DD263416A3 - Verfahren zur herstellung von carbonsaeureestern der cellulose - Google Patents

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DD263416A3
DD263416A3 DD30284787A DD30284787A DD263416A3 DD 263416 A3 DD263416 A3 DD 263416A3 DD 30284787 A DD30284787 A DD 30284787A DD 30284787 A DD30284787 A DD 30284787A DD 263416 A3 DD263416 A3 DD 263416A3
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carboxylic acid
trimethylsilylcellulose
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Dieter Klemm
Armin Stein
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Univ Schiller Jena
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Abstract

Verfahren zur Herstellung von Carbonsaeureestern der Cellulose, beispielsweise fuer Trenn- und Traegermaterialien in der Biotechnologie und Chromatographie sowie bioaktive Polymere und Polymerkompositionen fuer Anwendungen in der Medizin, Landwirtschaft und im Materialschutz. Das erfindungsgemaesse Einstufenverfahren beruht auf der Umsetzung von O-Trimethylsilylcellulose-Derivaten mit Carbonsaeurechloriden. Bei thermischer Reaktionssteuerung und destillativer Trimethylchlorsilan-Rueckgewinnung entstehen ohne Katalysator, ggf. auch ohne Loesungsmittel, bei Abproduktfreiheit Carbonsaeureester der Cellulose oder gemischte Celluloseester oder aber Celluloseetherester mit vorherbestimmbaren Substitutionsgrad.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von organischen Celluloseestern, die als wichtigste Derivate des Biopolymers i
Cellulose seit langem von großer praktischer Bedeutung sind. Organische Celluloseester liefern ein breites \
Eigenschaftsspektrum, das ihren Einsatz auf den verschiedensten Gebieten tier Polymeranwendung ermöglicht. Sie werden vor ;
allem als Folien, Filme und Beschichtungen für Elektroisolations-, Verpackungs- und photographische Materialien, für Lacke ,
sowie als „Kunststoffe aus Naturstoffen" in thermoplastischen Formmassen auf dem Spritzgieß-, Ext'usions-, Wirbelsinter- und |
Rotationsformgebiet in großem Umfang verwendet. ί
Als Biopo!ymer-Derivate mit zum Teil den synthetischen Polymeren überlugenen Spezialeigenschaften sind ί
Spezialanwendungen und neue Einsatzgebiete der organischen Cellulosee Uer die Herstellung von Membranen für umgekehrte i
Osmose und Ulttafiltration, Polymere für Trennprozesse der Biotechnologie und Chromatographie, Ionenaustauscher- Materialien sowie biologisch aktive Polymere und Polymerkompositioneri für Anwendungen in der Medizin, in der
Landwirtschaft und im Materialschutz. ί
Charakteristik des bekannten Standes der Technik *
Dio Cellulose kann aufgrund ihrer Struktur mit organischen Säurederivaten maximal die Trtoster bilden. Zur Herstellung der Ester lassen sich bekannte Methoden der praparativen Chemie anwenden. Technisch bedeutende und präparativ übliche Herstellungsverfahren sind die heterogene bzw. quasihomogene Umsetzung der Cellulose mit den freien Carbonsäuren, mit Carbonsäureanhydriden in Gegenwart von Katalysatoren und Carbonsäurechloriden bei Anwesenheit von Pyridin sowie die homogene Acylierung mit Carbonsäurederivaten in cellulosespezifischen Lösungsmitteln. Eine allgemeine Übersicht über organische Celluloseester findet sich bei Müller, F., Papier 39 (198O &91-600. Die Veresterung von Cellulose mit den Carbonsäuren selbst gelingt nur im Falle der Ameiser·säure in befriedigender Woise. Die Umsetzung mit höheren Carbonsäuren erfordert dagegen so hohe Temperaturen und Katalysatorkonzentrationen, d&ß nur niedermolekulare Produkte erhalten werden, die bisher ohne praktische Bedeutung sind.
Organische Ester der Cellulose mit hohem Veresterungsgrad werden in der Technik nur von wenigen aliphatischen Fettsäuren bis zu 4 Kohlenstoffatomen hergestellt. Für die Synthese der wichtigsten Vertreter Celluloseacetat, Celluloseacetopropionat und Celluloseacetobutyrat sind zahlreiche technische Lösungen vorgeschlagen worden, die alle auf der Veresterung der Cellulose mit den entsprechenden Anhydriden in Gegenwart von Katalysatoren beruhen. Eine Übersicht findet sich bei Eichler, Th. und Fischer, W., in Ullmanns Enzyklopädie der Technischen Chemie, Verlag Chemie, Weinheim/Bergstraße 1975, Bd.9, S. 227-246. Gemeinsam ist diesen technischen Lösungen zur katalytischen Veresterung von Cellulose mit Carbonsäureanhydriden die außerordentlich komplizierte Kontrolle der Reaktionskinetik. Hauptursache dafür sind Reaktions(,eschwindigkeitsuntqrschiede zwischen amorphen und kristallinen Bereichen der Cellulose. So liegt bei quasihomogener Reaktionsführung nach Veresterung der reaktiveren amorphen Bestandteile der Cellulose gleichzeitig nahezu vollständig veresterte Cellulose neben im wesentlichen nicht umgesetzter Celiu'ose vor. Nach dem Stand der Technik werden deshalb Bedingungen angewendet, unter welchen auch die weniger reaktiven kristallinen Bereiche der Cellulose vollständig bis zur Triesterstufe verestert werden. Das erfordert jedoch den Einsatz relativ großer überschüssiger Mengen teurer Carbonsäureanhydride und lange Reaktionszeiten. In einem weiteren Vorfahrensschritt erfolgt dann die Einstellung des Veresterungsgrades hydrolytisch durch Zusatz von Wasser und gogebenenfalls partieller Neutralisation von Katalysator und Carbonsäure. Zwangsläufig liegen während des gesamten Herstellungsprozesses wechselnde Mengenverhältnisse Wasser/Carbonoäure/Carbonsäureatihydrid vor, welche schwer kontrollierbare unerwünschte Abbaureaktionen an der Cellulosekette bewirken. Zur Unterdrückung dieser Abbaureaktionen wurden die Reaktionstemperaturen herabgesetzt und die Zeitspanne für die Acylierungsreaktion verlängert. Dies erfordert jedoch den Einsatz aufwendiger Anlagen, die notwendig sind, um die Cellulose und Reaktanten während der langwierigen Herstellungsverfahren im entsprechenden Zustand zu halten. Nach DE-OS 2707786 kann nie Reaktionszeit durch Vorschalten einer zusätzlichen Hocheneigievereibungsstufe vor der eigentlichen Veresterungsstufe auf unter 0,5h verkürzt werden. Jedoch erfolgt auch bei dieser Variante die Umsetzung mit einem Überschuß aus Carbonsäure und Carbonsäureanhydrid ausschließlich über die Triesterstufe.
Die bekannt gewordene heterogene Bildung von Celluloseestern, welche oberflächenchemisch ohne Auflösung der Cci'ulosefasern erfolgt, führt zwar direkt zu gewünschten Veresterungsgraden, ohne daß hierzu ein größerer Überschuß an Carbonsäure und Carbonsäureanhydrid notwendig i3t. Bisher konnte sich jedoch kein wirtschaftliches Verfahren zur Herstellung ausreichend gleichmäßig substituierter Celluloseester auf dieser Basis durchsetzen.
Für die Herstellung der Celluloseester höherer Carbonsäuren sind die entsprechenden Carbonsäureanhydride wegen ihrer zu geringen Reaktivität nur wenig geeignet.
Die Ester derartiger höherer Carbonsäuren mit mehr als 4 Kohlenstoffatomen werden daher bevorzugt durch Reaktion der Säurechloride in Pyridin hergestellt. Ein Überblick über diese Verfahren wird von Malm, CJ. und Hiatt, G. D. in Ott, E., Spurlin, H. M. und Gnfflin, M. W., Cellulose and Cellulose Derivates, Vol. V1 Part II, 2. Eb., Interscience Publ. Inc. New York, London, 1954, gegeben. Pyridin fungiert dabei gleichzeitig als Quell- und Aktivierungsmittel für die Cellulose sowie als Acyüerungf katalysator und Chlorwasserstoff-Akzeptor. Die Erzielung höherer Substitutionsgrade ist jedoch schwierig und gelingt im FaIIo langkettiger und weniger reaktiver Carbonsäurechloride nur bei großem Reacjensüberschuß und mehrfacher Widerholung der Verestdrungsst'jfe. Das anfallende Pyridiniumchlorid läßt sich nur schlecht vorn Produkt abtrennen, erschwert damit die Aufarbeitung und ist darüber hinaus aus ökologischer Sicht abzulehnen.
Zur Ausschaltung der mit den morphologischen Besonderheiten der Cellulose verbundenen Schwierigkeiten wurden verschiedene nichtwässrige Lösungsmittelsysteme für Cellulose als Acylierungsmedium empfohlen. Eine entsprechende Übersicht findet sich bei Philipp, B., Lukanoff, B., Schleicher, H., Wagenknecht, W., Z. Chem. 26 (1986) 50-58. Probleme für eine ökonomisch effektive Anwendung dieser cellulosespezifischen Lösungsmittelsysteme im technischen Maßstab bestehen noch in der Kompliziertheit und Langwierigkeit des Auflösevorganges der Cellulose und den geringen erreichbaren Cellulosekonzentrationen, in unerwünschten Nebenreaktionen, schwieriger Handhabbarkeit bzw. ökologischer und , toxikologischer Bedenklichkeit der Lösungsmittel sowie in aufwendigen Verfahren, welche zur Reinigung der Reaktionsprodukte und zur vollständigen Rückgewinnung der teurun Lösungsmittelkomponenten notwendig sind.
Nach DE-OS 3227267 und JP-Pat.83/152002 wird die homogene Acylierung der Cellulose in Diemthylacetamid/LiCI bzw. N-Methylpyrolidon/LiCI vorgeschlagen, wobei Substitutionsgrade von 1,5-2,5 direkt erzielt werden. Der Auflösungsprozeß erfordert aber für 5,9 Teile Cellulose 8,6 Teile wasserfreies LiC I sowie insgesamt 145,5 Teile Dimethylacetamid und erstreckt sich nach einen bestimmten Temperaturregime über 24h. Außerdem ist zum Abfangen der bei der Acylierung mit Carbonsäureanhydriden freiwerdende Carbonsäure Pyridinzusatz erforderlich, um ein Regenerieren von Cellulose aus der Lösung zu verhindern. Das anfallende Pyridiniumsalz erschwert zusätzlich die ohnehin aufwendige Reinigung deiCelluloseester von anhaftenden Restsalzen sowie die Rückgewinnung der Lösungsmittelkomponenten.
In der Patei tsc^^ft US 2562955 ist bereits vorgeschlagen worden, silylierte Essigsäureester der Cellulose herzustellen. Die Synthese wjM«. jndoch ausschließlich durch Umsatz der freien Hydroxylgruppen vorgebildeter Celluloseacetate mit SubstitutionsgracJen von 2,3 bzw. 2,9 mittels Trimethylchlorsilan durchgeführt. Die Silylierung erfolgte in Pyridin bei 11O0C.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Carbonsäureestern der Cellulose einschließlich Cellulosemischester-Derivaten verschiedenartiger, insbesondere höherer, Carbonsäuren mit vorherbestimmbarem, insbesondere hohem, Veresturungsgrad auf der Basic gut zugänglicher O-Trimethyisilylcellulose-Derivate. In einfacher und ökonomisch vorteilhafter Weise soll die Esterbildung dabei in einem einzigen abproduktfreien Verfahrensschritt in homogener Lösung oder gegebenenfalls ohne Lösungsmittel unter Verzicht auf Katalysatoren oder andere Hilfsstoffe mit kurzen Reaktionszeiten und ohne nennenswerten Kettenabbau ablaufen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Die Anwendbarkeit der meisten bekannten Verfahren zur Herstellung von Carbonsäureestern der Cellulose ist dadurch eingeschränkt, daß mit guten Ausbeuten und unter technischen Bedingungen nur Celluloseester von Carbonsäuren mit bis zu 4 Kohlenstoffatomen herstellbar sind, wobei vor aMem die Prozeßkontrolle und d;e Einstellung definierter Substitutionsgrade einen hohen materiell-technischen Aufwand erfordern. Die bekannten Verfahren iur Synthese von Celluloseestern höherer Carbonsäuren sind in ihrer Anwendbarkeit vor ollem durch den l'insatz großer Reagbnsübarschüsse sowie schwer abtrennbarer bzw. toxischer Lösungsmittel, Katalysatoren und weiterer Hilfsstoffe eingeschränkt und ermöglichen es erst in mehrstufiger Arbeitsweise, angestrebte Substitutionsgrade einzustellen, wobei große Mengen überschüssiges Acylierungsmittel in schwer aufarbeitbarer Form als Abprodukt anfallen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung von Carbonsäureestern der Cellulose zu entwickeln, daß es gestattet. Celluloseester auch höherer Carbonsäuren mit vui herbestimmbarem Veresterungsgrad in einem einzigen abproduktfreien Verfahrensschritt unter Verzicht auf Katalysatoren oder andere Hilfsstoffe in einfacher und vorteilhafter Weise darzustellen
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß man O-TrimethylsilylcelluloseDerivate der allgemeinen Formel I
j)
Cell-0-Si(CHq)o + R2-C*° > GeIl-O-C-R2
OR1 -(CH )3SiCl OR1
I ' II
in der R1 Wasserstoff, Alkyl-, Aralkyl-, Trimethylsilyl- oder ggf. substituierte aliphatische oder aromatische Acylgruppen Ledouten, mit Carbonsäurechloriden der allgemeinen Formel II, in der R2 für unsubstiuiierte oder substituierte Alkyl-, Aralkylooer Arylreste steht, in einem Temperaturbereich von +6O0C bis + 1900C, ggf. In Gegenwart eines Lösungsmittels, ohne weitere Zusätze unter Abdestillieren des gebildeten und zur Herstellung von O-Trimethylsilylcellulose-Derivaten I erneut verwendbaren Trimethylsilylchlorids bis zum Erreichen des gewünschten Umsatzgrades zur Reaktion bringt und die entstandenen Ester in an sich bekannter Weise isoliert und reinigt sowie ggf. überschüssiges Carbonsäurechlorid zurückgewinnt. Als O-Trimethylsilylcellulose-Derivate kommen insbesondere Trimethylsilylcellulose, silylierte aliphatischs und araliphatische Celluloseether sowie silylierte CßUulo-oaester mit jeweils unvollständig oder vollständig silylierten cellulosischer! Hydroxylgruppen in Frage. Von den Celluloseethern sind vorzugsweise Celluloseethylether, Cellulosebenzylether und Cellulosetritylether, von den Celluloseestern vor allem Celluloseacetate, Celluloseacetopropionate, Celluloseacetobutyrate sowie weitere Ester mit den Acylresten R2-CO geeignet.
Als Carbonsäurechloride werden die Chloride aliphatischer, araliphatischen oder aromatischer Carbonsäuren verwendet. Dabei kommen insbesondere Chloride von gesättigten und ungesättigten Fettsäuren mit 2 bis 18 Kohlenstoffatomen, von Phenoxyessigsäure, Benzoesäure und Pyridincarb.msäuren sowie ihre jeweils durch Alkyl-, Aryl-, Nitro- bzw. Halogerreste substituierten Derivate oder Heteroatome enthalte iden Analoga in Frage. Durch die aufeinanderfolgende Verwendung verschiedenartiger Carbonsäurechloride im gleichen Reaktionsansatz lassen sich nach dem erfindungsgemäßen Verfahren problemlos entsprechend gemischte Celluloseester synthetisieren.
Als Reaktionstemperaturen sind in Abhängigkeit von der Reaktivität und dem Siedebereich der Carbonsäurechloride Temperaturen zwischen +600C und +19O0C geeignet, für die Mehrzahl der nach dem erfindungsgeme «en Verfahren verwendeten Säurechloride Temperaturen von +7O0C bis +17O0C.
Unterhalb dieser Temperaturgrenzen tritt praktisch keine Umsetzung ein, oberhalb machen sich Abbauprozesse des Cellulosegerüstes bemerkbar. Wird für die erfindungsgemäße Esterbildung ein Lösungsmittel verwendet, so sind unter den gewählten Reaktionsbedingungen inerte Lösungsmittel, wie Nitrobenzen, Dekalin oder Paraffine geeignet. Dabei arbeitet man zweckmäßigerweise am oder unterhalb des Siedepunktes des Lösungsmittels.
Wesentlich für die Ausprägung der Vorteile des erfindungsgemäßon Verfahrens ist das Abdestillieren des gebildeten Trimethylchlorsilans während der Umsetzung. Dadurch wird die Esterbildung vervollständigt, über die Masse des erhaltenen Trimethylchlorsilan eine orientierende Aussage zum UmsaUgrad während der Reaktion möglich und aufgrund der unmittelbaren Wiederverwendbarkeit verwendeten O-Trimethylsilylcellulose-Derivate die Abproduktfreiheit des erfindungsgemäßen Verfahrens gewährleistet.
Verwendet man zur erfindungsgemäßen Esterbildung einen Unterschuß an Carbonsäurechiorid, so kann man nach vollständigem Abdestillieren des Trimethylchlorsilans die Reaktion durch Zugabe eines anderen Carbonsäurechlorids zu den entsprechenden gemischten Estern weiterführen. Andererseits kann man die Isolierung und Reinigung der Celluloseester durch Aufarbeitung in Gegenv -irt aprotischer Lösungsmittel unter Erhalt der noch vorhandenen Trimethylsilylgruppen oder aber durch Aufarbeitung in C genwart proiischer Lösungsmittel unter Abspaltung dieser Trimethylsilylgruppen vornehmen. Wird mit einem Überschuß a.. Carbonsäurechlorid gearbeitet, so gewinnt man das nicht umgesetzte Säurechlorid nach vollständigem Abdestill'erei! des gebildeten Trimethylchlorsilans destillativ oder durch Extraktion bzw. Umfallen des gebildeten Cellulosisesters zurück. Anhand der nachfolgend aufgeführten Beispiele soll die vorliegende Erfindung näher erläutert werden.
AusfQhrungsbelsplele Beispiel 1
5,5g (16,2mmol) O-Trimethylsilylcellulose (DS 2,46) werden unter Schutzgas bei 80°C in eine Schmelze aus 7,4g (40mmol) 4-Nitrobenzoylchlorid eingetragen und auf 160°C erhitzt. Innerhalb von 30 Minuten werden 2,7g (25mmol) Trimethylchlorsilan abdestilliert. Das entstandene gelbe viskose Produkt wird in Nitrobenzen gelöst und zur Entfernung verbliebener Trimethvlsilylgruppen mit Methanol ausgefällt und f.ewaschen. Nach Trocknen im Vakuum werden 6,2g Polymer erhalten, Analyse: Si 0%, N 5,56%; DS: 1,57.
Beispiel 2
5,5g (16,2mmol) O-Trimethylsilylcellulose (DS 2,46) werden in 50ml Nitrobenzen und 14,8g (80mmol) 4-Nitrobenzüylchlorid unter Schutzgas suspendiert und unter Rühren auf 160°C erhitzt. Dabei werden 4,1 g (37 mmol) Trimethylchlorsilan abdastitliert. Das Polymer wird aus der entstandenen Lösung im Methanol ausgefällt und gewaschen. Nach Trocknen im Vakuum werden 7,5g Polymer erhalten, Analyse: Si 0%, N 6,38%; DS: J2.3.
Beispiel 3
5,5g (16,2mmol) O-Trimethylsilylcellulose (DS 2,46) werden unter Schutzgas in 13,7ς (50mmol)#Palmitlnsäurechloriä eingetragen und auf 16O0C erhitzt. Dabei werden 4,3g (40 mmol) Trimethylchlorsilan abdestilliert. Das Reaktionsprodukt wird in THF aufgenommen mit Methanol ausgefüllt, gewbcchen und im Vakuum getrocknet. Dabei werdon 11,8g Polymer erhalten, Analyse: Si 0%, C 72,85%, H 11,30%; DS: 2,5.
Beispiel 4
5g (14,3mmol) O-Trimethylsilylcellulose (DS 2,62) werden unter Schutzgas bei 80°C in eine Schmelze von 12,4g (50mmol) 4-(2-Bromethyl)benzoylchlorid eingetragen und auf 16O0C erhitzt. Dabei werden 3,7 g (34 mmol) Trimethylchlorsilan abdestilliert. Das erhaltene Produkt wird in Aceton gelöst, mit Methanol ausgefällt und gewaschen. Nach Trocknung im Vakuum werden 9,4g Polymer erhalten, Analyse: Si 0%, Br 29,05%; DS: 2,53.
Beispiel 5
5g (16,3mmol) O-Trimethylsilylcellulose (DS 1,99) werden unter Schutzgas in 6,8g (40mmol) 2,2-Dichlor-propionylchlorid eingetragen und auf 70-800C erhitzt. Dabei werden 1,9g (17,5mmol) Trimethylchlorsilan abdestilliert. Das erhaltene Produkt wird mit Methanol gewaschen. Nach Trocknung im Vakuum werden 4,7 g Polymer erhalten, Analyse: Si 0%, Cl 26,95%; DS: 1,17.
Beispiel 6
5g (16,3mmol) O-Trimethylsilylcellulose (DS 1,99) werden unter Schutzgas in 14,6g (80 mmol) Trichloracetylchlorid eingetragen und auf 900C erhitzt. Dabei werden 3,2 g (29,5 mmol) rhmethylchlorsilan abdestilliert. Nach beendeter Trimethylchlorsilan-Entwicklung wird überschüssiges Irichloracetylchlorid (Kp. 1180C) abdestilliert. Das erhaltene Produkt wird mit Methanol gewaschen. Nach Trocknung im Vakuum werden 6,7 g Polymer erhalten, Analyse: Si 0%, Cl 45,83%; DS: 1,87.

Claims (7)

  1. - j Patentansprüche:
    1. Verfahren zur Herstellung von Carbonsäureestern und Mischestern der Cellulose, gekennzeichnet
    dadurch, daß man die O-Trimethylsilylcellulose-Derivate der allgemeinen Formel \f
    -O-Ö-H
    )0 + Yt-1C ^0 - Cell
    οι:1 01 -CHo)-.siel or
    ι Ii j
    in der R1 Wasserstoff, Alkyl-, Aralkyl-, Trimethylsilyl- oder ggf. substituierte aliphatische odor j
    aromatische Acylgruppen bedeuten, mit Carbonsäurechloriden der allgemeinen Formel II, in der R2
    für unsubstituierte oder substituierte Alkyl-, Aralkyl- oder Arylreste steht, ir: einer Menge von 0,2 ηιοί
    bis 10mol Säurechlorid je mol Wiederholungseinheit der silylierten Cellulose in einem
    Temperaturbereich von +6O0C bis +19O0C unter Abdestillieren desTrimethylsilylchlorids zur j
    Reaktion bringt. !
  2. 2. Verfahren nf-ch Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß man als O-Trimethylsilylcellulose- j Derivate rr.it jeweils unvollständig oder vollständig silylierten cellulosischen Hydroxylgruppen i O-Trimethylsilylcellulose, silylierte aliphatische oder araliphatische Celluloseether, vorzugsweise ' Celluloseethylether, Cellulosebenzylether oder Cellulosetritylether, oder silylierte Celluloseester,
    vorzugsweise Celluloseacetat, Celluloseacetopropionat, Celluloseacetobutyrat sowie weitere Ester
    mit den Acylresten H2-CO verwendet. j
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß als Cai bonsäurechloride die Chloride ! aliphatischer, araliphatischer oder aromatischer Carbonsäuren sowie ihrer jeweils durch Alkyl-, j Aryl-, Nitro- bzw. Halogenreste substituierten Derivate oder Heteroatome enthaltenden Analoga mit j einem Siedepunkt 6O0C verwendet werden, vorzugsweise die Chloride von gesättigten und
    ungesättigten Carbonsäuren mit 2 bis 18 Kohlenstoffatomen, von Phenoxyessigsäure, Benzoesäure
    oder Pyridincarbonsäuren.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch ^gekennzeichnetdadurch,daß man die Reaktion ohne Lösungsmittel
    vorzugsweise bei Temperaturen von +7O0C bis +17O0C durchführt. j
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß man in einem unter den gewählten ! Reaktionsbedingungen inerten Lösungsmittel am oder unterhalb seines Siedepunktes arbeitet, j vorzugsweise in Nitrobenzen, Dekalin oder Paraffinen. j
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, gekennzeichnet dadurch, daß man die erfindungsgemäße
    Esterbildung mit einem Unterschuß an Carbonsäurechlorid vornimmt und nach sollständigem
    Abdestillieren des gebildeten Trimethylsilylchlorids die Isolierung und Reinigung der Ester durch ; Aufarbeitung in Gegenwart aprotischer Lösungsmittel unter Erhalt der noch vorhandenen \ Trimethylsilylgruppen oder durch Aufarbeitung in Gegenwart protischer Lösungsmittel unter ; Abspaltung noch vorhandener Trimethylsilylgruppen durchführt.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, gekennzeichnet dadurch, daß man die erfindungsgemäße
    Esterbildung mit einem Unterschuß an Carbonsäurechlorid vornimmt und nach vollständigem
    Abdestillieren des gebildeten Trirnethylsüylchlorids durch Zugabe eines anderen ; Carbonsäurechlorids die Reaktion weiterführt.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0621286A1 (de) * 1993-03-23 1994-10-26 Rhone-Poulenc Rhodia Aktiengesellschaft Verfahren zur Silylierung von Kohlenhydraten und Verwendung der silylierten Kohlenhydrate

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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EP0621286A1 (de) * 1993-03-23 1994-10-26 Rhone-Poulenc Rhodia Aktiengesellschaft Verfahren zur Silylierung von Kohlenhydraten und Verwendung der silylierten Kohlenhydrate

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