwirtschaftlich, insbesondere bei Einsatz mehrerer Bandaggregate, die für einen rentablen Durchsatz Voraussetzung wären, würde sich hier auch der stete Ersatz der K urzen und somit schnell abgenutzten Schleifbänder erweisen. Verfahren und Geräte, die auf einem derartigen Prinzip oder einer solchen Bauweise basieren, sind deshalb in der Praxis bis heute nicht bekannt. Das Bedürfnis eines praxistauglichen, seitlich genau definierten Einsatzes eines Schleifbandes auf ein Werkstück besteht jedoch tatsächlich seit sehr langem, nicht nur für das in obig erwähnter Gebrauchsmusterschrift erwähnte Rahmenschleifen, sondern auch generell für ein abgrenzendes Längsschleifen, so etwa für akkurat dimensionierte Längsstreifen an Werkstückrändern, wenn solche beispielsweise für einen Leimauftrag aufgeraut werden müssen. Eine weitere Applikation eines genauen seitlichen Einsatzes eines Schleifbandes bestünde auch in der Erzeugung gezielter Schleifspuren zwecks Gestaltung linienförmiger Zeichnungen, Schriften oder förmiger Flächen auf Werkstücken.
Zusammenfassung der Erfindung
[0003] Bisher nicht bekannt und Teil der hier nun vorliegenden Erfindung sind einzelne oder mehrere reihenweise angebrachte, seitlich präzis verschiebbare Druckelemente oder -vorrichtungen, in Form von schmalen Schleifkissen oder Kontaktwalzen unter einem - dies im Gegensatz zur vorerwähnten Gebrauchsmusterschrift - die ganze Arbeitsbreite einer Durchlaufvorrichtung abdeckenden Schleifband, welche dank ihrer Seitwärtsbewegung den Schliff präzis zuordbarer Längsbahnen gestatten. Solche Druckelemente können beispielsweise Segmente eines Segmentschleifkissens sein und die mit dieser Erfindung gelöste Aufgabe so verstanden werden, dass die Segmente eines Segmentschleifkissens frei verschiebbar und somit gezielt platzierbar sind.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0004] Zur Illustration der vorliegenden Patentanmeldung dienen:
die Zeichnung 1, den Stand der Technik offenbarend, einer Schleifvorrichtung mit einer Tastvorrichtung (10) und mehreren, entsprechend der ungefähren Breite des Werkstückes (11) auf das Schleifband (12) wirkenden, seitlich nicht beweglichen Druckelementen, den Segmenten (13) eines Segmentschleifkissens herkömmlicher Art
die Zeichnung 2, die Erfindung illustrierend, einer Schleifvorrichtung mit einem Detektor (14), zwei querlaufenden Führungen (15), seitlich montierten mobilen Druckvorrichtungen (16) und den diese bewegenden Stellmotoren (17), an deren Stelle auch ein zentraler, gesteuerter Antrieb stehen kann
die Zeichnung 3, die ein übliches, sowohl bezüglich Längs- wie Querfriesen (18, 19) symmetrisches Profil der Füllung (20) eines Rahmens zeigt
die Zeichnung 4, die ein Verfahren illustriert, das unter Einsatz von seitlich mobilen Druckelementen (16) sowohl das Schleifen der Längsfriesen (18) eines Rahmens ohne ein Touchieren seiner Querfriesen (19), als auch das Schleifen einer dem Rahmen innenliegenden Füllung (20) durch eine entsprechende Platzierung dieser mobilen Druckelemente (16) löst
die Zeichnung 5, eine Darstellung analog der Zeichnung 4, wobei jedoch zwecks Schleifens der innenliegenden Füllung (20) einzelne oder mehrere mobile Druckelemente (16) zusätzlich oszillieren (dargestellt durch Pfeillinie)
die Zeichnung 6, die das Abheben einzelner Druckvorrichtungen (16) bei deren Nicht-Einsatz auf eine höhere Ebene zeigen
die Zeichnung 7, die die gekröpfte Halterung (21) der Druckvorrichtungen (16) zeigt
die Zeichnung 8, die den Einsatz beweglicher Druckvorrichtungen (16) zur Erzeugung eines individuell gestaltbaren Schleifbildes (22) illustriert
Beschreibung der Ausführungsformen
[0005] Bei Verwendung der durch die Erfindung beschriebenen, in Zeichnung 1 dargestellten Vorrichtung werden Werkstücke (11) an ihren Seitenkanten durch einen Detektor (14), beispielsweise eine Kamera oder ein Laser-Gerät, erfasst. Ein Steuergerät bringt die mobilen Druckvorrichtungen (16) auf den Führungen (15) mittels Linearbewegung, beispielsweise Stellmotoren (17) und Spindeln, in die entsprechende seitliche Position und steuert deren Einsatz. Eventuelle Abweichungen zum rechtwinkligen Einlauf der Werkstücke (11) werden steuerungstechnisch kompensiert. Verwendung finden seitlich präzise bewegliche Druckvorrichtungen insbesondere beim Schleifen von Rahmen mit Längs- (18) und Querfriesen (19). Nach einem vorgängigen Querschliff des ganzen Rahmens werden die Längsfriesen (18) exakt positionskonform nachgeschliffen, sodass schliesslich für alle Friesen die Schleif- mit der Holzfaserrichtung übereinstimmt. Falls auch innenliegende Füllungen (20) von Rahmen mitgeschliffen werden sollen, werden hierfür im selben Durchlauf weitere, einzelne oder reihenweise angeordnete, bewegliche Druckvorrichtungen (16) zum Einsatz kommen. Da Rahmenfüllungen, wie in Zeichnung 3 gezeigt, üblicherweise einen Abstand zu den sie umgebenden Friesen (18,19) aufweisen, genügt für deren Schliff meist eine ungefähre Positionierung der Druckvorrichtungen (16). Kann diese nicht oder nicht ausreichend genau erfolgen, wird eine oszillierende Bewegung der Druckvorrichtungen (16) das Problem lösen. Die Oszillation ermöglicht die Bearbeitung eines breiteren Bereichs als der der Breite der Druckelemente selbst. Der Einsatz der Druckvorrichtungen (16) zum Schleifen der Füllung (20) erfolgt zeitversetzt zum Einsatz jener der Längsfriesen (18). Sie können erst nach Passage des ersten Querfriesens (19) ein- und müssen vor Passage des zweiten Querfriesens (19) aussetzen. Der zeitliche Einsatz der Druckvorrichtungen (16) auf die Längsfriesen (18) hat dagegen nur auf die vor- und nachlaufenden Werkstücke Rücksicht zu nehmen. Grundsätzlich können bewegliche Druckvorrichtungen sowohl abstandslos über die ganze Breite einer Durchlaufmaschinen angebracht werden und so wahlweise auch wie ein Segmentschleifkissen herkömmlicher Bauart funktionieren, wie auch nur in beschränkter Zahl installiert sein. Bei Anwendungen wie dem Rahmenschleifen oder der Kreation spezieller Schleifbilder werden beliebig viele Druckvorrichtungen auf eine zweite Ebene hochgehoben, wie dies die Zeichnung 6 illustriert, um so den unten verbliebenen Druckvorrichtungen Platz für ihre seitliche Bewegung zu verschaffen. Eine Anordnung von Druckvorrichtungen stellt, wie erwähnt, das herkömmliche Segmentschleifkissen dar. Die vorliegende Erfindung beschreibt deshalb auch die Erweiterung und Modifizierung des Segmentschleifkissens, zum einen durch die seitliche, angetriebene Beweglichkeit der Segmente auf Führungen, zu der auch ihre Oszillationsfähigkeit zählt, zum andern durch eine gekröpfte Anbringung (21) derart, dass sich in entgegengegenlaufender Richtung bewegte Segmente zu kreuzen in der Lage sind und des Weiteren durch das Hochheben der Segmente nicht nur zum Zwecke ihres Nichteinsatzes, sondern auch um Platz für die Bewegung weiterer Segmente zu schaffen. Diese Erweiterungen verhelfen dem Segmentschleifkissen zu zusätzlichen Funktionen, die ihm auch die Lösung der eingangs beschriebenen Aufgabenstellungen ermöglichen. Die platz- und somit kostensparende Umsetzung wird durch eine exzentrische und gekröpfte (21), anstelle der bisher bekannten zentralen Halterung der Segmente gewährleistet.
Claims (9)
1. Vorrichtung für den seitlich präzis definierten Einsatz eines Schleifbandes beim Schleifen von Werkstücken im Durchlauf, dadurch gekennzeichnet, dass Detektoren (14) Werkstückcharakteristika erfassen und eine Steuereinheit mobile Druckvorrichtungen (16) auf Führungen (15) in die der zu schleifenden Werkstückfläche entsprechenden seitlichen Positionen unter diesem Schleifband bringt
2. Verfahren dadurch gekennzeichnet, dass die Segmente (13) eines Segmentschleifkissens seitlich verschiebbar sind und sich dadurch an frei bestimmbaren Positionen platzieren lassen
3. Das Verfahren gemäss Patentanspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Segmente (13) eines Segmentschleifkissens bedarfsweise oszillieren
4. Das Verfahren gemäss Patentanspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Segmente (13) bedarfsweise abgehoben werden und so weiteren Segmenten (13) Raum für ihre seitliche Bewegung und ihren örtlich determinierten Einsatz schaffen
5. Ein Segmentschleifkissen, dadurch gekennzeichnet dadurch, dass sich seine Segmente (13) auf Führungen (15) motorisch, pneumatisch, hydraulisch, manuell oder in anderer Weise seitlich verschieben lassen
6. Ein Segmentschleifkissen, gekennzeichnet dadurch, dass sich zwei oder mehrere Segmente (13) aufgrund ihrer gekröpften Halterung (21) bei ihrem seitlichen Verschieben in gegenlaufender Richtung kreuzen lassen
7. Verfahren unter Verwendung der Vorrichtungen und Verfahren gemäss Patenansprüchen 1, 2, 3, 4, 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass Rahmen in der Holzfaserrichtung ihrer Friese geschliffen werden, indem die Rahmen vorerst auf derselben oder einer Dritt-Anlage quer geschliffen und hierauf die Längsfriese und/oder Rahmen-Füllungen unter Einsatz von seitlich beweglichen Druckvorrichtungen längs nachgeschliffen werden
8. Verfahren unter Verwendung der Vorrichtungen und Verfahren gemäss Patentansprüchen 1, 2, 3, 4, 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass Füllungen von Rahmen geschliffen werden
9. Verfahren unter Verwendung der Vorrichtungen und Verfahren gemäss Patentansprüchen 1, 2, 3, 4, 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass unter Einsatz einer oder mehrerer beweglichen Druckvorrichtungen Dekors, Patterns und andere Formen auf Werkstückflächen geschliffen werden
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