DD275469A5 - Wasser- und lösungsmittelfreies, kaltbindendes, in der Bauindustrie verwendbares Mittel - Google Patents

Wasser- und lösungsmittelfreies, kaltbindendes, in der Bauindustrie verwendbares Mittel Download PDF

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DD275469A5 DD31478688A DD31478688A DD275469A5 DD 275469 A5 DD275469 A5 DD 275469A5 DD 31478688 A DD31478688 A DD 31478688A DD 31478688 A DD31478688 A DD 31478688A DD 275469 A5 DD275469 A5 DD 275469A5
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Rudolf Semsei
Bela Racz
Belane Karacsonyi
Pal Gittinger
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Kemikal Epitoanyagipari Vall F
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    • C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
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    • C08L95/00—Compositions of bituminous materials, e.g. asphalt, tar, pitch

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Abstract

Die Erfindung betrifft ein wasser- und loesungsmittelfreies, kaltbindendes, aus zwei Komponenten bestehendes, in der Bauindustrie verwendbares Mittel, das sich durch universelle Verwendbarkeit, niedrige Herstellungskosten und Umweltfreundlichkeit auszeichnet. Die erste Komponente besteht aus Bitumen oder modifiziertem Bitumen, fluessiger Fettsaeure oder Naphtensaeure und Fuellstoff oder aus Rapsoel und Schwefel hergestelltem Schwefelfaktis, die zweite Komponente aus trocknendem oder halbtrocknendem Pflanzenoel und Schwefel hergestelltem Faktis, Zink- oder Magnesiumoxyd bzw. Erdalkalimetalloxyd oder -hydroxyd oder deren Gemisch, Fuellstoff und gegebenenfalls Gummimehl. Die Prozentsaetze und Mischungsverhaeltnisse sind den Anspruechen zu entnehmen.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung bezieht sich auf ein wasser- und lösungsmittelfreies, kaltbindendes, aus zwei Komponenten bestehendes, in der Bauindustrie verwendbares Mittel.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Auf zahlreichen Gebieten der Tief- und Hochbauindustrie treten Klebe- und Fugenabdichtungsaufgaben auf, die weder mit heißen Bitumendichtungsmassen, noch mit lösungsmittelhaltigen oder Emulsionserzeugnissen gelöst werden können. Zur Reparatur von Dachisolierungen oder zur Abdichtung von Dilatationsfugen bei hochwertigen Bauobjekten (Brücken, Tunneln, Tübbinge) sowie zur Ausfüllung von Fugen stehen zwar verschiedene Produkte auf Zweikomponentenepoxyharz- oder Polyurethanbasis zur Verfügung, die Steinkohlenteer und/oder Bitumen, sowie auch Lösungsmittel enthalten. Ihr Nachteil liegt jedoch darin, daß sie im allgemeinen nur für spezifische, bestimmte Verklebungszwecke geeignet sind oder 40 bis 50 % Lösungsmittel enthalten und somit umweltverschmutzend und feuergefährlich sind.
Die Lösungsmittel oder wäßrige Emulsion enthaltenden, auch kalt verarbeitbaren Bitumen-Kompositionen lassen sich beispielsweise dort wo das Trocknen des Klebstoff-Films nicht gesichert oder die beim Trocknen auftretende Schrumpfung ausgeschlossen ist, nicht anwenden, so z. B. beim Verkleben von Wasserdichtungsplatten oder beim Ausfüllen von Dilatationsfugen. Für die Reparatur von Betonstraßen und Bahnen sind im allgemeinen Teer-Epoxyd- oder Bitumen-Epoxydmassen mit hohem Füllstoffgehalt bekannt, da diese an Beton gut haften und die gewünschte Elastizität besitzen. Wegen des hohen Kostenaufwands werden diese aber nur bei besonderen Bauobjekten, z. B. bei der Reparatur der Start- und Landepisten von Flughäfen eingesetzt. Klebstoffe auf Epoxydharzbasis beziehungsweise Kautschuk- und Kunstkautschukklebstoffe sind bekannt. Zum Abdichten von Fugen verwendet man Kitte und Spachtelmassen auf Kunststoffbasis, wie Produkte auf Polysulfide Butylkautschuk-, Polyisobutylen-, Polyurethan- oder Silikonkautschukbasis. Ihr Nachteil ist der hohe Kostenaufwand, wodurch sie aus wirtschaftlichen Gründen nur beschränkt einsetzbar sind. Der Nachteil der bekannten Produkte liegt also zum einen in ihren hohen Kosten oder zum anderen darin, daß sie aus technischen Gründen für verschiedene Anwendungszwecke nicht eingesetzt werden können. So ist zum Beispiel bisher kein Klebstoff bekannt, der sich von selbst in der erforderlichen Schichtdicke ausbreitet und damit Ungleichmäßigkeiten von Oberflächen ausgleicht, oder bei dem die Lage des zu verklebenden Materials auch nach der Verlegung noch für eine längere Zeit beliebig korrigiert bzw. reguliert werden kann. Dauernd plastische Eigenschaften lassen sich nur durch Zugabe von teuren Kunststoffen verwirklichen, dabei läßt sich aber gewöhnlich auch die Anwendung von Lösungsmitteln nicht vermeiden.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, ein die Mängel des Standes der Technik nicht aufweisendes Mittel der eingangs genannten Art bereitzustellen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein kalt anwendbares, dauernd plastisches Mittel mit regelbarer Abbindezeit zu schaffen, das sich für die verschiedensten Anwendungszwecke gut einsetzen läßt und wasser- und lösungsmittelfrei ist. Es soll einfach verwendbar sein und keine Gesundheits- und Umweltschäden verursachen. Es besteht aus zwei Komponenten A und B, wobei diese erfindungsgemäß die folgende Zusammensetzung haben.
Komponente A:
i) 40 bis 60 % Bitumen oder mit 2 bis 6% Polybutadien-Polystyrol modifiziertes Bitumen, ii) 20 bis 40 % flüssige Fettsäure oder Naphtensäure und
iii) 20 bis 40% Füllstoff oder
5 bis 10% aus vorbehandeltem Rapsöl und Schwefel hergestellter Schwefeifa ktis mit einem Gesamtschwefelgehalt
von 19%; Komponente B: i) 10 bis 20% aus trocknendem oder halbtrocknendem Pflanzenöl und Schwefel hergestellter, 5 bis 10% Schwefel
enthaltender flüssiger Faktis, ii) 10 bis 20% Zink-oder Magnesiumoxyd,
Erdalkalimetalloxyd oder -hydroxyd, Chlorkalk oder deren Gemisch, iii) 10 bis 90 % Füllstoff, vorzugsweise Quarzmehl oder Sand mit einer Korngröße von 0 bis 3 mm
iv) 0 bis 20% Gummimehl.
Das Mischungsverhältnis zwischen den Komponenten A und B beträgt 1 bis 3:3 bis 1. Eine bevorzugte Komposition ist dadurch gekennzeichnet, daß seine Komponente A
40 bis 60% Bitumen oder mit 2 bis 6% (im Verhältnis von 70:30 bis 60:40) Polybutadien-Polystyrol-Blockpolymer modifiziertes Bitumen,
20 bis 40% flüssige Fettsäure mit durchschnittlich 17 oder 18 Kohlenstoffatomen, 20 bis 40% Füllstoff und 0 bis 5%thixotropierenden Zusatzstoff enthält, während die
Komponente В
10 bis 20% aus trocknendem Pflanzenöl und Schwefel hergestellter Faktis mit 8 bis 20% Schwefelgehalt, 10 bis 20% Zinkoxyd, Magnesiumoxyd, Erdalkalimetalloxyd oder -hydroxyd, oder deren Gemisch und 60 bis 80% Füllstoff enthält,
wobei das Mischungsverhältnis der Komponenten A und B1 Bis 3:3 bis 1 beträgt.
Eine andere Komposition nach der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Komponente A
40 bis 60% Bitumen,
20 bis 40% flüssige Fettsäure mit einer durchschnittlichen Kohlenstoffatomzahl von 17 bis 18 oder Naphtensäure, 5 bis 10% von aus vorbehandeltem Rapsöl und Schwefel hergestellten Schwefelfaktis mit 17 bis 19% Gesamtschwefelgehalt, und die
Komponente B
10 bis 20% Zinkoxyd, Magnesiumoxyd, Kalziumoxyd (gebrannter Kalk) oder -hydroxyd, oder Chlorkalk oder deren Gemisch. 20 bis 90% Füllstoff,
1 bis 20% Gummimehl enthält
und das Mischungsverhältnis der Komponenten A und B1 bis 3:3 bis 1 beträgt.
Das Bitumen wird mit 2 bis 8% beziehungsweise 2 bis 6%thermoplastischem Mischpolymer vom Typ SBR oder SBS modifiziert. Derartige Produkte sind als Europren 161A und 161 B (Enichem, Italien), Catiflex 1101,1194,1186 (Shell Co.), Finapren 411, Claprene (Shell) bekannt. Das Molgewicht dieser Produkte (Kunstkautschuk) beträgt 120 bis 280000. Die flüssige Fettsäure kann Talkölfettsäure sein, deren Jodzahl 84 bis 92 beträgt. Als Fettsäure kann neben Talgfettsäure technische Fettsäure mit einer Jodzahl von 20 und einer Verseifungszahl von 185 bis 210, Sonnenblumenölfettsäure, Rapsölfettsäure, Palmkernölfettsäure, Kokosölfettsäure oder Leinölfettsäure zur Anwendung kommen. Der inerte Füllstoff mit einer Korngröße von 0 bis 1 mm ist Sand oder Quarzmehl, Andesit, Basalt, Gesteinsmehl, Talk, Kaolin, Bentonit, Ton, Mikrosilikatpulver, Tonerdehydrat, Korundmehl, Asbestfaser, Mineralwolle, Kunststoff-Faser, Viskosefaser usw. oder ein Gemisch daraus. Das trocknende oder halbtrocknende Öl, das zur Faktisherstellung geeignet ist, ist Sonnenblumen-, Raps-, Baumwollsamen-, Kürbiskern-, Sesam-, Hanfsamen-, Oliven-, Soja-, Fisch-, Mais-, Lein- oder Rizinusöl, deren Jodzahl 80 bis 200 beträgt, jedoch kann auch ein trocknender Pflanzenfirnis verwendet werden. Die Qualität und Zusammensetzung des inerten Füllstoffs kann wie vorher erwähnt sein, jedoch ist die Anwendung von Sand mit einer Korngröße von 0 bis 1 mm vorteilhaft. Das Verhältnis der Komponenten A und B läßt sich innerhalb der angegebenen Grenzen variieren, es ist jedoch zu bemerken, daß für Verklebungszwecke die Anwendung eines Gemisches im Verhältnis von 2:1 günstig ist, während für die Fugenabdichtung ein Mischungsverhältnis von 1:1 zweckmäßig ist.
Das erfindungsgemäße Mittel wird hergestellt, indem man das Bitumen bei einer Temperatur oberhalb seines Erweichungspunktes, zweckmäßig zwischen 160 und 1800C, unter Umrühren mit thermoplastischem Styrol-Butadien-Mischpolymer stufenweise versetzt, dem homogenisierten Gemisch unter lebhaftem Umrühren die flüssige Fettsäure und der noch warmen Mischung den Füllstoff zusetzt, das Gemisch auf 30 bis 4O0C abkühlen läßt und die so erhaltene Komponente A getrennt aufbewahrt.
Getrennt hiervon kocht man aus trockendem Pflanzenöl und Schwefel ein Faktis mit 8 bis 10% Gesamtschwefelgehalt. Nach dem Abkühlen mischt man bis zur Homogenisierung das Zink- oder Magnesiumoxyd bzw. die Erdalkalimetalloxyde zu, dann homogenisiert man nach Zugabe der Füllstoffe die so erhaltene Komponente B. Die Einhaltung der Mischungsreihenfolge der Komponenten ist zweckmäßig, da dann die Stabilität des Erzeugnisses besser wird.
In alternativer Weise versetzt man bei der Herstellung der Komponente A das Bitumen bei 160 bis 170"C mit dem harten oder halbharten Faktis und dann mit der Fettsäure. In einem separaten Schritt werden das Zink- oder Magnesiumoxid oder das Erdalkalimetalloxyd beziehungsweise der Chlorkalk, die Füllstoffe und das Gummimehl zugesetzt und homogenisiert. Wesentliche Voraussetzung für eine sachgemäße Herstellung des Mittels ist eine vollständige Vermischung der Komponenten A und B, dazu genügen im allgemeinen Mischzeiten von 5 bis 10 Minuten. Die Topfzeit der flüssigen, mörtelartigen Masse beträgt je nach der Temperatur 2 bis 2,5 Stunden, jedoch läßt sich die Topfzeit auch verlängern oder durch Zugabe einer aliphatischen Karbonsäure zur Komponente A - höchstens 5% bezogen auf die Masse derselben - wesentlich verkürzen. Im Prinzip läßt sich die Topfzeit zwischen 10 Minuten und 24 Stunden regeln. Während der Topfzeit wird die mörtelartige Masse nicht dick. Sie breitet sich gut von selbst aus und erst nach einer gewissen Zeit setzt die Abbindung plötzlich ein, wobei die Masse in 10 bis 15 Minuten aushärtet. Der dauernd plastische Zustand bleibt jedoch erhalten.
Die Zusammensetzung des erfindungsgemäßen Mittels ist neu, ähnlicher bitumenhaltiger Klebstoff oder ein anderes ähnliches Mittel zur Fugenabdichtung ist im Handel nicht erhältlich und auch nicht anderweitig bekannt geworden. Das Abbinden des Mittels erfolgt in kaltem Zustand bei Umgebungstemperatur, vorzugsweise bei Temperaturen von etwa 200C und setzt sich vermutlich aus drei Phasen zusammen:
Bei der Verseifung zwischen dem verwendeten Metalloxyd und der freien Fettsäure bildet sich eine Bindung, deren Zeitdauer geregelt werden kann. Durch Zugabe einer aliphatischen Karbonsäure läßt sich diese Zeit verkürzen, während sich durch Zugabe von Faktis die Bindung inhibieren läßt, wodurch sich die Zeitdauer verlängert. Gleichzeitig mit diesem Vorgang bilden sich zwischen Faktis, Metalloxyd, ungesättigter Fettsäure und eventuell den ungesättigten Bindungen des Kunstkautschuks teilweise oder vollständig vernetzte Bindungen aus. In den sich mit Luft und Licht berührenden Schichten der gebundenen Masse erhärtet der unverseifte Rückstand des halbgesättigten Pflanzenöls und der ungesättigten Fettsäure während verhältnismäßig langer Zeit unter Sauerstoff aufnahme, wobei die verwendete Masse „durchhärtet". Dies läßt sich anhand des Aufhörens der Klebrigkeit und der langsamen Erhöhung des Erweichungspunktes feststellen.
Das erfindungsgemäße Mittel hat den Vorteil, daß bei der Anwendung die Schichtdicke veränderlich ausgebildet werden kann, mit einem schnellen Beginn der Abbindung muß nicht gerechnet werden, die Masse „verbreitet sich". Infolge der Regelbarkeit läßt sich die Position (Lage) der zu verklebenden Materialien auch nach der Verlegung nachrichten, dabei wird das zu verklebende Material weder durch Wärmeeinwirkung noch durch chemische Einwirkung beschädigt. Nach dem Gebrauch bleibt die Masse
dauernd plastisch und übernimmt die Bewegungen ohne Bildung von Rissen. Die Masse haftet gut auf einer trockenen Grundlage, danach wird die Schicht feuchtigkeitsbeständig, nimmt kein Wasser auf und bindet auch unter Wasser ab. Bei der praktischen Anwendung des Mittels kann das Verkleben, das Abdichten von Fugen oder eine sonstige Arbeit mit einfachen Geräten durchgeführt werden, ohne daß eine Brandgefahr oder die Gefahr einer Gesundheitsschädigung besteht, Fachkräfte sind nicht erforderlich. Die erfindungsgemäßen Mittel lassen sich unter anderem zur Ausfüllung von Fugen bei Betongehwegen und Dachisolierelementen, zum Verkleben von Parkett oder von Dachbahnen anwenden. Ihre Anwendung ist außerordentlich wirtschaftlich, da der Aktivstoffgehalt des Mittels aus billigen, leicht zugänglichen Komponenten zusammengestellt werden kann. Durch Veränderung des Verhältnisses der Komponenten A und B ist auch der Charakter des Mittels variierbar. Weitere Einzelheiten der Erfindung sind aus den Ausführungsbeispielen ersichtlich.
Ausführungsbeispiele Beispiel 1
Eine zum Fugenausgießen geeignete Masse wird ausfolgenden Komponenten hergestellt. Komponente A:
30% Bitumen B-90 (Erweichungspunkt 46°C, Penetration 71 bis 100)
2% Styrol-Butadien-MischpolymerfEuroprene 161 A), Durchschnittsmolekulargewicht 280000 20% Ölsäure (Olein)
40% Sand mit einer Korngröße von 0 bis 1 mm Komponente B:
10% aus Schwefel und Sonnenblumenöl hergestellter, 10% Schwefel enthaltender Faktis 10% Zinkoxyd (Zinkweiß) 80% Sand mit einer Korngröße von 0 bis 1 mm
In der Komponente B kann anstelle von Pflanzenöl teilweise oder auch ganz flüssiger Steinkohlenteer oder flüssiger Benzinpyrolyseteer eingesetzt werden.
Zur Herstellung der Komponente A erwärmt man das Bitumen in einer heizbaren, mit einem Rührer ausgestatteten Vorrichtung unter lebhaftem Umrühren auf 1800C, und zwar unter Zugabe des Mischpolymers innerhalb von 45 bis 60 Minuten. Dann gibt man zum homogenen Gemisch die Ölsäure, rührt lebhaft einige Minuten lang und versetzt dann die noch warme Mischung unter weiterem Rühren mit dem Sand. Das Umrühren wird unter Wasserkühlung so lange fortgesetzt, bis die Temperatur der Mischung auf 35 bis 400C abgesunken ist.
Dann wird das schwarze, flüssige Produkt in Behälter abgefüllt. Bei der Herstellung der Komponente B bereitet man erst den Faktis aus trockenem Pflanzenöl und Schwefel, indem man das Pflanzenöl auf 130 bis 1400C erwärmt, den pulverförmigenoder lamellaren Schwefel zugibt und bei dieser Temperatur 3 bis 4 Stunden lang bis zum vollständigen Einbau des Schwefels rührt. Der entstandene Pflanzenölfaktis bildet eine dunkelbraune, bei starkem Licht durchsichtige, ablagerungs- und trübungsfreie Flüssigkeit. Der abgekühlte flüssige Faktis wird mit dem Zinkoxyd (Zinkweiß) zu einer homogenen Paste vermischt. Danach wird der feine Sand zugegeben. Man erhält eine sog. erdfeuchte Masse, deren Farbe und Aussehen dem von nassem Sand ähnlich ist, und die in Säcken verpackt werden kann. Die so hergestellten Komponenten A und B werden zu im Verhältnis von 1:1 bei geringen Mengen von Hand, bei größeren Mengen maschinell vermischt. Die vollständige Vermischung kann in 5 bis 10 Minuten erreicht werden. Die Topfzeit der so hergestellten flüssigen und sich selbst ausbreitenden Vergußmasse beträgt je nach der Temperatur 2 bis 2,5 Stunden, während dieser Zeitdauer wird sie nicht dick, fließt gut und breitet sich gut aus. Anschließend beginnt, besonders bei einer Temperatur über 2O0C, plötzlich das Abbinden, die Masse bindet in der Fuge oder im „Topf" in 10 bis 15 Minuten ab.
Beispiel 2
Eine zum Kaltverkleben geeignete elastische Komposition läßt sich durch Vermischen der im Beispiel 1 beschriebenen Komponenten A und B bei einem Mischverhältnis von 2:1 herstellen. Die zum Verkleben verwendbare Masse besitzt eine niedrigere Viskosität und eine kürzere Bindezeit als die Masse nach Beispiel 1.
Beispiel 3
Schnellbindende Arten der in den Beispielen 1 und 2 beschriebenen Fugenverguß- und Klebekompositionen lassen sich herstellen, indem man zur Komponente AO,05 bis 0,5% konzentrierte Essigsäure gibt. Die Zugabe der Essigsäure kann auch am Anwendungsort, bei Umgebungstemperatur erfolgen. Mit dieser Lösung kann die Bindezeit unabhängig von der Temperatur innerhalb breitar Grenzen wunschgemäß eingestellt und verändert werden.
Beispiel 4
Ausfolgenden Komponenten wird eine hartbindende, nichtelastische Glättungsmasse hergestellt.
Komponente A:
40% Bitumen B30 (Erweichungspunkt 600C, Penetration 20 bis 45)
20% flüssige Cir-Cie-Pflanzenfettsäure
40% Quarzsand mit einer Korngröße von 1 bis 3 mm.
Komponente B:
10% aus trockenem Pflanzenölfirnis und Schwefel hergestellter, 10% Schwefel enthaltender Faktis 10% Kalkhydratpulver (trockengelöschter Baukalk)
80% Quarzmehl mit einer Korngröße von 0 bis 1 mm.
Die beiden Komponenten werden im Mischungsverhältnis von 1:1 verwendet. Man erhält eine schnellbindende Masse. Anstelle von Bitumen kann teilweise oder vollständig Steinkohlenteerpech (Goudron) oder geblasenes Benzinpyrolyseteerpech mit einem ähnlichen Erweichungspunkt eingesetzt werden.
Beispiel 5
Eine mit Oxydfarben färbbare Glättungsmasse läßt sich aus folgenden Komponenten herstellen, Komponente A:
60% flüssiges, destilliertes Fettsäuregoudron (Jodfarbzahl 100) 40% zerkleinerter, sortierter Kies mit einer Korngröße von 1 bis 3 mm Komponente B:
aus Rapsöl und Schwefel hergestellter, 10% Schwefel enthaltender flüssiger Faktis 10% MgO (kalziniertes Magnesium) 80% Dolimitmehl oder Kalksteinmehl mit einer Korngröße von 0 bis 1 mm.
Die beiden Komponenten werden im Mischungsverhältnis von 1:1 verwendet. Zum Färben gibt man zu der Glättungsmasse bis zum Erreichen der gewünschten Farbe 5 bis 10% Eisenoxydrot- oder Oxydgrünfarbe.
Beispiel 6
Herstellung einer Masse zum Ausfüllen von Fugen oder zum Verkleben von vertikalen Oberflächen vermengt man die Komponente B gemäß Beispiel 1 im Mischungsverhältnis von 1:1 oder 1 ;2 mit der Komponente A, die folgende Zusammensetzung hat. Komponente A: 38,0% Bitumen B-90 2,0% 60/40 Polybutadien-Polystyrol Mischpolymer 19,5%Tallölfettsäure 40,5%Mikrosilikapulver(mit92%SiO2-Gehalt, bei derFerrosiliziumherstellung entstehendes Abfallpulver, das zu 50% eine Korngröße unter 6μιη aufweist).
Bei der Herstellung der Komponente A vermischt man das modifizierte Bitumen warm mit dem Mikrosilikapulver, nach der Homogenisierung wird die Tallölfettsäure zugesetzt. Anschließend wird gemäß Beispiel 1 gearbeitet.
Beispiel 7
Aus den angeführten Komponenten stellt man ein zum Verkleben und als Vergußmasse verwendbares Mittel her: Komponente A: 60% Bitumen B-90 35% Ölsäure (C17-C18)
5% aus vorbehandeltem Rapsöl hergestellter Hartfaktis mit 19% Schwefelgehalt Komponente B:
1% Ca(OH)2 9% Zinkoxyd 10% Gummimehl (Mahlgut aus Gummireifen mit einer maximalen Korngröße von 1 mm) 80% Quarzsand (Korngröße max. 1 mm).
Das Bitumen wird bei 160 bis 170°C mit dem Hartfaktis vermengt, abgekühlt und mit Ölsäure versetzt. Die Komponente B wird durch Vermischen von Zinkoxyd, Gummimehl und Quarzsand hergestellt.
Beispiel 8
Aus folgenden Komponenten wird ein als Vergußmasse verwendbares Mittel hergestellt.
Komponente A:
60% Bitumen B-90 30% Ölsäure (C17-C18) 10% aus Rapsöl hergestellter mittelharter Faktis mit einem Schwefelgehalt von 19% Komponente B:
10% Chlorkalk (mit 25 bis 30% Aktivchlorgehalt) 10% Gummimehl (gemäß Beispiel 7) 80% Quarzsand.
Die Komposition wird nach dem Verfahren gemäß Beispiel 7 hergestellt.
Beispiel 9
Man stellt eine Klebstoff- und Vergußmassekomposition aus folgenden Komponenten her. Komponente A gemäß Beispiel 8 und Komponente B:
5% Zinkoxyd
5% Magnesiumoxyd 20% Gummimehl 70% Quarzsand. Die Komposition wird gemäß Beispiel 7 hergestellt.

Claims (7)

1. Wasser- und lösungsmittelfreies, kaltbinden des, aus zwei Komponenten bestehendes, in der Bauindustrie verwendbares Mittel auf Bitum 3nbasis, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Komponente A
i) 40 bis 60 % Bitumen oder mit 2 bis 6 % Pc lybutadien-Polystyrol modifiziertes Bitumen, ii) 20 bis 40% flüssige Fettsäure oder Naph ensäure und
iii) 20 bis 40% Füllstoff oder
5 bis 10 % aus vorbehandeltem Rapsöl ind Schwefel hergestellten Schwefelfaktis mit einem
Gesamtschwefelgehaltvon 19%
enthält, und daß die
zweite Komponente B
i) 10 bis 20% aus trocknendem oder halbtrocknendem Pflanzenöl und Schwefel hergestellten,
5 bis 10 % Schwefel enthaltenden flüssigen Faktis,
ii) 10 bis 20 % Zink- oder Magnesiumoxyd, Erdalkalimetalloxyd oder-hydroxyd, Chlorkalk oder
deren Gemisch und
iii) 10 bis 90 % Füllstoff, vorzugsweise Quar :mehl oder Sand mit einer Korngröße von 0 bis 3 mm und
0 bis 20 % Gummimehl
enthält, wobei das Mischungsverhältnis zwischen den Komponenten A und B1 bis 3:3 bis 1 beträgt.
2. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Komponente A:
40 bis 60% Bitumen oder mit 2 bis 6% Polybutadien-Polystyrol modifiziertes Bitumen, 20 bis 40% flüssige Fettsäure und
20 bis 40% Füllstoff und die
Komponenten B:
10 bis 20% aus trocknendem oder halbtrocknendem Pflanzenöl und Schwefel hergestellten, 5 bis 10% Schwefel enthaltenden flüssigen Faktis,
10 bis 20% Zink- oder Magnesiumoxyd, Erde !kalimetalloxyd oder -hydroxyd, Chlorkalk oder deren Gemisch,
60 bis 80% Füllstoff, vorzugsweise Quarzme il oder Sand mit einer Korngröße von 0 bis 3 mm oder
0 bis 20% Gummimehl enthält und das Mischungsverhältnis zwischen den Komponenten A und B1 bis 3:3 bis 1 beträgt.
3. Mittel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß es anstelle von Bitumen und Fettsäure Fettsäuregoudron enthält.
4. Mittel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß es als flüssige Fettsäure Ölsäure oder Olein-Tallölfettsäure oder gemischte flüssige pflanzliche Fettsäuren enthält.
5. Mittel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das trocknende oder halbtrocknende Öl Sonnenblumen-, Raps-, Hanfsamen-, Oliven-, Fisch-, Lein- oder Sojaöl oder ein derartiges Öl enthaltender Firnis ist.
6. Mittel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeic met, daß es als Erdalkalimetalloxyd Kalkhydratpulver oder gebrannten Kalk enthält.
7. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeic inet, daß die
Komponente A:
40 bis 60% Bitumen
20 bis 40% flüssige Fettsäure mit durchschni tuch 17 bis 18 Kohlenstoffatomen oder Naphtensäure 5 bis 10% von aus vorbehandeltem Rapsöl nd Schwefel hergestellten Schwefelfaktis mit einem Gesamtschwefelgehaltvon 17 bis 19% und с 9
Komponente B:
10 bis 20% Zinkoxyd, Magnesiumoxyd, Kalzi moxyd (gebrannter Kalk) oder -hydroxyd, oder Chlorkalk oder deren Gemisch
10 bis 90% Füllstoff
1 bis 20% Gummimehl
enthält und das Mischungsverhältnis zwischi η den Komponenten A und B1 bis 3:3 bis 1 beträgt.
DD31478688A 1987-04-16 1988-04-15 Wasser- und lösungsmittelfreies, kaltbindendes, in der Bauindustrie verwendbares Mittel DD275469A5 (de)

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