DE3228563C2 - Bitumenpräparat, Verfahren zu dessen Herstellung und seine Verwendung - Google Patents

Bitumenpräparat, Verfahren zu dessen Herstellung und seine Verwendung

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    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08LCOMPOSITIONS OF MACROMOLECULAR COMPOUNDS
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Abstract

Gegenstand der Anmeldung ist ein wäßriges Bitumenpräparat mit einem Gehalt an mindestens 1 bei der Umgebungstemperatur plastischen Bitumen in einem wäßrigen Medium, welches das Bitumen beziehungsweise die Bitumina im wäßrigen Medium mit einem Aluminiumhydroxydgel verteilt enthält. Gegenstand der Anmeldung ist auch ein Verfahren zur Herstellung dieses Bitumenpräparates, bei welchem eine Bitumenschmelze in einem ein aus 1 oder mehr wasserlöslichen Aluminiumsalz(en) und Erdalkalimetalloxyd(en) oder -hydroxyd(en) oder Mischungen von solchen, gegebenenfalls in situ, hergestelltes Aluminiumhydroxydgel enthaltenden wäßrigen Medium verteilt wird. Ferner ist Gegenstand der Anmeldung die Verwendung dieses Bitumenpräparates als Binde-, Klebe-, Isolier- und Verfestigungsmaterial.

Description

Die Erfindung betrifft ein Bitumenpräparat sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung und seine Verwendung.
Bitumina werden sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau in außerordentlich hohen Mengen für verschiedene Zwecke verwendet. Unter den Anwendungsgebieten seien als Beispiele die folgenden genannt:
Herstellung von Asphalt mit Füllstoffen,
Herstellung von Dach- beziehungsweise Deckpappen beziehungsweise -platten mit Trägermaterialien,
Herstellung von Verklebungen und Isolierungen,
in Lösung in Lösungsmitteln Herstellung von Klebstoffen und Anstrichen beziehungsweise Glasuren und
in Kombination mit ionogenen oder nicht-ionogenen Emulgiermitteln Herstellung von wäßrigen Bitumenemulsionen.
Meistens wird das Bitumen am Ort der Anwendung geschmolzen und im geschmolzenen Zustand aufgebracht, beispielsweise beim Straßenbau und Isolieren. Das Schmelzen des Bitumens und die mit warmen Bitumen durchgeführten Arbeitsgänge sind aber umständlich, unfallträchtig und feuergefährlich. Das mehrmalige Schmelzen des Bitumens ist arbeits- und energieaufwendig.
Das Anwendungsgebiet der mit Lackbenzin oder Benzol bereiteten Bitumenlösungen ist beschränkt, sie sind
zum Grundieren von anzustreichenden Flächen oder zum Erzeugen von zeitweiligen Schutzüberzügen geeignet. Unter den wäßrigen Bitumenpräparaten sind die Bitumenemulsionen bekannt. In den Bitumenemulsionen schwebt das Bitumen im wäßrigen Medium in Form von feinverteilten Tropfen auf die Wirkung von Zusatzstoffen, Emulgiermitteln und Stabilisiermitteln hin. Durch den anionenaktiven, kationenaktiven oder nicht-ionogenen Charakter der Emulgiermittel werden die Anwendungsbedingungen, die Stabilität, der pH-Bereich, das Haftungsverhalten und die Verträglichkeit der Bitumeneniulsionen mit den in der Bauindustrie verwendeten anderen Materialien bestimmt Die Stabilität der Bitumenemulsionen wird durch Emulgiermittel und Stabilisatoren sichergestellt, diese hemmen aber zum Teil das Brechender Emulsion und die Ausbildung einer zusammenhängenden Bitumenschicht Außerdem sind die Bitumenemulsionen elektrolytempfindlich, sie sind mit chemisch aktiven Baustoffen, wie Kalk, Zement und Gips, nur beschränkt verträglich und auch ihre Stabilität ist be- ίο schränkt
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, unter Behebung der Nachteile des Standes der Technik ein wäßriges Bitumenpräparat welches auf kaltem Wege allgemein anwendbar und lagerfähig ist, in welchem das Bitumen mit den aktiven Baustoffen in vollem Umfang verträglich ist, welches bei seinem Aufbringen mit der Hand oder auf maschinellem Wege eine zusammenhängende kohärente Schicht bildet und als solches oder mit Zusatzstoffen kombiniert ohne Feuer- und Unfallgefahr einfach anwendbar ist, sov/ie ein Verfahren zu dessen Herstellung und seine Verwendung zu schaffen.
Das Obige wurde überraschenderweise durch die Erfindung erreicht
Gegenstand der Erfindung ist ein wäßriges thixotropes mörtelähnliches Bitumenpräparat mit einem Gehalt an mindestens 1 bei der Umgebungstemperatur plastischen Bitumen in einem wäßrigen Medium, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß es das Bitumen bzw. die Bitumina im wäßrigen Medium mit einem Aluminiumhydroxydgel, welches aus einem Erdalkalimetalloxyd und/oder -hydroxyd im Überschuß oder 1 oder mehr wasserlöslichen Aluminiumsalz(en) frisch hergestellt worden ist, verteilt enthält, wobei der Bitumengehalt mindestens 35 Gew.-% beträgt
Demgemäß enthält das erfindungsgemäße Bitumenpräparat als Emulgier- und Stabilisierungsmittel im Ge-
gensatz zu den bisher bekannten weiter oben diskutierten wäßrigen 3itumenpräparaten ein Aluminiumhydroxydgel, wobei das Bitumen mittels eines frisch hergestellten Aluminiumhydroxydgels in der wäßrigen Phase verteilt und stabilisiert ist Das Dispersionsvermögen des frischen Aluminiumhydroxydgeles ist außerordentlich groß, da die Oberfläche der Aluminiumhydroxydteilchen Bitumen absorbiert und diese Aluminiumhydroxydgelteilchen auf die verteilten Bitumenteilchen stabilisierend wirken. So ha: das erfindungsgemäße Bitumenpräparat Mörtelcharakter und ist thixotrop.
In den Rahmen der Erfindung fällt ferner ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen wäßrigen thixotropen mörtelähnlichen Bitumenpräparats, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß man eine Bitumenschmelze in einem aus 1 oder mehr wasserlöslichen Aluminiumsalz(en) und Erdalkalimetalloxyd(en) oder -hydroxyd(en) oder Mischungen von solchen im Überschuß, gegebenenfalls in situ, hergestelltes Aluminiumhydroxydgel enthaltenden wäßrigen Medium verteilt. Bei diesem Herstellungsverfahren erfolgt eine Reaktion, bei welcher aus dem Aluminiumsalz, insbesondere Aluminiumsulfat, und dem Erdalkalimetalloxyd und/oder -hydroxyd, insbesondere
j Kalk, ein Aluminiumhydroxyd und ein Calciumsalz, insbesondere Calciumsulfat (Gips), entsteht, wobei das
■' Erdalkalimetalloxyd und/oder -hydroxyd, insbesondere Kalk, im Überschuß vorliegt. Die anwesenden Anionen,
insbesondere Sulfatanionen, wirken auf die Gelteilchen stabilisierend, so daß das Präparat lagerfähig ist. Der Mörtelcharakter mit thioxotropen Eigenschaften des Bitumpräparates ist deshalb wichtig, weil dadurch dieses j auf senkrechte Oberflächen aufgebracht werden kann und ohne Abfließen eine zusammenhängende Schicht zu
bilden vermag. Ferner sichert der Mörtelcharakter die Stabilität während der Lagerung. Das erfindungsgemäße Bitumenpräparat ist entweder durch Aufstreichen oder Aufstreuen bzw. Aufspritzen auf die zu behandelnde Oberfläche leicht zu verarbeiten. Die Gegenwart des Alkalimetalloxyd- und/oder -hydroxydüberschusses, insbesondere Kalküberschusses, ist deswegen von Vorteil, weil dadurch die aus dem erfindungsgemäßen Bitumenpräparat sich bildende zusammenhängende Schicht die folgenden beiden vorteilhaften Eigenschaften erhält:
a) Das Bitumen bildet auf der Oberfläche des Substrates nach dem Trocknen des erfindungsgemäßen Präparates durch Verdampfen des Wassergehaltes eine zusammenhängende Schicht.
b) Das Erdalkalimetalloxyd und/oder -hydroxyd, insbesondere Kalk, bildet mit dem Aluminiumsalz, insbesondere Aluminiumsulfat, ein zusammenhängendes Erdalkaligerüst, insbesondere Calciumgerüst, in dem unter der Wirkung von Kohlendioxyd aus dem Erdalkalimetalloxyd und/oder -hydroxyd, insbesondere Kalk, ein Erdalkalimetallcarbonat, insbesondere Calciumcarbonat, entsteht. Es bildet sich also eine zusammenhängende Bitumenschicht mit einem Erdalkaligerüst, insbesondere Calciumgerüst, was die mechanischen Eigenschaften und die Widerstandsfähigkeit der Schicht erhöht
Die Art der Herstellung des Aluminiumhydroxydgeles gewährleistet die Sicherstellung eines festgelegten Bitumengehaltes von mindestens 35 Gew.-%. Thixotrope wäßrige Bitumenpräparate konnten bisher nur durch Zugabe von tonartigen Materialien, die in wäßriger Phase zu quellen vermögen, wie Bentoniten und Kaolin, hergestellt werden. Solche auf dem Gebiet der Bitumenemulsionen bekannte Zusatzstoffe haben aber den Nachteil, daß sie das Brechen der Emulsion und das Verdampfen des Wassers verzögern beziehungsweise hindern, wobei sie das Wasser binden können, weswegen sie zur Herstellung von wasserisolierenden Schichten ungeeignet sind. Bemerkenswerterweise bilden sich bei der Bildung von Aluminiumhydroxydgelen mehrkernige KomDlexionen der Struktur
H2O H2O OH2 OH2 OH
\ / \ /' \ /' \ /
H2O-A]-O-Al-O-Al-O-Al-OH
h2o' Oh2 Oh2 Oh2 oh2
Die Hauptbindungen Al — O — Al — O — können aus dem Kettenmolekül eine Spirale drehen, wonach das Aluminiumhydroxydgel eine kanalartige rohrförmige Struktur, die der der Zeolithe ähnlich ist, bildet. Durch diese Ähnlichkeit und das ähnliche Verhalten sind sowohl das erfindungsgemäße Bitumenpräparat als auch die Zeolithe enthaltenden Präparate thixotrop.
In. »Abraham, Asphalte und verwandte Stoffe«, 1939, Seiten 390 bis 394, wird unter anderem das Verrühren von geschmolzenem bituminösem Stoff mit einer Suspension eines Kolloids in Wasser und anschließendes Verdampfenlassen desselben beschrieben, wobei auch Aluminiumoxyd als Kolloid erwähnt wird. Ein in der erfindungsgemäß spezifizierten Weise frisch hergestelltes Aluminiumhydroxydgel zu verwenden, ist dieser Entgegenhaltung nirgends zu entnehmen, wobei man erst recht keinerlei Hinweis darauf findet, daß nur beim Einsatz eines derartigen Gels ein mörtelartiges Produkt für Überzugszwecke, welches bei normaler Temperatur fließt und damit vor der Verarbeitung nicht geschmolzen werden muß, erhalten werden kann. An dieser Feststellung ändert auch die gleichwertige Aufführung vor. Alkali- und Erdalkalioxyden und -hydroxyden in dieser Literaturstelle nichts. Daß das erfindungsgemäß verwendete Aluminiumhydroxydgel nicht mit dem in der erwähnten Literaturstelle beschriebenen Aluminiumoxyd gleichwertig ist, sogar noch nicht einmal vergleichbar sind, da ihr Verhalten grundlegend verschieden ist, geht aus den weiter unten folgenden Vergleichsversuchen hervor, die zeigen, daß Aluminiumoxyd und auch Magnesiumhydroxyd zur Lösung der erfindungsgemäß gestellten Aufgabe, wäßrige Bitumenpräparate, welche thioxotrop und mörtelähnlich sind und bei weichen das Bitumen im wäßrigen Medium stabil dispergiert ist, nicht geeignet sind, da Aluminiumoxyd und Magnesiumhydroxyd die dazu notwendigen Eigenschaften des Aluminiumhydroxydgeles nicht aufweisen, da aus ihnen im Gegensatz zum ein großes Volumen und damit eine große Oberfläche und so ein hohes Bitumenadsorptionsvermögen aufweisendem Aluminiumhydroxydgelniederschlag kein Niederschlag mit großem Volumen erhalten werden kann.
Ferner geht aus diesen Vergleichsversuchsergebnissen hervor, daß zur Herstellung des Aluminiumhydroxydgeles ein Erdalkalimetalloxyd bzw. Erdalkalimetallhydroxyd (im Falle dieser Vergleichsversuche gelöschter Kalk) erforderlich ist, da mit einem Alkalimetallhydroxyd (Natronlauge) kein Aluminiumhydroxydgel, welches zur Herstellung der erfindungsgemäßen Bitumenpräparate mit den genannten vorteilhaften Eigenschaften geeignet ist, hergestellt werden kann. Außerdem zeigen diese Versuche, daß das erfindungsgemäße verwendete Aluminiumhydroxydgel und das erfindungsgemäße Bitumenpräparat thixotrop sind, während das nach der erwähnten Literaturstelle verwendete, noch dazu frisch hergestellte Magnesiumhydroxyd antithixotrop ist.
Ferner wurden Versuche unter Einsatz eines erfindungsgemäßen wäßrigen Bitumenpräparats, eines nach der erwähnten Literaturstelle unter Einsatz von Magnesiumhydroxyd hergestellten Bitumenpräparats, wobei das Magnesiumhydroxyd sogar noch frisch hergestellt wurde, und des beiden Versuchen zugrundeliegende Grundbitumens miteinander verglichen, wobei festgestellt wurde, daß ein aus dem erfindungsgemäßen Bitumenpräpa-
rat hergestellter Überzug den höchsten Schmelzpunkt hat, wobei seine Penetrationswerte zeigen, daß dieser Überzug auch hart ist, und auch die Wärmebeständigkeit des aus dem erfindungsgemäßen Bitumenpräparal hergestellten Überzugs wesentlich besser ist als diejenige des aus dem bekannten Bitumenpräparat hergestellten Überzugs bzw. aus dem Grundbitumen erzeugten Überzugs.
In der FR-PS 8 46 066 sind lediglich plastische Emulsionen unter anderem von Bitumina und Wasser mit einem Gehalt an Kalk sowie ferner einem Aluminiumsalz, beispielsweise Aluminiumsulfat, und einem Alkaliborat bekannt. Aus diesem Materialien kann aber kein Aluminiumhydroxydgel, das zur Erzielung des erfindungsgemäßen Bitumenpräparates mit seinen genannten vorteilhaften Eigenschaften unerlässlich ist, entstehen, da Natriumborat, welches als Solubilisierungshilfsmittel für das Aluminiumsulfat wirkt, vorliegt, während erfindungsgemäß diese Substanz nicht verwendet vird.
Darüber hinaus wird nach dieser französischen Patentschrift das Natriumborat in einem starken Überschuß gegenüber dem Kalk verwendet, wodurch Calciumborat entsteht, welches sich an das Aluminiumsulfat anlagert, um seine leichtere Solubilisierung zu ermöglichen. Demgemäß wird nach dieser französischen Patentschrift der gesamte Kalk als Calciumborat gebunden, wobei Natronlauge entsteht, es ist jedoch unmöglich, daß Natronlauge mit Aluminiumsulfat ein Aluminiumhydroxydgel bildet.
Auch besteht nach der FR-PS 8 46 066 kein Erdalkalimetalloxydüberschuß gegenüber dem Aluminiumsulfat, da dieses durch die Reaktion mit dem Natriumborat vollständig verbraucht wird.
Die weiter unten folgenden Versuche zeigen, daß nur das erfindungsgemäße Präparat mörtelähnlichen Charakter besitzt und selbst bei 120cC diesen beibehält, wobei es nicht zu flüssig war, während das Präparat nach der FR-PS 8 46 066 genau so wie das Grundbitumen bei 1200C zu flüssig waren, wobei das Grundbitumen und das Bitumen der FR-PS 8 46 066 bei Normaltemperatur, welche in der Praxis am wichtigsten ist, wiederum zu fest und zu hart sind.
Auch die Reihenfolge der Zugabe der Bestandteile nach der FR-PS 8 46 066 ein weiterer Grund neben der Verwendung des Natriumborats dafür, daß nach dieser Literaturstelle kein Aluminiumhydroxydgel entstehen kann. So werden nach dieser FR-PS das Bitumen, der Kalk und das Wasser vorgelegt und dieser Mischung das Aluminiumsulfat (zusammen mit Natriumborat) zugesetzt. Auf diese Weise kann kein Aluminiumhydroxydgel entstehen. Dazu ist es vielmehr erforderlich, daß das Aluminiumsulfat in Wasser vorgelegt und diesem der Kalk im Überschuß zugesetzt wird, wodurch sich das Aluminiumhydroxydgel bildet, welches das Bitumen in wäßriger Phase zu dispergieren und stabilisieren vermag. Eine andere Möglichkeit besteht in der Zugabe von Aluminium-
sulfat zur Bitumenschmelze und hernach erfolgenden Zugabe von Kalk zu dieser, in welchem Falle das Aluminiumhydroxydgel »in situ« entsteht
In zweckmäßiger Weise enthält das erfindungsgemäße Bitumenpräparat höchstens 65 Gew.-%, insbesondere höchstens 60 Gew.-%, mit dem Aluminiumhydroxydgel verteilte(s) Bitumen bzw. Bitumina.
Das erfindungsgemäße Bitumenpräparat ist bei der Umgebungstemperatur schmierig beziehungsweise pastenartig, lagerfähig und mit Wasser mischbar.
Es ist bevorzugt, als Erdalkalimetallhydroxyd Calciumhydroxyd, insbesondere als gelöschten Kalk, Kalkbrei oder Sackkalk (in fester Form vorliegendes Kalkhydrat), ganz besonders als aus gelöschtem Kalk bereitete Kalkmilch, zu verwenden beziehungsweise mit zu verwenden. Weiterhin ist es bevorzugt, als Erdalkalimetalloxyd und/oder -hydroxyd Magnesiumoxyd und/oder Magnesiumhydroxyd zu verwenden beziehungsweise mit zu verwenden. Von den beiden letzteren ist Magnesiumhydroxyd, das beispielsweise aus Magnesiumoxyd hergestellt worden ist, besonders bevorzugt.
Als Mischungen von Erdalkalimetalloxyden beziehungsweise -hydroxyden können vorteilhaft solche von Calciumoxyd und Magnesiumoxyd beziehungsweise Calciumhydroxyd und Magnesiumhydroxyd verwendet werden.
Zweckmäßig wird beziehungsweise werden das beziehungsweise die Erdalkalimetalloxyd(e) und/oder -hydroxyd(e) im Mehrfachen der zur Herstellung des Aluminiumhydroxydgeles stöchiometrisch erforderlichen Menge, bezogen auf das beziehungsweise die Aluminiumsalz(e), verwendet.
Vorzugsweise wird beziehungsweise werden das beziehungsweise die Erdalkalimetalloxyd(e) und/oder -hydroxyd(e) im 15- bis 150fachen, insbesondere 15- bis lOOfachen, der zur Herstellung des Aluminiumhydroxydgeles stöchiometrisch erforderlichen Menge, bezogen auf das beziehungsweise die Aluminiumsalz(e), verwendet.
Es kann aber auch ein Unterschuß des beziehungsweise der Erdalkalimetallhydroxyde[s] gegenüber der zur Herstellung des Aluminiumhydroxydgeles stöchiometrisch erforderlichen Menge, bezogen auf das beziehungsweise die Aluminiumsalz(e), verwendet werden. So kann beziehungsweise können das beziehungsweise die Erdalkalimetalloxyd(e) und/oder -hydroxyd(e), ausgedrückt als Calciumhydroxydäquivalent, und das beziehungsweise die Aluminiumsalz(e), ausgedrückt als Aluminiumsulfatäquivalent, vorteilhaft auch in Gewichtsverhällnissen von 1 :2 bis 3 :1 verwendet werden.
Zweckmäßig wird bei einem pH-Wert von mindestens 7,5 gearbeitet.
Als Bitumen beziehungsweise Bitumina kann beziehungsweise können [ein] solche[s] mit beliebigem Erweichungspunkt verwendet werden. Es ist jedoch bevorzugt, als Bitumen beziehungsweise Bitumina [ein] einen Erweichungspunkt von 45 bis 1100C, insbesondere 45 bis 1000C, aufweisende[s] Bitumen beziehungsweise Bitumina und/oder, beispielsweise durch 1 oder mehr Kunststoffe), modifizierte^] Bitumen beziehungsweise Bitumina (Compound-Bitumen beziehungsweise modifiziertes Bitumen) zu verwenden.
Vorzugsweise wird als wasserlösliches Aluminiumsalz Aluminiumsulfatoctadecahydrat [Ab(SO^ · 18 H2O] verwendet. Dabei kann ein solches von technischer Qualität, dessen Aluminiumgehalt um 17 Gew.-% liegt, eingesetzt werden.
Zweckmäßig wird das Aluminiumhydroxydgel in solchen Mengen, bezogen auf das Bitumen beziehungsweise die Bitumina, verwendet, daß dadurch die Tropfen der Bitumenschmelze noch in Form einer stabilen Dispersion gehalten werden können. Demgemäß wird vorteilhaft das Aluminiumsalz beziehungsweise die Aluminiumsalze insgesamt in Mengen von mindestens 1,0 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 1,5 Gew.-%, insbesondere mindestens 2,0 Gew.-°/o, ausgedrückt als Aluminiumsulfatäquivalent, bezogen auf das Bitumen beziehungsweise die Bitumina, verwendet Zweckmäßig wird beziehungsweise werden es beziehungsweise sie insgesamt in Mengen von höchstens 8 Gew.-%, vorzugsweise höchstens 4 Gew.-%, ausgedrückt als Aluminiumsulfatäquivalent, bezogen auf das Bitumen beziehungsweise die Bitumina, verwendet. Besonders bevorzugt wird beziehungsweise werden es beziehungsweise sie insgesamt in Mengen von 1,0 bis 6,5 Gew.-°/o, ganz besonders 1,0 bis 3,5 Gew.-%, vor allem 1,5 bis 3,5 Gew.-%, ausgedrückt als Aluminiumsulfatäquivalent, bezogen auf das Bitumen beziehungsweise die Bitumina, verwendet
Es ist auch vorteilhaft das beziehungsweise die Erdalkalimetailoxyd(e) und/oder -hydroxyd(e), wie Calciumhydroxyd, in Mengen von mindestens 4 Gew.-°/o, insbesondere mindestens 10 Gew.-°/o, ausgedrückt als Calciumhydroxydäquivalent, bezogen auf das Bitumen beziehungsweise die Bitumina, zu verwenden. Zweckmäßig wird beziehungsweise werden es beziehungsweise sie in Mengen von höchstens 45 Gew.-%, ausgedrückt als Calciumhydroxydäquivalent bezogen auf das Bitumen beziehungsweise die Bitumina, verwendet Besonders bevorzugt wird beziehungsweise werden es beziehungsweise sie in Mengen von 10 bis 40 Gew.-%, ganz besonders 16 bis 22 Gcw.-°/o. ausgedrückt als Calciumhydroxydäquivalent. bezogen auf das Bitumen beziehungsweise die Bitumina, verwendet
Es ist auch bevorzugt den Gesamtfeststoffgehalt (oder anders ausgedrückt Gesamttrockenmaterialgehalt [in diesem ist außer dem Gehalt an den anorganischen Materialien auch der Bitumengehalt mit enthalten]) des erfindungsgemäßen wäßrigen Bitumenpräparates auf höchstens 70 Gew.-% einzustellen. Zweckmäßig wird er auf mindestens 50 Gew.-% eingestellt
Zweckmäßig wird das Verteilen des Bitumens beziehungsweise der Bitumina im wäßrigen Medium bei einer Temperatur über dem Erweichungspunkt des ersteren beziehungsweise der ersteren mittels Rührens durchgeführt Dabei ist es bevorzugt das Verteilen des Bitumens beziehungsweise der Bitumina im wäßrigen Medium bei einer Temperatur von mindestens 50° C, insbesondere 50 bis 8O0C, über dem Erweichungspunkt des ersteren beziehungsweise der ersteren durchzuführen.
Nach einer vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das Verteilen des Bitumens beziehungsweise der Bitumina im wäßrigen Medium in der Weise durchgeführt, daß das beziehungsweise die auf eine Temperatur über dem Erweichungspunkt erwärmte(n) Bitumen beziehungsweise Bitumina zum erwärmten das in diesem bereitete Aluminiumhydroxydgel enthaltenden wäßrigen Medium unter Rühren züge-
geben wird beziehungsweise werden. Vorzugsweise wird beziehungsweise werden das Bitumen beziehungsweise die Bitumina mit einer Temperatur von mindestens 600C, insbesondere 60 bis 800C, über dem Erweichungspunkt (also im Falle eines Erweichungspunktes von 6O0C auf eine Temperatur von mindestens 1200C, insbesondere 120 bis 14O0C, vorgewärmt) zum wäßrigen Medium zugegeben. Ferner ist es bevorzugt, das wäßrige Medium auf eine Temperatur von 40 bis 60° C erwärmt einzusetzen.
Im erfindungsgemäßen Verfahren kann auch ein in situ frisch hergestelltes Aluminiumhydroxydgel im wäßrigen Medium verwendet werden. Nach einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird also das Verteilen des Bitumens beziehungsweise der Bitumina im wäßrigen Medium in der Weise durchgeführt, daß das beziehungsweise die Aluminiumsalz(e) in der Bitumenschmelze verteilt wird beziehungsweise werden und dann diese Bitumenschmelze unter Rühren und unter Zugabe zum beziehungsweise zu den Erdalkalimetalloxyd(en) und/oder -hydroxyd(en) in wäßrigem Medium, vorteilhaft Kalkmilch, insbesondere im Überschuß, abgekühlt wird.
Das erfindungsgemäße aluminiumhydroxydgelhaltige wäßrige Bitumenpräparat stellt eine Mischung aus einem organischen Bindemittel und einem anorganischen Bindemittel dar, aus welcher nach dem Aufbringen oder nach der sonstigen Anwendung der Wassergehalt verdampft, das Bitumen beziehungsweise die Bitumina eine zusammenhängende kohärente Schicht bildet beziehungsweise bilden und das beziehungsweise die Erdalkalimetallhydroxyd(e) und/oder -oxyd(e) mit Kohlendioxyd der Luft abbindet beziehungsweise abbinden und zu [einem] Erdalkalimetallcarbonat(en) umgewandelt wird beziehungsweise werden, wobei es beziehungsweise sie Wasser verliert beziehungsweise verlieren. Die aus dem erfindungsgemäßen Bitumenpräparat erzeugte filmartige Schicht hat sowohl Bitumencharakter als auch Erdalkalimetalloxyd- beziehungsweise Erdalkalimetallhydroxydcharakter und kann dadurch in der Bauindustrie für die verschiedensten Zwecke verwendet werden.
Es wurde festgestellt, daß das amorphe Aluminiumhydroxydgel, insbesondere das frisch hergestellte, an seiner großen aktiven Oberfläche die von der Bitumenschmelze durch Rühren erzeugten Bitumentröpfchen dauerhaft zu adsorbieren vermag, ohne daß das Aluminiumhydroxydgel seine Geleigenschaften verlieren würde. Das ausgebildete Aluminiumhydroxydgel ist stabil und vermag das Bitumen bei der Umgebungstemperatur im dispers verteilten Zustand zu halten. Das erfindungsgemäße pastenartige Bitumenpräparat kann bei der Umgebungstemperatur mit Wasser verdünnt werden und ist mit aktiven Baustoffen und/oder inerten Füllstoffen ohne Abbau seiner Stabilität mischbar.
Das erfindungsgemäße Bitumenpräparat kann mit den folgenden oft verwendeten Bindemitteln unbegrenzt vermischt werden:
Zement,
Kalk,
Gips und
Kunststoffdispersionen, wie Polyvinylacetatdispersionen,
Polyacrylsäureesterdispersionen und Kautschuklatices.
Das erfindungsgemäße Bitumenpräparat hat nach dem Verdünnen mit Wasser bis zu einem Trockenmaterialgehalt von 30 Gew.-% noch eine mörtelartige beziehungsweise breiförmige Konsistenz und ist thixotrop. Es kann mit Wasser unbegrenzt weiterverdünnt werden, wobei es homogen bleibt, nach längerem Stehen ist es jedoch zweckmäßig, es vor der Verwendung durch Aufrühren nachzuhomogenisieren. Unter 00C erstarrt das erfindungsgemäße Bitumenpräparat, beim Schmelzen wird es jedoch reversibel wiederhergestellt.
Gegenstand der Erfindung ist auch die Verwendung des erfindungsgemäßen Bitumenpräparates als Binde-, Klebe-, Isolier- und Verfestigungsmaterial, insbesondere in der Bauindustrie.
So kann das erfindungsgemäße Bitumenpräparat beispielsweise zur Herstellung von kaltem Asphalt und Klebe/Bettungs-Mörtel, für Bodenverfestigungszwecke, als eigene Schicht aufgetragen oder in Konstruktionswerkstoffe eingearbeitet zum Isolieren und auch zum Kleben von verschiedenen porösen Flächen verwendet werden.
Beispielsweise wurde experimentell festgestellt, daß das erfindungsgemäße Bitumenpräparat zum Kleben der folgenden Werkstoffe in beliebiger Kombination brauchbar ist:
Eternit,
Eisenblech,
Glas,
Holz,
bitumenhaltige Dach- beziehungsweise
Deckpappen,
Beton,
verputzte Betonflächen,
Ziegel,
Fliesen,
weiche und harte Schaumstoffe,
Mineralwollplatten,
Kork,
Steingutplatten,
Glasfasergewebe und
Kunststoffasergewebe.
Bei den aus dem erfindungsgemäßen Bitumenpräparat erzeugten filmartigen zusammenhängenden Schichten ist der Erweichungspunkt im Vergleich zum Erweichungspunkt der aus dem Ausgangsbitumen erzeugten Schichten um 10 bis 15°C (gemessen mit einem Erweichungspunktmeßgerät nach Ring und Ball [nach DIN 1995-U4]) erhöht. Die Wasserdichtheil der Filmoberflächen ist ausgezeichnet und ihre Wärmebeständigkeit ist besser als die der aus dem Ausgangsbitumen erzeugten Oberflächen, weil der Erweichungspunkt der aus dem erfindungsgemäßen Bitumenpräparat erzeugten Filmüberzüge im getrockneten Zustand höher als der der aus dem Ausgangsbitumen erzeugten Überzüge ist, so daß die ersteren beim Erweichungspunkt der letzteren an senkrechten Flächen noch nicht herabfließen. Auf die frisch bereitete filmartige Schicht kann eine Putz- oder Kalkdeckschicht aufgebracht werden, wobei beide gut haften.
Die Erfindung wird an Hand der folgenden Beispiele näher erläutert.
Beispiel 1
Es wurden 3 Gew.-Teile Aluminiumsulfatoctadecahydrat in 10 Gew.-Teilen Wasser gelöst und die Lösung auf 40 bis 45°C erwärmt und dieser 10 Gew.-Teile mit 30 Gew.-Teilen Wasser vermischtes Calciumhydroxydpulver zugesetzt. Beim Vereinigen der vorher bereiteten Lösungen bildete sich ein Gel von Rahmdichte, wobei ein Erwärmen auf etwa 50 bis 60° C eintrat. Dabei wurde zweckmäßig die Temperatur nicht über etwa 60° C steigen gelassen. Dann wurden 47 Gew.-Teile auf 150 bis 160°C erwärmtes DIN 1995 B 25 Bitumen zugegeben. Beim Vermischen der beiden Materialien wurde gerührt. Nach 20 Minuten langem Rühren wurde ein homogenes schwarzes oder dunkelgraues thixotropes wäßriges Bitumenpräparat erhalten. Es konnte mit Wasser bis zu einem Trockenmaterialgehalt von 30 Gew.-% verdünnt werden, ohne daß es seine thixotrope Eigenschaft und sein Bindevermögen verloren hätte.
An Stelle des Calciumhydroxydpulvers konnte auch aus gebranntem Magnesiumoxyd hergestelltes Magnesiumhydroxyd mit analogen Ergebnissen verwendet werden.
Beispiel 2
Es wurde aus gelöschtem Kalk Kalkmilch mit einem Trockenmaterialgehalt von 25 Gew.-% bereitet. Zu 40 Gew.-Teile der so bereiteten Kalkmilch wurden unter Rühren 1,5 Gew.-Teile in 10 Gew.-Teilen Wasser gelöstes Aluminiumsulfatoctadecahydrat zugegeben. Nach der Ausbildung des Materiales von Geldichte wurden unter kräftigem Rühren 48,5 Gew.-Teile geschmolzenes DIN 1995 B 80 Bitumen zugemischt. Das schwarze homogene Bitumenpräparat bildete sich nach etwa 20 Minuten aus.
Beispiel 3
Es wurden 40 Gew.-Teile DlN 1995 B 80 Bitumen auf eine Temperatur über 100°C erwärmt und zur Bitumenschmelze wurden langsam l,5Gew.-% Aluminiumsulfatoctade< ahydrat zugegeben. Nach dem Aufhören des Schäumens wurde diese Bitumenschmelze zu 60 Gew.-Teilen vorher bereiteter Kalkmilch mit einem Trockenmaterialgehalt von 25 Gew.-% unter kräftigem Rühren zugegeben. Der Dispersitätsgrad des Bitumens im wäßrigen Bitumenpräparat war anfänglich verhältnismäßig grob, nach dem Stehen und mehrmaligen Umrühren wurde er jedoch nach und nach feiner und es wurde ein Bitumenpräparat mit thixotroper Eigenschaft erhalten.
Beispiel 4
Es wurde 1 Gew.-Teii Aiuminiumsulfatoctadecahydrat in 10 Gew.-Teilen Wasser bei 4O0C gelöst und zu dieser Lösung wurden 8 Gew.-Teile Kalkmilch mit einem Trockenmaterialgehalt von 25 Gew.-% zugegeben. Das gebildete Aluminiumhydroxydgel, welches einen pH-Wert von 10,5 hatte, wurde in eine Kolloidmühle bei 50° C eingeführt und in dieser mit 50 Gew.-Teilen DIN 1995 B 80 Bitumen von 12O0C versetzt. Die Kolloidmühle hatte eine Leistung von 6 t/Stunden, eine Drehzahl von 960 Umdrehungen/Minute und eine Spaltweite von 0,3 bis 0,5 mm. Die Masse wurde in der Kolloidmühle homogenisiert. Die gebildete Masse war homogen, thixotrop und schwarz bis dunkelgrau.
Beispiel 5
Mit dem nach dem Beispiel 2 hergestellten Bitumenpräparat wurde ein kalte Asphaltmischung der folgenden Zusammensetzung bereitet:
8 Gew.-Teile Kalksteinmehl
10 Gew.-Teile, Sand 15 Gew.-Teile, Basaltgrus mit Teilchengrößen bis 5 mm
30 Gew.-Teile, Basaltgrus mit Teilchengrößen von 5 bis 12 mm
37 Gew.-Teile, Basaltgrus mit Teilchengrößen von 12 bis 20 mm
20 Gew.-Teile, des nach dem Beispiel 2 hergestellten Bitumenpräparates.
Diese Mischung erhärtete nach ihrem Verdichten und nach 48 Stunden langem Trocknen und war belastbar. Bei Zugabe von 5 bis 10 Gew.-°/o Zement und genauso viel Wasser wurde die Erhärtungszeit abgekürzt und auch die Festigkeit der Asphaltschicht wurde größer.
Beispiel 6
Das nach dem Beispiel 2 hergestellte Bitumenpräparat wurde durch Aufbringen in einer Schicht bei einem spezifischen Materialverbrauch von 3 bis 4 kg/m2 zum nachträglichen Wasserdichtmachen von vorher gcsäu-
berten und staubfrei gemachten Beton- und Ziegelflächen verwendet. Nach dem Abbinden der ersten Schicht, was etwa 6 bis 8 Stunden beanspruchte, wurde die nächste Schicht mit dem vorgenannten spezifischen Materialverbrauch aufgebracht. Die so hergestellte Isolierung isolierte gegen Bodendampf und -feuchtigkeit und sogar gegen Grundwasser bis zu einem Druck von 1 atü. Wenn eine Bewegung odei ein Springen der Flüche zu erwarten war, dann war es zweckmäßig, zwischen 2 Isolierschichten eine Schicht von Glasfasergewebe mil einer Maschenweite von 5 mm anzuordnen.
Vergleichsbeispiel A
Es wurden die folgenden Materialien hergestellt:
1. Erfindungsgemäß verwendetes Aluminiumhydroxydgel
Nach der Verfahrensweise des Beispieles 1 und unter den Bedingungen desselben wurden 6 Gew.-Teile Calciumhydroxyd in 31 Gew.-Teilen Wasser vorgelegt und dazu wurden 3 Gew.-Teile in 10 Gew.-Teilen Wasser gelöstes Aluminiumsulfatoctadecahydrat zugegeben. Es wurde ein thixotroper Gelniederschlag erhalten, welcher sich nicht absetzte. Beim Verteilen einer Bitumenschmelze in einer Menge von 47 Gew.-Teilen in diesem Aluminiumhydroxydgel bildete sich ein mörtelähnliches Produkt, welches ebenfalls thixotrop war. Es konnte auf senkrechte Oberflächen aufgebracht werden und die Eigenschaften der gebildeten Überzüge konnten untersucht werden.
2. Vergleichsmaterial A für ein Bitumenpräparat nach ABRAHAM:
ASPHALTE UND VERWANDTE STOFFE, 1939, Seiten 390 und 394
Bei Verwendung von 3 Gew.-Teilen Tonerde (Aluminiumoxyd) [AI2O3] an Stelle der 3 Gew.-Teile Aluminiumsulfatoctadecahydrat bildete sich kein Niederschlag und die feste Phase (AI2O3) setzte sich rasch im Wasser ab. Der Versuch, 47 Gew.-Teile einer Bitumenschmelze in der Masse zu verteilen, mißlang, indem das Bitumen unverändert blieb und beide Phasen sich voneinander trennten.
3. Vergleichsmaterial B für ein Bitumenpräparat in Anlehnung an ABRAHAM:
ASPHALTE UND VERWANDTE STOFFE, 1939, Seiten 390 und 394.
Es wurde Magnesiumhydroxyd nach ABRAHAM: ASPHALTE UND VERWANDTE STOFFE, 1939, Seilen 390 und 394, noch dazu frisch hergestellt aus Magnesiumsulfat und Calciumhydroxyd, verwendet Im einzelnen erfolgte die Herstellung des Magnesiumhydroxydes wie folgt: Es wurden 6 Gew.-Teile Calciumhydroxyd in 31 Gew.-Teilen Wasser vorgelegt und 3 Gew.-Teile in 10 Gew.-Teilen Wasser gelöstes Magnesiumsulfat [MgSO4] zugesetzt. Es bildete sich ein Niederschlag, welcher keine gelartigen Eigenschaften aufwies und nicht thixotrop war. Wenn er auch zum Verteilen von Bitumen, welches auch in diesem Falle in einer Menge von 47 Gew.-Teilen verwendet wurde, in wäßriger Phase verwendet werden konnte, setzte sich rasch ein dünnflüssiges Produkt ab. Das so erhaltene Produkt war nicht wie Mörtel »schmierbar«, sondern klebrig, weswegen seine Handhabung im technischen Maßstabe unmöglich war.
4. Vergleichsmaterial C
Zur Veranschaulichung der Notwendigkeit des Erdalkalioxydes beziehungsweise -hydroxydes zur Lösung der erfindungsgemäß gestellten Aufgabe wurde Aluminiumhydroxyd aus Aluminiumsulfat und Natriumhydroxyd hergestellt. Es wurde 1 Gew.-Teil einer 100 gew.-%igen Natronlauge in 31 Gew.-Teilen Wasser vorgelegt und 3 Gew.-Teile in 10 Gew.-Teilen Wasser gelöstes Aluminiumsulfatoctadecahydrat zugesetzt Es bildete sich ein wenig Niederschlag, welcher zum Verteilen des Bitumens, welches auch in diesem Fall in einer Menge von 47 Gew.-Teilen verwendet wurde, in Wasser ungeeignet war, indem das Bitumen unverändert blieb und beide Phasen sich voneinander trennten.
In der folgenden Tabelle 1 sind die Absetzdauer in Tagen der aus 1000 ml Wasser nach den obigen Punkten 1. bis 4. ohne Gegenwart von Bitumen hergestellten Niederschläge und die Volumina des nach dem Absetzen angefallenen überstehenden Wassers zusammengestellt Aus den letzteren können die Volumina der Niederschläge durch ihre Substraktion von 1000 ml errechnet werden,
eo
Tabelle 1
Laufende Material Absetzdauer Volumen des nach
Nummer in Tagen dem Absetzen ange
fallenen überstehenden
Wassers in ml
Erfindungsgemäß verwendetes Aluminiumhydroxydgel
Vergleichsmaterial A für ein Bitumenpräparat nach ABRAHAM: ASPHALTE UND VERWANDTE STOFFE, 1939, Seiten 390 und 394
Vergleichsmaterial B für ein Bitumenpräparat in Anlehnung an ABRAHAM: ASPHALTE UND VERWANDTE STOFFE, 1939, Seiten 390 und 394
Vergleichsmaterial C
1
2
3
1
2
3
4
1
2
3
1
2
3
10 10 15
920 920 920 920
420 420 424 426
200 200 205 210
Aus der obigen Tabelle 1 geht hervor, daß nur das erfindungsgemäß verwendete Aluminiumhydroxydgel einen Niederschlag mit geeignetem großen Volumen bildete und damit zur Erzielung von überlegenen stabilen Dispersionen von Bitumina in der wäßrigen Phase und so zur Herstellung von überlegenen Bitumenpräparaten geeignet war, während die Vergleichsmaterialien Niederschläge mit viel geringeren Volumina, die zur Erzielung von brauchbaren stabilen Dispersionen von Bitumina in der wäßrigen Phase und damit brauchbaren Bitumenpräparaten ungeeignet sind, lieferten.
Der thixotrope Charakter des hergestellten erfindungsgemäß eingesetzten Aluminiumhydroxydgeles und zum Vergleich des in der vorstehend beschriebenen Weise erhaltenen Magnesiumhydroxyds (Vergleichsmaterial B) sowie ferner des aus dem ersteren erhaltenen erfindungsgemäßen Bitumenpräparats wurde auch mit einem Rotationsviskosimeter gemessen. Das auf diese Weise ermittelte Fließvermögen gehört zu den Eigenschaften der nicht newtonartigen Flüssigkeiten. Diese Verfahrensweise und das zugehörige Meßgerät sind in Rheonat 15. Informationsheft beschrieben. Die nach dieser Verfahrensweise erhaltenen Rheogramme bzw. Kysteresekurven wurden ermittelt. Es ergab sich, daß das Fließverhalten des Magnesiumhydroxydes anti-thixotrop, das des erfindungsgemäß eingesetzten Aluminiumhydroxydgeles und des erfindungsgemäßen Bitumenpräparates dagegen thixotrop ist
Die Eigenschaften von Überzügen aus dem in der vorstehend beschriebenen Weise hergestellten erfindungsgemäßen Bitumenpräparat und dem in Anlehnung an »Abraham, Asphalte und verwandte Stoffe«, 1939, Seiten 390 und 394 hergestellten Bitumenpräparat (Vergleichbitumenpräparat B) und dem zugehörigen Grundbitumen sind in der folgenden Tabelle 2 zusammengefaßt.
Tabelle 2
Material
Eigenschaften der Überzüge
Schmelzpunkt nach Penetration nach
DtN 52011 DlN 52010
Wärmebeständigkeit
Erfindungsgemäßes 62° C
Bitumenpräparat
Vergleichsbitumenpräparat B, 54° C
hergestellt
in Anlehnung an ABRAHAM:
ASPHALTE UND VERWANDTE STOFFE, 1939,
Seiten 390 und 394
Grundbitumen 450C
50
60
120 bis 13O0C 760C
90
5O0C
Die Wärmebeständigkeit wurde wie folgt untersucht: Die Überzüge wurden in einer Dicke von 5 mm auf eine getrocknete Betonoberfläche von 100 cm2 bei Raumtemperatur aufgetragen und 24 Stunden trocknen gelassen, worauf die Betonoberfläche senkrecht gestellt wurde und die Temperaturen, bei welchen die Überzüge im Wärmeschrank abzufließen begannen, gemessen wurden.
Vergleichsbeispiel B
Es wurde das Beispiel 1 der französischen Patentschrift 8 46 066 wiederholt Dazu wurde ein Bitumen mit einem Schmelzpunkt von 52°C in einem Mischaggregat mit Wasser im gleichen Mengenverhältnis wie im
ίο genannten Beispiel vermischt und der Mischung wurde Kalkmilch und schließlich Natriumbonat mit Aluminium- \ sulfat zugesetzt, wobei für alle Materialien dieselben Mengenanteile wie im Beispiel 1 der französischen Patent- * schrift 8 46 066 verwendet wurden. Es wurde eine wäßrige Bitumenemulsion, in welcher die Wasserphase in der « ölphase emulgiert war, erhalten. Dadurch blieb der Fließzustand des Bitumens unverändert. Es wurde die Fort-Viskosität (Trichter Fort 8) sowohl des Produktes des Beispieles 1 der französischen Patentschrift 8 46 066
1-3 als auch des zugehörigen Grundbitumens bei 120° C gemessen. Beide betrugen 22 Sekunden. Dagegen konnte die Viskosität des gemäß Beispiel 7 hergestellten erfindungsgemäßen Bitumenpräparates mit dem genannten Trichter Fort 8 nicht gemessen werden, da dieses mörtelähnlich ist und selbst bei 120° C nicht so flüssig ist, daß es durch diesen Trichter durchfließen kann.

Claims (14)

Patentansprüche:
1. Wäßriges thixotropes mörtelähnliches Bitumenpräparat mit einem Gehalt an mindestens 1 bei der Umgebungstemperatur plastischen Bitumen in einem wäßrigen Medium, dadurch gekennzeichnet, daß es das Bitumen beziehungsweise die Bitumina im wäßrigen Medium mit einem Aluminiumhydroxydgel, welches aus einen. Erdalkalimetalloxyd und/oder -hydroxyd im Überschuß und 1 oder mehr wasserlöslichen Aluminiumsalz(en) frisch hergestellt worden ist, verteilt enthält, wobei der Bitumengehalt mindestens 35 Gew.-°/o beträgt
2. Verfahren zur Herstellung des wäßrigen thixotropen mörtelähnlichen Bitumenpräparates nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Bitumenschmelze in einem ein aus 1 oder mehr wasserlöslichen Aluminiumsalz(en) und Erdalkalimetalloxyd(en) oder -hydroxyd(en) oder Mischungen von solchen im Überschuß, gegebenenfalls in situ, hergestelltes Aluminiumhydroxydgel enthaltenden wäßrigen Medium verteilt
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man als Erdalkalimetallhydroxyd Calciumhydroxyd, insbesondere als gelöschten Kalk, Kalkbrei oder Sackkalk verwendet beziehungsweise mit verwendet.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß man als Erdalkalimetalloxyd und/oder -hydroxyd Magnesiumoxyd und/oder Magnesiumhydroxyd verwendet beziehungsweise mit verwendet.
5. Verfahren nach Anspruch 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man das beziehungsweise die Erdalkaümetalloxyd(e) und/oder -hydroxyd(e) im Mehrfachen der zur Herstellung des Aluminiumhydroxydgeles stöchiometrisch erforderlichen Menge, bezogen auf das beziehungsweise die Aluminiumsalz(e), verwendet.
6. Verfahren nach Anspruch 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man als Bitumen beziehungsweise Bitumina [ein] einen Erweichungspunkt von 45 bis 11O0C aufweisende[s] Bitumen beziehungsweise Bitumina und/oder modifizierte[s] Bitumen beziehungsweise Bitumina verwendet
7. Verfahren nach Anspruch 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß man als wasserlösliches Aluminiumsalz
Aluminiumsulfatoctadecahydrat [Ab(SO^ · 18 H2O] verwendet
8. Verfahren nach Anspruch 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß man das Aluminiumsalz beziehungsweise
die Aluminiumsalze insgesamt in Mengen von mindestens 1,5 Gew.-%, ausdrückt als Aluminiumsulfaiäquivalent, bezogen auf das Bitumen beziehungsweise die Bitumina, verwendet.
9. Verfahren nach Anspruch 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß man das beziehungsweise die Erdalkalimetailoxyd(e) und/oder -hydroxyd(e) in Mengen von mindestens 4 Gew.-%, ausgedrückt als Calciumhydroxydäquivalent, bezogen auf das Bitumen beziehungsweise die Bitumina, verwendet.
10. Verfahren nach Anspruch 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß man den Gesamtfestsloffgehalt des
wäßrigen Bitumenpräparates auf höchstens 70 Gew.-% einstellt.
11. Verfahren nach Anspruch 2 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß man das Verteilen des Bitumens beziehungsweise der Bitumina im wäßrigen Medium bei einer Temperatur über dem Erweichungspunkt des ersteren beziehungsweise der ersteren mittels Rührens durchführt.
12. Verfahren nach Anspruch 2 bis U, dadurch gekennzeichnet, daß man das Verteilen des Bitumens beziehungsweise der Bitumina im wäßrigen Medium bei einer Temperatur von mindestens 500C über dem Erweichungspunkt des ersteren beziehungsweise der ersteren durchführt.
13. Verfahren nach Anspruch 2 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß man das Verteilen des Bitumens beziehungsweise der Bitumina im wäßrigen Medium in der Weise durchführt, daß man das beziehungsweise die auf eine Temperatur über dem Erweichungspunkt erwärmte(n) Bitumen beziehungsweise Bitumina zum erwärmten das in diesem bereitete Aluminiumhydroxydgel enthaltenden wäßrigen Medium unter Rühren zugibt.
14. Verwendung des Bitumenpräparates nach Anspruch 1 als Binde-, Klebe-, Isolier- und Verfestigungsmaterial.
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