DD240121A1 - Mittel zur beeinflussung des pflanzenwachstums und der pflanzenentwicklung - Google Patents

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DD240121A1
DD240121A1 DD27960385A DD27960385A DD240121A1 DD 240121 A1 DD240121 A1 DD 240121A1 DD 27960385 A DD27960385 A DD 27960385A DD 27960385 A DD27960385 A DD 27960385A DD 240121 A1 DD240121 A1 DD 240121A1
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fruit
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yield
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DD27960385A
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Inventor
Ekkehard Schiewald
Gunther Franke
Ralf Kleiner
Werner Kochmann
Sieghard Lang
Hannelore Roth
Guenter Sandke
Christian Stark
Walter Steinke
Hartmut Wozniak
Kurt Naumann
Georg Hoh
Hans-Peter Wieser
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Bitterfeld Chemie
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Abstract

Die Erfindung betrifft Mittel zur Beeinflussung des Pflanzenwachstums und der Pflanzenentwicklung, vorzugsweise zur Erhoehung des Fruchtansatzes. Als Wirkstoff enthalten die Mittel Gibberelline, substituierte 2-Naphthoxyessig- oder buttersaeuren, Verbindungen der allgemeinen Formel I, in der R eine Phen-(C1C2)alkylgruppe bedeutet, oder Verbindungen der allgemeinen Formel II, in der R1 Aryl bedeutet. Formeln I und II

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft neue Mittel zur Steuerung pflanzlicher Wachstums- und Entwicklungsprozesse und zur Beeinflussung des Fruchtansatzes.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Es ist bekannt, daß Phytohormone und artifizielle Regulatoren des pflanzlichen Stoffwechsels und des Wachstums an den verschiedenen Rezeptoren können und in Abhängigkeit vom Entwicklungsstand der Pflanze, von der Konzentration und von der Zubereitungsform des Wirkstoffes unterschiedliche Reaktionen auslösen. Daraus ergeben sich sehr mannigfaltige Anwendungsmöglichkeiten. Man kann auf diese Weise die Prozesse der Keimung gezielt fördern oder hemmen.
Des weiteren ist die vegetative und generative Knospenbildung, der Blühprozeß und die Geschlechtsdetermination zu beeinflussen, um eine pharthenokarpe Fruchtbildung zu erzielen.
KOTOB und SCHWALBE/J. Hort. Sei, 46, S. 89-93 (1971) induzierten einen parthenogenetischen Fruchtansatz an der Apfelsorte „Cox's Orange Pippin" durch Behandlung von männlichen und weiblichen Blüten mit einem Auxin/Gibberellin/Cytokenin-
Gemisch. «
Diese Hormonmischung wurde benutzt, um den Fruchtansatz bei Coxzu verbessern. Es wurden dabei unterschiedliche Ergebnisse erhalten, was darauf zurückgeführt wurde, daß beim Besprühen mit der Hormonmischung unter Bedingungen, wo der natürliche Fruchtansatz infolge ungleichmäßiger Befruchtung schwach ausgebildet, die Wirkung am effektivsten war. Das gleiche Experiment wurde auch an der spät blühenden Apfelsorte „Crawley Beauty" demonstriert.
WILLIAMS, CHURCH und FLOOK (Acta Horticulture 80, S. 129-131 (1978) verwendeten Kombinationen von Gibberellinsäure, 1,3-Diphenylharnstoffund.2-Naphthoxyessigsäure oder 1-Naphthylessigsäure zur Erhöhung des Fruchtansatzes an den gleichen genannten Apfelsorten. Es wurde festgestellt, daß die Hormonmischungen, an der Sorte „Cox's Orange Pippin" zwischen dem Stadium der vollen Blüte und dem Fall der Blütenblätter angewandt, zwar den Anfangsfruchtansatz erhöhten, aber seine Auswirkungen hielten nach dem Fruchtfall nicht mehr an. Bei Ermittlung des Fruchtansatzes zwischen behandelten und unbehandelten Ästen (Kontrolle) ergaben sich keine Unterschiede. Eine Erhöhung des Ertrages blieb somit aus.
Die Kombinationen an der Apfelsorte „Crawley Beauty" in einem früheren Stadium ausgebracht, verringerte den Fruchtansatz und die Beimengung dieser Hormonpräparate zu einem Keimmedium hatte die Abtötung der Apfelpollen zur Folge.
Als Gründe für das Versagen dieser Auxin/Gibberellin/Cytokininmischungen zur Erhöhung des Ertrages bei geringem Fruchtansatz werden der anfangs erhöhte Fruchtansatz und seine fehlenden Auswirkungen auf den Fruchtfall genannt. Die zusätzlichen Früchte waren nicht kräftig genug, um mit anderen meristematischen Geweben zu konkurrieren, so daß sie im Wachstum zurückblieben und vor dem Ausreifen abfielen.
Über die auxinanalogen Wirkungen der 2-Naphthoxyessigsäure und 2-Naphtohxyisobuttersäure sowie ihrer Ester und Alkali- und Ammoniumsalze sind aus der Literatur her einige Anwendungen bekannt.
So sind zum Beispiel Angaben über die Anwendung im Obstanbau über die Verhinderung bzw. Verzögerung des Fruchtfalles durch Auxine beschrieben.
So können bei einer Reihe von Apfelsorten, die zum verstärkten Vorerntefruchtfall neigen, durch Behandlung mit Auxinen als fruchtfallmindernde Wirkstoffe 2 bis 4 Wochen vor der Ernte die Ernteverluste weitgehendst vermindert werden.
Ebenso fördern Benzyladenin und anschließende Gibberellinsäureapplikation auf Tomateninfloreszenzen deren Entwicklung unter Veränderung der Assimilateverteilung im Sproß.
Weiterhin ist bekannt, daß synthetische Mittel mit wachstumsbeeinflussender Wirkung, wie zum Beispiel Thiazolyl-5-carbonsäureamide (US-PS 3505055), zur Realisierung des Pflanzenwachstums eingesetzt werden.
Aus den DD-PS 217408 und 217409 geht hervor, daß Kombinationen von Gibberellinen mit Phenoxyessigsäure bzw. 2-Naphthoxyessigsäurederivaten und Pyrazol-5-yl-harnstoffen zur Erhöhung der Salztoleranz bei Getreide angewendet werden können. Des weiteren ist bekannt, daß Wirkstoffkombinationen von Gibberellinen mit Phenoxyessigsäurederivaten und in 3-Stellung substituierten 1-Methoxycarbonyl-hexahydro-1,3,5-triazino(1,2-a)benzimidazoien oder in 1-Stellung acylierten 2-Alkoxycarbonylaminobenzimidazolen zur Regulierung des Pflanzenwachstums unter Streßbedingungen, beispielsweise auf versalzten Böden, bei Weizen und Gerste, eingesetzt werden können (DD-PS 217410).
Ziel der Erfindung
Das Ziel der Erfindung besteht im Auffinden neuer Mittel, die zur Beeinflussung des Pflanzenwachstums und der Pflanzenentwicklung, vorzugsweise zur Beeinflussung des Fruchtansatzes, beitragen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, wirkungsvolle und technisch leicht herstellbare Mittel zur Beeinflussung des Fruchtansatzes zu finden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Mittel neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen als Wirkstoffe Gibberelline, substituierte 2-Naphthoxyessig- bzw. buttersäuren I, Verbindungen der allgemeinen Formel
CCTQrCH.
ii,
in der R eine Phen-(Ci-C2)alkylgruppe bedeutet, oder Verbindungen der allgemeinen Formel
HCQ-(TCH3
CT=C-NHSi1
III,
in der R1 Aryl bedeutet, enthalten.
In Abhängigkeit von Dosis, Anwendungszeit und Applikationsort werden verschiedenartige Prozesse in der Praxis bedeutungsvoll beeinflußt, wie zum Beispiel die Wuchsform, die Blütenbildung, der Fruchtansatz und der Fruchtfall. Die Verbindungen der allgemeinen Formein I, Il und III sind aus der Literatur bekannt und können nach den dort beschriebenen Methoden hergestellt werden
1 Verbindungen der allgemeinen Formel I sind in Tabelle 1 aufgeführt:
Tabelle 1: Erfindungsgemäße Wirkstoffe der allgemeinen Formel I
CT-C-C(TO'X
Fp(0C)
C2H5
NH4
C2H5
CH3
CH3
48-49
Kp6195-200
Einige erfindungsgemäße Wirkstoffe der allgemeinen Formel Il sind derTabelle 2 aufgeführt.
Tabelle 2: Erfindungsgemäße Wirkstoffe der allgemeinen Formel Il
Ir.
Pp(0C)
n/2
143 -
L /)-(CH2)2- 140 -
Einige Wirkstoffe der allgemeinen Formel Hl sind in der Tabelle 3 zusammengefaßt.
Tabelle 3: Erfindungsgemäße Wirkstoffe der allgemeinen Formel I
ITr.
R1
C6H5-
III/2
HI/3
in/4
III/5
Cl
SN //
Cl
v\ sr C1
OH,
215 (Zers.)
300 - 320
315 320 295
Die erfindungsgemäßen Kombinationen sind in der Lage, auf Grund von wachstumsregulatorischen Eigenschaften das
Fruchtwachstum, die Fruchtreife, einschließlich Vorerntefruchtfall, positiv zu beeinflussen.
Die Anwendung der Wirkstoffkombinationen erfolgt zweckmäßigerweise in den für Mittel zur biologischen Prozeßsteuerung
üblichen Zubereitungen bzw. Ausbringungsformen, wie Lösungen, Emulsionen, Suspensionen, Konzentraten, die unter Zusatz von flüssigen und/oder festen Trägerstoffen bzw. Verdünnungsmitteln, zumeist unter Zugabe oberflächenaktiver Stoffe und anderer Formulierungshilfsmittel bereitet und zur Anwendung mit Wasser verdünnt werden können. Die Anwendungsformen richten sich nach dem Verwendungszweck.
Sie haben auf jeden Fall eine feine Verteilung der wirksamen Substanzen zu gewährleisten. Die Herstellung erfolgt in an sich bekannter Weise durch Misch- und Mahlverfahren.
Ausführungsbeispiele
Die nachfolgenden Beispiele sollen die Erfindung näher erläutern, ohne sie einzuschränken.
In den folgenden Tabellen haben die einzelnen Wirkstoffe folgende Bedeutung:
GS = Gibberellinsäure
1/1 = 2-Naphthoxyessigsäure I/4 = 2-Naphthoxyisobuttersäure
11/1 = i-Methoxycarbonyl-S-benzyl-hexahydro-IAS-triazino (1,2-a)benzimidazol
111/1 = 1-Phenylcarbomyl-benzimidazolyl-2-carbamidsäuremthylester
Beispiel 1: Förderung des Fruchtansatzes bei Apfel
An Apfelbäumen der Sorten „Berlepsch" und „Gelber Köstlicher" wurden zur Blüte (I) bzw. 3-4 Wochen nach Vollblüte (II) Äste mit den erfindungsgemäßen Mitteln behandelt. Pro Variante wurden 5 Bäume eingesetzt. Zur Auswertung wurde der Ertrag und die mittlere Fruchtmasse ermittelt.
Tabelle4: Ertrag (kg/Baum) und mittlere Fruchtmasse (g) (Relativwerte zur Kontrolle)
„Sorte Berlepsch" „Sorte G. Kö.
Wirkstoffkombinationen Applikat. formen Aufwandmenge Ertrag/kg Fruchtmasse
ppm Baum g
unbehandelt
GS+ 1/1 +111/1
(erfindungsgem.)
GS+ 1/4+111/1
(erfindungsgem.)
100 500
100 500 100 500
100 500
100 = (3,6 kg) 153 269
294 353 117 233
286 103
100 = (112g) 79
97 96 101 93
90 88
Ertrag/kg Frucht
Baum masse g
100 = 100 =
(13,0 kg) (147 g)
92 80
83 99
108 84
100 101
129 82
105 84
88 101
97 94
Aus derTabelle geht hervor, daß durch die erfindungsgemäßen Kombinationen die Erträge bei den einzelnen Apfelbaumsorten in der Mehrzahl gesteigert werden konnten. Die Fruchtmasse der Äpfel wird durch die erhöhte Anzahl an Früchten/Baum im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle geringer.
Beispiel 2: Förderung des Fruchtansatzes bei Äpfel · .
Je 10 Apfelbäume der Sorte „Gelber Köstlicher" wurden zur Vollblüte mit den erfindungsgemäßen Mitteln behandelt. Es wurden
der Fruchtansatz und der mittlere Ertrag pro Baum ermittelt.
Tabelle 5: Fruchtansatz und Ertrag bei Apfel Wirkstoffkombinationen
Aufwandmenge ppm
Fruchtansatz %
Ertrag χ kg/Baum
x = 0
unbehandelte —
Kontrolle
GS+ 1/4+11/1 100
(1:1:10) 200
(erfindungsgem.)
16,7
18,1 13,2
Durch die erfindungsgemäße Kombination konnten bei einer optimalen Aufwandmenge von 100 ppm bereits eine Steigerung des Fruchtansatzes um 10% und des Ertrages um durchschnittlich 1,4kg/Baum im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle erreicht werden.
Beispiel 3: Erhöhung des Zapfenertrages bei Hopfen
Hopfenpflanzen (10 Doppelreben) der Sorte „Nordischer Brauer" wurden im Feldbestand zum Zeitpunkt der Zapfenbildung mit den erfindungsgemäßen Mitteln behandelt. Es wurde eine Ertragsauswertung durchgeführt.
Tabelle 6: Zapfenertrag bei Hopfen Wirkstoffkombination
Anwendungskonzentration %
Zapfenertrag dt/ha rel.
unbehandelte
Kontrolle
GS
GS+ 1/1 +11/1
1:1:10
(erfindungsgem.)
0,0005
0,001
0,025
17,26 100%
15,36 89%
12,60 73%
19,90 115,3%
Die erfindungsgemäße Kombination bewirkt bei den Hopfenpflanzen eine Erhöhung des Zapfenertrages von 2,64dt/ha, was einer Steigerung des Ertrages um 15,3% im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle entspricht.

Claims (2)

  1. Erfindungsanspruch:
    Mittel zur Beeinflussung des Pflanzenwachstums und der Pflanzenentwicklung, vorzugsweise zur Beeinflussung des Fruchtansatzes, auf Basis von Gibberellinen und substituierten
  2. 2-Naphtoxyessig- bzw. buttersäuren (I), gekennzeichnet dadurch, daß sie neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen als zusätzliche Komponenten Verbindungen der allgemeinen Formel
    in der R eine Phen-(CrC2)alkylgruppe bedeutet, oder Verbindungen der allgemeinen Formel
    (in)
    in der R1 Aryl bedeutet, enthalten.
DD27960385A 1985-08-13 1985-08-13 Mittel zur beeinflussung des pflanzenwachstums und der pflanzenentwicklung DD240121A1 (de)

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IF04 In force in the year 2004

Expiry date: 20050814