DD132443B1 - Verfahren zur waermebehandlung von metallfolien im bund - Google Patents
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Description
Anwendungsgebiet der- Erfindung
Das Verfahren betrifft die Wärmebehandlung, insbesondere das Blankglühen, von Folien aus metallischen Werkstoffen im Bund, die bei der Wärmebehandlung zur Oxydation und zum Verkleben der einzelnen Bundlagen neigen.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Ein bekanntes Verfahren zur Wärmebehandlung von liickelband besteht darin, daß das Band in Form von Bunden in einen Haubenglühofen eingesetzt und nach dem Entfernen des Sauerstoffs aus dem Glühraura im Bund wärmebehandelt wird. (Metals Handbook, 8. Ausgabe, Band 2 Wärmebehandlung, American Society for Metals, Metals Park/Ohio, 1964, S. 298). Die Nachteile dieses Verfahrens bestehen darin, daß die Glühgutlagen aneinanderliegen und während der Wärmebehandlung miteinander verkleben. Das Voneinanderlösen der verklebten Lagen führt zu einem Verwerfen und Knicken des Glühgutes. 2ur Weiterverarbeitung des Glühgutes müssen die Verwerfungen, Knicke o. ä. durch Richten beseitigt werden. Das Verkleben der einzelnen Glühgutlagen ist um so ausgeprägter, je sauberer die Glühgutoberfläche und je dünner das Glühgut ist.
Dieaer Nachteil tritt beim Wärmebehandeln von Folien, insbesondere beim Blankglühen, stark hervor. Die verklebten Folienlagen zeigen beim Voneinanderlösen nicht nur Knicke und Verwerfungen, sondern sie lassen sich oftmals nur durch Zerreißen voneinander trennen. Die wärmebehandelte Folie kann auf Grund ihrer geringen Festigkeit nicht geglättet werden. Beschädigte Folien sind von einer Verwendung oder Weiterverarbeitung ausgeschlossen. Das bekannte Bundglühverfahren.läßt sich daher für das Wärmebehandeln von Folien, die bei der Wärmebehandlung zum Verkleben der einzelnen Glühgutlagen neigen, nicht mit Erfolg verwenden.
Es ist weiterhin ein Verfahren zur Wärmebehandlung von Metallband bekannt, das darin besteht, das Metallband mit zwischen den einzelnen Bundlagen eingelegter Schnur zur Aufrechterhaltung eines geeigneten Abstandes zwischen den einzelnen Bundlagen aufzuwickeln, die dann beim Aufheizen des Bundes auf die Wärmebehandlungstemperatur ihr Volumen eoweit vermindert, daß ein freier Abstand von Bundlage zu Bundlage entsteht. Durch diesen freien Abstand soll ein Verkleben benachbarter Bundlagen bei der Wärmebehandlung verhindert werden (DT-PS 1.256.240).
Die Nachteile dieses Verfahrens bestehen darin, daß die Zwischenlage vor oder während der Wärmebehandlung zumindest teilweise verbrennt, so daß die einzelnen Bundlagen miteinander in Berührung kommen und ein Verkleben benachbarter Bundlagen nicht verhindert werden kann. Ein Verkleben der Bundlagen führt zu den bereits geschilderten Nachteilen und insbesondere bei Folie zum Unbrauchbarwerden der voneinander gelösten benachbarten Lagen. Das Folienband wird jedoch auch dann unbrauchbar, wenn ein Verkleben benachbarter Bundlagen nicht eintritt, d.h. wenn die eingelegte Schnur ihr Volumen nur zu einem geringen Teil vermindert und dadurch ein relativ großer Abstand zwischen den einzelnen Bundlagen erhalten bleibt.
Diese relativ großen Zwischenräume bewirken, daß die Bundlagen sich nicht gegeneinander abstützen können. Infolge der geringen Festigkeit der wärmebehandelten PoIie verwerfen sich die einzelnen- Bundlagen beim Abbau der Eigen-Spannungen und ein Glätten der Folie ist nicht möglich. Dieses bekannte Bundglühverfahren läßt sich daher für die Wärmebehandlung von Folien nicht einsetzen.
Ein weiteres bekanntes Verfahren zum Glühen von kaltgewalztem Stahl besteht darin, daß zur Verhinderung des Verklebens der Bundlagen das wärmezubehandelnde Gut mit einem haftenden Überzug aus vorzugsweise Oxalaten versehen, das den Überzug tragende Bund zu einem Bund gewickelt und geglüht wird (DT-OS 2.436.685).
Die Nachteile dieses Verfahrens bestehen darin, daß der das Verkleben der Bundlagen verhindernde Überzug nach der Wärmebehandlung von den Bundlagen entfernt werden muß. Dazu ist es erforderlich, das wärmebehandelte Bund in Bandform abzuwickeln und vom Band beiderseitig den aufgebrachten Überzug abzulösen. Bereitet dieser Vorgang bereits'bei der Behandlung von Band Schwierigkeiten, so ist die rückstandsfreie Entfernung des Überzuges vom Folienband nahezu ausgeschlossen, wenn die wärmebehändelte, eine äußerst niedrige Festigkeit aufweisende Folie unbeschädigt bleiben soll. Ein Knittern der Folie ist nicht zu vermeiden. Knitter lassen sich jedoch aus der weichen Folie nicht entfernen. Das bekannte Bundglühverfahren ist daher für die Wärmebehandlung von Folien nicht einsetzbar.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, ein Verfahren zur deformationsfreien Wärmebehandlung, insbesondere zum Blankglühen, von Metallfolien, die während der Wärmebehandlung zum Verkleben neigen, im Bund zu entwickeln.
V/es en der Erfindung
Ausgehend von den bekannten Verfahren zur Wärmebehandlung von Band, die beim open-coil-Glühen zu einem unebenen Glühgut mit verworfenen Rändern oder beim Satzglühen zu verklebten Glühgutlagen führen, liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein solches Wärmebehandlungsverfahren zu entwickeln, das das Glühen von Folien im Bund ermöglicht, indem die einzelnen Folienlagen voneinander getrennt und gegeneinander versteift werden.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß ein beidseitig mit einem Glühseparator versehenes Metallband in das Folienband eingespult und das gewickelte Bund in an sich bekannter Weise wärmebehandelt und danach das Metallband durch Umspulen vom Folienband getrennt wird.
Die Erfindung wird anhand von 3 Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Folienband aus einem Werkstoff der Zusammensetzung 64 % Nickel, 33»5 % Kupfer, Rest im wesentlichen Eisen, der Dicke 5/um wird zusammen mit einem 30/um dicken Band aus einem Werkstoff der Zusammensetzung 76 % Nickel, Rest Eisen, das beidseitig mit einer Magnesiumoxid-Schicht versehen ist, aufgespult und das Bund bei einer Temperatur von 700 Ö/1 h in einem Schutzgasofen wärmebehandelt. Nach dem Abkühlen werden beide Bänder durch Umspulen voneinander getrennt.
Folienband aus Titan von 10/um Dicke wird zusammen mit einem 6/um dicken Stahlband, das beidseitig mit einer XaI-ziumoxidschicht versehen ist, aufgespult. Das Bund wird
bei einer Temperatur von 600 °C/1,5 h im Vakuum wärmebehandelt. Nach dem Abkühlen werden die Bänder durch. Umspulen vereinzelt.
Beispiel 3ϊ
Folienband aus Tantal von 3/ura Dicke und 100 mm Breite wird gemeinsam mit einem 6/um dicken und 120 mm breiten Stahlband, das beidseitig mit.einer Aluminiumoxidschicht versehen ist, zu einem Bund aufgewickelt. Das Bund wird bei einer Temperatur von 1.050 °G im Vakuum geglüht. Nach dem Abkühlen werden die Bänder durch Umspulen voneinander getrennt.
Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens bestehen darin, daß durch die Verwendung eines metallischen, mit einem Glühseparator versehenen Zwischenlagebandes eine metallisehe Berührung der einzelnen Lagen des Glühgutes und damit ein Verkleben dieser Lagen zuverlässig vermieden wird. Das wärniebehandelte Folienband ist glatt und knitterfrei. Dieses metallische Zwischenlageband verleiht dem Folienband die zur Handhabung notwendige Steifigkeit, so -daß eine Be-Schädigung der Folienoberfläche vermieden wird. Vteiterhin kann durch die Wahl der Breite des Zwischenlagebandes auch ein vollkommener Schutz der Kanten des Folienbandes bei der Wärmebehandlung erzielt werden. Das erfinaungsgemäße Verfahren weist außerdem den Vorteil auf, daß die Dicke des Zwischenlagebandes wählbar ist, so daß das Zwischenlageband weitgehend Zugspannungen aufnehmen kann, wenn beispielsweise unter Zug gespult werden soll. Es ist dadurch möglich, das wärmezubehandelnde Folienband weitgehend ohne äußere Beanspruchung zu wickeln und zu glühen, ^>&s bedeutet, daß auch dünnste Folienbänder in beliebigen Längen schonend wärmebehandelt werden können.
Bei empfindlichen Folien kann dieses Zwischenlageband auch bis zur Weiterverarbeitung in der Spule gemeinsam mit dem Folienband verbleiben. Da das Zwischenlageband den Glühseparator trägt, muß das wärmebehandelte Folienband nicht vom Glühseparator befreit werden. Das heißt, daß nach der Wärmebehandlung keine Oberflächenbehandlung des Folienbandes erforderlich ist.
Das Zwischenlagebund wird mehrfach verwendet, durch seine relativ geringe Dicke nimmt es im Bund keinen übermäßig großen Raum ein, so daß kein wesentlich größerer Glühraum gegenüber dem eigentlichen Glühgut benötigt wird. Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt darin, daß das Zwischenlageband aus einem metallischen Werkstoff besteht, der bei einer Wärmebehandlung eine zusammenhängende oberflächliche Oxidschicht bildet. Dieses Zwischenlageband kann deshalb auch dann noch erfolgreich eingesetzt werden, wenn im Verlaufe mehrmaliger Glüh- und Spulbehandlungen die Glühseparatorschicht beschädigt ist. Das Zwischenlageband eignet sich außerdem zum gleichzeitigen Glühen mehrerer schmäler Folienbunde, die mit einem entsprechend breiten Zwischenlageband gemeinsam aufgespult wurden.
Claims (8)
- Erfindungsanspruch1. Verfahren zur Wärmebehandlung von metallischen Folien im Bund, die bei der Wärmebehandlung zum Verkleben der einzelnen Lagen neigen, unter Verwendung eines Zwischenlagebandes, dadurch gekennzeichnet, daß die wärmezubehandelnde Folie zusammen mit einem beidseitig mit einem Glühseparator versehenen metallischen Zwischenlageband zu einem Bund gewickelt und dieses Bund in an sich bekannter Weise wärmebehandelt wird.
- 2. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß ; das Zwischenlageband. aus einem bei der Wärmebehandlung oberflächlich oxydierenden metallischen Werkstoff besteht.
- 3. Verfahren nach Punkt 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Zv/ischenlageband aus Stahl oder Nickel oder einem Nickelwerkstoff besteht.
- 4. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Glühseparator aus einem Oxid besteht.
- 5. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Glühseparator aus einem Oxidgemisch besteht.
- 6. Verfahren nach Punkt 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Glühseparator aus Kalziumoxid, Siliziumoxid, Aluminiumoxid und/oder Magnesiumoxid besteht.
- 7. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Glühseparator aus einem Karbonat besteht.
- 8. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Glühseparator aus einem Oxid/Karbonat-Gemisch besteht.
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1977
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Also Published As
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