DD222289B1 - Majolikaemailfritte - Google Patents
MajolikaemailfritteInfo
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Description
Majolikaemailfritten werden vorzugsweise zur Emaillierung von Gußeisen und auch zur Emaillierung von Stahlblech verwendet.
Majolikaemailfritten sind in der Schmelze mit Metallverbindungen gefärbte anorganische transparente Gläser, die im vermahlenen Zustand auf Gegenstände aus Gußeisen oder Stahlblech aufgebracht und eingebrannt werden, wobei die unmittelbare Unterlage für das Majolikaemail hellfarbig, möglichst weiß sein soll.
Sie enthalten keine Trübungsmittel, so daß das gefärbte durchsichtige Email auf erhabenen Stellen hell und in Vertiefungen dunkel erscheint und damit dem Charakter der Majolikaglasur, einer speziellen Keramikglasur, nahekommt.
Die Emailliertemperaturen liegen im Bereich von 720-8500C.
Majolikaemails besitzen im allgemeinen eine geringe Beständigkeit gegenüber der Einwirkung von Säuren und Laugen. Mit der Erhöhung der Beständigkeit gegenüber dem chemischen Angriff von Säuren und Laugen steigt in der Regel die Einbrenntemperatur.
Die Zusammensetzung der Majolikaemailfritten ist im allgemeinen dadurch gekennzeichnet, daß sie hohe Alkaligehalte und in gewissem Umfang Fluoride in Verbindung mit Bariumoxid, teilweise Zinkoxid, Calziumoxid und Bortrioxid beinhalten, die bestimmend für das Erweichungsverhalten, die Verarbeitbarkeit und für die Emaileigenschaften sind. Die häufig vorhandenen Gehalte an Aluminiumoxid dienen der Verbesserung des Widerstandes gegenüber dem chemischen Angriff von Säuren und Laugen, sowie atmosphärischen Einflüssen, erhöhen aber die Einbrenntemperatur, beeinträchtigen die Farbentwicklung und die Glanzbildung.
Es ist eine Majolikaemailfritte in der Farbe Mittelbraun ohne die Verwendung von fluorhaltigen Rohstoffen zu entwickeln. Sie ist so aufzubauen, daß die eingeschmolzenen Farboxide hinsichtlich der Farbentwicklung und Farbtiefe bei einer Emailliertemperatur im Bereich von 720-7500C auf Gußeisen voll zur Wirkung kommen und dabei eine hochglänzende, geschlossene Oberfläche aufweisen.
Die Basizität des Emailschlickers soll so beschaffen sein, daß eine gleichmäßige Schlickerkonsistenz einen problemlosen Emailauftrag gewährleistet.
Das Email soll rissefrei auf der Unterlage haften und ausreichenden Widerstand gegenüber dem Einfluß von Säuren und Basen aufweisen.
Die technische Aufgabe, die durch die Erfindung gelöst wird.
Um Majolikaemailfritten zu erhalten, die im Temperaturbereich von 720-7500C glatt ausfließen, verwendet man u.a.
Fluorverbindungen, z. B. Flußspat und/oder Kryolith. Die beim Schmelzen des Frittengemenges freiwerdenden Fluorgase sind umweltschädigend und müssen durch kostenaufwendige Fluorabsorptionsanlagen wieder gebunden werden. Ferner weisen die Fritten hohe Gehalte an Natriumoxid auf, das im Naßvermahlungsprozeß u. a. zum erheblichen Teil wieder aus der Fritte herausgelöst wird und ein steinhartes Absetzen der Emailsubstanz im Schlicker bewirkt, so daß ein praxis- und qualitätsgerechter Emailauftrag und somit eine qualitätsgerechte Emailoberfläche ohne Nacharbeit nicht erzielt wird.
Mit Majolikaemails versehene Artikel sind oft anfällig für die Bildung von Anlaufverfärbungen. Dieser unerwünschte Effekt wird in vielen Fällen durch die Einführung von Aluminiumoxid behoben, womit jedoch höhere Einbrenntemperaturen, im Bereich von 800-850°C, verbunden sind.
In der der Erfindung zugrundeliegenden Zusammensetzung der Majolikaemailfritte, einzubrennen im Temperaturbereich von 700-7500C, wurde zunächst der Gesamtalkaligehalt erhöht, wobei der Gehalt an Natriumoxid so verringert wurde, daß die Alkalität des fertig vermahlenen Emailschlickers, dargestellt durch den pH-Meßwert, eine problemlose Verarbeitbarkeit zu läßt. Der Hauptalkalianteil wurde durch Kaliumoxid abgedeckt und zur Unterstützung der Flußmittelwirkung Lithiumoxid eingeführt. Diese experimentell ermittelte Flußmittelkombination ermöglicht in Verbindung mit den weiteren Flußmitteln Barium- und Boroxid, sowie dem Farbstoff Eisenoxid in bestimmten Anteilen, das Einbrennen des Emailauftrages im Temperaturbereich von 700-7500C. Zur Verbesserung der Beständigkeit des Emails gegen Saure η und Laugen wurden optimierte Mengen an Titandioxid und Zirkonoxid in den Versatz einbezogen, wobei das Titandioxid auch die Flußmittelwirkung unterstützt und das vorerwähnte Lithiumoxid seinerseits die chemische Beständigkeit fördert. Der Hauptanteil aller wirksamen Verbindungen ist das Siliziumoxid, das als schwerschmelzbarer Stoff u.a. sowohl das Erweichungsverhalten als auch die Beständigkeit gegen den Angriff wäßriger Medien in hohem Maße beeinflußt.
Die Realisierung der Erfindung erfolgt zunächst beim Frittenproduzenten. Die erfindungsgemäß hergestellte Majolikaemailfritte kann in der emailverarbeitenden Industrie bei der Herstellung gußeiserner Raumheizkörper, Armaturen, Küchen- und Sanitärartikel, z. B. Badewannen, sowie auch bei der Herstellung von Artikeln aus Stahlblech, wie z. B. Ofen- und Herdteile, Architekturverkleidungen, Außenemails für Haushaltgeräte u.a. verwendet werden.
Die erfindungsgemäße Majolikaemailfritte bewegt sich hinsichtlich ihrer Oxidzusammensetzung innerhalb folgender Grenzen (Angaben in Gew.-%):
| Mittelbraun | |
| Na2O | 4-6 |
| K2O | 11-14 |
| Li2O | 1-2 |
| BaO | 8-12 |
| Fe2O3 | 16-22 |
| SiO2 | 30-34 |
| B2O3 | 15-18 |
| TiO2 | 1-2 |
| ZrO2 | 1-2 |
Auf der Basis der genannten Oxidzusammensetzung hergestellte Majolikaemailfritte wurde naßvermahlen als Emailschlicker auf gußeiserne Platten aufgespritzt und bei Temperaturen im Bereich von 700-750°C eingebrannt.
Der aus dieser Fritte hergestellte Emailschiicker zeigt einen pH-Wert im Bereich von 8,0-9,0 an und ermöglicht insofern eine problemlose Verarbeitung, indem in diesem Bereich ein Absetzen des Schlickers nicht oder höchstens in nur geringfügigem Maß beobachtet wurde.
Die Bestimmung der Säurebeständigkeit erfolgte entsprechend der TGL 7797, Bl. 3. Der Abtrag betrug bei emaillierten Probeblechen mit dem Majolikaemail Mittelbraun 30-35mg/dm2.
Die Bestimmung der Laugenbeständigkeit erfolgte gem. der TGL 14955 und brachte bei Mittelbraun 80-90 mg/dm2 Emailabtrag.
Claims (1)
- Majolikaemailfritte, gekennzeichnet dadurch, daß sie4-6Gew.-% Na2O,
11-14Gew.-%K2O,1-2 Gew.-% Li2O,8-12Gew.-%BaO,
16-22 Gew.-% Fe2O3,
30-34Gew.-% SiO2,
15-18Gew.-%B2O3,1-2 Gew.-% TiO2
und 1-2 Gew.-% ZrO2
enthält.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DD25799083A DD222289B1 (de) | 1983-12-15 | 1983-12-15 | Majolikaemailfritte |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DD25799083A DD222289B1 (de) | 1983-12-15 | 1983-12-15 | Majolikaemailfritte |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DD222289A1 DD222289A1 (de) | 1985-05-15 |
| DD222289B1 true DD222289B1 (de) | 1988-08-03 |
Family
ID=5552979
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DD25799083A DD222289B1 (de) | 1983-12-15 | 1983-12-15 | Majolikaemailfritte |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DD (1) | DD222289B1 (de) |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2743820B1 (fr) * | 1996-01-23 | 1998-04-30 | Seb Sa | Ustensile culinaire en metal recouvert par une couche d'email transparente |
-
1983
- 1983-12-15 DD DD25799083A patent/DD222289B1/de not_active IP Right Cessation
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DD222289A1 (de) | 1985-05-15 |
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