DD201458A1 - Reinigungsmittel fuer rauhleder - Google Patents

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DD201458A1
DD201458A1 DD23302681A DD23302681A DD201458A1 DD 201458 A1 DD201458 A1 DD 201458A1 DD 23302681 A DD23302681 A DD 23302681A DD 23302681 A DD23302681 A DD 23302681A DD 201458 A1 DD201458 A1 DD 201458A1
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DD
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cleaning
leather
mass
dirt
cleaning agent
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DD23302681A
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Siegfried Arnhold
Heidrun Gergele
Hans-Joerg Jacobasch
Barbara Thiel
Ingrid Grosse
Original Assignee
Siegfried Arnhold
Heidrun Gergele
Jacobasch Hans Joerg
Barbara Thiel
Ingrid Grosse
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Mittel zur Reinigung von Rauhleder, bestehend aus einer Kieselsaeuredispersion, einer polymeren kationenaktiven Verbindung sowie einem Emulgator-Dispergator-System. Als polymere kationenaktive Verbindung eignet sich insbesondere Polydimethyldiallylammoniumchlorid. Das Mittel beseitigt insbesondere Strassenschmutz, Griff- und Reibeschmutz an Rauhlederoberflaechen ohne Randbildung, Verhaertung und wesentliche Veraenderung der Benetzbarkeit. Die eintretende Farbveraenderungen liegen innerhalb der normierten Grenzwerte. Das Mittel ist fuer die Reinigung im Haushalt anwendbar und gestattet sowohl eine partielle als auch eine totale Behandlung des Leders.

Description

VEB CHEMIEKOMBINAT BITTERFELD Bitterfeld, 2. 9. 1981
2155
Reinigungsmittel für Rauhleder
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Mittel, das zur Reinigung von Erzeugnissen aus Rauhleder Verwendung findet·
Charakteristik der bekannten technischen lösungen
PUr Rauhleder und daraus gefertigte Gebrauchsartikel sind sowohl gewerbliche als auch im Haushalt anwendbare Reinigungsmittel bekannt.
Bei der gewerblichen Reinigung von Rauhleder werden in der Regel organische lösungsmittel eingesetzt· Der Nachteil derartiger Reinigungsverfahren besteht darin, daß dabei Farbstoff- und Pettauslösungen aus dem ledermaterial erfolgen, was zu Verfärbungen und Verhärtungen des Materials führt·
Die Verhärtung kann verhindert oder reduziert werden, indem man dem organischen lösungsmittel rückfettende Zusätze zufügt· Ein derartiges Reinigungsverfahren ist in der DD-PS 96 085 beschrieben. Trotz rückfettender Zusätze müssen aber die gereinigten lederartikel einer zeitaufwendigen mechani-
-2-233026 0 .
sehen Nachbearbeitung unterzogen werden. Die eingetretenen Farbveränderungeri fordern in der Regel einen weiteren nachgeschalteten Arbeitsgang der Wiederauffärbung· Die Anwendung organischer lösungsmittel für die Rauhlederreinigung erfordert den Einsatz einer speziell für diesen Zweck konstruierten komplizierten technischen Ausrüstung, die von Spezialisten bedient werden muß. Wegen der Flüchtigkeit der eingesetzten lösungsmittel ist ein merklicher Materialverlust während des Behandlungsprozesses nicht vermeidbar.
Es sind ferner Reinigungsverfahren bekannt, bei denen emulgierbare Mischungen aus lösungsmitteln, Emulgatoren, Wasser und rückfettenden sowie imprägnierenden Zusätzen eingesetzt werden (FR-PS 2 245 766). Dabei treten die gleichen Nachteile wie bei der Verwendung wasserfreier organischer lösungsmittel aufj die Rückgewinnung der Mischungsbestandteile erfordert zusätzlichen apparativen und zeitlichen Aufwand.
Aus qualitativen, materialökonomischen und arbeitshygienischen Gründen ist der Einsatz lösungsmittelhaltiger Reinigungsmittel für die Rauhlederreinigung im Haushalt ausgeschlossen.
Für die Reinigung von Rauhleder im Haushalt sind Verfahren bekannt, bei denen unter Benutzung einer Haushaltwaschmaschine die Reinigung in wäßriger Flotte erfolgt. Nach der FR-PS 2 206 404 wird dabei sukzessiv Seifenlösung und eine lösung aus synthetischen waschaktiven Substanzen eingesetzt, der ein in Alkohol gelöster Farbstoff zugesetzt wird.
Die Anwendung wäßriger Flotten zum Reinigen von Rauhlederartikeln be schränkt sich auf speziell ausgerüstete leder-Sorten (in der DDR zum Beispiel "robbyled-speziled")· Ein weiterer Nachteil dieser Verfahren sind die langen Trockenzeiten der so gereinigten Artikel. Da die Trockentemperaturen nicht über 30 0C liegen dürfen, dauert der Trockenvorgang 6 bis 8 Tage.
-3-233026
Ein wesentlicher Nachteil der bisher erwähnten bekannten Reinigungsverfahren und der zugehörigen Reinigungsmittel ist die Randbildung bei der partiellen Reinigung. Die Anwendung daicartiger Mittel erfordert somit stets die Reinigung des gesamten Objektes, auch wenn nur ein Teil davon reinigungsbedürftig ist·
Ein weiterer Nachteil der angegebenen Reinigungsverfahren besteht darin, daß sie für geklebte Artikel, wie Schuhe, Taschen und ähnliche nicht anwendbar oder mit Qualitätsrisiken verbunden sind.
Zur Reinigung von Schuhen aus Rauhleder ist ein Mittel in Form eines aus speziellen polymeren Bestandteilen aufgebauten Radierstiftes bekannt (CS-PS 126 293)· Der Nachteil dieses Mittels besteht in der Begrenzung der Anwendung auf die Beseitigung von leichtem Straßenschmutz. In das ledergefüge eingedrungener Schmutz, zum Beispiel Griff- oder Reibe schmutz, ist nicht beseitigbar· Die Bearbeitung von Bekleidungsleder mit radierenden Mitteln ist mit hohen Qualitätsrisiken für das bearbeitete Material verbunden.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist ein Mittel zur Reinigung von Rauhleder und daraus gefertigten Artikeln aller Art, welches die Entfernung von Schmutz durch partielle oder totale Behandlung des Objektes sowohl im gewerblichen Bereich als auch im Haushalt ermöglicht, einfach anwendbar und mit geringem ,Materialaufwand herstellbar ist.
-λ- 23 3026 ο
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Reinigungsmittel für Rauhleder und daraus gefertigte Artikel "bereitzustellen, das gewerblich und im Haushalt verwendet werden kann·
Es wurde gefunden, daß Mischungen aus wäßrigen Kieselsäuredispersionen, lederweichmachendeη Verbindungen und emulgierenden bzw. dispergierenden Substanzen geeignet sind, Rauh- ~> leder verschiedener Art ohne besondere technische Hilfsmittel randlos zu reinigen, ohne daß kosten- und materialaufwendige Nachbehandlungen der gereinigten Objekte erforderlich sind. Die Reinigungswirkung wäßriger Kieselsäuredispersionen an textlien Oberflächen ist bekannt. Die Anwendung von Kieselsäuredispersionen unterschiedlicher pH-Werte führte wohl zu-einer effektiven Reinigung von Rauhlederoberflächen, aber gleichzeitig erfolgte eine intensive Adsorption von Kieselsäureteilchen an der Rauhlederoberfläche, die eine spürbare "Verhärtung und merkliche Farbveränderung hervorrief.
Demzufolge wurde eine Ie de rwe ichmachende Komponente zugefügt. Besonders geeignet sind kationenaktive polymere Verbindungen vom Typ der Dialkyldiallylammoniumhalogenide, vorzugsweise Polydimethyldialkylammoniumchlorid mit einer Molmasse von 10 000 bis 50 000 g/mol.
Um eine gute Benetzbarkeit der Rauhlederoberfläche zu gewährleisten, wird ein Emulgator-Dispergator-Systern zugegeben. Als Emulgatoren eignen sich besonders gut Verbindungen vom Typ der niedrig oxäthylierten Alkylphenole; als Dispergatoren werden Verbindungen vom Typ der Alkylphenylpolyglykolather verwendet.
5-233026 O
Die erfindungsgemäßen Mittel bestehen demzufolge aus folgenden Komponenten:
Kieselsäuredispersion ι 0,1 bis 1,5 # SiO?
Poly-dialkyldiallyl-
ammoniumhalogenid 0,01 bis 1,0 %
niedrig oxäthyliertes
Alkylphenol 0,005 bis 1,0 %
Alky lpheny lpo lyg Iyko 1-
äther 0,05 bis 2,0 %
Wasser ad 100 %
Als besonders vorteilhaft hat sich ein Mittel folgender Zusammensetzung erwiesen:
Kiese!säuredispersion 1,0 #
Poly-dimethyldiallyl- ,
ammoniumchIorid
0 MG 25000 0,04 ^
niedrig oxäthyliertes · Alkylphenol 0,01 %
Alkylphenylpolyglyko1-
äther 0,20 %
Wasser ad 100
Ausführungsbe ispie 1
Für die durchgeführten Eeinigungsversuche wird das erfindungsgemäße Mittel in folgender Zusammensetzung verwendet:
2330 26 0
Kieselsäuredispersion 1,0 % SiO?
Poly-dimethyldiallyl-
ammoniumchlorid
0 MG 25000 0,04 %
niedrig oxäthyliertes
Alkylphenol 0,01 #
Alkylpheny lglyko 1-
äther 0,20 %
Wasser ad 100 %
Die Reinigung der verschmutzten beziehungsweise künstlich angeschmutzten Objjekte wird auf folgende Weise durchgeführt:
Beispiel 1:
Ein Weichschaum-Schwamm wird mit Wasser befeuchtet, gut ausgedrückt und das erfindungsgemäße Mittel aufgeträufelt. Die verschmutzten Stellen werden sanft abgerieben, der verschmutzte Schwamm dann unter fließendem Wasser gründlich gespült und ausgedrückt. Dann wird das erfindungsgemäße Mittel erneut auf den Schwamm geträufelt und die Behandlung solange wiederholt, bis der Schwamm bei der Reinigung keinen Schmutz mehr aufnimmt.
Ergebnisse der Reinigungsversuche
- An einer häufig getragenen Damenjacke aus waschbarem Schweinsvelourbekleidungsleder, Typ "robbyled-speziled", Farbe setter, werden Verschmutzungen durch Straßenstaub, Schweißränder und Griffschmutz partiell mit dem erfindungsgemäßen Mittel mit sehr gutem Erfolg vollständig beseitigt. Es treten keine Form- und Farbveränderungen, Randbildungen oder Verhärtungserscheinungen auf.
.- 7
- 233026 0
Bei Anwendung eines chemischen Reinigungsverfahrens an Lederartikeln gleichen Materials und gleicher Farbe entstehen dagegen deutliche Farbaufhellungen.
- Eine häufig getragene Damen;)acke aus waschbarem Schweinsvelourbekleidungsleder, Typ "robbyled-speziled", Farbe asche, mit starken Verschmutzungen am Besatz und an den Ärmeln, Schweißrändern am Schonkragen und einem Schmierölfleck am Vorderteil wird mit dem erfindungsgemäßen Mittel total gereinigt. Es tritt ein einwandfreier Reinigungseffekt ohne Mater.ialveränderung ein. Ein Bekleidungsstück gleicher Materialart und Parbe zeigt bei einer Wäsche mit einem tensidhaltigen Spezialwaschmittel für waschbare Rauhleder (Konzentrat 811) noch eine deutliche Restverschmutzung.
- Eine Herren^acke aus Ziegenvelourbekleidungsleder, Farbe dackel, mit leichten Straßenstaubverschmutzuiigen sowie Milch- und Maschinenölflecken wird durch Anwendung des erfindungsgemäßen Mittels partiell gereinigt· Die Verschmutzungen und Flecken v/erden völlig beseitigt. Es tritt keine Randbildung und Verhärtung ein. Die Farbaufhellung ist minimal.
- Ein Paar Damenschuhe aus Fubukleder, Farbe moos, werden in einer Zeitspanne von 14 Tagen nach täglichem Tragen regelmäßig gereinigt. Trockener Straßenschmutz und Spritzschmutz werden ohne Veränderung des Iedermaterials randlos entfernt.
Beispiel .2;.
Zur Beurteilung der durch Behandlung mit dem erfindungsgemäßen Mittel eintretenden Oberflächenveränderungen wird wie folgt verfahren:
- Vorbehandlung: Materialproben von 200 χ 200 mm werden bei 20 0C + 2 und einer relativen luftfeuchtigkeit von 65 % + 5 klimatisiert. Anschließend wird das erfindungsgemäße
233026 0
Mittel mit dem Schwamm 4 mal aufgetragen, wobei die Materialprobe um jeweils 90° gedreht wird. Anschließend wird mit einer straffen Bürste aufgebürstet.
-Farbveränderung: Die Beurteilung erfolgt durch visuellen Vergleich mit dem Graumaßstab zur Bewertung der Änderung der Farbe. Dabei werden Noten von 5 (keine Farbtonänderung) bis 1 (starke Färbtonänderung) erteilt.
- Flächenänderung: Die Prüfung erfolgt durch Ausmessen.
- Wassertropfenechtheit: Feststellung der Zeitspanne bis zum Eintritt einer Benetzung.
- Dynamische Wasseraufnähme:
• Anzahl der Stauchungen bis zum 1. Wasserdurchtritt ... Wa s se rauf nähme nach 1500 Stauchungen in fo . Wasserdurchtritt nach 1500 Stauchungen in g
- Die Prüfung der Biege Steifheit erfolgt mit der Apparatur nach Schlenker.
- Die Beurteilung auf Randbildung erfolgt visuell. '
Schweins— Nubulc-Leder dunkelblau
Ziegenvelour-
leder
hellbraun
Rind s ve Io ur— spalt f. Schuhe schwarz
Orig, Probe Orig. Probe Orig· Probe
Schweinsvelourbe k Ie idung s Ie de r, waschbar, moo-r he 11 Orig, Probe
I1 ar b ve r ände r ung (Note)
4-5
4-5
jTlächenänderung % - 0 0-1 ·- 0
Wassertropfenecht- he it (min) >30 >30 >30 >30 >30 >30
Biege Steifheit K.cm χ (10-) 12 8 2,1 7,4 5,1
Dynamische Wasseraufnahme
- Stauchungen bis 1, Wasserdurchtritt 1500 1500 1480 I4OO 210 434
- Wasseraufnahme nach 1500 Stauchungen Qf) 12 12 . 14 20 33 39
- Wasserdurchtritt nach 1500 Stauchungen (g) - 1,9 1,2
EandbiIdung
0 I
>30 >30 1
1,7 2,6 233
CD ro
777 58 1022 59
0,3 0,7

Claims (3)

  1. 233026 0
    Erfindungsanspruch
    1. Reinigungsmittel für Rauhleder, gekennzeichnet dadurch, daß es aus einer Mischung von wäßriger Kieselsäuredispersion, einer kationenaktiven polymeren Verbindung, ednem niedrig oxäthylierten Alkylphenol, einem Alkylphenylpolyglykoläther und Wasser besteht·
  2. 2. Reinigungsmittel nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß als kationenaktive polymere Verbindung ein Polydialkyldially!ammoniumhalogenide vorzugsweise Polydimethyldialkylammoniumchlorid mit einem Molekulargewicht von
    10 000 bis 50 000 g/möl verwendet wird. ' ' ' ' ' ' .'. '
  3. 3. Reinigungsmittel nach den Punkten 1 und 2, gekennzeichnet dadurch, daß es
    0,1 bis 1,5 Masse-% Kieselsäure,
    0,01 bis 1,0 Masse-% einer kationenaktiven polymeren
    Verbindung,
    0,005 bis 1,0 Masse-# eines niedrig oxäthylierten Alkylphenols, > . ' .
    0,05 bis 3,0 Masse-# eines Alkylphenylpolyglykoläthers, ad 100 Masse-% Wasser
    enthält.
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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE4313085A1 (de) * 1993-04-21 1994-10-27 Stockhausen Chem Fab Gmbh Stabile wäßrige Dispersionen von quartären Ammoniumverbindungen und Imidazolin-Derivaten
EP1277463A1 (de) * 2001-07-20 2003-01-22 L'oreal Schäumende Zusammensetzung auf Basis von Silika und kationischem Polymer

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