DE3334193C2 - Textiles Flächengebilde mit spezifischen Oberflächeneffekten und Verfahren zu seiner Herstellung - Google Patents

Textiles Flächengebilde mit spezifischen Oberflächeneffekten und Verfahren zu seiner Herstellung

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Gerhard Dr.Oec. Pohl
Lothar Postel
Ingeborg DDR 7513 Cottbus Reim
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung textiler Flächengebilde mit spezifischen Oberflächeneffekten für Oberbekleidung, Polstermöbel- oder Autositzbezug bzw. Dekoration aus Garnen im streichgarntypischen Garnstärkenbereich (z. B. Ringgarn, OE-Garn, MJS-Garn, Friktionsgarn), die in der Regel über geringe Haarigkeit und geringen Wollanteil verfügen. Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß an einer oder beiden Oberflächen des textilen Flächengebildes ein Wollvliesrest als Ursprung von Wollfaseranteilen vorhanden ist, die das Fadensystem teilweise durch die gesamte Dicke des Flächengebildes hindurch in Stichrichtung einer bekannten multiplen ein- oder zweiseitigen Nadeleinrichtung durchdringen und in Stichrichtung aus der Oberfläche des Flächengebildes zusammen mit solchen Faserstoffanteilen als Flor herausragen, die ihren Ursprung im zu veredelnden textilen Flächengebilde haben. Durch den Nadelprozeß, bei welchem mit 50 ... 1200 Einstichen/cm2 Feltingnadeln eine Faserverschiebung aus dem Vlies durch das Flächengebilde bis zum Flor vorzugsweise senkrecht zur Fläche Ausdehnung erfolgt, werden eine Vielzahl bekannter Veredlungsprozesse zum Erzeugen spezifischer florartiger Oberflächeneffekte ersetzt bzw. Einsatzmöglichkeiten für Garne mit geringer Haarigkeit geschaffen.

Description

ein dichter oder weniger dichter, langer oder weniger langer Flor an einer oder beiden Oberflächen des textlien Flächengebildes ausgebildet
Im Fadensystem und im Flor ist eine Fasermischung von Wollfasern und Fasern aus dem Garn bzw. Fadensystem vorhanden, wobei der Wollanteil im Garn bzw. Fadensystem höher als vor dem Vernadelungsprozeß, meist höher als 50% ist
Das veredelte Flächengebilde hat eine hohe Haarigkeit, lockeren Garnquerschnitt und einen hohen WoIlanteil im Garn mit walkähnlichen Faserverschiebungen, einen Flor an einer oder an beiden Oberflächen. Es hat gebrauchswertbestimmende Eigenschaften, die in Flächengebilden nur mit Fäden anderer Fadenkonstruktion, z. B. Ringgarnen, bekannt sind und durch eine Vielzahl von Veredlungsprozessen mit hohem Faserstoifverlust, z. B. Walken, Rauhen, erzielbar sind.
Veredlungsprozesse, wie z. B. Scheren, Polroutieren, Dekatieren und dgl., können dem Flächengebilde den Charakter edler Wollflächengebilde verleihen.
Die Erfindung soll anhand des nachfolgenden Ausführungsbeispiels veranschaulicht werden:
Gewebe als zu veredelnde Bahn
Kettfaden: OE-Rotorgarn VIF 50% Wolle 50% 170 tex χ 24 tex
Schußfaden: OE-Rotorgarn VIF 50% Wolle 50% 170 tex
Kettfadendichte: 91,3/10 cm Schußfadendichte: 82/10 cm
Bindung: K -y
Flächenmasse: 285 g/m2
35 Faservlies als Veredlungsfläche
100% Lammwollkrempelvlies
Flächenmasse: ca. 20 g/m2
40
Diese Warenbahnen werden einer Nadeleinrichtung zugeführt und bei einer Einstichhäufigkeit von 210—240/cm2 miteinander vernadelt Das textile Flächengebilde mit einem flächenbedeckenden Flor wird einem weiteren bekannten Ausrüstungsprozeß zügeführt
50
55
60
65

Claims (4)

1 2 testgehend beeinflussenden Gewebes zu vermeiden. Fe- Patentansprüche: ste Gewebe aus wirtschaftlich zu produzierenden OE- Garnen oder ähnliche Kern-Mantel-Strukturen aufwei-
1. Textiles Flächengebilde mit spezifischen Ober- senden Garnen wie beispielsweise Murata-Jet-, Siroflächeneffekten, insbesondere für Oberbekleidung, 5 spun- oder Friktionsgarne sind für einen derartigen Einbestehend aus einer aus Garnen aufgebauten satz ungeeignet, da hierbei der hohe Wollanteil der Fä-Grundbahn und ein- oder beidseitig eingenadeltem den nicht für die Florbildung genutzt werden kann.
Wollvlies, dadurch gekennzeichnet, daß Weiterhin ist der hierbei zu verarbeitende Anteil an die Grundbahn aus OE-Garnen besteht, daß das Flä- nach den o. g. Technologien hergestellten Garnen gechengebilde mit Wolle aus dem Vlies und aus den 10 genüber dem aufgebrachten Wollvlies ungünstig nied-OE-Garnen durchsetzt ist, daß die Wolle aus der rig.
Garnoberfläche als Haarigkeit zusammen mit Faser- Auch das in AT-PS 2 66 025 vorgeschlagene Vorge-
enden und/oder Faserschlingen der OE-Garne her- hen, auf einer Trägerbahn eine Fadenschar aus locker
ausragt und daß ein- oder beidseitig ein Flor gebildet gesponnenen Fäden, z. B. durch Aufnähen oder Aufkle-
ist, der aus Wollfasern und Fasern der OE-Garne, die 15 ben zu befestigen, ermöglicht allenfalls die nachteiligen
ihren Ursprung im Kern oder im Mantel der Garne Eigenschaften der Offen-End- oder ähnlichen Garne
haben, besteht durch das Aufbringen einer weiteren Materialkompo-
2. Textiles Flächengebilde nach Anspruch 1, da- nente zu kaschieren, aber nicht die Trägerbahn zu verdurch gekennzeichnet, daß das Wollvlies aus Reiß- bessern.
wolle besteht 20 Es ist die technische Aufgabe der Erfindung, gat-
3. Verfahren zur Herstellung eines Flächengebil- tungsgemäßen textlien Flächengebilden, die aus Rotordes mit spezifischen Oberflächeneffekten, bei dem (Offen-End-), MJS- (Murata-Jet-) oder Sirospun- oder auf eine aus Garnen aufgebaute Grundbahn ein- Friktionsgarnen im streichgarntypischen Garnstärkenoder beiseitig ein Wollvlies aufgenadelt wird, da- bereich mit charakteristischem stabilen runden Garndurch gekennzeichnet, daß die Grundbahn aus OE- 25 querschnitt, geringer Haarigkeit und vorwiegend gerin-Garnen gebildet wird, und daß eine Flordecke in gern Wollanteil (meist weniger als 50%) aufgebaut sein Abhängigkeit von der Einstichrichtung, -tiefe und sollen, walk- und rauhähnliche Effekte sowie Haarigkeit -häufigkeit der Filznadeln entsteht zu verleihen, die in einem einzigen Ausrüstungsprozeß
4. Verfahren zur Herstellung eines Flächengebil- und mit geringen Materialverlusten zu realisieren sind,
des nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß 30 Erfindungsgemäß wird die Aufgabe mit einem textimittels der Filznadeln der aus dem OE-Garn heraus- len Flächengebilde gemäß Patentanspruch 1 und mit geschobene Faseranteil größer ist als der dem OE- dem Herstellungsverfahren gemäß Patentanspruch 3 Garn zugeführte Wollfaseranteil aus dem Wollvlies. gelöst.
Die Wollfaseranteile aus dem Wollvlies reichern das
35 Fadengefüge mit Wolle an und ragen in Stichrichtung
aus der Oberfläche des Flächengebildes als Flor und/ oder aus der Garnoberfläche des Garnes als Haarigkeit
Die Erfindung betrifft textile Flächengebilde mit spe- zusammen mit Faserstoffenden und/oder -schlingen, die
zifischen Oberflächeneffekten für Oberbekleidung, Pol- ihren Ursprung im Kern oder im Mantel der Garne des
stermöbel- und Autositzbezug oder Dekoration, beste- 40 Fadengefüges haben, heraus. Dabei ist der aus dem
hend aus einer aus Garnen aufgebauten Grundbahn und Garn herausgeschobene Faserstoffanteil größer als der,
ein- oder beidseitig eingenadeltem Wollvlies. dem Garn zugeführte Wollfaseranteil aus dem Wollvlies
Dem Trend zu hochproduktiven Techniken folgend, oder aus den Wollvliesen, d. h, daß der garnspezifische
setzen sich auch in der Spinnerei neue Technologien dichte Querschnitt des Garnes durch die unterschiedli-
durch. Die nach Offen-End-Spinn- und ähnlichen Ver- 45 ehe Faserstoffverschiebung gelockert ist und einen wei-
fahren hergestellten Garne wie Murata-Jet-, Sirospun- cheren Griff ergibt.
oder Friktionsgarne haben aufgrund ihrer bekannten Die erfindungsgemäßen textlien Flächengebilde sind Kern-Map.te!-Struktur nur ein begrenztes Einsatzge- in der Materialzusammensetzung, besonders auf den biet, da sie mit herkömmlichen Mitteln äußerst schlecht Wollanteil bezogen, auf den jeweiligen spezifischen rauhfähig sind. Verfahren, Flächengebilde, die selbst so Verwendungszweck »nach Maß« einstellbar. Dabei nicht rauhfähig sind, mit einer filzähnlichen florartigen können schlecht oder nicht spinnbare Wollfaserstoffe Oberfläche zu versehen, sind in US-PS 34 52 413 und mit hoher Stapellängenstreuungsbreite Verwendung AT-PS 2 66 025 angegeben. finden und eingebunden werden. Die in dem Flächenge-Gemäß US-PS 34 52 413 ist es bekannt, auf Geweben, bilde verwendeten Garne sind in ihren Eigenschaften so vorzugsweise Diagonalgeweben oder solchen mit lok- 55 verändert, daß sie ein lockeres Gefüge und eine größere ker gewebten Leinenbindungen, walkfähige Wollfilze Haarigkeit aufweisen.
ein- oder beidseitig dadurch zu befestigen, daß Faseran- Der überwiegende Wollfaseranteil ist, vorzugsweise teile des Filzes teilweise mit Hilfe von Filznadeln durch durch CB-Kerbnadeln, aus dem Vlies, gegebenenfalls in die gewebte Trägerbahn verschoben werden und an- diametraler Nadelstichrichtung, in das Fadensystem der cphiipRpnH Hipei* P"ncAri»nHi»n auf Hat HAm aiifoiintiHAin- cn ^P~rniidbshn durch die "essmte Dicke des FluClien^ebi'-den Filz entgegengesetzten Seite mit sich selbst oder des hindurch, bis an die jeweils entgegengesetzte Obereiner filzfähigen Vliesbahn durch einen bekannten fläche verschoben. Gleichermaßen sind Faseranteile aus Walkvorgang verbunden werden. Ein Diagonalgewebe dem vollen Garnquerschnitt der Grundbahn, das heißt oder ein Gewebe mit locker gewebter Leinwandbin- aus Positionen des Garnquerschnittes, die durch Rauhdung ist hierbei Voraussetzung, da in dieser Schrift er- 65 prozesse nicht erreichbar wären, an der Faserverschiefindungsgemäß das Durchstechen der Fäden des Gewe- bung in Richtung zur Oberfläche, in einem Flor auslaubes vermieden werden muß, um einer Schwächung der fend, beteiligt. In Abhängigkeit von der Einstichrichrelativ dünnen, die Zugfestigkeit des Endproduktes wei- tung, -tiefe und -häufigkeit der Verfestigungsnadeln ist
DE3334193A 1982-09-24 1983-09-22 Textiles Flächengebilde mit spezifischen Oberflächeneffekten und Verfahren zu seiner Herstellung Expired DE3334193C2 (de)

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