DD201458B1 - Reinigungsmittel für Rauhleder - Google Patents
Reinigungsmittel für RauhlederInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Mittel, das zur Reinigung von Erzeugnissen aus Rauhleder Verwendung findet.
Für Rauhleder und daraus gefertigte Gebrauchsartikel sind sowohl gewerbliche als auch im Haushalt anwendbare Reinigungsmittel bekannt.
Bei der gewerblichen Reinigung von Rauhleder werden in der Regel organische Lösungsmittel eingesetzt. Der Nachteil derartiger Reinigungsverfahren besteht darin, daß dabei Farbstoff- und Fettauslösungen aus dem Ledermaterial erfolgen, was zu Verfärbungen und Verhärtungen des Materials führt.
Die Verhärtung kann verhindert oder reduziert werden, indem man dem organischen Lösungsmittel rückfettende Zusätze zufügt. Ein derartiges Reinigungsverfahren ist in der DD-PS 96085 beschrieben. Trotz rückfettender Zusätze müssen aber die gereinigten Lederartikel einer zeitaufwendigen mechanischen Nachbearbeitung unterzogen werden. Die eingetretenen Farbveränderungen fordern in der Regel einen weiteren nachgeschalteten Arbeitsgang der Wiederauffärbung. Die Anwendung organischer Lösungsmittel fürtiie Rauhlederreinigung erfordert den Einsatz einer speziell für diesen Zweck konstruierten komplizierten technischen Ausrüstung, die von Spezialisten bedient werden muß. Wegen der Flüchtigkeit der eingesetzten Lösungsmittel ist ein merklicher Materialverlust während des Behandlungsprozesses nicht vermeidbar.
Es sind ferner Reinigungsverfahren bekannt, bei denen emuJgierbare Mischungen aus Lösungsmitteln, Emulgatoren, Wasser und rückfettenden sowie imprägnierenden Zusätzen eingesetzt werden (FR-PS 2245766). Dabei treten die gleichen Nachteile wie bei der Verwendung wasserfreier organischer Lösungsmittel auf; die Rückgewinnung der Mischungsbestandteile erfordert zusätzlichen apparativen und zeitlichen Aufwand.
Aus qualitativen, materialökonomischen und arbeitshygienischen Gründen ist der Einsatz lösungsmittelhaltiger Reinigungsmittel für die Rauhlederreinigung im Haushalt ausgeschlossen.
Für die Reinigung von Rauhleder im Haushalt sind Verfahren bekannt, bei denen unter Benutzung einer Haushaltwaschmaschine die Reinigung in wäßriger Flotte erfolgt. Nach der FR-PS 2206404 wird dabei sukzessiv Seifenlösung und eine Lösung aus synthetischen waschaktiven Substanzen eingesetzt, der ein in Alkohol gelöster Farbstoff zugesetzt wird.
Die Anwendung wäßriger Flotten zum Reinigen von Rauhlederartikeln beschränkt sich auf speziell ausgerüstete Ledersorten (in der DDR zum Beispiel „robbyled-speziled"). Ein weiterer Nachteil dieser Verfahren sind die langen Trockenzeiten der so gereinigten Artikel. Da die Trockentemperaturen nicht über 30°C liegen dürfen, dauert der Trockenvorgang 6 bis 3 Tage.
Ein wesentlicher Nachteil der bisher erwähnten bekannten Reinigungsverfahren und der zugehörigen Reinigungsmittel ist die Randbildung bei der partiellen Reinigung. Die Anwendung derartiger Mittel erfordert somit stets die Reinigung des gesamten Objektes, auch wenn nur ein Teil davon reinigungsbedürftig ist.
Ein weiterer Nachteil der angegebenen Reinigungsverfähren besteht darin, daß sie für geklebte Artikel, wie Schuhe, Taschen und ähnliche nicht anwendbar oder mit Qualitätsrisiken verbunden sind.
Zur Reinigung von Schuhen aus Rauhleder ist ein Mittel in Form eines aus speziellen polymeren Bestandteilen aufgebauten Radierstiftes bekannt (CS-PS 126293), Der Nachteil dieses Mittels besteht in der Begrenzung der Anwendung auf die Beseitigung von leichtem Straßenschmutz. In das Ledergefüge eingedrungener Schmutz, zum Beispiel Griff- oder Reibeschmutz, ist nicht beseitigbar. Die Bearbeitung von Bekleidungsleder mit radierenden Mitteln ist mit hohen Qualitätsrisiken für das bearbeitete Material verbunden.
2Ш der Erfindung
Ziel der Erfindung ist ein Mittel zur Reinigung von Rauhleder und daraus gefertigten Artikeln aller Art, welches die Entfernung von Schmutz durch partielle und totale Behandlung des Objektes sowohl im gewerblichen Bereich als auch im Haushalt ermöglicht, einfach anwendbar und mit geringem Materialaufwand herstellbar ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Reinigungsmittel für Rauhleder und daraus gefertigte Artikel bereitzustellen, das gewerblich und im Haushalt verwendet werden kann.
Es wurde gefunden, daß Mischungen aus wäßrigen Kieselsäuredispersionen, lederweichmachenden Verbindungen und emuigierenden bzw. dispergierenden Substanzen geeignet sind, Rauhleder verschiedener Art ohne besondere technische Hilfsmittel randlos zu reinigen, ohne daß kosten- und materialaufwendige Nachbehandlungen der gereinigten Objekte erforderlich sind. Die Reinigungswirkung wäßriger Kieselsäuredispersionen an textlien Oberflächen ist bekannt. Die Anwendung von Kieselsäuredispersionen unterschiedlicher pH-Werte führte wohl zu einer effektiven Reinigung von Rauhlederoberflächen, aber gleichzeitig erfolgte eine intensive Adsorption von Kieselsäureteilchen an der Rauhlederoberfläche, die eine spürbare Verhärtung und merkliche Farbveränderung hervorrief.
Demzufolge wurde eine tederweichmachende Komponente zugefügt Besonders geeignet sind kationenaktive polymere Verbindungen vom Typ der Dialkyldiallylammcniumhalogenide, vorzugsweise Polydimethyldialkylammoniumchlorid mit einer Molmasse von 10000 bis 50OOOg/mol.
Um eine gute Benetzbarkeit der Rauhlederoberfläche zu gewährleisten, wird ein Emulgator-Dispergator-System zugegeben.
Ais Emulgatoren eignen sich besonders gut Verbindungen vom Typ der niedrig oxäthylierten Alkylphenole; als Dispergatoren werden Verbindungen vom Typ der Alkylphenylpolyglykoläther verwendet
233 026
ammoniumhalogenid 0,01 bis 1,0%
niedrig oxäthyliertes Alkylphenoi 0,005 bis 1,0%
Wasser ad 100%
Kieselsäuredispersion 1,0 % SiO2
0MG 25000 0,04%
niedrig oxäthyliertes Alkylphenoi 0,01 %
Wasser ad 100%
0MG 25000 0,04%
niedrig oxäthyliertes Alkylphenoi 0,01 %
Wasser ad 100%
Ein Weichschaum-Schwamm wird mit Wasser befeuchtet, gut ausgedrückt und das erfindungsgemäße Mittel aufgeträufelt. Die verschmutzten Stellen werden sanft abegerieben, der verschmutzte Schwamm dann unter fließendem Wasser gründlich gespült und ausgedrückt. Dann wird das erfindungsgemäße Mittel erneut auf den Schwamm geträufelt und die Behandlung solange wiederholt, bis der Schwamm bei der Reinigung keinen Schmutz mehr aufnimmt.
— An einer häufig getragenen Damenjacke aus waschbarem Schweinsvelourbekleidungsleder, Typ „robbyled-speziled" Farbe setter, werden Verschmutzungen durch Straßenstaub, Schweißränder und Griffschmutz partiell mit dem erfindungsgemäßen Mittel mit sehr gutem Erfolg vollständig beseitigt Es treten keine Form- und Farbveränderungen, Randbildungen oder Verhärtungserscheinungen auf. Bei Anwendung eines chemischen Reinigungsverfahrens an Lederartikefn gleichen Materials und gleicher Farbe entstehen dagegen deutliche Farbaufhellungen.
— Eine häufig getragene Damenjacke aus waschbarem Schweinsvelourbekleidungsleder, Typ „robbyled-speziled", Farbe asche,*mit starken Verschmutzungen am Besatz und an den Ärmeln, Schweißrändern am Schonkragen und einem Schmierölfleck am Vorderteil wird mit dem erfindungsgemäßen Mittel total gereinigt. Es tritt ein einwandfreier Reinigungseffekt ohne Materialveränderung ein.
Ein Bekleidungsstück gleicher Materialart und Farbe zeigt bei einer Wäsche mit einem tensidhaltigen Spezialwaschmittel für waschbare Rauhleder (Konzentrat 811) noch eine deutliche Restverschmutzung.
— Ein Herrenjacke aus Ziegenvelourbekleidungsleder, Farbe dackel, mit leichten Straßenstaubverschmutzungen sowie Milch- und Maschinenölflecken wird durch Anwendung des erfindungsgemäßen Mittels partiell gereinigt. Die Verschmutzungen und Flecken werden völlig beseitigt. Es tritt keine Randbildung und Verhärtung ein. Die Farbaufhellung ist minimal.
— Ein Paar Damenschuhe aus Nubukleder, Farbe moos, werden in einer Zeitspanne von 14 Tagen nach täglichem Tragen regelmäßig gereinigt. Trockener Straßenschmutz und Spritzschmutz werden ohne Veränderung des Ledermaterials randlos entfernt.
Zur Beurteilung der durch Behandlung mit dem erfindungsgemäßen Mittel eintretenden Oberflächenveränderungen wird wie folgt verfahren:
— Vorbehandlung: Materialproben von 200 χ 200mm werden bei 200C ± 2 und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 65% ± klimatisiert. Anschließend wird das erfindungsgemäße Mittel mit dem Schwemm 4 mal aufgetragen, wobei die Materialprobe um jeweils 90° gedreht wird. Anschließend wird mit einer straffen Bürste aufgebürstet.
— Farbveränderung: Die Beurteilung erfolgt durch visueHen Vergleich mit dem Graumaßstab zur Bewertung der Änderung der Farbe. Dabei werden Noten von 5 (keine Farbtonänderung) bis 1 (starke Farbtonänderung) erteilt.
— Flächenänderung: Die Prüfung erfolgt durch Ausmessen.
— Wasserrfenechtheit: Feststellung der Zeitspanne bis zum Eintritt einer Benetzung.
— Dynamische Wasserauf nähme:
• Anzahl der Stauchungen bis zum 1 .Wasserdurchschnitt
• Wasseraufnahme nach 1500 Stauchungen in %
• Wasserdurchtritt nach 1500 Stauchungen in g
— Die Prüfung der Biegesteifheit erfolgt mit der Apparatur nach Schlanker.
— Die Beurteilung auf Randbildung erfolgt visuell.
| 'Schweins- | Probe | Ziegenvelour- | Probe | Rindsvelour | Probe | 233 026 0 | |
| 4-5 | leder | 4-5 | spalt f. Schuhe | 4 | Schweinsvelour- | ||
| hellbraun | schwarz | bekleidungsieder, | |||||
| Nubuk-Leder | 0 | 0-1 | 0 | waschbar. | |||
| dunkelblau | >30 | Orig. | >30 | Orig. | >30 | moor, hell | |
| 5 | 5 | Orig. Probe | |||||
| Farbveränderung | Orig. | 8 | 1,3 | 5,1 | 5 5 | ||
| (Note) | 5 | — | — | ||||
| Flächenänderung % | >30 | >30 | — 0 | ||||
| Wasserstropfenecht | — | > 30 > 30 | |||||
| heit (min) | >30 | 1500 | 2,1 | 1400 | 7,4 | 434 | |
| Biegesteifheit | 1,7 2,6 | ||||||
| N.cmxdO"2) | 12 | 12 | 20 | 39 | |||
| Dynamische | |||||||
| Wasseraufnahme | — | 1480 | — | 210 | 1,2 | ||
| — Stauchungen bis | 777 1022 | ||||||
| 1. Wasserdurchtritt | 1500 | — | 14 | — | 33 | — | |
| — Wasseraufnahmenach | 58 59 | ||||||
| 1 500 Stauchungen (%) | 12 | — | 1,9 | ||||
| —Wasserdurchtritt nach | 0,3 0,7 | ||||||
| 1 500 Stauchungen (g) | — | ||||||
| Randbildung | — | ||||||
Claims (2)
- 233 026 0Erfindungsansprüche:1. Reinigungsmittel für Rauhleder, gekannzeichnet dadurch, daß es aus
0,8 bis 1,2 Ma.-% Kieselsäure,0,02 bis 0,06 Ma.-% Polydimethyldialkylammoniumchlorid,0,005 bis 0,015 Ma.-% eines niedrig oxäthylierten Alkylphenols,0,05 bis 0,5 Ma.-% eines Alkylphenylpolyglykoläthers, ad 100 Ma.-% Wasser besteht. - 2. Reinigungsmittel nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß ein Polydimethyldialkylammoniumchlorid mit einem Molekulargewicht von 20000 bis 30OOOg/mol eingesetzt wird.
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