DD203399A1 - Verfahren zur neutralisationsanalyse verschmutzter motorenoele - Google Patents
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Abstract
Es ist wichtig, die Erschoepfung der Alkalitaet von Schiffsmotorenoelen fruehzeitig festzustellen, um die Motoren vor Schaeden durch Saeurekorrosion zu bewahren. Diese Aufgabe wird erfindungsgemaesz dadurch geloest, dasz waehrend der Titration ein Teil des Indikators zur Beurteilung seiner Farbe aus dem verschmutzten undurchsichtigen Testgemisch mittels Wasser abgetrennt wird. Dazu wird die Oelprobe mit einem Loesungsmittelgemisch, in dem Wasser wenig loeslich ist, vorzugsweise in einer Zusammensetzung von 75 Volumenprozent Toluen, 20 Volumenprozent Isopropanol und 5 Volumenprozent Wasser und eine Spatelspitze Methylorange in einem Schuettelzylinder nach jeder Saeurezugabe gemischt. Nach dem Ablaufen der organischen Phase von der Glaswandung werden die am freien Teil der Glasflasche haftenden Wassertroepfchen auf ihre Indikatorfarbe beurteilt. Der Verbrauch an Saeure bis zum Farbumschlag ist ein Masz fuer die Alkalitaet des Motorenoels. Es ist eine Bordmethode zur Bestimmung der Alkalitaet von Schiffsmotorenoelen.
Description
a) Titel der Erfindung
Verfahren zur Neutralisationsanalyse verschmutzter Motorenöle. '
Die Erfindung betrifft ein Verfahren für die Prüfung mäßig verschmutzter Motorenöle, insbesondere gebrauchter Mo.torenöle des Sciaiffsmaschinenbetriebes, auf den Gehalt an alkalischen Bestandteilen.
c) Charakteristik der bekannten technischen Lösungen Bei der Bestimmung von Säuren und,Basen gebrauchter Motorenöle durch Titration mit Farbindikatoren treten bei der Erkennung des Farbumschlages häufig Schwierigkeiten durch die Verschmutzung auf.
Die .potentiometrische Titration ermöglicht, diese Schwierigkeiten zu überwinden (z. B. TGL 29209/01). Eine andere Möglichkeit besteht in dem Extrahieren der alkalischen Bestandteile des Motorenöls mit heißem Wasser (DIlT 51558). Beide Verfahren sind in stationären Labors gebräuchlich, doch für die Anwendung durch analytisch ungeübte Arbeitskräfte des Anlagenbetriebes, z, B. im Schiffsbetrieb, sind sie nicht geeignet.
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Einfachere Verfahren (ÜS-PS 3811837, DAS 1648966) empfehle: Indikatoren, deren Farbe die Eigenfärbung der zu prüfenden Öle überdeckt. Sie sind aber für die Prüfung von mit Ruß verunreinigten Motorenölen ungeeignet·
d) Ziel der Erfindung
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzugeben, das auch unter ungünstigen Arbeitsbedingungen mit wenig Aufwand noch befriedigende Ergebnisse bei der Bestimmung der Neutralisationszahl, insbesondere der Alkalität gebrauchter Motorenöle liefert. Motorenöle ' enthalten vorbeugend alkalische Zusätze, um Korrosion durcl Säure an mit dem Öl in Berührung kommenden Bauteilen zu ven hindern. Während des Betriebes erfolgt ihr Verbrauch durch eindringende saure Verbrennungsprodukte des Kraftstoffes und Alterungsprodukte des Öls. Es ist infolgedessen notwendig, die Erschöpfung der Alkalität des Motorenöles frühzeitig festzustellen, um den Motor vor Schaden zu bewahren·
In vielen Fällen ist es nicht möglich oder zu umständlich, eine Ölprobe in ein analytisches Laboratorium zur Untersuchung zu schicken. Es ist deshalb notwendig, eine entsprechende Prüfmethode so einfach zu gestalten, daß sie auch von einem Maschinisten an Bord ohne Schwierigkeiten eindeutig durchgeführt werden kann.
e) Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, mit einer laborunabhängigen und schnell durchzuführenden Prüfung an verschmutzten Motorenölen, insbesondere aber an Motorenölen des Schiffsmaschinenbetriebes, den Gehalt an basischen Bestandteilen zu bestimmen.
Diese Aufgabe wird ordnungsgemäß dadurch gelöst, daß ein Teil des Indikators zur Beurteilung seiner Farbe während der Titration aus dem verschmutzten Testgemisch mittels Wasser abgetrennt wird. Dazu wird die Ölprobe mit einem Lösungsmittel, in dem Wasser wenig löslich ist,.verdünnt.
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Diese Lösung, ein wasserlöslicher Indikator und geringe Mengen Wasser werden in einer Glasflasche durch Schütteln gemischt.
Die Wassermenge ist so gewählt, daß nach dem Schütteln der Glasflasche an ihrer oberen freien Wandung genügend Wassertröpfchen bzw. -schlieren haften bleiben, aus denen die Farbe des gelösten Indikators erkennbar ist. Die Maßlösung, eine Säure, wird tröpfchenweise zugegeben· Nach jeder Zugabe wird geschüttelt.
Nach dem Ablaufen der organischen Phase von der Glaswandung werden die am freien Teil der Glasflasche haftenden Wassertröpfchen auf ihre Farbe beurteilt. Der Verbrauch an Maßlösun,g ist ein Maß für die im Motorenöl enthaltenen alkalischen Bestandteile.
f) Ausführungsbeispiel
Die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens sei im fol-
genden anhand einer Bestimmung der Alkalität von Schiffsmotorenölen beschrieben.
Zur Bestimmung wird eine verschließbare Glasflasche mit zwei Markierungen benötigt. Bis zur ersten Markierung wird das wasserhaltige organische Lösungsmittelgemisch eingefüllt, die Ölprobe bis zur zweiten Markierung. Eine Spatelspitze, des Indikators, vorzugsweise Methy1organe, wird hinzugefügt. Die Maßlösung, beispielsweise eine 0,5-molare wässrige Schwefelsäure, wird" aus einer Bürette in kleinen Portionen zugegeben. Wach jeder Zugabe wird etwa 10 Sekunden lang kräftig geschüttelt und nach dem Ablaufen der organischen Phase von der Glaswandung wird die Farbe der am freien oberen Teil der Glasflasche haftenden Wassertröpfchen bzw» -schlieren beurteilt. Die Abscheidung der .Wassertröpfchen kann mitunter durch das Hinzufügen geringer Mengen zusätzlichen V/asser begünstigt werden. Titriert wird von Gelbgrün bis Rotbraun.
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Anstelle der Bürette kann auch eine einfache Tropfpipette verwendet werden; aus der Anzahl der verbrauchten Tropfen bis zum Farbumschlag wird unter Berücksichtigung des ungefähren Tropfenvolumens die · Alkalität errechnet. Daß dieses Verfahren zur Bestimmung der alkalischen Bestandteile eines alkalisch legierten Schmieröls geeignet ist, wird zuvor an dem noch ungebrauchten Öl geprüft, dessen Alkalität durch den Hersteller angegeben wird. Diese einfache Methode zur Bestimmung der Alkalität liefert befriedigende Ergebnisse, wie ein Vergleich mit der potentiometrischen Bestimmung zeigt.
Es wurden fünf Öle aus Schiffsmotore'njiach der oben beschriebenen Prüfmethode getestet. Titriert wurde tropfenweise mit 0,5-molarer wässriger Schwefelsäure, und zwar in einem 50 ml - Schuttelzylinder. Zu etwa 15 ml Lösungsmittel gemisch in einer Zusammensetzung von 75 Volumenprozent Toluen, 20 Volumenprozent Isopropanol und 5 Volumenprozent Wasser wurden 5 ml Öl und eine Spatelspitze Methylorange gegeben. Aus dem Tropfenverbrauch wurde die Alkalität in Milligramm Kaiiumhydroxid pro Gramm Öl errechnet. Die so erhaltenen Ergebnisse und die der potentiometrischei Titration sind in der folgenden Tabelle gegenübergestellt.
| Motorenöl | IiBU | Alkalität nach | 974 | Alkalität nach erfin |
| ASTM D | pro | dungsgemäßer Methode | ||
| Probe | (Masse-%) | (mg KOH | g.Öl) | (mg KOH pro g Öl) |
| 1 | 0,7 | 8,8 | 8,0 | |
| 2 | 1,0 | 8,2 | 7,2 | |
| 3 | 2,6 | 3,5 | 4,0 | |
| 4 | 0,7 | 5,8 | 6,4 | |
| 5 | 0,4 | 6,0 | 6,4 |
Claims (2)
- 233286Erfindungsanspruch1. Verfahren zur Heutralisationsanalyse verschmutzter Motorenöle durch Titration unter Verwendung eines Lösungsmittelgemisches, dadurch gekennzeichnet, daß Wassertröpfchen bzw. -schlieren zur Beurteilung der Farbe eines wasserlöslichen Indikators abgetrennt werden.
- 2. Lösungsmittelgemisch nach Punkt Ί 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Lösungsmittelgemisch aus 75 Volumenprozent Toluen, 20 Volumenprozent Isopropanol und 5 Volumenprozent Wasser besteht.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DD23328681A DD203399A1 (de) | 1981-09-15 | 1981-09-15 | Verfahren zur neutralisationsanalyse verschmutzter motorenoele |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
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|---|---|
| DD203399A1 true DD203399A1 (de) | 1983-10-19 |
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Family Applications (1)
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1981
- 1981-09-15 DD DD23328681A patent/DD203399A1/de not_active IP Right Cessation
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