CH721790A2 - Verfahren zur Destillation von alkoholhaltiger Maische - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Destillation von alkoholhaltiger Maische, sowie ein erfindungsgemäßes Destillat und eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens. Das Verfahren ist ein kontinuierliches, zwei- oder mehrstufiges Destillationsverfahren, wobei sich der Verdampfer eignen muss, eine kurze Kontakt- oder Verweilzeit der Maische und des Destillats, in der Wärme, von unter 8 min, zu ermöglichen. Der Verdampfer kann optional ein Vakuum aufweisen. Im Verdampfer wird die Temperatur erfinderisch so gewählt, so dass im ersten und im zweiten Destillat keine störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress entstehen, die zumindest sensorisch im kondensierten ersten und zweiten Destillat wahrnehmbar wären. Die verdampfenden Bestandteile der alkoholhaltigen Maische werden vor dem Kondensieren, als Dampf, erfinderisch mit mindestens einem zwei- oder dreidimensionalen Körper aus elementarem Kupfer oder/und aus einer kupferhaltigen Legierung in Kontakt gebracht. Das erhaltene kondensierte zweite Destillat weist einen Alkoholgehalt von mehr als 55% auf. Das Verfahren eignet sich erfinderisch für getorftes „peated“ und auch für nicht-getorftes „unpeated“ Destillate und Trinkspirituosen.
Description
Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Destillation von alkoholhaltiger Maische. Insbesondere betrifft die Erfindung ein kontinuierliches, zwei- oder mehrstufiges Destillationsverfahren von alkoholhaltiger Maische unter Verwendung von mindestens einem Verdampfer. Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Destillat, das mit diesem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt worden ist, insbesondere ein Whisky-Destillats. Ferner betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum Durchführen des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Die alkoholische Destillation ist ein Verfahren zur Trennung, Reinigung und Konzentration von Alkohol aus einer alkoholhaltigen Maische. Dieses Verfahren ermöglicht es, unerwünschte Bestandteile zu entfernen und die gewünschten Aromen und einen erhöhten Alkoholgehalt zu erhalten, was für verschiedene Arten von Spirituosen charakteristisch ist.
[0003] Destillierverfahren von alkoholhaltiger Maische, insbesondere für die Whiskyherstellung verwenden meist traditionelle Destillieranlagen mit meist großen Kupferbrennblasen oder großen Säulen aus Kupfer. Eine vorgewärmte alkoholhaltige Maische wird einer Destillationskolonne zugeführt und die Destillation erfolgt unter Zufuhr von großer Wärmeenergie und meist hohen Temperaturen. Durch den Einbau einer Kolonne zwischen Destillationsblase und Destillenkopf kann man eine erhöhte Trennleistung bei der Destillation erreichen. Die Anzahl der für die gleiche Trennleistung benötigten Einzeldestillationen wird als „Stufen“ oder „Böden“ der Kolonne bezeichnet.
[0004] Je nach Brennverfahren muss das Destillat, insbesondere für einen Whisky, für gewöhnlich zwei- bis dreifach gebrannt. Im ersten Brenngang entstehen die „Low Wines“ mit mindestens 20 % Alkoholgehalt und im zweiten bzw. dritten Brenngang die „High Wines“ mit einem Alkoholgehalt von mindestens 60 bis 70 %.
[0005] Bei der Herstellung von Spirituosen ist die Wahl der Destillationsmethode ein wichtiger Aspekt. Je nach Art der Spirituose können unterschiedliche Verfahren und Methoden zum Einsatz kommen, die sich auf das Aroma und den Geschmack auswirken können. Auch die Bauweisen der jeweiligen Verdampfer haben einen großen Einfluss auf das Destillationsverfahren sowie auf die Aromen des Destillats.
[0006] Traditionell benötigt die Destillation einer Trinkspirituose vergleichsweise viel Energie die zudem während des Destillierungsverfahren aufwendig kontrolliert werden muss. Neben dem hohen Energieaufwand kommt auch ein vergleichsweiser hoher Zeitaufwand für die Destillation von hochwertigem Trinkalkohol hinzu. So erfolgt bei zahlreichen Trinkspirituosen zweifache oder dreifache Destillation gefolgt von einer zeitaufwendigen Lagerung sowie ggf. weitere Nachbehandlungen für die sensorische Verbesserung des Produkts.
[0007] Die EP2079538B1 beschreibt eine Anlage zum Destillieren von Trinkalkohol, insbesondere Whiskey aus fermentierter Maische. Um den Energiebedarf einer Rektifikationskolonne zu senken, hat diese zweckmäßigerweise mehr als 50 Böden. Desweitern umfasst das die offenbarte Anlage, einen Zwangsumlaufverdampfer bevorzugt einen Fallfilmverdampfer, sowie eine Destillationstemperatur von maximal 85°C. Die Destillieranlage umfasst zweckmäßigerweise lediglich eine einzige Destillationskolonne, die mittels des Reboilers und zusätzlich mittels des verdichteten Wasserdampfs des mechanischen Verdichters beheizt ist. Somit unterscheidet sich dieses Verfahren signifikant von der vorliegenden Erfindung.
[0008] Die Vakuum-Destillation von Trinkspirituosen ist ein neueres und weiterentwickeltes Destillationsverfahren. Es ist ein Destillationsverfahren unter erniedrigtem Druck (Vakuum) wobei man die Siedetemperatur der zu trennenden Flüssigkeit herabsetzen kann. Die Vakuumdestillation ermöglicht es besonders, Stoffe zu trennen, die sich bei höheren Temperaturen zersetzen würden. Das VakuumDestillationsverfahren wird bereits erfolgreich für zahlreiche Parfüm- Essenzen sowie alkoholfreie Weine und Biere oder auch Edelbrände eingesetzt.
[0009] Aus den Destillationsverfahren im Stand der Technik ergeben sich folgende Nachteile: Die Verfahren zur Destillation von alkoholhaltiger Maische aus dem Stand der Technik verwenden vergleichsweise hohe Temperaturbelastungen und lange Verweilzeiten sowohl bei der Bereitstellung der alkoholhaltigen Maische als auch bei der Destillation des Destillats. Dadurch entsteht eine thermische Belastung und ein Temperaturstress für das Produkt, was sich auf die Bildung von zahlreichen unerwünschten Nebenkomponenten, die sensorisch im Destillat wahrnehmbar sind, auswirkt. Auch gehen gewünschte Aromastoffe in den Destillaten aufgrund von zu hohen Temperaturen in den verschiedenen Verfahrensschritten zu sehr verloren. So müssen im Stand der Technik unerwünschte Nebenkomponenten während eines meist aufwändigeren Verfahrens destillativ abgetrennt werden und in der Regel folgt an die Destillation einer Trinkspirituose eine längere Lagerung oder auch die Zufuhr von verschiedenen Hilfsstoffen um die Trinkspirituose nachzubehandeln und zu veredeln.
[0010] Insgesamt wäre es wünschenswert und vorteilhaft, wenn Destillate aus alkoholhaltiger Maische noch aromatischer und noch bekömmlicher wären, u.a. aufgrund von weniger unerwünschten Nebenkomponenten. Dies würde zudem auch die Destillation von alkoholhaltigen Maischen, die von Natur aus wenige Aromastoffe haben, attraktiver machen.
[0011] Generell sind die Destillationsverfahren im Stand der Technik arbeits-, energie-, zeit- und kostenaufwendig. Sie erfordern zudem aufwendige Vorrichtungen und aufwendige Anlagen, was, unter anderem, zu hohen Kosten und auch zu einer schlechteren Umweltbilanz führt.
[0012] Es ist somit Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die im Stand der Technik genannten Nachteile zu überwinden. Des Weiteren ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zur Destillation von alkoholhaltiger Maische bereitzustellen, das den Temperaturstress bzw. die thermische Belastung sowohl der Maische als auch des ersten und des zweiten Destillats reduziert, so dass in den kondensierten Destillate keine unerwünschten Nebenkomponenten sensorisch wahrnehmbar sind. Ferner ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein einfaches, verbessertes, arbeits-, energie-, zeit- und kosteneffizientes Verfahren zum Destillieren von alkoholhaltiger Maische bereitzustellen
[0013] Des Weiteren ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Destillat gemäß dem erfinderischen Verfahren bereitzustellen Ferner ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Vorrichtung für das erfindungsgemäße Verfahren bereitzustellen. Diese Aufgaben werden durch die Lehren der unabhängigen Ansprüche gelöst. Weitergehende vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
Zusammenfassung der Erfindung
[0014] Überraschenderweise wurde gefunden, dass sich die genannten Nachteile aus dem Stand der Technik mit dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Destillieren von alkoholhaltiger Maische sowie mit der Bereitstellung eines Destillates, sowie mit der Bereitstellung einer Vorrichtung zu Herstellung des erfindungsgemäßen Verfahrens, vorteilhaft überwinden lassen.
[0015] Es ist überraschenderweise gelungen ein Verfahren bereitzustellen das die thermische Belastung und den Temperaturstress sowohl für die alkoholhaltige Maische als auch für das erste und das zweite Destillate vorteilhaft reduzieren kann, was sich überraschen und vorteilhaft auf die sensorische Qualität der Destillate auswirkt. Bei dem vorliegenden schonenden Verfahren zur Destillation von alkoholhaltiger Maische bilden sich aufgrund der Reduktion von Kontakt - oder Verweilzeiten sowie aufgrund der allgemeinen Temperaturreduktion im Verfahren keine unerwünschte Nebenkomponenten, die sensorisch im Destillat wahrnehmbar wären. Auch bleiben gewünschte Aromastoffe in den Destillaten aufgrund von schonenden niedrigen Temperaturen und kurzen Kontakt- oder Verweilzeiten in den verschiedenen Verfahrensschritten überraschen und vorteilhaft in hohem Maße erhalten. Insbesondere die kondensierten zweiten Destillate gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren haben eine hohe Aromadichte, viel Körper, viel Charakter, viel Bouquet.
[0016] Die Bereitstellung eines Destillats mittels erfindungsgemäßen Verfahrens sowie die Bereitstellung einer Vorrichtung für das erfindungsgemäße Verfahren ermöglichen zudem eine schnelle, arbeits-, energie-, zeit- und kosteneffiziente Herstellung von zahlreichen unterschiedlichen Trinkspirituosen und unterschiedlichen alkoholischen Getränken mit deutlich weniger Aufwand, deutlich weniger Kosten und deutlich geringerer Nachbehandlung, bei gleichzeitig sehr guter sensorischer Qualität und sehr guter Umweltbilanz.
[0017] Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten das erfindungsgemäße Verfahren, die erfindungsgemäßen Destillate, sowie die erfindungsgemäße Vorrichtung für das erfindungsgemäße Verfahren auszugestalten und weiterzubilden. Hierzu sei einerseits verwiesen auf die den unabhängigen Patentansprüchen nachgeordneten Patentansprüche, andererseits auf die Beschreibung in den Ausführungsbeispielen Obwohl die Erfindung in Verbindung mit Ausführungsbeispielen beschrieben wird, soll dennoch verstanden werden, dass die vorliegende Beschreibung die Erfindung in keiner Weise auf diese angegebenen Ausführungsbeispiel einschränken soll. Vielmehr soll die Erfindung nicht nur die Ausführungsbeispiele, sondern auch verschiedene Alternativen, Modifikationen, Äquivalente und weitere Ausführungsbeispiele abdecken, die im Geiste und Umfang der Erfindung, wie sie durch die beigefügten Ansprüche definiert ist, enthalten sein können
[0018] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird gemäß einer ersten Lehre mit einem erfindungsgemäßen Verfahren zur Destillation von alkoholhaltiger Maische mittels wenigstens einem Verdampfer gelöst, wobei das Verfahren ein kontinuierliches, zwei- oder mehrstufiges Destillationsverfahren ist, wobei sich der Verdampfer eignen muss, eine kurze Kontakt- oder Verweilzeit der Maische und des Destillats, in der Wärme, von unter 8 min, zu ermöglichen und wobei das Verfahren folgende Schritte umfasst: a) eine alkoholhaltige Maische, die getorfte (peated) oder/und nicht-getorfte (unpeated) Bestandteile haben kann; wobei die alkoholhaltige Maische Raumtemperatur hat, wenn sie einem Verdampfer zugeführt wird; optional kann die Maische vorgewärmt werden, bevor sie einem Verdampfer zugeführt wird; dabei darf die Verweilzeit der Maische im Vorerhitzer und Verdampfer nicht 8 min übersteigen. b) die Kontakt- oder Verweilzeit der alkoholhaltigen Maische im Verdampfer in der Wärme wird so kurz gewählt, so dass im ersten Destillat keine störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress entstehen, die zumindest sensorisch im kondensierten ersten Destillat wahrnehmbar wären; bevorzugt hat die Kontakt- oder Verweilzeit weniger als 8 min; c) im Verdampfer wird auch die Temperatur so gewählt, so dass im ersten Destillat keine störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress entstehen, die zumindest sensorisch im kondensierten ersten Destillat wahrnehmbar wären; d) die verdampfenden Bestandteile der alkoholhaltigen Maische werden vor dem Kondensieren, als Dampf, mit mindestens einem zwei- oder dreidimensionalen Körper aus elementarem Kupfer oder/und aus einer kupferhaltigen Legierung in Kontakt gebracht; e) nach dem Kondensieren des Dampfes in einer ersten Kondensatoranordnung ist das kondensierte erste Destillat entstanden; wobei das kondensierte erste Destillat einen Alkoholgehalt von über 30% aufweist; wobei das kondensierte erste Destillat keine sensorisch störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress aufweist; f) das kondensierte erste Destillat wird kontinuierlich in einen Verdampfer überführt, wobei in diesem Verdampfer optional ein Vakuum existieren kann; g) die Kontakt- oder Verweilzeit des Destillats im Verdampfer in der zweiten Stufe der Destillation wird in der Wärme so kurz gewählt, dass auch im zweiten Destillat keine störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress entstehen, die zumindest sensorisch im kondensierten zweiten Destillat wahrnehmbar wären; bevorzugt hat die Kontakt- oder Verweilzeit hat weniger als 8 min; h) im Verdampfer wird in der zweiten Stufe der Destillation wieder eine Temperatur so gewählt, so dass auch im zweiten Destillat keine störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress entstehen, die zumindest sensorisch im kondensierten zweiten Destillat wahrnehmbar wären; i) die verdampfenden Bestandteile des zweiten Destillats werden über mindestens eine Leitung in eine Kolonne überführt; wobei die Temperatur in der Kolonne auf einen Wert zwischen 90°C und 120°C eingestellt wird; j) das zweite Destillat wird nach dem Durchlauf der Kolonne und vor dem Kondensieren mit mindestens einem zwei- oder dreidimensionalen Körper aus elementarem Kupfer oder/und aus einer kupferhaltigen Legierung in Kontakt gebracht; k) von dem Kondensat des zweiten Destillats existiert in einer Kondensatoranordnung ein Rücklauf zur Kolonne, wobei das Rücklaufverhältnis auf einen Wert zwischen 1:1 und 8:1 eingestellt wird; l) das erhaltene kondensierte zweite Destillat weist einen Alkoholgehalt von mehr als 55% auf; wobei das kondensierte zweite Destillat keine sensorisch störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress aufweist; wobei das zweite Destillat ein getorftes (peated) oder ein nicht-getorftes (unpeated) Destillat sein kann; m) optional können die verdampfenden Bestandteile der alkoholhaltigen Maische aus Verfahrensschritt (d) nach einem Kontakt mit mindestens einem zwei- oder dreidimensionalen Körper aus elementarem Kupfer oder/und aus einer kupferhaltigen Legierung ohne Kondensierung direkt in eine Kolonne überführt werden, wobei diese Kolonne in Verbindung mit einem Verdampfer steht; wobei die Kontakt- oder Verweilzeit des Destillats im Verdampfer in der zweiten Stufe der Destillation in der Wärme so kurz gewählt wird, dass auch im zweiten Destillat keine störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress entstehen, die zumindest sensorisch im kondensierten zweiten Destillat wahrnehmbar wären; bevorzugt hat die Kontakt- oder Verweilzeit weniger als 8 min; wobei im Verdampfer in der zweiten Stufe der Destillation wieder eine Temperatur gewählt wird, so dass im zweiten Destillat keine störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress entstehen, die zumindest sensorisch im kondensierten zweiten Destillat wahrnehmbar wären; wobei das zweite Destillat nach dem Durchlauf der Kolonne und vor dem Kondensieren, mit mindestens einem zwei- oder dreidimensionalen Körper aus elementarem Kupfer oder/und aus einer kupferhaltigen Legierung in Kontakt gebracht wird; wobei von dem Kondensat des zweiten Destillats in der Kondensatoranordnung ein Rücklauf zur Kolonne existiert, wobei das Rücklaufverhältnis auf einen Wert zwischen 1:1 und 8:1 eingestellt wird; wobei das kondensierte zweite Destillat einen Alkoholgehalt von mehr als 55% aufweist; und wobei im kondensierten zweiten Destillat keine störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress sensorisch wahrnehmbar sind; wobei das zweite Destillat ein getorftes (peated) oder ein nicht-getorftes (unpeated) Destillat sein kann.
[0019] Gemäß einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann die alkoholhaltige Maische vor der Zufuhr in den Verdampfer optional ein- oder mehrfach filtriert sein.
[0020] Gemäß einer anderen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann die alkoholhaltige Maische im Verdampfer optional auf ein Vakuum treffen.
[0021] Vorzugweise kann die Temperatur im Verdampfer in der ersten Stufe der Destillation auf einen Wert zwischen 55°C und 100°C eingestellt werden.
[0022] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann der Verdampfer als Dünnschichtverdampfer ausgeführt sein und ein wandgängiges Wischersystem aufweisen, das die alkoholhaltige Maische in einem optionalen Vakuum an die Wand des Verdampfers zu einem dünnen Film verteilt, wodurch sich der Film ausreichend erwärmt, sodass verdampfende Bestandteile entstehen.
[0023] Vorzugsweise kann der Druck bei der Destillation im Verdampfer 100-150 mbar aufweisen.
[0024] Der Druck kann in Abhängigkeit vom optionalen Vakuum variieren.
[0025] Gemäß einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann der mindestens eine zwei- oder dreidimensionale Körper aus elementarem Kupfer oder/und aus einer kupferhaltigen Legierung, zum Beispiel, ein Rohr, ein Netz, ein Gitter, eine Feder, eine Lamelle oder auch eine Ansammlung von kleinteiligen Körpern, wie Granulat, wie Kugeln oder ähnliches sein.
[0026] Vorzugsweise kann dieser mindestens eine zwei- oder dreidimensionale Körper aus elementarem Kupfer oder/und aus einer kupferhaltigen Legierung auswechselbar sein.
[0027] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das erste Destillat nach dem Kondensieren abgekühlt, bevor es in einen Verdampfer für die zweite Stufe der Destillation überführt wird.
[0028] Vorzugsweise wird die Temperatur im Verdampfer in der zweiten Stufe der Destillation auf einen Wert zwischen 95°C und 110°C eingestellt.
[0029] Gemäß einer anderen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die Kolonne mehrstufig, mit 1 - 12 Stufen oder Böden, bevorzugt mit 3 -8 Stufen oder Böden.
[0030] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das Rücklaufverhältnis bevorzugt auf einen Wert zwischen 3:1 und 6:1 eingestellt.
[0031] Gemäß einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens weist das erhaltene kondensierte zweite Destillat mit einem Alkoholgehalt von mehr als 55% gleichzeitig, vergleichsweise, sehr niedrige Konzentrationen an Methanol oder/und Aceton auf; wobei die Konzentration von Methanol unter 45ppm m/m liegen kann; wobei die Konzentration von Aceton unter 3ppm V/V liegen kann.
[0032] Gemäß einer anderen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann die alkoholhaltige Maische aus verschiedenen Rohstoffen oder Rohstoffmischungen bestehen, wie zum Beispiel, aus Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Triticale, Mais, Reis, Hirse in gemälster oder ungemälster Form sowie Zuckerrüben, Kartoffeln, Maniok Agave oder auch aus verschiedenem Obst oder auch aus verschiedenen Früchten; wobei die alkoholhaltige Maische Ausgangsmaterial für verschiedene Trinkspirituosen oder alkoholische Getränke sein können, wie zum Beispiel, Whisky, Wodka, Obstbrand, Gin, Rum, Tequila, Grappa Cognac, Mezcal, Baijiu oder auch andere Trinkspirituosen oder auch andere alkoholische Getränke.
[0033] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann optional auch nur die erste Stufe der Destillation der alkoholhaltigen Maische bis zum ersten Kondensat gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren durchgeführt werden und alternativ das erste Destillat dann in der zweiten Stufe der Destillation auch nach bekannten herkömmlichen Batchverfahren destilliert werden.
[0034] Ferner wird die Aufgabe der vorliegenden Erfindung gemäß einer zweiten Lehre gelöst, mit der ein Destillat bereitgestellt wird, insbesondere eine Trinkspirituose, das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt worden ist wobei die Trinkspirituose weiter behandelt werden kann, zum Beispiel, durch kurze oder lange Lagerung und/oder durch Inkubation mit Holzpartikel oder durch andere zugelassene Hilfsmittel, insbesondere auch zur Herstellung eines Whiskys.
[0035] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird zudem gemäß einer dritten Lehre gelöst, mit der Bereitstellung einer Vorrichtung zum Durchführen eines zwei- oder mehrstufigen Destillationsverfahrens von alkoholischer Maische gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahrens. Optional kann auch nur die erste Stufe der Destillation der alkoholhaltigen Maische bis zum ersten Kondensat gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren durchgeführt werden und alternativ das erste Destillat dann in der zweiten Stufe der Destillation auch nach bekannten herkömmlichen Batchverfahren destilliert werden.
[0036] Vorzugsweise umfasst die erfindungsgemäße Vorrichtung a) mindestens einen Verdampfer, wobei sich der Verdampfer eignen muss, eine kurze Kontakt- oder Verweilzeit der Maische und des Destillats, in der Wärme, von unter 8 min, zu ermöglichen
b) mindestens eine Vorrichtung für einen Kupferkontakt mit mindestens einem zwei- oder dreidimensionalen Körper aus elementarem Kupfer oder/und aus einer kupferhaltigen Legierung, zum Beispiel, ein Rohr, ein Netz, ein Gitter, eine Feder oder auch eine Ansammlung von kleinteiligen Körpern, wie Granulat, wie Kugeln oder ähnliches; wobei dieser mindestens eine zwei- oder dreidimensionale Körper aus elementarem Kupfer oder/und aus einer kupferhaltigen Legierung auswechselbar ist.
Vorteile der Erfindung
[0037] Es wurde überraschenderweise und vorteilhaft gefunden, dass mit dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Destillation von alkoholhaltiger Maische sich schonend, schnell, einfach, arbeits-, energie-, zeit- und kosteneffizient, zuverlässig, platzsparend technisch leicht realisierbar, technisch leicht skalierbar, Destillate und Trinkspirituosen herstellen lassen, die zudem erfinderisch und vorteilhaft keine unerwünschten Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress oder thermischer Belastung aufweisen, die im kondensierten ersten oder im kondensiertem zweiten Destillat zumindest sensorisch wahrnehmbar wären.
[0038] Insbesondere das kondensierte zweites Destillat des erfindungsgemäßen Verfahrens hat eine hohe sensorische Qualität, eine hohe aromatische Komplexität, viel Charakter, ohne unerwünschte Nebenkomponenten, die zumindest sensorisch wahrnehmbar wären.
[0039] Insbesondere hat das erfindungsgemäße Destillat das mit dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt wird überraschend und vorteilhaft eine hohe sensorische Qualität und eine hohe aromatische Komplexität, die von vielen Destillationsverfahren aus dem Stand der Technik nicht erreicht wird, insbesondere nicht als zweites Destillat eines Destillationsverfahrens.
[0040] Somit entfallen mit dem erfindungsgemäßen Destillationsverfahren viele arbeits-, energie-, zeit- und kostenaufwendige Nachbehandlungsschritte um eine trinkreife Trinkspirituose bereitzustellen.
[0041] Mit dem erfindungsgemäßen schonenden Verfahren wird zudem überraschend und vorteilhaft sichergestellt, dass auch viele Aromastoffe erhalten bleiben die dem kondensierten ersten und zweiten Destillat Komplexität und Charakter verleihen. Dies ist, unter anderem, besonders vorteilhaft für alkoholhaltige Maischen, die von Natur aus wenig Aromastoffe haben. So lassen sich mit dem erfindungsgemäßen Verfahren auch vermehrt Rohstoffe verarbeiten, die bisher wenig Interesse für die Herstellung einer Trinkspirituose erfahren haben.
[0042] Durch die erfinderische kurze Kontakt- oder Verweilzeit und die erfinderischen schonenden, niedrigen Temperaturen, die in mehreren Verfahrensschritten angewandt werden, werden die thermische Belastung oder der Temperaturstress der Maische und der verdampfenden Bestandteile im Verdampfer erfinderisch und vorteilhaft deutlich reduziert, so dass bereits das zweite Destillat aus dem erfinderischen Verfahren eine hohe sensorische Qualität aufweist und überraschend vorteilhaft ohne unerwünschte Nebenkomponenten.
[0043] Verglichen mit herkömmlichen Destillationsverfahren wird erfinderisch bereits die thermische Belastung der alkoholhaltigen Maische für das erfindungsgemäßen Verfahren deutlich reduziert. So wird die alkoholhaltige Maische für das erfindungsgemäße Verfahren bevorzugt nicht vorgewärmt, wie es sonst im Stand der Technik üblich ist. Die alkoholhaltige Maische hat für das erfinderische Verfahren bevorzugt Raumtemperatur, bevor sie einem ersten Verdampfer zugeführt wird. Optional kann die alkoholhaltige Maische auch vorgewärmt werden, bevor sie einem Verdampfer zugeführt wird, dabei darf aber die Verweilzeit der Maische im Vorerhitzer und Verdampfer nicht 8 min übersteigen.
[0044] Zudem kann die alkoholhaltige Maische optional ein- oder mehrmals filtriert sein, was sich vorteilhaft und schonend auf die Vorrichtung auswirken kann. Zudem kann die alkoholhaltige Maische getorfte (peated) oder/und nicht-getorfte (unpeated) Bestandteile haben, da sich das erfindungsgemäße Verfahren sowohl für getorfte (peated) als auch für nicht-getorfte (unpeated) Destillate eignet. Herkömmlicherweise finden im Stand der Technik für getorfte (peated) und für nicht-getorfte (unpeated) Destillate unterschiedliche Destillationsverfahren statt. Dies ist bei dem erfindungsgemäße Verfahren, überraschend und vorteilhaft, nicht notwendig.
[0045] Es wurde überraschend und vorteilhaft festgestellt, dass wenn die Maische Raumtemperatur hat oder optional nur kurz vorgewärmt wird, eine weitere thermische Belastung bzw. ein Temperaturstress des späteren Destillats vermieden werden kann. Diese erfinderische reduzierte thermische Belastung der Maische trägt überraschend und vorteilhaft dazu bei, dass das kondensierte erste und zweite Destillat des erfindungsgemäßen Verfahrens keine unerwünschten Nebenkomponenten aufweist, die sensorisch wahrnehmbar wären und die für alkoholische Destillationsverfahren aus dem Stand der Technik üblich sind.
[0046] Wie die Ausführungsbeispiele zeigen verändert eine thermische Belastung oder ein Temperaturstress der alkoholhaltigen Maische die Eigenschaften eines Destillats bei der Destillation. So kann es zu Schaumbildungen oder auch zu Trübungen kommen und es werden zudem auch schlechtere sensorische Ergebnisse des Destillats erreicht.
[0047] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren bei dem die thermische Belastung oder der Temperaturstress im Verfahren reduziert wird, kann somit überraschend und vorteilhaft auf die Beigabe von Schaumreduktionsmittel verzichtet werden. Auch muss keine Nachbehandlung wegen Trübungen oder unerwünschter Nebenkomponenten erfolgen.
[0048] Erfindungsgemäß muss die Kontakt- oder Verweilzeit der alkoholhaltigen Maische im ersten Verdampfer in der Wärme so kurz gewählt sein, so dass im ersten Destillat keine störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress entstehen, die zumindest sensorisch im kondensierten ersten Destillat wahrnehmbar wären; bevorzugt hat die Kontakt- oder Verweilzeit weniger als 8 min; besonders bevorzugt kann die Kontakt- oder Verweilzeit auch weniger als 4min haben. Die Kontakt- oder Verweilzeit im Dünnschichtverdampfer kann auch, beispielhaft, in manchen Fällen sogar weniger als 2 min betragen.
[0049] Erfindungsgemäß wird im Verdampfer in der ersten Stufe und in der zweiten Stufe der Destillation eine Temperatur gewählt, so dass sowohl im ersten Destillat als auch im zweiten keine störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress entstehen, die zumindest sensorisch im kondensierten ersten und im kondensierten zweiten Destillat wahrnehmbar wären.
[0050] Die Temperatur im Verdampfer des erfindungsgemäßen Verfahrens kann, zum Beispiel, für die erste Stufe der Destillation, ohne Vakuum einen Wert von 55°C - 100 °C haben,
mit Vakuum einen Wert zwischen 55°C und 70°C haben, oder mit Vakuum bevorzugt einen Wert zwischen 55°C und 65°C haben. Je nach Art der alkoholhaltigen Maische können sich die vorteilhaften Temperaturen für das erfindungsgemäße Verfahren unterscheiden.
[0051] Im Verdampfer kann somit optional ein Vakuum existieren. Dadurch kann das erfindungsgemäße Verfahren vorteilhaft mit nochmals schonenderen, niedrigeren Temperaturen und insgesamt sehr energie- und kosteneffizient durchgeführt werden. Durch ein optionales Vakuum lässt sich die thermische Belastung und der Temperaturstress für das Produkt nochmals reduzieren, was dazu beiträgt das keine unerwünschte Nebenkomponenten im ersten oder im zweiten Destillat entstehen, die zumindest im kondensierten ersten und kondensiertem zweiten Destillat sensorisch wahrnehmbar wären.
[0052] Das Prinzip der Vakuumdestillation besteht darin, den atmosphärischen Druck in einem Behältnis, der die Flüssigkeit enthält, unter den Dampfdruck der Flüssigkeit zu senken.
[0053] Die Verdampfungstemperatur des Destillationsverfahrens kann somit weiter schonend abgesenkt werden und die Kontakt- oder Verweilzeit des Destillats kann nochmals verringert werden.
[0054] Erfindungsgemäß liegt der Druck bei der Destillation im optionalen Vakuum im Verdampfer, beispielhaft, bei 100-150 mbar, bevorzugt bei 120-140 mbar. Je nachdem, ob ein Vakuum im Verdampfer verwendet wird oder nicht, unterscheidet sich der Druck im erfindungsgemäßen Verfahren.
[0055] Es ist beispielhaft möglich für das erfindungsgemäße schonende Verfahren einen Dünnschichtverdampfer zu verwenden. Die Verwendung eines Dünnschichtverdampfers ermöglicht erfinderisch und vorteilhaft eine weitere Reduktion der thermischen Belastung oder des Temperaturstresses für die verdampfende Bestandteile und das Destillat während des Destillationsverfahrens. Wenn ein Dünnschichtverdampfer für das erfindungsgemäße Verfahren verwendet wird
weist dieser ein wandgängiges Wischersystem auf, das in der ersten Destillationsstufe die alkoholhaltige Maische oder später in der zweiten Destillationsstufe das erste Destillat, optional in einem Vakuum, an die Wand des Verdampfers zu einem gleichmäßigen dünnen Film verteilt, wodurch sich der Film ausreichend erwärmt, sodass verdampfende Bestandteile entstehen.
[0056] Mit Hilfe eines Rotors und durch Zentrifugalkraft werden die verdampfenden Bestandteile gegen die Heizfläche gepresst. Dies führt zu einer guten Wärmeübertragungsleistung. Es erfolgt zudem eine Stabilisierung des Flüssigkeitsfilms auf der Heizfläche bei hohen Verdampfungsleistungen. Durch kontinuierliche Durchmischung werden vorteilhaft auch temperaturempfindliche Komponenten vor Überhitzung geschützt und die Bildung von Belägen wird vermieden. Dies wirkt sich vorteilhaft auf den Erhalt von Aromastoffen und die Vermeidung der Bildung von unerwünschten Nebenkomponenten aus. Das erfinderische Destillationsverfahren hat bei schonenden Temperaturen eine kurze Kontakt- oder Verweilzeit und gleichzeitig optimale Verdampfungsleistung.
[0057] Viele Aromastoffe werden bei hohen Temperaturen flüchtig, zum Beispiel, aromatragende Ester, mittels, zum Beispiel, Dünnschichtverdampfer und optional unter Vakuum lassen sich besonders schonend viele Aromastoffe erhalten und ohne Schädigung destillieren, was dazu führt das das erfindungsgemäße Destillat eine aromatische Komplexität und viel Charakter aufweist, gleichzeitig vorteilhaft und erfindungsgemäß ohne das Auftreten von unerwünschte Nebenkomponenten, die sensorisch im kondensierten ersten und kondensierten zweiten Destillat wahrnehmbar wären.
[0058] Erfindungsgemäß werden die verdampfenden Bestandteile der alkoholhaltigen Maische vor dem Kondensieren, als Dampf, mit mindestens einem zwei- oder dreidimensionalen Körper aus elementarem Kupfer oder/und aus einer kupferhaltigen Legierung in Kontakt gebracht.
[0059] Während viele Destillationsanlagen im Stand der Technik zumindest teilweise aus Kupfer gefertigt sind, wird für das erfindungsgemäße Verfahren nur mindestens ein zwei- oder dreidimensionalen Körper aus elementarem Kupfer oder/und aus einer kupferhaltigen Legierung innerhalb von mindestens einer Leitung verwendet, mit dem das erste und das zweite Destillat in Kontakt gebracht wird.
[0060] Die gute Wärmeleitfähigkeit von Kupferkessel, die im Stand der Technik oft benützt werden, wird aufgrund der erfinderischen Verwendung von mindestens einem Verdampfer und, optional der Verwendung von Vakuum, nicht benötigt.
[0061] Wie in den Ausführungsbeispielen ersichtlich wird aber auch im erfindungsgemäßen Verfahren vorteilhaft die chemische und katalytische Wirkung von Kupfer oder/und von Kupferlegierungen bei der Alkohol-Destillation verwendet. So hat Kupfer eine reinigende oder klärende Wirkung auf Spirituosen. Mittels elementarem Kupfer oder/und einer Kupferlegierung finden zahlreiche chemische Reaktionen im Destillat statt. Zum einen werden, zum Beispiel, Blausäure und andere Säuren gebunden, die in Steinobstbränden oder anderen Destillaten enthalten sein können, und zum anderen werden Schwefelverbindungen die, zum Beispiel, bei der Hefegärung entstehen, gebunden. Möglich ist auch das Kupfer in ganz geringen, unbedenklichen Mengen (ppb- und ppm-Bereich) ins Destillat gelangt und somit sensorisch nochmals das Endprodukt beeinflussen kann._Destillate, die nur über Edelstahl und ohne Kupferkontakt destilliert werden, brauchen sensorisch länger zur Entwicklung und Genussreife oder erreichen diese nicht.
[0062] Die erfindungsgemäße Verwendung von nur mindestens einem zwei- oder dreidimensionalen Körper aus elementarem Kupfer oder/und aus einer kupferhaltigen Legierung innerhalb von mindestens einer Leitung wirkt sich zudem vorteilhaft auf die Kosten des Verfahrens und der Vorrichtung aus, da keine größere Kupfervorrichtungen notwendig sind, und der mindestens eine zwei- oder dreidimensionalen Körper aus elementarem Kupfer oder/und aus einer kupferhaltigen Legierung einfach und vorteilhaft auszutauschen ist.
[0063] Nach dem Kondensieren des Dampfes in einer ersten Kondensatoranordnung ist das kondensierte erste Destillat entstanden; wobei das kondensierte erste Destillat einen Alkoholgehalt von über 30% aufweist und wobei das kondensierte erste Destillat überraschend und vorteilhaft keine sensorisch störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress aufweist.
[0064] Erfindungsgemäß wird das kondensierte erste Destillat, beispielsweise, kontinuierlich wieder in einen Verdampfer überführt. Hierbei kann es sich, zum Beispiel, um denselben Verdampfer der ersten Stufe handeln, oder aber auch um einen zweiten Verdampfer für die zweite Stufe der Destillation.
[0065] Da es sich bei dem erfindungsgemäßen Verfahren, beispielsweise, um ein kontinuierliches Verfahren handeln kann, wird die alkoholhaltige Maische kontinuierlich und ohne Unterbrechung in das Verfahren eingebracht und auch die getrennten Fraktionen in kontinuierlichen Strömen ausgebracht. Diese arbeits- und zeitsparende weitere Optimierung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist von großer ökonomischer Bedeutung und kann sich letztendlich positive auf den Verkaufspreis des Endprodukts sowie auf die Herstellungsmenge pro Zeiteinheit auswirken. Traditionell wird, zum Beispiel, bei der Herstellung von Single Malt Whisky in Schottland diskontinuierlich im sogenannten Batchverfahren gearbeitet. Hierfür müssen die Destillierkolben andauernd mit zu destillierendem Material gefüllt und am Ende jeder Destillation wieder geleert werden, so dass das Sammeln des Destillats unterbrochen wird. Dieses traditionelle diskontinuierliche Verfahren ist sehr zeit- und arbeitsaufwendig und erhöht signifikant die Kosten für die Herstellung von traditionellem Whisky.
[0066] Erfindungsgemäß kann auch im Verdampfer der zweiten Stufe der Destillation optional ein Vakuum existieren. Dies kann dieselben Vorteile für das erfindungsgemäße Verfahren haben, wie oben, in der ersten Stufe des Destillationsverfahrens beschrieben.
[0067] Erfindungsgemäß liegt der Druck bei der Destillation im optionalen Vakuum im Verdampfer bei 100-150 mbar, bevorzugt bei 120-140 mbar. Der Druck kann in Abhängigkeit vom optionalen Vakuum variieren.
[0068] Die Kontakt- oder Verweilzeit des Destillats im Verdampfer in der zweiten Stufe der Destillation wird in der Wärme so kurz gewählt, dass auch im zweiten Destillat keine störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress entstehen, die zumindest sensorisch im kondensierten zweiten Destillat wahrnehmbar wären; bevorzugt hat die Kontakt- oder Verweilzeit hat weniger als 8 min; Besonders bevorzugt kann die Kontakt- oder Verweilzeit auch weniger als 4min haben. Diese Kontakt- oder Verweilzeit im Verdampfer kann auch in manchen Fällen sogar weniger als 2 min betragen.
[0069] Erfindungsgemäß wird im Dünnschichtverdampfer in der zweiten Stufe der Destillation eine Temperatur gewählt, so dass im zweiten Destillat keine störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress entstehen, die zumindest sensorisch im kondensierten zweiten Destillat wahrnehmbar wären Beispielhaft kann die Temperatur im Verdampfer in der zweiten Stufe des erfinderischen Destillationsverfahrens einen Wert zwischen 90°C und 120°C haben, bevorzugt einen Wert zwischen 95°C und 110°C. Da im Verdampfer ein optionales Vakuum existieren kann, kann die Temperatur im Verdampfer, unter anderem, je nach Vakuum und je nach alkoholhaltiger Maische variieren.
[0070] Erfindungsgemäß kann der Verdampfer der zweiten Stufe der Destillation, zum Beispiel, auch ein Dünnschichtverdampfer sein. Dies kann dieselben Vorteile für das erfindungsgemäße Verfahren haben, wie oben, in der ersten Stufe des Destillationsverfahrens beschrieben.
[0071] Das erfinderische Destillationsverfahren umfasst weiterhin eine Kolonne, die mit dem mindestens einen Verdampfer in Verbindung steht.
[0072] Erfindungsgemäß und vorteilhaft werden die verdampfenden Bestandteile des zweiten Destillats über mindestens eine Leitung in eine Kolonne überführt; wobei die Temperatur in der Kolonne auf einen Wert zwischen 90°C und 120°C eingestellt wird;
[0073] Durch die Verwendung einer Kolonne wird die Qualität und die Ausbeute des Destillats verbessert. Die Kolonne muss die, der jeweiligen Trennaufgabe zugehörende tatsächliche Trennstufenzahl verwirklichen, und eine Regelung des Rücklaufverhältnisses gestatten.
[0074] Alkohol-Destillationsverfahren im Stand der Technik verwenden meist aufwändige Kolonnen mit einer hohen Anzahl an Stufen oder Böden, über die die Flüssigkeit hinwegfließt und durch die der Dampf hindurchtritt. Die Anzahl der erforderlichen Stufen bzw. Böden in den einzelnen Kolonnenabschnitten ist abhängig von den Prozessbedingungen, insbesondere der Zusammensetzung des Zulaufes und der gewünschten Produkte
[0075] Für das erfinderische Verfahren ist es ausreichend eine Kolonne zu verwenden, die nur 1-12 Stufen oder 1-12 Böden aufweisen. Bevorzugt ist für das erfinderische Verfahren auch eine Kolonne mit nur 3-8 Stufen oder 3-8 Böden ausreichend, um einen möglichst vollständigen Stoffaustausch zu erreichen und um eine gute Gleichgewichtskonzentration auf jedem Boden zu erhalten.
[0076] Unterschiedliche Bauweisen von Kolonnen sind für das erfindungsgemäße Verfahren möglich, solange a) eine innige Berührung zwischen aufsteigendem Dampf und hinabfließender Flüssigkeit erreicht wird, solange b) eine hohe Verwirbelung der beiden Phasen erreicht wird und solange c) eine große Berührungsfläche zwischen Dampf und Flüssigkeit existiert.
[0077] Die Größe einer Kolonne für eine bestimmte Durchsatzleistung hängt u.a. vom Rückfluss- bzw. Rücklaufverhältnis ab. Der Alkoholproduktstrom aus der Kondensationsanordnung kann der Kolonne und gegebenenfalls als Rückfluss oder Rücklauf zugeführt werden.
[0078] Erfindungsgemäß wird das zweite Destillat nach dem Durchlauf der Kolonne und vor dem Kondensieren mit mindestens einem zwei- oder dreidimensionalen Körper aus elementarem Kupfer oder/und aus einer kupferhaltigen Legierung in Kontakt gebracht;
[0079] Von dem Kondensat des zweiten Destillats des erfindungsgemäßen Verfahrens existiert in einer Kondensatoranordnung ein Rücklauf zur Kolonne, Es ist mit optimalem Rücklaufverhältnis zu fahren Das Rücklaufverhältnis beeinflusst die Trennleistung und somit die Qualität des Destillats. Für das erfinderische Verfahren wird ein Rücklaufverhältnis auf einen Wert zwischen 1:1 und 8:1 eingestellt, bevorzugt auf einen Wert zwischen 3:1 und 6:1.
[0080] Das erhaltene kondensierte zweite Destillat weist einen Alkoholgehalt von mehr als 55% auf; wobei das kondensierte zweite Destillat keine sensorisch störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress aufweist; wobei das zweite Destillat ein getorftes (peated) oder ein nicht-getorftes (unpeated) Destillat sein kann;
[0081] Insgesamt hat das erfinderische Verfahren eine hohe Ausbeute Es werden Ausbeuten von über 90% Alkohol erreicht.
[0082] Schon mit dem zweiten Destillat des erfindungsgemäßen Verfahrens lassen sich zahlreiche aromatische Trinkspirituosen, ohne sensorisch unerwünschte Nebenkomponenten, herstellen.
[0083] Mit dem erfindungsgemäßen schonenden Verfahren, das insgesamt bei vergleichsweise kurzer Kontakt- oder Verweilzeit und niedrigen schonenden Temperaturen stattfindet, kann die thermische Belastung und der Temperaturstress für die Maische und die Destillate signifikant reduziert werden, wodurch die Bildung von unerwünschten Nebenkomponenten, die zumindest sensorisch im kondensierten ersten und im kondensiertem zweiten Destillat wahrnehmbar wären, überraschend, vorteilhaft und erfinderisch verhindert werden. So kann, zum Beispiel, die Entstehung und Ansammlung von Methanol und Aceton sowie die Bildung und Ansammlung von zahlreichen anderen unerwünschten Nebenkomponenten wie zum Beispiel unerwünschte andere Alkohole Ketone, Terpene, Aldehyde, Ester und zahlreiche Säuren, zum Beispiel, Carbonsäuren im Destillat überraschend, vorteilhaft und erfinderisch stark vermieden werden.
[0084] Wie die Ausführungsbeispiele zeigen sind die Werte für Methanol und Aceton im zweiten Destillat des erfindungsgemäßen Verfahrens niedrig und deutlich niedriger als die gesetzlich zugelassenen Werte für Trinkspirituosen. Mit dem erfindungsgemäßen schonenden Verfahren ist es somit überraschend und vorteilhaft möglich, Destillate mit sehr geringem Wert an Methanol und Aceton zu erzeugen. Dies erhöht, unter anderem, auch die Bekömmlichkeit der erfindungsgemäßen Destillate.
[0085] Das bei der alkoholischen Gärung entstehende und zum Genuss ungeeignete „Methanol“ oder „Methylalkohol“ ist stark gesundheitsschädlich. Die Giftigkeit von Methanol entsteht insbesondere durch das beim Abbau im Körper entstehende Formaldehyd.
[0086] In den Destillationsverfahren aus dem Stand der Technik können deutliche Mengen an Methanol und Aceton sowie weitere unerwünschte Nebenkomponente entstehen, die jeweils arbeits-, zeit-, energie- und kostenaufwendig abgetrennt oder abgezogen werden müssen.
[0087] Durch den unterschiedlichen Siedepunkt von Methanol und Ethanol bedingt kann in der Regel bei der Destillierung eine arbeitsaufwendige Trennung, zum Beispiel, der beiden Alkoholarten Ethanol und Methanol durch Temperaturmessung durchgeführt werden.
[0088] So haben Destillationsverfahren für alkoholhaltige Maische aus dem Stand der Technik meist einen aufwendigen Vor- und einen Nachlauf und/oder arbeiten aufwendig mit einem Abzug von Nebenströmen an der Kolonne.
[0089] Je nach Preisklasse der Spirituose wird aber ein Teil des Vor- und des Nachlaufs wieder dem Rohbrand zugeführt. Viele im Handel erhältliche Trinkspirituosen können somit immer noch eine beachtliche Menge an Methanol und Aceton sowie andere Nebenkomponenten in gesetzlich zulässigen Mengen enthalten. Methanol und zahlreiche unerwünschte Nebenkomponente können nicht nur primär gesundheitsschädlich sein, sondern sie können sich auch bereits in sehr niedrigen Konzentrationen negativ auf den Geschmack und die allgemeine Bekömmlichkeit der fertigen Trinkspirituose auswirken.
[0090] Wie aus den Ausführungsbeispielen ersichtlich, können mit dem erfindungsgemäßen Verfahren überraschend und vorteilhaft alkoholische Destillate bereits nach der zweiten Destillation hergestellt werden, die kaum Methanol oder Aceton enthalten. Die Konzentration von Methanol kann unter 45ppm m/m liegen und die Konzentration von Aceton kann unter 3ppm V/V liegen.
[0091] Auch sind mit dem erfindungsgemäßen schonenden Verfahren Destillate herstellbar, die kaum bittere Noten enthalten oder auch nicht „aggressiv“ schmecken. Diese sonst übliche bitteren Geschmacksnoten oder diese „Aggressivität“ von alkoholischen Destillate aus dem Stand der Technik, sind durch die vergleichsweise lange Kontakt- oder Verweilzeit unter Wärme und den vergleichsweise hohen Temperaturen bei den Destillationsverfahren und der damit verbundenen Bildung von unerwünschten Nebenkomponenten aus dem Stand der Technik zu erklären. Destillationsverfahren im Stand der Technik erfolgen in der Regel schon in der ersten Destillationsstufe bei über 80°C und oft mit langer Kontakt- oder Verweilzeit. Wenige Destillationsverfahren im Stand der Technik existieren, die niedrigere Temperaturen Verwendung (50-60°C) doch auch hier erfolgt die Destillation mit einer langen Kontakt- oder Verweilzeit von mehrere Stunden, unter Verwendung von vorgewärmter Maische, was insgesamt zur Bildung von zahlreichen unerwünschten Nebenkomponenten und unerwünschten Aromen führen kann, die mit umfangreichen Nachbehandlungsschritten oftmals entfernt oder aufwendig verschnitten werden müssen.
[0092] Während, zum Beispiel, viele Whiskys, eine zwei- bis dreifach Destillation, gefolgt von langer Lagerung und Nachbearbeitung benötigen können, kann mit dem erfindungsgemäßen schonenden Verfahren bereits ein bekömmliches Whiskey-Destillat nach nur zwei Destillationsstufen schnell, arbeits-, energie-, zeit- und kosteneffizient hergestellt werden.
[0093] Die erfindungsgemäßen Destillate, zum Beispiel, Whisky-Destillate, müssen nicht monate- oder jahrelang gereift werden, um sie genussfähig zu machen. Jedoch ist eine gewisse Lagerung vom Gesetzgeber vorgeschrieben, um die Destillate als Whisky in den Verkehr bringen zu dürfen. Mittlerweile gibt es aber im Handel auch andere Bezeichnungen für Whisky-Destillate, die nicht traditionell hergestellt worden sind und die nicht lange gelagert worden sind. So werden im Handel auch „New Make“-Trinkspirituosen verkauft. Folglich kann auch ein Whisky-Destillat nach dem erfindungsgemäßen Verfahren vorteilhaft unter anderer Bezeichnung verkauft werden, um die lange Lagerung, die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren nicht notwendig ist, überraschend, vorteilhaft und erfinderisch zu umgehen. Mehr Menschen könne dadurch überraschend und vorteilhaft in den Genuss von günstigeren aber zugleich sehr hochwertigen Whisky-Destillate und andere Trinkspirituosen kommen.
[0094] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann überraschend und vorteilhaft optional auch nur die erste Stufe der Destillation der alkoholhaltigen Maische bis zum ersten Kondensat gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren durchgeführt werden und alternativ das erste Destillat dann in der zweiten Stufe der Destillation auch nach bekannten herkömmlichen Batchverfahren destilliert werden. Bereits durch die Anwendung der ersten Stufe des erfindungsgemäßen Destillationsverfahrens in Kombination mit traditionellen Batchverfahren, lassen sich thermische Belastung und Temperaturstress der alkoholhaltigen Maische und des ersten Destillats deutlich reduzieren, wodurch im kondensierten zweiten Destillat, vorteilhaft und überraschend, keine unerwünschten Nebenkomponenten sensorisch wahrnehmbar sind.
[0095] Die erfindungsgemäße Vorrichtung der vorliegenden Erfindung eignet sich vorteilhaft und überraschend für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens. Mit Hilfe der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann man das erfindungsgemäße Verfahren schonend, schnell, einfach, arbeits-, energie-, zeit- und kosteneffizient, zuverlässig, platzsparend technisch leicht realisierbar, technisch leicht skalierbar durchführen und Destillate und Trinkspirituosen herstellen, die bereits als zweites Destillat hohe sensorische Qualität aufweisen. Die erfindungsgemäße Vorrichtung hat mit dem erfinderischen Verfahren zudem eine gute Umweltbilanz verglichen mit anderen Destillationsverfahren aus dem Stand der Technik.
[0096] Wie die Ausführungsbeispiele zeigen, ist das erfindungsgemäße Verfahren bestmöglich geeignet, trinkreife Trinkspirituosen von hoher Qualität und Bekömmlichkeit herzustellen, wobei diese deutlich weniger unerwünschte Nebenkomponenten wie, zum Beispiel, Methanol oder Aceton aufweisen und dadurch schmackhafter, bekömmlicher und weniger gesundheitsschädlich sind.
[0097] Die geschilderten Lehren, Erkenntnisse, Verfahren und Verwendungen lassen sich nicht nur auf Whisky, sondern auch auf andere alkoholische Spirituosen, wie, zum Beispiel, Wodka, Obstbrand, Gin, Rum, Tequila, Grappa Cognac, Mezcal, Baijiu, oder alkoholische Getränke übertragen und sollen in keiner Weise den Umfang der vorliegenden Erfindung einschränken
[0098] Im Folgenden wird die Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele näher beschrieben, welche lediglich zu Veranschaulichungszwecken angegeben sind und in keiner Weise den Schutzbereich der vorliegenden Erfindung einschränken sollen.
[0099] Die für die folgenden Beispiele verwendete alkoholhaltige Maische ist handelsübliche Maische mit unterschiedlichem Alkoholgehalt, zum Beispiel, von der Firma „Langatun Whisky“ für die Herstellung eines Whisky-Destillats. Die für die folgenden Beispiele verwendete Vorrichtungen sind im Einzelnen, zum Beispiel, Produkte von der Firma VTA Verfahrenstechnische Anlagen GmbH & Co. KG, aus 94559 Niederwinkling, Deutschland)
Beispiel 1:Herstellung eines erfindungsgemäßen ersten Destillats („LowWine“)
[0100] Eine alkoholhaltige Maische (beispielhaft 750 Liter mit 11% Alkohol), wird einem Verdampfer zugeführt. Die alkoholhaltige Maische a) hat Raumtemperatur oder optional kann die alkoholhaltige Maische vorgewärmt werden, bevor sie einem Verdampfer zugeführt wird; dabei darf die Verweilzeit der Maische im Vorerhitzer und Verdampfer nicht 8 min übersteigen b) optional kann die alkoholhaltige Maische ein- oder mehrfach filtriert sein, c) die alkoholhaltige Maische kann getorfte (peated) oder/und nicht-getorfte (unpeated) Bestandteile haben. Im Verdampfer kann optional ein Vakuum existieren.
[0101] Die Kontakt- oder Verweilzeit der alkoholhaltigen Maische im Verdampfer in der Wärme wird so kurz gewählt, so dass im ersten Destillat keine störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress entstehen, die zumindest sensorisch im kondensierten ersten Destillat wahrnehmbar wären; bevorzugt hat die Kontakt- oder Verweilzeit weniger als 8 min.
[0102] Im Verdampfer wird auch die Temperatur so gewählt, so dass im ersten Destillat keine störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress entstehen, die zumindest sensorisch im kondensierten ersten Destillat wahrnehmbar wären.
[0103] Die Temperatur im ersten Verdampfer kann, zum Beispiel, mit Vakuum einen Wert zwischen 55°C und 70°C, bevorzugt einen Wert zwischen 55°C und 65°C haben. Ohne Vakuum kann die Temperatur auch zwischen 55°C - 100°C liegen.
[0104] Der Druck bei der Destillation im ersten Verdampfer liegt bei 100-150 mbar, bevorzugt bei 120-140 mbar. Der Druck kann in Abhängigkeit vom optionalen Vakuum variieren. Die verdampfenden Bestandteile der Maische werden vor dem Kondensieren mittels einer Kondensatorvorrichtung, als Dampf, mit mindestens einem zwei- oder dreidimensionalen Körper aus elementarem Kupfer oder/und aus einer kupferhaltigen Legierung in mindestens einer Leitung in Kontakt gebracht werden. Der Körper aus elementarem Kupfer oder/und kupferhaltiger Legierung kann variieren, hat aber immer eine große Oberfläche und ist immer aus der Vorrichtung, vorteilhaft, schnell und leicht austauschbar. Das erste Destillat wird in einer ersten Kondensatoranordnung kondensiert und hat einen Alkoholgehalt von über 30%, zum Beispiel, einen Alkoholgehalt von 36,3% als „Low Wine“ eines Whisky-Destillats. Beispielhaft lassen sich aus 750 Liter alkoholhaltiger Maisch mit ca. 11% dann 220 Liter erstes Destillat erzeugen. Das erste Destillat („Low Wine“) hat beispielhaft folgende sensorische Eigenschaften: die sensorische Qualität ist für „Low Wine“ sehr hoch, Gaumen (sehr mild, sehr sauber, fruchtig-süß, mit Charakter, viel Körper, keine Cerealien), Nase (gut). Es sind keine unerwünschten Nebenkomponenten sensorisch wahrnehmbar. Das Verfahren hat eine Ausbeute von über 90% Ethanol.
Beispiel 2:Herstellung eines erfindungsgemäßen zweiten Destillats („NewMake“)
[0105] Das erste Destillat wird abgekühlt bevor es einem Verdampfer, optional mit Vakuum, in einem, beispielsweise, kontinuierlichen Verfahren zugeführt wird.
[0106] Die Kontakt- oder Verweilzeit des Destillats im Verdampfer in der zweiten Stufe der Destillation wird, in der Wärme, so kurz gewählt, dass auch im zweiten Destillat keine störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress entstehen, die zumindest sensorisch im kondensierten zweiten Destillat wahrnehmbar wären. Bevorzugt hat die Kontakt- oder Verweilzeit weniger als 8 min. Im Verdampfer wird in der zweiten Stufe der Destillation wieder eine Temperatur so gewählt, so dass auch im zweiten Destillat keine störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress entstehen, die zumindest sensorisch im kondensierten zweiten Destillat wahrnehmbar wären.
[0107] Beispielhaft kann der Verdampfer eine Temperatur haben von 90°C und 120°C, bevorzugt einen Wert von 95°C und 110°C. Die Temperatur kann je nach Vakuum oder/und der Art der Maische variieren.
[0108] Wenn es sich bei dem Verdampfer, beispielsweise, um einen Dünnschichtverdampfer handelt, hat dieser ein wandgängiges Wischersystem, das die alkoholhaltige Maische in einem optionalen Vakuum an die Wand des Verdampfers zu einem dünnen Film verteilt wodurch sich der Film ausreichend erwärmt, sodass verdampfende Bestandteile entstehen.
[0109] Der Druck bei der Destillation im Verdampfer in der zweiten Stufe der Destillation liegt bei 100-150 mbar, bevorzugt bei 120-140 mbar. Da im Verdampfer ein optionales Vakuum existieren kann, kann der Druck variieren.
[0110] Die verdampfenden Bestandteile des Destillats werden vor dem Kondensieren mittels einer Kondensatorvorrichtung, als Dampf, mit mindestens einem zwei- oder dreidimensionalen Körper aus elementarem Kupfer oder/und aus einer kupferhaltigen Legierung in mindestens einer Leitung in Kontakt gebracht werden. Der Körper aus elementarem Kupfer oder/und kupferhaltiger Legierung kann variieren, hat aber immer eine große Oberfläche und ist immer aus der Vorrichtung austauschbar.
[0111] Es existiert von dem Kondensat des zweiten Destillats in einer Kondensatoranordnung ein Rücklauf zur Kolonne. Die Kolonne ist mehrstufig und hat 1 - 12 Stufen oder Böden, bevorzugt 3 - 8 Stufen oder Böden, besonders bevorzugt 4 - 5 Stufen oder Böden.
[0112] Der Rücklauf oder Rückfluss wird mit einem Wert zwischen 1:1 und 8:1 eingestellt; bevorzugt auf einen Wert zwischen 3:1 und 6:1, besonders bevorzugt auf einen Wert von 4:1 oder 5:1.
[0113] Das erhaltene kondensierte zweite Destillat hat Alkoholgehalt von mehr als 55%, zum Beispiel, einen Alkoholgehalt von 74,6% als „New Make“ eines Whisky-Destillats. Es sind aber auch, beispielhaft, Alkoholwerte von 78,5% oder 90,4% erreichbar. Aus 220 Liter erstem Destillat (beispielhaft 36% Alkohol) lassen sich dann, zum Beispiel, 75 Liter zweites Destillat mit einem Alkoholgehalt von, zum Beispiel, 84% erzeugen. Das kondensierte zweite Destillat („New Make“) hat, beispielhaft, folgende sensorische Eigenschaften: die sensorische Qualität ist sehr hoch, sowie Nase (Komplexität, mit Charakter, Rauch erkennbar), als auch Gaumen (Komplexität, mit Charakter, gute Aromadichte, fruchtig, süss, mild). Es sind keine unerwünschten Nebenkomponenten sensorisch wahrnehmbar. Somit lassen sich mit dem erfindungsgemäßen schonenden kontinuierlichen Verfahren Whisky-Destillate mit guten sensorischen Eigenschaften herstellen. Das Verfahren hat, beispielhaft, eine volumenbezogene Ausbeute von 86,5 % Ethanol vom der alkoholhaltigen Maische zum „New Make“.
Beispiel 3:Herstellung eines erfindungsgemäßen ersten und zweiten Destillatswobei die alkoholhaltige Maische auf 85°C vorgewärmt und bis zu einer Stundegelagert wurde.
[0114] Die vorgewärmte Maische (85°C und für eine Stunde gelagert) wurde anschließend nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wie in den Beispielen 1 und 2 weiterverarbeitet.
[0115] Das kondensierte zweite Destillat („New Make“) hat folgende sensorische Eigenschaften: sensorisch schlechte Qualität, cerealer Geschmack und Nase. Keine Trinkreife, sondern unbrauchbar.
[0116] Die thermisch Belastet der Maische verändert die Eigenschaften des Destillats bei der Destillation, zum Beispiel, Schaumbildung, es können auch Trübungen entsteht und es werden deutlich schlechtere Geschmacksergebnisse erreicht. Unerwünschte Nebenkomponenten haben sich aufgrund von thermischer Belastung und Temperaturstress der alkoholhaltigen Maische gebildet.
Beispiel 4:Herstellung eines erfindungsgemäßen ersten und zweiten Destillatsohne Kontakt zu elementarem Kupfer oder/und einer Kupferlegierung
[0117] Das erfindungsgemäße Verfahren erfolgt ähnlich wie in Beispiel 1 und 2 nur ohne Kontakt zu elementarem Kupfer oder/und einer Kupferlegierung.
[0118] Das kondensierte zweite Destillat („New Make“) hat folgende sensorische Eigenschaften: die sensorisch Qualität ist deutlich schlechter, als bei Destillaten, die mit elementarem Kupfer oder/und einer Kupferlegierung in Kontakt gebracht wurden. Ohne Kupfer ist der Geschmack des Destillats rauer, aggressiver, weniger rund, weniger komplex und mit weniger Charakter. Das zweite Destillat („New Make“) hat somit ohne Kupferkontakt keine Trinkreife.
Beispiel 5:Herstellung eines erfindungsgemäßen ersten und zweiten Destillatsmit unterschiedlichen Kontaktzeiten im Verdampfer
[0119] Das erfindungsgemäße Verfahren erfolgt ähnlich wie in Beispiel 1 und 2. Es werden aber unterschiedliche Kontakt- oder Verweilzeiten der alkoholhaltigen Maische oder des Destillats jeweils im Verdampfer getestet.
[0120] Bei einer Kontakt- oder Verweilzeit, die länger ist, wie für das erfindungsgemäße Verfahren ermittelt und angegeben, entsteht thermische Belastung und Temperaturstress. Das kondensierte erste und das kondensierte zweite Destillat haben folgende sensorische Eigenschaften: schlechter Geschmack, cereal, bitter, scharf, stechend. Als Trinkspirituose nicht geeignet.
[0121] Bei kurzer erfindungsgemäßer schonender Kontakt- oder Verweilzeit hat das erste und das zweite Destillat folgende sensorische Eigenschaften: Charakter, neutral, süße, Frucht, Aroma. Insbesondere das zweite Destillat ist als Trinkspirituose geeignet.
[0122] Fazit: die Kontakt- oder Verweilzeit der alkoholhaltigen Maische oder des Destillats im Verdampfer in der Wärme muss so kurz gewählt werden, so dass im ersten oder im zweiten Destillat keine störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress entstehen, die zumindest sensorisch im kondensierten ersten oder im kondensierten zweiten Destillat wahrnehmbar wären; bevorzugt hat die Kontakt- oder Verweilzeit weniger als 8 min.
Beispiel 6:Herstellung eines erfindungsgemäßen ersten und zweiten Destillatsmit unterschiedlichen Temperaturen im Verdampfer
[0123] Das erfindungsgemäße Verfahren erfolgt ähnlich wie in Beispiel 1 und 2. Es werden aber unterschiedliche Temperaturen im Verdampfer in der ersten und in der zweiten Stufe der Destillation getestet.
[0124] Bei Temperaturen, die höher sind, wie für das erfindungsgemäße Verfahren ermittelt und angegeben, entsteht thermische Belastung und Temperaturstress. Das erste und das zweite Destillat haben folgende sensorische Eigenschaften: schlechter
[0125] Geschmack, viele untypische Nebenkomponenten, bitter, scharf. Keine Trinkqualität. Bei erfindungsgemäßen schonenden Temperaturen, hat das kondensierte erste und das kondensierte zweite Destillat folgende sensorische Eigenschaften: süße, Aroma, Frucht, Körper, Charakter. Insbesondere das zweite Destillat ist als Trinkspirituose geeignet.
[0126] Fazit: im Verdampfer muss auch die Temperatur so gewählt, so dass im ersten oder im zweiten Destillat keine störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress entstehen, die zumindest sensorisch im kondensierten ersten oder kondensierten zweiten Destillat wahrnehmbar wären.
Beispiel 7:Gaschromatographische Messung des „Vorlauf-Destillats“ 5461/17
[0127] Mittels Gaschromatographischer Verfahren wurde die Menge an Methanol und Aceton in einem bespielhaften „Vorlauf“ des erfindungsgemäßen Verfahrens ermittelt. Der Gehalt an Methanol war 30 ppm m/m. Der Gehalt an Aceton war 2 ppm V/V.
Beispiel 8:Gaschromatographische Messung des „Vorlauf-Destillats“ 5461/19
[0128] Mittels Gaschromatographischer Verfahren wurde die Menge an Methanol und Aceton in einem bespielhaften „Vorlauf“ des erfindungsgemäßen Verfahrens ermittelt. Der Gehalt an Methanol war 30 ppm m/m. Der Gehalt an Aceton war 5 ppm V/V.
Beispiel 9:Gaschromatographische Messung des „New Make-Destillats“5461/17
[0129] Mittels Gaschromatographischer Verfahren wurde die Menge an Methanol und Aceton in einem bespielhaften „New make-Destillat“ des erfindungsgemäßen Verfahrens ermittelt. Der Gehalt an Methanol war 30 ppm m/m. Der Gehalt an Aceton war 0,5 ppm V/V.
[0130] Die Erfindung wurde ausführlich unter Bezugnahme auf Ausführungsbeispiele beschrieben. Jedoch wird ein Fachmann verstehen, dass an diesen Ausführungsbeispielen Änderungen vorgenommen werden können, ohne von den Prinzipien und dem Geiste der Erfindung, deren Schutzumfang in den beigefügten Ansprüchen und ihren Äquivalenten definiert ist, abzuweichen.
Claims (15)
1. Verfahren zur Destillation von alkoholhaltiger Maische mittels wenigstens einem Verdampfer, wobei das Verfahren ein kontinuierliches, zwei- oder mehrstufiges Destillationsverfahren ist, wobei sich der Verdampfer eignen muss, eine kurze Kontakt- oder Verweilzeit der Maische und des Destillats, in der Wärme, von unter 8 min, zu ermöglichen
umfassend:
a) eine alkoholhaltige Maische, die getorfte (peated) oder/und nicht-getorfte (unpeated) Bestandteile haben kann; wobei die alkoholhaltige Maische Raumtemperatur hat, wenn sie einem Verdampfer zugeführt wird; optional kann die Maische vorgewärmt werden, bevor sie einem Verdampfer zugeführt wird; dabei darf die Verweilzeit der Maische im Vorerhitzer und Verdampfer nicht 8 min übersteigen.
b) die Kontakt- oder Verweilzeit der alkoholhaltigen Maische im Verdampfer in der Wärme wird so kurz gewählt, so dass im ersten Destillat keine störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress entstehen, die zumindest sensorisch im kondensierten ersten Destillat wahrnehmbar wären; bevorzugt hat die Kontakt- oder Verweilzeit weniger als 8 min;
c) im Verdampfer wird auch die Temperatur so gewählt, so dass im ersten Destillat keine störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress entstehen, die zumindest sensorisch im kondensierten ersten Destillat wahrnehmbar wären;
d) die verdampfenden Bestandteile der alkoholhaltigen Maische werden vor dem Kondensieren, als Dampf, mit mindestens einem zwei- oder dreidimensionalen Körper aus elementarem Kupfer oder/und aus einer kupferhaltigen Legierung in Kontakt gebracht;
e) nach dem Kondensieren des Dampfes in einer ersten Kondensatoranordnung ist das kondensierte erste Destillat entstanden; wobei das kondensierte erste Destillat einen Alkoholgehalt von über 30% aufweist; wobei das kondensierte erste Destillat keine sensorisch störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress aufweist;
f) das kondensierte erste Destillat wird kontinuierlich in einen Verdampfer überführt, wobei in diesem Verdampfer optional ein Vakuum existieren kann;
g) die Kontakt- oder Verweilzeit des Destillats im Verdampfer in der zweiten Stufe der Destillation wird in der Wärme so kurz gewählt, dass auch im zweiten Destillat keine störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress entstehen, die zumindest sensorisch im kondensierten zweiten Destillat wahrnehmbar wären; bevorzugt hat die Kontakt- oder Verweilzeit hat weniger als 8 min;
h) im Verdampfer wird in der zweiten Stufe der Destillation wieder eine Temperatur so gewählt, so dass auch im zweiten Destillat keine störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress entstehen, die zumindest sensorisch im kondensierten zweiten Destillat wahrnehmbar wären;
i) die verdampfenden Bestandteile des zweiten Destillats werden über mindestens eine Leitung in eine Kolonne überführt; wobei die Temperatur in der Kolonne auf einen Wert zwischen 90°C und 120°C eingestellt wird;
j) das zweite Destillat wird nach dem Durchlauf der Kolonne und vor dem Kondensieren mit mindestens einem zwei- oder dreidimensionalen Körper aus elementarem Kupfer oder/und aus einer kupferhaltigen Legierung in Kontakt gebracht;
k) von dem Kondensat des zweiten Destillats existiert in einer Kondensatoranordnung ein Rücklauf zur Kolonne, wobei das Rücklaufverhältnis auf einen Wert zwischen 1:1 und 8:1 eingestellt wird;
l) das erhaltene kondensierte zweite Destillat weist einen Alkoholgehalt von mehr als 55% auf; wobei das kondensierte zweite Destillat keine sensorisch störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress aufweist; wobei das zweite Destillat ein getorftes (peated) oder ein nicht-getorftes (unpeated) Destillat sein kann;
m) optional können die verdampfenden Bestandteile der alkoholhaltigen Maische aus Verfahrensschritt (d) nach einem Kontakt mit mindestens einem zwei- oder dreidimensionalen Körper aus elementarem Kupfer oder/und aus einer kupferhaltigen Legierung ohne Kondensierung direkt in eine Kolonne überführt werden, wobei diese Kolonne in Verbindung mit einem Verdampfer steht; wobei die Kontakt- oder Verweilzeit des Destillats im Verdampfer in der zweiten Stufe der Destillation in der Wärme so kurz gewählt wird, dass auch im zweiten Destillat keine störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress entstehen, die zumindest sensorisch im kondensierten zweiten Destillat wahrnehmbar wären; bevorzugt hat die Kontakt- oder Verweilzeit weniger als 8 min;
wobei im Verdampfer in der zweiten Stufe der Destillation wieder eine Temperatur gewählt wird, so dass im zweiten Destillat keine störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress entstehen, die zumindest sensorisch im kondensierten zweiten Destillat wahrnehmbar wären;
wobei das zweite Destillat nach dem Durchlauf der Kolonne und vor dem Kondensieren, mit mindestens einem zwei- oder dreidimensionalen Körper aus elementarem Kupfer oder/und aus einer kupferhaltigen Legierung in Kontakt gebracht wird;
wobei von dem Kondensat des zweiten Destillats in der Kondensatoranordnung ein Rücklauf zur Kolonne existiert, wobei das Rücklaufverhältnis auf einen Wert zwischen 1:1 und 8:1 eingestellt wird; wobei das kondensierte zweite Destillat einen Alkoholgehalt von mehr als 55% aufweist; und wobei im kondensierten zweiten Destillat keine störenden Nebenkomponenten aufgrund von Temperaturstress sensorisch wahrnehmbar sind;
wobei das zweite Destillat ein getorftes (peated) oder ein nicht-getorftes (unpeated) Destillat sein kann.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die alkoholhaltige Maische vor der Zufuhr in den Verdampfer optional ein- oder mehrfach filtriert sein kann; wobei die alkoholhaltige Maische im Verdampfer optional auf ein Vakuum treffen kann.
3. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1-2, wobei die Temperatur im Verdampfer in der ersten Stufe der Destillation auf einen Wert zwischen 55°C und 100°C eingestellt werden kann.
4. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1-3, wobei der Verdampfer als Dünnschichtverdampfer ausgeführt sein kann und ein wandgängiges Wischersystem aufweisen kann, das die alkoholhaltige Maische in einem optionalen Vakuum an die Wand des Verdampfers zu einem dünnen Film verteilt, wodurch sich der Film ausreichend erwärmt, sodass verdampfende Bestandteile entstehen.
5. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1-4, wobei der Druck bei der Destillation im Verdampfer 100-150 mbar aufweisen kann.
6. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1-5, wobei der mindestens eine zwei- oder dreidimensionale Körper aus elementarem Kupfer oder/und aus einer kupferhaltigen Legierung, zum Beispiel, ein Rohr, ein Netz, ein Gitter, eine Feder, eine Lamelle oder auch eine Ansammlung von kleinteiligen Körpern, wie Granulat, wie Kugeln oder ähnliches sein kann; wobei dieser mindestens eine zwei- oder dreidimensionale Körper aus elementarem Kupfer oder/und aus einer kupferhaltigen Legierung auswechselbar ist.
7. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1-6, wobei das erste Destillat nach dem Kondensieren abgekühlt wird, bevor es in einen Verdampfer für die zweite Stufe der Destillation überführt wird.
8. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1-7, wobei die Temperatur im Verdampfer in der zweiten Stufe der Destillation auf einen Wert zwischen 95°C und 110°C eingestellt wird.
9. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1-8, wobei die Kolonne mehrstufig ist, mit 1 - 12 Stufen oder Böden, bevorzugt mit 3 -8 Stufen oder Böden.
10. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1-9, wobei das Rücklaufverhältnis bevorzugt auf einen Wert zwischen 3:1 und 6:1 eingestellt wird.
11. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1-10, wobei das erhaltene kondensierte zweite Destillat mit einem Alkoholgehalt von mehr als 55% gleichzeitig, vergleichsweise, sehr niedrige Konzentrationen an Methanol oder/und Aceton aufweist; wobei die Konzentration von Methanol unter 45ppm m/m liegen kann; wobei die Konzentration von Aceton unter 3ppm V/V liegen kann.
12. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1-7, wobei optional auch nur die erste Stufe der Destillation der alkoholhaltigen Maische bis zum ersten Kondensat gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren durchgeführt werden kann und alternativ das erste Destillat dann in der zweiten Stufe der Destillation auch nach bekannten herkömmlichen Batchverfahren destilliert werden kann.
13. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1-12, wobei die alkoholhaltige Maische aus verschiedenen Rohstoffen oder Rohstoffmischungen bestehen kann, wie zum Beispiel, aus Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Triticale, Mais, Reis, Hirse in gemälster oder ungemälster Form sowie Zuckerrüben, Kartoffeln, Maniok Agave oder auch aus verschiedenem Obst oder auch aus verschiedenen Früchten; wobei die alkoholhaltige Maische Ausgangsmaterial für verschiedene Trinkspirituosen oder alkoholische Getränke sein können, wie zum Beispiel, Whisky, Wodka, Obstbrand, Gin, Rum, Tequila, Grappa Cognac, Mezcal, Baijiu oder auch andere Trinkspirituosen oder auch andere alkoholische Getränke.
14. Destillat, insbesondere Trinkspirituose, hergestellt nach einem Verfahren gemäß mindestens einem der Ansprüche 1-13 wobei die Trinkspirituose weiter behandelt werden kann, zum Beispiel, durch kurze oder lange Lagerung und/oder durch Inkubation mit Holzpartikel oder durch andere zugelassene Hilfsmittel, insbesondere auch zur Herstellung eines Whiskys.
15. Vorrichtung zum Durchführen eines zwei- oder mehrstufigen Destillationsverfahrens von alkoholischer Maische gemäß mindestens einem der Verfahrensansprüchen 1-13; umfassend:
a) mindestens einen Verdampfer, wobei sich der Verdampfer eignen muss, eine kurze Kontakt- oder Verweilzeit der Maische und des Destillats, in der Wärme, von unter 8 min, zu ermöglichen;
b) mindestens eine Vorrichtung für einen Kupferkontakt mit mindestens einem zwei- oder dreidimensionalen Körper aus elementarem Kupfer oder/und aus einer kupferhaltigen Legierung, zum Beispiel, ein Rohr, ein Netz, ein Gitter, eine Feder oder auch eine Ansammlung von kleinteiligen Körpern, wie Granulat, wie Kugeln oder ähnliches; wobei dieser mindestens eine zwei- oder dreidimensionale Körper aus elementarem Kupfer oder/und aus einer kupferhaltigen Legierung auswechselbar ist.
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|---|---|---|---|
| CH000409/2024A CH721710A2 (de) | 2024-04-04 | 2024-04-04 | Verfahren zur Destillation von alkoholhaltiger Maische |
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|---|---|
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| CH000409/2024A CH721710A2 (de) | 2024-04-04 | 2024-04-04 | Verfahren zur Destillation von alkoholhaltiger Maische |
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Family Applications Before (1)
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|---|---|---|---|
| CH000409/2024A CH721710A2 (de) | 2024-04-04 | 2024-04-04 | Verfahren zur Destillation von alkoholhaltiger Maische |
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2024
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| CH721710A2 (de) | 2025-10-15 |
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