DD227624A1 - Verfahren und vorrichtung zur beschichtung von materialbahnen - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Beschichtung von Materialbahnen mit einem aus poroesen Material bestehenden Docht, die bei der Herstellung von Folien fuer Informationsaufzeichnungsmaterialien und fuer Bauteile der Mikroelektronik Anwendung finden kann. Der Docht ragt mit dem unteren Teil in ein abgeschlossenes Reservoir, in dem sich die Beschichtungsfluessigkeit befindet. Durch unterschiedliches Zusammenpressen des Dochtmittelteils koennen unterschiedliche Fluessigkeitsmengen durch den Docht gefoerdert und auf die Materialbahn, die mit der oberen Begrenzung des Dochtes kontaktiert, aufgetragen werden. Durch die Abdichtung des Reservoirs und des Dochtes ist es moeglich, Beschichtungsfluessigkeiten mit leichtfluechtigen Loesungsmittelbestandteilen zu verwenden, ohne dass es zu Verkrustungen und Verstopfungen im Kapillarsystem des Dochtes kommt. Weiterhin wird durch das Zusammenpressen des Dochtmittelteils der Fluessigkeitsstrom und damit die Beschichtungsstaerke regelbar. Fig. 1
Description
VEB Filmfabrik Wolfen Wolfen, den 16. 7. 84
PN 1 131 Ri/Br
Dr. Kärrner Int.Cl.3: B 05 C 1/06
DI. Apsel
Prof. Reher
Schöneburg
Hoffmann
Verfahren und Vorrichtung zur Beschichtung von
Materialbahnen
Die Erfindung bezieht sich auf die Gebiete der Technik, bei denen Flüssigkeiten in dünnen Schichten auf Materialbahnen aufgetragen werden. Dies betrifft insbesondere die Behandlung von Papier-, Kunststoff- und Metallfolien mit lösungsmittelhaltigen fluiden Substanzen zur Reinigung und zur gezielten Beeinflussung von Haftungs- und Benetzungseigenschaften. Die Erfindung eignet sich für eine Anwendung in Technologien zur Herstellung von Folien für Informationsaufzeichnungsmaterialien und für Bauteile der Mikroelektronik.
Zum Auftragen sehr dünner Flüssigkeitsschichten auf Materialbahnen sind Vorrichtungen bekannt, bei denen die Beschichtung bzw. Befeuchtung durch einen Docht erfolgt, der sich nach unten in ein Flüssigkeitsreservoir erstreckt. Die Flüssigkeit fließt auf Grund von Kapillarkräften im Docht nach oben und kann dann unmittelbar oder mit Hilfe von geeigneten Oberträgungseinrichtungen auf die zu beschichtende Materialbahn gebracht werden.
4-
O19O246
Der Nachteil dieses Beschichtungsverfahrens, der aus der Unmöglichkeit einer Steuerung des Vo lumenstromes im Docht resultiert, soll durch eine Walzenbefeuchtungsvorrichtung nach DE-OS 2 705 102 beseitigt werden, bei der sin Docht aus einem porösen Material Verwendung findet, der zwischen Platten angeordnet ist und zusammengedrückt werden kann. Diese Vorrichtung erlaubt zwar eine Veränderung der Porosität des Dochtes; einer gezielten Steuerung des durch Kapillarkräfte induzierten Volumenstromes sind aber Grenzen gesetzt, da mit dieser Anordnung nur eine gleichzeitige und damit Undefinierte Beeinflussung von sowohl dem für die Flüssigkeitsbewegung überhaupt verantwortlichen Kapillardruck als auch dem die Flüssigkeitsbewegung hindernden Strömungswiderstand im Docht möglich ist. Ein weiterer Nachteil dieser Vorrichtung besteht darin, daß bei Verwendung von Beschichtungsflüssigkeiten mit leichtflüchtigen Lösungsmittelanteilen Verkrustungen und Verstopfungen im Docht auftreten, wadurch die mögliche Benutzungsdauer der Beschichtungsvorrichtung eingeschränkt wird. Dieser Nachteil wird in der DD-PS 162 395 dadurch beseitigt, daß die Flüssigkeit aus einem Behälter über ein aus Lamellen gebildetes Kapillarsystem gefördert wird. Diese technisch aufwendige Vorrichtung ist aber nur zum Auftragen von Elektroisolierlacken auf Feinstdraht und nicht für die Beschichtung von flächigen Materialbahnen geeignet.
Das Ziel der Erfindung besteht darin, eine Vorrichtung zur Beschichtung von Materialbahnen zu schaffen, mit der gleichmäßige dünne Schichten bei optimalen Werten der Beschichtungsgeschvtindig keiten und gute Beschichtungsqualitäten erreicht werden können.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Beschichtung von Materialbahnen mit einem Docht aus einem porösen Material, der vor allem für das Antragen sehr dünner Schichten geeignet ist, auch für Flüssigkeiten zu ermöglichen, die durch Lösungsmittelverdunstung zu Verkrustungen u.a. neigen. Mit der Erfindung
soll außerdem eine Möglichkeit zur definierten Regelung der Beschichtungsstärke erreicht werden.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein Verfahren zur Beschichtung von Materialbahnen gelöst, bei dem ein in ein Flüssigkeitsreservoir frei hineinragender Docht in seinem unteren Teil kontinuierlich und ungehindert mit Beschichtungsflüssigkeit getränkt wird. Das Mittelteil des Dochtes wird durch unterschiedliches Zusammenpressen der Platten mittels Gewindebolzen in seiner Porosität verändert. Durch die Variation der Porosität wird der Fließwi derstand im Innern des Dochtes verändert, und es können so verschiedene Flüssigkeitsfördermengen und somit unterschiedliche Schichtdicken auf der Materialbahn realisiert werden. In seinem oberen Teil wird der Docht durch Platten mit konstantem Abstand begrenzt und dadurch vor Flüssigkeitsentzug geschützt, aber in seiner Porosität nicht verändert. Die obere Begrenzung des Dochtes wird auf die die Antragswalze teilweise umschlingende Materialbahn gepreßt, wobei die Anpreßkraft durch Veränderung des Abstandes zwischen Antragswalze und Beschichtungsvorrichtung variiert wird. Die erfindungsgeraäße Vorrichtung besteht aus einer Antragswalze, die von der zu beschichtenden Materialbahn teilweise umschlungen wird. Unterhalb der Antragswalze ist ein Reservoir angeordnet, in welchem sich die Beschichtungsflüssigkeit und ein Docht befinden. Das Flüssigkeitsreservoir ist als abgeschlossener Raum ausgebildet, der vollständig oder teilweise mit Beschichtungsflüssigkeit gefüllt ist. Der Docht befindet sich zwischen Flüssigkeitsreservoir und Materialbahn, wobei sein unterer Teil frei in das Flüssigkeitsreservoir hineinragt. Das Dochtmittelteil wird durch zwei Platten gehalten, deren Abstand durch Bolzen mit gegenläufigen Gewindeabschnitten verstellt werden kann. In seinem oberen Teil wird der Docht durch Platten mit konstantem Abstand begrenzt und dadurch vor Flüssigkeitsentzug geschützt. Die obere Begrenzung des Dochtes wird auf die die Antragswalze teilweise umschlingende Materialbahn gepreßt.
Der Docht kann aus Papier, schwamraförmigem Material, Filz oder anderen textilen Geweben bestehen.
Der Vorteil der Erfindung besteht darin, daß es durch die Abdichtung des Flüssigkeitsreservoirs und des Dochtes aus porösem Material auch bei der Verwendung von Beschichtungsflüssigkeiten mit leicht flüchtigen Lösungsmittelkomponenten zu keinen Verkrustungen und Verstopfungen im Kapillarsystem des Dochtes kommt, Die Erfindung erlaubt außerdem durch ein Zusammenpressen des Dochtes in seinem mittleren Teil eine leicht handhabbare Regelung des Flüssigkeitsstroraes und damit der Beschichtungsstärke unter definierten Bedingungen.
Die erfindungsgemäße Lösung soll an folgendem Beispiel näher erläutert werden.
Fig.l: Beschichtungsvorrichtung
Zur Herstellung einer Kunststoffolie auf Acetylceliulosebasis ist es notwendig, vor dem Begießprozeß eine Präparationsschicht auf die als Trägerfolie benutzte PETP-Bahn aufzubringen. Das Antragen der Präparationsflüssigkeit erfolgt mit der in Fig. 1 dargestellten Vorrichtung. Die Vorrichtung besteht aus einer Antragswalze !,die von der PETP-Folienbahn2teilweise umschlungen wird. Unterhalb der Antragswalze ist ein Reservoir angeordnet, in welchem sich das Silikonöl 3 als Präparationsmittel und ein Filz 4 als Docht befinden. Das Flüssigkeitsreservoir ist als abgeschlossener Raum ausgebildet, der teilweise mit Silikonöl gefüllt ist. Der Filz befindet sich zwischen Reservoir und PETP-Trägerfolie, wobei sein unterer Teil frei in das Flüssigkeitsreservoir hineinragt und dort kontinuierlich und ungehindert mit Silikonöl getränkt wird. Das Mittelteil des Filzes wird durch unterschiedliches Zusammenpressen der Platten 5 mittels von außen zugänglicher Gewindebolzen 6 in seiner Porosität verändert.
In seinem oberen Teil wird der Filz durch Platten 7 rait konstantem Abstand begrenzt und dadurch vor Flüssigkeitsentzug geschützt, in seiner Porosität aber nicht verändert. Die obere Begrenzung des Filzes wird auf die die Antragswalze teil' weise umschlingende PETP-Trägerfolie gepreßt, wobei die Anpreßkraft durch Veränderung des Abstandes zwischen Antragswalze und Filzhalterung variiert wurde.
Durch das Zusammenpressen des Filzmittelteils auf 70 % der ursprünglichen Filzstärke wird der Fließwiderstand im Filz so verändert, daß sich die Flüssigkeitsfördermenge ebenfalls ändert und damit bei einer Abzugsgeschwindigkeit von 10 m/min auf der Materialbahn eine Schichtdicke von 0,SyUm realisiert wird. Wird der Filzmittelteil auf 50 % der ursprünglichen Filzstärke zusammengepreßt, erreicht man bei gleicher Abzugsgeschwindigkeit eine Schichtdicke von 0,1,Um.
Claims (1)
- Erfindungsanspruch* Verfahren zur Beschichtung von Materialbahnen mit einem aus porösem Material bestehenden Docht durch Tränken, Zusammenpressen und Pressen des Dochtes auf die Materialbahn, gekennzeichnet dadurch, daß der untere Teil des Dochtes kontinuierlich und ungehindert mit Beschichtungsflüssigkeit getränkt wird, daß durch unterschiedliehes Zusammenpressen des Dochtmittelteils die Porosität variiert und somit verschiedene Flüssigkeitsfördermengen eingestellt und damit unterschiedliche Schichtdicken auf der Materialbahn realisiert werden und daß durch Verstellen des Abstandes zwischen Materialbahn und Beschichtungsvorrichtung die Anpreßkraft verändert wird., Vorrichtung zur Beschichtung von Materialbahnen, bestehend aus einer Antragswalze, die von einer Materialbahn teilweise umschlungen wird, aus einem Reservoir mit der Beschichtungsflüssigkeit und einem Docht aus einem porösen Material, der sich zwischen dem Flüssigkeitsreservoir und der Materialbahn befindet, gekennzeichnet dadurch daß das vollständig oder teilweise mit Beschichtungsflüssigkeit gefüllte Flüssigkeitsreservoir als abgeschlossener Raum ausgebildet ist, in den der Docht mit seinem unteren^ Teil frei hineinragt, daß der Docht in seinem mittleren Teil durch zwei Platten, deren Abstand durch Bolzen mit gegenläufigen Gewindeabschnitten von außen νβΓ5ϊβιχ53Γ istt gehalten und in seinem oberen Teil durch Platten mit konstantem Abstand begrenzt wird und daß die obere Begrenzung des Dochtes die Materialbahn auf der Antragswalze berührt.3. Vorrichtung nach Punkt 2, gekennzeichnet dadurch, "daß der Docht aus Papier, schwammförmigem Material, Filz oder anderen textlien Geweben besteht.Hierzu 1 Blatt Zeichnung
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| DD26603184A DD227624A1 (de) | 1984-08-07 | 1984-08-07 | Verfahren und vorrichtung zur beschichtung von materialbahnen |
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| DD227624A1 true DD227624A1 (de) | 1985-09-25 |
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Cited By (3)
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| US5051080A (en) * | 1988-12-14 | 1991-09-24 | Sewell Plastics, Inc. | Parison lubrication apparatus |
| US5068078A (en) * | 1988-12-14 | 1991-11-26 | Sewell Plastics, Inc. | Parison lubrication method |
| DE20011006U1 (de) | 2000-06-28 | 2001-08-30 | Ze Be S GmbH Wolfen Zentrum für Beschichtung und Spezialmeßtechnik, 06766 Wolfen | Vorrichtung zur Beschichtung und Benetzung von Warenbahnen |
-
1984
- 1984-08-07 DD DD26603184A patent/DD227624A1/de not_active IP Right Cessation
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