DD250456A1 - Herstellung mikrobieller antagonisten zur bekaempfung von phytopathogenen bodenpilzen - Google Patents

Herstellung mikrobieller antagonisten zur bekaempfung von phytopathogenen bodenpilzen Download PDF

Info

Publication number
DD250456A1
DD250456A1 DD28076185A DD28076185A DD250456A1 DD 250456 A1 DD250456 A1 DD 250456A1 DD 28076185 A DD28076185 A DD 28076185A DD 28076185 A DD28076185 A DD 28076185A DD 250456 A1 DD250456 A1 DD 250456A1
Authority
DD
German Democratic Republic
Prior art keywords
agar
control
phytopathogenic
streptomyces
preparation
Prior art date
Application number
DD28076185A
Other languages
English (en)
Other versions
DD250456B1 (de
Inventor
Johann Huber
Helmut Bochow
Peter Kanther
Birgit Krebs
Helmut Junge
Marthe Jacob
Karla Storek
Eberhard Juhr
Regine Vettermann
Original Assignee
Ve Forschungszentrum Biotechno
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Ve Forschungszentrum Biotechno filed Critical Ve Forschungszentrum Biotechno
Priority to DD28076185A priority Critical patent/DD250456B1/de
Publication of DD250456A1 publication Critical patent/DD250456A1/de
Publication of DD250456B1 publication Critical patent/DD250456B1/de

Links

Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A01AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01CPLANTING; SOWING; FERTILISING
    • A01C1/00Apparatus, or methods of use thereof, for testing or treating seed, roots, or the like, prior to sowing or planting

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Soil Sciences (AREA)
  • Environmental Sciences (AREA)
  • Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)
  • Micro-Organisms Or Cultivation Processes Thereof (AREA)

Abstract

Ziel der Erfindung ist es, mittels biotechnischer Verfahren zur massenweisen Herstellung von Applikationsformen definierter Mikroorganismen Antagonisten zur Bekaempfung phytopathogener Bodenpilze, bevorzugt fuer den Einsatz in der gaertnerischen Produktion, bereitzustellen. Erfindungsgemaess werden die Mikroorganismen Streptomyces spec. G 43, ZIMET 43 801, bzw. Bacillus subtilis T 99, ZIMET 11 095, submers oder auf Oberflaechen von Naehrboeden kultiviert. Die submers erzeugten Kulturloesungen mit hohen Keimzahlen oder die hochtitrigen Sporem-Zell-Suspensionen von Oberflaechenkulturen werden nach ihrer Verduennung fuer grossflaechige Applikationsmassnahmen bereitgestellt.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft die Herstellung von mikrobiellen Antagonisten zur Bekämpfung von phytopathogenen Bodenpilzen in der gärtnerischen Pflanzenproduktion.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen .
Die Bekämpfung mikrobieller pilzlicher Erreger von Pflanzenkrankheiten in Gewächshäusern und Pflanzensubstraten erfolgt, neben den üblichen ausbautechnischen Maßnahmen, gegenwärtig durch den Einsatz synthetisch oder mikrobiell hergestellter Fungizide oder durch chemische und/oder thermische Behandlung der Substrate sowie neuerdings im Versuchsstadium auch mittels biologischer Bekämpfungsmaßnahmen.
Die Hersteilung synthetisch oder mikrobiell erzeugter Fungizide ist aufwendig und teuer. Die Anwendung der synthetischen Fungizide kann vielfach die Erden und Substrate durch nicht erwünschte Nebenwirkungen belasten; außerdem schränken jeweils notwendige Karenzzeiten den Einsatz dieser Syntheseprodukte ein. Fungizide mikrobiellen Ursprungs (DD-WP 218388) haben nach ihrer Applikation nur eine begrenzte Wirkungsdauer. Diese Nachteile sind beim direkten Einsatz fungistatisch wirksamer Mikroorganismen nicht gegeben, da die Bereitstellung der Mikroorganismen, sei es in Form von Kulturlösungen oder Zell-Sporen-Suspensionen, nur einen geringen Aufwand erfordert, das ökologische System des Bodens bzw. der Pflanzenerden in keinerWeise negativ beeinflußt wird und die applizierten Mikroorganismen im Boden oder den Erdsubstraten (aus denen sie isoliert wurden) ein natürliches Areal finden.
Ein Verfahren zur Verhütung pilzlicher Krankheiten bei verschiedenen Kulturpflanzen auf torfhaltigem Substrat durch Streptomyces-Stämme, die selbst aus Torf isoliert wurden, ist in der DE-OS 3311 071 beschrieben worden.
Es gibt ferner mehrere Literaturhinweise, die den Einsatz mikrobieller Antagonisten gegen pilzliche Welke- oder andere Krankheitserreger im Boden unter speziellen Applikationsbedingungen bei unterschiedlichen Wirtspflanzen und geographischen Besonderheiten beinhalten. Als antagonistisch wirksam werden bakterielle Mikroorganismen folgender Taxa genannt: Streptomyceten, Bacillen, Pseudomonaden, Arthrobacter sp„ Corynebacterium sp. und nicht näher beschriebene chitinolytische Bakterien. Die taxonomische Species-Zugehörigkeit o. g. Taxa wurde bis auf wenige Ausnahmen nicht angegeben.
Die zur Bekämpfung von bodenbürtigen pilzlichen Pflanzenkrankheiten verwendeten Mikroorganismen werden als Zell-Sporen- oder Mycelsuspensionen im Labormaßstab hergestellt und eingesetzt. Mitteilungen über die Herstellung und Verwendung von Applikationsformen, die im technischen Maßstab produziert werden, liegen nicht vor.
Schließlich sind die hier bekannt gewordenen bakteriellen Antagonisten nurgegeneine begrenzte Anzahl von phytopathogenen Pilzen getestet worden bzw. wirksam.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, biotechnische Verfahren zur massenweisen Herstellung von Applikationsformen definierter Mikroorganismen zu entwickeln und für den Einsatz, insbesondere in der gärtnerischen Produktion, bereitzustellen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, mit antagonistisch wirkenden Bakterienstämmen der Gattungen Streptomyces und Bacillus eine wirkungsvolle Bekämpfung bodenbürtiger phytopathogener Schadpilze durchzuführen.
Es wurde gefunden, daß Streptomyces spec. G 43 und Bacillus subtiiisT99 sehr wirkungsvolle Antagonisten gegen phytopathogene Bodenpilze sind. Sie besitzen sowohl antifungale als auch mycellvisierende Wirkung.
Die antifugale Wirkung wird üblicherweise im Plattentest, s.u., nachgewiesen. Die mycellisierende Wirkung kann in Kulturlösungen der Antagonisten nach Zusatz von lebendem Mycel der Schadpilze ermittelt werden. Nach einer Schütteldauer der mit Pilzmycel versetzten Bacillus- oder Streptomyceskulturen von drei Tagen wird die An- oder Abwesenheit des Pilzmycels mikroskopisch und durch Ausstreichen der Kulturlösung auf Czapek-Dox-Agar (nach 48 Stunden Bebrütung) erfaßt.
Die erfindungsgemäßen Stämme wurden aus Boden- und Erdsubstratproben eines Gartenbaubetriebes isoliert. Die Stämme Streptomyces spec. G43 und Bacillus subtilis T99 wurden in der zentralen Stammsammlung der DDR im Zentralinstitut für Mikrobiologie und experimentelle Therapie in Jena unter den Nummern ZlMET 43801 und ZIMET 11 095 hinterlegt.
Stammcharakterisierung
Streptomyces spec. G 43
Morphologie: Kurze, gerade bis leicht gewellte Sporenketten, die dem Typ Rectus-Flexibilis angehören, glatte
Sporenoberfläche
Zellwandzusammensetzung: Dietaxonospezifischen Zellwandaminosäuren sind LL-Diaminopimelinsäure und Glycin Phasensensibilität: Sensibel gegen Streptomycesphagen
Wachstum der Kolonien: Gutes Wachstum auf verschiedenen Medien, z.B. Waksman-Agar, Fleisch-Pepton-Agar, mit
rauher Oberfläche und unregelmäßigem Rand. Koloniedurchmesser 2 bis 5 mm.
Farben von Luft- und Substratmycel auf verschiedenen Medien:
Medium Luftmycel Substratmycel Agarver- färbung
Hafermehlagar hellgrau-gelb lich (reichlich) gelbgrünlich bis oliv keine
Glycerin-Aspa ragin-Agar matt creme gelblich (reichlich) helloliv keine
Anorganischer Salz-Stärke- Agar hellgrau bis hellbeige (weniger) beige bis hell- oliv keine
Hefeextrakt- Malzextra kt- Agar graugelblich bis graugrün lich dunkelbraun keine
Physiologische Merkmale: Keine Melaninbildung (nicht chromogen) Säurebildung aus: D-Glukose, D-Xylose, L-Arabinose, D-Fructose, D-Mannit, D-Galactose, Salicin Keine Säurebildung aus: L-Rhamnose, Raffinose, Saccharose, meso-lnosit Nach Bergey's Manual of Determinative Bacteriology (1974) 8.Ausgabe ist dieser Stamm der Gruppe von Streptomyces-Arten zuzuordnen, die durch folgende Merkmale charakterisiert sind:
— graugelbliches Luftmycel
— Sporenketten des Rectusflexibilis-Typs
— Sporenoberfläche glatt
— Chromogenität negativ
Der hier als Streptomyces spec. G 43 bezeichnete Stamm unterscheidet sich deutlich von dem von G.Turhan (1981), J. of Plant Diseases and Protection 88,373-381, für ähnliche Zwecke benutzten Streptomyces ochraceiselerotiens Pridham.
Bacillus subtilisT99
Form/LagederSporen: oval/zentral Sporulationsverhalten: 75 %, Auf Grießagar, 4 d, 37 0C
Beweglichkeit: beweglich
Gramverhalten: Gram-positive Kurzstäbchen
Koloniemorphologie auf
— Blutplatte: grau-beige, glänzend, Rand glatt
— Nähragar: hellbeige, matt, stark, gefaltet, Rand gelappt
Säurebildung aus: D-Xylose, Glucose, d-Mannose, d-Fructose, Maltose, Trehalose, Saccharose, D-Mannit, Aesculin
Keine Säurebildung aus: d-Galactose, Lactose, Dulcit, Rhamnose, Raffinose, Sorbit, D-Ribose
VPR: ' positiv
Zitratverwertung: negativ
Urease: positiv
Gasbildung aus Nitrat: negativ
Katalase: positiv
Stärkehydrolyse: Hydrolysezone 4 mm
Caseinhydrolyse: Hydrolysezone 5 mm
Gelatinehydrolyse Hydrolysezone 7 mm
Lezithinase: negativ
Starkes Wachstum auf: Glucose-NitratagarundGlucose-Asparaginagar Kein Wachstum in 10% NaCI-Bouillon Serodiagnostik, FAT mit Antisporenserum von B. subtilis
ATCC 6051: positiv
Bacillus subtilis T99 unterscheidet sich vom type strain Bacillus subtilis ATCC 6051 in folgenden Punkten:
— a-Hämolyse
— keine Säurebildung aus: Raffinose, d-Sorbit, D-Ribose
— Säurebildung aus: Xylose und Aesculin
— keine Zitratverwertung
Streptomyces spec. G 43 wird zweckmäßig so vermehrt, daß in der Kulturlösung ein diffus verteiltes Mycel gebildet wird. Das Diffusmycel ist bei der Applikation eine entscheidende Voraussetzung für eine gleichmäßige Verteilung im Boden bzw. Erdsubstrat als Einsatzmedium. Die Herstellung der Kulturlösung erfolgt unter aseptischen Submersbedingungen in zwangsbelüfteten und gerührten Fermentern. Die Bildung eines diffus verteilten Mycels (Pelletbildung ist zu umgehen) wird beispielsweise erreicht durch die in den Beispielen 1 und 2 angegebenen Verfahrensbedingungen.
Bacillus subtilis T99 wird ebenfalls unter Submersbedingungen im Rührfermenter kultiviert. Die Beimpfung des Produktionsmediums erfolgt mit einer Vorkultur. Nach einer Kultivationsdauer von etwa 30 Stunden wird eine Zelldichte von 1010 Keimen/ml erreicht. 25% der Zellen sind dann versport.
Neben submers erzeugten Kulturlösungen können für besondere Applikationszwecke auch hochtitrige Sporensuspensionen von Oberflächenkulturen mit Streptomyces spec. G 43 und mit Bacillus subtilis T99 gewonnen werden. Die Oberflächenkulturen, insbesondere von Streptomyces, werden angelegt auf Schrägagar in speziell gefertigten Eprouvetten mit einem Volumen von 110ml (Ausmaße: 30mm Durchmesser, 190mm Länge). Diese Eprouvetten gewährleisten mit 30ml Agar infolge günstiger Feuchtigkeits- und Belüftungsbedingungen eine gleichmäßige Versporung des Streptomyces-Stammes.
Die antagonistische Wirkung der erfindungsgemäßen Streptomyces- und Bacillus-Stämme wurde gegen mehrere phytopathogene Bodenpilze in vitro- und z.T. in vivo-Versuchen getestet.
Invitro-Teste:72 Stunden alte Kulturlösungen beider Stämme wurden sterilfiltriert. Das Filtrat wurde heißem Waksman-Agar im Verhältnis 1:4 und 1:8 beigemischt. Nach dem Ausgießen und Erkalten des Agars in den Petrischalen wurden die zu prüfenden Pilze jeweils in das Zentrum der Agarplatte geimpft. Parallel angelegte Kontrollen enthielten kein Kulturfiltrat.
Durch Ausmessen der Koloniedurchmesser nach einer Inkubationszeit von 4 bis 7 Tagen wurde die wachstumshemmende Wirkung der Kulturfiltrate im Vergleich zu den Kontrollen ermittelt (s. Tab.).
Antagonisten Bodenpilze Str. spec. G 43 B. subtilisT99
Fusarium oxysporum Schlecht.
f. sp. dianthi (Snyder et Hansen) xx . xxx*1
Fusarium oxysporum Schlecht, f. sp. gladioli (Snyder
et Hanson) xx xxx
Fusarium oxysporum Schlecht, f. sp. gerberae
(Gordon) xx xxx
Fusarium oxysporum Schlecht, f. sp. tulipae Apt. — —
Fusarium oxysporum Schlecht f. sp. cucumormum
Owen xx xxx
Fusarium oxysporum Schlecht, f. sp. lycopersici xxx xxx
Phomopsissclerotiodesv. Kest xxx xxx
Stromatinia gladioli (Drayt.) Whetz. χ xxx
Thanatephoruscucumeris (Frank) Donk xxx xxx
Botrytiscinerea Pers. exNocca&Bulb xx xxx
Nectriaradicicpla Gerlach &Nilsson — xx
Pyrenochaeta lycopersici R. Schneideret Gerlach — xxx
Phvtophtora cryptogea χ . xxx
Curvularia radicinum — xxx
·' Bewertung: xxx starke Hemmwirkung
xx weniger stark gehemmt
χ noch gehemmt
— keine Hemmwirkung
Für die in vivo-Versuche wurden Jungpflanzen der Edelnelke — Dianthus caryophyllus L. — und der Gerbera — Gerbera jamesonii H. Bolus ex Hooker — verwendet. Es gelangten Kulturlösungen oder Sporensuspensionen der erfindungsgemäßen Stämme zwecks Prüfung des Bekämpfungseffektes gegen die Welkeerreger Fusarium oxysporum Schlecht, f. sp. dianthi (Prill et Del.) Snyder et Hanson und Fusarium oxysporum Schlecht, f. sp. gerberae Gordon zum Einsatz, s. Beispiele 6 und
Anwendungsbeispiele Beispiel 1
Für die Gewinnung von Applikationsformen antagonistischer Bakterien zur Bekämpfung von phytopathogenen Bodenpilzen wurde Streptomyces spec. G 43 verwendet. Der Stamm wurde als Schrägagarkultur mit Waksmanager, nachdem er 5 Tage lang bei 290C gewachsen war, bei+40C aufbewahrt.
Zusammensetzung des Waksman-Agars: Bacto-Peptone (Difco) 5g, Glucose 10g, Fleischextrakt 3g, NaCI 5g, Agar 20g je Liter Leitungswasser, pH 6,8. Sterilisation 30 min bei 1210C.
Für die Herstellung der Kulturlösung wurde ein 121-Rührfermenter mit 81 Füllung benutzt. Das Produktionsmedium hatte folgende Zusammensetzung: Saccharose 0,05%, Glucose 0,2%, Stärke 1,5%, Harnstoff 0,1 %, Hefeextrakt 0,1 %, Pepton 0,5%, (NH4I2HPO4 0,2%, KCI 0,05%, Leitungswasser, pH 6,9 ± 0,1. Sterilisation 30min bei 1210C.
Das Produktionsmedium wurde mit einer Sporensuspension von einer Schrägagarkultur beimpft. Die Impfdichte belief sich auf etwa 106 colony forming units (cfu)/ml. Fermentationsparameter: Belüftung 0,15vvm, Umdrehung des Rührers 300/min, Temperatur 290C, Schaumbekämpfung mit Polypropylenglycol. Nach einer Kulturdauer von 40 Stunden war die stationäre Wachstumsphase erreicht, die Kulturlösung enthielt etwa 5 · 107cfu/ml. Nach dem Verdünnen mit Leitungswasserstand diese Kulturlösung zur Bekämpfung der phytopathogenen Testpilze der Fusarienwelkeerreger bei Nelke und Gerbera zur Verfügung.
Beispiel 2
Zur Herstellung größerer Mengen von Kulturlösung mit Streptomyces spec. G43 wurde ein 3501-Fermenter verwendet. Die Zusammensetzung des Produktionsmediums (220I) war die gleiche wie in Beispiel 1. Das Medium wurde bei 1210C 30 min sterilisiert und danach mit einer Vorkultur aus einem gerührten Laborfermenter mit diffus verteiltem Mycel beimpft. Die Impfdichte in dem Produktionsmedium lag bei etwa 106cfu/ml.
Fermentationsparameter: Belüftung 0,1 vvm, Umdrehung des Rührers 200/min, Temperatur 29°C, Schaumbekämpfung mit Polypropylenglycol.
Nach einer Kulturdauer von 38 Stunden war in der Kulturlösung eine Myceldichte von etwa 8 · 1.07cfu/ml erreicht. Sie wurde abgebaut, mit Leitungswasser 1:10 verdünnt und für einen Großversuch zur Bekämpfung der Fusarienwelke der Nelke eingesetzt.
Beispiel 3
Zur Herstellung einer Applikationslösung mit Bacillus subtil is T 99 wurde ein 121-Rührfermenter mit 71 Füllung verwendet. Der Stamm wurde als Schrägagarkultur auf Waksman-Agar (Zusammensetzung s. Beispiel 1), nachdem er 48 Stunden bei 3O0C gewachsen war, aufbewahrt.
MiteinerPlatinösewurden die Bakterien auf eine Vorkultur überimpft, die bei 300C 24 Stunden (in 500 ml-Rundkolben mit 100 ml Füllung) geschüttelt wurde. Die Vorkultur diente zur Beimpfung des Produktionsmediums des Fermenters. Vorkultur- und Produktionsmedium bestanden aus Glucosenährbouillon folgender Zusammensetzung: Pankreatisches Pepton 22,5g, Glucose 1,0g, K2HPO4 2,0g, NaCI 3,0g je Liter Leitungswasser, pH 7,2 ± 0,2. Sterilisation des Mediums bei 1210C 30min. Das Produktionsmedium des Fermenters wurde mit einer Impfdichte von 107 Keimen/ml beimpft.
Fermentationsparameter: Belüftung 0,1 vvm, Umdrehung des Rührers 200/min, Temperatur 300C, Schaumbekämpfung mit Polypropylenglycol. Nach einer Kulturdauer von 28 Stunden befanden sich die Zellen in der stationären Phase, sie waren etwa zu einem Viertel versport. Die Zellzahl lag bei etwa 10l0/ml.
Beispiel 4
Zur Herstellung einer Mycel-Sporensuspension von Streptomyces spec. G 43 wurden Schrägagarkulturen in den Eprouvetten angelegt. Die Beimpfung der Agaroberfläche erfolgte, von Aufbewahrungskulturen ausgehend, mit der Öse, so daß ein einheitlicher Mycelrasen entstand.
Als Schrägagar diente Fleischpeptonagar folgender Zusammensetzung: Bacto-Pepton (Difco) 10g, Hefeextrakt 10g, NaCI 5g, Agar 20g in einem Liter dest. Wasser, pH 7,0 ± 0,2. Sterilisation 15min bei 1200C.
Die Bebrütung der Kulturen dauerte 14 Tage bei 290C. Nach einem weiteren Aufenthalt dieser Kulturen — 1 Woche — im Kühlschrank bei +40C wurde der Mycelsporenrasen in mehreren Portionen mit insgesamt 100 ml Leitungswasser abgeschwemmt. In der Mycel-Sporensuspension waren etwa 109cfu/ml vorhanden.
Beispiel 5
Die Herstellung einer Sporen-Zell-Suspension von Bacillus subtilis T99 erfolgte analog zu Beispiel 4. Die Bebrütung der Schrägagarkulturen dauerte 8 Tage bei 3O0C. Danach wurde der Oberfläch en rasen mit 100 ml Leitungswasser abgeschwemmt. In der erhaltenen Suspension waren etwa 1010 Keime/ml vorhanden.
Beispiele
Zur Bekämpfung der gefäßparasitären Welke der Edelnelke, verursacht durch Fusarium oxysporumf. sp. dianthi, wurden Kulturlösungen von jeweils Streptomyces spec. G43mit5 107cfu/ml und Bacillus utilis T99 mit 3 109 Keimen/ml verwendet. Die Applikation der 1:10 bzw. 1:100 verdünnten Kulturlösungen erfolgte durch Wurzeltauchung der Nelkenjungpflanzen und durch Inoculation des Erdsubstrates (20ml Kulturlösung je 1 kg gebrauchsfertiges Substrat). Vor der Bepflanzung wurden die torfhaltigen Kultursubstrate mit einer Konidiensuspension des phytopathogenen Pilzes Fusarium oxysporum dianthi inokuliert. Sie waren die Ausgangssubstrate sowohl für die unbehandelten Kontrollstecklinge (ohne Kontakt mit dem Antagonisten) als auch für die Bekämpfungsversuche mit dem Antagonisten, s. Tab.
Anzahl gesunder Krankheitsindex
Pflanzen (in %) Ki(in%)
8 Wochen nach 1 ... 100
Applikation Pflanzung (Totalbefall)
Kontrolle 16,6 80,0
Wurzeltauchung
— Str. spec. G 43 50,0 35,0
— Bac. subtilis T 99 56,5 34,6 Bodenapplikation und
Wurzeltauchung
— Str. spec. G 43 63,6 23,6
— Bac. subtilis T 99 66,7 18,3
Beispiel 7 \
Die Bekämpfung der gefäßparasitären Erkrankungen bei der Edelnelke und bei der Gerbera, verursacht durch Fusarien, wurde unter praxisüblichen Versuchsbedingungen mit technisch hergestellten Kulturlösungen von Streptomyces spec. G43 und Bacillus subtilis T99 durchgeführt.
Bei 35000 Jungpflanzen der Edelnelke wurden folgende Applikationsmethoden mit der verdünnten Kulturlösung von Streptomyces spec. G 43 mit etwa 3 · 106cfu angewandt:
— Wurzeltauchung der Jungpflanzen (Dauer 15 Minuten)
— Gießen des Substrats vor der Pflanzung mit 2I Kulturlösung/m2 und
— Spritzen des Substrates mitO,5l Kulturlösung/m2 vor der Pflanzung
Als Kontrollen dienten 18000 Jungpflanzen mit einer betriebsüblichen fungiziden Behandlung.
in einem weiteren Versuch wurden 1 000 Jungpflanzen von Gerbera jamesonii eingesetzt. Die Applikation erfolgte durch Gießen des Bestandes (21 Kulturlösung/m2) unmittelbar nach der Pflanzung mit Kulturlösungen von Streptomyces spec. G43 (~3 106cfu/ml) und Bacillus subtilisT99 (~107 Keime/ml), s. Tab.
Gerbera kranke Pflanzen
2,4 n.b.*
1,5 0,9
n.b.
— G43 — Edelnelke
kranke Pflanzen
Applikation — G43 — (in%)
Kontrolle —T99 —
5,0
— G43— 4,8
2,6
(ehem. Bekämpfungsmaßnahmen) n.b.
Wurzeltauchung
Bodenbehandlung 3,4
— Gießen —
Boden behänd lung
— Spritzen —
*' n.b. = nicht bestimmt

Claims (2)

1. Herstellung mikrobieller Antagonisten zur Bekämpfung von phytopathogenen Bodenpilzen mit Streptomyceten oder Bacillen in verschiedenen Applikationsformen, dadurch gekennzeichnet, daß Streptomyces spec. G43 ZIMET Nr.43801 bzw. Bacillus subtilis T99 ZIMET Nr. 11 095 submers oder auf Oberflächen von Nährböden kultiviert werden.
2. Die Herstellung von mikrobiellen Antagonisten nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß submers erzeugte Kulturlösungen mit hohen Keimzahlen oder hochtitrige Sporen-Zell-Suspensionen von Oberflächenkulturen nach ihrer Verdünnung für großflächige Applikationsmaßnahmen bereitgestellt werden.
DD28076185A 1985-09-18 1985-09-18 Verfahren zur bekaempfung von phytopathogenen bodenpilzen im gartenbau DD250456B1 (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DD28076185A DD250456B1 (de) 1985-09-18 1985-09-18 Verfahren zur bekaempfung von phytopathogenen bodenpilzen im gartenbau

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DD28076185A DD250456B1 (de) 1985-09-18 1985-09-18 Verfahren zur bekaempfung von phytopathogenen bodenpilzen im gartenbau

Publications (2)

Publication Number Publication Date
DD250456A1 true DD250456A1 (de) 1987-10-14
DD250456B1 DD250456B1 (de) 1989-04-19

Family

ID=5571387

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DD28076185A DD250456B1 (de) 1985-09-18 1985-09-18 Verfahren zur bekaempfung von phytopathogenen bodenpilzen im gartenbau

Country Status (1)

Country Link
DD (1) DD250456B1 (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO1991011095A1 (de) * 1990-01-31 1991-08-08 Gesellschaft Für Umweltschutzberatung Und -Technik Verfahren zur bekämpfung von samen- und/oder bodenbürtigen schaderregern durch saatgutbehandlung
WO1992020229A1 (en) * 1991-05-23 1992-11-26 Korea Research Institute Of Chemical Technology Improved process for preparing coated microbial pesticides and pesticides produced therefrom

Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO1991011095A1 (de) * 1990-01-31 1991-08-08 Gesellschaft Für Umweltschutzberatung Und -Technik Verfahren zur bekämpfung von samen- und/oder bodenbürtigen schaderregern durch saatgutbehandlung
US5409509A (en) * 1990-01-31 1995-04-25 Gesellschaft Fuer Umweltschutz-Beratung Und-Technik Gbr Process to combat harmful organisms originating in seeds or soil by means of seed treatment
WO1992020229A1 (en) * 1991-05-23 1992-11-26 Korea Research Institute Of Chemical Technology Improved process for preparing coated microbial pesticides and pesticides produced therefrom

Also Published As

Publication number Publication date
DD250456B1 (de) 1989-04-19

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE69417750T2 (de) Verwendung von streptomyces wyec 108 zur bekämpfung von pflanzenschädlingen
US5968503A (en) Use of streptomyces bacteria to control plant pathogens and degrade turf thatch
JP3428658B2 (ja) 抗菌性微生物製剤、その製造方法及び処理方法
US5527526A (en) Use of streptomyces bacteria to control plant pathogens
US7118739B2 (en) Biocontrol of plant diseases caused by Fusarium species with novel isolates of Pantoea agglomerans
CN110295129B (zh) 一种用于防治黄瓜灰霉病和白粉病的生防菌及应用
DE69528753T2 (de) Mikroorganismen zur biologischen bekämpfung von pflanzenkrankheiten
DE69617678T2 (de) Bakterien mit nematizider wirkung und ihre landwirtschaftliche verwendung
DE3851007T2 (de) Zusammensetzung zur Verwendung in der Landwirtschaft.
DE19835669A1 (de) Neuer Stamm von Streptomyces und dessen Verwendungen
US9624467B2 (en) Biocontrol formulation containing Streptomyces spp., method for preparing the formulation and relevant use
US20060257373A1 (en) Antifungal formulation containing Streptomyces s.p.p., method for preparing the composition and relevant use
DE69533807T2 (de) Verwendung des Pilzes Gliocladium catenulatum zur biologischen Kontrolle von Pflanzenkrankheiten
DD250456A1 (de) Herstellung mikrobieller antagonisten zur bekaempfung von phytopathogenen bodenpilzen
Haggag et al. Pilot-scale production and optimizing of cellulolytic Penicillium oxalicum for controlling of mango malformation
Afolami et al. Characterization, antibiotic sensitivity patterns, plasmid profile analysis and antagonistic potentials of microorganisms from termitaria on mango trees in Ibule-Soro, Akure, Nigeria
Rennerfelt The effect of soil organisms on the development of Polyporus annosus Fr., the root rot fungus
DE68927340T2 (de) Biologischer impfstoff, wirksam gegen aphanomyces
US5190754A (en) Ampelomyces quisqualis AQ10, CNCM I-807, for biological control of powdery mildew
DE3878000T2 (de) Verschmolzenes biologisches bekaempfungsmittel.
RU2840021C1 (ru) Штамм Streptomyces sp. YVZ020 ВКМ Ас-3001D - продуцент метаболитов, обладающих фитостимулирующим и фитозащитным действием против возбудителя бактериоза Clavibacter michiganensis
CN113826635B (zh) 一种增效型杀菌剂及其应用
EP0353662B1 (de) Verwendung von Ampelomyces quisqualis und eine Reinkultur davon
DD276230A1 (de) Verfahren zur bekaempfung von phytopathogenen bodenpilzen im gartenbau mit streptomyceten in verschiedenen applikationsformen
JPH04327510A (ja) ニンニクの真菌感染抑制剤

Legal Events

Date Code Title Description
RPI Change in the person, name or address of the patentee (searches according to art. 11 and 12 extension act)
ENJ Ceased due to non-payment of renewal fee