DD251893A3 - Verfahren zur herstellung von schweinshandschuhleder - Google Patents

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DD251893A3
DD251893A3 DD23393881A DD23393881A DD251893A3 DD 251893 A3 DD251893 A3 DD 251893A3 DD 23393881 A DD23393881 A DD 23393881A DD 23393881 A DD23393881 A DD 23393881A DD 251893 A3 DD251893 A3 DD 251893A3
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Guenter Reich
Michael Wassiljew
Klaus Schoppe
Detlef Kinder
Heinz Weber
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Guenter Reich
Michael Wassiljew
Klaus Schoppe
Detlef Kinder
Heinz Weber
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Handschuhleder aus Schweinshautcroupons im Rahmen der bekannten Handschuhledertechnologie unter Einbeziehung der bekannten Fettungen nach dem Nachaescher und nach der Faerbung mit der Zielstellung, die Fettung effektiver zu machen, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb der Technologie mindestens fuenf Fettungen vorgenommen werden, davon eine vor der Chromgerbung, eine nach dem Falzen und eine nach dem Broschieren, wobei die Fettungen mit geringem Fettungsmittelangebot der Faserisolierung, die mit hohem Fettungsmittelangebot der eigentlichen Fettung dienen.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung hat Einfluß auf Spezialbetriebe der lederherstellenden Industrie und der lederverarbeitenden Industrie. Die durch die Erfindung entstehenden Produkte sind für den Bevölkerungsbedarf geeignet.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Von F.Roeckl ist in Grassmans „Handbuch der Gerbereichemie und Lederfabrikation", III. Band, 2.Teil, S.364 die Peccary-Leder-Herstellung beschrieben. Er fügt hinzu: Die Herstellung von Schweins-Handschuh-Leder (Peccary) erfordert sowohl mit
Rücksicht auf die große, für die Güte des Endprodukts entscheidende natürliche und sortimentsbedingte Verschiedenheit der Häute, wie auch die noch ganz auf Empirie beruhende chemische und mechanische Durchführung des Gerbverfahrens eine ganz besondere Erfahrung, über welche eine nur kleine Anzahl von Fachleuten verfügt.
Nach der bei Roeckl dargestellten Peccary-Technologie gearbeitete Hälse einheimischer Schweine konnten hinsichtlich der
erzielten Eigenschaften nicht befriedigen, wie F.Stather u.a. feststellten. Sie arbeiteten in den fünfziger Jahren für einheimische Schweinshäls eine Rahmentechnologie aus (Gesammelte Abhandlungen des DLI, Heft 14 [1959] [Freiberg]).
Die durch diese Technologie ausgelöste Produktion wurde bald wieder eingestellt, weil die Herstellung von Hälsen für
Handschuhe zusätzlichen Aufwand erforderte (Zerschneiden der Leder; d. h. Abtrennen der Hälse) und dazu nur geringe Fläche erbrachte.
Ziel der Erfindung
Die Erfindung hat die Herstellung von Handschuhleder aus Schweinshautcroupons zum Ziel.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Die Erfindung hat die Aufgabe, das dargestellte Ziel durch technologische Veränderungen im Lederherstellungsprozeß zu erreichen.
Eine alte Gerberregel besagt, daß die Qualität eines Leders in der Wasserwerkstatt gemacht wird. Das gilt insbesondere für die • Zügigkeit eines Leders. Eine ausgeprägte Zügigkeit ist vornehmlich bei Handschuhleder erforderlich. Für qualitativ hochwertiges Handschuhleder ist aber die Zügigkeit allein nicht hinreichend. Das Leder muß darüber hinaus weich und voll im Griff sein, Eigenschaften, die nicht, wie die Zügigkeit, durch Hautaufschluß erzielt werden können. In gewissem Umfange wird die Weichheit zwar durch Hautaufschluß unterstützt, der Effekt beruht aber nicht auf Faserisolierung.
Für die Weichheit eines Leders ist ursächlich das in die Haut eingebrachte Fett verantwortlich. Das Fetten des Leders ist neben den vorbereitenden Arbeiten der Wasserwerkstatt und der Gerbung selbst wohl der wichtigste Prozeß der Ledererzeugung.
Durch die Fettung werden vor allem die mechanischen Eigenschaften des Leders mehr als durch jeden anderen Zurichtprozeß verändert. Unmittelbar nach der Gerbung aufgetrocknetes Leder ist unansehnlich, hart und blechig, wenig biegsam, nicht geschmeidig, kurz gesagt, nicht einsetzbar.
Dieser(die Leder weichmachende Fettungsprozeß ist schon seit vorgeschichtlicher Zeit bekannt und wurde in der Neuzeit imwesentlichen nur durch die Art und Herkunft der eingesetzten Fettungsmittel variiert. Festgelegt aber ist der Fettungsprozeß hinsichtlich der Reihenfolge der vielen Teilprozesse bei der Lederherstellung schon seit hunderten von Jahren oder noch langer.
Um zu erkennen, wie kompliziert die Lederherstellung als technologischer Prozeß ist, sei das Verfahren stichwortartig dargestellt:
Weiche: Erweichung, Reinigung, Extraktion von löslichem Eiweiß und Konservierungsmitteln Haarlockerung und Hautaufschluß: Zerstörung oder Lockerung der Haare und Epidermis, Quellung, Kollagemodifizierung, anteilige Verseifung von Hautfett
Mechanische Bearbeitung: Abtrennen aller störenden Hautbestandteile, Abtrennen von Fremdbestandteilen, evtl. Teilung der Haut in Schichten, Egalisierung der Dicke
Entkälkung und Beize: Neutralisation derÄscheralkalien, enzymatischer Hautaufschluß Entfettung: Entfernung des Naturfettes, Verteilung des Naturfettes
Segmentierung ...
Gerbung
Naßzurichtung: Vervollkommnung der Gerbung, Dickenkorrektur, Flächenvergrößerung, Erzielung spezieller Eigenschaften durch chemische Umsetzung oder Imprägnierung, Entwässern
Mechanische Naßzurichtung: Abwelken, Spalten, Falzen, Ausrecken, Ausstoßen, Schleifen Auswaschen
Bleichen
Färben
Fetten · '
Imprägnieren
Trocknen
Befeuchten
Weichmachen oder Verdichten
Schleifen .Entstauben ' Bügeln oder Glanzstoßen oder Krispein
Deckfarbenzurichtung
Erkennbar wird aus dieser Aufstellung: Die Fettung des Leders ist nur einer von vielen technologischen Teilschritten. Was aber interessant ist: Alle Lehrbücher halten genau diese Reihenfolge ein, was in etwa besagt, daß der so vorgegebene Verfahrensablauf die Erfahrungen der gesamten Lederherstellung in sich vereinigt und offenbar die optimale Struktur einer Ledertechnologie darstellt.
In der Vergangenheit wurde dahingehend eine Veränderung vorgenommen, daß man den Fettungsprozeß teilte und vor der Färgungdie Vorfettung und nach der Färbung die Nachfettung durchführte. Auch die Teilung des Fettungsprozesses ist für weiche Leder Allgemeingut geworden.
Mit eben dieser Technologie ist, wie bereits erwähnt, ein qualitativ hochwertiges Handschuhleder aus Schweinshautcroupons nicht zu erhalten.
Eventuell noch aus Hälsen, aber auch da muß man an die Qualität hinsichtlich der Weichheit Zugeständnisse machen. Die Herstellung von Handschuhleder aus Schweinshautcroupons ist bisher nicht gelungen. Schuld daran ist die Festigkeit der Haut im Schild. Trotz vieler Produktionsversuche ist man stets nur zu Ersatzlösungen gekommen, wobei das Schild entweder vorher entfernt oder nach der Herstellung anderer Verwendung zugeführt wurde.
Bekannt ist auch das Zusammenlegen von Fettung mit der Chromgerbung zum Zwecke der Rationalisierung des Gesamtprozesses der Lederherstellung (DE-PS 907 339, DE-OS 23 55 503) sowie die Intensivierung der Fettung (DD-WP 46323).
Überraschend ist ein Verfahren zur Herstellung von Handschuhleder aus ganzen Schweinshautcroupons im Rahmen der bekannten Handschuhledertechnologie gelungen, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß innerhalb der·Technologie mindestens fünf Fettungen vorgenommen werden, da von eine vor der Chromgerbung, eine nach dem Falzen und eine nach dem Broschieren, wobei die Fettungen mit geringem Fettungsmittelangebot ausschließlich der Faserisolierung, die mit hohem Fettungsmittelangebot der eigentlichen Fettung dienen und wobei kurz vor der letzten Fettung eine kräftige Entfettung vorgenommen wird.
Diese einzelnen Fettungen sind nicht nur hinsichtlich ihrer Stellung im Gesamtprozeßunterschiedlich. Sie unterscheiden sich auch hinsichtlich des Fettangebotes und zum Teil auch hinsichtlich der angebotenen Fettungsmittelart. Im Nachäscher und vor der Chromgerbung wird jeweils das gleiche Fettungsmittel eingesetzt, und zwar ein vollverseifbares, aus natürlichen und synthetischen Fettstoffen bestehendes säure- und elektrolytbeständiges Fettungsmittel, bei der Schmierfettung ein oxidiertes und sulfitiertes Seetieröl ohne Mineralölanteile, bei der Fettung nach dem Broschieren und vor der Färbung Gemische aus Trockenfetter und anionaktivem Lederfettungsmittel und nach der Färbung verwendet man eine Kombination von elektrolytbeständigem, anionaktivem Lederfettungsmittel, einem Alkylsulfat mit Anteilen synthetischer Fettstoffe und einem Gemisch nichtionischer und anionischer Emulgatoren.
Das Gelingen der Technologie ist nicht unmittelbar erklärbar, wenngleich natürlich angenommen werden muß, daß hier Beharrlichkeit, ein gezieltes Ausrichten der Technologie und der immer wiederkehrende Angriff auf die mangelnde Weichheit des Leders, zum Erfolg führt. Dennoch muß bedacht werden, daß durch viele Spülgänge die Maßnahmen anteilig rückgängig gemacht werden. Offensichtlich nicht vollständig, so daß insgesamt ein solch enormer Effekt entsteht.
Abgesehen von der neuartigen Fettung entspricht die Schweinshandschuhledertechnologie den allgemeinen Vorstellungen für eine Handschuhlederherstellung.
Technologie für die Herstellung von Handschuhleder aus Schweinshautcroupons
LEntspecken
2. Spülen
3. Entfettung
4. Spülen
5. Sodabehandlung
6. Spülen
7. Faßäscher
8. Nachäscher
9. Spülen
10. Bestimmen der Blößenmasse n.Entkälkung
12.Spülen 13. Beize
Laufzeit in Minuten
30 bis 120 30 bis 60
4 Quartiere 25-4ö°C
30 % bis 80 % Wasser von 25 0C bis 40°C Zugabe von 0,3 % bis 1,0 % Entfettungsmittel aus nichtionogenen und anionischen Emulgatoren bestehend; anschließend Flotte abdrücken, dann nachspülen
mit 50% bis 150% Wasser 10 bis30
von 25 0C bis 40 0C Spülflotte abdrücken mitWasservon25°Cbis35°Cbisdie 40bis80
Flotte klar ist
60 % bis 100 % Wasser vorlegen + 1,62% Na2CO3 5 bis 20
+0,25% Na2Skonz. 90 bis 150
über Nacht im Faß stehen lassen mit Wasser von 250C bis 350C bis die Flotte klar ist
70 % bis 120 % Wasser von 25 °C bis 35 X vorlegen, Zugabe von 3% Na2S konz. 150 bis 240
anschließend die Flotte auf 150 % bis 200 % mit Wasser von 25°C bis 400C auffüllen und folgende Zusätze geben: 2,0% bis 2,5% Ca(OH)2 0,2% bis 1 % eines alkalibeständigen Fettalkoholsulfates Standzeit
Standzeit
schließlich über Nacht 4mal 5 min bewegen, am Morgen die Flotte restlos abdrücken
150% bis 200% Wasser von 25 0C bis 35 0C vorlegen
3% bis 5% Ca(OH)2 45 bis 90
0,5 bis 1 % vollverseifbares, aus
natürlichen und synthetischen Fettstoffen bestehendes säure- und
elektrolytbeständiges Fettungsmittel 60 bis 150
3Tage4maltäglich 5 min bewegen Flotte restlos abdrücken
Wasservon20°Cbis30°C 45 bis 150
ohne Flotte
4% (NH4I2SO4 60
Wasservon30°Cbis40°C 15 bis 45
100% Wasser 35 0C 30
3 % Beizpräparat mit einem Trypsin-Wert 700 bis 1500 150 bis 240
60 bis 90 15 bis 30 60 bis 90 15 bis 30 60 bis 90
14. Spülen
15. Entfettung
16. Spülen
17. Pickel
18. Fettung
19. Chromgerbung in der Pickelflotte
20. Abstumpfen
21.Spülen
22. Ablagern
23. Abwelken
24. Spalten
25. Falzen
26. Beschneiden
27. Bestimmung der Falzmasse
28. Fettung
29. Broschieren
30. Spülen
31. Fettung
32. Spülen
33. Neutralisation
34. Spülen
35. Fettung
Wasser von 35 0C . 15bis60
25 % bis 100 % Wasser von 35 0C zugeben 0,2 bis 2,0 % Entfettungsmittel aus nichtionogenen und anionischen
Emulgatoren bestehend, anschließend 15 bis
Flotteabdrücken
leichtabgekühlt 15 bis
90 % Wasser mit einer Temperatur wie beim vorausgehenden Spülen Zusätze von
12%NaCI . .
0,7% HCOOH (1:10) 1,0% H2SO4 (1:10)
anschließend Ruhe über Nacht, dabei 4mal 5 min bewegen
am Morgen 0,25 % bis 1,0 % mit einem vollverseifbaren Fettungsmittel auf Basis von natürlichen und synthetischen Fettstoffen, säure- und
elektrolytbeständig 15 bis
3 % Cr2O3 als Basochrom 33 Zugabe in zwei Raten im Abstand von 30 min 2,45% NaHCO3 (1:10)
Zugabe in drei Raten im Abstand von je 60 min
Gesamtlaufzeit 420"
Ruhe über Nacht, dabei 4mal je 5 min bewegen
mit Wasservon 35°C
15
48 bis
auf 1 mm
das Schild auf 0,5 bis 0,8 mm, nach ca. 20 bis 30 cm wird um 0,2 mm gelüftet
Nach Bestimmung der Falzmasse 720 bis 1
Standzeit
anschließend Schmierfettung ausschließlich des Schildes mit Bürste aaseitig mit oxidiertem und sulfitiertem Seetieröl, 2:1 bis 1:3 mit Wasser emulgiert, eingestrichen.
Dann werden dieChrouponsmitder Narbenseite nach außen gefaltet, damit sie nicht austrocknen. Zweckmäßig faltet man sie quer und längs zur Rückenlinie,
also zweifach. In dieser Form bleiben die Leder über Nacht liegen.
200% Wasser von 30 0C bis 45 0C 10 bis
50 0C bis 60 0C 150 bis 300 % Wasser von 50 0C bis 60 °C vorlegen, dazu geben 1 % bis 10 % von vollverseifbaren, aus natürlichen und synthetischen Fettstoffen bestehendes, säure- und elektrolytbeständiges Fettungsmittel sowie 1 % bis 8% oxidiertes
und sulfitiertes Seetieröl 20 bis 50
mit relativ kaltem Wasser 5 bis 20
200 % Wasser von 25 0C bis 35 0C
2% NH4HCO3 30 bis 60
heißspülen , 10
150% bis 300% Wasser von 500C bis 60 0C
vorlegen, dazu 0,5 % bis 1,2 %
vollverseifbares, aus natürlichen und
synthetischen Fettstoffen
bestehendes, säure- und
elektrolytbeständiges Fettungsmittel
sowie 0,5% bis 1,2% oxidiertes und
36. Spülen
37. Hängetrocknung
38. Borkelager
39. Beschneiden
40. Bestimmung derTrockenmasse
41. Broschieren
42. Spülen
43. Entfettung
44. Spülen
45. Färbung
46. Spülen
47. Fettung
48. Absäuern
49. Spülen
50. Trocknung
51. Borke
sulfitiertes Seetieröl geben
relativ kalt spülen wenige Minuten
ohne direkte Wärmezufuhr 12bis48Std.
bei 19 ± 1 0C und 65 ± 5 % relativer
Luftfeuchtigkeit 3 Tage
1 000% Wasser von 5O0C bis 60 °C 30 mit heißem Wasser 10 300 % bis 800 % Wasser, heiß 0,5 bis 8 % Entfettungsmittel aus nichtionogenen und anionischen Emulgatoren bestehend. Die Einsatzmenge 15 bis an Entfettungsmittel richtet sich nach dem zu erzielenden Farbton
mit heißem Wasser 10
je nach Farbton Kalt- oder Heißfärbung
mit Zwischenspülen 30 bis
mit heißem Wasser 10 bis
als Fettungsgemisch wird folgende Zusammensetzung verwendet:
2 % bis 6% voll verseif bares, aus natürlichen und synthetischen Fettstoffen bestehendes säure-und elektrolytbeständiges Fettungsmittel 0,5 bis 5,0 % Alkylsulfat mit Anteil synthetischer Fettstoffe
1,0 % bis 5,0 % Sulfatierungsgemisch
tierischer, synthetischer und 45 bis
mineralischer Fettstoffe
0,5% Ameisensäure 20
mit rel. kaltem Wasser, bis die Flotte klar ist
auf Stangen ohne direkte Wärmezufuhr bei 19 ±10C und 65% rel.
Luftfeuchte 6-8Tage
Diese Technologie, die einen Rahmen für die Erfindung darstellt, ist nicht einengend zu sehen, sondern steckt den Bereich ab, in welchem die Mehrfachfettung vorgenommen wird. Unabhängig von der vorgegebenen Reihenfolge der Mehrfachfettung wird auch die Zwischenschaltung von Fettungen bei der Lederherstellung an anderen Stellen als in der Technologieübersicht angegeben vorgenommen.
Obwohl das Handschuhleder aus Schweinshautcroupons die Mehrfachfettung erhalten hat, liegt der Fettgehalt im zulässigen Bereich des Standards. Nach TGL 9147 „Handschuhleder" darf das extrahierbare Fett als Dichlormethanextrakt bei chromgegerbten Ledern 18% nicht übersteigen. Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren gearbeiteten Leder zeigen einen Gehalt an extrahierbarem Fett zwischen 15% und 16%. Es erfolgt somit trotz der Mehrfachfettung keine Überfettung des Leders.
Beispiel
Im Beispiel wird nicht die ganze Technologie dargestellt, sondern nur die erfindungsgemäße Mehrfachfettung. ,Als Hautmaterial werden die Croupons von Schweinen mittlerer Gewichtsklasse (Hybride) eingearbeitet. 'Fettung im Nachäscher
1 % vollverseifbares Fettungsmittel aus natürlichen und synthetischen Fettstoffen, säure- und elektrolytbeständig Laufzeit 120 Minuten Fettung vor der Chromgerbung
0,5% vollverseifbares Fettungsmittel aus natürlichen und synthetischen Fettstoffen, säure- und elektrolytbeständig Laufzeit 30 Minuten Fettung nach dem Falzen ein Strich mit der Bürste
oxidiertes und sulfitiertes Seetieröl zugedeckt liegen lassen Fettung nach dem Broschieren mit Fettungsgemisch
7% vollverseifbares Fettungsmittel aus natürlichen und synthetischen Fettstoffen, säure- und elektrolytbeständig 5% oxidiertes und sulfitiertes Seetieröl Laufzeit 30 Minuten
Fettung vorder Färbung mit Fettungsgemisch
1 % vollverseifbares Fettungsmittel aus natürlichen und synthetischen Fettstoffen, säure- und elektrolytbeständig 1 % oxidiertes und sulfitiertes Seetieröl Laufzeit 30 Minuten
Fettung nach der Färbung mit Fettungsgemisch 4% oxidiertes und sulfitiertes Seetieröl 2% Aklylsulfat mit Anteilen synthetischer Fettstoffe
3% Sulfatierungsgemisch tierischer, synthetischer und mineralischer Fettstoffe Laufzeit 60 Minuten
Die Fettmenge für die Fettung im Nachäscher wird berechnet auf die Entspeckmasse.
Die Fettmenge für die Fettung vor der Chromgerbung wird berechnet auf die Blößenmasse.
Die Fettmenge für die Fettung nach dem Falzen wird berechnet auf die Falzmasse.
Die Fettmenge für die Fettung nach dem Broschieren wird berechnet auf die Falzmasse.
Die Fettmenge für die Fettung vor der färbung wird berechnet auf die Falzmasse.
Die Fettmenge für die Fettung nach der Färbung wird berechnet auf die Trockenmasse.

Claims (1)

  1. Verfahren zur Herstellung von Handschuhleder aus Schweinshautcroupons im Rahmen der bekannten Handschuhledertechnologie unter Einbeziehung der bekannten Fettungen nach dem Nachäscher und nach der Färbung, gekennzeichnet dadurch, daß innerhalb derTechnologie mindestens fünf Fettungen vorgenommen werden, davon eine vor der Chromgerbung, eine nach dem Falzen und eine nach dem Broschieren, wobei die Fettungen mit geringem Fettungsmittelangebot ausschließlich der
    Faserisolierung, die mit hohem Fettungsmittelangebot der eigentlichen Fettung dienen und wobei kurz vor der letzten Fettung eine kräftige Entfettung vorgenommen wird.
    Verfahren zur Herstellung von Schweinshandschuhleder
    Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Schweinshandschuhleder aus den in Mitteleuropa z.Z. zuchtüblichen
    Schweinsrassen. Die Herstellung von Schweinshandschuhleder ist an und für sich bekannt. Einmal wurde — vor allem in
    Amerika — Schweinshandschuhleder aus der Haut von Nabelschweinen, sog. Peccaries, erzeugt, welches besonders haltbar, weich und waschbar ist und sich deshalb für sportliche Handschuhe besonders eignet. Dabei handelt es sich aber um die
    Verarbeitung einer Hautart, die in nur geringem Maße zur Verfugung steht. In Europa sind auch die Häute anderer
    Schweinsrassen zu Handschuhleder verarbeitet worden. Meist wurden dazu aber nur die abfälligeren Hälse benutzt, während das Schild anderen Zwecken zugeführt wurde. Es ist aber auch die Einarbeitung ganzer Häute nach der
    Handschuhledertechnologie bekannt. In diesem Falle reguliert der Verarbeiter der fertigen. Leder die Behebung der bestehenden Mangel. Vom Verarbeiterwerden alle Teile der Haut, die für die Herstellung von Handschuhen nicht geeignet sind, für andere
    Artikel eingesetzt, z. B. für Arbeitsschutzartikel oder für Stulpen.
    Weltweit wird in der Fachpresse der Begriff „Schweinshaut" als Gattungsbegriff für das allbekannte Narbenbild verwendet und nicht für die Stellung der Haut. Diese bleibt bei der Herstellungsbeschreibung unberücksichtigt. Wenn also nur Hälse
    eingearbeitet werden, wird nicht von Schweinshälsen gesprochen, sondern von Schweinsledern. Gemeint aber sind dabei
    keineswegs ganze Schweinshäute, sondern eben nur Hälse. Das aber wird nicht besonders herausgestellt. Dieser Umstand
    macht die Darstellung des bekannten Standes der Technik problematisch und undurchsichtig.
    In den bestehenden Veröffentlichungen, auch wenn sie von Schweinsledern sprechen, ist das Problem der Herstellung von
    Handschuhleder aus Schweinshautcroupons nicht gelöst. Gegenstand dieser Erfindung ist die Herstellung von Handschuhleder aus Schweinshautcroupons. Ein entsprechendes Material konnte bisher nicht hergestellt werden.
DD23393881A 1981-10-08 1981-10-08 Verfahren zur herstellung von schweinshandschuhleder DD251893A3 (de)

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