DD242219A1 - Verfahren zur herstellung zementgebundener faserplatten - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung zementgebundener Faserplatten, die als selbsttragende Elemente fuer Decken, Verkleidungen und dergleichen im Bauwesen Verwendung finden. Die Erfindung hat das Ziel, ein Verfahren anzugeben, wonach unter Verwendung kostenguenstiger, aus minderwertigen Holzsortimenten hergestellte Faserstoffe und durch Integration der Verfahrensschritte Faserstoffherstellung und Verarbeitung eine zementgebundene Faserplatte hergestellt werden kann, die in ihren Eigenschaften breit variierbar ist. Die Aufgabe der Erfindung ist es, die bekannten Verfahren zur Herstellung zementgebundener Faserplatten in der Weise zu verbessern, dass die Verarbeitung der Faserbestandteile ohne hohen Wasserueberschuss und den damit verbundenen Nachteilen erfolgen kann. Erfindungsgemaess wird die Aufgabe dadurch geloest, dass der nach einem bekannten Aufschlussverfahren bei Temperaturen ueber 170C z. B. in einem Defibrator energieoekonomisch aus Hackschnitzeln hergestellte Faserstoff nach einer eventuellen Zwischenlagerung feucht mit Zement intensiv vermischt wird, so dass ein rieselfaehiges Gemisch entsteht.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung zementgebundener Faserplatten, die als selbsttragende Elemente für Decken, Verkleidungen und dergleichen im Bauwesen Verwendung finden. Die erfindungsgemäß hergestellten Faserplatten besitzen die für ihren Verwendungszweck erforderliche hohe spezifische Festigkeit, eine geringe Dickenquellung und gute Oberflächen- und Schmalfläc'nenqualität.
Bekannt sind Verfahren zur Herstellung zementgebundener Baustoffe, die als Bewehrungselemente organische Faser- bzw. Spanmaterialien enthalten, bei denen die Fasern bzw. Späne und das Bindemittel in wäßriger oder breiiger Suspension vorliegen und die sich dann auf Grund der plastischen Verformbarkeit der organischen Materialien relativ leicht zu einem Vlies formen lassen.
Als nachteilig ist bei diesen Verfahren mit Wasserüberschuß das Austreiben des überschüssigen Wassers durch Vakuum und mechanisches Pressen anzusehen, da es einen zusätzlichen Aufwand verursacht und die Parameter der Faserplatten einschränkt.
So wird durch das Pressen die Rohdichte erhöht. Außerdem sind auf Grund der schlechten Entwässerbarkeit von Vliesen mit großer Höhe nur Platten mit geringer Dicke ökonomisch herstellbar. Ein weiterer wesentlicher Nachteil dieser Verfahren ist die erforderliche Reinigung des Abwassers.
Bekannt ist auch ein Herstellungsverfahren für eine asbestfreie Bauplatte unter Verwendung von Zellulosefasern und/oder Altpapier anstelle von Asbest, bei dem aber, um hinsichtlich ihres Filtervermögens ähnliche Eigenschaften wie Asbest erreichen zu können, die Zellulosefasern und/oder das Altpapier vor ihrer Zugabe zu den übrigen Bestandteilen der zur Bauplatte führenden Naßmasse auf einen Mahlgrad von 30° bis 70° SR (Shopper Riegler) gemahlen werden müssen, was einen zusätzlichen Energieaufwand erfordert.
Informationsquelle:
DE-AS Nr. 28 54506, Int. Cl.2: C04 B 31/36
C 04 B 43/16
„Nach dem Aufwickelverfahren erfolgendes Herstellungsverfahren für eine asbestfreie Rohbauplatte" Mit einem wesentlichen Wasserüberschuß wird eine Bauplatte aus einem Faser-Bindemittel-Gemisch aus Holzspänen und Zement unter Zusatz von Chemikalien hergestellt. Es wird angegeben, daß dadurch die Herstellung vereinfacht wird, insbesondere wird die Zumischung zusätzlicher Fasern, wie Glasfasern und/oder Zellulosefasern und/oder Kunststoffasern und/oder Steinwollfasern, erleichtert. Bei dem stark erhöhten Wasseranteil besteht jedoch die Gefahr der Entmischung.
Informationsquelle:
DE-OS Nr. 30 07 012, Int. Cl.3: C04 B 31/36
C04B31/06
„Bauplatte"
Nach einem weiteren bekannten Verfahren wird Holzfaserstoff in einen flüssigen Brei von Zement gegeben, der zusätzlich Zellulosefasern enthalten kann, damit die Eigenschaften verbessert werden. Die Erhöhung des Anteils der Zellulosefasern am Gesamtfaseranteil sowie die Erhöhung des Faseranteils der Mischung insgesamt ist jedoch auf Grund der Mischungs- und Formungsschwierigkeiten nur bis zu einem bestimmten Maß möglich. Die Ausführbarkeit der beschriebenen Lösung ist bei dem hohen Faseranteil und dem angestrebten niedrigen Wasser-Zement-Wert kleiner 1 äußerst kompliziert, da die Fasern das gesamte Wasser aus dem Brei entziehen würden, so daß eine Mischung in der vorgeschlagenen Weise schwierig wäre. Informationsquelle:
DE-OS Nr. 2737 058, Int. Cl.2: C04B31/36
C04B43/12 C04B31/40 C 04 B 29/04 B28B 1/52
„Zementgebundener Baustoff, der mit Fasern bewehrt ist und Verfahren zur Herstellung desselben"
Die Erfindung hat das Ziel, ein Verfahren anzugeben, wonach unter Verwendung kostengünstiger, aus minderwertigen Holzsortimenten hergestellte Faserstoffe und durch Integration der Verfahrensschritte Faserstoffherstellung und Verarbeitung eine zementg*ebundene Faserplatte hergestellt werden kann, die in ihren Eigenschaften breit variierbar ist.
Die Aufgabe der Erfindung ist es, die bekannten Verfahren zur Herstellung zementgebundener Faserplatten in der Weise zu verbessern, daß die Verarbeitung der Faserbestandteile ohne hohen Wasserüberschuß und die damit verbundenen Nachteilen erfolgen kann.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß der nach einem bekannten Aufschlußverfahren bei Temperaturen über -f-170°Cz.B. in einem Defibrator energieökonomisch aus Hackschnitzeln hergestellte Faserstoff, der unmittelbar nach dem Verlassen des Defibrators eine Feuchte von 100% bis 150%, je nach Eingangsfeuchte der Hackschnitzel und Vordämpfbedingungen und eine Faserlänge von 1 mm bis 6 mm besitzt, nach einer eventuellen Zwischenlagerung feucht mit
Zement im Verhältnis Faser.Zement = bis , vorzugsweise bis intensiv vermischt wird, so daß ein
100 100 100 100
rieselfähiges Gemischt entsteht. '
Durch die sich unmittelbar an die Faserstoffherstellung anschließende Weiterverarbeitung im feuchten Zustand entfällt die sehr kostenintensive Trocknung. Das für die Abbindung des Zementes benötigte Wasser entzieht dieser dem feuchten Faserstoff. Ein weiterer wesentlicher Vorteil dieses Verfahrens ist, daß problemlos auch höhere Faserzementverhältnisse bei geringen Wasser-Zement-Werten verarbeitbar sind. Es lassen sich ebenfalls Platten mit größerer Dicke nach diesem Verfahren herstellen, ohne daß die Vliesbildung verschlechtert wird.
Die Zugabe von Chemikalien zur Verbesserung der Zementabbindung kann derart erfolgen, daß diese in gelöster Form dem Faserstoff oder auch dem Faserstoff-Zement-Gemisch zugegeben werden. Der Wasseranteil kann dabei so variiert werden, daß sich eine optimale Holzfeuchte einstellt.
Das zum Erreichen einer guten Plattenqualität erforderliche intensive Mischen von Faserstoff und Zement kann in bekannter Weise durch gegenläufig rotierende Bürsten- oder Stachelwalzen erzielt werden, die mit der Streuvorrichtung in einer Einheit zusammengefaßt sein können.
Es ist ebenfalls möglich, schwer verarbeitbare Fasern aus organischem oder anorganischem Material, wie z.B. Glasfasern, geschnittene synthetische Fasern oder Mineralwollefasern dem feuchten Faserstoff vor der Vliesbildung zuzusetzen und zwar in Abhängigkeitvon den Zusatzfasern biszu 10%bezogen auf das Zementgewicht, ohnedaßgroßetechnologischeVeränderungen notwendig sind.
Das gestreute Vlies hat eine geringe Schüttdichte und besitzt unmittelbar nach dem Verdichten noch große Rückfederungskräfte, die durch den erstarrenden Zement allmählich abgebaut werden.
Es ist gefunden worden, daß durch das Aufstreuen von trockenem Zement bzw. insbesondere durch Aufbringen einer Zementsuspension die Rückstellkräfte geringer sind und deshalb die Preßzeit verkürzt werden kann. Gleichzeitig wird die Oberflächenqualität verbessert und eine Sandwich-Struktur erreicht. Weitere günstige Eigenschaften der Platten sind der homogene Querschnittsaufbau und die damit verbundene gute Schmalflächenqualität sowie die guten Festigkeitseigenschaften, auch bei geringeren Faseranteilen auf Grund der relativ großen spezifischen Oberfläche des Holzfaserstoffes.
Die Erfindung soll an Hand eines Beispiels im folgenden näher erläutert werden.
586g atro eines industriell auf Defibratoren hergestellten lufttrockenen Faserstoffes wurden mittels einer Labor-Sprühbeleimmaschine mit Wasser besprüht. Das Sprühwasser enthielt 10% MgCI2, bezogen auf die Masse atro des Holzfaserstoffes.
Dem feuchten Faserstoff wurden anschließend 1760 g Zement zugegeben und intensiv vermischt. Die Streuung eines einschichtigen Vlieses erfolgte von Hand in einem Formrahmen der Abmessung 350 χ 350 mm2. Auf die Platten wurde als Deckschicht eine dünne Schicht Zement aufgestreut. Die Verdichtung des Vlieses auf eine Dicke von 16mm erfolgte in einer
Labor-Presse mit einem spezifischen Preßdruck von etwa 3 MPa. Nach 6 Stunden wurden die Platten aus der Presse entfernt und bis zur Prüfung nach 28 Tagen in Polyethylenfolien gehüllt gelagert. Durch eine verbesserte Technologie (Mischen, Streuen) lassen sich die Eigenschaften weiter verbessern
Die erfindungsgemäß hergestellten Platten wiesen folgende Parameter auf:
| Faseranteil: | 33% |
| Holzfeuchte: | 120% |
| Rohdichte: | 1,3 kg/m3 |
| Biegezugfestigkeit: | 15,1MPa |
| E-Modul: | 4,2GPa |
| Dickenquellung | |
| nach 2 Stunden: | 1,3% |
| nach24Stunden: | 1,7% |
Claims (4)
- Erfindungsanspruch:1. Verfahren zur Herstellung zementgebundener Faserplatten unter Verwendung von Holzfaserstoff, der nach einem bekannten thermisch-mechanischen Aufschlußverfahren (z. B. Asplund-Verfahren) aus Holzhackschnitzeln hergestellt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der, bedingt durch den Aufschlußprozeß, noch feuchte Faserstoff {U = 100% bis 150%) nach einer eventuellen Zwischenlagerung und nach Zugabe bekannter, die Zementschädigung vermindernder Chemikalien und anderer organischer oder anorganischer Fasern derart intensiv mit Zement imVerhältnis FaserZement = —-— bis ,vorzugsweise ——— bis -—— vermischtwird, daß ein homogenes rieselfähigesGemisch entsteht, welches durch geeignete Streuvorrichtungen zu einem Vlies geformt, mit einer Zementsuspension abgedeckt und anschließend so lange gepreßt wird, bis die Rückstellkräfte des Faserstoffes durch den erhärtenden Zement aufgehoben werden.
- 2. Verfahren zur Herstellung zementgebundener Faserplatten nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß die die Zementschädigung vermindernden Chemikalien in gelöster Form dem Faserstoff zugegeben werden, wobei die Chemikalienmenge, bezogen auf den Zement, konstant ist, die Wassermenge jedoch in Abhängigkeit von der Holzfeuchte variiert wird, so daß sich nach Chemikalienzugabe in Abhängigkeit vom Faseranteil eine optimale Holzfeuchte von U = 120% bis 170% einstellt.
- 3. Verfahren zur Herstellung zementgebundener Faserplatten nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß die anderen organischen oder anorganischen Fasern aus Glasfasern, synthetischen Fasern oder Mineralfasern bestehen.
- 4. Verfahren zur Herstellung zementgebundener Faserplatten nach Punkt 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil anderer organischer oder anorganischer Fasern bis 10%, bezogen auf die Masse des Bindemittels, beträgt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DD85282502A DD242219A1 (de) | 1985-11-06 | 1985-11-06 | Verfahren zur herstellung zementgebundener faserplatten |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DD242219A1 true DD242219A1 (de) | 1987-01-21 |
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DD (1) | DD242219A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US5047086A (en) * | 1988-05-06 | 1991-09-10 | Shin-Etsu Chemical Co., Ltd. | Cement composition for extrusion |
-
1985
- 1985-11-06 DD DD85282502A patent/DD242219A1/de not_active IP Right Cessation
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|---|---|---|---|
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