DD224323B5 - Abloeseverfahren fuer leuchtstoffkomponenten aus leuchtstoffbeschichteten koerpern - Google Patents

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Description

Das Ablöseverfahren findet Anwendung im Bereich der Aufbereitung von Schrottbildröhren, Schrottlampen sowie des produktionsbedingten Ausschusses der betreffenden Industriezweige. Durch das Verfahren wird es ermöglicht, die Beschichtungsleuchtstoffe zurückzugewinnen und einer Aufbereitung zuzuführen mit dem Ziel des Einsatzes dieser Stoffe im Produktionsprozeß.
Die bisher bekannte technische Lösung beinhaltet das manuelle Abtrennen von seltenen Erden aus geöffneten Bildröhren. Aus Schrottlampen erfolgt bisher keine Rückführung von Beschichtungsstoffen, da der Anfall in Scherbenform nicht manuell bearbeitet werden kann.
Die Verwendung des Ultraschalleffektes zur Ablösung der Beschichtungsstoffe findet bisher Verwendung bei der Reinigung optischer Gläser. Dabei werden Schleifkörper- und Fettbestandteile von Linsen und Gläsern entfernt und diese somit gereinigt.
Weiterhin ist die Reinigung von z. B. Glasampullen mittels Ultraschall bekannt. Von den in DE-OS 2747044 B 08 B 3/12 beschriebenen Verfahren unterscheidet sich das erfindungsgemäße Verfahren darin, daß nicht nur der Glasteil sondern auch die anderen Komponenten zurückgewonnen und wiederverwendet werden sollen.
Die Entfernung von Überzügen verschiedener Art ist im GB-PS1547 593 B 08 B 3/10 beschrieben. Es wird z. B. die Entfernung von Kalziumablagerungen auf Sanitärkeramik beschrieben. Dieses Verfahren dient also der Reinigung der keramischen Grundkörper.
Zweck der Erfindung ist die Ablösung von Beschichtungsstoffen aus Bildröhren und beschichteten Lampen. Dieses Ablösungsverfahren soll entsprechende manuelle Arbeiten ablösen und eine entsprechende Qualitätssteigerung des Trennungsprozesses bewirken. Gleichzeitig erfolgt eine Reinigung der Glaskomponenten, so daß diese einer Wiederverwendung durch Einsatz in der Glasschmelze zugeführt werden können.
Durch Einsatz des dargestellten Verfahrens ergeben sich folgende ökonomische Effekte:
- Rückgewinnung von seltenen Erdenbeschichtungen aus Bildröhren und Lampen, so daß diese bei entsprechender Aufbereitung in den Produktionsprozeß zurückgeführt werden können und somit zur Verringerung von Importen beitragen.
- Reinigung der Beschichtungsträger, welche aus Bleiglas und Borosilikaten bestehen. Durch einen hohen Reinigungseffekt wird ermöglicht, daß ein Einsatz der Beschichtungsträger im Produktionsprozeß von Bildröhren bzw. Lampen ermöglicht wird. Es werden also die Anforderungen an das Primärmaterial durch das gereinigte Beschichtungsträgerglas erreicht.
Das erfindungsgemäße Verfahren soll die bisherige manuelle Aufbereitung von Schrottbildröhren ablösen. Gleichzeitig wird es ermöglicht, Lampen mit Beschichtungen einer Rückgewinnung zuzuführen. Im Ergebnis der Behandlung mit dem Trennverfahren werden Beschichtungsstoff und Trägermaterial (Glas) einer hochwertigen Wiederverwendung zugeführt. Das Trennverfahren beruht auf dem Effekt der Ablösung der Beschichtungsstoffe sowie Verunreinigungen vom Glas durch die Anwendung des Ultraschalls. Dazu werden die zu behandelnden Teile über ein kontinuierlich laufendes Förderband durch ein Ultraschallbad gezogen. Als Lösungsmittel findet Wasser Verwendung. Zur Erhöhung des Trenneffektes bzw. in Abhängigkeit der Beschichtungsstoffe kann das Wasser mit oberflächenentspannenden Substanzen gemischt werden. Druck und Temperatur sind zur Sicherung des Trenneffektes von untergeordneter Rolle und entsprechend den Umgebungsparametern (Raumtemperatur) anzugleichen.
Das beschriebene Verfahren hat den Vorteil, daß nicht nur der Glasgrundkörper gereinigt und einer Wiederverwendung zugeführt wird, sondern auch die besonders hochwertigen Leuchtstoffe.
Die Erfindung wird nachstehend an zwei Beispielen näher erläutert.
Ausführungsbeispiel 1
Die Realisierung der Erfindung kann durch Kopplung von vorhandenen Anlagen erfolgen. Dazu werden die leuchtstoffbeschichteten Körper in der aufgeführten Reihenfolge aufgearbeitet:
- Zerkleinerung durch geeignete Aggregate in Abhängigkeit vom Trägermaterial des Leuchtstoffes (Prallbrecher, Hammermühlen usw.).
- Durchlauf des zerkleinerten Trägermaterials durch ein ultraschallaktiviertes Tauchbad. Das Trägermaterial wird mit einem kontinuierlich laufenden Förderband durch das Bad gezogen. Nach entsprechender Verweilzeit von ca. 30s ist der haftende Leuchtstoff in der Flüssigkeit verteilt, so daß die gereinigten Trägermaterialien wieder entnommen werden können.
- Durch Zwangsströmungen, welche durch Umwälzpumpen am Tauchbad erzeugt werden, wird der Reinigungseffekt erhöht. Gleichzeitig erfolgt durch entsprechende Abscheideorgane wie Hydrozyklone und Schälzentrifugen der Austrag der Leuchtstoffbeschichtung aus dem Tauchbad mit entsprechender Rückführung der Reinigungsflüssigkeit in das Bad.
Der Vorteil der Anwendung dieser Reinigung besteht in folgenden Punkten:
• Das Verfahren kann durch entsprechende Beschickung und Form des Tauchbades sowie in Abhängigkeit von der anfallenden Menge als kontinuierlicher bzw. diskontinuierlicher Prozeß gestaltet werden.
• Es wird durch dieses Reinigungsverfahren ein Reinigungsgrad von ca. 98% erreicht.
• Da ausschließlich physikalische Vorgänge ablaufen, ist eine kostspielige Stoff umwandlung nicht vorhanden, d. h„ es ist eine energiesparende Reinigung.
• Die Arbeitsplätze an der Reinigungsanlage, entsprechend der Erfindung, sind arbeitsschutztechnisch ohne besondere Aufwendungen.
• Auf der dargestellten Anlage lassen sich leuchtstoffbeschichtete Körper unterschiedlichster geometrischer Abmessungen gleichzeitig reinigen.
Ausführungsbeispiel 2
Die Erfindung ist anwendbar für unzerstörte Gefäße, wenn in folgender Reihenfolge gearbeitet wird:
- Die unzerstörten Glasgefäße (z. B. Lampen oder Bildröhren) werden in ein Wasserbad eingelegt und durch ein Metallgitter so unter die Wasseroberfläche gedrückt, daß sie vollständig vom Wasser umgeben sind.
- Durch Ultraschallschwinger im Tauchbad werden hochfrequente Schwingungen durch das Wasser auf den Glaskörper übertragen. Bedingt durch die unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften (insbesondere durch die Dichteunterschiede) von Glas und Leuchtstoff kommt es zu Resonanzerscheinungen, die zu einem „Aufwallen" der Leuchtstoffschicht führen und somit eine Ablösung dieser Teile vom Glas bewirken.
- Durch geeignete Lage der Gefäße kann somit der Leuchtstoff in einem bestimmten Teil der Gefäße gesammelt werden (z.B. Konusteil der Bildröhre bzw. zylindrischer Teil der Kathodeneinheit oder in einem Ende einer stabförmigen Leuchtstofflampe). Als vorteilhafter zusätzlicher Effekt wird dadurch gleichzeitig eine Ansammlung des Quecksilbers bewirkt, das z. B. in Entladungslampen enthalten ist.
- Zur Separierung und Rückgewinnung der einzelnen Materialkomponenten kann durch mechanische Trennung der Gefäße (Schneiden, Thermoschocktrennung oder Abschlagen) eine Zerlegung in jeweils vorgereinigte bzw. mit Leuchtstoff angereicherte Teile erfolgen.
Der Vorteil der Anwendung dieser Ablösung besteht in folgenden Punkten:
• Der Leuchtstoff wird vom Glas abgelöst.
• Durch geeignete Stellung des Gefäßes wird der Leuchtstoff an vorgewählten Stellen gesammelt.
• Bei dieser Verfahrensweise treten keinerlei Emissionen auf.
• Im Tauchbad erfolgt gleichzeitig eine äußerliche Reinigung der Glasgefäße von anhaftenden Verunreinigungen, wobei durch Zugabe geringer Mengen an Reinigungsmittel ganz gezielt bestimmte Verunreinigungen entfernt werden können.

Claims (3)

1. Ablöseverfahren für Leuchtstoffkomponenten von leuchtstoffbeschichteten Glasunterlagen, insbesondere Bildröhren oder beschichteten Lampen, mit Ultraschall im Wasserbad, dadurch gekennzeichnet, daß seltene Erden und/oder andere Leuchtstoffe bzw. deren Gemische vollständig abgelöst und einer Wiederverwendung zugeführt werden.
2. Ablöseverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl Lampen und Bildröhren als auch Scherben davon eingesetzt werden.
3. Ablöseverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die entstandene Suspension von Lösungsmitteln und seltenen Erden und/oder anderen Leuchtstoffen bzw. deren Gemischen kontinuierlich bei konstanten Konzentrationen abgenommen und aufbereitet werden kann.
DD25698683A 1983-11-23 1983-11-23 Abloeseverfahren fuer leuchtstoffkomponenten aus leuchtstoffbeschichteten koerpern DD224323B5 (de)

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