DD251799A1 - Thermisch belastbarer faden - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen thermisch belastbaren Faden, der fuer die textile Flaechenbildung, insbesondere aber fuer Konfektionszwecke genutzt werden kann. Ziel und Aufgabe der Erfindung ist es, einen Faden zu entwickeln, der thermisch und dynamisch belastbar ist, der eine hohe Gleichmaessigkeit aufweist und beispielsweise als Naehfaden fuer Arbeitsschutzbekleidung einsetzbar ist. Der erfindungsgemaesse Faden ist ein Kombinationsfaden aus mindestens zwei Kernmantelfaeden, von denen mindestens einer einen Fadenkern aus Glasseide oder Glasseidenzwirn mit einer Elementarfadeneinheit 9 m enthaelt. Der oder die Fadenkerne weiterer Kernmantelfaeden sind Syntheseseiden. Die Fadenkerne sind mit nativen oder synthetischen Faserstoffen oder deren Mischungen ummantelt, wobei der Anteil der Mantelfasern am gesamten Fadenvolumen 50% ist. Die Kernmantelfaeden bilden einen Zwirn.
Description
Die Erfindung betrifft einen Faden, der aufgrund seiner speziellen Konstruktion thermisch belastbar ist und für verschiedene Einsatzgebiete, insbesondere für Konfektionszwecke genutzt werden kann.
Es ist allgemein bekannt, daß der Einsatz von Glasfaserstoffen für thermisch beanspruchte Fäden Vorteile bietet.
Glasseidenrovings finden häufig technische Anwendung. Ein 100%iger Einsatz von Glasfaserstoff setzt aber der Anwendungsbreite solcher Fäden enge Grenzen. Jede Verarbeitungspassage führt zu Elementarfadenbrüchen bzw. Faserkürzungen, wodurch die Substanzfestigkeit dieser Fäden sehr klein ist. Ebenso ist die geringe Biegebeanspruchbarkeit von Glasseidenfäden oder Glasfasergarnen für dynamisch beanspruchte Einsatzgebiete von Nachteil. Möglichkeiten für diesen Fall liegen nur in der Kombination mit anderen Komponenten. So ist bekannt, daß in der Reifenindustrie Kombinationsfäden eingesetzt werden, die durch Zusammendrehen von PA-S mit Glasseiden entstehen (EP DO 2G 3/04 0050854). Das Ziel dieser Kombination besteht nicht in der thermischen Belastbarkeit dieser Fäden, sondern in der Erhöhung der Steifigkeit und des Verstärkungseffektes. Außerdem finden hier keine Kern-Mantel-Fäden Anwendung.
Weiterhin ist bekannt, daß zur Herstellung von Fadenlagennähgewirken aus Glasfaserstoffen Mischzwirne aus Glasseide und PE-S eingesetzt werden (DD-PS D02 G3/04 159887).
Hierbei handelt es sich um reine Seidenzwirne, die mit dem Ziel verarbeitet werden, die PE-SrKomponente nach dem Vernähen wieder herauszulösen. Auch hierbei kommen keine Kern-Mantel-Fäden zur Anwendung.
Es sind auch Fadenkombinationen bekannt, bei denen jede Komponente aus einer synthetischen Seide besteht, die mit Fasern vollständig abdeckend ummantelt ist (DE-AS D02 G/46 2436997). Solche Corefäden verlangen eine Garn- und Zwirndrehung von jeweils 1 000 U/min und sind nicht temperaturbeständig.
Zur Herstellung von Flächengebilden, insbesondere gewebter Ware, ist ein Mischzwirn bekannt, der aus Glasseide und Synthesefasergarn besteht. Es handelt sich bei keinem der Vorzwirne um Kern-Mantel-Fäden. In jedem Fall wird ein Glasseidenzwirn mit einem Synthesefasergarn verarbeitet (DE-OS 2009306). Der Nachteil einer solchen Variante liegt in der hohen Schädigungsneigung der ungeschützten Glasseiden.
Das Ziel der Erfindung besteht darin, einen weitgehend thermisch belastbaren, sehr festen und gleichmäßigen Faden zu entwickeln, der textiltechnisch in breitem Umfang einsetzbar ist und auch vernäht werden kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Faden zu konstruieren, der einerseits durch den Einsatz von Glasseiden thermisch belastbar ist und andererseits durch eine zielgerichtete Auswahl von anderen Faserstoffkomponenten auch dynamisch belastbar ist und gute Verarbeitungseigenschaften für unterschiedliche Einsatzzwecke aufweist.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß ein Kombinationsfaden konstruiert wird, der aus mindestens zwei Kernmantelfäden besteht, von denen mindestens einer einen Fadenkern aus Glasseide oder Glasseidenzwirn mit einer Elementarfadenfeinheit <9/xm enthält, daß der ober die Fadenkerne weiterer Kernmantelfäden Syntheseseiden sind, und daß die Fadenkerne der einzelnen Kernmantelfäden mit nativen oder synthetischen Faserstoffen oder deren Mischungen ummantelt sind. Der Anteil der Mantelfasern an den Kernmantelfäden <50%. Der erfindungsgemäße Kombinationsfaden ist ein Zwirn aus den beschriebenen Kernmantelfäden mit einer Zwirndrehung von max. 90% der Garndrehung.
Die eingesetzten Kernmantelfäden weisen einen Drehungsbeiwert von mindestens a80 auf.
Bestehen der oder die Fadenkerne weiterer Kernmantelfäden aus Syntheseseiden, so beträgt der Syntheseseidenanteil max.
50% des Gesamtseidenanteils.
Diese erfindungsgemäße Fadenkonstruktion gewährleistet, daß die Faserkomponenten verschiebefest eingebunden sind, daß die Seidenoberfläche vor mechanischer Beanspruchung geschützt ist, daß bei Biegebeanspruchung die Glasseide nicht scharfkantig ausgelenkt, sondern stets über eine gefällige Körperoberfläche gebogen wird, daß Elementarfadenbrüche der Glasseiden reduziert werden, da die Mantelfasern in der Randzone der Kern-Mantel-Fäden den reibungserhöhenden Glasplatteneffekt herabsetzen und daß der Faden bezüglich Dünn- und Dickstellen sowie Masseschwankungen und Haarigkeit sehr gleichmäßig und schlicht vorliegt.
Die erfindungsgemäße Faserstoffkombination gewährleistet eine hohe thermische Belastbarkeit.
Die Erfindung soll nachstehend anhand zweier Ausführungsbeispiele näher erläutert werden, ohne die Allgemeingültigkeit einzuschränken.
Glasseide der Feinheit 22tex mit einem Elementarfadendurchmesser von 7μ.ηη wird auf einer für die Fertigung von Kernmantelfäden modifizierten Baumwollringspinnmaschine mit 39% Baumwolle, Langstapel, gekämmt, ummantelt. Die Kernmantelfadenfeinheit beträgt 36tex. Die Drehung wird mit 600 Dr/m, a 114 eingestellt. Die Drehrichtung ist S. Ein zweiter Kernmantelfaden mit Syntheseseide als Kern wird aus PE-S 23tex und 36% Baumwolle, Langstapel gekämmt, gefertigt. Die Kernmantelfadenfeinheit beträgt 36tex. Die Drehung wird mit 600Dr/m, a 114 eingestellt, die Drehrichtung ist S. Drei Kernmantelfäden der Feinheit 36tex mit Glasseidenanteil und ein Kernmantelfaden der Feinheit 36tex mit PE-S-Anteil werden gefacht und anschließend mit 410 Dr/m, α 156 in Z-Richtung verzwirnt. Die Endfadenfeinheit beträgt 144tex. Dieser Zwirn, der speziell für das Einsatzgebiet Nähfaden Verwendung findet, hat folgende quantitative Zusammensetzung:
Glasseide 46%
PE-S 16%
Baumwolle 38%
Glasseide der Feinheit 34tex mit einem Elementarfadendurchmesser von 9^m wird auf einer für die Fertigung von Kernmantelfäden modifizierten Baumwollringspinnmaschine mit 33% Polyesterfasern der Feinheit 0,13tex und einer Schnittlänge von 38 mm ummantelt. Die Kernmantelfadenfeinheit beträgt 50tex.
Die Drehung wird mit 500 Dr/m a112, Drehrichtung Seingestellt. Für den Kernmantelfaden mit Syntheseseide wird PE-S 34tex eingesetzt und gleichfalls auf einer für die Kernmantelfadenfertigung modifizierten Baumwollringspinnmaschine mit 33% Polyesterfaser ummantelt. Die Kernmantelfadenfeinheit beträgt 50tex. Die Drehung wird mit 500Dr/m α 112, Drehrichtung S eingestellt.
Zwei Kernmantelfäden der Feinheit 50tex mit Glasseidenanteil und ein Kernmantelfaden der Feinheit 50tex mit PE-S-Anteil werden gefacht und anschließend mit 350 Dr/m α 136 in Z-Richtung verzwirnt. Dieser Zwirn hat folgende qualitative und quantitative Zusammensetzung:
Glasseide 45,5%
PE-S 22,5%
PE-F 32%
Claims (4)
1. Thermisch belastbarer Faden, gekennzeichnet dadurch, daß ein Kombinationsfaden aus mindestens zwei Kernmantelfäden besteht, von denen mindestens einer einen Fadenkern aus Glasseide oder Glasseidenzwirn mit einer Elementarfadenfeinheit <9fim enthält, daß der oder die Fadenkerne weiterer Kernmantelfäden Syntheseseiden sind, daß die Fadenkerne mit nativen oder synthetischen Faserstoffen oder deren Mischungen ummantelt sind, daß der Anteil der Mantelfasern an den Kernmantelfäden <50% ist und daß die Kernmantelfäden zu einem Zwirn vereinigt sind.
2. Kombinationsfaden nach Anspruch "!,gekennzeichnet-dadurch, daß die Zwirndrehung max. 90% der Garndrehung entspricht.
3. Kombinationsfaden nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß die Kernmantelflächen einen Drehungsbeiwert vom mindestens «80 aufweisen.
4. Kombinationsfaden nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß der Syntheseseidenanteil max. 50% des Gesamtseidenanteils beträgt.
Priority Applications (1)
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| DD251799A1 true DD251799A1 (de) | 1987-11-25 |
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1986
- 1986-07-31 DD DD29331386A patent/DD251799A1/de not_active IP Right Cessation
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