CH92664A - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Kunstfäden, insbesondere Stapelfaser aus Zelluloselösung. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Kunstfäden, insbesondere Stapelfaser aus Zelluloselösung.

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CH92664A
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Erich Dr Schuelke
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  • Spinning Methods And Devices For Manufacturing Artificial Fibers (AREA)

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  Verfahren und     Vorrichtung    zur Herstellung     von        Kunstfiiden,    insbesondere Stapelfaser  aus     zelluloselösung.       Zur Herstellung von Kunstfäden wurden  bisher in der     Hauptsache    drei verschiedene  Verfahren angewendet:

   Die aus der Spinn  düse in das     Fällbad    oder den Luftramm aus  tretenden Fäden oder Fadenbündel wurden  auf Spulen oder Haspel gewickelt und auf  diesen     Trägern    oder     nach        Entfernung    davon       gewaschen    und     nachbehandelt.    Bei dem zwei  ten Verfahren wurde das     Fadenbündel        9n     einen kleinen umlaufenden Spinntopf einge  führt, in dem die Fäden, durch die Fliehkraft  an dessen Wandung     geschleudert,    gesammelt  wurden.

   Sodann wurde die Fadenmasse dem  stillgelegten     Spinntopfe    entnommen und in  besonderen Vorrichtungen gewaschen und  nachbehandelt. Der dritte Weg war der, un  mittelbar kurze Fäden, die als     Woll-    oder  Baumwollersatz dienen sollten, zu gewinnen,  indem man die aus den Spinndüsen austreten  den Fäden durch eine besondere Vorrichtung  kurz nach ihrer Bildung zerriss und in diesem  Zustand wusch und nachbehandelte.  



  Das vorliegende Verfahren weicht von  diesen bekannten grundsätzlich ab und weist    durch seine grosse Einfachheit und geringe       Anforderung    an Bedienung wesentliche tech  nische und     wirtschaftliche    Vorzüge auf. Es       beruht    darauf, dass das aus dem     Fällbad    aus  tretende Fadenbündel durch Walzen, von de  nen mindestens die eine jedes Paares eine  elastische     Oberfläche    besitzt, abgezogen und  einer langsam umlaufenden Schleuder zuge  führt und diese nach Aufnahme einer aus  reichenden Fadenmenge in schnelle Umdre  hung versetzt wird, wobei die Befreiung der  angesammelten Fadenmasse von den ihr noch       anhaftenden        Fällbadteilen    erfolgt.

   In der zum       Trocknen    der Kunstseide an sich bekannten       Schleuder        -,wird    dann auch das Waschen und       sonstige    Nachbehandeln der Fadenmasse vor  genommen.  



  Bei     diesem    Arbeitsverfahren ergeben sich  als     hauptsächliche    technische     ,Vorteile,    dass  die     Walzen    einerseits die Abzugsgeschwin  digkeit des Fadens in sicherer Weise regeln,  während die anderseits in     gewünschter    Menge  einen Teil des vom Fadenbündel mitgerisse  nen     Fällbades    nach Massgabe der     Pressang         entfernen, die sie auf die zwischen ihnen be  findlichen Fäden ausüben.  



  Auf der Zeichnung sind drei Ausführungs  beispiele einer Vorrichtung zur Durchführung  des beschriebenen Verfahrens schematisch  veranschaulicht.     Fig.    1 zeigt die Hauptteile  eines ersten Beispiels teilweise geschnitten  im Aufriss,     Fig.    2 die eines zweiten im Grund  riss, und in     F!-.    3 und 4 ist das dritte Beispiel  teilweise dargestellt, und zwar in     Fig.    3 in ei  nem Vertikalschnitt und in     Fig.    4 im Grundriss.  



  Im nachfolgenden ist bei der     Erläuterung     der Beispiele zugleich die beispielsweise  Ausführung des Verfahrens mit denselben be  schrieben.  



  Die Spinnlösung wird beim Beispiel nach       Fig.    1 in einer Leitung 1 zu der Spinnpfeife 2  geführt, aus der ein Fadenbündel 3 in das       Fällbad    4 austritt. Über einen Führer 5 ge  langt das Fadenbündel 3 dann zwischen zwei  mit elastischer Oberfläche versehene Walzen  6, aus denen es auf ein in sich geschlossenes  Förderband     :?    tritt. Von diesem geht das Fa  denbündel über einen Leiter 8 in eine Schleu  der 9, in der sich die Fadenmasse am Innen  mantel als gleichmässige Schicht 10 ansam  melt.  



  Die Umlaufgeschwindigkeit der Schleuder  9 entspricht der Abzugsgeschwindigkeit des  Fadens an der Spinnpfeife 2, das heisst der  Umfangsgeschwindigkeit der Walzen, oder sie  übersteigt diese zwecks weiterer Streckung  des Fadens ein wenig. Ist die erforderliche  Fadenmenge in der Schleuder 9 angesammelt,  so wird das Fadenbündel 3 abgeschnitten und  einer andern Schleuder zugeführt, analog wie  dies in     Fig.    2 der Fall ist.  



  Die mit der Fadenmasse gefüllte Schleuder  wird dann in rasche Umdrehung versetzt,  wobei sich die Fäden noch dichter an die  Wandung der Trommel anlegen und eine ge  wisse Spannung erhalten, die ihren Glanz und  ihre Festigkeit erhöht. Hierbei, also unter  dauernder Spannung, werden die Fäden von  den ihnen noch anhaftenden     Fällbadteilen    be  freit, gewaschen und mit Lösungen von     Che-          inikalien,    wie zum Beispiel Bleichlauge, nach  behandelt. Es ist sogar gelungen. die Fäden    in der Schleuder ohne weiteres mittelst durch  geblasener warmer Luft zu trocknen.  



  Die feuchte oder trockene, fertige Faden  masse kann dann der Schleuder als Ganzes  entnommen oder zur Erzielung beliebig lan  ger Stränge aus der Schleuder heraus, gege  benenfalls unter Durchleiten durch eine Zwirn  vorrichtung, auf Weifen gewickelt werden.  



  Beim Herstellen von Kunstfäden als Mas  senerzeugnis, insbesondere von Stapelfaser,  werden zweckmässig mehrere Fadenbündel ne  beneinander und einander gegenüber     angeord-          neterSpinndüsen    auf     demFörderband    vereinigt  und als gemeinsamer Strang den Schleudern  zugeführt. Die     Fig.    2 zeigt eine dementspre  chend gebaute Vorrichtung, bei der beider  seitig des Förderbandes 7 je eine Reihe von       Fällbädern    4 mit zugeordnetem Walzenpaar  angeordnet ist.

   Ferner bat sich als Vorteil er  wiesen, die Antriebe der einzelnen Teile der  Vorrichtung so miteinander zu kuppeln, dass  beim Ändern der Walzengeschwindigkeit die  übrigen bewegten Teile, nämlich das Förder  band und die eben Faden aufnehmende Sam  melschleuder, ihre Geschwindigkeit entspre  chend ändern.  



  Das beschriebene Verfahren ermöglicht  eine sehr weitgehende Rückgewinnung des       Fällbades    in unverdünntem Zustande und des  sen restlose Rückgewinnung im verdünnten  Zustande. Die sehr einfache Vorrichtung, die  fast keiner Wartung bedarf, lässt sich zum  Absaugen schädlicher Gase, zum Beispiel  Schwefelwasserstoffes und Schwefelkohlen  stoffes, beim     Viskoseverfahren    fast ganz um  kleiden. Die abgesaugten Gase sind dann sehr  stark konzentriert, was die     Wiedergewinnung     der Chemikalien erleichtert.  



  Eine     vorziigliche    Ausführungsform des  Verfahrens unter Ersparnis an Einzelvorrich  tungen und Raum, besteht darin, dass die Fa  denbündel auf ein gemeinsames Walzenpaar  aus beiderseits des Walzenpaares angeordne  ten     Fällbädern    geleitet werden. Hierdurch ist  man in der Lage, eine gemeinsame Walzen  abzugsvorrichtung für zwei Reihen einander  gegenüber angeordneter     Spinndiisen    zu ver  wenden.      Zu diesem Zweck bedarf es einer verhält  nismässig einfachen Abänderung gegenüber  den beschriebenen Vorrichtungen, die darin  besteht, dass die Walzen des gemeinsamen  Paares nebeneinander statt untereinander ge  lagert sind und das Transportband in Achs  richtung der Walzen laufend unter den Wal  zen angeordnet ist.  



  Die senkrecht zur Spinnrichtung wirkende  Zugkraft des Transportbandes bewirkt leicht  eine seitliche .Verschiebung der einzelnen Fä  den auf den Walren, die sich bis oberhalb     d;:r     Berührungslinie der Walzen fortpflanzen und  einen seitlichen Abzug der Fäden aus den  Spinndüsen hervorrufen kann. Dieser übel  stand kann leicht durch Anordnung beson  derer Fadenleiter unterhalb der Walzen,  zweckmässig in Form von Stäben, beseitigt  werden.  



  Bei Inbetriebsetzung der     Vorrichtung    oder  bei der Wiederinbetriebsetzung einzelner     anis-          gewechselter    Düsen kommt es leicht vor, dass  einzelne     Fiiden.    durch den Druck der Walzen  an diese     angepresst,    daran haften bleiben und  sich so     tim    sie wickeln, dass eine Störung des       Spinnvorganges    eintritt, welche ein Abstellen  der ganzen     Vorrichtung    nötig macht.  



  Man könnte diesen Übelstand etwa durch       Anbringung    von Abstreifern beseitigen, jedoch  werden durch solche Abstreifer leicht     Beschä-          digungen    der Walzenoberfläche     lind    der Fä  den     herbeigeführt.    1n besserer und einwand  freierer Weise wird dieser Übelstand durch  das     Fntgegenspritzen    einer Flüssigkeit, zum  Beispiel Wasser oder     Fällbad,    während des       Anspinnens    beseitigt.

   Hierzu bringt man zum  Beispiel     geeignete    geformte Spritzdüsen in  geeigneter Stellung gegenüber den Walzen an,  die ihren Flüssigkeitsstrahl in flächiger Form       tangential        gegen    die Walzen spritzen. Hier  durch werden die ankommenden Fadenen  den von den Walzenmänteln abgelöst und  fallen auf das Transportband herab, welches  sie     selbsttätig    weiterführt. Sobald sämtliche  Fäden ordnungsgemäss auf dein Transport  band laufen, kann die     Spülleitung    abgestellt  werden.    Das in     Fig.    3 und 4 dargestellte Ausfüh  rungsbeispiel der Vorrichtung dient zur Aus  führung der eben erläuterten Verfahrensart.  



  Wie     beim        :asten        Ausführungsbeispiel    wird  die     Spinnlösung    in einer Leitung 1     ztr    der       Spinnpfeife    -'.     geführt,    aus der ein Fadenbündel  3 in das     Fällbad    4 austritt.

   Die     Fällbäder    4  mit den Spinndüsen sind, wie in     Fig.    2 in     IZei-          lien        nebeneinander    aufgestellt Der einen       Reihe        gegenüber    steht eine zweite Reihe von       Fällli-iderii    4', in     welche    durch Leitungen l.'  und     Spiiiiidiisen    ?' Fadenbündel 3' austreten.

         Zwischen    diesen beiden Reihen von     Fällbä-          dern    sind Walzenpaare 6', 6' (in     Fig.    3 und 4  nur eins dargestellt) angeordnet, deren Wal  zen     aber        nicht,    wie bei     Fig.    1 und 2, überein  ander, sondern vielmehr nebeneinander an  geordnet sind.

   Auf jede der Walzen eines  Paares laufen nebeneinander die Fadenbündel  3, 3     bez-,v.    3', 3' von aussen her auf, um an der       Berührungsstelle    der Walzen miteinander       zxvischen        diesen        hindurchzulaufen.    Unter den       Walzenpaaren    6', 6' ist ein endloses Trans  portband 7', in der Achsrichtung der Walzen       laufend,        eingeordnet,    auf welches die Faden  bündel 3 und 3' herabfallen und rechtwinklig  zur Seite abgeführt werden.

   Um den auf die  Fadenbündel auf     dein    Transportband 7' aus  geübten Zug auszugleichen und eine seit  liche     Verschiebung    der Fäden auf den Walzen,  sowie ihr Verwirren zu verhindern, sind senk  recht unter     dein        Walzenpaar    und senkrecht  über     dem    Transportband Fadenleiter     einfach-          st-r    .Art angeordnet. Hierzu sind einfache       quer    über     dein    Transportband verlaufende  Stäbe 11 verwendet, die in einem Balken 12  befestigt sind.

   Wie in     Fig.    1 und 2, führt das       Transportband    auch hier die Fäden     weclisel.-          weise        rn lirereii    Schleudern (nicht gezeich  net)     zti.     



  Um an der Walzenoberfläche anhaftende  Fäden beim Beginn der Spinnarbeit oder nach  der     Aus-,vechslung    einer Düse abzulösen, ist       zweckmässig    unter jeder Walze eine Spritz  düse 13     angebracht,    die aus einer Leitung 14  mit irgend einer Flüssigkeit beschickt wird.  Die Düse ist so gerichtet und eingestellt, dass  sie einen     flächiger    Flüssigkeitsstrahl tangen-           tial    gegen die zugehörige Walzenoberfläche  sendet.

Claims (1)

  1. PATE.',TANSPRUCii I: Verfahren zum Herstellen von Kunstfäden, insbesondere Stapelfaser, aus Zelluloselösun- gen, dadurch gekennzeichnet, dass die aus dem Fällbade tretenden Fäden durch Walzen, von denen mindestens eine jedes Paares eine elastische Oberfläche besitzt, abgezogen und in eine langsam umlaufende Schleuder geführt und darin nach genügender Anhäufung unter Erhöhung der Umlaufszahl der Schleuder durch Fliehkraftwirkung vom Fällbade be freit und nachbehandelt werden. UNTERANSPRtCHE: 1.
    Verfahren nach dem Patentanspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass die in der Schleuder gewaschenen Fäden zur Erzie lung beliebig langer Fäden auf Weifen ge wickelt werden. 2. Verfahren nach dem Unteranspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass die in der Schleuder gewaschenen Fäden vor dem Aufwickeln auf Weifen durch eine Zwirn vorrichtung geführt werden. 3. Verfahren nach dem Patentanspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass auf ein gemein sames Walzenpaar die Fadenbündel aus beiderseits des Walzenpaares angeordneten Fällbädern geleitet werden.
    PATE\TANSPRUCH <B>11:</B> Vorrichtung zum Ausführen des Verfah rens nach dem Patentanspruch 1, gekennzeich net durch Walzenpaare, von denen minde stens eine Walze jedes Paares eine elastische Oberfläche besitzt, und die die aus den fäll bädern austretenden Fäden abziehen, und ein Förderband, das die Fäden mehreren wech selweise zu beschickenden Schleudern zu fiihrt. (1NTERANSPRt\C13E 4.
    Vorrichtung nach dem Patentanspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebe der Walzen, des Förderbandes und der Schleudern miteinander gekuppelt sind, dass das Förderband (7) und die eben Faden aufnehmende der Schleudern (9) einer Ge schwindigkeitsänderung der Walzen (6) selbsttätig folgen. 5.
    Vorrichtung nach dem Patentanspruch<B>11,</B> dadurch gelcennzeiclmet, dass für einander gegenüberliegend angeordnete Fällbäder gemeinsame Abzugswalzenpaare angeord net sind, und dass die Achsen der Walzen (6 ', 6') jedes solchen gemeinsamen Paares in der nämlichen wagrechten Ebene gela gert sind, und dass das in Richtung der Wal zenachsen laufende Transportband (7) un ter d,#m Walzen angeordnet ist. 6.
    Vorrichtung nach dem Unteranspruch 5, ge kennzeichnet durch unterhalb der Berüll- rungslinie der Walzen (6') angeordnete Fadenführer (11), die eine seitliche Ver schiebung der Fäden auf den Walzen ver- hiiid-jrn. 7, Vorrichtung nach dem Patentanspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass zum Ablösen der Fäden von den Walzen diesen gegen über Spritzrohre (13) so angeordnet sind, dass sie einen Flüssigkeitsstrahl entgege?i der Drehrichtung der Walzen tangential gegen deren Mantelfläche senden können.
CH92664D 1920-05-17 1920-12-27 Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Kunstfäden, insbesondere Stapelfaser aus Zelluloselösung. CH92664A (de)

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