DD238523A5 - Herbizide mittel - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft herbizide Mittel, die neue 1-(2-Oxyaminosulfonylphenylsulfonyl)-3-heteroaryl-harnstoffe der allgemeinen Formel (I), in welcher die Substituenten die in der Beschreibung angegebene Bedeutung besitzen, als Wirkstoffe enthalten. Formel I
Description
in welcher
R1 für einen gegebenenfalls substituierten Rest aus der Reihe Alkyl, Alkenyl, Alkinyl, Cycloalkyl, Cycloalkylalkyl, Aralkyl und
Aryl steht, R2 für Wasserstoff oder für einen gegebenenfalls substituierten Rest aus der Reihe Alkyl, Alkenyl, Alkinyl und Aralkyl steht
und R3 für einen gegebenenfalls substituierten und/oder gegebenenfalls anellierten sechsgliedrigen aromatischen Heterocyclus,
welcher wenigstens ein Stickstoffatom enthält, steht, wobei folgende Verbindungen ausgenommen sind: 1-(2-Methoxyaminosulfonylphenylsulfonyl)-, 1-(2-Ethoxyaminosulfonylphenylsulfonyl)-, 1-(2-Propoxyaminosulfonylphenylsulfonyl)-, 1-(2-lsopropoxyaminosulfonylphenylsulfonyl)-und 1-(2-Butoxyaminosulfonylphenylsulfonyl)- -3-(4,6-dimethyl-pyrimidin-2-yl)-hamstoff, -3-(4,6-diethyl-pyrimidin-2-yl)-harnstoff, -3-(4,6-dipropyl-pyrimidin-2-yl)-harnstoff, -3-(4,6-diisopropyl-pyrimidin-2-yl)-harnstoff und -3-(4,6-dibutyl-pyrimidin-2-yl)-harnstoff, neben Streckmitteln und/oder oberflächenaktiven Mitteln.
2. Verwendung von 1-(2-Oxyaminosulfonylphenylsulfonyl)-3-heteroaryl-harnstoffen der allgemeinen Formel (I) nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß sie zur Bekämpfung von unerwünschtem Pflanzenwachstum eingesetzt werden.
3. Verfahren zur Herstellung von herbiziden Mitteln, gekennzeichnet dadurch, daß man 1-(2-0xyaminosulfonyl-phenylsulfonyl)-3-heteroaryl-harnstoffe der allgemeinen Formel (I) nach Punkt 1 mit Streckmitteln und/oder oberflächenaktiven Mitteln vermischt.
Die Erfindung betrifft herbizide Mittel, die neue 1-(2-Oxyaminosulfonylphenylsulfonyl)-3-heteroaryl-harnstoffe als Wirkstoffe enthalten.
Es ist bekannt, daß bestimmte i-Arylsulfonyl-3-heteroaryl-harnstoffe, wie z. B. 1-(2-Methoxy-phenylsulfonyl)-3-(4,6-dimethylpyrimidin-2-yl)-harnstoff, herbizid wirksam sind. Die Wirkung dieser Verbindungen ist jedoch nicht immer ganz befriedigend (vgl. US-PS 4169719).
Überraschenderweise zeigen die neuen Verbindungen der Formel (I) erheblich bessere herbizide Wirkung als vorbekannte Harnstoff-Derivate gleicher Wirkungsrichtung.
Es wurden nun neue 1-(2-Oxyaminosulfonylphenylsulfonyl)-3-heteroaryl-harnstoffe der allgemeinen Formel (I)
SO2-HH-OR1
ι ν
in welcher
R1 für einen gegebenenfalls substituierten Rest aus der Reihe Alkyl, Alkenyl, Alkinyl, Cycloalkyl, Cycloalkylalkyl,Aralkyl und Aryl steht,
R2 für Wasserstoff oder für einen gegebenenfalls substituierten Rest aus der Reihe Alkyl, Alkenyl, Alkinyl und Aralkyl steht und R3 für einen gegebenenfalls substituierten und/oder gegebenenfalls anellierten sechsgliedrigen aromatischen Heterocyclus,
welcher wenigstens ein Stickstoffatom enthält, steht, gefunden,
wobei folgende Verbindungen ausgenommen sind: 1-(2-Methoxyaminosulfonylphenylsulfonyl)-, 1-(2-Ethoxyaminosulfonylphenylsulfonyl)-, 1-(2-Propoxyaminosulfonylphenylsulfonyl)-, 1-(2-lsopropoxyaminosulfonylphenylsulfonyl)- und 1-(2-Butoxyaminosulfonylphenylsulfonyl)-, -3-(4,6-dimethyl-pyrimidin-2-yl)-harnstoff, -3-(4,6-diethyl-pyrimidin-2-yl)-harnstoff, -3-(4,6-dipropyl-pyrimidin-2-yl)-harnstoff, -3-(4,6-diisopropyl-pyrimidin-2-yl)-harnstoff und -3-(4,6-dibutyl-pyrimidin-2-yl)-harnstoff. Man erhält die neuen Verbindungen der Formel (I), wenn man (a) Benzodisultame der Formel (II)
OR1
D 2
(II)
SO2-N'
>"
in welcher
R1, R2 und R3 die oben angegebenen Bedeutungen haben, mit Wasser gegebenenfalls in Gegenwart von Basen und gegebenenfalls in Gegenwart von Verdünnungsmitteln umsetzt,
Benzol-1,2-disulfonsäure-dichlorid der Formel (III)
(III)
mit Oxyguanidin-Derivaten der Formel (IV)
R10 I
C - N^
HN R .
in welcher
R1, R2 und R3 die oben angegebene Bedeutung haben, in Gegenwart von Säureakzeptoren und gegebenenfalls in Gegenwart von Verdünnungsmitteln umsetzt und die hierbei erhaltenen Verbindungen der Formel (M) — ohne Zwischenisolierung — mit Wasser gegebenenfalls in Gegenwart von Basen und gegebenenfalls in Gegenwart von Verdünnungsmitteln umsetzt.
Die neuen 1-(2-Oxyaminosulfonylphenylsulfonyl)-3-heteroaryl-harnstoffe der Formel (I) zeichnen sich durch starke herbizide Wirksamkeit aus.
Gegenstand der Erfindung sind vorzugsweise Verbindungen der Formel (I), in welcher
R1 für CrCi2-Alkyl [welches gegebenenfalls durch Fluor, Chlor, Cyano, C1-C4-AIkOXy, d-C^AIkylthio, d-C^AIkylsulfinyl, CrC4-Alkyl-ca rbonyl, d-Q-Alkoxy-carbonyl, Ci-C^AIkylamino-carbonyl oder Di-fCrCj-alkyO-amino-carbonyl substituiert ist],fürC3-C6-Alkenyl [welches gegebenenfalls durch Fluor, Chlor oder Brom substituiert ist], C3-C6-AIkJnYl, C3-C6-CyClOaIkYl, Cs-Ce-Cycloalkyl-d-C^alkyl, PhBnYl-C1-C2-BIkYl [welches gegebenenfalls durch Fluor, Chlor, Nitro, Cyano, C1-C4-Alkyl, C1-C4-AIkOXy oder CrC^AIkoxy-carbonyl substituiert ist], für Benzhydryl, oder für Phenyl [welches gegebenenfalls durch Fluor, Chlor, Nitro, Cyano, C1-C4-AIkYl, Trifluormethyl, C1-C4-AIkOXy, C1 -CrFluoralkoxy, CrC4-Alkylthio,Trifluormethylthio oder CrC^AIkoxy-carbonyl substituiert ist] steht, in welcher weiter
R2 für Wasserstoff, C1-C4-AIkYl [welches gegebenenfalls durch Fluor, Chlor, Cyano, C1-C4-AIkOXy, CrC4-Alkylthio, CrC^AIkylsulfinyl, C1-C4-Al kylsulfonyl, d-Cj-Alkyl-carbonyl, d-Ci-Alkoxy-carbony!, d-Ct-Alkylamino-carbonyl oder Di-(C1-C4-alkyl)-amino-carbonyl substituiert ist], für C3-Ce-Alkenyl, C3-C6-Alkinyl oder PhCnYl-C1-C2-SIkYl [welches gegebenenfalls durch Fluor, Chlor, Nitro, Cyano, C1-C4-AIkYl, C1-C4-AIkOXy oder Ci-C4-AIkOXy-Carbonyl substituiert ist] steht, in weicherferner
R3 fürdenRest
R*
steht, worin R4 für Wasserstoff, Fluor, Chlor, Brom, Hydroxy, C1-C4-A^yI (welches gegebenenfalls durch Fluor und/ode? Chlor substituiert ist), C1-C4-AIkOXy (welches gegebenenfalls durch Fluor und/ der Chlor substituiert ist), C1-C4-AIkYHhIO (welches
gegebenenfalls durch Fluor und/oder Chlor substituiert ist), Amino, d-C^AIkylamino oder Di-id-Ci-alkyll-amino steht, X für Stickstoff oder eine Methin-brücke (CH) steht,
Y für Stickstoff oder eine gegebenenfalls substituierte Methin-brücke C-R5 steht, wobei R5 für Wasserstoff, Fluor, Chlor, Brom, Cyano, Formyl, C1-C4-A^yI, d-CrAlkoxy-carbonyl oder d-Qj-Alkylcarbonyl steht, und Z für Stickstoff oder eine gegebenenfalls substituierte Methin-brücke C-R6 steht, wobei R6 für Wasserstoff, Fluor, Chlor, Brom, Hydroxy, C1-C4-AIkYl (welches gegebenenfalls durch Fluor und/oder Chlor substituiert ist), C1-C4-AIkOXy (welches gegebenenfalls durch Fluor und/oder Chlor substituiert ist), C1-C4-Alkylthio (welches
gegebenenfalls durch Fluor und/oder Chlor substituiert ist), Amino, C1-C4-Alkylamino oder Di(C1-C4-alkyl)-amino steht, wobei die oben wörtlich genannten Verbindungen ausgeschlossen sind
Gegenstand der Erfindung sind insbesondere Verbindungen der Formel (I), in welcher R1 fürd-Cg-Alkyl (welches gegebenenfalls durch Fluor oder Chlor substituiert ist), Cr-Cj-Alkenyl, C1-C2-AIkOXycarbonylmethyl, Phenyl, Phenylethyl oder Benzyl (welches gegebenenfalls durch Fluor, Chlor, Nitro, Cyano, Methyl,
Methoxy oder Methoxy-carbonyl substituiert ist) steht, R2 für Wasserstoff stehtund R3 fürdenRest
R*
steht, worin
R4 für Chlor, Methyl, Ethyl, Methoxy, Dif luormethoxy oder Ethoxy steht, X für Stickstoff steht, Y für eine Methin-brücke (CH) steht, und
Z für eine gegebenenfalls substituierte Methinbrücke C-R6 steht, wobei
R6 für Wasserstoff, Chlor, Methyl, Methoxy, Ethoxy, Methylthio, Ethylthio, Dimethylamino oder Diethylamino steht, wobei die oben wörtlich genannten Verbindungen ausgenommen sind.
Die bei dem oben unter (a) angegebenen erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren ablaufende chemische Reaktion kann beispielsweise durch folgendes Formelschema skizziert werden:
0-CH2CH2-
H2O SO2-
SO2-NH-O-CH2CH2'
Die bei dem oben unter (b) angegebenen erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren ablaufenden Reaktionen können beispielsweise durch folaendes Formelschema skizziert werden:
- 2HCL
Η?0
SO2-NH-OC5H11
SO2-NH-C-NH-V 7 " ΝΖ'
'CH3
O " ^CH3
Die beim erfindungsgemäßen Verfahren (a) als Ausgangsstoffe zu verwendenden Benzodisultame sind durch die Formel (II) allgemein definiert.
In Formel (II) haben R1, R2 und R3 vorzugsweise bzw. insbesondere die gleichen Bedeutungen, wie sie oben im Rahmen der Substituentendefinition der Formel (I) vorzugsweise bzw. als insbesondere bevorzugt angegeben sind.
Beispiele für die Ausgangsstoffe der Formel (II) sind in der nachstehenden Tabelle 1 aufgeführt.
.SO2-N,--0RJn_
(II)
Tabelle 1 Beispiele für Ausgangsstoffe der Formel <II)
CH-
CH-
CH-
OCH
CH-
CH.
-CH(CH3)
CH
OCH.
CH
OCH-
CH-
OCH-
-CH2CH(CH3)2
CH
OCHr
-C8H17
-CH-
-CH2CH=CH2
CH,
CH-
CH:
CH,
CH,
CH
CH
CH,
CH,
-CH-
-CH2CH=CH2
-CH2CH(CH3)2
OCH,
OCH,
Cl
CH,
CH,
OC2H5 Cl
OCH
Cl
OC2H5
Cl
N(CH3)2
CH-
SCH,
Tabelle 1 Fortsetzung
CH
-C9H
2"5
-CH- -CH2CH=CH2
-CH- -CH, -C3H7<-n)
-CH2COOC2H5
-C9H
2n5
OCH
OCH3
OCHF2 PC2H5
OC2H5 CH3
OC2H5
CH
CH
-CH:
CH
Die Verbindungen der Formel (II) sind bisher nicht in der Literatur beschrieben. Man erhält die Verbindungen der Formel (II), wenn man Benzol-1,2-disulfonsäure-dichlorid der Formel (IM)
SO2Cl
(III) SO2Cl
mit Oxyguanidin-Derivaten der Formel (IV)
(IV)
in welcher
R1, R2 und R3 die oben angegebene Bedeutung haben,
in Gegenwart von Säureakzeptoren, wie z. B. Pyridin oder Diazabicyclooctan (DABCO), und gegebenenfalls in Gegenwart von Verdünnungsmitteln, wie z. B. Methylenchlorid, Chloroform, Tetrahydrofuran oder Dioxan, bei Temperaturen zwischen -3O0C und +5O0C umsetzt.
Die Aufarbeitung kann nach üblichen Methoden erfolgen, beispielsweise durch Einengen, Aufnehmen des Rückstandes in Methylenchlorid, Waschen mit verdünnter Salzsäure und mit Wasser, Abtrennen, Trocknen, Filtrieren und Einengen der organischen Phase, wobei die Produkte der Formel (II) im Rückstand verbleiben.
Das als Ausgangsstoff zu verwendende Benzol-1,2-disulfonsäure-dichlorid der Formel (III) ist bereits bekannt (vgl. J. Org. Chem.
31, [1966], 3289-3292).
Die weiter als Ausgangsstoffe zu verwendenden Oxyguanidin-Derivate sind durch die Formel (IV) allgemein definiert. In Formel (IV) haben R1, R2 und R3 vorzugsweise bzw. insbesondere die gleichen Bedeutungen, wie sie oben im Rahmen der Substituentendefinition der Formel (I) vorzugsweise bzw. als insbesondere bevorzugt angegeben sind.
Als Ausgangsstoffe der Formel (IV) seien beispielsweise genannt:
N'-(4-Methyl-pyrimidin-2-yl)-, N'-(4-Ethyl-pyrimidin-2-yl)-, N'-(4,6-Dimethoxy-pyrimidin-2-yl)-, N'-(2,6-Dimethyl-pyrimidin-4-yl)-, N'-(4-Difluormethoxy-6-methyl-pyrimidin-2-yl)-, N'-(2,6-Dimethyl-pyrimidin-4-yl)-, N'-(4,6-Dimethyl-pyrimidin-2-yl)-, N'-(4-Methoxy-6-methyl-pyrimidin-2-yl)-, N'-(4-Ethoxy-6-methyl-pyrimidin-2-yl)-, N'-(4-Chlor-6-methoxy-pyrimidin-2-yl)-, N'-(4-Chlor-6-ethoxy-pyrimidin-2-yl)-, N'-(4-Chlor-6-dimethylamino-pyrimidin-2-yl)-, N'-(4-Methyl-6-methylthio-pyrimidin-2-yl)- und N'-(4-Dimethylamino-6-methyl-pyrimidin-2-yl)-N"-methoxy-guanidin, -N"-ethoxy-guanidin,-N"-propoxy-guanidin, -N"-isopropoxyguanidin, -Ν''-butoxy-guanidin, -Ν''-isobutoxy-guanidin, -Ν''-sec.-butoxy-guanidin, -Ν''-pentoxy-guanidin, -N"-isopentoxyguanidin, -Ν''-hexyloxy-guanidin, -Ν''-octyloxy-guanidin, -Ν''-allyloxy-guanidin, -N"-(2-chlor-ethoxy)-guanidin, -N"(2-fluor-ethoxy)-guanidin,-N"-(2-chlor-propoxy)-guanidin,-N"-(2-fluor-propoxy)-guanidin,-N"-(3-chlor-propoxy)-guanidin, - N"-(4-chlor-butoxy)-guanidin, -Ν''-methoxycarbonylmethoxy-guanidin, -Ν''-ethoxycarbonyl-methoxy-guanidin, -N"-(1-methoxy carbonyl-ethoxy (-guanidin, -N"-(1-ethoxycarbonylethoxy !-guanidin, -Ν''-Dimethoxylaminocarbonylmethoxyguanidin, -N"-(2-phenyl-ethoxy)-guanidin, -Ν''-phenoxy-guanidin, -N"-(4-methyl-benzyl-oxy)-guanidin, -N"-(4-fluorbenzyloxy (-guanidin,-N"-(4-chlor-benzyloxy)-guanidin, -N"-(4-nitrobenzyloxy !-guanidin, -N "-(2,6-dichlor-benzyloxy)-guanidin, -N"-(4-methoxycarbonyl-benzyloxy)-guanidin und-N"-(4-ethoxy-carbonyl-benzyloxy)guanidin.
Die Ausgangsstoffe der Formel (IV) sind zum Teil bekannt (vgl. J. Chem. Soc. 1S62, S. 3915 und DE-OS 3334455).
Man erhält die Verbindungen der Formel (IV), wenn man Cyanamid-Derivate der Formel (V)
N=C-N' <V)
in welcher
R2 und R3 die oben angegebenen Bedeutungen haben,
mit Hydroxylamin-Derivaten der Formel (Vl)
H2N-OR1 (Vl)
in welcher
R1 die oben angegebenen Bedeutungen hat,
bzw. mit Hydrochloriden von Hydroxylamin-Derivaten der Formel (Vl)
gegebenenfalls in Gegenwart von Verdünnungsmitteln, wie z. B. Ethanol, Propanol oder Butanol, bei Temperaturen zwischen 20°C und 120°C umsetzt und gegebenenfalls die Umsetzungsprodukte mit Säureakzeptoren, wie z. B. Ammoniak, Kaliumcarbonat oder Natriumhydroxid, behandelt.
Die Cyanamid-Derivate der Formel (V) sind zum Teil bekannt (vgl. J. Chem. Soc. 1953,1725). Man erhält die Verbindungen der Formel (V) im wesentlichen nach folgenden Synthesewegen:
(a) durch Umsetzung von Alkalimetall- oder Erdalkalimetall-Salzen von Cyanamid — wie z. B. Natriumcyanamid oder Calciumcyanamid — mit Chlor-hetarenen der Formel (VIII)
Cl-R3 (VII)
in welcher
R3 die oben angegebene Bedeutung hat,
und gegebenenfalls anschließend — wenn R2 nicht für Wasserstoff steht — mit Halogenverbindungen der Formel (VIII)
Q-R2 (VIII)
in welcher
R2 für einen gegebenenfalls substituierten Rest aus der Reihe Alkyl, Alkenyl, Alkinyl und Aralkyl steht, und Q für Chlor, Brom oder Iod steht,
gegebenenfalls in Gegenwart von inerten Verdünnungsmitteln, wie z. B. Aceton, Acetonitril oder Dimethylformamid, bei Temperaturen zwischen 00C und 100°C.
Nach Einengen und Auflösen des Rückstandes in Wasser können die Cyanamid-Derivate der Formel (V) durch Ansäuren, z. B. mit Salzsäure, ausgefällt und durch Absaugen isoliert werden. Alternativ erhält man die Verbindungen der Formel (V)
(b) für den Fall, daß R3 für einen substituierten Pyrimidinylrest steht, durch Umsetzung von Cyanoguanidin (,Dicyandiamid') mit /3-Dicarbonylverbindungen oder deren Derivaten, wie Acetylaceton (vgl. J. Chem. Soc. 1953,1725-1730); Acetessigsäureestern (vergl. J. Prakt. Chem. 77 [1908], 542 und J. Chem. Soc. 1948,586) oder Malonsäureestern (vgl. DE-PS 158591).
Die aus Acetessigsäureestern bzw. Malonsäurestern erhaltenen 2-Cyanamino-4-hydroxy-6-methy!- bzw. -4,6-dihydroxypyrimidine können auf bekannte Weise durch Umsetzung mit Alkylierungsmitteln, wie z. B. Dimethyl- oder Diethylsulfat, gegebenenfalls in Gegenwart von Verdünnungsmitteln, wie z. B. Wasser, Methanol, Ethanol, n- und iso-Propanol, Aceton, Dioxan oder Dimethylformamid, und in Gegenwart von Säurebindemitteln, wie z. B. Natrium- oder Kalium-hydroxid, Natriumoder Kalium-carbonat, in entsprechende 2-Cyanamino-4-alkoxy-6-methyl- bzw. -4,6-dialkoxy-pyrimidine umgewandelt werden. Zur Vermeidung einer N-Alkylierung wird gegebenenfalls mit einem Acylierungsmittel, wie z. B. Acetanhydrid oder Acetylchlorid acyliert und nach der Alkylierung mit wäßrigen Säuren oder Basen wieder entacyliert. In einem weiteren Alternativverfahren erhält man die Verbindungen der Formel (V), wenn man
(c) Amino-hetarene der Formel (IX)
H2N-R3 (IX)
in welcher
R3 die oben angegebene Bedeutung hat,
mit Carbonylisothiocyanaten der Formel (X)
Il
r7-C-N=C=S <X>
in welcher
R7 für Ethoxy oder Phenyl steht,
gegebenenfalls in Gegenwart eines inerten Verdünnungsmittels, wie z. B. Aceton, Acetonitril oder Toluol, bei Temperaturen zwischen 00C und 1000C umsetzt, die hierbei gebildeten Carbonylthioharnstoffe der Formel (Xl)
'. O S
Il Il
in welcher
R3 und R7 die oben angegebenen Bedeutungen haben,
gegebenenfalls nach Einengen durch Absaugen isoliert und mit wäßrigen Alkalimetall- oder
Erdalkalimetallhydroxidlösungen, wie z. B. Natronlauge, gegebenenfalls in Gegenwart eines organischen Lösungsmittels,
wie z. B. Tetrahydrofuran oder Dioxan, bei Temperaturen zwischen 00C und 1200C umsetzt und die nach Ansäuren, z. B. mit Salzsäure, kristallin erhaltenen Thioharnstoffe der Formel (XII)
Il
H2N-C-NH-R3 <XII)
in welcher
R3 die oben angegebene Bedeutung hat,
.—^.....,,..„,u;^Hi,r.f,on χΛ/pif-.hfi Schwefelwasserstoff binden können, wie z. B. mit Blei(ll)-
acetat, Kupfer(ll)-acetat, Quecksilber-(ll)-acetat oder Eisen(ll)-acetat, in Gegenwart von wäßrigen Alkalimetall- oder Erdalkalimetall-hydroxidlösungen, wie z. B. Natronlauge, bei Temperaturen zwischen 200C und 100°C umsetzt, nach Ende der Umsetzung filtriert und das Filtrat mit einer Säure, wie z. B. Essigsäure, ansäuert. Die hierbei kristallin anfallenden Produkte der Formel (V) können durch Absaugen isoliert werden.
Die Ausgangsstoffe für die vorausgehend unter (a), (b) und (c) beschriebenen Herstellungsverfahren für die Cyanamid-Derivate der Formel (V) sind bekannt und/oder können nach an sich bekannten Verfahren hergestellt werden.
Hierzu gehören die Chlor-hetarene der Formel (VII) (vgl. J. Chem. Soc. [c] 1966,2031; Chem. Pharm. Bull. 11 [1963], 1382-1388 und Arch. Pharm. 295, [1962], 649-657), die Halogenverbindungen der Formel (VIII) (handelsübliche Chemikalien), die Aminohetarene der Formel (IX) (vgl. Chem. Pharm. Bull. 11, (1963) S. 1382-1388; J. Chem. Soc. 1946,81 und US-PS 4299960) und die Carbonylisothiocyanate der Formel (X) (vgl. J. Heterocycl. Chem. 5, [1968], 837 und US-PS 4160037).
Das beim erfindungsgemäßen Verfahren (b) als Ausgangsstoff zu verwendende Benzol-1,2-disulfonsäurechlorid der Formel (111) ist bereits bekannt (vgl. J. Org. Chem. 31, [1966], 3289-3292).
Die beim erfindungsgemäßen Verfahren (b) als Ausgangsstoffe zu verwendenden Oxyguanidin-Derivatesind durch die Formel (IV) allgemein definiert. In Formel (IV) haben R1, R2 und R3 vorzugsweise bzw. insbesondere die gleichen Bedeutungen, wie sie oben im Rahmen der Substituentendefinition der Formel (I) vorzugsweise bzw. als insbesondere bevorzugt angegeben sind. Beispiele für Verbindungen der Formel (IV) wurden bereits weiter oben im Zusammenhang mit der Beschreibung der Ausgangsstoffe für Verfahren (a) genannt. Die Herstellung der Ausgangsstoffe der Formel (IV) wurde bereits oben im Zusammenhang mit der Beschreibung der Ausgangsstoffe für Verfahren (a) beschrieben.
Das erfindungsgemäße Verfahren (a) zur Herstellung der neuen Verbindungen der Formel (I) wird vorzugsweise in Wasser als Lösungsmittel durchgeführt. Als weitere Verdünnungsmittel kommen alle inerten organischen Lösungsmittel, vorzugsweise jedoch aprotische polare Solventien in Betracht. Hierzu gehören gegebenenfalls Ketone, wie z. B. Aceton und Methylethylketon, Nitrile, wie z. b. Acetonitril und Propionsäurenitril, Dimethylsulfoxid, Sulfolan, 1,2-Dimethoxyethan und Dioxan. Verfahren (a) wird in Gegenwart von Basen durchgeführt. Als solche kommen vorzugsweise Alkalimetall-oder Erdalkalimetallhydroxide, wie z. B. Natrium-, Kalium- und Calcium-hydroxid, tertiäre Amine, wie z. B. Triethylamin, Ν,Ν-Dimethylanilin und N,N-Dimethyl-benzylamin, sowie Stickstoffheterocyclen, wie z. B. Pyridin oder Diazabicyclooctan (DABCO) in Betracht. Die Reaktionstemperaturen können beim erfindungsgemäßen Verfahren (a) innerhalb eines größeren Bereiches variiert werden. Im allgemeinen arbeitet man zwischen 0°C und +100°C, vorzugsweise zwischen 100C und +800C. Das erfindungsgemäße Verfahren (a) wird im allgemeinen bei Normaldruck durchgeführt.
Zur Durchführung von Verfahren (a) setzt man je Mol Benzodisultam der Formel (II) im allgemeinen zwischen 1 und 100 Mol, vorzugsweise zwischen 5 und 50 Mol Wasser und gegebenenfalls zwischen 1 und 3 Mol, vorzugsweise zwischen 1 und 2 Mol einer Base ein.
Die Reaktionskomponenten werden gewöhnlich bei Raumtemperatur zusammengegeben und das Reaktionsgemisch wird bis zum Reaktionsende gerührt.
Die Aufarbeitung kann auf übliche Weise durchgeführt werden; beispielsweise indem man—z.B. mit Salzsäure — ansäuert, auf etwa die Hälfte des Volumens einengt und das kristallin anfallende Produkt der Formel (I) durch Absaugen isoliert. Das erfindungsgemäße Verfahren (b) zur Herstellung der neuen Verbindungen der Formel (I) wird vorzugsweise unter Verwendung von Verdünnungsmitteln durchgeführt. Als solche kommen praktisch alle inerten organischen, vorzugsweise aprotisch polare Solventien in Betracht. Hierzu gehören gegebenenfalls substituierte Kohlenwasserstoffe, wie z. B. Methylenchlorid, Chloroform, 1,2-Dichlorethan,Toluol, Xylol und Chlorbenzol, Nitrile, wiez. B. Acetonitril und Propionitril, Ether, wie z. B. 1,2-Dimethoxyethan, Tetrahydroduran und Dioxan, sowie Dimethylformamid, Dimethylacetamid, Dimethylsulfoxid, Sulfolan, Pyridin und 2-Methyl-5-ethyl-pyridin.
Als Säureakzeptoren können bei Verfahren (b) praktisch alle üblicherweise verwendeten Säurebindemittel eingesetzt werden. Hierzu gehören insbesondere Alkalimetall- und Erdalkalimetallhydroxide, Alkalimetall- und Erdalkalimetallhydride, metallorganische Verbindungen, wie Butyllithium, ferner alkphatische, aromatische oder heterocyclische Amine, wie Trimethylamin, Triethylamin, Ν,Ν-Dimethylanilin, N,N-Dimethyl-benzy!amin, Diazabicyclooctan (DABCO), Diazabicyclononen (DBN), Diazabicycloundecen (DBU), Pyridin, 2-Methyl-5-ethyl-pyridin und 4-Dimethylaminopyridin. Die Reaktionstemperaturen können bei Verfahren (b) innerhalb eines größeren Bereiches variiert werden. Im allgemeinen arbeitet man zwischen -80°C und+100°C, vorzugsweise zwischen-3O0C und+500C. Das erfindungsgemäße Verfahren (b) wird im allgemeinen bei Normaldruck durchgeführt.
Zur Durchführung von Verfahren (b) setzt man je Mol Oxyguanidin-Derivat der Formel (IV) im allgemeinen zwischen 1 und 2 Mol, vorzugsweise zwischen 1,0 und 1,2 Mol Benzol-1,2-disulfonsäure-dichlorid der Formel (III) und anschließend zwischen 1 und 100 Mol, vorzugsweise zwischen 5 und 50 Mol Wasser, sowie gegebenenfalls zwischen 1 und 3 Mol, vorzugsweise zwischen 1 und 2 Mol einer Base ein.
Die Reaktionskomponenten werden gewöhnlich bei Raumtemperatur oder unter Außenkühlung zusammengegeben und das Reaktionsgemisch wird bis zum Reaktionsende gerührt.
Die Aufarbeitung kann auf übliche Weise durchgeführt werden; beispielsweise indem man gegebenenfalls einengt und/oder mit einem mit Wasser praktisch nicht mischbaren organischen Lösungsmittel, wie z.B. Methylenchlorid, verdünnt, mit verdünnter Salzsäure und mit Wasser wäscht, trocknet, filtriert und einengt. Das im Rückstand verbleibende Produkt der Formel (I) wird durch Verreiben mit einem geeigneten organischen Lösungsmittel, wie z. B. Ethanol, zur Kristallisation gebracht und durch Absaugen isoliert.
Die erfindungsgemäß.en Wirkstoffe können als Defoliants, Desiccants, Krautabtötungsmittel und insbesondere als Unkrautvernichtungsmittel verwendet werden. Unter Unkraut im weitesten Sinne sind alle Pflanzen zu verstehen, die an Orten aufwachsen, wo sie unerwünscht sind. Ob die erfindungsgemäßen Stoffe als totale oder selektive Herbizide wirken, hängt im wesentlichen von der angewendeten Menge ab.
Die erfindungsgemäßen Wirkstoffe können z.B. bei den folgenden Pflanzen verwendet werden:
Dikotyle Unkräuter der Gattungen: Sinapis, Lepidium, Galium, Stellaria, Matricaria, Anthemis, Galinsoga, Chenopodium, Urtica, Senecio, Amaranthus, Portulaca, Xanthium, Convolvulus, Ipomoea, Polygonum, Sesbania, Ambrosia, Cirsium, Carduus, Sonchus, Solanum, Rorippa, Rotala, Lindernia, Lamium, Veronica, Abutilon, Emex, Datura, Viola, Galeopsis, Papaver, Centaurea.
Dikotyle Kulturen der Gattungen: Gossypium, Glycine, Beta, Daucus, Phaseolus, Pisum, Solarium, Linum, Ipomoea, Vicia, Nicotiana, Lycopersicon, Arachis, Brassica, Lactuca, Cucumis, Cucurbita.
Monokotyle Unkräuter der Gattungen: Echinochloa, Setaria, Panicum, Digitaria, Phleum, Poa, Festuca, Eleusine, Brachiaria, Lolium, Bromus, Avena, Cyperus, Sorghum, Agropyron, Cynodon, Monochoria, Fimbristylis, Sagittaria, Eleocharis, Scirpus, Paspalum, Ischaemum, Sphenoclea, Dactyloctenium, Agrostis, Alopecurus, Apera.
Monokotyle Kulturen der Gattungen: Oryza, Zea, Triticum, Hordeu, Avena, Seeale, Sorghum, Panicum, Saccarum, Ananas, Asparagus, Allium.
Die Verwendung der erfindungsgemäßen Wirkstoffe ist jedoch keineswegs auf diese Gattungen beschränkt, sondern erstreckt sich in gleicherweise auch auf andere Pflanzen.
Die Verbindungen eignen sich in Abhängigkeit von der Konzentration zur Totalunkrautbekämpfung z. B. auf Industrie- und Gleisanlagen und auf Wegen und Plätzen mit und ohne Baumbewuchs. Ebenso können die Verbindungen zur Unkrautbekämpfung in Dauerkulturen, z. B. Forst, Ziergehölz-, Obst-, Wein-, Citrus-, Nuß-, Bananen-, Kaffee-, Tee-, Gummi-, Ölpalm-, Kakao-, Beerenfrucht- und Hopfenanlagen und zur selektiven Unkrautbekämpfung in einjährigen Kulturen eingesetzt werden.
Die Wirkstoffe können in die üblichen Formulierungen überführt werden, wie Lösungen, Emulsionen, Spritzpulver, Suspensionen, Pulver, Stäubemittel, Pasten, lösliche Pulver, Granulate, Suspensions-Emulsions-Konzentrate, Wirkstoffimprägnierte Natur und synthetische Stoffe sowie Feinstverkapselungen in polymeren Stoffen.
Diese Formulierungen werden in bekannter Weise hergestellt, z.B. durch Vermischen der Wirkstoffe mit Streckmitteln, also flüssigen Lösungsmitteln und/oder festen Trägerstoffen, gegebenenfalls unter Verwendung von oberflächenaktiven Mitteln, also Emulgiermitteln und/oder Dispergiermitteln und/oder schaumerzeugenden Mitteln.
Im Falle der Benutzung von Wasser als Streckmittel können z. B. auch organische Lösungsmittel als Hilfslösungsmittel verwendet werden. Als flüssige Lösungsmittel kommen im wesentlichen in Frage: Aromaten, wie Xylol, Toluol, oder Alkylnaphthaline, chlorierte Aromaten und chlorierte aliphatische Kohlenwasserstoffe, wie Chlorbenzole, Chlorethylene oder Methylenchlorid, aliphatische Kohlenwasserstoffe, wie Cyclohexan oder Paraffine, z. B. Erdölfraktionen, mineralische und pflanzliche Öle, Alkohole, wie Butanol oder Glykol sowie deren Ether und Ester, Ketone wie Aceton, Methylethylketon, Methylisobutylketon oder Cyclohexanon, stark polare Lösungsmittel, wie Dimethylformamid und Dimethylsulfoxid, sowie Wasser. Als feste Trägerstoffe kommen in Frage:
Zum Beispiel Ammoniumsalze und natürliche Gesteinsmehle, wie Kaoline, Tonerden, Talkum, Kreide, Quarz, Attapulgit, Montmorillonit oder Diatomeenerde und synthetische Gesteinsmehle, wie hochdisperse Kieselsäure, Aluminiumoxid und Silikate, als feste Trägerstoffe für Granulate kommen in Frage: z. B. gebrochene und fraktionierte natürliche Gesteine wie Calcit, Marmor, Bims, Sepiolith, Dolomit sowie synthetische Granulate aus anorganischen und organischen Mehlen sowie Granulate aus organischem Material wie Sägemehl, Kokosnußschalen, Maiskolben und Tabakstengeln; als Emulgier- und/oder schaumerzeugende Mittel kommen in Frage: z.B. nichtionogene und anionische Emulgatoren, wie Polyoxyethylen-Fettsäure-Ester, Polyoxyethylen-Fettalkohol-Ether, z. B. Alkylaryl-polyglykolether, Alkylsulfonate, Alkylsulfate, Arylsulfonate sowie Eiweißhydrolysate; als Dispergiermittel kommen in Frage: z. B. Lignin-Sulfitablaugen und Methylcellulose. Es können in den Formulierungen Haftmittel wie Carboxymethylcellulose, natürliche und synthetische pulvrige, körnige oder latexförmige Polymere verwendet werden, wie Gummiarabicum, Polyvinylalkohol, Polyvinylacetat, sowie natürliche Phospholipide, wie Kephaline und Lecithine und synthetische Phospholipide. Weitere Additive können mineralische und vegetabile Öle sein.
Es können Farbstoffe wie anorganische Pigmente, z. B. Eisenoxid, Titanoxid, Ferrocyanblau und organische Farbstoffe, wie Alizarin-, Azo- und Metallphthalocyaninfarbstoffe und Spurennährstoffe wie Salze von Eisen, Mangan, Bor, Kupfer, Kobalt, Molybdän und Zink verwendet werden. Die Formulierungen enthalten im allgemeinen zwischen 0,1 und 95 Gew.-% Wirkstoff, vorzugsweise zwischen 0,5 und 90%.
Für die Mischungen kommen bekannten Herbizide wie z. B. N-(2-Benzthiazolyl)-N,N'-dimethyl-harnstoff, 3-(3-Chlor-4-methylphenyl)-1,1-dimethylharnstoff, 3-(4-isopropylphenyl)-1,1-dimethylharnstoff, 4-Amino-6-(1,1-dimethyl-ethyl)-3-methylthio-1,2,4-triazin-5(4H)-on,4-Amino-6-(1,1-dimethyl-ethyl)-3-ethylthio-1,2,4-triazin-5(4H)-on, 1-Amino-6-ethylthio-3-(2,2-dimethylpropyl)-1,3,5-triazin-2,4-(1H, 3H)-dion, 4-Amino-3-methyl-6-phenyl-1,2,4-triazin-5(4H)-on, 2-Chlor-4-ethylamino-6-isopropyl-amino-1,3,5-triazin,das R-Enantiomeredes2-[4-(3,5-Dichlor-pyridin-2-oxy)-phenoxy]-propionsäure-(trimethylsilyl)-methylesters, das R-Enantiomere des 2-[4-(3,5-Dichlorpyridyl-2-oxy)-phenoxy]-propionsäure-(2-benzyloxy)-ethylester, 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure, 2-(2,4-Dichlorphenoxy)-propionsäure, 4-Chlor-2-methyl-phenoxy-essigsäure, 2-(2-Methyl-4-chlorphenoxy(-propionsäure, 3,5-Dijod-4-hydroxy-benzonitril, 3,5-Dibrom-4-hydroxy-benzonitril sowie Diphenylether und Phenylpyridazine, wiez. B. Pyridate. Einige Mischungen zeigen überraschenderweise auch synergistische Wirkung. Auch eine Mischung mit anderen bekannten Wirkstoffen, wie Fungiziden, Insektiziden, Akariziden, Nematiziden, Schutzstoffen gegen Vogelfraß, Pflanzennährstoffen und Bodenstrukturverbesserungsmitteln ist möglich.
Die Wirkstoffe können als solche, in Form ihrer Formulierungen oder den daraus durch weiteres Verdünnen bereiteten Anwendungsformen, wie gebrauchsfertige Lösungen, Suspensionen, Emulsionen, Pulver, Pasten und Granulate angewandt werden. Die Anwendung geschieht in üblicher Weise, z. B. durch Gießen, Spritzen, Sprühen, Streuen.
Die erfindungsgemäßen Wirkstoffe können sowohl vor als auch nach dem Auflaufen der Pflanzen appliziert werden. Sie können auch vor der Saat in den Boden eingearbeitet werden.
Die angewandte Wirkstoff menge kann in einem größeren Bereich schwanken. Sie hängt im wesentlichen von der Art des gewünschten Effektes ab. Im allgemeinen liegen die Aufwandmengen zwischen 0,001 und 15 kg Wirkstoff pro Hektar Bodenfläche, vorzugsweise zwischen 0,005 und 10kg pro ha
Die Herstellung und die Verwendung der erfindungsgemäßen Wirkstoffe geht aus den nachfolgenden Beispielen hervor.
Herstellungsbeispiele Beispiel 1
(Verfahren [a])
Eine Mischung von 21,9g (0,05 Mol) der Verbindung nachstehender Strukturformel
CH3
mit 4g (0,1 Mol) Natriumhydroxid, 50ml Wasser und 50ml Dioxan wird 2 Stunden auf 40°C erhitzt.
Dann wird mit konzentrierter Salzsäure angesäuert und die Lösung auf etwa die Hälfte eingeengt. Das kristallin angefallene Produkt wird abgesaugt und getrocknet. Man erhält 12,5g (54% der Theorie) 1-(2-Benzy!oxyaminosulfony!phenylsulfonyl)-3-(4,6-dimethylpyrimidin-2-yl)-hamstoff vom Schmelzpunkt 1860C (Zers.).
S02-NH-0CH2-\
SO2-NH-C-NH-C^ 0
-CH3
CH3
(Verfahren [b])
14g (0,05 Mol) Benzol-1,2-disulfonsäure-dichlorid werden portionsweise bei -20°C zu einer Mischung von 13,6g (0,05 Mol) N'-(4,6-Dimethylpyrimidin-2-yl)-N"-benzyloxyguanidin, 12g (0,15 Mol) Pyridin und 200ml Methylenchlorid gegeben. Man rührt 3 Stunden bei -20°C und 15 Stunden bei +200C nach.
Dann wird das Reaktionsgemisch mit 10 ml Wasser versetzt, und es wird noch 2 Stunden bei 200C gerührt.
Dann wird die Methylenchloridlösung mit verdünnter Salzsäure und Wasser gewaschen und eingeengt. Der Rückstand wird mit Ethanol verrieben; das kristallin angefallene Produkt wird durch Absaugen isoliert.
Man erhält 6,2g (27% der Theorie) 1-(2-Benzyloxyamino-sulfonylphenylsulfonyl)-3-(4,6-dimethylpyrimidin-2-yl)-harnstoff vom Schmelzpunkt 1880C (Zers.).
Nach dem in den vorausgehenden Beispielen 1 und 2 exemplarisch beschriebenen Verfahren können auch die in der nachstehenden Tabelle 2 aufgeführten Verbindungen der Formel (I) hergestellt werden:
SO2-NH-OR1
,R2
SO2-NH-C-Nn
(I)
3 -CH2-CH=CH2
4 -C8H17<-n)
Cl
8 -CH2-C
SchmelzinkL CC)
10 -CH2-COOC2H5
182 (Zers.)
CH3 CH3
CH3 CH3
CH3
CH
CH3 CH3
CH3 CH3
CH-
Tabelle 2 Fortsetzung
Bsp, Nr.
R2 F
Schmelzpunkt CC)
11 -CH-COOCH3
CH-
CH-
CH-
12 -CH2CH(CHg)2
13 -CH-14 -CH, 15 -C2H5
16 -CH2-CH=CH2
CH,
CH
OCH-
194-195
CH-
CH-
-CH2-<_X
N=<
CH.
-CH2COOC2H5 H
N==
CH.
Tabelle 2 Fortsetzung
Bsp Nr.
R2 R3
Schmelzpunkt CC)
CH2CH(CH3)2
20 -CHr 21 -CH-
CH2-CH=CH2
CH-
C2«5
CH-
OCH.
CH,
OCH.
CHr
OCH-
CHr
OCHr
218 (Zers.)
25 -CH2CH(CH3)2 H CH.
-CH2-
CH
OCH.
Tabelle 2 Fortsetzung
Nr,
RS r3
Schmelzpunkt CC)
27 -CH-28 -CH-29 "C2H5
30 -CH-31 -CHr 32 -CH-33 -CH-
CH-
OC2H5
Cl
OCH
Cl
OCH
Cl
OC2H5
Cl
N(CH3)2
CH-
SCH-
CH-
N(CH3)2
34 -CH-
OCH
OCH-
Tabelle 2 Fortsetzung Bsp.lR1
R2 R
Schmelz-Punkt CC)
35 -C2H5 36 -C3H7
-CH2-V
40 -CAH
4n9
41 -CH-
-C2H5
37 -CH2-CH=CH2 H
38 -CH2CHCCH3>2 H
OCH
OCH3 OCH3
OCH-
OCHr
OCH-
OCH-
OCH3 OCH3
OCH3 OCH3
OCH,
CHr
OCHF2 CH3
OCHF
Bsp < Nr.
R2 R3
Schmelzpunkt CC)
43 -CH44 -CH45 -CH
OC2H5
CH
OCH2CF3
46
47 -CH48 -CH
CH-
CH
49 -C2H5
CH-
CH
218
Tabelle 2 Fortsetzung Bsp. R1
Schmelzpunkt CC)
50 -C3H7(-η)
51 -C3H7(-i)
52 -C4H9<-n)
H <
CH-
CH,
212 (Ζθγε.)218 (Ζθγε.)109
218
Herstellung der Ausgangsverbindungen der Formel (II) Beispiel(ll-I)
SO2-N
SO2-N
^DCH2
14g (0,05 Mol) BenzoM^-disulfonsäuredichlorid werden portionsweise bei —20°Czu einer Mischung von 13,6g (0,05 Mol) N'-(4,6-Dimethylpyrimidin-2-yl)-N"-benzyloxy-guanidin, 12g (0,15 Mol) Pyridin und 100 ml Methylenchlorid gegeben. Man rührt
3 Stunden bei -200C und 15 Stunden bei +20°C nach.
Dann wird das Reaktionsgemisch eingedampft und der Rückstand mit 70 ml Di oxa η versetzt. Es wird filtriert. Das Filtrat wird eingeengt, mit Ethanol verrieben und das ausgefallene Produkt durch Absaugen isoliert.
Man erhält 15g (68% der Theorie) der Verbindung der oben angegebenen Strukturformel vom Schmelzpunkt 199°C.
Nach dem im vorausgehenden Beispiel exemplarisch beschriebenen Verfahren können die in der nachstehenden Tabelle 3
aufgeführten Verbindungen der Formel (II) hergestellt werden:
SO2-N
SO2-N
OR
(II)
— i. I — UU
Bsp. F1 Nr.
R2 F3
Schmelzpunkt CC)
(I1-2) -CH2-CH=CH2
< 11-3) -C8H17(-n) H
(11-4) -CH2-COOC2H5 H
(11-5) -CH2-^T >~CH3 H
Cl
<11-6) -CH-
CH-
N-
180 (Zers.)
CH,
CH,
164
CH,
CH,
210 (ZerB.)
CH,
CH,
CH-
CH-
CH,
(11-7)
J>-COOC2H5
CH,
CH,
<H-8)
CH,
CH,
(II-9)
CH:
CH,
Bsp. R1
Nr*
R2 R3
Schmelzpunkt CC)
CH-
UI-IO)
-CH-COOCH3
I
CH3
CH,
CHr
(11-11) -CH2-CH(CH3)2
amorph
(11-12) -CH:
CH,
(11-13) -CH,
CH,
CH,
OCH,
CH-
OC2H5
(11-14) -CH3
• -Q·
-CH2CH(CH3)2
(11-16) -CH-
(11-17) -CH2-COOC2H5 H
Bep. R3 Nr.
F2 R3
Schmelzpunkt ('C)
(I1-18) -CH.
(11-19) "C2H5
(11-20) -C3H7
(11-21) -CH2-CH=CH2 H
(11-22) -CH2CH(CHg)2
(II-23) -CH-
CH,
OCH-
CH-
OCH,
CH-
OCH,
CH,
OCH,
CH,
OCH,
CH-
OCH,
151 (Ζθγβ.)
(II-24) -CH,
(11-25) -CH,
CH,
OC2H5Cl
OCH,
| Bsp. F1 Nr. | -CH3 | F2 | F3 Schmalz- Dunkt CC) |
| Cl | |||
| (11-26) | H | ||
| -CH3 | OC2H5 | ||
| Cl \3—S | |||
| (11-27) | H | ||
| -CH3 | N(CH3)2 | ||
| CH3 | |||
| (11-28) | H | ||
| -CH3 | NN. SCH3 | ||
| CH3 | |||
| (11-29) | -CH3 | H | <$ |
| -CH3 | N(CH3)2 | ||
| (II-30) | H | -^ ^-CO-CH3 N=< CH3 | |
| (11-31) | -CH3 | H | ~C ^-COOCH3 CH3 |
| OCH3 | |||
| (11-32) | "C2H5 | H | |
| OCH3 | |||
| (II-33) | H | ||
| OCH, | |||
Bsp. FJ Nr.
P2 R3
Schmelz-Punkt CC)
(11-34) -C3H7<-n) H
UI-35) -C4H9<-n> H
(11-36)
(11-37) -CH2-CH=CH2 H
(11-38) -CH2CH<CH3)2 H
(11-39) -CH3
(11-40) -CH-
OCH,
OCH-
OCH-
OCH-
OCH:
OCH:
OCH:
OCH:
OCH:
OCH:
CH:
OCHF-
CH:
OCHF2
(11-41) -CH-
OC2H5
OC2H5
— /D —
Tabelle 3 Fortsetzung Bsp. R1
R2 R3Schmelzpunkt <·Ο
(11-42) -CH3
CH,
CH-
< 11-43) -CH,
(11-44) -CH2CH(CH3)2 H -<f ^^>
(II-45) -CH-CH,
CH,
(11-46) -CH-
CH,
O'
CH,
158
(11-47)
"C2H5
(11-48)
-C3H7(-n)
(11-49)
-C4H9<-n) CH,
CH,
CH,
CH,
CH,
CH,
104
134
179
(11-50) -CH-
187
Herstellung der Ausgangsstoffe der Formel (IV) Beispiel (IV-I)
CH3
0-CHCH2CH3 CH3
Eine Mischung aus 143g (0,97MoI) 2-Cyanamino-4,6-dimethyl-pyrimidin, 94,3g (1,06 Mol) O-sec.-Butylhydroxylamin und 190ml Ethanol wird 6 Stunden unter Rückfluß zum Sieden erhitzt. Dann wird abgesaugt, das Filtrat eingeengt und der Rückstand mit 500 ml Wasser versetzt. Das hierbei kristallin angefallene Produkt wird durch Absaugen isoliert. ,Man erhält 131 g (57% derTheorie) N'-(4,6-Dimethyl-pyrimidin-2-yl)-N"-sec.-butoxy-guanidin vom Schmelzpunkt 78°C. Analog können die in der nachstehenden Tabelle 4 aufgeführten Verbindungen der Formel (IV) hergestellt werden:
OR1
V-N (IV)
H N R "*
Tabelle 4 Bsp, R1 Nr.
F2 R3
Schmelzpunkt ('C)
Ho H > 85-86
Cl
<IV-3) -CH-
102-103
CH*
(IV-5) -CH2-CH2 1
(IV-6) -CH2-CH=CH2
<IV-8) -CH2-COOC2H5
CH-
170-172
CH.
CH-
η24·5=1.5776 D
<IV-7) -C8H17(-n) H
CH-
CH-
CH-
CH-
CH-
CH-
103
58
98-99
CHr
(IV-9) -CH-COOCH3
I
CH,
CH
CH
147-148
(IV-IO) -CH-
CH-
CH-
95
Bsp. RJ Nr.
R2 F3
Schmelz-Punkt CC)
(IV-12) -
UV-15) -CH-
(IV-16) -C H
(IV-17) -CH2-< H
CH,
(IV-Il) -CH2CH(CH3)2 H
52
CH-
CH-
189-192 (Zere.)
CH-
CH-
(IV-13) -CH2CH2CH2Cl H
137
CH,
CH,
(IV-14) -CH2COOCH3 H
148-149
CH-
CH,
114-116
CH,
CH,
CH,
CH,
CH,
CH,
(IV-18) -CH2-CO-N(CH3)2 H
CH.
Bsp
Nr.
R2 R3
Schmelzpunkt CC)
CH-
(IV-19) -CH2OCH3
CH-
CH,
(IV-20) -CH2SCH3
(IV-21) "CH2-C y>-COOC2H5
CH-
CH-
138
CH-
CH-
(IV-22) -CH2CH2OCH3
(IV-23) -CH2CF3
CH,
Cl
(IV-24) -CH
2 >v_
Cl
CH,
CH,
152
CH,
(IV-25)
102
CH,
(IV-26) -CH2-COOCH(CH3)2 CH,
112
CHr
- ύ I - £.00
Bsp. R1
Nr.
R2 R3
Schmelzpunkt CC)
(IV-27) -CH,
CH,
152
(IV-28) "C2H5
CH,
95
(IV-29) -C3H7(-n>(IV-30) -CH(CH3>2
-C4H9<-n)
(IV-32) -CH2CH(CHg)2 H(IV-33) -CH2-CH=CH2
CH,
CH,
CH3
CH,
CH,
(IV-34)
H -<^^
CH,
(IV-35) -CH2-COOC2H5CH,
(IV-36) -CH,
98
(IV-37) -CH3
(IV-38)
(IV-39) -C2H5(IV-40) "C3H7
-CH2CH(CH3)2
(IV-42) -CH2-CH=CH2(IV-43) -CH3
OCH3
N=<
OCH3
CH-
OC2H5
Tabelle 4 Fortsetzung
Bsp. R1
Nr.
F2 R3
Schmalzpunkt CC)
(IV-44) -CH3
CH
CH,
OCH,
135
(IV-45) -CH3 (IV-46) -CH-
(IV-47)
(IV-48) -CH3<IV-49) -CH3 (IV-50) -CH3 (IV-51) -CH3
C2H5
CH-
OC2H5 Cl
OCH-
Cl
OCH-
Cl
OC2H5 Cl
N<CH3)2
CH,
SCH,
CH,
N<CH3>2
112
- 34 - 4.ÖO Ό£.Ο
Bsp
(IV-52) -CH3(IV-53) "C2H5(IV-54) "C3H7(IV-55) -C4H9<IV-56) -CH2CH(CH3>2
(IV-57) -CH-CH2CH3 CH3
UV-58) -CH2-<
OCH3
OCH3 OCH3
OCH
OCH3
OCH3 OCH3
Schmelzpunkt CC)
122
OCH3 OCH3
74
OCH-
Bsp Nr.
R2 R3
Schmelzpunkt (1C)
<IV-59) -CH2-COOC2H5H
OCH-
OCH,
(IV-60) -CH,
(IV-61) -CH3
OCHF2
107-109
<IV-62) -CH3
H -<
(IV-63)
(IV-64) -CH(C6Hg)2
(IV-65) -CH2-^
CH,
CH-
165
130
Herstellung der Ausgangsstoffe der Formel (V) Beispiel (V-1)
CHj
NC-NH-^ 7
CH3
Ein Gemisch aus 42g (0,5 MoI) Cyanoguanidin (,Dicyandiamid') und 50g (0,5 Mol) 2,4-Pentandion (,Acetylaceton') wird 15 Stunden auf 12O0C erhitzt. Dann wird nach Abkühlen das Reaktionsgemisch mit 500ml Wasser versetzt und die Lösung bei 0°C bis 10°C mit Salzsäure angesäuert. Das hierbei kristallin angefallene Produkt wird durch Absaugen isoliert. Man erhält 51,8 g (70% der Theorie) 2-Cyanamino-4,6-dimethyl-pyrimidin vom Schmelzpunkt 2050C. Beispiel (V-2)
OCH3
OCH3
-36- Ζόΰϊ>Ζό
Eine auf 10O0C erhitzte Lösung von 24g (0,427 Mol) Kaliumhydroxid in 100ml Wasser wird bei 1000C unter Rühren zu einer Mischung von 9,2g (0,043 Mol) 4,6-Dimethoxypyrimidin-2-yl-thiohamstoff und 70ml Wasser gegeben. Man rührt 2 Minuten bei 100°C nach und gibt dann eine auf 1000C erwärmte Lösung von 16,2g (0,05 Mol) Blei-ll-acetat in 30 ml Wasser hinzu. Man erhitzt noch 5 Minuten unter Rückfluß, kühlt dann auf 0°C bis 5°C ab und versetzt die wäßrige Lösung mit 30 ml Eisessig. Das hierbei kristallin ausfallende Profukt wird durch Absaugen isoliert.
Man erhält 6,3g (81,5% der Theorie) 2-Cyanamino-4,6-dimethoxy-pyrimidin vom Schmelzpunkt 202°C.
Nach dem im vorausgehenden Beispiel exemplarisch beschriebenen Verfahren können die in der nachstehenden Tabelle 5 aufgeführten Verbindungen der Formel (V) hergestellt werden:
,J
N = C-N <V>
R3
Bsp Nr.
Schmelzpunkt CC)
(V-3) H<V-4) H<V-5> H<V-6> H<V-7) H
CH-
CH-
N=<
CH,
OCH,
CH-
PC2H5
CH-
OCH-
Cl
203 (Zers.)234258
200
<V-8) H<V-9) H(V-IO) H
SCH-
CH-
Tabelle 5-Fortsetzung
Bsp, R2 R3Schmelz-
Nr. punkt <*C>
N(CH3>2
^OCHF2 (V-12) H -<' S 174
^-CO-
<V-13) H -< >-C0-CH3 174
CH3
H -C^ 146
"C2H5
H -C ? >300
^0H
(V-16) H -C >-C00C,Ht; 126
N=<
CH3
(V-17) H -C > 186
2-(Alkyl-cyano-amino)-pyrimidine der Formel (V) können beispielsweise wie folgt hergestellt werden: Beispiel (V-18)
NC-N
N=Sh
12,6g (0,1 Mol) Dimethylsulfat werden zu einer Lösung von 15g (0,1 Mol) 2-Cyanamino-4-hydroxy-6-methyl-pyrimidin und 4,1 g (0,1 Mol) Natriumhydroxid in 60 ml Wasser tropfenweise gegeben, wobei die Reaktionstemperatur von 200C auf 4O0C steigt.
Nach zweistündigem Rühren bei 2O0C wird das kristallin angefallene Produkt durch Absaugen isoliert.
Man erhält 11,1g (68% der Theorie) 2-(Methyl-cyanamino)-4-hydroxy-6-methyl-pyrimidin vom Schmelzpunkt 2900C.
Analog erhält man:
Beispiel (V-19)
NC-C 7
OH
Fp. 215-2200C Beispiel (V-20)
CH
127,5g (1 Mol) Dimethylsulfat werden zu einer Lösung von 75g (0,5 Mol) 2-Cyanamino-4-hydroxy-6-methyl-pyrimidin — hergestellt nach Verfahren (b) — und 44g (1,1 Mol) Natriumhydroxid in 750 ml Wasser tropfenweise gegeben, wobei die Reaktionstemperatur von 20°C auf 35°C ansteigt. Nach zwölfstündigem Rühren bei 200C wird durch Zugabe von Natronlauge ein pH-Wert zwischen 9 und 10 eingestellt und das kristallin angefallene Produkt durch Absaugen isoliert.
Man erhält 13g (15% der Theorie) 2-(Methyl-cyanoamino)-4-rnethoxy-6-methyl-pyrimidin vom Schmelzpunkt 1230C.
Analog erhält man Beispiel (V-21)
CH3
Fp: 104°C. Beispiel (V-22)
C2H5 CH3
NC-N (f \\
OC2H5
Beispiel (Xl-I)
CH3O
CH3O
(' ^)-NH-C-NH-COOC2H1
Eine Mischung aus 15,5g (0,1 Mol) 2-Amino-4,6-dimethoxypyrimidin, 13,1 g (0,1 Mol) Ethoxycarbonylisothiocyanatund 200ml Acetonitril wird 2 Stunden bei 600C gerührt. Dann wird auf 100C abgekühlt, und das kristallin angefallene Produkt durch Absaugen isoliert.
Man erhält 22,5g (79% der Theorie) 1-(Ethoxycarbonyl)-3-(4,6-dimethoxy-pyrimidin-2-yl)-thioharnstoff vom Schmelzpunkt 194°C(Zers.).
Nach dem im vorausgehenden Beispiel exemplarisch beschriebenen Verfahren können die in der nachstehenden Tabelle aufgeführten Verbindungen der Formel (Xl) hergestellt werden:
O S
Il Il
Bsp. R' Nr.
Schmelzpunkt CC)
OCH-
OCH-
189
CH:
198-9 (Zere.)
(XI-4)
(XI-5)
OC2H5
(XI-6) -OC9H
2"5
(XI-7)
CH-
OCH-
CH-
OCH
CH
CH-
CH-
CH-
217
190
140
145
161
CH-
119
Tabelle 6 Fortsetzung
Bsp. R' Nr.
Schmelzpunkt CC)
(XI-IO)
(XI-Il) -OC2H5(XI-12)
-OC2H5
(XI-13) "OC2H5 (XI-14) "OC2H5 (XI-15)
-OC2H5
OCHF
CH
OCHF2
CH
OCHF
OCHF2
OCH
Cl Cl
Cl
CH,
CH,
182
184-185
173
160-162
132-136
169
(XI-16)
CH,
156
Bsp. R Nr.
Schmelzpunkt <·ο
-OC2H5
CH
(XI-18) -OC2H5(XI-19)
OC2H5
(XI-20) -OC2H5(XI-21) -OC9H
2n5
(Xl-22)
N(CHg)2
Cl
SCH,
CH,
SCH,
CH,
168
(XI-23) -OC2H5
N(CH3)2
CH-
Bsp
Nr.
Schmelzpunkt <#C)
(XI-24)
(XI-25)
-OC2H5
(XI-26)
(XI-27) -OC2H5
(XI-28)
N(CH3),
CH,
OCH,
OCH,
Cl
CH-
Cl
CH-
*i
173
CH,
(XI-29)
179
- 44 - £.30
Herstellung der Ausgangsstoffe der Formel (XII) Beispiel (XII-I)
CH3O
-NH-C-NH2
CH3O
TV-
Eine Mischung von 5,0g (0,0175 Mol) !-(Ethoxycarbonyli-S-t^e-dimethoxy-pyrimidin^-yO-thioharnstoff, 4,0g (0,1 Mol) Natriumhydroxid und 100 ml Wasser wird 2 Tage bei 20cC gerührt. Dann wird unter Rühren solange verdünnte Salzsäure zugetropft, bis die Lösung sauer gestellt ist und die CO2-Entwicklung beendet ist. Das kristallin angefallene Produkt wird durch Absaugen isoliert.
Man erhält 3,5g (94% der Theorie) 4,6-Dimethoxy-pyrimidin-2-yl-thioharnstoff vom Schmelzpunkt 245-8°C (Zers.).
Nach dem im vorausgehenden Beispiel exemplarisch beschriebenen Verfahren können die in der nachstehenden Tabelle aufgeführten Verbindungen der Formel (XII) hergestellt werden:
S -
Il
R3-NH-C-NH, (XII)
Bsp
Nr.
(XII-2)
(XIl-3)(XII-4)
CH
CH
0CH:
CHSchmelzpunkt <*C>
264-265 (Zere.)
231 (Zers.)
259-260 (Zers.)
(XII-5)(XII-6)(XII-7)(XII-8)(XII-9)
CH-
OCHF2
CH-
OCHF2
OCHF-
CH-
CH-
OC2H5
Cl214-215
192-194
225-227 (Zers.)
Bsp. R3
Nr.
Schmelzpunkt <#C>
(XII-IO)
(XII-Il)
(XII-12)
(XII-13)
N<CH3)
3)2
N(CH-,)-,
CH156
(XII-14)
263
(XII-15)
(XII-16)
OC2H5
OC2H5
CH-
N=<
Cl166248
Pre-emergence-Test
Lösungsmittel: 5 Gewichtsteile Aceton
Emulgator: 1 Gewichtsteil Alkylarylpolyglykolether
Zur Herstellung einer zweckmäßigen Wirkstoffzubereitung vermischt man 1 Gewichtsteil Wirkstoff mit der angegebenen Menge Lösungsmittel, gibt die angegebene Menge Emulgator zu und verdünnt das Konzentrat mit Wasser auf die gewünschte Konzentration.
Samen der Testpflanzen werden in normalen Boden ausgesät und nach 24 Stunden mit der Wirkstoffzubereitung begossen.
Dabei hält man die Wassermenge pro Flächeneinheit zweckmäßigerweise konstant. Die Wirkstoffkonzentration in der Zubereitung spielt keine Rolle, entscheidend ist nur die Aufwandmenge des Wirkstoffs pro Flächeneinheit. Nach drei Wochen wird der Schädigungsgrad der Pflanzen bonitiert in % Schädigung im Vergleich zur Entwicklung der unbehandelten Kontrolle. Es bedeuten:
0% = keine Wirkung (wie unbehandelte Kontrolle)
100% = totale Vernichtung
Die erfindungsgemäßen Wirkstoffe zeigen in diesem Test eine sehr gute herbizide Wirksamkeit. Beispiel B
Post-emergence-Test Lösungsmittel: 5 Gewichtsteile Aceton Emulgator: 1 Gewichtsteil Alkylarylpolyglykolether
Zur Herstellung einer zweckmäßigen Wirkstoffzubereitung vermischt man 1 Gewichtsteil Wirkstoff mit der angegebenen Menge Lösungsmittel, gibt die angegebene Menge Emulgator zu und verdünnt das Konzentrat mit Wasser auf die gewünschte Konzentration.
Mit der Wirkstoffzubereitung spritzt man Testpflanzen, welche eine Höhe von 5-15 cm haben so, daß die jeweils gewünschten Wirkstoffmengen pro Flächeneinheit ausgebracht werden. Die Konzentration der Spritzbrühe wird so gewählt, daß in 2000I Wasser/ha die jeweils gewünschten Wirkstoffmengen ausgebracht werden. Nach drei Wochen wird der Schädigungsgrad der Pflanzen bonitiert in % Schädigung im Vergleich zur Entwicklung der unbehandelten Kontrolle. Es bedeuten:
0% = keine Wirkung (wie unbehandelte Kontrolle)
100% = totale Vernichtung Die erfindungsgemäßen Wirkstoffe zeigen in diesem Test eine sehr gute herbizide Wirksamkeit.
Claims (1)
- Erfindungsanspruch:1. Herbizide Mittel, gekennzeichnet durch einen Gehaltan mindestens einem 1-(2-Oxyaminosulfonylphenylsulfonyl)-3-heteroarylharnstoff der allgemeinen Formel (I)SOp-HH-OR1· 0
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3431929 | 1984-08-30 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DD238523A5 true DD238523A5 (de) | 1986-08-27 |
Family
ID=6244300
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DD85280071A DD238523A5 (de) | 1984-08-30 | 1985-08-28 | Herbizide mittel |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DD (1) | DD238523A5 (de) |
| ZA (1) | ZA856586B (de) |
Families Citing this family (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4802906A (en) * | 1985-02-21 | 1989-02-07 | E. I. Du Pont De Nemours And Company | Herbicidal ortho-sulfonamide benzenesulfonylureas |
| US4956005A (en) * | 1985-12-23 | 1990-09-11 | E. I. Du Pont De Nemours And Company | Herbicidal orthosulfonamide benzene sulfonylureas |
-
1985
- 1985-08-28 DD DD85280071A patent/DD238523A5/de unknown
- 1985-08-29 ZA ZA856586A patent/ZA856586B/xx unknown
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| ZA856586B (en) | 1986-04-30 |
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