Maschine zum Schleifen der Stirnflächen von zylindrischen Rollen, insbesondere vollen Rollen ohne Mittelbohrung und ohne Zapfen. Während das Schleifen der Stirnflächen durchbohrter zylindrischer Rollen auf einem Schleifdorn unschwer so 'ausgeführt werden kann, dass die. Stirnflächen senkrecht. zur Achse der zylindrischen Fläche stehen, bie tet diese Aufgabe beim Schleifen voller, un- durchbohrter oder nicht angekörnter Zylin der grosse Schwierigkeiten.
Sie ist um so schwerer, aber auch wichtiger, wenn es ge wünscht ist, von einer weichen Stahlstange einfach abgescherte, also inz allgemeinen mehr oder weniger schräg abgeschnittene Rollen ohne Einzelbearbeitung sofort der Schleifmaschine zuführen zu können.
Bei den bisher zum Schleifen voller Rol len ohne Mittelbohrung und ohne Zapfen benützten oder vorgeschlagenen Maschinen (zum Beispiel nach D. R. P. 220746 und 270165) äusserten die Schleifscheiben auf die Rollen eine Kippwirkung, und die Rollen hatten gegenüber dieser Kippwirkung kei nen .andern als den sehr unvollkommenen Halt, dass sie sich -\vtihrend des Vorbeiganges an den Schleifflächen - Zylinderfläche an Zylinderfläche - gegeneinander stützten.
Gemäss der Erfindung wird nun genaue Rechtwinkligkeit der Seitenflächen (End- flächen oder Stirnflächen) zu den Zylinder flächen der Rollen. insbesondere voller Rol len ohne Mittelbohrung und ohne Zapfen, dadurch erreicht, dass den Zylinderflächen der Rollen auf dem Schleifwege durch eine besondere Führungsfläche eine Führung ge geben ist in solcher Anordnung zum An griffe beider Schleifscheiben an den Rollen.
dass die Resultante des durch den Angriff der Schleifscheiben hervorgerufenen Druk- kes normal oder annähernd normal zur Füh rungsfläche gerichtet und keinem Rich tungswechsel unterworfen ist.
Wesen und Verwirklichung der Erfin dung lässt sich am besten anhand der beige- fi:igten Zeichnungen erläutern, welche meh rere Ausführungsbeispiele des Erfindungs- gegenstandes enthalten. Fig. 1 zeigt einen schematischen Schnitt durch die Schleifscheiben und die Rollen führung in übertriebener Darstellung; Fig. 2 ist ein schematischer Grundriss zur Erläuterung der besonderen Bedeutung der Lage cler Rollenführung zur Schleifrichtung;
Fig. 3 bis 6 sind schematische Seiten ansichten, welche die Anwendung der Er findung bei zwei ebenen, parallelachsigen Schleifscheiben (Fig. 3), bei einer ebenen und einer kegelförmigen (.Fig. 4), bei zwei kegelförmigen, parallelachsigen (Fig. 5), bezw. bei zwei kegelförmigen, winkelig ge stellten Schleifscheiben (Fig. 6) veranschau lichen:
Fig. "i ist ein Grundriss einer Anordnung nach Fig. 3 oder 5, Fig. 8 eine Ansicht einer besonderen Vor schubeinrichtung, parallel zur Schleifschei- benachse gesehen, nach Wegnahme einer Schleifscheibe.
Die Rollen c (Fig. 1) mit, im allgemeinen unregelmässigen Begrenzungsflächen wer den zwischen den beiden Schleifscheiben a und 6 an beiden Endflächen (Seitenflächen. Stirnflächen) gleichzeitig geschliffen. Ge mäss der Zeichnung wird eine besondere Führung d für die Zylinderflächen der Rol len angewendet., in solcher Anordnung, dass der durch den Angriff beider im Sinne der beiden eingezeichneten Pfeile umlaufender. Schleifscheiben an den Rollen Hervorge- brachte, durch den dritten, mittlern, Pfeil an gedeutete Anpressungsdruck der Rollen an die Führung immer normal oder annähernd normal zur Führung gerichtet ist.
Hierzu ist nicht bloss richtige Wahl der Umlaufsrichtung nötig, sondern auch Ver- ineidung- eines Richtungswechsels jenes An pressungsdruckes im Verlaufe des Schleif weges und entsprechende Stellung der Füh- rungsfläche zur Schleifrichtung.
Würde beispielsweise die Führung d in der Stellung 1 (Fig. 2) nach einer Sehne an geordnet, so wäre der durch die beiden Schleifscheiben erzeugte Rollendruck nur zu seinem geringsten Teil senkrecht zur Führungsrinne gerichtet. Wird dagegen die Führungsschiene nach 11 in Fig. 2 angeord net, so verläuft der Schleifdruck immer senkrecht zur Führungsrinne.
Gegenüberliegend der Führungsschiene d wendet man vorteilhaft in jedem Fall eine Gegenschiene g an.
Die Zuführung und Abführung der Rol len gestaltet sich besonders einfach, wenn der von beiden Schleifscheiben überdeckte Schleif-"@eg auf beiden Seiten der Rollen führung von den Rändern der Schleifschei ben begrenzt wird, so dass nirgends, nur von<I>einer</I> Scheibe einseitig auf die Rolle ge drückt wird. Dabei kann der Schleifweg auf beiden Seiten am äussern Rand oder am in- nern Rande der Scheiben beginnen (Fig. 2, ll, 6) odor bei der einen Scheibe am äussern, bei der andern Scheibe am innern Rande (Fig. 3, 5, i).
Die erstere Anordnung bietet, den Vorteil, dass die Rollen in jedem be stimmten Augenblick auf beiden Seiten un ter gleichen Bedingungen geschliffen wer den können.
Es ist nicht. unbedingt erforderlich, dass die Schleifscheiben mit genau derselben Um drehungszahl in gleicher Richtung umlau fen oder aus genau dem gleichen Schleif stoffe bestehen. Ferner ist es für das neue Schleifverfahren grundsätzlich gleichgültig, ob die Achsen der Schleifscheiben senkrecht stehen oder wagrecht liegen oder sonstwie geneigt. sind.
Es genügt auch zur Erreichung der ange strebten Rechtwinkligkeit der Stirnflächen zum Rolleilumfange, dass der Schleifdruck der Rollen auf die Führungsfläche annä liernd normal gerichtet ist, soweit sich die Abweichung eben noch mit der gewünsch ten Genauigkeit verträgt. Man kann zum Beispiel eine kleine Komponente des Schleif druckes parallel der Führungsfläche übrig lassen, um den selbsttätigen Vorschub der Rollen zu besorgen.
Die Weiterbeförderung der Rollen kann aber auch dadurch bewirkt werden, dass ent weder die den Schleifdruck aufnehmende Hauptleitschiene d für die Rollen drehbar angeordnet und die Hilfsschiene g als. Rad mit nachgiebiger Bereifung ausgebildet wird. Die Hilfsschiene wird mit besonderem Vorteil, wenigstens streckenweise, als ein spannbares Metallband f ausgeführt (Fig. 8).
Ferner kann in Abänderung obiger Ausfüh rung die den Schleifdruck aufnehmende Hauptleitschiene d als ruhende Zylinder fläche ausgebildet sein, während die Hilfs schiene g als sich drehende Scheibe mit nachgiebigem Rande vorgesehen ist. Man scann bei diesen Anordnungen leicht Rollen ver-,chiedenen Durchmessers auf der Ma schine schleifen, ohne andere Führungs- schienen einsetzen zu müssen.
In der Füh rungsbahn der Rollen werden ausserhalb des Schleifweges in bekannter Weise Vorrich tungen zum Einführen und Abnehmen der Rollen, sowie zum Mischen, bezw. Umlegen tierselben eingeschaltet.
Bei kegelförmigen Schleifflächen werden die Rollen -nur nach einer Linie auf der Stirnfläche geschliffen, Das empfiehlt sich besonders zum raschen Schroppen (Grob- sclileifen). _ Bei den Anordnungen mit ver- setzter Achse nach 3, 5 und 'i gleichen sich die Federungen in der Durchbiegun < ler Scheiben oder Wellen uni so mehr aus. <B>je</B> mehr die Wellenstärken und Lagerab stände für beide Scheiben gleich sind.
Man wird also zum genauen Schlichten diese An ordnungen und ebene Schleifflächen wäh- 7eii, während zum Schroppen die Anord- iüingen nach Fig. li und ü zulässig sind.
Die Anwendbarkeit der neuen Schleif anordnung ist weder auf kreiszylindrische Rollen, noch auf Rollen mit ununterbroche ner Zylinderfläche beschränkt, sondern es -können zur Führung der zu schleifenden Rollen dieselben mit Zylinderflächen belie biger Art und Ausdehnung und mit strek- kenweisen Unterbrechungen (Ausnehmun- gen) versehen sein.