DD234263A1 - Verfahren zum elektrokinetischen und/oder elektrostatischen beschichten von gegenstaenden - Google Patents

Verfahren zum elektrokinetischen und/oder elektrostatischen beschichten von gegenstaenden Download PDF

Info

Publication number
DD234263A1
DD234263A1 DD25569284A DD25569284A DD234263A1 DD 234263 A1 DD234263 A1 DD 234263A1 DD 25569284 A DD25569284 A DD 25569284A DD 25569284 A DD25569284 A DD 25569284A DD 234263 A1 DD234263 A1 DD 234263A1
Authority
DD
German Democratic Republic
Prior art keywords
objects
powder
electrokinetic
coating
glass
Prior art date
Application number
DD25569284A
Other languages
English (en)
Inventor
Peter Dressler
Christa Dressler
Original Assignee
Glaskunst Lauscha Thuer Veb
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Glaskunst Lauscha Thuer Veb filed Critical Glaskunst Lauscha Thuer Veb
Priority to DD25569284A priority Critical patent/DD234263A1/de
Publication of DD234263A1 publication Critical patent/DD234263A1/de

Links

Landscapes

  • Application Of Or Painting With Fluid Materials (AREA)
  • Surface Treatment Of Glass (AREA)

Abstract

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zum Beschichten von Gegenstaenden mit pulverfoermigen Teilchen unter Ausnutzung elektrisch-, thermisch- und mechanisch-physikalischer Groessen zur Erzeugung eines oder mehrerer vollstaendiger oder teilweiser Ueberzuege zu entwickeln. Dabei sind folgende Schritte einzuhalten: 1. Rohmaterial der Glasschmelze entnehmen und an der Glasmacherpfeife unter Drehen aufblasen.2.Bei der Temperatur des Glaskoerpers von 1 000 bis 1 200C mehrmals jeweils 10 bis 15 s beschichten und danach im Ofen einschmelzen. Dabei Glaskoerper weiterdrehen.3.Das elektrische Fuehrungsfeld muss waehrend der Beschichtung 6 bis 10 kV/cm betragen.4.Bei der hohen Temperatur wirkt der Glaskoerper wie ein elektrischer Leiter, deshalb muss die Glasmacherpfeife ueber ein Metallkabel geerdet werden.5.Pulver vor dem Auftragen gegebenenfalls trocknen und sieben.Neben dem elektrischen koennen noch das Flammenspritzauftragen oder das Aufsieben angewendet werden, dabei aber stets mit einem elektrischen Fuehrungsfeld. Fig. 1, 2

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum elektrokinetischen und/oder elektrostatischen Beschichten von Gegenständen mit pulverförmigen Teilchen mittels einer elektrokinetischen und/oder elektrostatischen Pulversprühpistole oder mittels eines Tauchbeckens zur Erzeugung eines oder mehrerer vollständiger oder teilweiser Überzüge.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
In der Glasindustrie wird zur Herstellung farbiger Gläser, z. B. Römer, die Überfangtechnik angewendet. Dabei wird auf einen geblasenen heißen, in der Regel farblosen Glaskörper ein zweiter heißer farbiger Glaskörper aufgebracht. Diese bekannte technische Lösung hat mehrere Nachteile, sie ist sehr arbeitsintensiv und zeitaufwendig. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß eine verlangte gleichmäßige Farbverteilung auf der gesamten Oberfläche nicht immer gewährleistet ist.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, ein Verfahren zum elektrokinetischen und/oder elektrostatischen Beschichten von Gegenständen zu entwickeln, bei dem die beschriebenen Nachteile weitgehend vermieden werden, zusätzlich eine Erweiterung der Oberflächengestaltung erreicht wird und das Verfahren nicht auf Glaswaren beschränkt bleibt.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum elektrokinetischen und/oder elektrostatischen Beschichten von Gegenständen mit pulverförmigen Teilchen zur Erzeugung eines oder mehrerer vollständiger oder teilweiser Überzüge zu entwickeln, bei dem ein einfacheres Arbeitsverfahren eine Zeiteinsparung und eine gleichmäßige Farbverteilung auf der gesamten Oberfläche oder andere gewünschte Gestaltungseffekte ergeben.
Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe mit einem Verfahren gelöst, wo die Teilchen elektrokinetisch und/oder elektrostatisch aufgeladen werden und sich durch elektrische Kräfte auf den z. B. heißen Gegenstand niederschlagen, anschmelzen und in einem weiteren Einschmelzprozeß zu einer gleichmäßigen Schicht verschmolzen werden. Das elektrokinetische und/oder elektrostatische Auftragen der Teilchen erfolgt entweder mit Pulversprühorganen oder in einem Tauchbecken mit Hochspannungselektroden in der Wirbelschicht oder in der Pulverwolke.
Mit dem genannten Verfahren wird eine homogene Teilchenverteilung und damit eine homogene Farbschicht oder ein anderer Überzug auf dem Gegenstand oder Teilchen des Gegenstandes, z.B. in Form von Tupfern, erreicht.
Diese Verfahren sind seit Jahren bekannt, aber in der Glasindustrie infolge Unkenntnis noch nicht eingesetzt worden. Es ist auch bekannt, daß ζ. B. Keramikfliesen oder Glasvasen in kaltem Zustand mit Plastpulver elektrokinetisch oder elektrostatisch beschichtet werden. Dabei werden zwei unterschiedliche Stoffe miteinander verbunden. Gemäß der Erfindung werden aber gleiche oder ähnliche Materialien aufeinander gebracht, z. B. Glaspulver auf Glas, Keramik auf Keramik, Email auf Glas, Keramik auf Glas oder Porzellan auf Glas und umgekehrt. Nach der Silikatchemie haben diese Stoffe alle ähnliche Ausgangsprodukte; Die genannten Stoffe können nach den genannten Verfahren auch auf Metall aufgetragen werden, z. B. Email auf Eisenblech. Da die Silikatpulver, wenn sie elektrisch aufgeladen werden, in der Nähe des heißen Gegenstandes schnell entladen werden, müssen sie durch ein elektrisches Feld zum Werkstück ge'ül,η werden. Bei der hohen Temperatur wirkt der Glaskörper wie ein elektrischer Leiter, deshalb η iuß die Glasmacherpfeife über eine Schelle und ein Metallkabel geerdet werden. Als beste Giassorte für den Glaskörper hat sich Bleiglas erwiesen.
Einige Silikatpulver müssen vor dem Auftragen erst getrocknet und nochmals mit einem Sieb der Maschenweite 250^m gesiebt werden, obwohl sie mit einer mittleren Korngröße von etwa 40/zm hergestellt werden. Die Pulver nehmen während des Transports und der Lagerung z.T. Feuchtigkeit auf und agglomerieren. Außerdem werden sie während der Lagerung mechanisch verfestigt.
Als Auftragsmaterialien eignen >ich besonders Email weiß und schwarz, keramische Glasuren, z. B. blau, und Bleiglas, z. B. blau und violett.
Eine Nachbehandlung des Glasgegenstandes, z. B. das Schleifen von Römern, ist möglich.
Durch die Kombination von elektrokinetischem und elektrostatischem Auftragen der Pulver z. B. auf heiße Glaswaren mit Außenoptik wird diese durch eine intensive, gezielte Beschichtung der Berge oder Täler wesentlich verbessert und ermöglicht gestalterische Effekte, z. B. durch unterschiedliche Farben der gleichen oder anderer Materialien der aufgetragenen Teilchen.
Ausführungsbeispiele
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen erläutert.
1. Beispiel: Es wird ein heißer Glaskörper aus der Schmelze genommen. Dieser Glaskörper ist über die Glasmacherpfeife geerdet und wird vom Glasbläser laufend gedreht. Inzwischen wurde an das Sprühorgan Hochspannung von ± 2OkV angelegt und die Pulverzerstäuberluft eingeschaltet. Das Sprühorgan wird etwa bis auf 4cm dem Glaskörper genähert, wobei ein elektrisches Führungsfeld von 6... 10kV/cm entsteht und die geladenen Pulverteilchen auf den Glaskörper führt. Die Aufladung der Pulverteilchen geschieht entweder durch Reibung mit Isolierstoffkörpern in dem Sprühorgan und/oder durch die Hochspannung an den Aufladeelektroden. Der Glaskörper als Rohmaterial hat, nachdem er der Schmelze entnommen wird, eine Temperatur von 1000...12000C. Das Beschichten mit farbigem Glasmehl erfolgt vorzugsweise in drei Schritten; den geblasenen Glaskörper drehen und gleichzeitig 10... 15 Sekunden beschichten und danach im Ofen einschmelzen, anschließend den Vorgang noch zweimal bei gleicher Beschichtungszeit und Temperatur wiederholen bis sich eine glatte Oberfläche ergibt. Die Farbschicht ist auf der gesamten Oberfläche gleichmäßig verteilt.
2. Beispiel: Der Glasrohling wird der Schmelze entnommen, in die Pulverwolke über der Wirbelschicht getaucht und laufend gedreht. Der heiße Glaskörper wird von den geladenen Pulverteilchen gleichmäßig beschichtet. Der Vorgang wird wie im I.Beispiel mehrfach wiederholt.
3. Beispiel: Der heiße Glaskörper wird direkt in die Wirbelschicht des Tauchbeckens eingetaucht und gedreht. Die Teilchen der Wirbelschicht sind elektrisch stark aufgeladen. An den Hochspannungselektroden der Wirbelschicht liegt eine Hochspannung von etwa ±40... ±60 kV, so daß auch hier wieder ein elektrisches Führungsfeld von 6...10kV/cm bei einem Abstand des Glaskörpers zu den Elektroden von 6... 10cm entsteht. Die aufgeladenen Teilchen werden durch das Führungsfeld neben der mechanischen Bewegung zusätzlich zu dem Glaskörper geführt und können sich dort ablagern.
4. Beispiel: Der Glaskörper wird der Schmelze entnommen und mit einer Außenoptik versehen. Mit dem Pulversprühorgan werden elektrokinetisch die Täler und danach elektrostatisch die Berge beschichtet. Es wird damit eine Differenzierung der Schichtdicke und der Farbgestaltung erreicht.

Claims (5)

  1. Patentansprüche:
    1. Verfahren zum elektrokinetischen und/oder elektrostatischen Beschichten von Gegenständen, insbesondere Glaswaren, dadurch gekennzeichnet, daß auf die zu beschichtenden Gegenstände mittels einer elektrokinetischen und/oder elektrostastischen Pulversprühpistole oder mittels der elektrostatisch aufgeladenen Pulverwolke bzw. mittels der elektrostatisch aufgeladenen Wirbelschicht eines Tauchbeckens einmalig oder mehrmalig, vorzugsweise dreimalig, nacheinander mit je einer Dauer von 10 bis 15 Sekunden unter Drehen der Gegenstände eine homogene Pulverschicht aufgetragen wird und daß nach jeder Pulverauftragung die Pulverschicht eingeschmolzen wird und daß diese Verfahrensweise so oft wiederholt wird, bis eine gleichmäßige Oberflächenschicht auf den Gegenständen ausgebildet wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Gegenstände vor jeder Beschichtung auf eine Temperatur von 1000 bis 12000C erhitzt werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Gegenstände mit Pulvern aus gleichen und/oder ähnlichen Stoffen beschichtet werden.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erzeugung von Mustern oder Tupfern bzw. Rastern auf den Gegenständen zwischen diesen und der Pulverwolke Masken vorgesehen werden.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß bei Gegenständen mit Außenoptik zur Erzielung bestimmter Färb- und/oder Gestaltungseffekte dieTäler durch Pulverteilchen aus einer elektrokinetischen Aufladung und die Berge durch Pulverteilchen aus einer elektrostatischen Aufladung beschichtet werden.
    Hierzu 2 Seiten Zeichnungen
DD25569284A 1984-10-30 1984-10-30 Verfahren zum elektrokinetischen und/oder elektrostatischen beschichten von gegenstaenden DD234263A1 (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DD25569284A DD234263A1 (de) 1984-10-30 1984-10-30 Verfahren zum elektrokinetischen und/oder elektrostatischen beschichten von gegenstaenden

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DD25569284A DD234263A1 (de) 1984-10-30 1984-10-30 Verfahren zum elektrokinetischen und/oder elektrostatischen beschichten von gegenstaenden

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DD234263A1 true DD234263A1 (de) 1986-03-26

Family

ID=5551113

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DD25569284A DD234263A1 (de) 1984-10-30 1984-10-30 Verfahren zum elektrokinetischen und/oder elektrostatischen beschichten von gegenstaenden

Country Status (1)

Country Link
DD (1) DD234263A1 (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO2004052558A1 (en) * 2002-12-12 2004-06-24 Akzo Nobel Coatings International B.V. Powder coating process
DE202019105107U1 (de) * 2019-09-16 2020-12-22 Andreas Ritterbach Vorrichtung zum Beschichten von Bauteilen, wie beispielsweise Rahmenteile, Blechteile oder Profilteile

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO2004052558A1 (en) * 2002-12-12 2004-06-24 Akzo Nobel Coatings International B.V. Powder coating process
DE202019105107U1 (de) * 2019-09-16 2020-12-22 Andreas Ritterbach Vorrichtung zum Beschichten von Bauteilen, wie beispielsweise Rahmenteile, Blechteile oder Profilteile

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE69530602T2 (de) Vorrichtung und verfahren zur beschichtung von substraten mit durch induktion geladenen harzpulverpartikeln
DE933019C (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Schutzueberzuegen aus pulverfoermigen thermoplastischen Kunststoffen
DE102010042230A1 (de) Verfahren zum Beschichten von Objekten, insbesondere solchen Objekten, die durch ein generatives Fertigungsverfahren hergestellt wurden
DE19921321C1 (de) Vorrichtung zum Aufbringen von Dekors und/oder Zeichen auf Glas-, Glaskeramik- und Keramikerzeugnisse
DE2750372A1 (de) Elektrostatisches beschichtungsverfahren
DE1646679C3 (de) Verfahren zur Herstellung von aluminiumhaltigen Schutzüberzügen auf Kohlenstofferzeugnissen
DE2941026C2 (de) Verfahren zum Auftragen einer Glasur auf keramische Erzeugnisse in einem elektrischen Feld
DD137196B1 (de) Verfahren zur elektrostatischen beschichtung von werkstuecken aus isolierstoff
EP0127041A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Lichtwellenleitern
DE19722273A1 (de) Beschichtungspulver zum elektrostatischen Beschichten von Glas sowie keramischen und metallischen Substraten, seine Herstellung und Verwendung
DE3627864C2 (de)
DE2616188C3 (de)
DE766247C (de) Verfahren zum UEberziehen metallener Gegenstaende durch Aufschmelzen von in Pulverform vorliegenden Korrosionsschutzstoffen
EP0268211B1 (de) Verfahren zum Auftragen von elektrostatisch versprühbarem Emailpulver auf Werkstücke unter Zusatz von Schutzgas
DE2913035A1 (de) Werkstoff fuer bauzwecke und verfahren zu seiner herstellung
DE2204982B1 (de) Verfahren zum beschichten eines gegenstandes aus glas, porzellan, steingut
DE2749400C3 (de) Elektrostatische Spritzeinrichtung mit Schutzgasummantelung
DE4103959A1 (de) Verfahren zur herstellung von beschichteten werkstuecken
DE1521646C (de) Verfahren zur Herstellung einer elektrisch isolierenden Schicht auf einem Metallteil durch Emaillieren und Beglasen
DE102015015354B4 (de) Verfahren zur Herstellung einer designhaften Oberfläche eines elektrisch leitfähigen Körpers
EP0775095A1 (de) Verfahren zur herstellung von farbbeschichteten flächigen glaskörpern, flächige glaskörper und glasverbunde
DE1267057B (de) Verfahren zur Aufbringung von Glasuren oder Emailschichten im schmelzfluessigen Zustand
SU691933A1 (ru) Способ нанесени покрытий
DE2848214A1 (de) Verfahren zur kaltemaillierung von bauelementen und nach diesem verfahren hergestelltes bauelement
EP4578351A1 (de) Verfahren zur herstellung einer sanitärkomponente

Legal Events

Date Code Title Description
ENJ Ceased due to non-payment of renewal fee