DD210207B5 - Oesophaguselektrodensonde - Google Patents

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DD210207B5
DD210207B5 DD24354482A DD24354482A DD210207B5 DD 210207 B5 DD210207 B5 DD 210207B5 DD 24354482 A DD24354482 A DD 24354482A DD 24354482 A DD24354482 A DD 24354482A DD 210207 B5 DD210207 B5 DD 210207B5
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Hans-Juergen Dr Sc Me Volkmann
Roland Dr Sc Med Paliege
Hans-Juergen Dipl-Ing Brix
Edgar Becker
Christiane Henning
Roland Dipl-Ing Sonnenschein
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Univ Schiller Jena
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Description

Hierzu 1 Seite Zeichnung
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft eine multipolare Ösophaguselektrodensonde zur temporären Elektrostimulation des Herzens, insbesondere in Notfallsituationen.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Eine Elektrostimulation des Herzens über ösophageal plazierte Schrittmacherelektroden durchzuführen ist bekannt. Die Elektroden, die ringförmig auf einer Ösophagussonde angeordnet sind, werden zur Stimulation in eine herznahe Lage gebracht (Roth, F.; Salzmann, C, und Gärtner, H.-P.; Elektrische Stimulation über eine Ösophaguselektrode; Schweiz, med. Wochenschrift 99,1969, S. 1661).
Um eine schnelle und sichere Positionierung der Stimulationselektroden zu ermöglichen, wurde am aboralen Ende ein aufblasbarer Magenballon vorgesehen und entlang der Sonde mehrere ringförmige Elektroden in gleichmäßigen Abständen angeordnet (DD-WP 133400).
Bekannt ist ebenfalls, multipolare Ösophaguselektrodensonden, insbesondere in Notfallsituationen, gleichzeitig zur EKG-Abteilung zu verwenden.
Alle bekannten Ösophaguselektrodensonden haben den Nachteil, daß sie für eine R-Wellen inhibierte Elektrostimulation nicht eingesetzt werden können, da die über die Stimulationselektroden ableitbaren EKG-Signale keine Differenzierung zwischen P-WeIIe (Vorhofpotential) und R-WeIIe (Kammerpotential) gestatten. Eine Inhibierung der Schrittmacherimpulsabgabe durch P-Wellen(Vorhofpotentiale) ist jedoch unerwünscht und kann zu bedrohlichen Situationen führen, insbesondere dann, wenn im Falle einer atrioventrikulären Blockierung Vorhofpotentiale vom Herzschrittmacher getriggert werden. In dieser Situation erfolgt trotz Kammerstillstand keine Herzschrittmacherimpulsabgabe, da das noch vorhandene Vorhofpotential die Stimulation inibiert und daraus der lebensbedrohliche Zustand eines Herzstillstandes resultiert. Eine R-Wellen inhibierte Elektrostimulation des Herzens ist jedoch auch im Notfall zur Unterdrückung der Herzschrittmacherimpulsabgabe bei Auftreten von Eigenreaktionen derHerzkammerzu fordern, um den Einfall eines elektrischen Stimulationsimpulses in die vulnerable Phase einer Herzaktion m it der Gefahr der Induktion von Kammerflimmern zu verhindern.
Ziel der Erfindung
Das Ziel der Erfindung besteht darin, beim Einsatz ösophageal plazierter Schrittmacherelektroden die Schrittmacherimpulsabgabe durch R-Wellen {Kammerpotentiale) zu steuern.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Ösophaguselektrodensonde zu entwickeln, mit der eine R-Wellen inhibierte Elektrostimulation des Herzens ohne P-Wellen-Inhibierung erreicht wird.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß auf der Ösophagussonde zusätzlich zu den an sich bekannten, in Herznähe positionierten Stimulationselektroden zwei ringförmige Ableitelektroden in einem Abstand voneinander von mindestens 20cm angeordnet sind, wobei die aborale Ableitelektrode näher als die orale Ableitelektrode zur differenten Stimulationselektrode liegt. Eine besonders sichere R-Wellen-Inhibierung wird erreicht, wenn der Abstand der Ableitelektroden voneinander 28 cm und der Abstand der aboralen Ableitelektrode von der differenten Stimulationselektrode 10 cm beträgt. Zweckmäßig ist, daß zur schnellen und sicheren herznahen Positionierung der differenten Stimulationselektrode zwischen ihr und der aboralen Ableitelektrode ein aufblasbarer Magenballon vorgesehen ist. Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform besteht darin, daß die Stimulationselektroden eine verhältnismäßig große Länge aufweisen, damit garantiert wird, daß trotz
anatomischer Unterschiede der Patienten mindestens ein Teil der differenten Stimulationselektrode in der optimalen Stimulationsposition liegt, in welcher eine minimale Stimulationsenergie erforderlich ist. Zur Vermeidung anodaler Stimulationen hat sich als günstig erwiesen, daß zur Ausbildung des elektrischen Feldes die wirksame Fläche der differenten Stimulationselektrode kleiner ist als die der indifferenten Stimulationselektrode.
Die erfindungsgemäße Ösophaguselektrodensonde wurde durch umfangreiche Experimente gefunden und stellt eine einfache und wirkungsvolle Lösung dar, die nicht logisch aus dem Umfeld der Herzreiztechnik abgeleitet werden konnte. Sie ist durch eine optimale Anordnung der Ableit- und Stimulationselektroden sowohl zueinander als auch untereinander gekennzeichnet und gestattet die für eine sichere Elektrostimulation des Herzens zu fordernde R-Wellen-Inhibierung des Herzschrittmachers. Die R-Wellen-Inhibierung verhindert bei Auftreten von Eigenaktionen des Herzens den Einfall eines elektrischen Stimulationsimpulses in die vulnerable Phase einer Herzaktion mit der Gefahr der Auslösung von Kammerflimmern als Komplikation der Herzschrittmachertherapie. Gleichzeitig wird die Inhibierung des Herzschrittmachers durch P-Wellen (Vorhofpotentiale) verhindert. Eine P-Wellen-Inhibierung würde im Falle einer totalen atrioventrikulären Blockierung zum Herzstillstand infolge Kammerstillstands führen. Durch die erfindungsgemäße Anordnung der Ableitelektroden wird nur bei fehlendem Kammerpotential sofort eine Herzschrittmacherimpulsabgabe ausgelöst. Damit wird die Sicherheit und Wirksamkeit der Elektrostimulation des Herzens mittels ösophageal plazierter Schrittmacherelektroden, insbesondere in Notfällen, wesentlich erhöht.
Ausführungsbeispiel
In der Zeichnung ist eine zweckmäßige Form der Realisierung der Erfindung dargestellt.
Für die erfindungsgemäße Ösophaguselektrodensonde wird eine aus isolierendem Material bestehende übliche Magensonde 1 verwendet, auf der die ringförmigen Metallelektroden zur EKG-Ableitung 3 und 4 und zur Elektrostimulation 5 und 6 angebracht sind. Im Inneren der Magensonde werden die Leitungen 8 der Ableit-und Stimulationselektroden sowie der Luftschlauch 7 zum Aufblasen des Magenballons 2 geführt. Die aborale Ableitelektrode 3 ist in einem Abstand von 10cm von der differenten Stimulationselektrode 5, die als Kathode wirkt und sich nach Einführen der Ösophaguselektrodensonde in Herznähe befinden muß, auf der Magensonde angeordnet. Der Abstand zwischen der aboralen Ableitelektrode 3 und oralen Ableitelektrode 4 beträgt 28cm entlang der Sonde. Die Lage der als Anode wirkenden indifferenten Stimulationselektrode 6 weist von der differenten Stimulationselektrode 5 in bekannter Weise einen Abstand von 4cm auf. Der aufblasbare Magenballon 2 ist an der Magensonde 1 so angebracht, daß sich seine orale Seite direkt an der differenten Stimulationselektrode 5 befindet. Sein Durchmesser beträgt im aufgeblasenen Zustand ca. 7cm. Die Breite der ringförmigen Ableitelektroden 3 und 4 beträgt 1 cm, die der differenten und indifferenten Stimulationselektroden 5 und 6 jeweils 4cm. Die Ösophaguselektrodensonde wird wie jeder Magenschlauch soweit eingeführt, daß sich der Magenballon im Magenraum befindet. Danach wird der Magenballon 2 über den Luftschlauch 7 mit einer definierten Luftmenge aufgeblasen. Der Luftschlauch 7 wird verschlossen. Die Ösophaguselektrodensonde wird zurückgezogen, bis ein Widerstand spürbar ist. Der Magenballon legt sich dabei am Mageneingang an und fixiert somit die Sonde.
Mittels der Leitungen 8 wird die Verbindung der Ableit-und Stimulationselektroden mit dem externen Herzschrittmacher hergestellt.

Claims (4)

1. Ösophaguselektrodensonde mit mindestens 4 Elektroden zur temporären Elektrostimulation des Herzens und EGK-Ableitung, gekennzeichnet dadurch, daß zusätzlich zu den an sich bekannten in Herznähe positionierten Stimulationselektroden zwei ringförmige Ableitelektroden in einem Abstand voneinander von mindestens 20cm angeordnet sind, wobei die aborale Ableitelektrode näher als die orale Ableitelektrode zur differenten Stimulationselektrode liegt.
2. Ösophaguselektrodensonde nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß der Abstand der Ableitelektroden voneinander vorzugsweise 28cm beträgt.
3. Ösophaguselektrodensonde nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß der Abstand der aboralen Ableitelektrode von der differenten Stimulationselektrode vorzugsweise 10cm beträgt.
4. Ösophaguselektrodensonde nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß zur herznahen Positionierung der differenten Stimulationselektrode ein aufblasbarer Magenballon angebracht werden kann.
DD24354482A 1982-09-28 1982-09-28 Oesophaguselektrodensonde DD210207B5 (de)

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DD210207A1 (de) 1984-06-06

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