DD230571A3 - Textiles flaechengebilde mit oberflaecheneffekten - Google Patents
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Abstract
Beim erfindungsgemaessen Erzeugnis handelt es sich um ein Flaechengebilde aus Garnen mit charakteristisch nachteiligen Eigenschaften (stabiler, runder Garnquerschnitt, geringe Haarigkeit) der OE-(Offen-End)-, Sirospun- oder Friktionsgarn, welche im Ergebnis eines multiplen Nadelungsprozesses durch Einwirken von bekannten Feltingnadeln ein hoeheres Volumen, weicheren Griff, groesseres Waermehaltevermoegen, hoehere Schiebefestigkeit und Haarigkeit als vor dem Veredlungsprozess aufweist.
Description
Die Erfindung betrifft textile Flächengebilde für Bekleidung, Wäsche oder Dekoration vorzugsweise aus Rotor-(Offen-End), MJS-(Murata-Jet)-, Sirospun- oder Friktionsgarnen im streichgarntypischen Garnstärkenbereich, die nach einem Veredlungsprozeß einen Flor aufweisen.
Es ist bekannt, Flächengebilden aus Garnen mit stabilem, rundem Garnquerschnitt und geringer Haarigkeit mittels Veredlungsprozessen wie Schmirgeln oder Rauhen einen Flor an der Oberfläche zu verleihen.
Gemäß DE-OS 2522871 ist es bekannt, Geweben für Möbelbezug durch einen multiplen Nadelungsprozeß ein höheres Volumen, Rauheffekte sowie eine höhere Schiebefestigkeit zu verleihen. Weiterhin werden nach DE-OS 3019022 Gewirke oder Gestricke, bestehend aus Garnen oder Seiden aus synthetischem oder nativem Material wie auch deren Kombinationen vernadelt.
Mittels Feltingnadeln werden Elementarfäden zerstört, sie treten ein- oder beidseitig aus dem Flächengebilde als Faserenden und/oder -schlingen heraus und bilden eine florartige Oberfläche.
Nach DE-GM 7125669 werden aus den verarbeiteten dicken Chemiefäden Kapillaren aus den endlosen Fäden mit paralleler Anordnung der Kapillare ohne Gamkern-Mantel-Struktur hinausgestoßen, die bei hoher Bruchdehnung mehr Schlingen als Faserenden aufweisen und aus der Oberfläche herausragen.
Es ist das Ziel der Erfindung, Flächengebilde aus Rotor-(Offen-.End), MJS-(Murata-Jet)-, Sirospun- oder Friktionsgarnen ohne die charakteristischen Nachteile des stabilen runden Garnquerschnitts und der geringen Haarigkeit bereitzustellen. Hohe Festigkeits- und Materialverluste sind zu vermeiden, die Anzahl der Ausrüstungsprozesse ist zu reduzieren. Die Beseitigung von Fehlern wie Dickstellen, Noppen, Bindungsfehler und eng begrenzte Farbunterschiede innerhalb des Flächengebildes oder der Flächen sind zu beseitigen bzw. durch einen Flor abzudecken.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Flächengebilde aus Garnen mit stabilem, rundem Garnquerschnitt und geringer Haarigkeit zu schaffen, in dem nach einem hochproduktiven Veredlungsprozeß die charakteristischen nachteiligen Eigenschaften beispielsweise der OE-(Offen-End)-, MJS-(Murata-Jet)-, Sirospun- oder Friktionsgarne fehlen oder wesentlich reduziert sind. Zusätzlich sollen Effekte vorhanden sein, die nur durch mehrere Veredlungsprozesse unter hohen Material- und Festigkeitsverlusten herstellbar sind.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Flächengebilde, bestehend aus Fäden im streichgarntypischen Garnstärkenbereich mit charakteristischen Eigenschaften der Rotor-, MJS-, Sirospun- oder Friktionsgarne, rundem stabilem Garnquerschnitt, Bauchbinden- oder Zuckertüteneffekt und geringer Harrigkeit als Resultat eines multiplen Vernadelungsprozesses, Fäden mit hoher Haarigkeit und größerem Volumen aufweist und an einer oder beiden Oberflächen einen Flor besitzt.
Die Einstichhäufigkeit der Feltingnadeln beträgt 50...500/cm2. Aus dem Garnmantel der Garne des Flächengebildes stehen Fasern heraus oder sie durchdringen andere benachbarte Fäden in Stichrichtung von Feltingnadeln einer bekannten multiplen Nadelungseinrichtung, die ihren Ursprung im stabilen Faserkern der Garne oder im Garnmantel selbst haben. Die herausstehenden Faseranteile können mittels der Feltingnadeln aus dem Faserkern der Garne heraus, über die gesamte Dicke des Flächengebildes durch Fadenkreuzungen hindurch bis an die Oberfläche des Flächengebildes verschoben sein. An der Oberfläche des Garnmantels ergeben alle abstehenden Faseranteile eine erhöhte Haarigkeit, an der Oberfläche des Flächengebildes einen Flor, dessen Länge und Dichte von der Einstichtiefe und -häufigkeit der Feltingnadeln abhängig ist. An den Stellen, an denen Faseranteile aus dem Garn heraus verschoben sind, ergibt sich eine Lockerung des Garngefüges und ein
höheres Volumen des Garnes, bei geringerer Fasermasse pro cm2.
Die genadelten Flächengebilde haben ein höheres Volumen, weicheren Griff, größeres WärmehaTtüngsvermögen, höhere Schiebefestigkeit und Haarigkeit als vor dem Veredlungsprozeß und einen Flor (bei geringen Materialverlusten).
In Betracht gezogene Druckschriften:
DE-OS 3019022 (D 06 C 23/02) DE-GM 7125669 (41 d, 3)
Claims (2)
- Erfindungsanspruch:1. Textile Flächengebilde mit Oberflächeneffekten für Bekleidung, Wäsche oder Dekoration vorzugsweise in Gestalt eines Gewebes, Gestrickes, Gewirkes oder Fadenlagennähgewirkes aus Garnen im streichgarntypischen Garnstärkenbereich, dadurch gekennzeichnet, daß aus dem Garnmantel der Rotor-(Offen-End)-, MJS-(Murata-Jet)-, Sirospun- oder Friktionsgarne des Fadensystems, im Flächengebilde Faserenden und/oder -schlingen in Stichrichtung von Feltingnadeln als Haarigkeit abstehen, die ihren Ursprung im festen Faserkern des Garnes, in anderen Positionen des Garnquerschnittes oder im Garnmantel selbst haben, wobei mehrere aus dem Garnmantel abstehende Faseranteile des Fadensystems durch die gesamte Dicke des Flächengebildes durchdringen.
- 2. Textile Flächengebilde mit Oberflächeneffekten nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschiebung der Faseranteile mit dem Ursprung im vollen Garnquerschnitt, aus dem Garnmantel heraus, mit hohem Anteil durch das Fadensystem hindurch bis zum Flor, in Stichrichtung von Feltingnadeln einer bekannten multiplen Vernadelungseinrichtung, vorzugsweise senkrecht zur Flächenausdehnung nachweisbar ist.
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