DD266730A1 - Herstellungsverfahren fuer biologisch wirksame grobfutterkonservierungsmittel - Google Patents

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Rolf Schirner
Thomas Bernhard
Peter Schulz
Herbert Kraetz
Harald Nuernberger
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Wtz Staerkeind
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Abstract

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Herstellungsverfahren fuer biologisch wirksame Grobkonservierungsmittel fuer Grobfutterstoffe aus Kuppel- und Abprodukten der Staerkeindustrie sowie der Aufbereitung und Verarbeitung von Speisekartoffeln. Dazu werden die Kuppel- und Abprodukte thermisch aufkonzentriert, ggf. vor und nach der thermischen Konzentration mit Hydrolasen enzymatisch behandelt. Anschliessend wird das so behandelte Konzentrat mit vorwiegend milchsaeurebildenden Populationen oder Reinkulturen einer zweiphasigen milchsauren Gaerung zum physiologischen Endpunkt der Saeurebildung bei einem p H-Wert von 3,0-3,8 unterzogen. Die erfindungsgemaess hergestellten Grobfutterkonservierungsmittel sind fuer die Einleitung einer sicheren milchsauren Gaerung in trockenmassearmen und/oder eiweissreichen Grobfutterstoffen geeignet.

Description

ZU
Herstellungsverfahren für biologisch wirksame Grobfutterkonservierungsmittel
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von biologisch wirksamen Konservierungsmitteln für die verlustarme Mittel- und Langzeitlagerung von landwirtschaftlichen Grobfutter8toffen aus Ab- oder Kuppelprodukten der Stärkeindustrie sowie der Aufbereitung und Verarbeitung von Speisekartoffeln·
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Typische Kuppel- und Abprodukte der Stärkeindustrie sowie der Verarbeitung und Aufbereitung von Speisekartoffeln sind Kartoffelfruchtwasser, Kartoffelpülpe, Weizen- und Roggenmehlextrakt, Maioquellwasser, Weizenstärkeschlempe, Schälabfälle mechanischer und thermischer Schälverfahren, Blancheur- und Dampfschälabwässer· Sie werden überwiegend als Futtermittel in der Tierernährung verwertet oder anderweitig landwirtschaftlich genutzt;. Die eingeschränkte Nutzung der Kuppel- und Abprodukte ist eine Folge der stofflichen Zusammensetzung» Kuppel- und Abprodukte der Stärkeindustrie sowie der Verarbeitung bzw. Aufbereitung von Speisekartoffeln sind sehr wasserreich und in starkem Maße durch eine schädliche Mikroorganismenflora kontaminiert. Sie sind deshalb meistens geringwertige Futtermittel. Die Haltbarkeit beträgt zum Teil weniger als 24 Stunden· Bereits nach sehr kurzen Zeiträumen der Bevorratung beginnen in den meisten Ab- und Kuppelprodukten bakterielle Fäulnisprozesse·
ZGG
Weitere produktspezifische Besonderheiten einseiner Kuppel- und Abprodukte werden im folgenden dargestellt* So hat zum Beispiel Kartoffelfruchtwasser eine typische, durch die Kette Boden, Ernte und Lagerung bedingte Mikroflora. Diese verursacht, daß Kartoffelfruchtwasser nach kurzer Zeit durch die rasche Entwicklung der Fäulnisbakterien verdirbt* Bei seiner Anwendung bzw* Einmischung in Grobfuttersilagen würden Fehlgärungen provoziert. Ein weiteres Problem besteht in der sehr geringen Trockenmasse von 4 - 6 %, Diese würde den Trockenmaeaegehalt der Grobfutterstoffe zwangsmäßig erniedrigen, so daß sich dadurch die Konservierung verschlechtert .
Das bei der Maisstärkeherstellung anfallende Maisquellwasser hat eine Trockenmasse von 2 - 3 %t Es besitzt eine typische Mikroflora, die vorwiegend aus SO^-adaptierten Lactobazillen und Hefen gebildet wird. Es ist üblich, das Maisquellwasser durch Eindampfen aufzukonzentrieren* Dabei geht die biologische Aktivität der Mikroflora verloren* Die thermiech gewonnenen MaisquellwDseerkonzentrate werden deshalb vorwiegend als Nährmedien für biologische Fermentationen eingesetzt* Die Verwendung thermisch gewonnenen Maisquellwasserkonzentratee ale biologisch aktivee Konservierungsmittel für tierische Grobfutterstoffe ist infolge der zu niedrigen mikrobiologischen Aktivität nicht zweckmäßig«
Hauptsächliches Abprodukt der Kartoffelveredlungsindustrie sind die Kartoffelschälabfälle. Oe nach angewendetem Schälverfahren betragen die Schälverluste bis zu 50 %. Es wurde bereits vorgeschlagen, die Schälabfälle für die Stärkeproduktion zu nutzen. Man erhält jedoch bei der stärketechnologiechen Verarbeitung der Schälabfälle mechanischer Schälverfahren meist nur geringwertige Stärkequalitäten, Dabei entstehen wiederum Verarbeitungsabfälle und erhebliche Abwassermengen mit sehr hoher Inhaltssv-offbelastung. Die Stärkogewinnung ist nur für Abfälle aus mechenischen Schälverfahren anwendbar.
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Weitere Vorschläge betreffen die Herstellung von Gärungealkohol aus Abfällen der thermischen Schälung. Die Herstollung von Gärungsalkohol aus diesen relativ wasserreichen Kohlenhydratträgern ist uneffektiv. In Abhängigkeit vom any^wondeten Schälverfahren fällt stärke- und fruchtwasserhaltiges Schälabwasser an. Daraus kann man die sodimentierbaren Inhaltsstoffe abtrennen. Die löslichen Inhaltsstoffe verbleiben Jedoch im Schälabwasser, das eine ähnliche Zusammensetzung wie das Kartoffelfruchtwasser der Stärkegewinnung aufweist und dessen Möglichkeiten für eine zweckmäßige Verwertung ebenfalls als ungünstig anzusehen sind.
Analog zum Kartoffelfruchtwasser fällt bei der Herstellung von Getreidestärke ein proteinre.tches ProzCabwasser, der sogenannte Mehlextrakt, an. Dieser ist ebenfalls durch eine schädliche Mikroflora kontaminiert, so daß auch hier eine hohe Verderbgefahr vorliegt.
Neben den kontaminationsbedingten Nachteilen der wäßrigen Extrakte aus Getreide- und Wurzelfrüchten reichern sich in den Extrakten auch rohstoffeigene Schadstoffe an. Das sind vor allem Verdauungsenzyme inhibierende Stoffe, deren schädliche Wirkung besondere bei der Verfüttr rung an Monogaetriden auftritt. Auf Grund der Anreicherung der Vordauungsinhibitoren in den wäßrigen Extrakten aus Getreice, wie z. B« Koggen und alzen, oder aus Kartoffeln im Kartoffelfruchtwasser war bisher deren direkte oder indirekte Verwendung in der Tierernährung nicht oder nur unter zusätzlichen energetisch und apparativ aufwendigen Behandlungen möglich«
Die Herstellung von biologisch wirksamen Grobfutterkonservierungsmitteln ist bekannt. Die Vorschlage betreffen die Verwendung von Lactose, Rohrzucker, Glucose und anderer Monosaccharide als Kohlenhydratquellen. Diese Kohlenhydratquellen determinieren den Stoffwechsel der in den biologisch wirknamen Grobfutterkonservierungsmitteln vermehrten Mikroorganismen.
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Die Grobfutterkonservierungsmittel werden vorrangig für schwer silierbare Grobfutter eingesetzt. Diese sind in der Regel arm an vergärbaren monomeren Kohlenhydraten, so daß sich die an niedermolekularen Substraten adaptierten Mikroorganismen an die veränderten stofflichen Bedingungen anpassen müssen» Die Anpassung bzw· Umstellung des Stoffwechsels verzögert die massenhafte Vermehrung der Mikroorganismen und die Bildung der milchsauron Konservierungsbedinyungen* Mit der Stagnation dor Vermehrung der Mikroorganismen wird die Entwicklung der natürlich kontaminierten unerwünschten Mikroflora im Grobfuttor begünstigt. Die Herstellung von Grobfutterkonservaten aus schwer silierfähigen Pflanzenarton ist deshalb in der Praxis immer risikobehaftet.
Ziel der Erfindung
Die Erfindung hat das ZIeI1 die Kuppel- und Abprodukte der Stärkeindustrie sowie die bei der Aufarbeitung und Verarbeitung von Speisekartoffeln anfallenden Abprodukte so zu verarbeiten bzw, zu veredeln, daß mit deren Verwendung vorwiegend als biologisch wirksames Konservierungsmittel die Verluste bei der Konservierung von Grobfutterstoffen wesentlich gesenkt werden können und die Qualität der biologischen Grobfutterkoneervate verbessert wird.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung von biologisch aktiven Konservierungsmitteln für Grobfutterstoffe zu entwickeln, womit gleichzeitig die geringe Haltbarkeit der Abprodukte verbessert wird, deren verdauungsdepressive Inhaltsstoffe zerstört werden, die Transporteignung gewährleistet und ein Erzeugnis mit einer hohen mikrobiologischen substratadaptierten Aktivität hergestellt wird.
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Erfindungsgamäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß flüssige oder pastöee Ab- und Kuppelprodukte der Stärkegewinnung sowie der Aufarbeitung und Verarbeitung von Speisekartoffeln, wie z. B« Kartoffelfruchtwasser, Weizen- und Roggenmehlextrakt, Maisquellwasser, Blancheurabwaeser, Kartoffelschälabwasser usw., in einer Eindampfanlage bei Produkttemperaturen von 40 - 800C thermisch auf eine Trockenmasse von 15 - 45 % aufkonzentriert werden» Das flüssige oder paetöse Konzentrat wird einer Enzymbehandlung durch autolytlsche und/oder zugeführte pflanzliche oder mikrobielle Enzyme bei einer Temperatur von 30 - 850C während einer Zeit von 0,5 - 3 Stunden unterzogen.
Eine weitere erfindungsgemäße Variante beschreibt, daß Abprodukte oder Kuppelprodukte der iitärkegewinnung sowie der Aufarbeitung und Veredlung von Speisekartoffeln, wie z. B. Schälabfälle der Dampf- oder Laugenschälung mit feststoffhaltigem Prozeßwasser und/oder saurem Rezirkulat verdünnt werden. Das flüssige Zwischenprodukt wird enzymatisch hydrolysiert. Das Hydrolysat wird in einer Eindampfanlage thermisch au* eine Trockenmasse von 15 - 45 %, aufkonzontriert.
Eine andere erfindungsgemäße Variante besteht darin, daß Abprodukte oder Kuppelprodukte der 3tärkogewinnung sowie der Aufaroeitung und Veredlung von Speisekartoffeln, wie z. B. Weizenstärkeschlempe, Pchälabfälle mechanischer Schälverfahren usw., auf eine Temperatur bis 1400C erhitzt werden. Dabei verkloistert die Stärke. Das verkleisterte Ab- oder Kuppelprodukt wird enzymatisch verflüssigt oder hydrolysiert. Dieses Hyc jlysat wird in einer Eindampfanlage auf eine Trockenmasse von 35 ·· 55 % thermisch aufkonzentriert. Der pH-Wert des Konzentrates wird durch Zugabe von Kalziumkarbonat auf einen Bereich von 5,5 - 6,5 eingestellt,
Alle genannten erfindungsgemäßen Varianten werden in gleicher Weise wie folgt weiterbehandelt· Das onzymbehandelte Konzentrat sowie die anderen flüssigen und pastösen Konzentrate werden bei einer Temperatur von 35 - 550C mit sau^bildenden, vorwiegend milchsäurebildenden
ZGf9UO ,
Populationen oder Reinkulturen Inkubiert. Oas inkubierte Konzentrat wird während olner Zeit von 6-24 Stunden einer vorwiegend milchsauren Gärung unterzogen, wobei während einer Zeit von 3-16 Stunden in dor 1. Phase der pH-Wert auf einen Bereich von 4,5 - 5,5 durch Zugabe von Kalziumkarbonat gehalten wird. Nach Verbrauch des Karbonate in einer 2. Phase wird die milchsäure Gärung bis zum physiologiechen Endpunkt der Qäurebildung im Bereich von 3,0 - 3,9 geführt·
Die erfindungegemäß verwendeten Abprodukte der Stärkeindustrie sind reich an aufgeschlossenen oligomeren und dextrinartigen Abbauprodukten der Stärke» Weiterhin enthalten diese als komplexe Kohlenhydratquelle je nach verwendetem Abprodukt Pentosane, stärkefremde Glucane und Hemizellulosen. Die auf dieeen Kohlenhydratquellen vermehrten Mikroorganismen sind sehr gut an die in einem Futterstapel aus schwer silierbaren Grobfutterstoffen herschenden Substratbedingungen adaptiert. Auf Grund der übereinstimmenden Substratbedingungen können sich die Mikroorganismen in beimpften Futteretapel spontan entwickeln und bilden so sehr schnell ein konservierendes, vorwiegend milchsaures, Milieu aus* Bei Einhaltung aller übrigen technologischen Bedingungen erhalt man unter Verwendung des erfindungsgemäß hergestellten Grobfuttermittels milchsaure Silagen, die von den Tieren sehr willig angenommen werden und keine Fütterungstolgeschäden, z. B. in der Milch, verursachen«
In den Zeiträumen, in denen die Landwirtschaft keine Grobfuttorkonservate herstellt, können die mikrobiologisch sta« bilisierten Abprodukte der Stärkeindustrie direkt verfüttert werden.
Ausführungsbeispiele
ii Herstellung eines biologisch aktiven Konservierungsmittels aus dem Quellwasoer der Maisstärke· herstellung
Körnermaie wird in einem großvolumigen Quellbottich eingetragen und mit SO2-haltigem Weichwaeser bei einer fbmperatur von 35 - 4B0C während einer Zeit von 48 - 72 Stunden einer Qusllung unterzogen· Die Quellung erfolgt chargenweiee in einer Batterieanlage· Bei der Quellung gehen lösliche Korninhaltostoffe in dae Weichwasser über. Zur maximalen Anreicherung der löelichen Korninhaltsstoffο werden dae Weichwasaer und der Mais im Gegenetrom geführt. Oas abgezogene Quellwasser hat eine Trockenmasse von 2 - 3 % und einen pH-Wert von 3,4 - 4,5, Das Quellwaeser wird bei Produkttomperaturen von 40 - 800C in einer Eindampfanlage thermisch auf eine Trockenmasse von 45 % aufkonzentriert♦ Das Konzentrat wird durch Zugabe von Kalziumkarbonat auf einen pH-Wert von 6,5 eingestellt und durch Zumiechung von frischem Quellwasser inkubiert· Während einer Zeit von 16 Stunder wird das inkubierte Quellwasserkonzentrat einer milchsauren Gärung unterzogen· In der ersten Phase wird der pH-Wert durch Zugabe von Kalziumkarbonat auf ein Niveau von 4,5 stabilisiert. Die erste Phase der milchsauren Gärung wird durch Einstellung der Kalziumkarbonatzugabe abgeschlossen. In einer zweiten Phase wird die milchsaure Gärung bis zum Endpunkt der Milchsäurebildurg weitergeführt. Das milchsaure Quellwasserkonzentrat hat eine Trockenmasse > 40 %,, der pH-Wert liegt im Bereich von 3,2 - 3,4 und ist von eirupartiger Konsistenz. Es zeichnet sich durch eine hohe mikrobiologische Aktivität aus.
Das erfindungsgemäß hergestellte, vorwiegend milchsäurebüUterienaktive Quellwaeserkonzentra; ist ganzjährig verfügbar und besitzt ein hohes Initialpotential für die Einleitung der milchsauren Gärung in den zu konservierenden Grobfutterstoffen,
-i, Herstellung eines biologisch wirksamen Konservierungsmittels aue Kartoffelfruchtwasser
Gewaschene Stärkekartoffeln werden mit einer Reibu mechanisch foin zerrieben· Das so erhaltene Kartoffelroibaol wird mit möglichst wenig Wasser verdünnt und in einer Horizontalschnockonzontrifuge fraktioniert. Nach der Zentrifugalbehandlung des Kartoffelreibsels resultiert ein restfruchtwasserhaltiges Reibsei als Sediment sowie ein Fruchtwasser mit einer Trockenmasse von 4 - 6 %♦ Der Stärkeanteil im Fruchtwasser beträgt ca· 0,1 %, Dem Kartoffelfruchtwasser wird bis 2U 300 g SOp auf 1 m Fruchtwasser zugefügt und in einer Eindampfanlage bei Produkt temperaturen von 40 - 800C auf einen Trocken;,. :.r.;:··- gehalt von 30 % thermisch aufkonzentriert· Das thormisch gewonnene Konzentrat wird durch eine mit sterilem Fruchtwasser vorvermehrte Reinkultur von Lactobacillus Brevis inkubiert und während einer Zeit von 16 Stunden bei einer Temperatur von 420C und unter fortwährender pH-Stabilisierung durch Zugabe von Kalziumkarbonat auf einen pH-Wert ν η 4,5 einer milchsauren Gärung unterzogen· Nach Einstellung der Zugabe von Kalziu.ukarbonat wird die milchsaure Gärung nach ca. 5 Stunden weitergeführt und bei einem pH-Wert von 3,2 abgebrochen.
Oae erfindungsgemäß hergestellte Fruchtwasserkonzentrat ist über einen längeren Zeitraum hinweg lagerfähig, biologisch hoch aktiv und kann als wirksamer Konservierungsmittelzusatz für rohfaserreiche Grobfutterstoffe verwendet werden.
5i. Herstellung eines biologisch wirksamen Konservierungsmittels aus Weizenmehlextrakt
Weizenmehl und Wasser werden im Verhältnis von 1 : 1,6 zu einer glatten, klumpenfreien Suspension vermischt. Diese wird nach einer kurzen Ruhepause von ca. 15 Minuten mittels
einer Kugelmühle einer" Feinzerkleinerung unte."2ogen. Die so 'laßmechtiiisch aufbereitete Mehlproduktsuspension wird mit oiner dreiphaeigen Horizontalachnockenzentrifuge aufgetrennt, Hs wJι - eine öodimentphutfa ojs vorwiegend grobkörniger rt^izanetörke, eine echwere Fugatphase, bestehend aus Mehlklober und feinkörniger Weizonstärke und eine leichtu Fugatphase, bestehend aus den läßlichen Mehlinhalts· etoffen und geringsten Anteilen Feinkornstärke erhalten« üio leichte Fugatphaee hat eine Trockenmaa^e von 5,2 % und einen Stärkeanteil < 1,0 %, Oieeer Mehlextrakt wird in einer Elndampfanlage bei Piodi kttemporaturen von 40 6O0C auf eine Trockenmasse von 32 % thormiach aufkonzentrj.ert, danach kurzzeitig auf 1200C erhitzt, anschließend auf 650C abgekühlt und mit einem Komplexenzym, bestehend aus einer oC "Amylose, einer Proteaoe und ß> -Glukanase während einer Zeit von 3 Stunden hydrolysiert. Das visko-8ität8regulierte, thermisch gewonnen', Konzentrat wird zur Einleitung der milcbeauren Gärung auf eine Temperatur von 400C eingestellt, mit einem Sauerteigauszug inkubiert und während einer Zeit von 12 Stunden unter fortwährender Einstellung des pH-Wertes auf 5,0 durch Zugabe von Kalziumkarbonat einer vorwiegend milchsauren Gärung unterzogen. Danach wird die Kalziumkarbonatzugabe eingestellt und die Gärung bis zum Endpunkt der mikrobiologischen Milcheäurebildung weitergeführt.
4i Herstellung eines biologisch wirksamen Konservierungsmittels aus Kartoffelschälabfällen
Gut gewaschene Speisekartoffeln werden in einem Hochdruckdampfschäler bei einem Dampfdruck von 1,0 mPa während einer Zelt von 1 Minute thermisch behandelt und sofort entspannt. Anschließend wird die Schale und der Kochring mit einer Trockenabriebmaechir.G mechanisch entfernt. Von der eingesetzten Kartoffelmenge fallen ca. 30 % als Schälabfälle mit einer Trockenmasse von 15 - 18 % an. Die Schälabfälle
10
werden zusammen mit dem Abwasser des Dampfschalere od^r mit Blancheur-Abwasser schwach verdünnt und mit einer OC -AmylasQ bei ca. 800C verflüssigt. Die partiell hydrolyeierten Schälabfälle werden auf 450C abgekühlt und mit einer vorvermehrten Reinkultur von Lactobazillus Brevis inkubiert'· Im inkuirierten Substrat werden die Lactobazillen vermehrt, wobei der pH-Wert auf einem Niveau von 5,0 durch Zugabe von Kalziumkarbonat konstant gehalten wird. Die ersto Phase der Vermehrung wird nach ca. 12 Stunden abgebrochen. Nach Abschluß der Karbonatzugabe wird die milchsaure Gärung noch 4 Stunden weitergeführt und danach abgebrochen.
Das erfindungsgemäß hergestellte, vorwiegend milchsäurebakterienaktive Substrat iet besonders geeignet für eine schnelle Einleitung der Milchsäuregärung in eiweißreichen Futterstoffen und die Ausbildung einer sicheren Konservierung.
ö^ Heretellung eines biologisch wirksamen Konservierungsmittels aus Roggenmehlextrakt
Roggeninehl und Wasser werden in einem Verhältnis von 1 s 2,2 mechanisch intensiv gemischt. Die Roggenmehl-Wasser-Mischung wird durch Behandlung mittels einer Zentrifuge aufgetrennt. Ke werden ca. 55 % grobkörnige rohe Roggenstärke als Sediment gewonnen. Das Fugat enthält den Hauptanteil der restlichen Mehlinhaltsstoffe, Aue dem Zentr: fugat der Primärtrennung wird nochmals der sedimentierfähige Feststoff mit einem Spezialseparator abgetrennt. Als Fugat dieser Sekundärtrennung wird ein Roggenmehlextrakt mit ca. 5 % Trockenmasse erhalten. Der wässrige Roggenmehlextrakf wird mit einer Eindampfanlage bei Produkttemperaturen von 40 - 800C auf ca. 40 % Trockensubstanz thermisch aufkonzentriert. Das gewonnene Konzentrat wird mit einem Sauerteigauszug inkub-i«rt und bei einer gleichzeitigen autolytlschen Behandlung einer milchsauren Gärung unterzogen, der PH-Wert wird durch Zugabe von Kalziumkarbonat bei einem Wert von 5,0
ZCC 730
konstant gehalten. Während der ca. 16 Stunden durchzuführenden ersten Phase bei einer Temperatur von 420C werden vorwiegend die Lactobazillen intensiv vermehrt. Danach wird die Karbonatzugabe eingestellt und die milchsaure Gärung bis zum Endpunkt der physiologischen Milchsäurebildung weitergeführt. Das erfindungegemäß hergestellte, vorwiegend mi.Tchsäurebakterienintensive Substrat ist vielseitig als Konservierungsmittel im Grobfutter eineetzbar.
SSti. Herstellung eines biologisch wirksamen Konservierungsmittels aus Blancheurabwaeser
Durch Anreicherung gequollener od^r verkleisterter Kartoffelstärke muß das Blancheurabwaeser bei der Blanchierung von Kartoffelscheiben oder -würfeln ständig erneuert werden. Dao abzustoßene Wasser hat eine Trockenmasse von ca. 2,5%. Es wird auf einer Eindampfanlage bei Produkttemperaturen von 40 - 8O0C auf eine Trockenmasse von 30 % thermisch aufkonzentriert. Das gewonnene Konzentrat wird mit einer vorvermehrten Reinkultur von Lactobazillus Brevls inkubiert. Glexchzeitig werden dem Konzentrat 100 g Pilz- jC -Amylase je Tonne Konzentrat Trockenmasse zugeführt. In dem so vorbereiteten Substrat wird die Stärke zu niedrigmolekularen Spaltprodukten abgebaut und gleichzeitig die Reinkultur intensiv weitervermehrt. Das Substrat wird dazu durch Zugabe von Kalziumkarbonat permanent auf einen pH-Wert von 5,6 gehalten. Nach Abschluß dieser ersten Phase wird die Kalkzugabo eingestellt und die Reaktion bis zum Endpunkt der milchoauren Gärung weitergeführt. Die Dauer der 1. und 2. Phase beträgt 20 Stunden. Beide Phasen werden bei einer Reakti.onstemperatur von 470C durchgeführt. Der Einsatz des erfindungsgemäß hergestellten Konservierungsmittels erfolgt analog Beispiel 4*

Claims (3)

Erfindungeanaprüche
1. Herstellungsverfahren für biologisch wirksame Grobfutterkonsorvierungsmlttel, gekennzeichnet dadurch, daß flüssige oder pastöse Ab- und Kuppelprodukte der Stärkegewinnung, sowie der Aufarbeitung und Verarbeitung von Spei8ekartoffein, wie r, 9, Kartoffelfruchtwasser, Weizen- und Roggenmehlextrakt, Maisquollwaeser, Blancheurabwasser, Kartoffelschälabwasöer usw., in einer Eindampfanlage bei Produkttemperaturen von 40 - 800C thormisch auf eine Trockenmasse von 15 - 45 % aufkonzentriert, das flüssige oder pastöse Konzentrat einer Enzymbehandlung durch autolytische und/oder zugeführte pflanzliche oder mikrobielle Enzyme bei einer Temperatur von 30 - 850C während einer Zeit von 0,5 - 3 Stunden unterzogen, das enzymbehandelte Konzentrat bei einer Temperatur von 35 - 55°C mit säurebildenden, vorwiegend milchsäurebildenden Populationen oder Reinkulturen inkubiert, das inkubierte Konzentrat während einer Zeit von 6-24 Stunden einer vorwiegend milchsauren Gärung unterzogen, wobei während einer Zeit von 3-16 Stunden in der 1. Phase der pH-Wert auf einen Bereich von 4,5 - 5,5 durch Zugabe von Kalziumkarbonat gehalten und nach Verbrauch des Karbonats in einer 2· Phase die milchsaure Gärung bis zum physiologischen Endpunkt der Söurebildung im Bereich von 3,0 - 3,9 geführt wird.
2« Herstellungsverfahren für biologisch wirksame Grobfutterkonservierungsmittel nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß Abprodukte oder Kuppelprodukte der Stärkegewinnung sowie der Aufarbeitung und Veredlung von Spoisekartof fe?.n, wie z. B, Schälabfälle der Dampfodor Laugenschölung mit feststoffhaltigem Prozeßabwasser und/oder saurem Rezirkulat verdünnt werden, das flüssige
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Zwischenprodukt enzymatisch hydrolysiert, das Hydrolysat auf einer Eindampfanlage thermisch auf eine Trockenmasse von 15 - 45 % aufkonzentriert, das flüssige oder pastöse Konzentrat bei einer Temperatur von 35 - 550C mit söureblldonden, vorwiegend milchsäurebildenden Populationen oder Reinkulturen Inkubiert, das inkubierte Konzentrat während einer Zeit von 6-24 Stunden einer vorwiegend milchstiuren Gärung unterzogen, wobei während einer Zeit von 3 - 16 Stunden in der 1. Phase der pH-Wert auf einen Bereich von 4,5 - 5,5 durch Zugabe von Kalziumkarbonat gehalten und nach Verbrauch des Karbonats in einer 2. Phase die milchsaure Gärung bis zum physiologischen Endpunkt der Säurebildung im Bereich von 3,0 - 3,9 geführt wird.
3. Herstellungsverfahren für biologisch wirksame Grobfutterkonservierungsmittel nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet dadurch, daß Abprodukte oder Kuppelprodukte der Stärkegewinnung sowie der Aufarbeitung und Veredlung von Speisekartoffeln, wie z. B. Weizenstärkeschlempe, Schälabfälle mechanischer Schälvsrfahren usw., auf eine Temperatur bis 1400C erhitzt werden, dabei die Stärke verkleistert, das verkleisterte Ab- oder Kuppelprodukt enzymatisch verflüssigt oder hydrolysiert, das Hydrolysat in jiner Eindampfanlage auf eine Trockenmasse von 35 - 55 % thermisch aufkonzentriert , der pH-Wert des Konzentrates durch Zugabe von Kalziumkarbonat auf einen Bereich von 5,5 - 6,5 eingestellt, das flüssige oder pastöse Konzentrat bei einer Temperatur von 35 - 550C mit säurebildenden, vorwiegend milchsäurebildenden Populationen oder Reinkulturen inkubiert, das inkubierte Konzentrat während einer Zeit von 6-24 Stunden einer vorwiegend milchsauren Gärung unterzogen, wobei während einer Zeit von 3-16 Stunden in dor 1. Phase der pH-Wert auf einen Bereich von 4,5 - 5,5 durch Zugabe von Kalziumkarbonat gehalten und nach Verbrauch des Karbonats in einer 2· Phase die milchsaure Gärung bis zum physiologischen Endpunkt der Säurebildung im Bereich von 3,0 » 3,9 geführt wird.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0342744A3 (de) * 1988-05-18 1991-01-16 Amylum, N.V. Verfahren zur Herstellung von einem Basismaterial für Rinderfutter und nach diesem Verfahren hergestelltes Basismaterial

Cited By (2)

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EP0342744A3 (de) * 1988-05-18 1991-01-16 Amylum, N.V. Verfahren zur Herstellung von einem Basismaterial für Rinderfutter und nach diesem Verfahren hergestelltes Basismaterial
BE1003860A3 (nl) * 1988-05-18 1992-06-30 Amylum Nv Werkwijze voor het vervaardigen van een grondstof voor de veevoeding en grondstof vervaardigd volgens deze werkwijze.

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