DD208036A3 - Fungizide mittel - Google Patents

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DD208036A3
DD208036A3 DD23874182A DD23874182A DD208036A3 DD 208036 A3 DD208036 A3 DD 208036A3 DD 23874182 A DD23874182 A DD 23874182A DD 23874182 A DD23874182 A DD 23874182A DD 208036 A3 DD208036 A3 DD 208036A3
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low
phytophthora infestans
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fungicidal agents
growth inhibition
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DD23874182A
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Inventor
Horst Hoelzel
Christine Fieseler
Werner Kochmann
Wilfried Kramer
Kurt Naumann
Tilo Roethling
Walter Steinke
Ulf Thust
Monika Wind
Original Assignee
Bitterfeld Chemie
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Abstract

DIE ERFINDUNG BETRIFFT NEUE FUNGIZIDE MITTEL, INSBESONDERE ZUR BEKAEMPFUNG VON PHYTOPHTHORA INFESTANS. ALS WIRKSTOFF ENTHALTEN SIE VERBINDUNGEN DER ALLGEMEINEN FORMEL, IN DER REIN WASSERSTOFFATOM ODER EINE METHYLGRUPPE UND R TIEF 1 = - C - CH TIEF 3, - C - CH TIEF 2 CL, - C- C TIEF 6 H TIEF 5 ODER -C -OCH TIEF 3 BEDEUTEN.

Description

VEB ОНЕМТЕДОМВІНАО? BUTERi1EbD Bitterfeld, 12. 3. 1982
2263
Fungizide Mittel Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft neue fungizide Mittel zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten an Kulturpflanzen.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten an Kulturpflanzen, speziell gegen Phytophthora infestans (Kraut- und Khollenfäule der Kartoffeln), werden bekanntlich in breitem Uinfang metallorganische Verbindungen der A'thylen-bis-dithiocarbamidsäure, zum Beispiel Maneb (US-PS 2 504 404); IB-PS 2 710 822), Mancozeb (US-PS 2 504 404; BP-PS 996 264) und Zineb (DS-PS 2 457 674) verwendet.
Die Nachteile der Metallsalze der Ithylen-bis-dithiocarbamidsäure bestehen darin, daß sie nicht systemisch wirken, eine geringe Wirkungsdauer besitzen und nicht regenbeständig sind (Phytophthora^ahre sind Regenjahre). Außerdem wirken sie auf Kulturpflanzen phytotoxisch; die Wirkung gegenüber Phytophthora infestans ist zudem bei niedrigen Aufwandmengen nicht befriedigend.
-EAPR 1982*000953
Basische, anorganische Kupfersalze, so zum Beispiel Cupral, werden weltweit gegen Phytophthora infestans wegen ihrer Billigkeit eingesetzt· Ihre Wirkung ist nur prophylaktisch, da auch sie keine systemische Wirkung zeigen, außerdem werden große Aufwandmengen benötigt.
In neuerer Zeit werden 2,6-disubstituierte Anilinderivate vom Hidomiltyp (DE-OS 2 212 268; BP-PS 1 445 387: ÜS-PS 4 W 989) als wirksam gegen Phytophthora infestans beansprucht. Diese Verbindungen sind in der Synthese aufwendig und demzufolge teuer, bei höheren Aufwandmengen wirken auch sie phytotoxisch und bei niederen Aufwandmengen befriedigt auch ihre Wirkung nicht.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, neue fungizide Mittel mit selektiver Wirkung speziell gegen Phytophthora infestans zu entwickeln, die neben einer guten Dauerwirkung keine phytotoxL-schen Schäden an den Eulturpflanzen erzeugen·
Darlegung; des Wesens der Erfindung;
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die fungiziden Mittel neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen als Wirkstoff Verbindungen der allgemeinen Formel
O2N - GH2 - GH -
in der R ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe und
R. s -C-CH-,, -C-CH0Cl, -C-Cf-Hc- oder -C-OCH-Ö 0 0 0
- 3 bedeuten können, enthalten.
Die Herstellung der erfindungsgemäßen Wirkstoffe erfolgt durch. Addition von Anilin oder p-Toluidin an cu -Nitrostyrol und anschließende Acylierung am Stickstoff· Diese Substanzen sind weiß bis gelb gefärbt, suabil und kristallin. Sie können aus n-Heptan umkristallisiert werden. Slementaranalysen und Massenspektren bestätigen die Struktur der Verbindungen.
Beispielsweise kann man nach folgender Herstellungsvorschrift arbeiten:
0,15 Mol 1-№.tro-2-anilino-2-phenyläthan werden in 3OO ml wasserfreiem Benzol gelöst und mit 0,15 Mol Pyridin versetzt. Zu dieser Lösung tropft man bei Zimmertemperatur 0,15 Mol Chloracetylchlorid. Das Gemisch wird danach auf 80 0C erwärmt und 1 Stunde gerührt. Man lä£t über Nacht stehen und arbeitet dann folgendermaßen auf: Das ausgefallene 3?yridinhydrochlorid wird abgesaugt, die Benzollösung zuerst mit verdünnter Salzsäure, dann mit verdünnter Sodalösung und schließlich mit Wasser gewaschen. Anschließend wird die Benzollösung mit Natriumsulfat getrocknet und das Benzol im Vakuum abdestilliert. Als Rückstand verbleibt eine dunkle Paste, die langsam kristallisiert» Aus n-Heptan umkristallisiert, resultieren hellgelbe Kristalle von i-Nitro-^-phenyl-Z-CN-chloracetylanilinoO-äthan vom· Schmelzpunkt 69 bis 71 0O.
Ausbeute: &? % der Theorie Analysendaten Cl gefunden 10,98 %
11,10 %
Cl berechnet 11,15 % N2 gefunden 8,56 %
8,6? % N2 berechnet 8,79 %
Wird Benzoylchlorid als Acylierungsmittel eingesetzt, resultieren gelbe Kristalle vom Schmelzpunkt 158 bis 160 0C
- ц. Ausbeute: 93 % der Theorie
Analysendaten: S^ Sekunden -8,11 %
8,14 % N2 berechnet 8,09 %
Aiisführungsbeis-piel
Beispiel 1: Test an Ascomyceten
Noch flüssiger Agar wird mit Konzentrationen von 0,1 Gew.%, 0,01 Gew#% und 0,001 Gew,% des entsprechenden Wirkstoffs vermischt und in sterile Petrischalen abgefüllt· Nach dem Erkalten werden die Agarplatten mit einer äfycel-Sporensuspension der entsprechenden Pilze beimpft und 10 Tage bei 24· 0C bebrütet. Die Auswertung wird visuell durch Bonitierung vorgenommen· Dabei bedeuten die Boniturnoten
1 keine Wachstumshemmung
2 schwache Wachstumshemmung
3 starke Wachstumshemmung
4- vollständige Wachstumshemmung
Testpilze waren Alternaria tenuis, Botrytis cinerea und Fusarium culmorum·
Tabelle I zeigt die Wachstumshemmung durch die erfindungsgemäßen Mittel· Die Substanzangaben in den Tabellen II und III entsprechen den in Tabelle I angegebenen Substituentenbedeutungen·
Tabelle I: Wacastumsh.einmLing bei Ascoinycetea durcii die erfindungsgemäßen Mittel
Sub stanz Substituenten R R1 -C-CH2Cl Konzen tration Gew#% Alter- naria tenius Botrytis cinerea Fusarium culmorum
a H 0 0,1 0,01 0,001 4 4 1 4 4 4 4 4 1
b H -n 0,1 0,01 0,001 1 1 1 4 1 1 4 1 1
с H 0 0,1 0,01 0,001 1 1 1 4 1 1 4 1 1
d H -C-OCH3 O 0,1 0,01 0,001 4 4 1 4 4 4 4 4 4
e CH3 O 0,1 0,01 0,001 4 1 1 4 1 1 4 1 1
f CH3 O 0,1 0,01 0,001 3 1 1 4 1 1 4 1 1
S CH3 -C-CH2Cl O 0,1 0,01 0,001 4 3 1 4 4 4 4 4 1
h CH3 0,1 0,01 0,001 4 1 4 4 4 4 4 1
Ridomil 0,1 0,01 0,001 4 1 4 4 3 4 4 1
Maneb 0,1 0,01 0,001 4 4 1 4 4 3 4 4 3
Beispiel 2: Test an Phytophthora infestans
Tomatenpflanzen werden mit 0,1 % und 0,01 % Wirkstoff enthaltender Spritzbrühe behandelt und nach Antrocknen des Spritzbelages mit einer Zoosporensuspension des Testpilzes infiziert· Die Inkubation erfolgte bei 20 0C und 96 bis 100 % relativer Luftfeuchte. Der prozentuale Blattbefall durch den Schadpilz wurde am 5, Tag ausgewertet und in Boniturnoten erfaßt. Die Boniturnoten bedeuten:
1 3 kein Bekämpfungserfolg
2 s geringer Bekämpfungserfolg
3 = mittlerer Bekämpfungserfolg
4 = guter Bekämpfungserfolg
Tabelle II zeigt die Wachstumshemmung von Phytophthora infestans durch die erfindungsgemäßen Mittel.
Tabelle II: Wachstumshemmung von Phytophthora infestans durch die erfindungsgemäßen Mittel
Substanz 0,1 % Wirkstoff 0,01 % Wirkstoff
a T^O ЗІ7
b 4,0 4,0
с 3,3 1,3
d 4,0 4,0
e 4,0 1,0
f 3,7 1,0
g 4,0 1,0
h 4,0 2,0
Ridomil 4,0 2,0
Maneb 80 4,0 1,3
Beispiel Ъ* Systemischer Test 1. Blattaufnahme
Tomatenpflanzen werden an der Blatt oberfläche mit 0,1 % und 0,2 % Wirkstoff enthaltender Präparatesaspension besprüht· Nach 48-stündiger Aufnahmezeit werden Blätter entnommen und biattunterseits mit einer Sporensuspension von Phytophthora infestans infiziert· Die Auswertung erfolgte am 5· Tag durch Erfassen des prozentualen Blattbefalls durch den Schadpilz (Tabelle III).
2· Wurzelaufnähme
Tomatenpflanzen werden Xa eine 0,1 % und 0,2 % Wirkstoff, enthaltende Präparatesuspension gestellt und somit der akropetale Transport des Wirkstoffs in das Pflanzensystem ermöglicht· Nach 48 Stunden Aufnahmezeit wurden Blätter entnommen und mit einer Sporensuspension von Phytophthora infestans infiziert· Der prozentuale Blattbefall durch den Schadpilz wurde am 5· Tag ausgewertet und in Boniturnoten erfaßt (Tabelle III)
Die Boniturnoten bedeuten:
1 = kein Bekämpfungserfolg
2 = geringer Bekämpfungserfolg
3 = mittlerer Bekämpfungserfolg
4 а guter Bekämpfungserfolg
Die Phytotoxizität wird ebenfalls durch Boniturnoten dokumentiert. Dabei bedeuten
1 s Pflanze stark geschädigt
2 5 Pflanze mittel geschädigt
3 = Pflanze gering geschädigt 4- = Pflanze gesund
Tabelle III;
Wachstumshemmung von Phytophthora infestans an Tomaten durch Auf nähme der erfindungsgemäßen Wirkstoffe in das Pflanzensystem
Sub stanz 0,1 % Phyto- toxi- zität Blattaufnähme 0,2 % Phyto- toxi- zität 3 0,1 % Würz el auf nähme Pfayto- 0,2 % Phyto- toxi- toxi- zität zität 2 3
a 1,4 3 1,6 2 2,7 2
b 1,4 3 2 2 3 1,7
с 1 1 3 1,2 3,2 2
d 1 3 1,2 2,7 3 2,7 3
e 1 1,4 2 2
f 1 1 1 2 3
S 1,4 1,6 2 2,3 3
h 1,4 2 1 1 - 1
Ridomil 1 3 - 1
Tabelle I zeigt die gleich gute und bessere Wirkung der erfindungsgemäßen Mittel gegen echte Pilze im Vergleich zu Ridomil und Maneb 80, wobei die Verbindungen a, d, g und h besonders hervorzuheben sind. Aus Tabelle II wird die wesentlich bessere Wirkung einiger erfindungsgemäßer Verbindungen im Vergleich zu Ridomil und Maneb 80 deutlich, wobei die Verbindungen a, b und d bei 0,01 % Wirkstoffkonzentration im Vergleich zu den Handelspräparasen noch volle Wirkung zeigen. Tabelle III dokumentiert die gleich gute und bessere systemische Wirkung der erfindungsgemäßen Mittel gegenüber Ridomil, wobei bei 0,2 % Wirkstoffkonzentration die Phytotoxizität der erfindungsgemäßeη Mittel wesentlich geringer ist im Vergleich zu Ridomil.

Claims (1)

  1. - 9 Erf i ndungs anspruch
    Fungizide Mittel, insbesondere gegen Phytophthora infestans, gekennzeichnet dadurch, daß sie neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen als Wirkstoff Verbindungen der allgemeinen Formel
    in der E ein Wasserstoff atom oder eine Methylgruppe
    und R- s -G-CH0, -C-OE3Cl, -C-CcHc oder -C-OCH0
    1 Il ^ Il ^ Il 6^ І 3
    0 0 0 0
    bedeuten können, enthalten·
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