DD260096A1 - Verfahren zur herstellung eines einseitigen textilen polstoffes - Google Patents

Verfahren zur herstellung eines einseitigen textilen polstoffes Download PDF

Info

Publication number
DD260096A1
DD260096A1 DD30203087A DD30203087A DD260096A1 DD 260096 A1 DD260096 A1 DD 260096A1 DD 30203087 A DD30203087 A DD 30203087A DD 30203087 A DD30203087 A DD 30203087A DD 260096 A1 DD260096 A1 DD 260096A1
Authority
DD
German Democratic Republic
Prior art keywords
base layer
layer
pile
piercing
fabric
Prior art date
Application number
DD30203087A
Other languages
English (en)
Inventor
Peter Boettcher
Beate Frenzel
Ludwig Wittmann
Johannes Zeil
Siegfried Noetzold
Original Assignee
Textiltech Forsch
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Textiltech Forsch filed Critical Textiltech Forsch
Priority to DD30203087A priority Critical patent/DD260096A1/de
Publication of DD260096A1 publication Critical patent/DD260096A1/de

Links

Landscapes

  • Nonwoven Fabrics (AREA)

Abstract

Verfahren zur Herstellung eines einseitigen textilen Polstoffes. Mit dem Verfahren wird aus einem textilen Flaechengebilde ein Polstoff hergestellt, dessen Polmaterial vorwiegend aus der der Polschicht zugewandten Grundschicht entnommen ist. Erreicht wird dies dadurch, dass das textile Flaechengebilde in zwei aufeinanderfolgenden Arbeitsgaengen mit wechselnder Wirkungsrichtung und unterschiedlicher Durchstichtiefe von Widerhakennadeln durchstochen wird. Das Polmaterial weist dadurch eine fuer die Oberflaeche ausreichende Einbindung und keinen zu hohen Dichtegradient im Querschnitt der Grundschicht auf.

Description

Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, aus einem textlien Flächengebilde einen einseitigen Polstoff herzustellen, dessen Polmaterial vorwiegend aus der der Polschicht zugewandten Seite der Grundschicht entnommen und möglichst fest im gesamten Querschnitt der Grundschicht eingebunden ist.
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß das textile Flächengebilde in zwei Arbeitsgängen mit wechselnder Wirkungsrichtung und mit unterschiedlicher Durchstichtiefe von Widerhakennadeln durchstochen wird.
Dabei erfolgt erfindungsgemäß der erste Nadelprozeß als Erfassen des späteren FOImaterials aus der der späteren Polschicht zugewandten Seite der Grundschicht und als zeitweises Anordnen auf die der späteren Polschicht abgewandten Seite der Grundschicht, indem die Widerhakendurchstich richtung von der Seite der späteren Polschicht aus erfolgt und indem Nadelart und Einstichtiefe so gewählt werden, daß höchstens 8 Widerhaken jeder Nadel das die Grundschicht bildende textile Flächengebilde durchstechen und der Durchstoßwerg des ersten, durchstoßenden Widerhakens nicht größer ist als das 12fache der Grundschichtdicke.
Somit ist gewährleistet, daß auf der der späteren Polschicht abgewandten Seite der Grundschicht und auch zum Teil in deren Querschnittsteil ausreichend Fasern, Faser- oder Elementarfadenteile vorwiegend aus der der späteren Polschicht zugewandten Seite der Grundschicht als Polmaterial bereitstehen.
Im erfindungsgemäßen zweiten Nadelprozeß erfolgt das Durchstoßen des Polmaterials von der der späteren Polschicht abgewandten Seite der Grundschicht aus mit Ausbildung als Polschicht auf der anderen Seite der Grundschicht, indem vor dem Einwirken der durchstoßenden Widerhakennadeln die aus der der späteren Polschicht abgewandten Seite der Grundschicht herausragenden Faser- oder Elementarfadenteile durch Druckbeanspruchung weitgehend umgelegt, also parallel zur Grundschichtoberfläche angeordnet werden, um von den nachfolgend durchstoßenden Widerhaken erfaßt werden zu können, indem die Widerhakendurchstich richtung von der der späteren Polschicht bildenden abgewandten Seite der Grundschicht erfolgt und indem Nadelart und Einstichtiefe so gewählt werden, daß mindestens 3 Widerhaken je Nadel das die Grundschicht bildende textile Flächengebilde durchstechen und der Durchstoßweg des ersten durchstoßenden Widerhakens größer ist als das 0,75fache der Grundschichtdicke.
Damit wird gewährleistet, daß das Polmaterial eine für die Oberflächenbeständigkeit des einseitigen Polstoffes ausreichende Einbindung im gesamten Querschnitt der Grundschicht aufweist und daß über den Grundschichtquerschnitt kein zu hoher Dichtegradient als Ursache für unerwünschte Versteifungswirkungen des Polstoffes eintritt.
Außerdem wird mit der Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens erreicht, daß die Oberfläche der der Polseite abgewandten Seite des einseitigen Polstoffes eine leichte Aufrauhung aufweist, die bei Anwendung des einseitigen Polstoffes als Kleidungsstoff einen angenehmen Hautkontakteffekt darstellen kann.
Ausführungsbeispiel
Die Erfindung soll am nachfolgenden Beispiel näher erläutert werden:
Ein Kammgarngewebe aus 100% PAN-F der Dicke 1,0mm und der Flächenmasse von 200g/m2soll mittels durchstechender Widerhakennadeln in zwei Passagen so nachgenadelt werden, daß ein einseitiger Polstoff mit einer rauhflorähnlichen Oberfläche entsteht.
Die Vernadelung erfolgt auf einer Nadelmaschine mit von oben nach unten durchstechenden Widerhakennadeln in zwei Passagen unter folgenden Bedingungen:
1. Nadelpassage:
Einstichseite: Die spätere Polschicht bildende Seite des Kammgarngewebes
Nadelart: 15 x 18 x 40 x 3V2CB
Stichdicke: 200 Stich/cm2
Einstichtiefe: 13mm
Mit dieser Einstichtiefe und der eingesetzten Nadel sind beim tiefsten Durchstoßgang der Widerhakennadel 7 Widerhaken je Nadel durch das die Grundschicht bildende Kammgarngewebe hindurchgetreten, der maximale Abstand des 1 .Widerhakens zur Gewebeunterseite beträgt 6,6mm.
2. Nadelpassage:
Einstichseite: Die der späteren Polschicht abgewandte Seite des die Grundschicht bildenden Kammgamgewebes
Nadelart: 15 x 18 x 38 x 3V2CB2B/E
Stichdichte: 300 Stich/cm2
Einstichtiefe: 10mm
Mit dieser Einstichtiefe und der eingesetzten Nadel sind beim tiefsten Durchstoßweg der Widerhakennadel 4 je Nadel durch das die Grundschicht bildende Kammgarngewebe hindurchgetreten; der maximale Abstand des 1. Widerhakens zur Gewebeunterseite beträgt 3,8mm.

Claims (3)

1. Verfahren zur Herstellung eines einseitigen textlien Polstoffes, gekennzeichnet dadurch, daß ein textiles Flächengebilde mit Widerhakennadeln nacheinander mit wechselnder Wirkungsrichtung der Widerhaken so durchstochen wird, daß die das Polmaterial bildenden Faser- oder Elementarfadenteile zuerst von den Widerhaken vorwiegend aus der der späteren Polschicht zugewandten Seite des die Grundschicht bildenden textlien Flächengebildes erfaßt und teilweise aus die der späteren Polschicht abgewandten Seite des die Grundschicht bildenden textlien Flächengebildes herausgezogen werden und dann von den Widerhaken mit entgegengesetzter Wirkungsrichtung erfaßt und aus der der Polschicht zugewandten Seite des die Grundschicht bildenden textlien Flächengebildes so herausgezogen werden, daß die Polschicht vorwiegend aus Faser- oder Elementarfadenteilen der der Polschicht zugewandten Seite der Grundschicht besteht und daß diese Faser- oder Elementarfadenteile weitestgehend im gesamten Querschnitt des die Grundschicht bildenden textlien Flächengebildes eingebunden sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß beim Durchstechen mit Einstich- und Widerhakenwirkungsrichtung von der der späteren Polschicht zugewandten Seite der Grundschicht höchstens 8 Widerhaken je Nadel das die Grundschicht bildende textile Flächengebilde durchstechen und der Durchstoßweg des ersten durchstoßenden Widerhakens nicht größer ist als die 12fache Grundschichtdicke und das beim Durchstechen mit Einstich- und Widerhakenwirkungsrichtung von der der späteren Polschicht abgewandten Seite der Grundschicht mindestens 3 Widerhaken je Nadel das die Grundschicht bildende textile Flächengebilde durchstechen und daß der Durchstoßwerg des ersten durchstoßenden Widerhakens größer ist als die 0,75fache Grundschichtdicke.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet dadurch, daß die wechselnde Nadeleinstichbzw. Widerhakenwirkungsrichtung erreicht wird durch die Anwendung von zwei getrennten Nadelpassagen mit wechselnder Lage der Grundschicht oder mit einer Nadelpassage mit zwei Bereichen mit Widerhakennadeln jeweils anderer Widerhakenwirkungsrichtung oder mit einer Nadelpassage mit Widerhakennadeln, die jeweils Widerhaken gegenseitiger Wirkungsrichtung aufweisen.
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines einseitigen textlien Polstoffes durch mechanisches Nachbehandeln von textlien Flächengebilden in Form von Geweben, Gestricken, Kettengewirken und Nähgewirken für deren Einsatz als Oberbekleidung, als Dekorationsstoffe oder Haushalttextilien.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik
Es ist bekannt, die Oberfläche von textlien Flächengebilden durch Rauhen oder Schmirgeln zu einer Polschicht mit florartigem Charakter zu verändern, indem bei diesen Prozessen ein Zerstören und/oder Herausziehen von Elementarfäden und/oder Fasern oder Teilen von denen aus einer begrenzten Querschnittsschicht des textlien Flächengebildes erfolgt. Nachteilig sind hierbei Materialverluste und das Auftreten von ungleichmäßigen mageren Oberflächeneffekten. Verfahrenstechnisch gibt es auch verschiedene Varianten der mechanischen Nachbehandlung von textlien Flächengebilden durch senkrecht zum Querschnitt durchstechende Widerljakennadeln, um durch Zerreißen von Elementarfäden und/oder Fasern und/oder Herausarbeiten von Fasern, Elementarfaden- oder Faserteilen aus der Oberfläche des textlien Flächengebildes eine rauhflorähnliche Polschicht auszubilden (DD-PS 158259, DD-PS 153502 und DD-PS 230571). Dabei wird zum Erreichen eines einseitigen Polstoffes das textile Flächengebilde von den Widerhakennadeln so durchstochen, daß diese zuerst in die der späteren Polschicht abgewandten Seite der Grundschicht eindringen, aus dieser Querschnittsschicht des textlien Flächengebildes Fasern oder Elementarfäden bzw. Teile von denen erfassen und durch die der späteren Polschicht zugewandten Grundschichtseite hindurchziehen und als Polschicht anordnen. Das Polmaterial wird also vorwiegend aus der der späteren Polschicht abgewandten Seite der Grundschicht gebildet, was zu relativ lockeren Einbindungen des Polmaterials in die Grundschicht, zu erhöhten Verdichtungen der der Polschicht zugewandten Seite der Grundschicht mit entsprechenden Versteifungseffekten und zur Farbtonänderungen führen kann.
Ziel der Erfindung
Die Erfindung hat das Ziel, durch mechanisches Nachbehandeln textiler Flächengebilde mittels durchstechender Widerhakennadeln einseitige Polstoffe mit erhöhter Oberflächenbeständigkeit bei geringer Verdichtung herzustellen.
DD30203087A 1987-04-22 1987-04-22 Verfahren zur herstellung eines einseitigen textilen polstoffes DD260096A1 (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DD30203087A DD260096A1 (de) 1987-04-22 1987-04-22 Verfahren zur herstellung eines einseitigen textilen polstoffes

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DD30203087A DD260096A1 (de) 1987-04-22 1987-04-22 Verfahren zur herstellung eines einseitigen textilen polstoffes

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DD260096A1 true DD260096A1 (de) 1988-09-14

Family

ID=5588431

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DD30203087A DD260096A1 (de) 1987-04-22 1987-04-22 Verfahren zur herstellung eines einseitigen textilen polstoffes

Country Status (1)

Country Link
DD (1) DD260096A1 (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP0046834B1 (de) Verfahren zur Herstellung eines flauschigen, leichtgewichtigen, weichen Vliesstoffes
DE1761119A1 (de) Papiermaschinenfilz und Verfahren zu seiner Herstellung
DE2108115A1 (de) Nadelfilztuch, Filzverfahren, Nadel und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
DE2201105A1 (de) Verfahren zur Herstellung eines boucleartige Noppen,Rippen od.dgl. aufweisenden textilen Verbundstoffes
DE10139842B4 (de) Schlingenteil für Klettverbindungen
CH522769A (de) Gehefteter Faservliesstoff
DD260096A1 (de) Verfahren zur herstellung eines einseitigen textilen polstoffes
DE10162463B4 (de) Verwendung eines durch Fadenmaschen oder Fasermaschen verfestigten Vliesstoffes als textilen Träger für Beschichtungen
EP0053701B1 (de) Ungewebtes textiles Flächengebilde
DD158259A1 (de) Textiles flaechengebilde mit faseroptik
DD153502A3 (de) Textile flaechengebilde mit florartiger oberflaeche
DD159353A1 (de) Verfahren zur herstellung von textilstoffen mit ein-oder beidseitigem flor bzw.pol
DE2449669A1 (de) Herstellung von nicht-gewebtem tuch und nach dem verfahren hergestelltes tuch
DD227166A1 (de) Filznadel zum nachnadeln von textilen flaechengebilden
DE2806171A1 (de) Verbindung von mit ihren raendern aufeinandergelegten warenstuecken aus textilmaterial, insbesondere von strickwarenteilen und verfahren zu ihrer herstellung
DD206700A3 (de) Verfahren und vorrichtung zur herstellung von textilen flaechengebilden
DD271922A1 (de) Verfahren zur mechanischen gefuegelockerung von textilen flaechengebilden
DD203577A1 (de) Filznadel zum nachnadeln von textilen flaechengebilden
DE3334668C2 (de) Textiles Flächengebilde mit florartigen Veredlungseffekten und seine Verwendungen
DD220061A1 (de) Verfahren zur herstellung eines naehwirk-vliesstoffes mit zusaetzlich verfestigter oberflaeche
DD230579A3 (de) Textiles flaechengebilde mit florartigen veredlungseffekten
DD248617A1 (de) Verfahren zur herstellung von polvlies-gewirke
DE2453515A1 (de) Mehrschichtiges naehgewirke mit einer traegerschicht aus endlosfasergebilden
DD206397A1 (de) Verfahren zur herstellung eines gemusterten naehgewirkes
DD243055A1 (de) Filznadel zum nachnadeln von textilen flaechengebilden

Legal Events

Date Code Title Description
ENJ Ceased due to non-payment of renewal fee