DD254587A3 - Korrekturmittel - Google Patents

Korrekturmittel

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DD254587A3
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Abstract

Ziel der Erfindung ist die Entwicklung eines Korrekturmittels zum Abdecken falsch gesetzter Zeichen, bei dessen Anwendung die Korrekturstelle keinen Glanzeffekt aufweisen soll. Die Aufgabe wurde geloest durch ein Korrekturmittel aus einem Abdeckmittel oder einem Abdeckmittelgemisch, einem Loesungsmittel oder einem Loesungsmittelgemisch, einem Bindemittelgemisch und ggf. weiteren Zusatzmitteln, in dem erfindungsgemaess als Bindemittel eine Kombination aus a) einem Ethylen-Vinylacetat-Copolymeren mit einem Vinylacetatgehalt von 20 bis 35 Ma.-% und einer Viskositaet von 200 bis 1 000 mm2/s bei 413 K und b) einem nach dem Hochdruckverfahren hergestellten, niedermolekularen Polyethylen mit einer Viskositaet von 300 bis 700 mm2/s bei 413 K enthalten ist bei einem Verhaeltnis von a:b von 5:1 bis 20:1, wobei der Gesamtanteil des Bindemittels in dem Korrekturmittel 10 bis 30 Ma.-% betraegt.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Das erfindungsgemäße Korrekturmittel eignet sich zum Abdecken falsch gesetzter Zeichen. Unter Zeichen werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung ganz allgemein falsch getippte Buchstaben, Wörter oder ganze Sätze verstanden.
Auch für handschriftliche Markierungen und dergleichen sowie gedruckte Zeichen eignet sich die vorliegende Erfindung.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik
Falsch angebrachte Zeichen lassen sich durch Abkratzen oder Radieren entfernen.
Diese Methode erfordert relativ viel Zeit und führt zumeist dazu, daß die Papierunterlage oberflächlich zerstört oder zerrissen
Aufs diesem Grund ist man dazu übergegangen, falsch angebrachte Zeichen abzudecken und diese Stelle erneut zu beschriften.
Es ist eine Reihe von Verfahren entwickelt worden, die entweder darauf beruhen, daß eine Masse auf fester Basis oder eine Abdeckflüssigkeit an der Stelle aufgebracht wird.
Die sogenannten Korrekturblättchen bestehen aus einer Trägerfolie, auf die eine Abdeckmasse aufgebracht wurde. Die Abdeckmasse enthält zu ca. 90 bis 95% Abdeckpigment und der Rest sind Bindemittel. Als Pigment eignen sich Titandioxid, Magnesiumsilikate oder andere anorganische Weißpigmente.
Heute finden als Korrekturmittel vielfach Abdeckflüssigkeiten Verwendung.
Bei den Abdeckflüssigkeiten sind zwei Richtungen beschritten worden. Zum einen bestehen sie aus einer Lösung von Polymeren in organischen Lösungsmitteln und zum anderen aus wäßrigen Dispersionen.
So sind aus den Patentschriften SU-PS 540897, SU-PS 552346 und DE-PS 2745735 Korrekturmittel auf Basis wäßriger Dispersionen bekannt, die im wesentlichen
— polymere Bindemittel (z. B. Polymethacrylatemulsionen, Polyvinylacetatemulsionen oder Polyvinylacetat-Maleinsäure-di-nbutylester-Copolymere),
— Netzmittel auf Basis von Polyphosphaten oder polymeren Acrylaten,
— Stabilisatoren und/oder Schönungsfarbstoffe,
— Schutzkolloide, z. B. Cellulosederivate und
— Abdeckmittel, ζ. Β. Titandioxid, Talkum usw
enthalten.
Die Korrekturmittel auf wäßriger Basis haben aber den Nachteil, daß sich wegen der Löslichkeitseigenschaften keine ausreichende Konzentration des Abdeckpigmentes und des Bindemittels erzielen läßt. Dadurch haben Korrekturflüssigkeiten dieser Art nicht die ausreichende Deckkraft. Ein weiterer Nachteil liegt darin, daß die Trocknungszeiten zu hoch sind. Die DE-OS 2823381beschreibt eine Korrekturzusammensetzung, die ein filmbildendes Bindemittelmaterial, ein opakes Pigment und 1 ein flüchtiges, organisches Lösungsmittel für das Bindemittel enthält. Als Bindemittel wird Celluloseether eingesetzt und als flüchtiges, organisches Lösungsmittel ein Gemisch von Methylchloroform und Perchlorethylen. Daneben können Weichmacher und Netzmittel für das Pigment eingesetzt werden.
Bei den vorgeschlagenen Lösungen kommt es aber zu einer zu geringen Filmbildung durch das Bindemittel. Nachteilig ist weiterhin, daß es oft zum Ausbluten der zu korrigierenden Farbe kommt.
Ein weiterer Nachteil ist, daß die Lösungen nicht stabil genug sind, so daß das Bindemittel zum Koagulieren neigt, und sich am Boden des Gefäßes absetzt und dann nicht mehr aufrührbar ist. Dadurch werden die Korrekturflüssigkeiten nach kurzer Zeit unbrauchbar. Nachteilig ist auch, daß derartige Dispersionen während der Lagerung in Fläschchen, bei denen im Verschluß ein Pinsel angebracht ist, um den Pinsel einen abgesetzten „Kuchen" (gelartiges Filtrat) bilden und dadurch die Pinselhaare unbrauchbar machen.
Die bekannten Korrekturmittel haben außerdem den Nachteil, daß sie zu stark glänzen, wodurch die korrigierte Stelle besonders auffällig erscheint.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist die Entwicklung eines Korrekturmittels zum Abdecken falsch gesetzter Zeichen, bei dessen Anwendung die Korrekturstelle keinen Glanzeffekt aufweisen soll.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Es bestand somit die Aufgabe,,ein Korrekturmittel zum Abdecken falsch gesetzter Zeichen zu entwickeln, das keinen Glanzeffekt aufweist, so daß die korrigierte Stelle nicht erkennbar ist, eine ausreichende Deckkraft besitzt, damit das korrigierte Zeichen nicht wieder durchscheint, die Übertippbarkeit mit dem neuen Zeichen gut ist und die Korrekturschicht nicht von der Korrekturstelle abblättert.
Die Aufgabe wurde gelöst durch ein Korrekturmittel, bestehend aus einem Abdeckmittel oder einem Abdeckmittelgemisch, einem Lösungsmittel bzw. Lösungsmittelgemisch, einem Bindemittelgemisch und ggf. weiteren Zusatzmitteln, wie z.B.
Schutzkolloiden, Netzmitteln, Stabilisatoren usw. in dem erfindungsgemäß als Bindemittel eine Kombination aus
a) einem Ethylen-Vinylacetat-Copolymeren mit einem Vinylacetatgehalt von 20 bis 35 Ma.-% und einer Viskosität von 200 bis 1000 mm2/s bei 413 K u nd
b) einem nach dem Hochdruckverfahren hergestellten, niedermolekularen Polyethylen mit einer Viskosität von 300 bis 700 mm2/ s bei 413 K enthalten ist
bei einem Verhältnis von a:bvon 5:1 bis 20:1, wobei der Gesamtanteil des Bindemittels in dem Korrekturmittel 10bis30Ma.-% beträgt.
Vorteilhafterweise enthält das erfindungsgemäße Korrekturmittel als Zusatzmittel 0,01 bis 0,1 Ma.-% Alkansulfonate der allgemeinen Formel R-SO3-Na, wobei R einen Kohlenwasserstoffrest der mittleren Kettenlänge Ci5 darstellt.
Überraschenderweise zeigte die erfindungsgemäße Kombination gegenüber bekannten Korrekturmitteln den Vorteil, daß die korrigierte Stelle kaum sichtbar war.
Ausführungsbeispiele Beispiel 1
In einem temperierbaren Behälter wurde unter Rühren eine Korrekturmittelzusammensetzung hergestellt aus: 34,99 Ma.-% Trichlorethylen, 0,01 Ma.-% Alkansulfonat der allgemeinen Formel R-SO3-Na, wobei R einen Kohlenwasserstoffrest der mittleren Kettenlänge
von C15 darstellt,, 30,00 Ma.-% Bindemittel, bestehend aus einem Ethylen-Vinylacetat-Copolymeren mit 35 Ma.-% Vinylacetat und einer Viskosität von 210 mm2/s bei 413 K und einem nach dem Hochdruckverfahren hergestellten, niedermolekularen
Polyethylen mit einer Viskosität von 698 mm2/s bei 413 K, im Verhältnis 5:1, und 35,00 Ma.-% Abdeckmittelgemisch, bestehend aus Titandioxid und Kaolin, im Verhältnis 70:30. Die Korrekturflüssigkeit wurde in Fläschchen abgefüllt, in deren Verschluß ein Pinsel angebracht war.
Das Korrekturmittel wurde zur Korrekturfalsch gesetzter Zeichen mit und ohne nachträglichen Überschreiben mit neuen Zeichen verwendet.
Die Abdeckkraft war gut und das nachträgliche Überschreiben brachte gute, exakte Konturen. Die Klebrigkeit der Abdeckung wurde in Abwandlung des Wattebauschtestes zur Bestimmung der Klebrigkeit von Fußbodenpflegemitteln nach Chem. Industrie, Augsburg, Jrg. 68 v.17.8.72, mit dem modifizierten Gerät nach Dr. von Rosenberg ermittelt. Zur Messung wurde ein gleichmäßig verteilter kleiner Wattebausch (ca. 0,05 g Polierwatte), die vorher mindestens 24 h bei Normalklima lagerte, mit dem 0,5kg schweren Stempel von 1,0cm2 Auflagefläche unter 5kg zusätzlicher Belastung 15Min. auf die zu prüfende Korrekturstelle gedruckt. Das Aufsetzen des 5 kg Gewichts erfolgte langsam, ohne zusätzliche Belastung. Nach 15 Min. wurde entlastet und die Entfembarkeit des Wattebausches beurteilt. Der Wattebausch fällt beim Kippen des Bogens um 90° und leichtem Anstoßen ab, was der Einstufung „sehr gut" entspricht. Die Elastizitätsprüfung erfolgte in Abwandlung der von Fußbodenpflegemitteln nach Chem. Industrie, Augsburg, Jrg.68, vom 17.8.72. Dazu wurde das korrigierte Papier 48h bei Normalklima gelagert. Darauf wurde der A4-Bogen zweimal in Querrichtung über ein 2"-Rohr gebogen, so daß die beiden Papierenden parallel zueinander standen, wobei die korrigierte Fläche nach außen weisen muß. Die Einschätzung erfolgte gemäß der vorgeschlagenen Bewertung (sehr gut: keine Einwirkung; gut:'Trübung, Haarrisse; schlecht: starke Risse, oder Abplatzen)
Es zeigten sich an den korrigierten Stellen keine Einwirkungen, das heißt, sie war sehr gut.
Beispiel 2
In einem temperierbaren Behälter wurde unter Rühren eine Korrekturmittelzusammensetzung hergestellt aus:
29,95 Ma.-% Trichlorethylen, 0,05 Ma.-% Alkansulfonat der allgemeinen Formel R-SO3-Na, wobei Reinen Kohlenwasserstoffrest der mittleren Ketten länge
von C15 darstellt, 20,00 Ma.-% Bindemittel, bestehend aus einem Ethylen-Vinylacetat-Copolymeren mit 28,6 Ma.-% Vinylacetat und einer Viskosität von 352 mm2/s bei 413 K und einem nach dem Hochdruckverfahren hergestellten, niedermolekularen
Polyethylen mit einer Viskosität von 462 mm2/s bei 413 K, im Verhältnis 5:1, und 50,00 Ma.-% Abdeckmittel, bestehend aus Titandioxid und Kaolin, im Verhältnis 60:40. Die Korrekturflüssigkeit wurde in Fläschchen abgefüllt, in deren Verschluß ein Pinsel angebracht war. Das Korrekturmittel wurde zur Korrektur falsch gesetzter Zeichen mit und ohne nachträglichem Überschreiben mit neuen Zeichen verwendet.
Die Abdeckkraft war sehr gut und das nachträgliche Überschreiben brachte gute, exakte Konturen. Die Klebrigkeit wurde analog Beispiel 1 geprüft und mit sehr gut eingeschätzt. Die Elastizitätsprüfung erfolgt analog Beispiel 1 und wurde mit sehr gut eingeschätzt.
Beispiel 3
In einem temperierbaren Behälter wurde unter Rühren eine Korrekturmittelzusammensetzung hergestellt aus: 24,9Ma.-% Trichlorethylen, 0,1 Ma.-% Alkansulfonat der allgemeinen Formel R-SO3-Na, wobei R einen Kohlenwasserstoff rest der mittleren Kettenlänge
von C|5 darstellt, 10,0 Ma.-% Bindemittel, bestehend aus einem Ethylen-Vinylacetat-Copolymeren mit 20,1 Ma.-% Vinylacetat und einer Viskosität von 990mm2/s bei 413 K und einem nach dem Hochdruckverfahren hergestellten, niedermolekularen
Polyethylen mit einer Viskosität von 305 mm2/s bei 413 K, im Verhältnis 20:1, 65,0 Ma.-% Abdeckmittelgemisch, bestehend aus Titandioxid und Kaolin, im Verhältnis 50:50.
Das Abdeckmittelgemisch und das Bindemittel wurden vorher zu einem Konzentrat vereinigt und als solches eingesetzt. Die Korrekturflüssigkeit wurde in Fläschchen abgefüllt und analog Beispiel 1 geprüft. Die Abdeckkraft war gut. Die Übertippbarkeit war gut. Die Klebrigkeit und die Elastizitätsprüfung erbrachten sehr gute Ergebnisse.
Vergleichsbeispiel
Die Korrekturmittel der Beispiele 1 bis 3 wurden mit Korrekturmittel nach DE-OS 2823381 verglichen. Dazu wurden auf dergleichen Papierunterlage falsch gesetzte Zeichen überstrichen und verglichen.
Kennwert Beispiel 1 Beispiel 2 Beispiel 3 Vergleichs
beispiel
Abdeckkraft gut sehr gut sehrgut gut
Übertippbarkeit gut gut gut ausreichend
Einstufung nach
Klebrigkeitstest sehrgut sehrgut sehrgut gut
Elastizität sehrgut sehr gut sehrgut gut
Glanzeffekt nein nein nein ja

Claims (2)

1. Korrekturmittel, bestehend aus einem Abdeckmittel oder einem Abdeckmittelgemisch, einem Lösungsmittel oder einem Lösungsmittelgemisch, einem Bindemittelgemisch und ggf. weiteren Zusatzmitteln, wie z. B. Schutzkolloiden, Netzmitteln, Stabilisatoren usw., zum Abdecken falsch gesetzter Zeichen, dadurch gekennzeichnet, daß als Bindemittel eine Kombination aus
a) einem Ethylen-Vinylacetat-Copolymeren mit einem Vinylacetatgehalt von 20 bis 35 Ma.-% und einer Viskosität von 200 bis 1OOOmnrVs bei 413 K und
b) einem nach dem Hochdruckverfahren hergestellten, niedermolekularen Polyethylen mit einer Viskosität von 300 bis700mm2/s bei 413 K enthalten ist
bei einem Verhältnis von a:b von 5:1 bis 20:1, wobei der Gesamtanteil des Bindemittels in dem Korrekturmittel 10 bis 30Ma.-% beträgt.
2. Korrekturmittel gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Zusatzmittel 0,01 bis 0,1 Ma.-%Alkansulfonate der allgemeinen Formel R-SO3-Na enthalten sind, wobei R einen Kohlenwasserstoff rest der mittleren Kettenlänge von C15 darstellt.

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