Vorrichtung zum Bedrucken von Geweben. Die Herstellung gebatikter Stoffe ist bisher entweder mittelst der sogenannten Knüpftechnik oder mittelst der Wachstechnik erfolgt, also mit einem mehr oder weniger grossen Aufwand von Handarbeit und persön licher Geschicklichkeit des Arbeiters. Zur Herstellung gebatikter Stoffe, welche sich in ihrem äussern Aussehen von echten oder so genannten javanischen Batikstoffen nicht unterscheiden, kann man die bekannten Ein richtungen für Zeugdruck nicht oder nur in sehr unvollkommener Weise benutzen. Mit denselben konnte das sehr weiche, konturen lose Kolorit, welches in der Natur der Batik liegt, nicht geschaffen werden.
Auch mittelst der üblichen Vorrichtungen zum Mehrfarben druck kann man die zarten Farbübergänge von einer Grundfarbe zur andern oder zwi schen den einzelnen Farbtönungen innerhalb der gleichen Grundfarbe nicht erzielen.
Die Vorrichtung zum Bedrucken von Ge weben gemäss der vorliegenden Erfindung besitzt nun mindestens ein Druckwerkzeug mit zur Aufnahme der Farbe bestimmten Vertiefungen, welche abgestuft sind, wobei die verschieden tief gelegenen Stufen, keine bis zur Druekwerkzeugoberfläche gehenden Erhöhungen aufweisen. Verschiedene Schat tierungen oder Farbtönungen des zu drucken den Musters können mit einem solchen Druck werkzeug gedruckt werden, je nachdem mehr oder minder tiefe Stufen der Vertiefungen vorhanden sind und je nachdem eine mehr oder weniger grosse Anzahl von Stufen vor handen ist.
Die Vertiefungen können zum Beispiel durch Ätzen, Schaben oder durch Radieren hergestellt sein, wobei die Muster mit Hilfe eines photographischen Kopier verfahrens, zum Beispiel des Pigmentver fahrens, auf die Druckwerkzeugfläche auf getragen und nach und nach vertieft werden, unter Vermeidung von bis zur Druckwerk zeugoberfläche gehenden Rastererhöhungen auf den Stufen.
.Die den Gegenstand der Erfindung bil dende Vorrichtung ist in der Zeichnung in einigen Ausführungsbeispielen schematisch veranschaulicht.
Fig. 1 und 2 zeigen eine Vorrichtung mit einem Druckwerkzeug und mit einer Tüpfelwalze in Ansicht.
Es ist 1 der in der Stoffdrucktechnik Presseur genannte Zylinder, welcher der um ihn herum laufenden und zu bedruckenden Stoffbahn 6 bei der Bearbeitung durch das hier als Walze ausgebildete Druckwerkzeug 2 als Gegenlager dient. Die Druckwalze 2 be sitzt mit Stufen versehene Vertiefungen, wie dies in Fig. la durch die Umrisslinien der Stufen und in vergrössertem Massstabe in Fig. 2a durch einen Schnitt nach der Linie _4-B der Fig. la dargestellt ist.
Die Druck walze 2 hat also zur Aufnahme von Farbe bestimmte Vertiefungen, welch letztere zum Beispiel in die Stufen<I>b, c, d</I> unterteilt sind. Jede der Stufen<I>b, c, d</I> weist keinerlei bis zur Druckwalzenoberfläche a gehende Er höhungen, sogenannte Raster, auf, wie solche in Warzen-, Rippenform oder in Form sich kreuzender Rippen bisher vorhanden waren. Diese sollten bisher eine gleichmässige Ver teilung der Farben gewährleisten und ver hindern, dass die Farbe durch das bekannte R.akel oder Abstreichmesser aus den Ver tiefungen herausgestrichen wird. Verschieden heiten der Farbtönung wurden durch ver schiedene Ausführungen des Rasters erzielt.
Mit solchen bekannten Druckwerkzeugen liess sich nicht vermeiden, dass in dem fertigen Produkt die einzelnen Farbtöne durch ziem lich genau ausgeprägte Umrisslinien vonein ander geschieden sind, welche den die Batik charakterisierenden Eindruck des weichen oder fliessenden nicht entstehen lassen. Es hat sich nun in der Praxis gezeigt, dass bei dem Druclzwerkzeug der Vorrichtung nach der vorliegenden Erfindung die Farbe durch das Rakel nicht herausgewischt wird und dass eine vorzügliche Übertragung der in den Vertiefungen befindlichen Farbe auf das zu bedruckende Gewebe stattfindet.
Dabei wer den die Töne innerhalb derselben Grundfarbe um so tiefer und satter, je grösser die Ver tiefung des Werkzeuges an der betreffen den Stufe ist. Da die Stufen in jeder be liebigen Schroffheit oder Allmählichkeit in einander übergeführt werden können, lassen sich mit derartigen Druckwerkzeugen sehr feine Tönungsübergänge und Farbtönungen hervorrufen.
Der Druckwalze 2 wird unter Vermitt lung einer Zwischenwalze 3 Farbe durch eine Walze 4 zugeführt, welche in einem Farbtrog 5 umläuft und den Zweck hat, der Druckwalze eine Farbe aufzutragen. Es kön nen in der bei Poulauxinaschinen bekannten Art um den Presseurumfang herum eine Mehrzahl derartiger Druckwalzen 2 vor gesehen sein, zum Beispiel zum Zweck eines Mehrfarbendruclzes.
Die Druclzwalze 2, welche auch mit Hilfe von entsprechend ausgebildeten Moletten, 1\latrizen und Prägestempeln hergestellt sein kann, kann allein schon dazu dienen, in einer Vorrichtung Batik herzustellen, welcher un merklich ineinander übergehende und ab getönte Farbschattierungen besitzt.
Bei dem Ausführungsbeispiel der Zeichnung nach Fig. 1 und 2 arbeitet nun mit der Druck walze 2 weiterhin zur Erhöhung des Batik effektes eine eigenartig gestaltete zweite Farbübertraguno,swalze 7 zusammen, welche als Tüpfclwalze bezeichnet wird.
Diese ist über ihrem ganzen Umfang und über die ganze Länge mit mehr oder minder unregel- m 'ssi", <B>,</B> begrenzten Ansätzen oder Warzen versehen, welche sich auf der Oberfläche der Druckwalze 2 abwälzen und die von dem Farbtrog 9 aufgenommene Farbe in Gestalt von Farbtupfen auf die Druckwalze \? über tragen. Die Tüpfelwalze 7 greift in durch Querwände getrennte Zellen des Farbtroges. In den Zellen sind verschiedene Farben. Die Druckwalze erhält also durch die Tüpfel walze einen mehrfarbigen, klecksigen Auf trag.
Zwischen der Tüpfelwalze und dem nach der Bedruckungsstelle verlaufenden Trum der Stoffbahn 6 sitzt das übliche R.a kel, welches überschüssige Farbe von der Druckwalze 2 abrakelt, irgendwohin abführt und zugleich die Konturen der von der Tüpfel @alze 7 aufgebrachten Farbtupfen ineinander übergehen lässt, unter gleichzeiti ger Erzeugung der entsprechenden Farbüber- gänge. Hierbei stehen die Warzen der Tüpfel walze entgegen der schematischen Darstellung in der Zeichnung so nahe beieinander,
dati ein Ineinanderübergehen der Farbkleckse erzielt werden kann. Man ist auf diese Weise in der Lage, die Stoffbahn 6 in einem ein- zigen Arbeitsgang der Länge und Breite nach mit einer grossen Anzahl anscheinend willkürlich hingeworfener Farbtupfen zu versehen, welche allmählich ineinander Über fliessen und die der Batik eigentümlichen weichen Töne hervorrufen.
Je nach dem gewünschten Muster kann der von der Druckwalze 2 bedruckte Stoff unmittelbar fertig bearbeitet oder einer ent sprechenden Weiterbehandlung, zum Beispiel nach den Methoden des Mehrfarbendruckes, unterzogen werden. Will man eine Batik her stellen, welche ein Netz- oder Aderwerk von verschiedenen Farben besitzt, so werden in die Vorrichtung mehrere entsprechend gra vierte Druckwalzen eingesetzt und jede die ser Walzen mit der erforderlichen Farben auftragsvorrichtung versehen.
Bei dem in Fig. 4 und 5 dargestellten Ausführungsbeispiel der Vorrichtung sind die Zwischenwalze 3 und die Farbwalze 4 ersetzt durch eine Anzahl von in sieh ge schlossenen Farbübertragungsfilzen 10, wel che in einzelnen Abteilungen des Farbtroges 5 laufen, die wiederum mit verschiedenen Far ben versehen sind. Diese Filze laufen einer seits über eine gegen die Druckwalze drückende Rolle 11, anderseits um Holzrollen 13 einer gemeinsamen Achse 14, welche den dauernden Durchgang der Filze durch die in den einzelnen Farbtrogzellen befindliche Farbe sichern.
Auch hier ist wieder die Tüpfelwalze 7 mit ihrem eigenen, mehrzelli gen Farbtrog vorgesehen.
Die Wirkungsweise dieser in den Fig. 4 und 5 veranschaulichten Ausführungsform ist im wesentlichen die gleiche wie diejenige nach Fig. 1 und 2, Dazu erfolgt in der Längs richtung der Druckwalze 2 ein streifen- förmiger Mehrfarbenauftrag, dessen Kon turen vor dem Farbenübergang auf die Stoff hahn durch das Rakel verwischt und zum allmählichen Übergang gebracht werden.
Es entsteht auf diese Weise in Verbindung mit der Wirkung der Tüpfelwalze ein streifen artiges Gebilde von äusserster Zartheit, das man gegebenenfalls mittelst weiterer Druck- walzen in. der weiter oben angedeuteten Weise weiter bedrucken kann.
Bei der Vorrichtung nach Fig. 6 und 7 gelangt nur ein einziger entsprechend breiter F arbübertragungsfilz zur Anwendung, wel cher durch eine Gegenwalze 11 mit der Druck walze 2 in Berührung gehalten, an der gegen tiberliegenden Kehrstelle durch eine ähnliche Walze 16 und zwischen beiden Kehrstellen durch Holzwalzen 17 geführt wird.
Das un tere Trum des Bandes 15 arbeitet mit einer Mehrzahl von Tüpfelwalzen 7 zusammen, welche auf einem gemeinsamen Gestell 18 angeordnet sind und mit Gegenwalzen 19 zu sammen arbeiten, die die Anläge des Filzes 15 gegen die warzenförmigen Erhöhungen der Tüpfelwalzen sichern. 20 ist eine wei tere Walze, welche das Gegenlager für ein Rakel 21 bildet, durch welches die auf dem Übertragungsband 15 etwa noch verbliebene Farbe abgerakelt wird, bevor das Band 15 erneut in den Bereich der Tüpfelwalzen ge langt.
Der Auftrag der Druckfarbe auf die Druckwalze 2 erfolgt im übrigen aus dem Farbtrog 5 unter Vermittlung geeigneter Farbübertragungsorgane 3, 4.
In Fig. 8 und 9 ist eine weitere Vor richtung gezeigt, um die Druckwalze 2 mit Farbe zu versehen. Hier sind auf einem Brett 22 eine Anzahl von Farbbehältern 23 vorgesehen, welche durch Schläuche 24 mit pneumatischen Spritzapparaten oder Zer stäubern 25 verbunden sind. Die Hähne 26 aller Spritzapparate sind in die Pressluft- leitungen eingebaut und sind an ein gemein sames Gestänge 27 mit Handgriff 28 ange schlossen. Mittelst dieser Vorrichtung kann man in- Abständen sämtliche Spritzapparate in gleichzeitige, ganz kurze Tätigkeit ver setzen und die Druckwalze mit feinen, ver schiedenfarbigen Farbtropfen bestäuben, was auf dem bedruckten Tuch eine fein gespren kelte Wirkung erzeugt.