DD271235A3 - Keramische Dielektrika der Klasse 2 nach Iec - Google Patents

Keramische Dielektrika der Klasse 2 nach Iec Download PDF

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DD271235A3
DD271235A3 DD30748487A DD30748487A DD271235A3 DD 271235 A3 DD271235 A3 DD 271235A3 DD 30748487 A DD30748487 A DD 30748487A DD 30748487 A DD30748487 A DD 30748487A DD 271235 A3 DD271235 A3 DD 271235A3
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Wilfried Ploetner
Thomas Koehler
Hans-Juergen Gesemann
Martina Kruegel
Juliane Knorr
Horst Fischer
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Gera Elektronik Veb
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Abstract

Die Erfindung betrifft keramische Dielektrika, vorzugsweise fuer Vielschichtkondensatoren der Klasse 2E5 nach IEC 187 mit niedrigen Sintertemperaturen. Erfindungsgemaess sind Gemenge, bestehend aus85-95 Gew.-% Bariumtitanat mit bestimmten TiO2-Ueberschuss,15- 5 Gew.-% Zirkonaten und Stannaten von Ca, Sr und Ba und weiteren Titanaten von Ca und Srund bestimmten Zusaetzen von ZnO, Lotglas, Seltenerdoxiden, Nb2O5, nPbONb2O5, Li2ZrO3, Li2SnO3, Li2TiO3 und MnCO3 geeignet zur Herstellung niedrigsinternder (1 400 K) Dielektrika mit gut reproduzierbaren Dielektrizitaetskonstanten er5 500, dielektrische Verlustfaktoren 2010 3 und Isolationswiderstaenden 1012 V bzw. Zeitkonstanten 8 000 s, die eine wirksame Sichtkontrolle an Rohfolien zulassen.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Elektrotechnik/Elektronik und betrifft keramische Dielektrika für Kondensatoren, vorzugsweise Vielschichtkondensatoren, deren relativ hohe Dielektrizitätskonstanten der Klasse 2E 5 nach IEC187 genügen und die nur relativ niedrige Sintertemperaturen {< 1400 Ki1 erfordern.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik
Zur Herstellung herkömmlicher keramischer Kondensatoren hoher Kapazitäten auf der Basis einschichtiger keramischer Sinterkörper ist die Verwendung von Gemengen aus Bariumtitanat mit Erdalkalizirkonaten, -stannaten und anderen -titanaten sowie mit weiteren Zusätzen.wie ZnO u.v.a. seit langem bekannt (z.B. „Bauer, A. u.a., Technologie und Anwendungen von Ferroelektrika", Leipzig 1976).
Um kostengünstig keramische Vielschichtkondunsatoren herzustellen, bestheen jedoch neben den für die herkömmlichen Kondensatoren üblichen technischen Forderungen an die zu verwendenden Werkstoffsysteme, wie
• möglichst hohe Dielektrizitätskonstante ε,,
• Einhaltung einer genormten max. Kapazitätsabweichung innerhalb vorgegebener Betriebstemperaturbereiche,
• niedrige dielektrische Verluste, weitere, wie
• niedrige Sintertemperaturen, damit der Anteil an hochschmelzenden Edelmetallen in den Legierungen für die zwischen den einzelnen Keramikschichten liegenden Elektroden niedrig gehalten werden kann,
• möglichst hohe Isolationswiderstände bzw. spezifische Widerstände,
• nicht zu aufwendige Herstellbarkeit un gute Reproduzierbarkeit und
• eine ökonomische Verarbeitbarkeit.
Zur Bereitstellung derartiger keramischer Werkstoffe mit ε,-Werten von mindestens 5000 sind prinzipiell zwei Wege beschriften worden:
1. Es ist bekannt, daß niedrigsinternde (<1250K) Bleikomplexverbindungen mit WO3 und/oder Nb2O6 als Rohstoffbasis z.T. sehr hohe ε,-Werte ergeben (DD-PS 206367, US-PS 4624935). Neben diesen hervorragenden Eigenschaften sind aberdie um einen Faktor 102 niedrigeren spezifischen Widerstände der Dielektrika auf dieser Basis gegenüber Werkstoffen auf der Basis von Bariumtitanaten nachteilig. Es wurde auch festgestellt, daß diese bzw. die entsprechenden lüolationswiderstandswerte unter Langzeitbelastungen, wie sie die international üblichen 10OO-h-Prüfungen darstellen, weiter absinken. Die Herstellbarkeit der Werkstoffe ist durch die beim Sintern erforderliche Bleiatmosphäre erschwert. Bei der Verarbeitung von Rohfolien aus derartigen Werkstoffen stört, daß unvermeidbare Fehler in der Rohfolie, aufgrund der werkstofftypischen Farben der Folien, die je nach Zusammensetzung von gelb über ocker bis rotbraun reichen, nicht mit einfachen Mitteln, wie z. B. durch eine Sichtkontrolle beim Durchlaufen über einen Lichtkasten, durch Aussondern entsprechender Folienstücke eliminiert werden können und somit bei der geringen Dicke der Folien und der Vielzahl der im Vielschichtkondensator parallelgeschalteten Einzelfolien einen zu hohen Ausschuß in der industriellen Fertigung ergibt.
2. Eine Mehrzahl von Lösungsvorschlägen beruht auf der Zugabe von verschiedenen Flußmitteln und Gläsern zu den etwa 'wischen 1500K und 1700K sinterbaren herkömmlichen Werkstoffen mit hohen ε,-Werten, um die Sintertemperatur zu senken:
• Die nach DE-OS 3216219 vorgeschlagene Lösung auf der Basis des Systems BaTiOa-BaZrOa-SrTiOs mit einem Glaszusatz, der u. a. wesentliche Anteile an Bi2O3 und CdO enthält, ergibt Werkstoffe, die bei relativ geringer Temperaturabhängigkeit der Dielektrizitätskonstante ε, jedoch nur ε,-Werte zwischen 3800 und 5800 ergibt.
Außerdem ist bei der Herstellung der Gläser und deren Einsatz im Werkstoff wegen des CdO-Gehalts auf die erschwerenden Sicherheitsbestimmungen zu achten und wegen des Bi2O3-Gehaltes sind Platintiegel erforderlich.
• Die erwähnten Nachteile bei der Herstellung der Werkstoffe werden zwar durch den Einsatz von Pb-B-Nb-Gläsern behoben (DD-PS 233442), doch es werden nur ε,-Werte um 5000 und darunter erreicht, die zudem stark von der Sintertemperatur und deren Haltezeit abhängen. Für den Einsatz in Vielschichtkondensatoren sind außerdem die angegebenen Isolationswiderstandswerte von minimal 1 θ" Ω zu niedrig.
• Auch die Werkstoffe auf BaTiO3-Basis mit einem Überschuß an BaO und LiF als Flußmittel (US-PS 4430689) weisen im allgemeinen nur ε,-Werte um 5000 auf, und die ε-Werte, dielektrischen Verluste Jnd Isolationswiderstandswerte sind zudem sehr abhängig von der genauen Einhaltung des Molverhältnisses bzw. dos Überschusses von BaO im BaTiO3, von der Sintertemperatur und von den weiteren Aufbereitungsbedingungen, d. h., si.) sind industriell schwer reproduzierbar. Das unkontrollierbare Abdampfen des LiF und seine Wasserlöslichkeit sind die Ui Sachen, wobei das Abdampfen des LiFzu einer Anreicherung des Ofenfutters führt, die dessen Verwendung für andere Werkstoffe ausschließt.
• Es ist auch eine Lösung auf BaTiO3-Basis mit den bekannten Curiepunkt verschieoenden Zusätzen SrZO3, BaZrO3, CaZrO3, CaSnO3, ZrO2 und weiteren die Sintertemperatur senkenden Flußmitteln in Foι -n von Blei- und Wismuttitanaten und den Oxiden von Zink und Bor bekannt, von denen jedoch nur einige bei Sintertemperaturen bis 1420 K ε,-Werte > 5500 ergeben. (USPS 4379854)
Ziel der iirfinduny
Das Ziel der Erfindung besteht darin, keramische Dielektrika für Vielschichtkondensatoren der Klasse 2E 5 gemäß IEC187 zu finden, deren Aufbereitung und Verarbeitung ökonomisch vorteilhaft und technologisch boherrschbar sind und die reproduzierbare technische Kenndaten besitzen.
-3- 271235 Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Zusammensetzungen keramischer Dielektrika für Vielschichtkondensatoren zu finden, die allen folgenden Anforderungen gleichzeitig genügen: '
• Dielektrizitätskonstante e, mindestens 5500
• Temperaturabhängigkeit des ε, im Bereich von -10°C bis +7O0C
^ < ifjj %
£r20
Verlustfaktor tan δ < 20 · 10"3
Isoiationswiderstand bzw. Zeitkonstante bei 2O0C: > 1012Ω bzw. 8000s
Sintertemperatur T, <1400 K
Ηθι stellbar ohne reduzierende oder Blei-Sinteratmosphäre
Herstellbar ohne reduzierende oder Blei-Sinteratmosphäre
Vermeidung von Cd und Bi in der Zusammensetzung
einfache Sichtkontrolle bei Durchleuchtung der keramischen Folien
gute Reproduzierbarkeit der technischen Kenndaten Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch Werkstoffzusammensetzungen auf der Basis von an sich bekannte *>, im Bereich von 1500K bis ί 700Ksinternden Gemengen aus Bariumtitanat und den Zirkonaten und Stannaten der Eidalkalimetalle Ca, Sr und Ba sowie den Titanaten von Ca und Sr gelöst, indem diesen
1-5Gew.-%ZnO,
4-8 Gew.-% Lotglas,
0,1-0,4Gew.-% Seltenerdoxide von Ce, La, Nd, Pr, Sm oder Mischungen daraus, wie Didymoxid, 0,2-0,5 Gew.-% Nb2O6,
0,2-1,0Gew.-% η · PbO Nb2O6 mit η = 2...6,
0,2-1,2Gew.-% Li2ZrO3 und/oder
0,2-1,2Gew.-% Li2SnO3 und/oder
0,2-1,2Gew.-% Li2TiO3 und
0,1-0,3 Gew.-% MnCO3
zugesetzt wird, wobei das Molverhältnis der unter Berücksichtigung der Verunreinigungen in den Rohstoffen im Bariumtitanat eingesetzten 2wertigen Erdalkalioxide zum TiO2 zwischen 1:1,015 bis 1:1,045 liegen muß:
• das Gemenge aus den genannten, vorgebildeten Erdalkalititanaten, -zirkonaten und -stannaten selbst der Temperaturcharakteristik der Klasse 2E 5 nach IEC genügen muß und zu 85-95Gew.-% aus Bariumtitanat und 15-5Gew.-% aus einem oder einer Mischung der Zirkonate des Ba, Ca und Sr besteht, wobei diese Zirkonate bis zu 80Gew.-% durch die genannten Stannate und/oder bis zu 16Gew.-% der Titanate des Ca und Sr ersetzt sein können,
• das Lotglas folgende Zusammensetzung aufweist:
80-90 Gew.-% PbO
4-8Gew.-% B2O3
2-6Gew.-% ZnO 0,5-2 Gew.-% AI2O3 0,5-2Gew.-%SiO2 <4Gew.-% Fluoride und
• der Anteil der genannten Li-Verbindungen insgesamt 1,2Gew.-% nicht übersteigen darf.
Die Komponenten der Basiszusammensetzung, Sariumtitanat und die genannten Erdalkalizirkonate, -stannate und übrigen -titanate, werden in bekannter Weise einzeln oder auch die gesamte Basiszusammensetzung aus den entsprechenden Oxiden
oder Karbonaten unter Beachtung des genannten TiO2-Überschusses aufbereitet.
Li2ZrO3, Li2SnO3, Li2TiO3 und η PbO · Nb2O6 werden auch in bekannter Weise aus den entsprechenden Rohstoffen in Form handelsüblicher, technisch reiner Oxide oder Karbonate einzeln hergestellt. Als Lotglas mit dem genannten Zusammensetzungsbereich kann ein hendelsübliches Produkt verwendet werden.
Die auf diese Weise vorbereiteten Komponenten werden mit den weiteren Zusätzen ZnO, den Seltenerdoxiden, Nb2O6 und MnCO3 in den genannten Mengenverhältnissen naß gemischt und gemahlen, feinzerkleinert und getrocknet und aus diesen keramischen Dielektrika auf bekannte Weise Vielschichtkondensatoren oder scheibenförmige Musterkondensatoren zur Ermittlung der dielektrischen Kenngrößen hergestellt. Dabei ist es möglich, den ZnO-Zusatz schon vorher mit den Basiszusammensetzungen zusammenzubringen, um reproduzierbare nicht erfindungsgemäße Werkstoffe für z. B.
scheibenförmige Kondensatoren zu erhalten, die jedoch Sintertemperaturen zwischen 1500 K und 1700 K erfordern, und aus denen durch Zugabe der übrigen erfindungsgemäßen Zusätze niedrigsinternde, erfindungsgemäße Werkstoffe aufbereitet werden können.
Veränderungen der Zusammensetzung der erfindungsgemäßen keramischen Dielektrika wirken sich wie folgt aus:
• Sowohl Unter- als auch Überschreitungen des angegebenen Bereiches für den Ti-Überschuß im Bariumtitanat vermindern die ε,-Werte
• Seltenerdoxid· oder -mischoxidanteile <0,ii Gew.-% senken ebenfalls die f,f-Werte bei gleichzeitiger geringer Erhöhung der erforderlichen Sintertemperatur T,. Anteile von mehr als 0,4 3ew.-% vermindern die ε,-Werte gleichfalls, ohne höhere Sintertemperaturen T, zu erfordern.
• In gleicher Weise wirken Nb2O6- und η PbO Nb2O6-Unter- oder -Überschreitungen, wobei Defizite einer Komponente bei η = 2...6 nicht durch Überschüsse der anderer wettgemacht werden können, und für η < 2 Wirkungen wie beim Nb2CV Überschuß auftreten und für η > 6 keine reproduzierbare Homogenität hinsichtlich der Nb-Verteilung im Werkstoff möglich ist.
• Lotglasanteile unter 4Gew.-% erhöhen die SintortemperaturT,. Anteile >8Gew.-% senken Sintertemperatur T1, jedoch auch die ε,-Werte.
• Verzicht oder Unterschreitung des Anteiles der Li-Verbindunge senkt die ε,-Werte und erhöht die Sintertemperaturen, während Überschreitungen erhebliche ε,-Mindw ungen zur Folge haben.
• ZnO- bzw. MnCO3-Zusätze trager, in bekannter Weise zur Erhöhung der Reproduzierbarkeit der Basiszusammensetzung bei bzw. wirken der Reduktion und ihren Folgen entgegen.
Ausfuhrungsbeispiele
In tabellarischer Form wird ein repräsentativer Ausschnitt aus der Vielzahl vorteilhafter, erfindungsgemäßer Zusammensetzungen angegeben, die sich aus den zahlreichen Zusammensetzungen der an sich bekannten, zwischen 1500K und 1700K sinternden Basiskomponente und aus der Vielzahl der Kombinationen der Zusätze ergibt.
Tabelle 1 zeigt 10 Beispiele von Zusammensetzungen zwischen 1500K und 1700K sinternder keramischer Dielektrika, die der Temperaturcharakteristik der Klasse 2 E 5 nach IEC genügen und neben anderen als Basiskomponente für erfindungsgemäße Werkstoffzusamnrsnsr.zungen dienen können, und die an Scheibenkondensatorenmustern ermittelten ε,-Werte.
Zu den Basiskoi .p. >'>nten wurden die bekannterweise stabilisierenden ZnO-Zusätze bereits zugesetzt.
Tabelle 1
1 2 3 Ift.Nr. der Basiskomponente 6 7 8 9 10
85 92 93 4 5 87 90 88 90 88
BaTiO3 8 90 88 10 7 5
BaZrO3 7 6 4 12 4
CaZrO3 2 7 10 2
SrZrO3 6 3
CaSnO3 4,5
BaSnO3 6 3
SrSnO3 1
CaTiO3 1,5
SrTiO3 3 4 2 3,5 1,5 4,0 1 1,0
ZnO 6700 6100 5500 5 2,5 6200 6600 6400 6200 6600
ε, 6000 6500
Tabelle 2 veranschaulicht unter Verwendung der mit 1,0Gew.-% ZnO versetzten Basiskomponente, die in Tabelle 1 unter der lfd. Nr. 10 aufgeführt wurde, den typischen Einfluß des Molverhältnisses (Ba + Sr) :Ti im Hauptbestandteil Bariumtitanat auf die Dielektrizitätskonstante ε, bei Verwendung der folgenden, auf die Basiskomponente bezogenen, erfindungsgemäßen Variante von Zusätzen:
5,26Gew.-% Lotglas 0,32Gew.-% Didymoxid 0,42 Gew.-% Nb2O6 0,84 Gew.-% 4PbO · Nb2O5 0,42 Göw.-% Li2ZrO3 0,3Gew.-% MnCO3
Tabelle 2
1" 2») Ausfühiungsbeispiel 5 6*>
1:1 1:1,010 3 4 1:1,042 1:1,050
Molverhältnis (Ba + Sr):Ti 4j00 5200 1:1,022 1:1,032 6300 5400
Dielektrizitätskon stante ε, 6000 6500
Die mit χ) gekennzeichneten Ausführungsbeispiele 1,2 und 6 gehören nicht zum beanspruchten Bereich der erfindungsgemäßen Lösungen. Die Sintertemperatur war in jedem Fall 1393 K. Die Tabelle 3 stellt den typischen Einfluß der einzelnen Zusätze auf die Dielektrizitätskonstante ε, und die Sintertemperatur T,
unter Verwendung der mit 1 Gew.-% ZnO versetzten Basiskomponente mit der lfd. Nr. IO (Ausführungsbeispiele 7 bis 21) bzw. der
mit 2,5Gew.-% ZnO versetzten Basiskomponente Nr. 5 (Ausführungsbeispiel 22) und der mit 3,5GeW1-0Zo ZnO versetzten
Basiskomponente Nr. 6 (Ausführungsbeispiel 23) dar. Die Variation des PbO-Anteils im nPbO · Nb2Og ergibt im Bereich η = 2...6 keine merklichen Eigenschaftsänderungen. Das Molverhältnis (Ba + Sr):Ti im Bariumtitanat betrug in jedem Falle 1:1,032. Dabei gehören die mit x) gekennzeichneten Ausführungsbeispiele 14 bis 21 wegen der Über-oder Unterschreitungen der Anteile
einzelner Zusätze nicht zum beanspruchten Boreich der erfindungsgemäßen Lösungen.
labeile 3
Basis Didymoxid Nb2O6 Zusätze in Gew.-%zur Basiskomponenie 2O6 Lotglas Li2ZrO3 Li2SnO3 Li2TiO3 MnCO3 ε, T, 0C
Aus- komponente 4PbONb
füh- nach
rungs- Tabollei
bei-
spiele
lfd.
Nr. 10 0,1 0,2 4 0,2 — — 0,3 6200 1120
7 10 0,1 0,2 0,2 4 — 0,2 — 0,3 6100 ' 1120
8 10 0,1 0,2 0,2 4 — — 0,2 0,3 6000 1120
9 10 0,4 0,5 0,2 8 1,2 — — 0,3 6100 1120
10 10 0,4 0,5 1,0 8 — 1,2 — 0,3 6300 1120
11 10 0,4 0,5 1,0 8 — — 1,2 0,3 6200 1120
12 10 0,3 0,4 1,0 6 0,3 0,2 0,2 0,3 6500 1120
13 10 — 0,4 0,8 6 0,3 0,2 0,2 0,3 5500 1140
14*» 10 0,8 0,4 0,8 6 0,3 0,2 0,2 0,3 5000 1120
15»· 10 0,3 0 0,8 6 0,3 0,2 0,2 0,3 5200 1140
16*» 10 0,3 0,4 0,8 6 0,3 0,2 0,2 0,3 4800 1150
17" 10 0,3 0,4 0 2,5 0,3 0,2 0,2 0,3 6100 1150
18"' 10 0,3 0,4 0,8 9 0,3 0,2 0,2 0,3 4800 1100
19" 10 0,3 0,4 0,8 6 — — — 0,3 5500 1140
20"' 10 0,3 0,4 0,8 6 0,4 0,6 0,4 0,3 5300 1120
21" 5 0,3 0,4 0,8 6 0,3 0,2 0,2 0,3 6300 1120
22 6 0,3 0,4 0,8 ν 6 0,3 0,2 0,2 0,3 6200 1120
23 0,8
" Molverhältnis (Ba + Sr):Ti im Bariumtitanat 1:1,032
Bei der an sich bekannten, oben genannten Herstellung der keramischen Dielektrika und der Musterscheibenkondensatoren von 10mm Durchmesser und einer Dicke von 1,5mm sowie von keramischen Vielschicht-Chipkondensatoren wurden folgende konkretisierende Aufbereitungsbedingungen eingehalten:
Die entsprechenden Rohstoffe zur Aufbereitung der Lithiumverbindungen und von 4 PbO · Nb2O6 wurden 24 h lang in Trommelmühlen gemischt, wobei das Gewichtsverhältnis Rohstoffe:Flintsteine:Wasser =1:1:1 war, getrocknet und 2h lang einer Vorbildungstemperatur von 1023 K für nPbO · Nb2Or, und η = 2. ..6 bzw. 1273 K für die Lithiumverbindungen ausgesetzt. Das eingesetzte Lotglas bestand aus
85Gew.-%PbO 6Gew.-% B2O3 4Gew.-%ZnO 1Gew.-% AI2O3 1Gew.-%SiO2
und einem Rest an Verunreinigungen und Fluoriden.
Als Seltenerdoxide wurde Didymoxid verwendet. Bei der Aufbereitung der keramischen Dielektrika aus den vorbereiteten Komponenten und den weiteren Zusätzen wurden die eingewogenen Mengen in Trommelmühlen, die in gleichen Gewichtsanteilen Wasser und Mahlkörper enthielten, 48h lang gemischt und gemahlen, danach in einer Schwingmühle auf f.ine Korngröße dM = 1,5μηι feinzerkleinert und bis zu einer Restfeuchte < 1 % getrocknet. Die Herstellung der Scheibenkondensatoren erfolgte im Trockenpreßverfahren unter Verwendung von 3Gew.-% PVA als Preßhtlfsmittol. Alle Kondensatoren aus erfindungsgemäßen Zusammensetzungen wurden bei 1393 K mit einer Haltezeit von 2 h
gesintert und die Elektroden durch Versilbern aufgebracht.
Die Herstellung keramischer Vielschichtkondensatoren aus den erfindungsgemäßen Dielektrika erfolgte auf bekannte Weise
durch die wesentlichen technologischen Schritte Schlickeraufbereitung auf Basis von Polymethacrylatzugabe, Gießen der
Rohfolien, visuelle Fehlerermittlung mittels Lichtkasten, Siebdrucken der Pd/Ag-Elektroden, Stapeln, Schneiden zu einzelnen Kondensatorkörpern, thermische Austreibung der Bindemittel, Sinterung bei 112O0C und 2stündiger Haltezeit und Kontaktierung der Stirnflächen. Die Kenndaten Verlustfaktor, Isolationswiderstand bzw. Zeitkonstante, Temperaturgang der Kapazität genügten bei allen Kondensatoren aus erfindungsgemäßen Dielektrika den Anforderungen dor Aufgabenstellung.

Claims (3)

1. Keramische Dielektrika der Klasse 2 nach IEC187 auf der Basis von Gemengen aus 85-95 Gew.-% Bariumtitanat und 15-5Gew.-% eines Ba-, Ca- oder Sr-Zirkonates oder einer Mischung derselben Zirkonate oder Mischungen, in denen diese Zirkonate bis zu 80 Gew.-% durch die Stanate des Ba, Ca und Sr und/oder bis zu 16 Gew.-% durch die Titanate des Ca und Sr ersetzt sein können, wobei diese Gemenge selbst bei einer Temperatur zwischen 1500 K und 1700K sinternde Dielektrika darstellen, die der Klasse 2 E 5 und IEC genügen, und Zusätzen, dadurch gekennzeichnet, daß
• das Molverhältnis der unter Berücksichtigung der Verunreinigungen in den Rohstoffen eingesetzten 2wertigen Erdalkalioxide zum TiO2 im Bariumtitanat zwischen 1:1,015 bis 1:1,045 liegt und
• daß die Zusätze aus
1-5Gew.-%ZnO,
4~8Gew.-% Lotglas,
0,1-0,4Gew.-% der Seltenerdoxide von Ce, La, Nd, Pr, Sm oder Mischungen daraus, wie Didymoxid,
0,2-0,5 Gew.-% Nb2O5,
0,2-1,0Gew.-% η PbO · Nb2O6 mit η = 2...6,
0,2-1,2Gew.-% Li2ZrO3 und/oder
0,2-1,2Gew.-% Li2SnO3 und/oder
0,2-1,2 Gew.-% Li2TiO3 und
0,1-0,3Gew.-% MnCO3 bestehen,
wobei das Lotglas folgende Zusammensetzung aufweist:
80-90 Gew.-% PbO,
4-8 Gew.-% B2O3,
2-6Gew.-%ZnO,
0,5-2 G ew.-% AI2O3,
0,5-2Gfc'W.-% SiO2 und
<0,4Gew.-% Fluoride,
und wobei der Anteil der genannten Li-Verbindungen insgesamt 1,2Gew.-% nicht übersteigt.
2. Keramische Dielektrika nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß das verwendete Lotglas folgende Zusammensetzung aufweist:
85Gew.-%PbO
6Gew.-%B2O3
4Gew.-%ZnO
1Gew.-%AI2O3
1 Gew.-% SiO2
3Gew.-% Verunreinigungen und Fluoride
3. Keramisches Dielektrikum nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Mischung der Seltenerdoxide Didymoxid folgender Zusammensetzung verwendet wird:
Nd2O3 > 58 Gew.-%
Pr6Oii<23Gew.-%
La2O34...8Gew.-%
CeO2<5Gew.-%
Sm2O3 und weitere Seltenerdoxide < 10Gew.-%
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* Cited by examiner, † Cited by third party
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EP0534801A1 (de) * 1991-09-27 1993-03-31 Ngk Insulators, Ltd. Verfahren zur Herstellung einer bei tiefer Temperatur brennbaren dielektrischen keramischen Zusammensetzung

Cited By (2)

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EP0534801A1 (de) * 1991-09-27 1993-03-31 Ngk Insulators, Ltd. Verfahren zur Herstellung einer bei tiefer Temperatur brennbaren dielektrischen keramischen Zusammensetzung
US5292694A (en) * 1991-09-27 1994-03-08 Ngk Insulators, Ltd. Method of producing low temperature firing dielectric ceramic composition containing B2 O3

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