Vorrichtung zum Antrieb von Kraftfahrzengen aller Art. Die Erfindung betrifft eine weitere Aus gestaltung der im Patentanspruch des Haupt patentes Nr. 89653 gekennzeichneten Vor richtung zum Antrieb von Kraftfahrzeugen aller Art.
Bei dieser zusätzlichen Erfindung ist der Führungsschlitz des Schreitorganes ein ge rader Schlitz ohne Erweiterung zur Schleife. Hingegen führt die Führungsrolle an der die Führungsbahn des Schlitzes sich abwälzt, eine Drehbewegung aus um eine ausserhalb der Rollenaxe liegende Axe. Diese Drehbe wegung ist derjenigen der Kurbel des Schreit organs entgegengesetzt und erfolgt mit einer gegenüber der Umdrehungszahl der Kurbel verdoppelten Umdrehungszahl. Dabei ist der Abstand der Rollenaxe von ihrer Drehaxe gleich dem dritten Teil des Kurbelarmes der Schreitorgankurbel genommen.
Hierdurch soll eine stetige Kurvenbewe gung erzielt und vermieden werden, dass der Gang des Fahrzeuges holpernd und stossend gestaltet wird.
In der Zeichnung sind beispielsweise Aus führungsformen des Erfindungsgegenstandes veranschaulicht. Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht, Fig. 2 eine teilweise geschnittene Rück ansicht der Vorrichtung mit gegenüber Fig. 1 geändertem Antrieb der Schreitorgankurbel ; Fig. 3 zeigt im teilweisen Schnitt, bezw. Seitenansicht eine Ausführungsform des Kugel käfigs der Rolle; Fig. 4 stellt eine Ausführungsform eines Tritteiles in Seitenansicht dar.
Gemäss der Ausführungsform nach den Fig. 1 und 2 besitzt das von der Kurbel 3 angetriebene Schreitorgan 4 einen geraden Führungsschlitz 8. Die Führungsrolle 9 jedes Schreitorganes vollführt eine Drehbewegung um eine ausserhalb der Rollenachse 54 ge legene Achse. Zu diesem Zweck sitzt an der vom Motor angetriebenen Welle 55 eine Kurbel 56, auf deren Zapfen 54 die Rolle 9 drehbar gelagert ist. Es kann aber auch die Rolle 9 direkt auf der Welle 55 als Ex zenter sitzen.
Um zu erzielen, dass bei unverrückbar gemachter Lage der Welle die Kurbel 3 im Raum jedes Fussendes des Schreitorganes 4 während seines Arbeitsganges eine horizon tale, gleichförmige Bewegung vollführt, wo- bei gleichgrossen durchlaufenen Strecken des Zapfens der Kurbel 3 gleichgrosse durch laufende Strecken des Fussendes entsprechen, muss während einer halben Umdrehung der- Schreitorgarrkurbel 3 die Rollenkurbel 56 eine volle Umdrehung ausführen, wobei sich ausser dem die Kurbeln 3 und 56 in einander ent gegengesetzten Richtungen bewegen müssen, wie dies die Pfeile y und d in Fig. 1 zeigen ; ferner muss der Radius der Kurbel 56 an- näbernd ein Drittel des Radius der Schreit organkurbel 3 betragen.
Die erste Bedingung ist dadurch erfüllt, dass die Schreitorgan kurbel 3 von der Welle 55, wie in Fig. 1 dargestellt, durch die Zahnräder 57 und 58 mit der Übersetzung 1 : 2 angetrieben wird. Um die grossen Zahnräder zu vermeiden, kann jedoch auch der Antrieb der Kurbeln 3, wie in Fig. 2 gezeigt, durch die Zahnräder 57', 57", 58" und 58' erfolgen. Da sich die Rollenkurbel 56 doppelt so schnell bewegt wie die Antriebskurbeln 3 der Schreitorgane, so können, wie aus Fig. 2 ersichtlich, die zwei Führungsrollen 9 für die Organe eines Paares (auf jeder Wagenseite arbeitet je ein Paar auf Kurbeln 3, die um 180 gegen einander versetzt sind) an ein und demselben Kurbelzapfen 54 sitzen, ohne dass in den Bewegungsverhältnissen eine Änderung ein tritt.
Wie aus Fig. 1 hervorgeht, liegt die Welle 55 beim Aufruhen beider Füsse 5 und 6 des Schreitorganes 4 auf dem Boden genau lotrecht unter dem Punkte C des Schreit- organes. Daraus ist ersichtlich, dass durch die bewegte Führungsrolle 9 gemäss der vorlie genden Erfindung dieselben kinematischen Verhältnisse erzielt werden wie bei den im Hauptpatent angeführten Beispielen.
Um die Reibung der Führungsrolle 9 an ihrer Führungsbahn firn Schreitorgan 4 zu verringern, sind am Umfang der Rolle Ku geln 59 gelagert, die durch einen Kugelkäfig 60 frei gehalten sind (Fig. 1 und 2). Damit jedoch bei schwereren Kraftfahrzeugen die neben der rollenden Reibung auftretende Reibung der Rolle 9 an den Seitenwänden der Führungsbahn herabgesetzt wird, können die Kugeln 59 auch so angeordnet sein, wie dies in Fig. 3 dargestellt ist. Die Kugeln ragen an drei Seiten über den Kugelkäfig vor, so dass sie sowohl im Grunde, als auch an den seitlichen Begrenzungswänden des durch den im Querschnitt U-förmigen Schreit organkörper gebildeten Führungsschlitzes 8 rollen.
Der Kugelkäfig besitzt dann zwei Teile 61, 62, die seitliche Öffnungen 63 auf weisen, durch welche die Kugeln hindurch ragen; diese Teile sind mittelst Schrauben 64 an der Führungsrolle 9 befestigt.
Ist der den Führungsschlitz enthaltende Teil des Schreitorgankörpers im Querschnitt nicht U-förmig ausgebildet, sondern wie in Fig. 2 links angedeutet, durch ein Blech 4' mit angenieteten Winkeleisen gebildet, so wird an Stelle der Kugeln bloss eine Nut 9' in der Führungsrolle 9 angeordnet, in die das über die Winkeleisen vorragende Blech 4' eingreift.
An dem in Fig. 1 und 2 dargestellten Schreitorgan sind die an den Enden der Füsse 5 und 6 je um einen Zapfen 65 dreh bar gelagerten Tritteile 66 bezüglich ihres Drehpunktes symmetrisch ausgebildet und stehen unter der Wirkung von in Ansätzen 67 der Füsse 5 und 6 abgestützten Druck federn 68. Im vom Boden abgehobenen Zu stand nimmt der Tritteil die in Fig. 1 links dargestellte Lage ein. Trifft nun der Tritteil des Fusses 6 mit seinem rechten Ende auf den Boden auf, so wird die rechte Druck feder 68 so lange zusammengedrückt, bis auch das linke Ende des Tritteiles den Boden er reicht hat, wobei die Federn 68 den Stoss aufnehmen und die stossfreie Übernahme der Last durch den Fuss 6 sichern.
Es kann aber auch der Tritteil, wie in Fig. 4 dargestellt, ausgebildet sein. Der be züglich seines Drehpunktes 65 wieder sym metrisch ausgebildete Tritteil 69 ist starr mit einem in den Fuss 6 (5) hineinragenden Arm 70 verbunden ; dieser Arm und somit auch der Tritteil selbst steht unter der Wirkung einer im Fuss 6 (5) befestigten Zugfeder 71, die das Bestreben hat, den Tritteil im vom Boden abgehobenen Zustande in einer solchen Lage zu halten, dass die An- griffspunkte der Zugfeder und der Dreh punkt des Tritteiles in einer Geraden liegen (Fig. 4). Trifft nun wieder das rechte Ende des Tritteiles 69 des Fusses 6 zuerst auf den Boden auf, so wird sich der Tritteil um seinen Zapfen 65 drehen, wodurch die Zug feder 71 aus ihrer Ruhelage gebracht und gespannt wird.
Auch bei dieser Ausfüh rungsform wirkt die Feder auf eine stossfreie Übernahme der Last durch den Fuss ein.
Es ist selbstverständlich, dass an Stelle der beschriebenen zwei Ausführungsformen von Tritteilen auch durch die Führungsrolle gesteuerte Tritteile zur Anwendung ge langen können.