DD237646A5 - In mehreren ausbaustufen errichtbare abwasserreinigungsanlage - Google Patents

In mehreren ausbaustufen errichtbare abwasserreinigungsanlage Download PDF

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DD237646A5 DD85281781A DD28178185A DD237646A5 DD 237646 A5 DD237646 A5 DD 237646A5 DD 85281781 A DD85281781 A DD 85281781A DD 28178185 A DD28178185 A DD 28178185A DD 237646 A5 DD237646 A5 DD 237646A5
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Abstract

Ziel und Aufgabe der Erfindung bestehen darin, eine in mehreren Ausbaustufen errichtbare Abwasserreinigungsanlage so auszubilden, dass schon bei Singulaerbetrieb der Basisausbaustufe eine beachtliche Reinigungsleistung von etwa 30% und wesentlich mehr erreicht werden kann, und dass nach weiterem Ausbau im Kombinationsbetrieb mit einem Raumbedarf von insgesamt lediglich etwa 100 l/Einwohner und weniger eine gegenueber den bekannten gattungsgemaessen Massnahmen zumindest gleichwertige oder sogar wesentlich hoehere Reinigungsleistung erreichbar ist. Zur Loesung dieser Aufgabe lehrt die Erfindung, dass das Sandfangbecken ein Volumen aufweist, welches einem Raumbedarf von zumindest 6 l/Einwohner, vorzugsweise von etwa 8 l/Einwohner, entspricht und als Adsorptionsbecken eingerichtet ist. Fig. 1

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung bezieht sich gattungsgemäß auf eine in mehreren Ausbaustufen errichtbare und inbetriebnehmbare, funktionell mehrstufige Abwasserreinigungsanlage mit mechanischer Reinigungsstufe und, in voll ausgebautem Zustand, zumindest einer nachgeschalteten biologischen Reinigungsstufe, wobei der mechanischen Reinigungsstufe ein Abwassersammler vorgeschaltet ist und wobei die mechanische Reinigungsstufe eine Vorreinigungseinrichtung in Form eines Rechens oder dergleichen, ein Sandfangbecken mit Belüftungseinrichtung und eine nachgeschaltete Zwischenkläreinrichtung mit Schlammabzug aufweist sowie als Basisausbaustufe vor Errichtung der nachgeschalteten biologischen Reinigungsstufe im Singulärbetrieb selbständig und nach Errichtung der nachgeschalteten biologischen Reinigungsstufe im Kombinationsbetrieb zusammen mit dieser einsetzbar ist.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Bei der (aus der Praxis) bekannten gattungsgemäßen Abwasserreinigungsanlage weist das Sandfangbecken ein Volumen auf, welches einem Raumbedarf von maximal 4I/Einwohner entspricht (Einwohner steht hier und im folgenden auch für Einwohnergleichwert). Die Belüftung macht aus dem Sandfang kein definiertes Belebungsbecken. Ein definierter Abzug von Belebtschlamm zum Zwecke der Einstellung besonderer biologischer Betriebsverhältnisse in dem belüfteten Sandfang findet nicht statt. Die Basisstufe bildet zwar die erste Ausbaustufe, bleibt jedoch insgesamt eine mechanische Reinigungsstufe. Die erreichbare Reinigungsleistung ist spärlich und liegt wenig unter 30%. Der Einsatz der mechanischen Reinigungsstufe als Basisausbaustufe ist eher ein Provisorium als eine abwassertechnisch empfehlenswerte Maßnahme. Werden in einer weiteren Ausbaustufe eine biologische Reinigungsstufe oder deren mehrere angeschlossen, so wird für den Kombinationsbetrieb der vollständige bauliche Aufwand erforderlich, beispielsweise mit einem Raumbedarf von etwa 179 l/Einwohner bei einer
Reinigungsleistung von insgesamt etwa 93%. Im Rahmen der bekannten Maßnahmen ist die erste biologische, der beschriebenen mechanischen Reinigungsstufe nachgeschaltete Reinigungsstufe eine Schwachlaststufe. Andererseits kennt man mehrstufige biologische Abwasserreinigungsanlagen (vgl. DE-PS 2640875, DE-PS 3117805), bei denen die erste biologische Stufe sehr hoch mit einer Schlammbelastung von 2 bis 12 als Adsorptionsstufe und die zweite biologische Stufe als Schwachlaststufe betrieben werden (Schlammbelastung hier und im folgenden in kg BSB5 pro kg Trockensubstanz und Tag). In der Adsorptionsstufe wird der Schlamm in der Einarbeitungsphase gehalten. Die Einarbeitungsphase ist die der Substratatmung gleichsam vorgeschaltete Phase, in der die zum Abbau des Substrates erforderlichen Enzyme gebildet werden. Die Einarbeitungsphase ist folglich der Grenzbereich, in dem die Substratatmung gerade beginnt, aber noch nicht voll wirksam ist. Um den Schlamm der ersten Belebungsstufe in diesem Zustand zu halten, bedarf es eines geringen Schlammalters und eines entsprechend gesteuerten Überschußschlammabzuges aus der Zwischenklärung. In Verbindung' mit der angegebenen Raumbelastung in der ersten Belebungsstufe erreicht man, daß dort hauptsächlich eine Adsorption bzw. Flockung höher molekularer Verbindungen im Vordergrund steht und diese Verbindungen ohne Abbau in der Zwischenklärung mit dem Überschußschlamm ausgetragen werden. Die ansonsten für den Abbau dieser Verbindungen erforderliche beachtliche Energie wird eingespart. In der zweiten Belebungsstufe können danach die niedermolekularen und leichter abbaubaren Verbindungen besonders leicht und schnell biologisch abgebaut werden, wenn dort mit einer Schlammbelastung von etwa 0,15 gearbeitet wird. In den beiden Belebungsstufen kommen somit ganz unterschiedliche Wirkungsmechanismen zum Tragen. Eine mechanische Reinigungsstufe bleibt vorgeschaltet. — Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß diese Adsorptionstechnologie zur Weiterentwicklung von in mehreren Ausbaustufen errichtbaren und inbetriebnehmbaren gattungsgemäßen Abwasserreinigungsanlagen sowohl in baulicher als auch in funktioneller Hinsicht wesentlich beitragen kann. Gattungsgemäße Abwasserreinigungsanlagen sind bisher nicht nach den Maßgaben der Adsorptionstechnologie eingerichtet und betrieben worden.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, die sogenannten Nachteile zu vermeiden.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine in mehreren Stufen errichtbare Abwasserreinigungsanlage so weiter auszubilden, daß schon bei Singulärbetrieb der Basisausbaustufe eine beachtliche Reinigungsleistung von etwa 30% und wesentlich mehr erreicht werden kann, und daß nach weiterem Ausbau im Kombinationsbetrieb mit einem Raumbedarf von insgesamt lediglich etwa 100 l/Einwohner und weniger eine gegenüber den bekannten gattungsgemäßen Maßnahmen zumindest gleichwertige oder sogar wesentlich höhere Reinigungsleistung erreichbar ist. Zur Lösung dieser Aufgabe lehrt die Erfindung, daß das Sandfangbecken ein Volumen aufweist, welches einem Raumbedarf von zumindest 6I/Einwohner, vorzugsweise von etwa 8l/Einwohner, entspricht und als Adsorptionsbecken, d. h. als eine Belebungsstufe eingerichtet ist, die im aeroben und/oder fakultativ anaeroben Bereich mit einer Schlammbelastung BTS gleich oder größer 2 betreibbar ist (BTS = Br/TS mit BR für die Raumbelastung in kg BSB5 pro Kubikmeter und Tag und TS für den Trockensubstanzgehalt in kg pro Kubikmeter), und in der mit Hilfe der Zwischenklärung und des Schlammabzuges aus der Zwischenklärung der Schlamm in der Einarbeitungsstufe haltbar ist. Der Sauerstoffgehalt soll in der Adsorptionsstufe im Bereich von 0,5 bis 1 mg/l gehalten werden. — Die Erfindung nutzt die Tatsache, daß das Sandfangbecken der bekannten gattungsgemäßen Anlage durch die beschriebenen Maßnahmen als Adsorptionsstufe arbeiten kann. Sie erreicht dadurch bei einer Erhöhung des baulichen Aufwandes von lediglich etwa 2%, bezogen auf die gesamte Abwasserreinigungsanlage, im Singulärbetrieb bereits eine Reinigungsleistung von 30% und mehr. Trifft man die Anordnung so, daß an die Zwischenkläreinrichtung oder an den Schlammabzug eine Schlammrückführeinrichtung für die Einführung von zumindest 20% des aus der Zwischenklärung abgezogenen Schlammes, vorzugsweise etwa 40 bis 60% des aus der Zwischenklärung abgezogenen Schlammes, in den Abwassersammler angeschlossen ist, so kann man bei Singulärbetrieb durch geringen zusätzlichen Aufwand bereits auf eine Reinigungsleistung von etwa 60% kommen. Diese Rückführung ist entsprechend auch im Kombinationsbetrieb vorteilhaft. Die Rückführung findet in einem ausreichenden Abstand vor der mechanischen Reinigungsstufe statt, jedenfalls vor dem Sandfangbecken. Der Überschußschlamm kann bei Singulärbetrieb, wie üblich, einem Faulbehälter zugeführt werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, im Singulärbetrieb den nicht rückgeführten Schlamm zur faulbehälterfreien Weiterbehandlung einer Einrichtung zur Zugabe von Ca-Salzen oder Fe-Salzen (oder anderen Konditionierungsmitteln) und danach einer Kammerfilterpresse zuzuführen. Außerdem ist im Singulärbetrieb der Ablauf aus der Zwischenklärung einer Einrichtung für die Bewässerung und/oder Düngung von landwirtschaftlichen Kulturen ohne weiteres zuführbar.
Ist die Basisausbaustufe erfindungsgemäß errichtet, so kann der weitere Ausbau auf verschiedene Weise eingerichtet werden. Eine dieser Möglichkeiten ist dadurch gekennzeichnet, daß im Kombinationsbetrieb die nachgeschaltete biologische Reinigungsstufe als zweite Ausbaustufe sowie als Belebungsbecken für eine Schlammbelastung BTSim Bereich von 0,15 bis 1 eingerichtet, an den Ablauf der Zwischenkläreinrichtung angeschlossen sowie mit einer Nachkläreinrichtung mit Schlammabzug ausgerüstet ist. Dann kann in einer weiteren Ausbaustufe zwischen der Zwischenkläreinrichtung und dem Belebungsbecken der zweiten Ausbaustufe eine Tropfkörperstufe mit einer Raumbelastung von 0,2 bis 2 oder mehr, je nach Füllung, angeordnet werden. Bei Brockenfüllung wird man eine Raumbelastung von 2 nicht überschreiten. Bei Kunststoffüllung kann man bis 6 gehen. Eine andere Möglichkeit ist dadurch gekennzeichnet, daß im Kombinationsbetrieb die nachgeschaltete biologische Reinigungsstufe alszweite Ausbaustufe sowie als Tropfkörperstufe mit nachgeschaltetem, für eine Schlammbelastung von 0,05 bis 1 eingerichtetem Belebungskörper ausgeführt und das Belebungsbecken an eine Nachkläreinrichtung mit Schlammabzug angeschlossen ist. Im Rahmen der Erfindung liegt es, die Tropfkörperstufe unmittelbar an eine Nachkläreinrichtung anzuschließen. In allen Fällen erfährt das Abwasser in der Basisausbaustufe oder Adsorptionsstufe nicht nur die beschriebene Reinigung, sondern, in bezug auf den Ablauf, der in die nachgeschalteten Stufen eingeführt wird, auch eine wirksame inn nrlnr Vnrhfimituna für die weitere Reiniauna. aleichsam im Sinne einer Krackung.
Besonders wirksam arbeitet die Basisausbaustufe bei der hohen Schlammbelastung, wenn Bakterien allein das Feld beherrschen. Das wird vorzugsweise dadurch sichergestellt (vgl. DE-PS 3317371 gemäß PatG § 3(2)1), daß die Adsorptionsstufe mit Prokaryonten als arbeitender Biomasse betrieben wird, und daß der Adsorptionsstufe mit dem zufließenden Rohabwasser Prokaryonten, die pro Kubikmeter zumindest 1 Gew.-% der arbeitenden Biomasse im Kubikmeter der Adsorptionsstufe ausmachen, als Ergänzungsbiomasse ständig zugeführt werden, vorzugsweise in einer Menge von 5 bis 15Gew.-%pro Kubikmeter. In diesem Zusammenhang kann eine strenge Trennung der Biozönosen zwischen Basisausbaustufe und Adsorptionsstufe und nachgeschalteten Stufen zweckmäßig sein. Gute Ergebnisse werden aber auch dann erreicht, wenn im Kombinationsbetrieb zumindest ein Teil des aus der Nachkläreinrichtung abgezogenen Überschußschlammes in das als Adsorptionsstufe arbeitende Sandfangbecken über eine entsprechende Rückführeinrichtung wieder einführbar ist. Versuche haben nämlich gezeigt, daß bei hohen Schlammbelastungen BTS, wie für die Adsorptionsstufe angegeben, die Bakterien allein das Feld beherrschen. Die Schlammproduktion in der Adsorptionsstufe ist dann sieben- bis zehnmal höher als in nachgeschalteten, niedrigbelasteten Belebungsstufen. Der Anteil der Eukaryonten, d. h. der Bakterienfresser, in der Adsorptionsstufe und damit in der Basisausbaustufe der erfindungsgemäßen Reinigungsanlage ist verhältnismäßig gering. Die Bakterienpopulation in den nachgeschalteten Belebungsstufen setzt sich etwa so zusammen wie in der Adsorptionsstufe, wobei in der Regel jedoch die Bakterien in den nachgeschalteten Belebungsstufen eine merklich geringere Aktivität aufweisen. Diese Eigenschaften, insbesondere die hohe Bakterien-Schlammproduktion mit einem sieben- bis zehnmal so hohen Schlammanfall, führt trotz der Rückführung von Überschußschlamm aus der Nachkläreinrichtung gleichsam zu einer Verdünnung des Eukaryontenbesatzes und damit zu einer erheblichen Schwächung bzw. zum Auswaschen der Eukaryonten aus der Biozönose der Α-Stufe. Die Überlebenschancen in dieser so betont bakterienausgerichteten Biozönose der Adsorptionsstufe sind für die Eukaryonten sehr gering, so daß bei der angegebenen Zuführung von Prokaryonten mit dem zufließenden Rohabwasser die beschriebene Schlammrückführung durchgeführt werden kann.
Die erreichten Vorteile sind zusammengefaßt darin zu sehen, daß bei einer erfindungsgemäßen Abwasserreinigungsanlage schon bei Singulärbetrieb der Basisaufbaustufe als erster Ausbaustufe eine beachtliche Reinigungsleistung von etwa 30% und mehr erreicht werden kann, und zwar bei minimalem zusätzlichem baulichem Aufwand. Durch bloße Schlammrückführung kann hier die Reinigungsleistung auf etwa 60% erhöht werden. Nach weiterem Ausbau erreicht man im Kombinationsbetrieb mit einem Raumbedarf von insgesamt lediglich etwa 100 l/Einwohner und weniger eine gegenüber den bekannten gattungsgemäßen Anlagen (mit einem Raumbedarf von etwa 179 l/Einwohner) zumindest gleichwertige oder sogar erhöhte Reinigungsleistung. Weitere Vorteile sind wie folgt zu summieren: Zunächst erreicht man mit dem Aufwand für eine mechanische Reinigung gegenüber den bekannten Maßnahmen in der ersten Ausbaustufe praktisch eine Verdoppelung der Reinigungsleistung. Eine weitere biologische Stufe kann unschwer nachgebaut werden, so daß die Endreinigungsleistung durch dieses Nachbauen oder Anbauen im Rahmen des Kombinationsbetriebes praktisch beliebig hoch eingestellt werden kann. Arbeitet man lediglich mit der ersten Ausbaustufe, d. h. mit der erfindungsgemäß ausgebildeten Basisstufe, wird jedoch eine Zugabe von Ca- bzw. Fe-SaIzen durchgeführt oder werden andere Fällungsmittel eingesetzt, so kann der Schlamm in einer Kammerfilterpresse weiterverarbeitet werden, und es lassen sich verbrennbare Filterkuchen gewinnen, die es erlauben, doppelt soviel Energie aus dem Schlamm zu ziehen, als es in Faulbehältern über Methangasgewinnung möglich ist. Schon die Basisausbaustufe erlaubt es, alle mikrobiologischen Reaktionsmechanismen zu nutzen, die zu einer ständigen Verbesserung durch mutierte Bakterienstämme führen und damit auch eine merklich bessere Prozeßstabilität gegenüber Belastungsstößen sicherstellen. Für landwirtschaftlich orientierte Länder, insbesondere in Abwassermangelgebieten, wird allein mit der erfindungsgemäßen Basisausbaustufe ein so gut aufbereitetes und nährstoffreiches Wasser gewonnen, daß dieses sowohl für düngende als auch für bewässernde Zwecke eingesetzt werden kann. Darüber hinaus wird Methangas gewonnen, und es fällt, bei Einsatz einer Faulanlage, ein nährstoffreicher Schlamm für die Landwirtschaft an.
Ausführungsbeispiel
Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert. Es zeigen in schematischer Darstellung:
Fig. 1: eine erfindungsgemäße Abwasserreinigungsanlage voll ausgebaut;
Fig.2: die Basisausbaustufe aus dem Gegenstand der Fig. 1 in vergrößertem Maßstab;
Fig. 3: eine erweiterte Basisausbaustufe gemäß Fig. 2
Fig.4: entsprechend der Fig. 1 eine bekannte gattungsgemäße Abwasserreinigungsanlage;
Fig. 5: entsprechend der Fig. 1 eine andere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Abwasserreinigungsanlage.
Die in den Fig. 1,4 und 5 dargestellten Abwasserreinigungsanlagen sind in mehreren Ausbaustufen errichtbar und inbetriebnehmbar und arbeiten funktionell mehrstufig. Zum grundsätzlichen Aufbau gehören eine mechanische Reinigungsstufe und im voll ausgebauten Zustand, zumindest eine nachgeschaltete biologische Reinigungsstufe. Der mechanischen Reinigungsstufe ist ein durch den Pfeil 1 angedeuteter Abwassersammler vorgeschaltet. Die mechanische Reinigungsstufe weist eine Vorreinigungseinrichtung in Form eines Rechens 2 oder dergleichen, ein Sandfangbecken 3 mit Belüftungseinrichtung 4 und eine nachgeschaltete Zwischenkläreinrichtung 5 mit Schlammabzug 6 auf. Der Ausdruck „Zwischenkläreinrichtung" wird verwandt, weil diese Kläreinrichtung im voll ausgebauten Zustand als Zwischenkläreinrichtung 5 funktioniert. Die mechanische Reinigungsstufe ist als Basisausbaustufe im Singulärbetrieb selbständig, d. h. vor Errichtung der nachgeschalteten biologischen Reinigungsstufe betreibbar. Sie ist nach Errichtung der nachgeschalteten biologischen Reinigungsstufe im Kombinationsbetrieb mit dieser betreibbar. — Die Fig. 1 und 5 zeigen erfindungsgemäße Anlagen, die voll ausgebaut sind. Die Fig. 4 zeigt demgegenüber die bekannte Ausführungsform. Bei einer vergleichenden Betrachtung der Sandfangbecken 3 der erfindungsgemäßen Anlage einerseits, der zum Stand der Technik gehörenden Anlage andererseits, erkennt man, daß das Sandfangbecken 3 bei den erfindungsgemäßen Anlagen vergrößert ist. Insoweit wird auf eine vergleichende Betrachtung der Fig. 1 und 5 einerseits, der Fig.4 andererseits Bezug genommen. Das Sandfangbecken 3 weist in den Fig. 1 und 5 ein Volumen auf, welches einem Raumbedarf von zumindest 6 l/Einwohner, vorzugsweise von etwa 81/ Einwohner, entspricht. In Fig. 4 liegt dieser Raumbedarf bei 41/Einwohner. Das Sandfangbecken 3 ist als Adsorptionsstufe ein-
gerichtet. Das bedeutet, daß dieses Sandfangbecken 3 als Belebungsstufe im aeroben und/oder fakultativ anaeroben Bereich arbeitet, und zwar mit einer Schlammbelastung Bts gleich oder größer 2, wobei in diesem Sandfangbecken 3, welches als Adsorptionsstufe arbeitet, mit Hilfe einer Zwischenkläreinrichtung 5 und des dort stattfindenden Schlammabzuges 6 der Schlamm in der Einarbeitungsphase haltbar ist. Man kommt so zu einer Reinigungsleistung von etwa 33%, wenn die Basisstufe im Singulärbetrieb betrieben wird. Das entspricht praktisch einer Verdoppelung gegenüber der Reinigungsleistung, die beim Singulärbetrieb der Basisausbaustufe einer zum Stand der Technik gehörenden Anlage (vgl. Fig.4) erreichbar ist. Der bauliche Aufwand ist gegenüber dem Gesamtaufwand jedoch nur um 2% erhöht. Die Fig. 3 macht deutlich, daß mit geringem zusätzlichem Aufwand eine Verbesserung der Reinigungsleistung bis zu etwa 60% erreicht werden kann. Man erkennt, daß hier im Singulärbetrieb an die Zwischenkläreinrichtung 5 bzw. an den Schlammabzug 6 eine Schlammrückführeinrichtung 7 für die Einführung von zumindest 20% des aus der Zwischenklärung 5 abgezogenen Schlammes, vorzugsweise aber von etwa 40 bis 65% des aus der Zwischenklärung 5 abgezogenen Schlammes, in dem Abwassersammler 1 stattfindet, der dem Sandfangbecken 3 vorgeschaltet ist. Die Rückführung mag in einem Abstand von etwa 800 bis 1000 m vor dem Sandfangbecken 3 stattfinden. In der Fig. 1 wurde dargestellt, daß im Kombinationsbetrieb die nachgeschaltete biologische Reinigungsstufe als zweite Ausbaustufe sowie als Belebungsbecken 8für eine Schlammbelastung im Bereich von 0,15 bis 1 eingerichtet, an den Ablauf 9 der Zwischenkläreinrichtung 5 angeschlossen sowie mit einer Nachkläreinrichtung 10 mit Schlammabzug 11 ausgerüstet ist. Nicht dargestellt wurde, daß in einer weiteren Ausbaustufe zwischen der Zwischenkläreinrichtung 5 und dem Belebungsbecken 8 der zweiten Ausbaustufe eine Tropfkörperstufe angeordnet sein könnte. In der Fig. 5 wurde dargestellt, daß im Kombinationsbetrieb die nachgeschaltete biologische Reinigungsstufe als zweite Ausbaustufe als Tropfkörperstufe 12 mit nachgeschaltetem, für die oben angegebene Schlammbelastung eingerichteten Belebungsbecken 8 ausgeführt ist, wobei das Belebungsbecken 8 an eine Nachkläreinrichtung 10 mit Schlammabzug 11 angeschlossen ist. In der Ausführungsform nach den Fig. 1 und 5 ist insoweit eine strikte Trennung der Biozönosen zwischen der als Adsorptionsstufe arbeitenden Basisausbaustufe und den nachgeschalteten Belebungsstufen verwirklicht. Sie ist nicht unbedingt erforderlich. Es können vielmehr im Kombinationsbetrieb ein Teil des aus der Nachkläreinrichtung 10 abgezogenen Schlammes in das als Adsorptionsstufe arbeitende Sandfangbecken 3 über eine entsprechende Rückführeinrichtung 13 wieder eingeführt werden, was in der Fig. 5 durch eine strichpunktiert gezeichnete Linie angedeutet wurde. In der Ausführungsform nach Fig. 5 könnte der Ablauf hinter der Nachkläreinrichtung 10 über eine besondere Rückleitung bis zum Fünffachen der Zulaufmenge dem Abwassersammler 1 zugeführt werden, und zwar zum Zwecke der Denitrifikation und/oder Verdünnung.

Claims (10)

  1. Erfindungsanspruch:
    1. In mehreren Ausbaustufen errichtbare, funktionell mehrstufige Abwasserreinigungsanlage mit mechanischer Reinigungsstufe und, in voll ausgebautem Zustand, zumindest einer nachgeschalteten biologischen Reinigungsstufe, wobei der mechanischen Reinigungsstufe ein Abwassersammler vorgeschaltet ist, und wobei die mechanische Reinigungsstufe eine Vorreinigungseinrichtung in Form eines Rechens oder dergleichen, ein Sandfangbecken mit Belüftungseinrichtung und eine nachgeschaltete Zwischenkläreinrichtung mit Schlammabzug aufweist sowie als Basisausbaustufe vor Errichtung der nachgeschalteten biologischen Reinigungsstufe im Singulärbetrieb selbständig und nach Errichtung der nachgeschalteten biologischen Reinigungsstufe im Kombinationsbetrieb zusammen mit dieser einsetzbar ist, gekennzeichnet dadurch, daß .das Sandfangbecken (3) ein Volumen aufweist, welches einem Raumbedarf von zumindest 6 l/Einwohner, vorzugsweise von 8 l/Einwohner entspricht, und als Adsorptionsstufe eingerichtet ist.
  2. 2. Abwasserreinigungsanlage nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß im Singulärbetrieb und im Kombinationsbetrieb an die Zwischenkläreinrichtung (5) oder an den Schlammabzug (6) eine Schlammrückführeinrichtung (7) für die Einführung von zumindest 20% des aus der Zwischenklärung abgezogenen Schlammes, vorzugsweise etwa 40 bis 65% des aus der Zwischenklärung abgezogenen Schlammes, in den Abwassersammler (1) angeschlossen ist.
  3. 3. Abwasserreinigungsanlage nach einem der Punkte 1 oder 2, gekennzeichnet dadurch, daß im Singulärbetrieb der nicht rückgeführte Schlamm zur faulbehälterfreien Weiterbehandlung einer Einrichtung zur Zugabe von Ca- oder Fe-Salzen und einer Kammerfilterpresse zuführbar ist.
  4. 4. Abwasserreinigungsanlage nach einem der Punkte 1 bis 3, gekennzeichnet dadurch, daß im Singulärbetrieb der Ablauf aus der Zwischenklärung einer Einrichtung für die Bewässerung und/oder Düngung von landwirtschaftlichen Kulturen zuführbar ist.
  5. 5. Abwasserreinigungsanlage nach einem der Punkte 1 oder 2, gekennzeichnet dadurch, daß im Kombinationsbetrieb die nachgeschaltete biologische Reinigungsstufe als zweite Ausbaustufe sowie als Belebungsbecken (8) für eine Schlammbelastung Brsim Bereich von 0,15 bis 1 eingerichtet, an den Ablauf (9) der Zwischenkläreinrichtung (5) angeschlossen sowie mit einer Nachklärung (10) mit Schlammabzug (11) ausgerüstet ist.
  6. 6. Abwasserreinigungsanlage nach Punkt 5, gekennzeichnet dadurch, daß in einer weiteren Ausbaustufe zwischen der Zwischenkläreinrichtung (5) und dem Belebungsbecken (8) der zweiten Ausbaustufe eine Tropfkörperstufe (12) mit einer Raumbelastung von 0,2 bis 2 und mehr, je nach Füllung, angeordnet ist.
  7. 7. Abwasserreinigungsanlage nach einem der Punkte 1 oder 2, gekennzeichnet dadurch, daß im Kombinationsbetrieb die nachgeschaltete biologische Reinigungsstufe als zweite Ausbaustufe sowie als Tropfkörperstufe (12) mit nachgeschaltetem, für eine Raumbelastung von gleich oder größer 0,15 eingerichtetem Belebungsbecken (8) an eine Nachkläreinrichtung (10) mit Schlammabzug (11) angeschlossen ist.
  8. 8. Abwasserreinigungsanlage nach einem der Punkte 1 bis 7, gekennzeichnet dadurch, daß im Kombinationsbetrieb zumindest ein Teil des aus der Nachkläreinrichtung (10) abgezogenen Schlammes in das als Adsorptionsstufe arbeitende Sandfangbecken (3) über eine entsprechende Rückführeinrichtung (13) wieder einführbar ist.
  9. 9. Abwasserreinigungsanlage nach einem der Punkte 1 bis 8, gekennzeichnet dadurch, daß die Adsorptionsstufe mit Prokaryonten als arbeitender Biomasse betrieben wird, und daß der Adsorptionsstufe mit dem zufließenden Rohabwasser Prokaryonten, die pro Kubikmeter zumindest 1 Gew.-% der arbeitenden Biomasse im Kubikmeter der Adsorptionsstufe ausmachen, als Ergänzungsbiomasse ständig zugeführt werden, vorzugsweise in einer Menge von 5 bis 15Gew.-%pro Kubikmeter.
  10. 10. Abwasserreinigungsanlage nach einem der Punkte 1 bis 7 und 9, gekennzeichnet dadurch, daß zwischen der Adsorptionsstufe und den nachgeschalteten Stufen eine strikte Trennung der Biozönosen durchgeführt wird.
    Hierzu 1 Seite Zeichnungen
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