DD140406A1 - Mittel zur beeinflussung von wachstums-und entwicklungsvorgaengen in pflanzen - Google Patents

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DD140406A1 DD20778878A DD20778878A DD140406A1 DD 140406 A1 DD140406 A1 DD 140406A1 DD 20778878 A DD20778878 A DD 20778878A DD 20778878 A DD20778878 A DD 20778878A DD 140406 A1 DD140406 A1 DD 140406A1
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Siegfried Hoffmann
Helmut Buchholtz
Werner Witkowski
Hermann Schubert
Roswitha Toepfer
Ingrid Fachmann
Claus Nowayk
Juergen Buckow
Original Assignee
Siegfried Hoffmann
Helmut Buchholtz
Werner Witkowski
Hermann Schubert
Roswitha Toepfer
Ingrid Fachmann
Claus Nowayk
Juergen Buckow
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Abstract

Die Erfindung betrifft die Anwendung neuer Mittel zur Beeinflussung von Wachstums- und Entwicklungsvorgängen in Pflanzen allein und in Kombination mit anderen Wirkstoffen und Synergisten. Zur Verringerung der Mängel, die bekannten Lösungen zur Erzielung auxinanaloger Wirkungen'anhaften, wurden Mittel entwickelt, die einfachere' und ökonomisch günstiger herzustellende Verbindungen zum Inhalt haben. Sie sind gekennzeichnet durch einen Gehalt an substituierten Phenoxy-methyl-benzimidazolen der allgemeinen Formel I. In dieser Formel können R-j, R2', R3, R4 gleich oder verschieden sein; sie bedeuten Wasser, Alkyl oder Nitro. Diese Verbindungen beeinflussen Wachstums- und Entwicklungsvorgänge in Pflanzen allein oder in Kombination mit o-Sulfobenzoesäureimid (Formel II). Die Verbindungen werden in Mischung mit üblichen Träger-, Füll- und Hilfsstoffen oder Lösungsmittel allein oder in Kombination miteinander angewendet. Auf Grund der Kombinationswirkung der Verbindungen nach Formel I und II wurde hinsichtlich der Bewurzelungsfähig-keit Synergismus nachgewiesen.

Description

'Xitel der Erfindung: .
Mittel zur Beeinflussung von Wachstums- und Entwicklungsvorgängen
in Pflanzen '
Anwendungsgebiet der Erfindung:
Die Erfindung betrifft die Anwendung neuer Mittel zur Beeinflussung von Wachstums- und Entwicklungsvorgängen in Pflanzen allein und in Kombination mit anderen Wirkstoffen und Synergisten.
Charakteristik der bekannten Lösungen:
Es ist bekannt, daß synthetische Mittel mit auxinanaloger Wirkung, wie z. B, 2,4-Dichlorphenoxy-essigsäure, zur Regulierung des Pflanzenwachstum^, insbesondere zur Förderung der Bewurzelung der Stecklinge von Nutz- und Kulturpflanzen, in der landwirtschaftlichen, gärtnerischen und forstlichen Praxis eingesetzt v/erden können (US-P 2.585.875). '
Es ist ferner seit geraumer Zeit bekannt, daß Mittel mit sogenannter auxinsynergistischer Wirkung, wie z. B. Indol und o( - und 'ß-· Naphthol die Bevrarzelungswirkung der Auxine verstärken. Diese Mittel und Verfahren weisen aber gewisse Nachteile auf, wie eingeschränkte Anwendungsgebiete durch starke Sortenabhängigkeit, häufig mangelhafte Reproduzierbarkeit, toxische Uebeneffekte, ökonomische Belastung der Produktionsverfahren und ähnliches , mehr, weshalb es notwendig ist nach effektiveren und ökonomisch günstigeren Mitteln und Verfahren zu suchen« . So ist es wünschenswert, synthetische Auxine mit einem breiteren Kulturpflansenwirkungsspektrum bei guter Reproduzierbarkeit zu entwickeln, die WuraelWachstumshemmungen bei hohen Auxindosierurl·- gen abzuschwächen und phytotoxische Nebeneffekte zu vermeiden«
Zunehmend an Bedeutung gewinnt auch der Einsatz praxiswirksamer Synergisten.
Ziel der Erfindung: .
Der Einsatz neuer Mittel und Verfahren verfolgt das Ziel, das Wachstum und/oder die Entwicklung von landwirtschaftlichen gärtnerischen und forstlichen Kulturen vorteilhaft beeinflussen, ferner wird angestrebt, im Vergleich zu den bisher bekannten Substanzen mit auxinanaloger Wirkung, einfachere und ökonomisch günstiger herzustellende Verbindungen bereitzustellen.
Darlegung des Wesens der Erfindung:
Die Erfindung bezieht sich aus genannten Gründen auf die Anwendung neuer auxinanalog und/oder auxinsynergistisch wirkender Mittel als Effektoren des Pflanzenwachstums und der Pflanzenentwicklung sowie ötie- Anwendung geeigneter Wirkstoffkombinationen. Es wurde gefunden, daß Mittel, die als Wirkstoff substituierte Phenoxy-methyl-benzimidazole der allgemeinen Formel
CHi
enthalten, in der R>, Rp, R~, R. gleich oder verschieden sein und für Wasserstoff, Halogen, Alkyl— oder Nitro™ stehen können (sV Tabelle 1) ..wachstumsregulatorische Eigenschaften besitzen. In Abhängigkeit von Dosis, AnwendungsZeitpunkt und Applikationsort werden verschiedenartige Prozesse in der Praxis bedeutungsvoll beeinflußt, wie z«, B. Veränderungen der Wuchsform durch Veränderung der Apikaidominanz (.- in niederen Konzentrationen Bewurzelungsförderung von Jungpflanzenstecklingen - » - in höheren Konzentrationen Seitentriebhemmung bei Tabak - ) Ertragsbeeinflussung, Regulierung der Blütenbildung, von Fruchtansatz und -fall, des Verlaufes von Reifeprozessen und/oder der Geschlechtsdetermination. Insbesondere bei der Bewurzelungsförderung sind'niedrigere Konzentrationen als bei den bekannten Auxineη erforderlich. Dadurch können phytotoxische und wurzelwachstumshemmende Einflüsse vermieden werden»
Andere Vertreter können als spezifische Herbizide-dienen, die auf regulatoriseher Ebene eingreifen, wie dies z. B· vom 2,4—D bekannt ist· Damit werden die Vorteile von Substanzen der allgemeinen Pormel I offensichtlich.
Durch die Kombination der genannten Verbindungen mit o-Sulfobenzoesäureiiaid oder dessen Alkalisalz ergeben sich weitere Vorzüge in
N-H
der Anwendungs- und Wirkungsbreite.
Durch synergistisches Zusammenwirken greifen diese Kombinationen regulierend in Wachstums« und StoffwechseIvorgänge ein» So wurde z. B. sowohl mit der Formel von Gorter als auch mit Hilfe der zweifaktoriellen Varianzanalyse Synergismus hinsichtlich der Bewurzelungsfähigkeit nachgewiesen«
Die Anwendung der erfindungsgemäßen Mittel erfolgt in den üblichen Zubereitungs- bzw· Ausbringungsformen wie Lösungen, Emulsionen, Suspensionen, Konzentrationen, die unter Zusatz von flüssigen und/ oder festen' Trägerstoffen bzw» Verdünnungsmitteln zumeist unter Beigabe oberflächenaktiver Stoffe und anderen Pormulierungshilfsmitteln bereitet und vor Anwendung mit V/asser verdünnt werden können.
Die Anwendungsformen richten sich nach dem Verwendungszweck. Sie haben in. jedem Pail eine feine Verteilung der wirksamen Substanzen zu gewährleisten»
Die Herstellung der Zubereitungen erfolgt in an sich bekannter Weise durch Misch- oder Mahlverfahren, Die nachfolgenden Beispiele ei'läutern-die Erfindung, ohne sie ein~ zuscliränken.
Ausfuhrungsbeispiele?
Beispiel 1: Koleoptilzylindertest ....
Aus Weizenkelmlingen (Tritiaum ae'stivum) der Sorte "Mironowskajja 80S" herausgeschnittene Koleoptilsegmente schwimmen 24 h im Dunkeln bei 250G auf der Testlösung«
Bei Versuchsende wird das Längenwachstum der einzelnen Koleoptilsegmente bestimmt und zu dem.des Standards (Indolylbuttersäure / JBS j 10 Gew, %) und der Kontrolle in Beziehung gesetzt
(Tabelle 2,)* '
X-K Äquivalentwert = —
Ä - K .
X = Viert der Testsubstanz
K =' Relativwert der Wasserkontrolle
A = Relativwert des JBS-Standards
Beispiel 2; Bewurzelungsförderung bei Gartenbohne
Methode A
Bohnenstecklinge (Phaseolus vulgaria) der Sorte "Jutta" werden 12 h lang 1 cm tief in die Testlösung getaucht und danach in Wasserkultur unter Gewächshausbedingungen weiterkultiviert» Bei Beginn der Bewurzelung der unbehandelten Kontrolle wird die Anzahl der Wurzeln in Relation zur Kontrolle festgestellt (Tabelle 3)»
Beispiel 3; Bewurzelungsförderung bei Chrysantheme Mit den Chrysanthemensteckli.ngen (Chrysanthemum indicum) der Sorte "Westfield Bronze" wird wie mit den Bewurzelungsstecklingen im Beispiel 2 (Methode A) verfahren (Tabelle 4)0
Beispiel 4^1 Bewurzelungsförderung bei Gartenbohne
Methode B
Bohnenstecklinge (Phaseolus vulgaris) der Sorte "Jutta" werden 5 Minuten lang 2 cm tief in Testlösung eingetaucht -und danach.in Wasserkultur unter Gewächshausbedingungen weiterkultiviert. Nach etwa 3 -Wochen sind Wurzelzahl und Wurzellänge in Relation zur . : Kontrolle zu ermitteln (Tabelle 5) · '
— 5 —
Beispiel 5: Bewurzelungsförderung bei Chrysantheme Mit den Chrysanthemenstecklingen CChrysanthemum indicum) der Sox"-te "Alec Bedser" wird wie im Beispiel 4 (Methode' B) ver£ahren(Tabelle 6).
Beispiel 6t_ Längeηwachstumshemmung Monokotyle
Die Blattspreiten von Weizenpflanzen (Triticum alstivum) der Sorte "Hatri" werden im 2-Blatt-Stadium in Testlösung getaucht. Me Kultivierung des Getreides im Klimaraum erfolgt unter Langtagbedingungen»
Zur Aus v/er tung 14 Tage nach Applikation werden die Länge des Scheinstengelstückes zwischen 1. und 2· Blattspreite und die Pflanzenmasse in Relation zur Kontrolle ermittelt (Tabelle 7).
Ί$^£ΰύ£λ~2ΐ. Seitentriebhemmung bei Tabak
Im Gewächshaus kultivierte Tabakpflanzen (Nicotiana tabacum.) der Sorte "Canella" werden im Stadium des Blühbeginns nach Entfernen der Blütenstände durch Tropfen der Substanzbrühe in die Blattachseln appliziert. Die Auswertung erfolgt, wenn die Seitentrieb« länge der Kontrolle 10 - 15 cm beträgt. Es werden Anzahl und Länge der Seitentriebe und Blattmasse in Relation zur Kontrolle ermittelt (Tabelle S).
C-
Beispiel 8: Geschlechtsdetermination und Stauchung bei Gurke Im Gewächshaus kultivierte Gurkenpflanzen (Cucumis sativus) der Sorte "Eva" werden im 2- bis' 4~Blatt-Stadium mit der Testlösung tropfnaß gespritzt.
Es werden Anzahl der weiblichen Blüten· und Pflanzenlänge in Relation zur Kontrolle ermittelt (Tabelle 9),
Beispiel ^1L Bewurzelungsfb'rderung bei Gartenbohne d.urch Kombination von Verbindung Mr« 6 mit o-Sulfobenzoe,säureimid Mit den Bohnenstecklingen (Phaseolus vulgaris) der Sorte "Jutta" wird die mit den Stecklingen im Beispiel 2 (Methode A) verfahren (Tabelle 10)e
(II)
oder dessen Alkalisalzen in Mischung mit Träger«, Fülloder anderen FormuÜerungshilfsstoffen oder Lösungsmitteln angewendet werden»
Hierzu Ji...; Seiten Tabellen
Tabelle 1:
Verb.-Nr. R
R.
5-Ci
3 5-NOg
4 5-NOg
5 H
6 H
2-01 4-01 H 1590C 21O0C
2-Cl 4-Cl 6-C1 161°C 2310C
2-NOg 4-NOg H 208 - 1490C
2-Cl 4-Cl • 5-NOg 229 - 1970C
3-Br H H 148 -
2-Cl 4-Cl H 194 -
Tabelle J^0 Koleoptilzyllndertest
Ge w *
10"
10*
10
-6
+0,76 +
+ 0,88 +
+ 0,64
Bewertung: Auxinanalog«unwirksam (Testgrenzen: +0,5 bedeutet
Tabelle 3: Bewurzelungsförderung be
Substanz Wirkstoffen+
JBS
10 ppm
1 ppm
1000
•ahl . trolle
LL Bev/urzelungsförderung be
Substanz . Wirkstoffante
6+ 10 ppm
1 ppm
Lfd. Kr, in Tabelle 1 o-Sulfobenzoesäureiraid
.ie
;zahl entrolle
-9 - Tabelle 5: Bewurzelungsförderung bei Gartenbohne
Wirkstoff- anteil Würzelanzahl % zur Eontrolle Wurzelanzahl % zur Kontrolle Länge Schein- stengelstück % zur Kontrolle V/urzellänge °h zui* Kontrolle ame
Substanz 100 ppm 10 ppm 100 ppm 10 ppm 180 143 190 105 114 186 26 41· 154 100 •38 83
6+ HES lungsförderung bei Chrysanth« wachstumshemmung Monokotyle Wurzellänge 0Io zur Kontrolle Masse ah zur Kontrolle
Tabelle 6: Bewürze Wirkstoff anteil Wirkstoff anteil 24 94 85 90
.100 ppm 10 ppm 10000 ppm 1000 ppm
Substanz
6+
Tabelle,,^?! Länge η ν?
Substanz
6+
Tabelle 8: Seitentriebhemmung bei Tabak Substanz Wirkstoffanteil Anzahl Seiten- Länge Blattmasse
triebe Seitentriebe % zur Kontrolle fo zur Kontr <, 0Zo zur Kontr
6+ 10 ppm 0 0 114
1000 82 49 121
+Lfd. Nr. in Tabelle 1
-
Tabelle 9: G-e sohle chtsde termination und Stauchung bei Gurke
Pflanzenlänge
Substanz Wirkstoff- Anzahl ·
anteil. weibl,Blüten
$> zur Kontrolle °h zur Kontrolle
1000 ppm 100 ppm
121
284
95 121
JL Bewurzelungsförderung bei Gartenbohne durch eine Kombination ' .'·'.; ...:
Wirkstoff™ Wirkstoff- Wurzelanzahl (fo zur Kontrolle) anteil anteil
Kombination
10 ,1 ppm 100 ppm
0 ppm 100 ppm
0 ppm 1 ppm
96
125
85
340 249 148
"Lfd. Nr. in Tabelle 1
'o~Sulfobenzoesäureimid
11 -

Claims (2)

  1. Erfindungsansprüche
    1. Mittel zur Beeinflussung von Wachstums- und Entwicklungsvorgängen in Pflanzen, gekennzeichnet durch einen Gehalt an substituierten Phenoxy~methyl»-bensimidazolen der allgemeinen Formel I .
    (D
    in der R^, R2, R^s R4 gleich oder verschieden sein und für Wasserstoff, Halogen, Alkyl oder Nitro stehen können, neben üblichen Hilfs- u. Trägerstoffen*
  2. 2. Mittel nach Punkt 1 dadurch gekennzeichnet, daß sie allein oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen, unter Zusatz von o-Sulfobenzoesäureimid der Formel Il
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