DD251274A1 - Mittel gegen die bakterielle tomatenwelke - Google Patents

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DD251274A1
DD251274A1 DD29293186A DD29293186A DD251274A1 DD 251274 A1 DD251274 A1 DD 251274A1 DD 29293186 A DD29293186 A DD 29293186A DD 29293186 A DD29293186 A DD 29293186A DD 251274 A1 DD251274 A1 DD 251274A1
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bacterial
tomato
tomato wilt
quaternary ammonium
agar
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DD29293186A
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Inventor
Petra Reinhardt
Gerhard Baars
Christine Fieseler
Erika Griesbach
Dieter Kaessler
Manfred Lober
Jutta Naumann
Klaus Naumann
Manfred Taeuber
Ulf Thust
Wolfgang Wildgrube
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Bitterfeld Chemie
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein neues Mittel gegen die bakterielle Tomatenwelke. Erfindungsgemaess enthaelt es neben Emulgatoren und Loesungsmitteln eine quartaere Ammoniumverbindung und 2-Naphthyloxyessigsaeureethylester. Durch diese Kombination ist es moeglich, die Erreger der Tomatenwelke ohne phytotoxische Probleme gut zu bekaempfen.

Description

Cl^ η = 11-15
- N - (CHl)CH-ι π ο
angewendet werden.
3. Mittel gegen die bakterielle Tomatenwelke nach Pkt. 1, gekennzeichnet dadurch, daß als Emulgator vorzugsweise Ethylenoxidaddukte auf Basis von Alkylphenolen verwendet werden.
4. Mittel gegen die bakterielle Tomatenwelke nach Pkt. 1, gekennzeichnet dadurch, daß sie als Lösungsmittel niedere Alkohole und Wasser enthalten.
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Mittel zur Bekämpfung der bakteriellen Tomatenwelke, das vorzugsweise beim Tomatenanbau unter Glas und Plaste angewendet wird.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Die bakterielle Tomatenwelke (Corynebacterium michiganense pv. michiganense, im weiteren Text mit C. m. bezeichnet) ruft beim Tomatenanbau unter Glas und Plaste einen erheblichen Ertragsverlust hervor. Der Verlust beträgt durchschnittlich 4-7%, kann aber auch, unter für die Krankheit günstigen Bedingungen, 30-50% betragen, wie in mehreren Großanlagen der DDR festgestellt wurde. Im Extremfall sterben die Tomatenpflanzen völlig ab.
Die bakterielleTomatenwelkewird vor allem durch Pflegemaßnahmen, die an den Tomatenpflanzen durchgeführt werden, aber auch bei der Blütenbehandlung der Tomatenpflanzen mit einem Mittel zur biologischen Prozeßsteuerung (speziell Fruktifikationsstimulator), verbreitet.
Die Applikation des Mittels an den Blütenständen erfolgt durch Tauchung. Die verwendete Tauchlösung ist ein guter Übertrager der Krankheit, obwohl die Anwendung der Tauchlösung zeitlich auf wenige Stunden begrenzt ist.
Die Einhaltung der Hygienemaßnahmen ist eine Forderung zur Bekämpfung der Krankheit (K. Naumann, Nachr. Bl.
Pflanzenschutz DDR 34, [1980], 153). Diese Hygienemaßnahmen sind sehr aufwendig und führen teilweise zu Irritationen der Haut des Pflegepersonals.
Eine weitere technische Lösung für dieses Problem wird in dem Patent DD-PS 210419 dargestellt.
Es wird empfohlen, daß zu der Tauchlösung des Fruktifikationsstimulators als Desinfektionsmittel Kaliumpermanganat (KMnO4) zugesetzt wird.
Der Fruktifikationsstimulator ist ein Mittel zur biologischen Prozeßsteuerung in Form eines Emulsionskonzentrates mit dem Wirkstoff 2-Naphthyloxyessigsäureethylester (im folgenden mit 2-NOESester bezeichnet).
Aufgrund der sehr unterschiedlichen Löslichkeiten von 2-NCESester und KMnO4 und der oxidativen Wirkung von KMnO4 können beide Komponenten nicht in hoher Konzentration kombiniert werden.
KMnO4 kann nur als Zusatz zur Tauchlösung verwendet werden, wobei die 30- bis 60fache Konzentration an KMnO4 gegenüber 2-NOESesterfür eine entsprechende Wirkung gegen die bakterielle Tomatenwelke erforderlich ist.
Bei Anwendern mit einer geringen Gewächshausfläche ist die entsprechend genaue Dosierung und Handhabung der obigen Kombination mit großem technischem Aufwand verbunden. In der Tauchlösung nicht gelöstes KMnO4 kann zu phytotoxischen Erscheinungen an den Tomatenpflanzen und Blütenständen führen. Eine Kombination von 2-NOESester und KMnO4ZU einem Präparat ist aus den genannten Gründen nicht sinnvoll.
Bisher sind keine handelsüblichen Bakterizide für den Einsatz in Pflanzenkulturen gegen die bakterielle Tomatenwelke bekannt.
Das bekannte „Tributylzinnoxid" (TBTO) wird als Fungizid und Bakterizid besonders für den Holzschutz eingesetzt, aufgrund seiner Toxizität ist ein für den Einsatz im Tomatenanbau generell nicht geeignet.
Im Wegler „Chemie der Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel", Bd. 2 und Bd. 4, Springer-Verlag, Berlin-Heidelberg, New York 1970 und 1977, werden quartäre Ammoniumsalze als Fungizide und Bakterizide beschrieben, allerdings wird auch hier aufgrund der Phytotoxizität nur der Einsatz als Holzschutzmittel empfohlen, so daß aus der Vielzahl quartärer Ammoniumsalze keine Verbindung gegen die bakterielle Tomatenwelke an lebenden Tomatenpflanzen bekannt war.
Ziel der Erfindung
Das Ziel der Erfindung besteht darin, ein wirkungsvolles Mittel gegen die bakterielle Tomatenwelke zu finden, das keine phytotoxischen Erscheinungen aufweist.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, die Zusammensetzung eines Mittels gegen die bakterielle Tomatenwelke so zu wählen, daß ein gesundes Pflanzenwachstum ohne toxische Probleme gewährleistet wird.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß das neue Mittel gegen die bakterielle Tomatenwelke im Gewächshausanbau folgende Zusammensetzung hat:
1,0-12,0 Ma. -% einer quartären Ammoniumverbindung
0,5Ma.-% Emulgatoren 82,5-93,5 Ma.-% Lösungsmittel und
4,5-5,0 M a.-% 2-Naphthyloxyessigsäureethylester Als quartäre Ammoniumverbindungen werden vorzugsweise Verbindungen der allgemeinen Formel
CH3
N t (CH_)r CH-
2'n
CH-
η = 11 - 15
verwendet.
Als Emulgatoren finden vorzugsweise Ethylenoxidaddukte auf Basis von Alkylphenolen Anwendung. Lösungsmittel können
niedere Alkohole oder Wasser sein.
Überraschenderweise wirkt die Kombination einer bakteriziden Ammoniumverbindung, die einzeln angewendet starke Toxizität an Nutzpflanzen hervorruft, mit dem Wachstumsregulator 2-Naphthyloxyessigsäureethylester nicht phytotoxisch.
Der 2-NOESester wirkt in einer Doppelfunktion, d. h. als Fruktifikationsstimulator und als Antidot für Dimethylbenzyl-n-
alkylammoniumchlorid.
Der Erreger der bakteriellen Tomatenwelke wird gut abgetötet, auch schon bei geringen Konzentrationen.
Ausführungsbeispiel Prüfung der bakteriziden Wirkung von Dimethyl-benzyl-n-alkylammoniumchlorid
verwendetes Bakterien-Isolat: Corynebacterium michiganense p. v. michiganense
verwendeter Agar: YDC (Yeast-Dextrose/Hefe-Dextrose-Nährmedium)
auf YDC-Agar ausgespatelte Probe 0,1 ml in Wiederholung 5 YDC-Platten Mittel I wurde als 50%ige wäßrige Lösung eingesetzt.
Konz. Zeitpunkt 0AnzahlC.m. —KolonienaufYDC-Agar
% (min.) bei Erregerkonzentrationen pro ml
I Mittel bzw. Wasser
(D
0 20 5x103 I.Wdh. 2.Wdh. 5x105 I.Wdh. 2.Wdh.
0,05 0,05 0 20 0 0 0 0 0 0 0 0
0,005 0,00f 0 0 0 0 0,6 0 0 0
Wasser kontrolle 84 30 U U
u = unzählbar viele Bakterien-Kolonien/Platte (mindestens 500)
2. Prüfung der bakteriziden Wirkung von Dimethyl-benzyl-n-alkylammoniumchlorid
Anwendungskonzentration Mittel (I) wurde als 50%ige
0,5% und 0,05% wäßrige Lösung eingesetzt
Erreger im Mittel bzw. in der Wasserkontrolle: 5 χ 103 Keime/ml Auf YDC-Agar ausgepatelte Probe: 0,1 ml Je Prüfglied 3 Wiederholungen
(D
Je Prüfglied 3 Wiederholungen
Zeitpunkt Wasser- Anzahl-
(min.) kontrolle C. m.-Kolonien bei I
0,5% 0,05%
0 U 0 0
10 U 0 0
30 U 0 0
60 U 0 0
120 U 0 0
u = unzählbar, viele Kolonien auf Agarplatten (ca. 500KoI.)
3. Prüfung bei unterschiedlicher Erregerkonzentration Mittel (I) wurde als 50%ige wäßrige Lösung eingesetzt
Konzen- Zeit- 0Anzahl C. m.-Kolonien auf YDC-Agar bei Erregertration punkt konzentrationen pro ml Mittel bzw. Wasser
% von I (min) 5x103 I.Wdh. 2.Wdh. 3.Wdh. 5X104 5X106 I.Wdh. 2.Wdh. 3.Wdh. 5x106
0,025 0,025 0 20 0 0 0 0 0 0 0 0
0,005 0,005 0 20 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Wasser- kontr. 0 20 U U U U 22 24 U U U U U U U U U U
u = unzählbar viele Kolonien auf Agarplatten Auf YDC-Agar ausgespatelte Menge: 0,1 ml x 5 YDC-Platten
4. Prüfung der bakteriziden Wirkung von Dimethyl-benzyl-n-alkylammoniumchlorid (I) in Kombination mit dem Fuktivikationsstimulator (II) Mittel (I) wurde als 50%ige wäßrige Lösung eingesetzt.
verwendeter Agar: YDC Anzahl Agarplatten/Variante:
I.Wiederholung: 3Stck.
2.Wiederholung: 5Stck.
ausgespatelte Probe: 0,1 ml Der Fruktifikationsstimulator (II) enthält:
5%2-Naphthyloxyessigsäureethylester, 94,5% Ethanol und 0,5% Emulgator.
Konzen- Zeit- Anzahle. m.-Kolonien bei Erregerkonzentration
tration punkt 5x103/ml 5 χ 105/ml
% (min.) Wiederholungen Wiederholungen
I Il 12 0
0,005 ' 0,2 0 0 0 0 0 0 0 U
20 0 0 0 0 0 0
0,0025 0,2 0 0 0 0 0 12,6 6,3
20 0 0 0 0 0 0
0,0005 0,2 0 1 56 28,5 71,6 U 285,8
20 0 0,6 0,3 0,3 6,4 3,4
0,2 200 U U U
u = unzählbar viele (ca. 500) Kolonien auf Agarplatten Die Beispiele 1-4zeigen die gute Wirkung von Dimethyl-benzyl-n-alkylammoniumchlorid gegen die bakterielle Tomatenwelke auf YDC-Agar bis in den Konzentrationsbereioh von 0,005%. Bei der Übertragung auf die !ebenen Tomatenpflanzen zeigte sich eine Phytotoxizität, die bei den empfindlichen Tomatenpflanzen schon einen negativen Einfluß auf die Pflanzenentwicklung ausübt. Beispiel 5 zeigt, daß durch Kombination mit 2-NOESester eine gute Pflanzenverträglichkeit erzielt wird, wobei 2-NOESester als Antidot wirkt.
5. Prüfung der phytotoxischen Wirkung von Dimethyl-benzyl-n-alkylammoniumchlorid (I)allein und in Kombination mit dem Fruktifikationsstimulator (II) bzw. Ethanol (III) an Tomaten im 5-Blatt-Stadium im Gewächshaus Die Phytotoxizität wurde nach der Behandlung der Blütenstände bestimmt und je nach Schädigungsgrad in folgende Boniturphasen eingeteilt:
1 = >60% der Pflanze geschädigt,
2 = 21-60% der Pflanze geschädigt,
3 = 1-20% der Pflanze geschädigt,
4 = Pflanze ohne Schäden
Konzentration Il III Phytotoxizitäts-
I klasse
0,005 3
0,01 2
0,05 2
0,1 2
0,5 0,2 1
0,2 4
0,005 0,2 4
0,01 0,2 4
0,05 0,2 4
0,1 0,2 4
0,5 0,2 3
0,01 0,2 2
0,05 0,2 2
0,1 2
Aus den Werten geht die stark reduzierte phytotoxische Wirkung beim quartären Ammoniumsalz in Kombination mit dem NOESester hervor. Das verwendete Lösungsmittel Ethanol — die Mengen sind in Spalte III angegeben — bringt allein keinen positiven Effekt.
6. Ergebnisse eines Versuches an Tomatenpflanzen unter Gewächshausbedingungen Die Tauchlösung wurde mit Cm.infiziert, wobei die Wirkung des Fruktifikationsstimulators mit und ohne Zusatz von I verglichen wurde.
Konzentration an Bakterien: 106C.m./ml Fruktifikationsstimulator A Fruktifikationsstimulator: 0,2Vol.-% in der Tauchlösung
B Fruktifikationsstimulator + 1,(1 = 0,005%ig in der Tauchlösung.
Pro Variante wurden 20 Tomatenpflanzen geprüft.
Beurteilungs- Variante
Kriterien A B
1. Krankheitssymptome 0 δ
1.1. Welke 1 2
fehlen 3 5
sehr schwach 6 3
schwach 10 2
stark
sehr stark 0 6
1.2. Blüten- u. Fruchtabwurf 0 4
fehlen 14 10
sehrwenig 5 0
wenig 1 0
viel
sehr viel 6 19
1.3. Vogelaugen 14 1
fehlen
vorhanden 13035 26890
2. Ertragsauswertung (abs.) 1862 3481
2.1. Ertrag (kg)
2.2. kg/m2 (x)
2.3. Fruchtgewicht (g) 84,6 94,4

Claims (2)

1. Mittel gegen die bakterielle Tomatenwelke im Gewächshausanbau, gekennzeichnet dadurch, daß das Mittel
1,0-12,0 Ma.-% einer quartären Ammoniumverbindung,
0,5Ma.-% Emulgatoren
82,5-93,5Ma.-% Lösungsmittel, und
4,5-5,0 Ma.-% 2-Naphthyloxyessigsäureethylester
enthält.
2. Mittel gegen die bakterielle Tomatenwelke nach Pkt. 1, gekennzeichnet dadurch, daß als quartäre Ammoniumverbindungen vorzugsweise Verbindungen der allgemeinen Formel
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