DD256605A3 - Verfahren zur herstellung von peptidpraeparaten mit verlaengerter wirkung - Google Patents

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DD256605A3 DD24646982A DD24646982A DD256605A3 DD 256605 A3 DD256605 A3 DD 256605A3 DD 24646982 A DD24646982 A DD 24646982A DD 24646982 A DD24646982 A DD 24646982A DD 256605 A3 DD256605 A3 DD 256605A3
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polystyrene sulfonic
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DD24646982A
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Klaus Fechner
Michael Bienert
Erhard Klauschenz
Ingrid Wolf
Burkhard Mehlis
Fritz Loth
Horst Dautzenberg
Jost Bergfeld
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Adw Ddr
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Peptidderivaten mit verlaengerter Wirkung. Die Aufgabe der Erfindung, mit Hilfe eines neuen Traegerstoffes fuer Peptidwirkstoffe, Praeparate mit einer verlaengerten Wirksamkeit zu erhalten, wurde dadurch geloest, dass Polystyrensulfonsaeure bzw. deren Salze mit den Peptidwirkstoffen zu pharmazeutigen Praeparationen umgesetzt werden. Anwendungsgebiete der Erfindung sind die Human- bzw. Veterinaermedizin sowie die Landwirtschaft (Tierzucht).

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Peptidpräperaten mit verlängerter Wirkung. Anwendungsgebiete sind die Human- oder die Veterinärmedizin sowie die Landwirtschaft (Tierzucht) entsprechend dem Wirkungsspektrum der biologisch aktiven Peptide, Polypeptide oder deren Derivate.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Es ist bekannt, daß Peptide, die zu therapeutischen oder biologischen Zwecken exogen verabreicht werden, im Körper sehr schnell inaktiviert werden (Bennet, H. P. J. und C. McMartin, Pharmacological Reviews 30 [1979]; 247-292). Deshalb müssen Peptide oft oder ständig dem Organismus zugeführt werden, um eine langanhaltende Wirkung zu erzielen (lrsigler, K.; H.Kritz; G. Hagmüller; M.Franetzki; K.Prestele; H.Thurow und K. Geisen, Diabetes 30 [1981] 1072-1075. Klindt, J.; S. L. Davis und D. LOhlson, Endocrinol. 104 [1979] 45).
Bei den Anwendern physiologisch wirksamer Peptide besteht deshalb die Forderung nach Peptidpräperaten mit verlängerter Wirksamkeit. So ist z. B. vorgeschlagen worden, die Wirksamkeit der Peptide zu verlängern, indem die Peptide mit anorganischen Stoffen, wie schwerlöslichen Zinkverbindungen, beispielsweise Zinkhydroxid oder Zinkphosphat, oder mit Silikaten, beispielsweise Kalium/Aluminiumsilikaten, zu Komplexen umgesetzt werden (DD-AP 104430, DD-AP 48786, DD-AP 98915). Ein anderer Lösungsansatz besteht darin. Peptide mit organischen Stoffen, wie Gelatine und deren Derivate, Polyvinylpyrrolidon, Carboxymethylcellulose, Polyphloretinphosphat, Phenolen oder alkalischen oder sauren Polyaminosäuren, beispielsweise Protamin oder Polyglutaminsäure, zu vermischen bzw. umzusetzen (DD-AP 109305, DD-WP 98610, DE-OS 21 07282, DE-OS 2422310).
Weiterhin wurden pharmazeutische Peptidpräparate beschrieben, die die wirksame Dosis des Peptids in Form öliger Suspensionen oder öliger Gele enthalten, wobei der Präparation als Adsorptionsmittel bzw. als Gelbildner ein Fettsäure-Aluminiumsalz zugesetzt wird (US-PS 4256737).
Das Prinzip der vorgestellten Verfahren beruht auf einer verlangsamten Diffusion des Peptidwirkstoffs aus der beigegebenen Vehikelsubstanz (Wirkprinzip: Viskosität) bzw. auf einer verzögerten Abgabe des Peptides aus einem Komplex/Adsorbent zwischen Peptidwirkstoff und zugegebener Trägersubstanz (Wirkungsprinzip: Bindung/Adsorption).
In bezug auf die durch Komplexbildung/Adsorption des Peptids an einen Trägerstoff bewirkte verlängerte Abgabe des Peptids aus diesem System besteht ein nicht befriedigend gelöstes Problem darin, daß die den Retardeffekt verursachende Komplexbildung/Adsorption zwischen Peptid und Trägersubstanz im allgemeinen nur bei geringen lonenstärken sehr groß ist. Bei einer lonenstärke, die den physiologischen Bedingungen entspricht, ist die Bindung/Adsorption des Peptids an die Trägersubstanz dagegen meistens sehr gering und damit auch die Retardwirkung.
Die Versuche der Anmelder richteten sich daher auf die Bereitstellung von biologisch aktive Peptide, Polypeptide und deren Derivate bzw. Salze enthaltenden Präperaten, die auf Grund einer Komplexbildung auch bei einer „physiologischen lonenstärke" und damit auch unter physiologischen Bedingungen zwischen den Peptiden und einem geeigneten Trägerstoff eine verlängerte Peptidabgabe (Retardwirkung) zeigen und die der inaktivierenden Wirkung im Organismus längere Zeit widerstehen als das frei applizierte Peptid.
Ziel der Erfindung
Das Ziel der Erfinung besteht darin, der pharmazeutischen Industrie zu human- und veterinärmedizinischen Zwecken Peptidpräparate zugänglich zu machen, die sich durch eine verlängerte Wirksamkeit und eine gute physiologische Verträglichkeit auszeichnen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu entwickeln, das mit Hilfe eines neuen Trägerstoffes für Peptidwirkstoffe zu Präperaten mit einer verlängerten Wirksamkeit führt. Die Aufgabe wurde dadurch gelöst, daß biologisch aktive Peptide, Polypeptide oder deren Derivate bzw. Salze, beispielsweise GnRH, GnRH-Analoga, Substanz P, Substanz P-Sequenzen, Angiotensin oder Insulin, mit Polystyrensulfonsäure bzw. deren Salze behandelt werden. Unter den Polystyrensulfonsäuresalzen eignen sich die mit Alkali- oder Erdalkalimetallionen besonders gut. Das Natriumsalz der Polystyrensulfonsäure z. B. ist wasserlöslich und kann dadurch leicht in pharmazeutische Präparationen eingearbeitet werden. Polystyrensulfonsäure läßt sich leicht aus Polystyren durch Sulfonierung nach bekannten Verfahren herstellen, wobei das Molekulargewicht der Polystyrensulfonsäure durch den Einsatz von Polystyren mit dem entsprechenden Molekulargewicht variiert werden kann.
Die erfindungsgemäß hergestellten Komplexe sind neu. Sie zeichnen sich invallgemeinen dadurch aus, daß sie neben ionischen Wechselwirkungen noch andere zur Bindung beitragende Wechselwirkungen besitzen und auch bei „physiologischen lonenstärken" eine für eine Retardwirkung notwendige ausreichende Bindung des Peptids an das Polymer aufweisen. Die neuen Präperate können nicht nur parenteral appliziert werden, sondern sie können auch für orale, nasale, vaginale oder rectale Verabreichungen angewendet werden.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß bei Kenntnis des Bindungsgrades des Peptides (% Bindung) in Abhängigkeit von der Konzentration des Salzes der Polystyrensulfonsäure die Menge an freiem, nicht gebundenem Peptid durch Variation der Konzentration des Polymers in der Applikationsform verändert werden kann. Die Initialdosis des Peptids (% freies, nicht gebundenes Peptid) und die Menge des retardiert abzugebenen Peptids (% gebundendes Peptid) sind also in den neuen Präperaten varialbel gestaltbar.
Die erfindungsgemäßen Komplexe werden hergestellt, indem Peptide und/oder Polypeptide und/oder deren Derivate bzw. Salze in der entsprechenden Menge der wäßrigen Lösung der Polystyrensulfonsäure oder ihrer Salze der entsprechenden Konzentration aufgelöst werden. Auch kann man die entsprechenden Mengen der wäßrigen Lösungen der Polystyrensulfonsäure bzw. ihrer Salze vereinen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, die Polystyrensulfonsäure bzw. ihre Salze in fester Form zu der wäßrigen Lösung des Peptids zu geben und darin aufzulösen. Die Komponenten lassen sich auch im festen Zustand vermischen. Die erfindungsgemäßen Komplexe gelangen in den üblichen Applikationsformen zur Anwendung, wobei diese die erfindungsgemäßen Komplexe zusammen mit bekannten Hilfsmitteln enthalten können.
Die Präparate können beispielsweise als Injektionslösungen, Lyophilisate, Zäpfchen, Suppositorien und Kapseln zur Anwendung gelangen.
Die verlängerte Wirksamkeit der erfindungsgemäß hergestellten Peptidpräparate ist im Tierversuch erwiesen. GnRH-, GnRH-Analoga und GnRH-Sequenzen/Polystyrensulfonat-Präparate eignen sich zur Ovulationsinduktion an landwirtschaftlichen Nutztieren und damit zur Erzeugung der Brunstsynchronisation in der Tierzucht.
Substanz P-, Substanz P-Analoga und Substanz P-Sequenzen lassen sich in Nasentropfen bzw. Nasensprays zur Behandlung streßbedingter Schaden anwenden
Die Erfindung soll anhand von Beispielen näher erläutert werden.
Beispiel 1
Man stellt eine steril filtrierte Lösung von GnRH her und vermischt diese unter keimfreien Bedingungen mit einer wäßrigen Lösung von Polystyrensulfonat-Natrium und Mannitol. Diese Lösung wird in Ampullen gefüllt und lyophilisiert. Die erhaltenen Trockenampullen enthalten:
GnRH: 1 mg
Polystyrensulfonat-Natrium: 11,25 mg
Mannitol: 20 mg
Vor Gebrauch wird der Inhalt der TrockenampuJle mit 5 ml einer in einer Ampulle befindlichen isotonischen Natriumchloridlösung versetzt und durch intensives Schütteln der Inhalt gelöst.
Das verwendete Polystyrensulfonat-Natrium wurde durch Sulfonierung von Polystyren mit einer mittleren relativen Molekülmasse von 200000 und anschließende Neutralisation mit Natronlauge hergestellt und besitzt einen Substitutionsgrad von etwa 1.
Beispiel 2
Entsprechend DD-WP 141996 werden Ampullen mit Lyophilisaten von GnRH hergestellt, die pro Ampulle enthalten:
GnRH: 4,5 mg
Citronensäure: 2,0 mg
Mannitol: 20,0 mg
Vor Gebrauch werden die Ampullen mit 5 ml einer in einer Lösungsmittelampulle befindlichen wäßrigen 0,125%igen Lösung von Polystyrensulfonat-Natrium versetzt und der Inhalt durch Schütteln gelöst. Die gewünschte Injektionskonzentration an GnRH kann durch weiteres Verdünnen obiger Lösung mit einer wäßrigen 0,125%igen Lösung von Polystyrensulfonat-Natrium hergestellt werden.
Beispiel 3
Man stellt eine steril filtrierte wäßrige Lösung von Angiotensin und Sorbitol her, arnpulliert und lyophilisiert. Die erhaltene Trockenampullen enthalten:
Angiotensin: 2,5 mg
Sorbitol: 25 mg
Vor Gebrauch werden die Ampullen mit 5ml einer in einer Lösungsmittelampulle befindlichen 0,125%igen Lösung von Polystyrensulfonat-Natrium in isotonischer Natriumchloridlösung versetzt und der Inhalt durch Schütteln gelöst. Die gewünschte Injektionskonzentration an Angiotensin kann durch weiteres Verdünnen obiger Lösung mit einer 0,125%igen Lösung von Polystyrensulfonat-Natrium in isotonischer Natriumchloridlösung hergestellt werden.
Beispiel 4
Man stellt eine steril filtrierte wäßrige Lösung von D-Phe6, DeS-GIy-NH2 10, Pro-ethylamid9-GnRH und Mannitol her, ampulliert und lyophilisiert.
Die erhaltenen Trockenampullen enthalten:
D-Phe6, DeS-GIy-NH2 10, Pro-ethylamid9-GnRH: 10(^g.
Mannitol: 10mg
Vor Gebrauch werden die Ampullen mit 5ml einer in einer Lösungsmittelampulle befindlichen 0,125%igen Lösung von Polystyrensulfonat-Kalium in isotonischer Natriumchloridlösung versetzt und der Inhalt durch Schütteln gelöst.
Beispiel 5
Mann stellt eine steril filtrierte wäßrige Lösung von D-Ser(Bu'), DeS-GIy-NH2 10, Pro-ethylamid9-GnRH und Sorbitol her, ampulliert und lyophilisiert.
Die erhaltenen Trockenampullen enthalten:
D-Ser(Bu'), DeS-GIy-NH2 10, Pro-ethylamid9-GnRH: lOOjLtg; Sorbitol: 10mg.
Vor Gebrauch werden die Ampullen mit 5ml einer in einer Lösungsmittelampulle befindlichen 0,125%igen Lösung von Polystyrensulfonat-Natrium in isotonischer Natriumchloridlösung versetzt und der Inhalt durch Schütteln gelöst.
Beispiele
Man stellt ein flüssige Applikationsform von Substanz P her, wobei 100ml enthalten:
Substanz P 80 mg
Phosphorsäure, 0,02 M 8,6 ml
Natronlauge, 0,01 M 26 ml
Hydroxylethylcellülose 2 g
Benzalkoniumchlorid . 10 mg
Polystyrensulfonat-Natrium 125 mg Wasser zu 100 ml
Dabei wird die Peptidlösung ohne Polymerzusatz steril filtriert und die sterilisierten Zusatzstoffe anschließend zugegeben.

Claims (5)

1. Verfahren zur Herstellung von Peptid-Präperaten, die unter physiologischen Bedingungen das Peptid verzögert abgeben, dadurch gekennzeichnet, daß biologisch aktive Peptide, Polypeptide oder deren Derivate oder deren Salze mit Polystyrensulfonsäuren oder deren Salzen umgesetzt werden.
2. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Salz der Polystyrensulfonsäuren das Natriumsalz eingesetzt wird.
3. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß als biologisch aktives Peptid GnRH, GnRH-Analoge und GnRH-Sequenzen eingesetzt werden.
4. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß als biologisch aktives Peptid Substanz P, Substanz P-Analoge und Substanz P-Sequenzen eingesetzt werden.
5. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß in von dem gewünschten Anteil nicht gebundenen Peptides abhängigen Konzentrationen
a) feste Peptidwirkstoffe mit wäßrigen Lösungen der Polystyrensulfonsäuren oder deren Salze,
b) wäßrige Peptidlösung mit wäßrigen Lösungen der Polystyrensulfonsäuren oder deren Salzen,
c) Polystyrensulfonsäuren oder deren Salze in fester Form mit festen Peptidwirkstoffen oder
d) Polystyrensulfonsäuren oder deren Salze in fester Form mit wäßrigen Peptidlösungen umgesetzt werden.
DD24646982A 1982-12-23 1982-12-23 Verfahren zur herstellung von peptidpraeparaten mit verlaengerter wirkung DD256605A3 (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US9956164B2 (en) 2014-04-16 2018-05-01 Veyx-Pharma Gmbh Veterinary pharmaceutical composition and use thereof

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